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Die Erfindung betrifft ein Zylinderschloss mit Flachschlüssel und mit zumindest einem Zylinderkern und einem wahlweise mit diesem auf Drehung kuppelbaren Schliesselement, insbesondere Sperrnasenring.
Derartige Zylinderschlösser sind z. B. durch die DE-AS 1428524 bekanntgeworden. Diese Konstruktion arbeitet in nachteiliger Weise mit einem Hilfsglied, das durch die Schlüsselspitze gegen den Druck einer Feder verschoben wird. Eine andere Druckfeder bewirkt dann aktiv den eigentlichen Kupplungsvorgang. Es sind hier also mindestens zwei Gruppen von Federn vorhanden, wobei Federn funktionsmässig und hinsichtlich der Lebensdauer allemal Gefahrenquellen sind.
Fernerhin sind durch die DE-OS 2806072 und die FR-PS Nr. 1. 533. 953 Zylinderschlösser bekanntgeworden, bei denen Variationselemente angeordnet sind, die durch einen eingeschobenen Schlüssel in axialer Richtung verschiebbar sind. Diese Variationselemente üben aber keinerlei Kupplungsfunktion, sondern nur Sperrfunktion aus. Bei diesen bekannten Zylinderschlössern müssen zusätzlich noch Kupplungskonstruktionen vorgesehen werden, was das Schloss kompliziert und hinsichtlich Herstellung, Gebrauch und Lebensdauer Nachteile mit sich bringt.
Alle oben genannten Nachteile werden erfindungsgemäss dadurch vermieden, dass der Flachschlüssel, mit an zumindest einer der Flachseiten einen Vorsprung in Form einer sich längs des Schlüssels erstreckenden Rippe mit einer in Einschubrichtung des Schlüssels wirkenden Steuerfläche ausgestattet ist und zumindest ein im Verschiebeweg der Steuerfläche angeordnetes, zum Sperrnasenring des Zylinderschlosses reichendes, in einer Bohrung geführtes Kupplungselement in Form eines Kupplungsbolzens vorgesehen ist, wobei der Kupplungsbolzen bei eingeschobenem Schlüssel in den Sperrnasenring eingreift und den Zylinderkern mit dem Sperrnasenring auf Drehung verbindet, während der Kupplungsbolzen bei herausgezogenem Schlüssel unter Wirkung einer Federkraft in ausgekuppelte Lage geschoben ist.'
Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnungen beispielsweise näher beschrieben :
In Fig. 1 und 2 ist ein Schloss gezeigt, wie es bereits früher vorgeschlagen wurde und bei dem die Erfindung in vorteilhafter Weise Anwendung finden kann. Fig. 2 stellt dabei einen Schnitt gemäss der Linie II-II in Fig. 1 dar. Fig. 3 ist schematisch ein Schnitt durch ein erfindungsgemässes Schloss, wobei die Schnittebene der Linie III-III in Fig. 1 entspricht. In Fig. 4 und 5 ist der Schlüssel gemäss der Erfindung in einander zugeordneten Rissen dargestellt. Fig. 6 bis 9 zeigen beispielsweise verschiedene Querschnitte von Schlüsseln für das erfindungsgemässe Schloss.
Fig. 10 ist eine teilweise aufgebrochene Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispieles der Erfindung in perspektivischer Ansicht. Fig. 11 zeigt einen weiteren Aspekt der Erfindung im Schnitt und Fig. 12 und 13 Schnitte nach den Linien XII-XII und XIII-XIII in Fig. 11.
In Fig. 1 und 2 ist ein Magnetzylinderschloss mit eingeschobenem Schlüssel dargestellt, wie es bereits früher vorgeschlagen wurde. Das Schloss weist im wesentlichen ein Gehäuse-l-auf, in dem ein Zylinderkern --2-- drehbar angeordnet ist. Im Schlüsselkanal --3-- ist ein Schlüs-
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vom Kern über eine Kupplung --5-- auf den Sperrnasenring --6-- übertragen, wodurch in bekannter Weise ein Sperren oder Entsperren erfolgt. Der Schlüssel trägt Permanentmagnete-7-, die zufolge ihrer besonderen Magnetisierung im Zylinderkern angeordnete Magnetrotoren --8-- in eine definierte Drehlage bringen, so dass bei richtig codiertem Schlüssel die im Zylinderkern axial verschiebbare Sperrleiste-9-- verschoben werden kann. Eine solche Stellung der Magnetrotoren ist in Fig. 1 gezeigt.
Um das kupplungsseitige Ende des Zylinderkerns ist frei drehbar, jedoch von einer Kugelraste --10-- gehalten, ein Rastring --11-- angeordnet, dessen Auflauffläche --12-- die axiale Verschiebung der Sperrleiste --9-- beim Verdrehen des Zylinderkerns --2-- gegenüber dem Rastring-l-bewirkt. Dabei kommen die Sperrkörper --13-- auf der aussen liegenden Seite der Sperrleiste --9-- in einer solchen axialen Lage zu liegen, dass sie beim Verdrehen des Kerns --2-- durch die ringförmigen Nuten --14-- im Zylindergehäuse hindurchgeführt werden.
Bei einem falschen Schlüssel --4--, der eine falsche Drehlage der Magnetrotoren bewirkt, wird die Axialverschiebung der Sperrleiste --9-- in bekannter Weise durch die Magnetroto- ren --8-- verhindert. Wird der Kern bei Anwendung grösserer Kraft etwas verdreht, kommt die Kugel- raste --10-- ausser Eingriff und nach weiterem Verdrehen schlagen die Sperrkörper --13-- an die Anschlagflächen --15-- des Gehäuses an, wodurch weiteres Verdrehen und ein Sperren verhindert ist.
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Um den Schlüssel --4-- beim Sperrvorgang in seiner Lage festzuhalten, ist bei der Konstruk- tion gemäss Fig. 1 ein zweigeteilter Schlüsselhaltestift --16-- vorgesehen, der ähnlich einer her- kömmlichen Stiftzuhaltung arbeitet und mit einer Ausnehmung --17-- im Schlüssel zusammen- wirkt. Durch den Schlüsselhaltestift kann auch ein Beitrag zu den Variationsmöglichkeiten des
Schlosses geliefert werden.
Auf der linken Seite in Fig. 1 ist die Zeichnung abgebrochen ; bei einem Doppelzylinder- schloss wäre dann die dargestellte Konstruktion doppelt vorgesehen.
Das erfindungsgemässe Schloss weist einen Schlüssel auf, der gemäss Fig. 3 an einer Flach- seite --18-- einen Vorsprung in Form einer Rippe --19-- aufweist. Es ist selbstverständlich, dass der Schlüsselkanal --20-- im Zylinderkern --2-- entsprechend ausgebildet sein muss. In der senk- recht auf die Achse des Zylinderkerns stehenden Ebene durch die Gehäusestiftbohrung --50-- für den Schlüsselhaltestift --16-- ist im Zylinderkern eine Bohrung --21-- vorgesehen, die von der
Ausnehmung --22-- des Schlüsselkanals bis zur Trennebene --23-- zwischen Zylinderkern und Zy- lindergehäuse reicht.
In der Bohrung ist eine Kugel --24-- verschiebbar angeordnet, die durch die Rippe --19-- bzw. deren Steuerfläche-49-- so gehalten wird, dass der zum Zylindergehäuse weisende äusserste Punkt der Oberfläche der Kugel --24-- etwa in der Trennebene --23-- zu liegen kommt. Wird der Zylinderkern verdreht, so verhindert die Kugel --24-- ein Eindringen des unter Federdruck stehenden Gehäusestiftes --25-- des Schlüsselhaltestiftes in die Bohrung --21--, so dass der Zylinderkern weitergedreht und der Sperrvorgang vollendet werden kann.
Wird in das Schloss gemäss Fig. 3 ein falscher Schlüssel eingeschoben, der keine Rippe --19-- oder keinen Vorsprung anderer Art an dieser Stelle aufweist, so dringt beim Verdrehen des Zylinderkerns der Gehäusestift --25-- unter dem Druck der Feder --26-- in die Bohrung --21--, wobei die Kugel --24-- nach innen in den Zylinderkern verschoben wird. Der Zylinderkern ist dann blockiert und der Sperrvorgang unterbrochen.
Fig. 3 ist schematisch gehalten, wobei nur jene Teile eingezeichnet sind, die zum Verständnis notwendig sind. Der Abstand zwischen der Rippe --19-- und der Trennebene --23-- in der Boh- rung --21-- muss dem Durchmesser der Kugel --24-- entsprechen. Andernfalls kann das Sperrelement nicht als Kugel --24--, sondern als Bolzen entsprechender Länge ausgebildet werden.
Fig. 4 und 5 zeigen den Schlüssel gemäss der Konstruktion Fig. 3, wobei schematisch die Lagen der Kugel --24-- und des Schlüsselhaltestiftes --16-- angedeutet sind. Die Magnete tragen, wie oben bereits gesagt, das Bezugszeichen --7--.
Der Querschnitt für den Schlüssel gemäss der Erfindung kann die verschiedensten Formen aufweisen. In Fig. 6 bis 8 sind einige dieser Formen dargestellt. Bei der Querschnittsform gemäss Fig. 7 ist zu beachten, dass die Rippe --19-- innerhalb des dem Schlüsselprofil zugrundeliegenden Rohprofils --27-- liegt, so dass die Rippe nicht über die Seitenfläche des Schlüssels vorsteht.
Die Rippe --19-- ist bei der oben beschriebenen Konstruktion nur auf einer Seite des Schlüssels angeordnet. In besonderen Fällen kann es auch vorteilhaft sein, den Schlüssel symmetrisch auszubilden und auf jeder Seite eine Rippe anzuordnen. Siehe dazu Fig. 9 mit der angedeuteten Lage der zwei zugehörigen Sperrelemente in Form von Kugeln. Selbstverständlich muss dann auch eine zweite Bohrung --21-- im Zylinderkern vorgesehen sein.
Die Schlosskonstruktion gemäss Fig. 10 entspricht im wesentlichen der oben beschriebenen Konstruktion. Auch hier weist der Schlüssel --4-- einen Vorsprung --19-- in Form einer Rippe auf, deren Ende zur Schlüsselspitze hin eine Steuerfläche --28-- bildet. In einem axialen Schlitz --29-- im Zylinderkern --2-- ist ein unter dem Druck einer Feder --30-- verschiebbarer Schieber --31-- angeordnet. Der Schieber --31-- ragt bis in die Ausnehmung --22-- des Schlüsselkanals, in der die Rippe --19-- geführt ist, und wird von der Steuerfläche --28-- mit dem Schlüssel mitverschoben.
Ist der Schlüssel zur Gänze eingeschoben, so nimmt der Schieber mit seinen Sperrkörpern --32-- eine Position ein, die analog der Position der Sperrleiste --9-- ist, d. h. die Sperrkörper --13 und 32-- fluchten mit den umlaufenden Nuten --14-- im Gehäuse --1--. Für die axiale Verschiebung des Schiebers --31-- müssen die zwischen den Nuten --14-- verbleibenden Stege --33-- am Ort der axialen Verschiebung unterbrochen sein. Durch die Länge der Rip-
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pe --19-- und entsprechende Anordnung der Sperrkörper --32-- sind für das Zylinderschloss weitere Möglichkeiten zur Variation gegeben.
In Fig. 11 ist eine weitere Ausgestaltung der Erfindung dargestellt, wobei in einem Doppelzylinderschloss zwei Zylinderkerne --34, 35-- angeordnet sind, deren Drehbewegung durch den Schlüssel --4-- entweder von der einen oder von der andern Seite her auf den Sperrnasenring --36-- übertragen wird, ohne dass der jeweils gegenüberliegende Zylinderkern mitverdreht wird. Die beiden Zylinderkerne-34, 35-- sind identisch aufgebaut und weisen parallel zum Schlüsselkanal --37-- je zwei Bohrungen --38, 40 bzw. 39, 41-- auf. Die jeweils einander gegen- überliegenden Bohrungen --38, 39 bzw. 40, 41-- fluchten miteinander bei Ruhestellung beider Kerne und weisen je einen Kupplungsbolzen --42, 43 bzw. 44 und 45-- auf.
Durch Federn --46-werden die einander zugehörigen Kupplungsbolzen in der jeweiligen Endlage gehalten, wenn kein Schlüssel eingeschoben ist. Die einen Bohrungen --39, 40-- sind zur Aufnahme der Fe- dern --46-- länger ausgebildet. Der Sperrnasenring --36-- weist eine Mittelplatte --47-- auf, in deren Schlitz --48-- die Kupplungsbolzen --42 bis 45-- eintreten können. Die Bohrungen --38 und 41-- sind so angeordnet, dass die Steuerfläche --28-- der Rippe --19-- oder eines anders ausgeformten Vorsprungs in Endlage des Schlüssels in die Bohrung --38 bzw. 41-- hineinragt und die Kupplungsbolzen gemeinsam in Richtung auf die Bohrung --39 bzw. 40-- des gegenüberliegenden Zylinderkerns verschiebt.
Ist kein Schlüssel in den Schlüsselkanal eingeschoben (in Fig. 11 der oben dargestellte Zylinderkern), so befinden sich die jeweils zusammengehörigen Kupplungsbolzen --42, 43 bzw. 44, 45-- durch die Kraft der Federn --46--, wie bereits gesagt, in ihren Endlagen, wodurch die Kupplungsbolzen --44 und 43-- jeweils von verschiedenen Seiten in den Schlitz --48-- der Mittelplatte --47-- des Sperrnasenrings --38-- eingreifen. Dadurch sind beide Zylinderkerne und der Sperrnasenring miteinander auf Drehung verbunden und somit blockiert. Wird von einer Seite ein Schlüssel --4-- eingeschoben, wie in Fig. 11 dargestellt, so nimmt die Steuerfläche --28-- den Kupplungsbolzen --42-- ein Stück mit, wodurch der Kupplungsbolzen --43-- des gegenüberliegenden Zylinderkerns aus dem Schlitz --48-- herausgeschoben wird.
Die Trennebenen-51-zwischen den beiden Paaren Kupplungsbolzen befinden sich dann auf der gleichen Seite ausserhalb des Schlitzes --48-- des Sperrnasenrings --36--. Damit sind, wie in Fig. 11 dargestellt, nurmehr die Kupplungsbolzen --42, 44-- des einen Zylinderkerns im Eingriff mit dem Sperrnasenring, so dass bei einem Verdrehen des Zylinderkerns --34-- mit dem Sperrnasenring --36-- der andere Zylinderkern --35-- entkuppelt ist.
Um zu verhindern, dass nach einer Drehung des Zylinderkerns --34-- um einen gewissen Winkelbetrag der Kupplungsbolzen --43-- in die Bohrung --40-- bzw. in den Schlitz --48-- unter Verschiebung des Bolzens --44-- gelangt, können die beiden Bohrungen --38, 40 bzw. 39, 41-z. B. asymmetrisch zur Längsmittelebene --52-- der Zylinderkerne angeordnet werden. Dies ist in Fig. 13 dargestellt, die Entfernung X ist kleiner als die Entfernung Y.
Die oben beschriebene Erfindung kann vorteilhaft auch bei andern Schlosskonstruktionen als in Fig. 1 und 2 dargestellt, eingesetzt werden. Dabei kann es sich auch um ein rein mechanisches Schloss handeln (keine Magnetrotoren). Ebenso können auch die Ausführungsformen gemäss Fig. 3 bzw. Fig. 10 und gemäss Fig. 11 miteinander kombiniert werden, wobei die Rippe --19-- dann zwei wirksame Steuerflächen (--49 und 28--) aufweist. Diese Steuerflächen --49 und 28-- können auch durch andere Vorsprünge gebildet sein, z. B. durch in den Schlüssel quer eingesetzte Bolzen.
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