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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen des zylindrischen Mantels eines
Grossraumbehälters aus einzelnen Blechtafeln, die entsprechend der Mantelkrümmung in Längsrich- tung gebogen und zu axial übereinanderliegenden Mantelringen zusammengesetzt werden, wobei die jeweils auf den vorhergehend fertiggestellten Mantelring aufgesetzten Blechtafeln miteinander und mit den Blechtafeln des vorhergehend fertiggestellten Mantelringes verschweisst werden, sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Um den zylindrischen-Mantel eines Grossraumbehälters herstellen zu können, ist es bekannt, die zum Mantel zusammenzusetzenden Blechtafeln werkseitig entsprechend der Mantelkrümmung einzu- rollen und die so bearbeiteten Blechtafeln zur Baustelle zu transportieren, wo sie zu Mantelringen zusammengesetzt und verschweisst werden. Abgesehen davon, dass die bereits gebogenen Blechtafeln besondere Massnahmen beim Transport erforderlich machen, ergeben sich an der Baustelle immer dann Schwierigkeiten, wenn die Biegung der Blechtafeln nicht der Sollkrümmung entspricht.
Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und ein Ver- fahren zum Herstellen eines zylindrischen Mantels eines Grossraumbehälters anzugeben, das das Biegen der Blechtafeln an der Baustelle mit einfachen Mitteln ermöglicht, so dass die Krümmung der Blechtafeln genau an die Mantelform angepasst werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass zum Biegen der Blechtafeln deren axial verlaufende Schmalseiten auf der Krümmungsinnenseite gegeneinander gezogen werden, bis ihr gegenseitiger Abstand der sich bei der gewünschten Tafelkrümmung ergebenden Sehnenlänge entspricht, und dass die Schmalseiten erst von der die Biegung der Blechtafeln bewirkenden Zugbe- lastung entlastet werden, bis die zu einem Ring zusammengesetzten Blechtafeln miteinander ver- schweisst sind.
Durch das Gegeneinanderziehen der Schmalseiten der Blechtafeln können diese mit vergleichs- weise geringem Aufwand entsprechend der Mantelkrümmung gebogen werden, wobei eine Anpassung der Istkrümmung an die Sollkrümmung ohne weiteres möglich ist, weil die Blechtafeln im elasti- schen Bereich verformt werden. Eine Vergrösserung oder Verkleinerung des gegenseitigen Abstan- des der einander gegenüberliegenden Schmalseiten einer Blechtafel ergibt somit zwangsläufig eine flachere oder stärkere Krümmung der Blechtafel. In diesem Zusammenhang muss wohl erwähnt wer-
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30 mm dick sind.
Die durch das Gegeneinanderziehen ihrer Schmalseiten entsprechend gekrümmten Blechtafeln werden auf dem Behälterboden oder auf dem bereits fertiggestellten Mantelring aufgesetzt und zu einem Ring miteinander verbunden. Nach dem Verschweissen der aneinanderstossenden Schmalseiten der zu einem Ring zusammengesetzten Blechtafeln kann die die Biegung der Blechtafeln bewirkende Zugbelastung aufgehoben werden, weil ja ein in sich geschlossener Ring vorhanden ist, in dem sich die auftretenden Spannungskräfte nach aussen hin aufheben.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren kann somit tatsächlich an der Baustelle von ebenen Blechtafeln ausgegangen werden, deren Biegung entsprechend der Mantelkrümmung keinerlei Schwierigkeiten bereitet, weil diese Biegung im elastischen Bereich erfolgt und daher vor dem Verbinden der einzelnen Blechtafeln zu einem Ring ein nachträgliches Anpassen der Krümmung der einzelnen Blechtafeln durch ein Erhöhen oder Nachlassen der auf die Schmalseiten der Blechtafeln einwirkenden Zugkräfte einfach möglich ist.
Werden die Blechtafeln des neu zusammengesetzten Mantelringes mit den Blechtafeln des vorher fertiggestellten Mantelringes erst nach dem Entlasten der Blechtafelschmalseiten von der Zugbelastung verschweisst, so kann in vorteilhafter Weise ein Ausgleich etwaiger Spannungsunterschiede zwischen den einzelnen Blechtafeln stattfinden, was sich nicht nur auf den Spannungszustand des Mantels, sondern auch auf die Ringform günstig auswirkt.
Beim Biegen der Blechtafeln durch ein Gegeneinanderziehen der Schmalseiten kann es dazu kommen, dass die Krümmung der Blechtafeln im Bereich ihrer Längsmitte stärker als im Bereich der Schmalseiten ist. Dies würde zu einem tangentialen Abstehen der Schmalseiten führen. Um trotzdem die Blechtafeln zu ordnungsgemässen Mantelringen an ihren Schmalseiten zusammenschweissen zu können, werden in weiterer Ausbildung der Erfindung die einander zugekehrten Schmalseiten
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zweier aneinanderstossender Blechtafeln vor ihrem Verschweissen einwärtsgedrückt, so dass auch im Bereich der Schmalseiten einwandfreie Verhältnisse sichergestellt sind.
Das Biegen der einzelnen Blechtafeln durch ein Gegeneinanderziehen der Schmalseiten kann sehr einfach mit einer Vorrichtung durchgeführt werden, die dadurch gekennzeichnet ist, dass für jede Blechtafel zumindest zwei die beiden Schmalseiten umgreifende Klemmeinrichtungen vorgesehen sind, an denen auf der Krümmungsinnenseite ein mit einem Spanngerät verbundenes Zugmittel angreift. Wird das Zugmittel über das Spanngerät einer entsprechenden Zugbelastung unterworfen, so werden die Schmalseiten der Blechtafel über die die Schmalseiten festhaltenden Klemmeinrichtungen in gewünschter Weise gegeneinander gezogen, wobei auf das Blech ein Biegemoment wirkt. Die Krümmung der Blechtafel kann durch den Abstand der beiden Schmalseiten voneinander bestimmt werden, welcher Abstand der sich bei der gewünschten Krümmung ergebenden Sehnenlänge entsprechen muss.
Als Zugmittel können Seile, Ketten, Stangen od. dgl. Verwendung finden. Auch hinsichtlich der Konstruktion des Spanngerätes können grundsätzlich keine Einschränkungen gemacht werden, da es nur darauf ankommt, über das Zugmittel den Abstand der Schmalseiten voneinander zu verkürzen. Wegen der Anordnung des Spanngerätes und des Zugmittels auf der Krümmungsinnenseite der Blechtafel, was zwangsläufig einen radialen Abstand von der Blechtafel mit sich bringt, wird die Richtung des Biegemomentes von vornherein festgelegt, so dass sich die Blechtafel nich nach der falschen Seite hin auswölben kann.
Zum Einwärtsdrücken der einander zugekehrten Schmalseiten zweier benachbarter Blechtafeln kann vorteilhaft eine Vorrichtung verwendet werden, die aus einem auf der Innenseite zweier benachbarter Blechtafeln eines Mantelringes angeordneten Träger besteht, der sich an beiden Blechtafeln abstützt und einen die einander zugekehrten Schmalseiten der Blechtafeln aussen übergreifenden Mitnehmer aufweist, der über ein zwischen den Blechtafelschmalseiten durchgreifendes Zug- glied am Träger angreift, wobei entweder die Abstützung des Trägers an den Blechtafeln einen Stelltrieb oder das Zugglied eine Spanneinrichtung besitzt. Wird der Stelltrieb oder die Spanneinrichtung beaufschlagt, so wird der Mitnehmer über das Zugglied einwärts gezogen, was das Einwärtsdrücken der Schmalseiten zur Folge hat.
Da sich der Träger an den Blechtafeln selbst abstützt, bedarf es auch keiner äusseren Abstützstellen, so dass auch besondere Gerüste für die Herstellung des Behältermantels unnötig sind.
In den Zeichnungen sind verschiedene Vorrichtungen zur Durchführung des erfindungsge- mässen Verfahrens beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. l eine Blechtafel mit einer angeschlosse- nen Biegevorrichtung vor dem Biegevorgang in schematischer Draufsicht, Fig. 2 eine der Fig. l ent- sprechende Darstellung der bereits gebogenen Blechtafel. Fig. 3 eine erinfungsgemässe Klemmein- richtung für die Schmalseite einer Blechtafel im Längsschnitt, Fig. 4 diese Klemmeinrichtung in
Ansicht von der Krümmungsaussenseite her, Fig. 5 eine Vorrichtung zum Einwärtsdrücken der ein- ander zugekehrten Schmalseiten zweier aneinanderstossender Blechtafeln in Draufsicht und Fig. 6 eine Aufsetzhilfe für die Blechtafeln auf einen bereits bestehenden Mantelring im Querschnitt durch die Blechtafeln.
Wie aus den Fig. 1 und 2 entnommen werden kann, werden zum Biegen der eben an die Baustelle transportierten Blechtafeln-l-deren Schmalseiten in Klemmeinrichtungen --2-- eingespannt und mit Hilfe eines an den Klemmeinrichtungen --2-- angreifenden Zugmittels, --3-- gegeneinander gezogen, das zu diesem Zweck mit einem Spanngerät --4-- verbunden ist. Über die Klemmeinrichtungen --2-- wird demnach beim Spannen des Zugmittels --3-- ein Biegemoment auf die Blechtafel - ausgeübt, die sich zufolge dieses Biegemomentes je nach der Abstandsverkürzung der Schmalseiten durchbiegt, wobei angenähert eine kreiszylindrische Form erhalten wird, wie dies in Fig. 2 angedeutet ist.
Die Krümmung der Blechtafel-l-hängt dabei vom Abstand der Schmalseiten voneinander ab, der an die sich bei der gewünschten Krümmung ergebende Sehnenlänge anzupassen ist, was über die durch das Spanngerät --4-- einstellbare Zugmittellänge einfach durchgeführt werden kann. Auf Grund der vergleichsweise geringen Krümmung bleibt die Verformung der Blechtafeln-l-im elastischen Bereich, so dass auch zu starke Krümmungen durch ein Nachlassen des Spanngerätes ausgeglichen werden können.
Die Klemmeinrichtungen --2-- können gemäss den Fig. 3 und 4 vorteilhaft aus zwei Klemmplatten --5 und 6-- bestehen, die mit Hilfe eines Keiles --7-- unter Festklemmung der Blechtafel
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- gegeneinander gedrückt werden. Zu diesem Zweck weist die auf der Krümmungsinnenseite liegende Klemmplatte --5-- eine quer zur Blechtafel--1--verlaufende Lasche-8--auf, die zwi- schen zwei Querstege -9-- an der andern Klemmplatte --6-- ragt. Da die Lasche --8-- und die Querstege -9-- entsprechende Durchtrittsöffnungen --10 und 11-- für den Keil --7-- besitzen, werden beim Eintreiben des Keiles -7-- zwischen die Lasche --8-- und die Querstege --9-- die Klemm- platten-5 und 6-- gegeneinander gezogen.
Die über das Zugmittel --3--, das über einen mit der Klemmplatte-5-- verbundenen Ausleger-12-- an der Klemmeinrichtung angreift, aufgebrach- te Zugkraft bewirkt folglich ein Gegeneinanderziehen der Schmalseiten der Blechtafeln, wobei ein entsprechendes Biegemoment für eine Durchbiegung der Tafeln sorgt.
Die so an die Krümmung des Mantels des Grossraumbehälters angepassten Blechtafeln werden nun entweder auf den Behälterboden oder auf einen bereits vorher aus gebogenen Blechtafeln zusam- mengesetzten und fertiggestellten Mantelring aufgesetzt und zu einem Ring nebeneinandergereiht, wobei die Spanngeräte jedoch erst gelöst werden dürfen, bis die zu einem Ring zusammengesetzten
Blechtafeln miteinander verschweisst sind, weil sich sonst die Blechtafeln-l-auf Grund ihrer
Eigenelastizität wieder in ihre Ausgangslage zurückbewegen würden.
Um eine gute Angleichung der Blechtafelkrümmung an die Mantelkrümmung des Grossraumbehäl- ters zu erreichen, müssen die Schmalseiten der Blechtafeln --1-- einwärtsgedrückt werden, bevor sie miteinander verschweisst werden. Zu diesem Zweck ist auf der Innenseite zweier benachbarter
Blechtafeln-l-ein sich an beiden Blechtafeln abstützender Träger --13-- angeordnet, wie dies
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folgt gemäss dem Ausführungsbeispiel über als Zylinder ausgebildete Stelltriebe-16-, so dass bei einer Beaufschlagung der Stelltriebe --16-- der Träger --13-- von den Blechtafeln-l-weg- gedrückt wird, u. zw. unter Mitnahme des Mitnehmers --15--. Die Schmalseiten der Blechtafeln - werden somit einwärts gezogen, wodurch die gewünschte Anpassung an die Mantelkrümmung erreicht wird.
Nach dem Verschweissen der aneinanderstossenden Schmalseiten können die die Blechtafeln in ihrer Form haltenden Vorrichtungen abgenommen werden, weil der in sich geschlossene Ring aus den miteinander verbundenen Blechtafeln ein federndes Auswärtsbiegen der Blechtafeln verhindert. Die zu einem Ring zusammengefügten Blechtafeln können somit auch mit den Blechtafeln des vorher fertiggestellten Mantelringes unbedenklich verschweisst werden. Um den Träger - unabhängig von der jeweiligen Krümmung der Blechtafeln-l-flächig an diesen Blechtafeln abstützen zu können, weist die Abstützung vorteilhaft Kugelgelenke auf.
Damit beim Aufsetzen einer neuen Blechtafel auf den vorher fertiggestellten Mantelring die gegenseitige Lage der in axialer Richtung übereinanderliegenden Blechtafeln-l-gesichert wird. kann vorzugsweise eine Aufsetzhilfe vorgesehen werden, wie sie in Fig. 6 dargestellt ist. Diese Aufsetzhilfe besteht im wesentlichen aus mit den beiden Blechtafeln-l-abwechselnd verbundenen Führungsblechen-17 und 18-, die jeweils über den Längsrand der Blechtafeln vorstehen und über die Blechtafellänge verteilt angeordnet sind. Die mit der oberen Blechtafel-l-verbundenen Führungsbleche -17-- bewirken, dass die obere, neu aufgesetzte Blechtafel-l-nicht auswärts von der unteren Blechtafel abgleiten kann.
Die ebenfalls auf der Krümmungsinnenseite angeordneten Führungsbleche -18-- der unteren Blechtafel verhindern ein radiales Nach-InnenBewegen der oberen Blechtafel, die daher durch die Führungsbleche --17 und 18-- in radialer Richtung verschiebefest gegenüber der unteren Blechtafel festgehalten wird. Um das Aufstecken zu erleichtern, weisen die Führungsbleche --17 und 18-- entsprechend abgeschrägte Stirnflächen - 19 und 20-- auf. Der für das Schweissen benötigte Abstand zwischen den Blechtafeln zweier über-
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