<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Durchführen eines Lauftrainings eines Tieres, insbesondere eines Pferdes, mit einem angetriebenen Laufband, dessen Lauffläche mit Hilfe einer Hubvorrichtung heb-und senkbar ist, und mit einem Aufgang und einem Abgang.
Es ist bekannt, zum Trainieren von Pferden angetriebene Laufbander zu verwenden, deren Lauffläche mit Hilfe von Zahnstangen oder Hubzylindern heb-und senkbar ist, und die mit einem Aufgang versehen sind, der gleichzeitig als Abgang dient.
Nachteilig ist bei den bekannten Anlagen, dass sie im Betrieb standig von einer Aufsichtsperson überwacht werden müssen, um bei Störungen in der Anlage oder bei einem Fehlverhalten der Tiere sofort eingreifen zu können. Störungen können insbesondere beim Hubmechanismus auftreten, wobei sich die Lauffläche des Laufbandes unkontrolliert und plötzlich absenkt und die auf dem Laufband befindlichen Tiere zu Sturz kommen und erheblich verletzt werden. Bei den bekannten Anlagen wird das Laufband durch Rollen abgestützt, so dass die Lauffläche uneben ist und das Tier leicht stolpern kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, die geschilderten Nachteile der bekannten Anlagen zu vermeiden und eine Anlage der einleitend angegebenen Art zu schaffen, die es ermöglicht, ohne ständige Überwachung durch eine Aufsichtsperson ein sicheres, unfallfreies und automatisches Lauftraining der Tiere durchzuführen.
<Desc/Clms Page number 2>
Eine erfindungsgemässe Anlage der einleitend angegebenen Art hat die Merkmale, dass ein das Laufband tragender Oberrahmen an einem Grundrahmen schwenkbar gelagert ist, an dem zwei in beiden Richtungen antreibbare Exzenterscheiben zum Verändern des Neigungswinkels des Laufbandes zu beiden Seiten des Laufbandes abgestützt sind, wobei die Lauffläche des Laufbandes durch eine im Oberrahmen gedämpft gelagerte Gleitplatte unterstützt ist und an den beiden Längsseiten der Lauffläche des Laufbandes vertikale Seitenwände vorgesehen sind, zwischen denen im Eingangs- und Ausgangsbereich der Lauffläche des Laufbandes mit veränderbarer Sperrkraft entfernbare Absperreinrichtungen vorgesehen sind, und wobei an den beiden Stirnseiten der Lauffläche je ein Aufgang und ein Abgang vorgesehen sind, die jeweils schwenkbar am Oberrahmen gelagert sind.
Auf diese Weise wird ein sicheres Lauftraining der Tiere gewährleistet und jegliche Unfallgefahr hintangehalten.
Vorzugsweise besteht die Gleitplatte aus nichtrostendem Material, und es ist zwischen dem Laufband und der Gleitplatte ein Gleitmittel, vorzugsweise Silikonfett vorgesehen.
Nach einem weiteren Erfindungsmerkmal sind der Aufgang und der Abgang jeweils mit einem rutschfesten Belag versehen und schwenkbar im Oberrahmen eingehängt.
Gemäss einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Absperreinrichtungen aus in den Seitenwänden einhängbaren Sicherungsstangen bestehen und die zum Entfernen der Sicherungsstangen erforderliche Sperrkraft sowie die Lage der Sicherungsstangen relativ zur Lauffläche des Laufbandes entsprechend der Körpergrösse und der Körperkraft des trainierenden Tieres einstellbar sind.
<Desc/Clms Page number 3>
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Anlage und Fig. 2 eine Draufsicht der Anlage.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Anlage dient zum Durchführen eines Lauftrainings eines Tieres, insbesondere eines Pferdes. Das Lauftraining kann sowohl ein Konditionstraining als auch eine Bewegungstherapie, z. B. zur Genesung eines verletzten Tieres umfassen. Die erfindungsgemässe Anlage ist für einen Einsatz beispielsweise in Reitställen und in Tierkliniken oder bei Tierärzten vorgesehen.
Die Anlage besteht aus einem Grundrahmen 1 und einem Oberrahmen 2, die mit Hilfe zweier Lagerzapfen 3 schwenkbar verbunden sind. Die Lagerzapfen 3 sind in zwei ortsfest mit dem Grundrahmen 1 verbundenen Lagerböcken 4 gelagert. Der Oberrahmen 2 besteht im wesentlichen aus vier miteinander verbundenen Längsträgern 5 und weist an einem Ende eine rechte Lagerplatte 6 und eine linke Lagerplatte 7 auf, die jeweils seitlich an den Längsseiten des Oberrahmens 2 angebracht sind. Am anderen Ende des Oberrahmens 2 sind zu beiden Längsseiten des Oberrahmens 2 zwei weitere Lagerplatte 8 angebracht. In der rechten und linken Lagerplatte 6 bzw. 7 ist mit Hilfe einer Lagerung 9 eine sich über die gesamte Breite des Oberrahmens 2 erstreckende Antriebswalze 10 gelagert.
In den beiden Lagerplatten 8 sind zwei sich über die gesamte Breite des Oberrahmens 2 erstreckende Umlenkrollen 11 drehbar gelagert.
Um die Antriebswalze 10 und die Umlenkrollen 11 wird ein Laufband 12 geführt, das eine aus Gummi bestehende Lauffläche
<Desc/Clms Page number 4>
13 aufweist und vorzugsweise aus zugfestem Gewebeband besteht.
Mit Hilfe einer in den Lagerplatten 6 bzw. 7 verschiebbar gelagerten Spannrolle 14 kann das Laufband 12 gespannt werden. Zum Antreiben des Laufbandes 12 in Richtung Pl ist ein Antrieb vorgesehen, der im wesentlichen einen Antriebsmotor 15, zwei Kettenräder 16 und eine die Kettenräder 16 verbindende Antriebskette 17 aufweist.
Die Lauffläche 13 des Laufbandes 12 wird durch eine sich über die gesamte Lauffläche 13 erstreckende Gleitplatte 18 unterstützt, die aus nichtrostendem Material, vorzugsweise aus Stahl besteht und über eine vorzugsweise aus Schaumgummi, z. B. aus Sylomer, bestehende Dämpfung 19 im Oberrahmen 2 gelagert ist. Zwischen dem Laufband 12 und der Gleitplatte 18 ist ein Gleitmittel, vorzugsweise Silikonfett vorgesehen.
In den vier Längsträgern 5 des Oberrahmens 2 sind zwei Halbachsen 20 drehbar gelagert. An den äusseren Enden der Halbachsen 20 ist jeweils eine Exzenterscheibe 21 befestigt, wobei sich die Exzenterscheiben 21 über ein Gleitstück 22 am Grundrahmen 1 abstützen. Mit Hilfe eines Schwenkantriebes 23 sind die Halbachsen 20 und damit die Exzenterscheiben 21 entsprechend dem Doppelpfeil P2 in beiden Drehrichtungen drehbar, wodurch der Neigungswinkel der Lauffläche 13 des Laufbandes 12 entsprechend dem Doppelpfeil P3 veränderbar ist. Die geneigte Stellung der erfindungsgemässen Anlage ist in Fig. 1 schematisch durch die strichliert gezeichneten Elemente Oberrahmen 2'und Lauffläche 13'angedeutet. Als Schwenkantrieb 23 wird vorzugsweise ein Getriebemotor mit Schneckengetriebe verwendet.
An der Eingangsseite des Laufbandes 12 ist ein Aufgang 24 vorgesehen, der über eine Lagerung 25 mit dem Oberrahmen 2 ent-
<Desc/Clms Page number 5>
sprechend dem Doppelpfeil P4 schwenkbar verbunden ist. An der Auslaufseite des Laufbandes 12 ist ein Abgang 26 vorgesehen, der uber eine Lagerung 27 ebenfalls mit dem Oberrahmen 2 entsprechend dem Doppelpfeil P5 schwenkbar verbunden ist. Der Aufgang 24 und der Abgang 26 sind mit einem rutschfesten Belag versehen. Bei geneigter Stellung des Oberrahmens 2'nehmen der Aufgang und der Abgang die Positionen 24'bzw. 26'ein, wodurch auch in dieser Stellung ein sicheres Begehen der Lauffläche 13' moglich ist.
Zu beiden Seiten des Laufbandes 12 sind im Bereich der Lauffläche 13 vertikale Seitenwände 28 am Oberrahmen 2 befestigt, die so hoch sind, dass ein seitliches Absteigen des Tieres vom Laufband 12 sicher verhindert wird. Im Eingangs- und Ausgangsbereich der Lauffläche 13 des Laufbandes 12 ist je eine Sicherungsstange 29 bzw. 30 vorgesehen, die jeweils entfernbar in den Seitenwänden 28 eingehängt ist, wobei die zum Entfernen der Sicherungsstangen 29,30 erforderliche Sperrkraft veränderbar und an die Körperkraft des zu trainierenden Tieres anpassbar ist. Die Lage der Sicherungsstangen 29,30, insbesondere die Einbauhöhe über der Lauffläche 13 des Laufbandes 12 ist an die Korpergrösse des zu trainierenden Tieres anpassbar.
Eine zwischen den Seitenwänden 28 angeordnete Lichtschranke 31 kontrolliert die Position des zu trainierenden Tieres im Bereich der Lauffläche 13, um bei Störungen das Laufband 12 sofort abstellen zu können. An den Seitenwänden 28 ist zur Sicherung des Tieres eine Aufhängung 32 montiert, die das Tier derart fixiert, dass ein durch Stolpern oder Sturz bedingtes Hinausschleudern des Tieres aus der Anlage verhindert wird.
Die erfindungsgemässe Anlage arbeitet in folgender Weise :
<Desc/Clms Page number 6>
Nach Entfernen der im Eingangsbereich der Lauffläche 13 befindlichen Sicherungsstange 29 wird das zu trainierende Tier über den Aufgang 24 auf die horizontal verlaufende Lauffläche 13 des Laufbandes 12 geführt. Die Sicherungsstange 29 wird eingehängt, wobei gegebenenfalls die zum Entfernen der Sicherungsstangen 29,30 erforderliche Sperrkraft durch geeignete Massnahmen, wie z. B. Veränderung der Einhängekraft an das zu trainierende Tier angepasst werden. Anschliessend wird der Laufbandantriebsmotor 15 eingeschaltet und das Laufband 12 in Bewegung gesetzt, wobei die Geschwindigkeit des Laufbandes 12 und der Neigungswinkel der Lauffläche 13 nach einem vorgegeben Trainingsprogramm verändert werden.
Nach Beendigung des Trainingsprogrammes wird das Laufband 12 gestoppt und das Tier nach dem Entfernen der entsprechenden Sicherungsstange 29,30, vorzugsweise über den Abgang 26 vom Laufband 12 geführt.
Es versteht sich, dass das dargestellte Ausführungsbeispiel im Rahmen des allgemeinen Erfindungsgedankens verschiedentlich, insbesondere hinsichtlich der Ausgestaltung der Exzenterscheiben 21 abgewandelt werden kann. Die Exzenterscheiben können auch als Halbscheiben ausgebildet sein.
Des weiteren ist es im Rahmen der Erfindung möglich, die Gleitplatte 18 aus Holz herzustellen, wobei die dem Laufband 12 zugewandte Deckfläche der Gleitplatte 18 mit einem nichtrostenden Stahlblech versehen ist. Im Rahmen der Erfindung kann die Gleitplatte 18 auch aus einer Kunststoffplatte bestehen.