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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines intravenös zu applizierenden, pyrogenfreien, lagerungsstabilen Serumeiweiss-Präparates als Plasma-Substitut mit resistenzsteigernden Eigenschaften, bei dem, ausgehend von einer Humanblut-Eiweisslösung, ein stabilisiertes, universal anwendbares Präparat hergestellt wird, das in einer wässerigen, isotonischen Lösung Proteine gelöst enthält.
Serumeiweiss-Präparate sind wertvolle Blut-Derivate. Das in ihnen enthaltene Albumin wirkt als Transport-Protein. Die Präparate enthalten weitere funktionelle Proteine, wie Transferrin, Coeruloplasmin, al-Antitrypsin und insbesondere die Immunglobuline. Bedeutungsvoll sind die Antikörper, die im y-Globulin enthalten sind. Durch die von ihnen hervorgerufene Passiv-Immunisierung sind sie für prophylaktische Massnahmen geeignet und unterstützen den durch Blutverlust geschwächten Körper.
Zwei wichtige Erfordernisse sind durch ein Serumeiweiss-Präparat zu erfüllen, das beim Menschen intravenös applizierbar sein soll :
1. Die Präparation muss ein lagerfähiges Produkt ergeben ;
2. Infektionsüberträger (Viren oder Bakterien) sind zuverlässig zu neutralisieren. Das gilt insbesondere für die Überträger der Virushepatitis.
Die Serumeiweiss-Präparate werden im allgemeinen als wässerige Lösungen der stabilen Proteine in einer Lösung mit körperverträglichem Elektrolytgehalt zubereitet. Der Gesamtproteingehalt beträgt üblicherweise 5 Gew.-% (d. h. 5000 mg/100 ml).
Aus der Literatur ist ein Verfahren zur Herstellung eines intravenös zu applizierenden Serumeiweiss-Präparates bekannt, das in mehreren Verfahrensschritten direkt aus Humanblut gewonnen wird (W. Stephan ;"Hepatitis-Free and Stable Human Serum for Intravenous Therapy", Vox Sanguin., V. 20 ; S. 442 bis 457).
Das bekannte Verfahren umfasst folgende Schritte : a) Gewinnung eines natürlichen Serums aus Spenderblut nach Entfernung der festen Bestand- teile (Blutkörper, Blutplättchen) und Gewinnung eines Serums mit einer Protein-Konzen- tration von etwa 7, 5% und eines PH-Wertes von 7, 2 bis 7, 8. b) Zur Entfernung der leicht zu denaturierenden Lipoproteine wird auf 100 ml Serum 2, 0 g
Aerosil 2491/380 hinzugegeben (Aerosil : geschütztes Warenzeichen der Firma Degussa für eine kolloidale Kieselsäure). Die Suspension wird bei 45 C 4 h lang gerührt, abgekühlt und das Sediment abzentrifugiert.
Die Lipoproteine haben sich quantitativ an das Aerosil gebunden und sind aus dem Blutserum entfernt ; c) Filtrieren der Lösung durch einen Feinfilter zum Entfernen von noch vorhandenen Schwe- beteilchen ; d) Zur Sterilisierung wird die Lösung bei 5 C mit 0, 3 g ss-Propiolacton auf 100 ml versetzt (PH 8, 0) und mit UV-Licht bestrahlt.
Aus der nachfolgenden Tabelle gehen die Funktionen der einzelnen Bestandteile des Serumeiweiss-Präparates hervor. Das gewonnene Serum zeigt folgende Zusammensetzung (bezogen auf 5000 mg, die in 100 ml enthalten sind) :
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<tb>
<tb> Substanz <SEP> Anteil <SEP> (mg) <SEP> Funktion
<tb> Albumin <SEP> 3060 <SEP> Onkotische <SEP> Wirksamkeit,
<tb> Transport <SEP> von <SEP> Nährstoffen,
<tb> Vitaminen, <SEP> Hormonen,
<tb> Arzneimitteln.
<tb>
IgG <SEP> 820 <SEP> Antikörper <SEP> gegen <SEP> Viren
<tb> und <SEP> Bakterien.
<tb>
IgA <SEP> 185 <SEP> Schleimhautschützende
<tb> Antikörper.
<tb>
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EMI2.1
<tb>
<tb>
Substanz <SEP> Anteil <SEP> (mg) <SEP> Funktion
<tb> IgM <SEP> 75 <SEP> Antikörper <SEP> gegen <SEP> Bakterien
<tb> und <SEP> Toxine.
<tb>
Präalbumin <SEP> 17 <SEP> Tyroxinbindung.
<tb> oft-Antitrypsin <SEP> 162 <SEP> Inhibitoren <SEP> proteolytischer <SEP> Enzyme.
<tb>
CL, <SEP> -Makroglobulin <SEP> 141 <SEP> Inhibitoren <SEP> proteolytischer <SEP> Enzyme.
<tb>
Haptoglobulin <SEP> 110 <SEP> Bindung <SEP> und <SEP> Transport
<tb> von <SEP> freiem <SEP> Hämoglobin.
<tb>
Hämopexin <SEP> 75 <SEP> Bindung <SEP> und <SEP> Transport
<tb> von <SEP> freiem <SEP> Hämin.
<tb>
Transferrin <SEP> 195 <SEP> Transport <SEP> von <SEP> Fe <SEP> ++. <SEP>
<tb>
Coeruloplasmin <SEP> 14 <SEP> Transport <SEP> von <SEP> Cu++ <SEP> als <SEP>
<tb> Peroxydase
<tb> Cholinesterase <SEP> 3,0 <SEP> E/ml <SEP> Spaltung <SEP> von <SEP> Succinylcholin
<tb>
Das gemäss bekanntem Verfahren hergestellte Präparat ist im Handel erhältlich. Es ist komplikationsfrei anwendbar.
Als nachteilig wird jedoch für die Präparation und Anwendung empfunden, dass auf Grund des hochwertigen Ausgangsmaterials - menschlichen Blutes - das Präparat sehr kostspielig ist und nicht in ausreichendem Masse zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass der Gehalt an den besonders wirksamen Antikörpern IgG, IgA, IgM entsprechend dem Gehalt dieser Stoffe im menschlichen Blut relativ gering ist.
Es stellt sich demnach die Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung eines intravenös applizierbaren Serumeiweiss-Präparates anzugeben, bei dem die Ausgangsstoffe weniger kostspielig und selten sind. Das Verfahren soll ermöglichen, Ausgangsstoffe, die bisher nicht oder unzureichend aufbereitet wurden, für die Herstellung von wertvollen Serumeiweiss-Präparaten zu verwenden. Weiterhin stellt sich die Aufgabe, spezifisch den Gehalt an wirksamen Antikörpern oder andern Proteinen des Serums zu erhöhen, ohne die Herstellungskosten wesentlich zu belasten.
Die Lösung dieser Aufgabe geschieht dadurch, dass bei dem genannten Verfahren folgende Schritte durchgeführt werden : a) Fraktionieren des von den Gerinnungsfaktoren befreiten Blutplasmas entsprechend dem
Verfahren nach COHN, wobei Fraktionen und Supernatante der Fraktionsstufen I bis IV gewonnen werden ; b) Vermischen und gegebenenfalls Lösen von wenigstens zwei Fraktionen I, II, III oder IV bzw. deren Unterfraktionen mit oder in einer chemisch oder physiologisch geeigneten Trä- gerflüssigkeit, unter Einstellung des Anteiles von Albumin und Globulinen, bezogen auf den Gesamtproteingehalt von
23.... 50% Albumin 50.... 77% Glubulinen c) anschliessendes Stabilisieren, Reinigen und Abfüllen des Präparates in geeigneter Wei- se.
Als Ausgangsmaterial wird zwar Humanblut verwendet. Die Serumeiweiss-Präparation wird ge-
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mäss erfindungsgemässem Verfahren jedoch nicht mehr direkt mit dem nativen Serum durchgeführt, sondern es werden andere, bei der Blutfraktionierung auftretende Zwischenfraktionen verwendet.
Dabei ist es ein Ziel der Erfindung, bekannte und bislang ungenutzte Verfahrensprodukte einzusetzen, die bei der Fraktionierung. nach COHN anfallen, unkomplizierte Verfahrensschritte zu verwenden und die Ausnutzung der im menschlichen Blut vorhandenen Anteile an verwertbaren Produkten zu steigern.
Das Verfahren nach COHN beruht auf der Fraktionierung des Blutplasmas mit Äthanol als Fällungsmittel unter präzise festgelegten Bedingungen der Temperatur, des PH-Wertes, der Ionenstärken und des Äthanol-Gehaltes. Das COHN-Verfahren ist beispielsweise beschrieben in :
COHN, E. J. et al. ; J. Amer. Chem. Soc. 72 (1950) ; 465.... 474
COHN, E. J. et al. ; J. Amer. Chem. Soc. 68 (1946) ; 459.... 475
US-PS Nr. 2, 390, 074 und Nr. 2, 469, 193.
In dem im Anhang beigefügten Flussdiagramm sind die einzelnen Verfahrensschritte dargestellt. Dabei werden unter "% Äthanol" immer Vol.-%, gemessen bei 25 C, verstanden. Das Ausgangsplasma wird aus Spenderblut gewonnen. Jeweils 500 ml Humanblut werden in 50 ml 4%iger Natrium-Zitratlösung aufgefangen. Vom Plasma werden die freien Bestandteile des Blutes zunächst abgetrennt ; das Plasma vieler Spender wird gepoolt.
In Schritt a des Flussdiagramms wird das Rohfibrinogen aus dem Plasma entfernt, indem 53, 3% iges kaltes Äthanol bis zu einer Konzentration von 8% hinzugefügt wird. Die Temperatur wird bei-2, 5 bis-3, 0 C gehalten. Das Präzipitat P 1 - Fibrinogen - wird durch Zentrifugieren entfernt. Das Supernatant S 1 wird weiterbearbeitet.
Schritt b umfasst wieder die Zugabe von 53, 3% igem Äthanol zu dem überstehenden Supernatant S 1, bis eine Konzentration von 18 bis 25% Äthanol in der Flüssigkeit erreicht ist. Die Temperatur wird bei-5 C gehalten und der pH-Wert auf 5, 8 eingestellt. Es fällt das Präzipitat P 2 aus, das als Fraktion II/III oder als y-Globulin-Fraktion bezeichnet wird. Dieses Präzipitat enthält die Immunglobuline und andere physiologisch wichtige Proteine. Das Präzipitat P 2 wird durch Zentrifugieren bei-5 C entfernt. Das überstehende Supernatant S 2 wird weiterbehandelt.
Schritt c umfasst die Weiterbehandlung von S 2. Die Äthanolkonzentration wird auf 40% eingestellt. Ähnlich wie bei Schritt b werden die Temperatur und der pH-Wert auf-7 C bzw. 5, 8 eingestellt. Durch Zentrifugieren wird das Präzipitat P 3, auch Fraktion IV genannt, gewonnen.
Letzteres enthält die a-und ss-Globuline. Die überstehende Flüssigkeit, Supernatant S 3, wird dann weiterbehandelt. Es werden hiezu die Bedingungen Temperatur T = -7OC, PH = 4, 8 und Äthanol-Konzentration 40% eingehalten. Dabei wird das Präzipitat P 4 ausgefällt, das sogenannte Rohalbumin, das wie an sich bekannt gereinigt und sterilisiert wird. Die überstehende Flüssigkeit, Supernatant S 4, wird verworfen.
Die y-Globulin-Fraktion II/III wird weiter aufbereitet durch folgende Schritte :
Das Präzipitat P 2 wird in einem Zitrat-Phosphat-Puffer bei PH 7, 0 bis 7, 4 aufgenommen.
Die Temperatur beträgt +15 C. Es werden 3% Polyäthylenglykol, 4000 bzw. 2, 5% PEG 6000 hinzugefügt.
Das in der Praxis verwendete PEG besteht aus einer Mischung nichtflüchtiger Polyäthylen- - Glykole, die sowohl in Wasser als auch in organischen Flüssigkeiten löslich sind und die ein Molekular-Gewicht im Bereich von 4000 bis 20000 haben. Eine Mischung derartiger Polyäthylenglykole mit einem mittleren Molekulargewicht von 4000 wird als PEG 4000 bezeichnet.
EMI3.1
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Die Fraktionen ICI-1 und 111-2 werden im allgemeinen nicht weiter verarbeitet. Sie stehen in grossen Mengen zur Verfügung, da in erster Linie das Albumin aus dem Blut gewonnen wird und die y-Globuline nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Als Ausgangsprodukte für das erfindungsgemässe Verfahren werden insbesondere die Frak- tionen IV sowie III-1 und 111-2 des beschriebenen Fraktionierverfahrens verwendet (Präzipitat P 3, P 5, P 6).
Diese werden in festgelegten Verhältnissen gemischt und stabilisiert, wobei, bezogen auf das Gesamtprotein, ein Verhältnis von 23 bis 50% Albumin bzw. 50 bis 77% Globuline eingestellt wird.
Dabei ist möglich, auch die Verhältnisse des nativen Serumeiweisses einzustellen.
Vorzugsweise werden jedoch durch Erhöhung der Zugabe des Globulinanteils bzw. der Anteile der Fraktionen ICI-1 und 111-2 der Anteil an Globulinen der Form IgM und IgA spezifisch erhöht.
Bei einer bevorzugten Verfahrensweise werden die Fraktionen IV, III-1 und 111-2 (Sedimente) in folgenden Anteilen in einer Kochsalzlösung bzw. geeigneter Pufferlösung suspendiert (in Klammern eingeengte, darüber hinaus bevorzugte Bereiche) :
EMI4.1
<tb>
<tb> Fraktion <SEP> IV <SEP> 30-80 <SEP> Gew.-% <SEP> (40-60 <SEP> Gew.-%)
<tb> Fraktion <SEP> 111-1 <SEP> 5-70 <SEP> Gew.-% <SEP> (20-30 <SEP> Gew.-%)
<tb> Fraktion <SEP> 111-2 <SEP> 5-70 <SEP> Gew.-% <SEP> (20-30 <SEP> Gew.-%)
<tb>
jeweils bezogen auf einen Gesamtproteingehalt entsprechend 100%, wobei in den Feststoffen ein Verhältnis von 23 bis 50% Albumin und 50 bis 77% Globuline eingestellt wird.
Die in einem festgelegten Verhältnis gemischten und in einer geeigneten Puffer- oder Salzlösung suspendierten Stoffe werden einer Vorreinigung unterzogen. In der Vorreinigung werden die Lipidfaktoren des a-und ss-Globulin-Bereiches durch Adsorption an geeigneten Adsorbentien (Aerosil, Bentonit oder andere kieselsäurehaltigen Komplexverbindungen) entfernt.
Anschliessend wird das Produkt reingefiltert, dialysiert und eine Konzentration der Lösung vorgenommen. Eine gesonderte Sterilisierung ist im allgemeinen nicht erforderlich. Jedoch kann diese, wie an sich bekannt, durchgeführt werden. Beispielsweise hat man zur Beseitigung von Viren zwei Verfahren angewendet : a) Pasteurisieren durch 10 h Erhitzen auf 60 C.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass zahlreiche Serumproteine unter diesen Bedin- gungen denaturieren. b) Kombination von ss-Propiolacton-Behandlung und UV-Bestrahlung (Verfahren nach LoGrippo ;
Fed. Proceedings 15, S. 518,1959). Diese Methode erlaubt eine Sterilisierung von Seren und Plasmen unter schonenden Bedingungen, wobei jedoch die Lagerstabilität nicht er- höht wird.
Im wesentlichen wird gemäss erfindungsgemässem Verfahren das Gemisch der Ausgangskomponenten nach Einstellung auf einen bestimmten Proteingehalt und ein bestimmtes Verhältnis der Proteine einer ähnlichen Prozedur unterworfen, wie sie für das Serum bekannt ist (W. Stephan, a. a. O.). Überraschenderweise ist es möglich, damit ein Serumeiweiss-Präparat zu gewinnen, das in seiner Wirksamkeit die bekannten Präparate übertrifft, beruhend unter anderem auf seinem erhöhten Gehalt an Immunglobulinen IgM bzw. IgA.
Es ist möglich, die einzelnen Fraktionen für sich von den zur Denaturierung neigenden Anteilen zu befreien und anschliessend die gereinigten Substanzen zu mischen, zu konzentrieren und zu stabilisieren.
Das Arbeiten mit den Adsorbentien geschieht vorzugsweise in einer Konzentration von 200 bis 500 mg Kieselsäure/g Gesamtprotein und bei einer Temperatur bis zu 50 C. Die Substanzen werden innig gemischt und anschliessend wird das mit den Lipoproteinen befrachtete Adsorbens abgetrennt. Wie ermittelt wurde, lassen sich bei Temperaturen zwischen 20 bis 50 C bzw. PH-Werten zwischen 6,5 und 8 die besten Werte erzielen.
Zur Erläuterung des Verfahrens dienen die folgenden Beispiele :
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Beispiel 1 : Auf 300 l Kochsalzlösung (aqua destillata mit 1, 7 Gew.-% NaCl, das mit 0, 2 n Hel auf PH 4, 6 eingestellt worden ist) - im folgenden Lösungsmittel - werden 10 kg COHN-Fraktion IV mit folgender Analyse der Eiweissbestandteile (Gew.-%) zugegeben und suspendiert :
55% Albumin
10% c-Globuline
8% a-Globuline
15% ss-Globuline 12% y-Globuline
Die Fraktion IV enthält etwa 50% Feststoffe (Eiweiss, Salze) und 50% Restfeuchte (HzO ; Restätha- nol).
Weiterhin werden 5 kg der COHN-Fraktion III-1 (Subfraktion) mit folgender Analyse der festen Bestandteile (Gew.-%) :
15% Albumin
2% Ot-Globuline
13% CL2 -Globuline
17% ss-Globuline
53% y-Globuline und 5 kg COHN-Subfraktion 111-2 mit folgender Analyse beigefügt :
8% Albumin
3% CL 1 -Globuline
9% CL2 -Globuline
25% ss-Globuline
55% y-Globuline
Das Verhältnis von Feststoffen und Restfeuchte ist bei allen Fraktionen praktisch gleich.
Die 20 kg "feuchte" Fraktionen werden in dem Lösungsmittel suspendiert und verrührt. Dabei wird der PH -Wert konstant auf 4,6 gehalten. In den Fraktionen vorhandene, lösliche Substanzen werden im Lösungsmittel aufgenommen. Daneben vorhandene unlösliche Bestandteile ergeben eine Trübung. Die unlöslichen Substanzen umfassen etwa einen Anteil von 12 Gew.-%, bezogen auf den Gesamtgehalt an Festsubstanzen. Unter den unlöslichen Substanzen sind insbesondere denaturierte Globuline, einschliesslich Lipoproteinen, die im weiteren Verfahrensgang nicht benötigt werden.
Letztere werden daher mit Hilfe eines Zentrifugierschrittes entfernt.
Die überstehende Flüssigkeit hat eine schwache Trübung und eine gelbliche Farbe.
Durch Zufügung von 0,2 n NaOH wird der PH-Wert auf 7,4 eingestellt. Der Lösung wird reine, kolloidale Kieselsäure bis zu einer Konzentration von 5 Gew.-% hinzugefügt, diese wird verrührt. Die Flüssigkeit wird auf 45 C erwärmt (zirka l C/min) und der PH-Wert wird konstant gehalten. Nach Erreichung der Endtemperatur von 45 C wird die Flüssigkeit 4 h lang gerührt. Wäh- rend dieses Prozessschrittes binden sich die lagerungsinstabilen Proteine an die Kieselsäure und bilden einen Niederschlag, der durch Zentrifugieren entfernt wird.
Die nach dem Zentrifugieren überstehende Flüssigkeit wird einer Klärfiltration über Aktivkohle-Filter (Fabrikat Seitz AKS-Filter) unterworfen. Das Filtrat ist anschliessend eine klare, bernsteingelbe Flüssigkeit. Die Flüssigkeit wird mit Hilfe eines Dialyse-Konzentrierungsverfahrens (Millipore-Kassettensystem, Membran-Porengrösse 10000 Dalton) auf zirka 25% des Ausgangsvolumens konzentriert. Nach diesem Schritt zeigt die Lösung eine Gesamt-Eiweisskonzentration von etwa 3,4 bis 4,5 Gew.-%.
Eine Analyse zeigt, dass durch den Konzentrationsschritt im wesentlichen alle Blutbestandteile mit einem Molekulargewicht kleiner als 10000 aus dem Konzentrat entfernt worden sind. Hiezu gehören insbesondere diejenigen, die in einer Eiweiss-Konserve unerwünscht sind, z. B. Oligo-Peptide mit vasoaktiver Wirkung.
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Das Konzentrat wird anschliessend zur endgültigen Entfernung der genannten"Verunreinigun- gen" sowie zur Elektrolyteinstellung einer Dialyse gegen das dreifache Volumen einer 0,9 gew.- - % igen NaCI-Lösung unterworfen. Die Dialyse wird in den gleichen Apparaten und mit den gleichen Membranen vorgenommen, die auch bei der Konzentrierung verwendet wurden.
Ein weiterer Konzentrationsschritt schliesst sich an, an dessen Ende eine Gesamtkonzentration des Proteins von 6 bis 10% vorliegt. Anschliessend werden mit Hilfe einer NaCl-Lösung die physiologischen Bedingungen der Isotonie gemäss dem menschlichen Blut eingestellt und die Gesamtproteinkonzentration auf 5 Gew.-% gebracht.
Die Analyse des gewonnenen Proteins gemäss Beispiel 1 zeigt folgende Werte :
Tabelle 2 (bezogen auf 100 ml)
EMI6.1
<tb>
<tb> Protein <SEP> 5000 <SEP> mg
<tb> Albumin <SEP> 1295 <SEP> mg
<tb> IgG <SEP> 1300 <SEP> mg <SEP>
<tb> IgA <SEP> 380 <SEP> mg
<tb> IgM <SEP> 285 <SEP> mg <SEP>
<tb>
Die eingestellte Lösung wird zusätzlich klar gefiltert über einen Entkeimungsfilter (EKS II ; Seitz, Kreuznach).
Durch Membranfilter erfolgt die Sterilfiltration.
Das Präparat ist nunmehr fertig abgefüllt für die intravenöse Applikation geeignet.
Beispiel 2 : In 300 1 Lösungsmittel wie in Beispiel 1 werden gelöst :
7,5 kg COHN-Fraktion IV
4,0 kg COHN-Fraktion III-1 und
8, 5 kg COHN-Fraktion 111-2.
Die Zusammensetzung dieser Fraktionen entspricht der des Beispiels 1. Die Fraktionen werden mit dem Lösungsmittel verrührt, der PH-Wert wird auf 4, 6 gehalten.
Der Lösung werden 60 g/l Aerosil 2491/380 hinzugefügt und der PH-Wert auf 7,6 eingestellt.
Die Mischung wird bei 47 C 4 h lang gerührt, anschliessend auf 180C abgekühlt und einer Schwemmfiltrierung unterzogen. Die Schwemmfiltrierung wird in einem aufrecht stehenden Anschwemmfilter, Typ CHF-S der Firma Schenk, Filterbau, Schwäb.-Gmünd durchgeführt. Als Kieselgur-Filtermittel wird eingesetzt Hyflo Super Cel in einer Konzentration von 8 Gew.-%, bezogen auf die Filtermenge. Als Filtermittel kann auch Kieselgur Celite 545 in 5%iger Konzentration verwendet werden.
Beispiel 3 : Nach Reinigung werden die einzelnen Lösungen vereinigt und einem Dialysekonzentrationsverfahren entsprechend dem Beispiel 1 unterzogen. Sie können jedoch ebenso beliebig zum Endkonzentrat aufbereitet werden, wie unter Beispiel 1 beschrieben, und anschliessend wahlweise für sich oder beliebig zusammengesetzt werden.
Beispiel 4 : In 200 1 einer Phosphat-Citrat-Puffer-Lösung (0, 066 Mol Phosphat-Citrat) werden 10 kg Fraktion III-1 und 10 kg Fraktion 111-2 in zirka 3 h gelöst. Der PH-Wert wird auf 7, 50 eingestellt und nach weiterer Verdünnung auf 300 l mit der erwähnten Puffer-Lösung unter Zusatz von 100 g/l Aerosil/Bentonit (2 : 1) für 4 h bei 450C gerührt. Nach Abkühlung auf 100C wird die Suspension blank auf einen Anschwemmfilter nach Voranschwemmen mit 1, 0 kg/m2 Filterfläche Kieselgur (Celite 545) bei einer Filterleistung von zirka 50 l/m2 filtriert. Es folgt eine Klärfiltration (mit Seitz-AKS-Filter) sowie Dialysekonzentrierung, wie in Beispiel l bis 3 beschrieben.
Die Endkonzentration der gebrauchsfertigen Lösung wird auf 5% Eiweiss eingestellt. Hiebei ergibt sich eine durchschnittliche Zusammensetzung :
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Tabelle 5 (bezogen auf 100 ml)
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<tb>
<tb> Protein <SEP> 5000 <SEP> mg
<tb> Albumin <SEP> zirka <SEP> 1150-2000 <SEP> mg
<tb> Globuline <SEP> 3000-3850 <SEP> mg
<tb> IgG <SEP> zirka <SEP> 1450 <SEP> mg
<tb> IgA <SEP> zirka <SEP> 700 <SEP> mg
<tb> IgM <SEP> zirka <SEP> 500 <SEP> mg
<tb>
PATENTANSPRÜCHE :
1.
Verfahren zur Herstellung eines intravenös zu applizierenden, pyrogenfreien, lagerungsstabilen Serumeiweiss-Präparates als Plasma-Substitut mit resistenzsteigernden Eigenschaften, bei dem, ausgehend von einer Humanblut-Eiweisslösung, ein stabilisiertes, universal anwendbares Präparat hergestellt wird, das in einer wässerigen, isotonischen Lösung Proteine gelöst enthält, gekennzeichnet durch folgende Schritte : a) Fraktionieren des von den Gerinnungsfaktoren befreiten Blutplasmas entsprechend dem
Verfahren nach COHN, wobei Fraktionen und Supernatante der Fraktionsstufen I bis
IV gewonnen werden ;
b) Vermischen und gegebenenfalls Lösen von wenigstens zwei Fraktionen I, II, III oder
IV bzw. deren Unterfraktionen mit oder in einer chemisch oder physiologisch geeig- neten Trägerflüssigkeit, unter Einstellung des Anteiles von Albumin und Globulinen, bezogen auf den Gesamtproteingehalt von
23.... 50% Albumin
50.... 77% Globulinen c) anschliessendes Stabilisieren, Reinigen und Abfüllen des Präparates in geeigneter
Weise.