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Die Erfindung bezieht sich auf einen Kunststoff-Schneckenmischer mit einer in einem Gehäuse drehbar gelagerten, etwa in Längsrichtung mit Nuten versehenen Mischschnecke, wobei die Förderrichtung der Schneckengänge vom Ausstosskanal weg gerichtet ist, so dass beim Mischvorgang der Kunststoff durch die Schneckengänge vom Ausstosskanal weg förderbar und lediglich durch die Nuten zum Ausstosskanal drückbar ist.
Bei Anlagen zum Spritzen bzw. Giessen von Kunststoffen müssen die zu verarbeitenden Kunststoffkomponenten intensiv gemischt werden, um eine einheitliche Kunststoffmasse zu erhalten. Es sind hiezu Stachelrührer bekannt, mit denen zwar ein gutes Durchmischen erreichbar ist, die aber den Nachteil aufweisen, dass eine Reinigung sehr umständlich ist.
Weiters sind Schneckenmischer bekannt, bei denen grundsätzlich zwei Arbeitsweisen unterschieden werden :
Bei der einen Arbeitsweise arbeitet die Mischschnecke während des Mischvorganges zum Ausstosskanal des Mischgutes hin. Um hier einen genügend hohen Druck am Ausstosskanal zu erreichen, muss dieser mit einem Mundstück versehen werden, wodurch ein genügender Gegendruck erzeugt wird. Zufolge der notwendigen Anordnung eines solchen Mundstückes wird die immer wieder notwendige Reinigung sehr erschwert, u. zw. derart, dass in vielen Fällen zum Zwecke der Reinigung die Schnecke ausgebaut werden muss.
Ist die Schnecke nach der eingangs genannten Art ausgebildet, ist daher mit etwa in Längsrichtung verlaufenden Nuten versehen und arbeitet beim Mischvorgang vom Ausstosskanal des gemischten Gutes weg, ist kein Mundstück erforderlich, jedoch ist auch hier die Reinigung mit Schwierigkeiten verbunden und es ist auch hier oft ein Ausbau der Schnecke bzw. ein oftmaliges Spülen mit Spülflüssigkeit erforderlich. Die benutzte Spülflüssigkeit besitzt zwangsläufig lösende Zusätze, so dass beim nachfolgenden Mischvorgang Reste der Spülflüssigkeit lösend auf die Kunststoffkomponenten wirken und den hergestellten Kunststoff verschlechtern.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Kunststoff-Schneckenmischer zu schaffen, bei dem die Reinigung der Schnecke auf weit einfachere Art und Weise als bisher möglich ist.
Erreicht wird dieses Ziel auf überraschende Weise dadurch, dass der Mischschnecke ein in einer Drehrichtung umkehrbarer Antrieb zugeordnet ist, so dass die Mischschnecke nach Durchführung von Mischvorgängen ohne Zuführung von Kunststoff mit umgekehrter Drehrichtung antreibbar ist. Es hat sich gezeigt, dass bei einem erfindungsgemässen Mischer der Einsatz von Spülflüssigkeit nicht notwendig ist. Durch einen zwischen Mischvorgängen immer wieder durchgeführten Betrieb der Mischschnecke mit umgekehrter Drehrichtung werden die Kunststoffreste in einer so vollkommenen Weise aus dem Schneckenmischerentfernt, dass eine zusätzliche Reinigung nicht notwendig ist.
In vielen Fällen wird der in seiner Drehrichtung umkehrbare Antrieb ein umkehrbarer Elektromotor sein, es ist aber auch möglich, zur Umkehr der Drehrichtung ein Getriebe zwischen Antriebsmotor und Mischschnecke zu schalten.
Nachstehend ist die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben, ohne jedoch auf dieses Beispiel beschränkt zu sein. Dabei zeigt Fig. l einen Längsschnitt durch den für die Erfindung wesentlichen Teil eines Schneckenmischers und Fig. 2 zeigt den Querschnitt durch die Mischschnecke.
Gemäss den Zeichnungen ist in einem Gehäuse --1-- eine Welle --2-- angeordnet, deren Lagerung als für die Erfindung nicht wesentlich nicht dargestellt ist. Auf der Welle --2-- ist mittels einer Passfeder --4-- sowie einer von einer Mutter --5-- gehaltenen Stützscheibe --6-- eine Mischschnecke --3-- befestigt. Zwischen der Mischschnecke --3-- und einem Absatz der Welle --2-- ist ein hülsenförmiger Teil angeordnet, der eine Dichtschnecke --7-- sowie eine weitere Dichtschnecke - trägt. Diese beiden Schnecken --7 und 8-- sind von einem Einschubteil --17-- umgeben.
Die Mischschnecke --3-- ist mit in Längsrichtung verlaufenden Nuten --9-- versehen und z. B. rechtssteigend. Die Dichtschnecke --7-- ist linkssteigend und die Dichtschnecke --8-- wieder rechtssteigend.
Die Welle --2-- ist mit einem schematisch dargestellten Antrieb --10-- verbunden, dessen Drehrichtung umkehrbar ist.
Radial zur Mischkammer sind die Komponentenzuführungen --11, 13-- angeordnet, die durch Ventile --12, 14-- verschlossen oder geöffnet werden können.
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Beim Betrieb des erfindungsgemässen Schneckenmischers werden der Mischschnecke --3-- über die Bohrung --11, 13-- und gegebenenfalls weitere Zuführbohrungen die zu mischenden Kunststoffkomponenten zugeführt. Über den Antrieb --10-- wird dabei die Mischschnecke --3-- in einer solchen Richtung angetrieben, dass die zugeführten Kunststoffkomponenten vom Ausstosskanal --18-- weg. d. h. in Richtung der Pfeile --15-- gefördert werden. Zufolge des entgegengesetzten Steigungssinnes der Dichtschnecke --7-- wird von dieser eine Förderwirkung in Richtung zur Mischschnecke--3-hin ausgeübt, so dass das zu mischende Gut über die Nuten --9-- zum Ausstosskanal --18-- hin gedrückt wird. Während dieses Vorganges erfolgt eine intensive Mischung der zugeführten Kunststoffkomponenten.
Die Dichtschnecke-8-, die beim Mischvorgang nicht als Dichtschnecke wirkt, fördert angesaugte Luft in Richtung der Pfeile --16--, so dass das Kunststoffgemisch auch weitgehend von Lufteinschlüssen befreit ist.
Um den Schneckenmischer zu reinigen ist es bloss erforderlich, die Drehrichtung des Antriebes - umzukehren, so dass die Förderrichtung der Mischschnecke --3-- entgegengesetzt der Richtung der Pfeile --15-- liegt. Dadurch werden Kunststoffreste ohne Einsatz von Spülflüssigkeit praktisch völlig aus dem Bereich des Schneckenmischers entfernt. Die Schnecke --8-- arbeitet nun als Dichtschnecke, weil nunmehr ihre Förderrichtung entgegengesetzt der Richtung der Pfeile --16-- verläuft.
Es hat sich gezeigt, dass trotz der während des Reinigungsvorganges in Richtung zur Schnecke - hin fördernden Schnecke --7-- keine Ansammlung von Kunststoffresten im Bereich der Schnecke - erfolgt. Sollten wirklich Reste verbleiben, werden diese offenbar bei der nächsten Umkehr der Drehrichtung sofort entfernt.
Bei einem erfindungsgemässen Mischer können statt der Dichtschnecken --7 und 8-- bzw. statt einer dieser beiden Schnecken auch andere Abdichtungen angeordnet werden, die einen Austritt von Mischgut aus dem Schneckenmischer verhindern. Die Anordnung zweier gegenläufiger Dichtschnecken ist allerdings schon wegen ihrer weitgehenden Wartungsfreiheit besonders zweckmässig.