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Die Erfindung betrifft einen Gehverband mit einem Fixationsverbandteil aus härtbarem Mate- rial, z. B. Gips-Bandagen mit im Fersenbereich angeordneter Gehauflage.
Zur Ruhigstellung des Beines bzw. Fusses nach Frakturen wird die verletzte Extremität mit einem Verband aus starrem Material umgeben, der in vielen Fällen auch den ganzen Fuss umhüllt und nur die Zehen oben frei lässt. Um das Gehen mit einem derartigen Verband zu ermöglichen, wird unter der Ferse ein Gehstoppel oder unter dem Fussgewölbe eine Gehwiege an dem Fixationsver- band befestigt. Beim Gehen ist es nun notwendig, dass der Fuss seitlich nach aussen verdreht wird, da die aus dem starren Material gebildete Sohle des Verbandes ein normales Abrollen des Fusses nicht gestattet. Dies ist auch bei Verwendung von Gehwiegen nicht möglich, da ja gegen Ende des
Abrollvorganges eines Fusses beim Gehen eine Dorsalflexion der Zehen stattfinden muss, die infolge der Starrheit des Verbandmaterials, das unter den Zehen angeordnet ist, nicht möglich ist.
Das Ausdrehen des Fusses bzw. Beines beim Gehen hat eine Reihe von Nachteilen. Einer be- steht darin, dass durch die Drehbewegung, die aus dem Hüftgelenk erfolgt, natürlich auch eine
Torsionskraft auf die Knochen und Gelenke des gesamten Beines wirkt. Dies kann bis zu einer
Dislokation der Knochenteile an der Bruchstelle und somit zu einem schlechten Zusammenheilen des
Bruches führen.
Ein zweiter wesentlicher Nachteil dieser erzwungenen Gehbewegung des Ausdrehens besteht darin, dass die für das normale Gehen benötigte und dadurch beanspruchte Beinmuskulatur nicht benutzt wird und es daher zu einer Atrophie dieser Muskien kommt. Dadurch ist das Wiedererlernen des normalen Gehens nach Abnahme des Fussverbandes erheblich behindert, und der Patient benötigt je nach der Länge der Ruhigstellung der Extremität mehrere Tage bis Wochen zum Wiedererlernen des normalen Gehens. Darüber hinaus ist mit der Atrophie der Muskeln auch eine schlechtere Durch- blutung verbunden, was sich negativ auf den Heilungsprozess auswirkt.
Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, einen Gehverband zu schaffen, der ein normales Gehen, d. h. ein Abrollen des Fusses beim Gehen ermöglicht, und der dadurch eine Muskelatrophie weitgehend verhindert.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Fixationsverbandteil bis zum Zehengrundgelenk erreicht und an ihm eine unter die Zehen reichende Basisplatte aus flexiblem Material befestigt ist.
Durch diese erfindungsgemässe Ausgestaltung eines Gehverbandes ist erreicht, dass beim Abrollen des Fusses eine Dorsalflexion der Zehen eintreten kann, so dass kein Ausdrehen des Fusses beim Gehen aus dem Hüftgelenk notwendig ist. Damit sind die oben für das Ausdrehen zitierten Nachteile beseitigt, und es treten alle Vorteile in Kraft, die mit der normalen Gehbewegung und Beanspruchung der entstehenden Muskelpartien verbunden sind. Der wesentliche Faktor für alle diese positiven Effekte besteht darin, dass es zu keiner Muskelatrophie kommt, wodurch einerseits eine normale bis sogar verbesserte Durchblutung der verbundenen Extremität erreicht werden kann und wodurch ebenfalls erreicht ist, dass nach Verbandabnahme keine grössere Umstellungsschwierigkeit auf das Gehen ohne Gehverband besteht.
Selbstverständlich kommt die erfindungsgemässe Ausgestaltung eines Gehverbandes dem Patienten auch insofern entgegen, als er nicht erst lernen muss sich mit dem Gehverband mühsam fortzubewegen, sondern er eben sein normales Gehverhalten nur etwas anpassen muss. Dies gilt in abgeschwächter Weise selbst dann, wenn durch den Fixationsverbandteil auch das Kniegelenk ruhiggestellt ist.
Um eine Schonung der Zehen vor Vorletzung zu erreichen, und um gegebenenfalls auftretende Höhendifferenzen zwischen der im Bereich der Zehen gelegenen Basisplatte (Zehenplatte) und dem Sohlenteil des Fixationsverbandteiles auszugleichen, ist es von Vorteil, wenn auf der Zehenplatte eine Auflage, z. B. aus Weichschaumstoff angeordnet ist. Auch bei längerem Tragen des Gehverbandes kann dadurch ein Aufscheuern der Zehen hintangehalten werden.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand den Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen die Fig. 1 und 2 einen Gehverband in Seitenansicht, die Fig. 3 im Querschnitt, die Fig. 4 und 5 eine erfindungsgemässe Gehhilfe von unten bzw. von der Seite, die Fig. 6 einen Ausschnitt der Randzone einer erfindungsgemässen Gehhilfe, die Fig. 7 und 8 einen Gehverband in seitlicher Ansicht und die Fig. 9 abermals einen Gehverband im Querschnitt.
Der in Fig. 1 dargestellte Gehverband besteht aus einem Fixationsverbandteil-l-, an dem
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vorne eine Zehenplatte --2-- angebracht ist. Der Fixationsverbandteil-l-besteht in den meisten
Fällen aus einem Gips-Verband, während die Zehenplatte-Z-aus flexiblem Material, beispielsweise
Gummi oder Kunststoff, z. B. porösem Polyurethan-Elastomeren, besteht.
Gemäss der in Fig. 2 dargestellten Variante der Erfindung ist die Zehenplatte --2-- einstückig mit einer Gehhilfe --3-- ausgebildet, die sohlenseitig am Fixationsverbandteil-l-angebracht ist. In Fig. 3 ist eine analoge Variante zu Fig. 2 im Querschnitt dargestellt, wobei man erkennen kann, dass der Sohlenteil des Fixationsverbandteiles --1-- mit dem verlängert gedachten Schienen- bein des Patienten einen Winkel a von etwa 93 bis etwa 1000 einschliesst. Dieser Winkel entspricht einer physiologischen Ruhigstellung des Fussgelenkes und wird gemäss der Erfindung durch die spe- zielle Ausbildung des Wiegenteiles --4-- der zusammen mit der Basisplatte --5-- die Gehhilfe --3-- bildet so ausgeglichen, dass ein waagrechtes Stehen möglich ist.
Die Fig. 4 zeigt eine erfindungsgemässe Gehhilfe von unten. Man erkennt die Basisplatte --5--, die eine schwalbenschwanzförmige Randprofilierung --6-- aufweist. Der Wiegen teil --4-- verläuft, wie man der Fig. 5 entnehmen kann, von vorne nach hinten zunächst mit einer Krümmung mit der mittleren Tangente mit dem Winkel zo von 20 bis 30 zur Basisplatte dann entlang einer noch flache- ren Krümmung mit einer mittigen Tangente mit dem Winkel ! von 5 bis 10 zur Basisplatte und en- det schliesslich entlang einer stärker gekrümmten Kurve wieder zurückgehend zur Basisplatte --5-- und dort etwa in eine Tangente mit dem Winkel p = 60 zu der Basisplatte mündend.
Am Anfang des Wiegenteiles ist eine Querrille --7-- in diesem ausgebildet, während hinter dem Ende des Wie- genteiles in der Bodenplatte --5-- ebenfalls eine Querrille --8-- vorgesehen ist. Diese Querrillen - 7, 8-dienen zur besseren Verankerung am Fixationsverbandteil-l-. Die Gehfläche des Wiegenteils --4-- der Gehhilfe besitzt eine Gleitschutzprofilierung --10--, die gemäss der Zeichnungen etwa schachbrettartig ausgeführt ist, aber natürlich auch jede andere zweckmässige Ausgestaltung aufweisen kann. Um die Rutschfestigkeit beim Abrollen auch im Bereich der Zehenplatte --2-- zu verbessern, kann auch diese unterseitig eine griffige Profilierung besitzen.
Als Material für die Gehhilfe kommt vorzugsweise getriebenes Polyurethan-Elastomeres bzw. halbharter Polyurethanschaum mit einem Raumgewicht von 60 bis 80 g/dm3 und einer Härte von 60 bis 80 Shore A in Frage. Ein derartiges Material besitzt eine hervorragende Abriebfestigkeit und gestattet gegebenenfalls sogar die mehrmalige Verwendung der erfindungsgemässen Gehhilfe.
In Fig. 6 ist eine Schwalbenschwanz-Nut --9-- der Randprofilierung --6-- he ausgezeichnet, so dass man erkennen kann, dass diese vorzugsweise konisch nach unten sich erweiternde Begrenzungsflächen besitzt. Dadurch soll der Halt am Fixationsverbandteil verbessert werden. Selbstverständlich kann die Randprofilierung --6-- auch jede andere zweckmässige Ausbildung aufweisen.
Gemäss Fig. 7 ist auf der Zehenplatte --2-- der Gehhilfe --3-- eine Auflage --15-- angebracht, die vorzugsweise aus Polyurethanweichschaum besteht und bis zu 1 cm hoch sein kann. Dadurch sind einerseits die Zehen vor Verletzung geschützt und ist anderseits ein Höhenausgleich zum Fixationsverbandteil gegeben, wenn die Gehhilfe --3-- nur unten an dem Fixationsverbandteil --3-angebracht wurde. Um diesfalls einen Höhenunterschied auszugleichen kann die Zehenplatte --2--, wie in Fig. 8 dargestellt, auch gegenüber der übrigen Basisplatte --5-- in Gebrauchslage oben stufig entsprechend vorspringen.
In Fig. 9 ist die Befestigung einer erfindungsgemässen Gehhilfe an einem Fixationsverbandteil-l-dargestellt. Das Anlegen des Gehverbandes geht dabei so vor sich, dass zuerst der eigentliche Fixationsverbandteil --12-- um den Fuss gelegt wird. Nach Aushärten desselben wird sohlen-
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--3-- angepresst.Befestigungswicklung --14-- um den Fixationsverbandteil-l-und die Gehhilfe --3-- gelegt, wobei diese Befestigungswicklung --14-- über die Querrillen --7 und 8-- der Gehhilfe verläuft um eine möglichst gute Befestigung zu erzielen. Zuletzt kann auf die Zehenplatte --2-- eine Auflage --5-aus Polyurethanweichschaum aufgebracht werden. Dies Auslage --15-- kann einseitig selbstklebend beschichtet sein, so dass ihre Anbringung nur wenig Zeit beansprucht.
Die Länge der Gehhilfe --3-- kann für eine einheitliche Produktion für eine grössere Fussgrösse ausgelegt sein, wobei dann der Hinterteil der Basisplatte --5-- einfach mit einem Messer gekürzt werden kann, um die Länge entsprechend anzupassen. Zur Erleichterung des Abschneidens kann
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man schon mehrere durchgehende Quernuten im Ende der Basisplatte -5-- vorsehen, entlang derer das Messer geführt werden kann.
Zur Verbesserung der Bruchfestigkeit der Basisplatte-5-, insbesondere im Bereich der Zehenplatte --2, 11-, kann in der Basisplatte eine Gewebeverstärkung vorgesehen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gehverband mit einem Fixationsverbandteil aus härtbarem Material, z. B. Gips-Bandagen, mit im Fersenbereich angeordneter Gehauflage, dadurch gekennzeichnet, dass der Fixationsverbandteil (1) bis zum Zehengrundgelenk reicht und an ihm eine unter die Zehen reichende Basisplatte (5) aus flexiblem Material befestigt ist.
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