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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Untersuchung von insbesondere metallischen Werkstoffen auf das Verhalten unter dem Einfluss von natürlichen Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise Erdöl, Erdgas, vulkanischen Gasen oder Gemischen derselben.
Die Erfindung betrifft weiters Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens.
Bei der Erdgas- bzw. Erdölgewinnung aus extremen Tiefen werden das Bohrwerkzeug bzw.
- gestänge und der Rohrstrang hohen Beanspruchungen ausgesetzt. Insbesondere das sogenannte Sauergas (Kohlenwasserstoffe plus H2S + C02) greift den Werkstoff sehr stark an.
Es stellt sich somit die Forderung, für das Bohrwerkzeug bzw. -gestänge und den Rohrstrang Werkstoffe auszuwählen, die diesen Beanspruchungen möglichst lange standhalten. Die Untersuchung von Werkstoffen auf das Verhalten unter dem Einfluss von natürlichen Kohlenwasserstoffen ist jedoch überaus schwierig. Die allfällige Erprobung von neuen Werkstoffen in der Förderbohrung selbst ist wegen des hohen Risikos praktisch nicht möglich, da jede Havarie des Rohrwerkzeuges oder Rohrstranges extrem hohe Kosten verursacht. Bei der Erprobung im Labor stellt sich das Problem, die in der Förderbohrung herrschenden Verhältnisse (Druck, Temperatur, Strömung bzw.
Turbulenzen) künstlich zu schaffen, was bislang nicht gelungen ist. Auch sind die erforderlichen Sicherheitsbedingungen schwer zu verwirklichen.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden, und ein Verfahren sowie Vorrichtungen zur Untersuchung von, insbesondere metallischen, Werkstoffen auf das Verhalten unter dem Einfluss von natürlichen Kohlenwasserstoffen zu schaffen, das möglichst genauen Aufschluss darüber gibt, wie sich ein bestimmter Werkstoff in der Förderbohrung in extremen Tiefen verhalten wird.
Dies wird gemäss der Erfindung bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass der zu untersuchende Werkstoff unmittelbar in den aus einer Förderbohrung ausströmenden Kohlenwasserstoff eingebracht und eine bestimmte Zeit dieser Strömung ausgesetzt wird.
Unter Abschluss der Förderbohrung wird dabei der Sondenkopf bzw. der obere Abschluss der Sonde verstanden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist universell anwendbar, einfach in der Ausführung und gewährleistet rasche Ergebnisse und eine leichte Kontrolle derselben. Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind keine Wireline-Arbeiten erforderlich, und es entstehen auch keine Totpumpprobleme.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der zu untersuchende Werkstoff unmittelbar in den oberen Abschluss der Förderbohrung, insbesondere in einen Umlenkbereich der Strömung des Kohlenwasserstoffes, eingebracht wird. Dadurch werden die Untersuchungsbedingungen verschärft, und die natürlichen Verhältnisse weitgehend nachgeahmt.
Es ist weiters vorteilhaft, dass der zu untersuchende Werkstoff unter Vorspannung in den aus der Förderbohrung strömenden Kohlenwasserstoff eingesetzt wird. Dies dient insbesondere zur Ermittlung der Verwendbarkeit von Werkstoffen bei kritischen Betriebsbedingungen.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar nach oder im Abschluss der Förderbohrung, aus welcher der natürliche Kohlenwasserstoff ausströmt, wenigstens eine Einrichtung zum Einbringen des zu untersuchenden Werkstoffes in den ausströmenden Kohlenwasserstoff vorgesehen ist, wobei diese Einrichtung vorzugsweise einen in den Innenraum eines im oder nach dem Abschluss der Förderbohrung angeordneten Ventils bzw. einer Düse einbringbaren und mit einem Ventil- oder Düsenteil, insbesondere einem Gehäusedeckel des Ventils, lösbar verbindbaren Halter umfasst, der eine Probe des zu untersuchenden Werkstoffes trägt.
Der Halter kann hiebei als Schraube ausgebildet sein, mittels welcher die ringförmige Werkstoffprobe an dem Gehäusedeckel des Ventils festklemmbar ist.
Es ist auch möglich, dass der Halter eine schlitzförmige Ausnehmung zum Einsetzen einer streifen- oder plättchenförmigen Werkstoffprobe und einen Gewindezapfen zum Einschrauben in den Gehäusedeckel des Ventils aufweist.
Der Halter kann auch als Schraubenbolzen ausgebildet sein, auf dessen einem Ende die mit einer Gewindebohrung versehene, stabförmig ausgebildete Werkstoffprobe aufgeschraubt ist, und dessen anderes Ende in eine Gewindebohrung des Gehäusedeckels des Ventils einschraubbar ist.
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Der Halter kann weiters als Gabel ausgebildet sein, die zur Aufnahme einer streifen- oder plättchenförmigen Werkstoffprobe vorgesehen ist, die mittels Schrauben in der Gabel festklemmbar ist.
Um Werkstoffe unter Vorspannung zu untersuchen, ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass die Einrichtung zum Einbringen des zu untersuchenden Werkstoffes in den ausströmenden Kohlenwasserstoff eine in den Innenraum eines im oder nach dem Abschluss der Förderbohrung angeordneten Ventils oder T-Stückes od. dgl. einbringbare, und mit einem Bauteil, insbesondere einem Gehäusedeckel des Ventils oder T-Stückes lösbar verbindbare Spannvorrichtung umfasst, mittels welcher die, insbesondere in Form eines geschlitzten Ringes ausgebildete, Werkstoffprobe vorspannbar ist.
Hiebei ist es zweckmässig, dass die Spannvorrichtung einen eine Ventilspindel im Abstand umgebenden Spannring umfasst, der mittels eines Exzenters mit einem beispielsweise als Gehäusedeckel ausgebildeten Ventilgehäuseteil verbunden ist, wobei die, insbesondere in Form eines geschlitzten Ringes ausgebildete, Werkstoffprobe mittels Spannschrauben über den Spannring vorspannbar ist.
Es ist jedoch auch möglich, dass die Spannvorrichtung aus einem Schraubbolzen mit Muttern gebildet ist, der in eine Gewindebohrung des T-Stückes einschraubbar ist und zur Aufnahme der, insbesondere in Form eines geschlitzten Ringes ausgebildeten Werkstoffprobe dient, die Durchgangslöcher zum Aufsetzen auf den Schraubbolzen aufweist, und mittels der Muttern spannbar ist.
Die Werkstoffproben können unbeschichtet oder insbesondere mit Kunststoff, beispielsweise Polyurethan, Phenolharz, usw., beschichtet sein.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen, in der Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt sind, näher beschieben.
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geschlitzten Ringes vorliegende Werkstoffprobe, Fig. 10 eine Seitenansicht der Fig. 9, Fig. 11 bis 14 starre bzw. verstellbare Düsen für die Halterung von Werkstoffproben, Fig. 15 eine Düse für hohe Produktionsraten, mit Halterung für Werkstoffproben, Fig. 16 eine Produktionsdüse mit Druckausgleich, mit Halterung für Werkstoffproben, Fig. 17 einen Sondenkopf für extreme Bedingungen, mit einem Schmiede-T-Stück zum Einsetzen von Werkstoffproben, Fig. 18 die Einzelheit XVIII aus Fig. 17 im vergrösserten Massstab, im Schnitt, Fig. 19 einen Schnitt gemäss Linie XIX-XIX in Fig. 18, mit einer Variante, und Fig.
20 ein Diagramm von einem Beispiel eines erfindungsgemässen Verfahrens.
In Fig. 1 ist der Abschluss --10-- einer Förderbohrung für Erdgas bzw. Erdöl dargestellt.
Dieser Abschluss einer Förderbohrung wird auch als E-Kreuz oder Sondenkopf, Injektionssonde bzw. Untertagsspeichersonde bezeichnet. Der Abschluss umfasst die Vorrichtungen für das Abhängen der Produktionsstränge-l, 2,3, 4-- sowie der Schutzrohrtouren. Unter"Schutzrohrtouren"werden die eine Rohrkolonne umgebenden, nicht bis zur Endteufe führenden Rohrstrecken verstanden, die das Bohrloch vor Zusammenfall und die grundwasserführenden Horizonte vor Verunreinigung schützen. Der Abschluss umfasst ausserdem alle Abschlussorgane --5, 6,7, 8,9, 11-- und Sicherheitseinrichtungen sowie Registriervorrichtungen von Betriebsdaten, welche für eine sichere Produktion von Kohlenwasserstoffen erforderlich sind.
Der Sondenkopf hat den Beanspruchungen von hohen und extremen Drücken, Druckschwingungen, hohen und niedrigen Temperaturen, Sauergas, hohen Fliessgeschwindigkeiten, Temperaturschocks, Vibrationen, Biegungen sowie kombinierten Spannungen,
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--12-- zum- -13, 14--. Das Ventil --14-- ist hiebei zur Aufnahme von Werkstoffproben ausgebildet.
Der zu untersuchende Werkstoff kann in Form von, insbesondere beschichteten, Streifen, Stäben, Ringen od. dgl. in den aus der Förderbohrung strömenden Kohlenwasserstoff eingesetzt werden.
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In Fig. 2 ist das Ventil --14-- im vergrösserten Massstab und im Schnitt näher dargestellt.
Das Ventil --14-- umfasst ein Ventilgehäuse --15-- mit einem Ventilsitz --16-- und einem von einer Ventilspindel --17-- gegen den Ventilsitz --16-- andrückbaren Ventilkörper bzw. Schliess-
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zugewandten Seite Gewindebohrungen --24--, in welche als Halter dienende Schrauben --25-eingeschraubt sind, die ringförmige Werkstoffproben --30-- tragen. Die Anordnung ist derart, dass die ringförmigen Werkstoffproben --30-- im Umlenkbereich der Strömung des Kohlenwasserstoffes liegen.
Diese Anordnung eignet sich vorzüglich für die Erhebung der Verwendbarkeit von Materialien sowie für die Durchführung von Korrosionstests im Bereich der Gewinnung von flüssigen und gasförmigen Mineralien bzw. Kohlenwasserstoffen.
Bis zur Produktionsdüse, d. h. der am Ausgang des Förderstranges befindlichen, zum Abbau des Sondendruckes dienenden Querschnittsverengung, sind nämlich die Bedingungen von der Lagerstätte vorgegeben. Bei grossen Förderraten werden am Abschluss der Förderbohrung insbesondere bei Flüssigkeitsproduktion Temperaturen erreicht, welche nur geringfügig unter denen der Lagerstätte liegen. Die Drucke sind jeweils um das Säulengewicht des Mediums verringert, jedoch wird das Kriterium des kritischen Partialdruckes (zirka 2 bar für Con-abragende Korrosion) vor der Produktionsdüse bei natürlichen Medien ebenso erfasst wie für Untertageeinrichtungen.
Die Unterbringung der Teststücke in den Seitenflügeln des Sondenkopfes trägt dem Umstand Rechnung, dass der Förderstrang zwecks Totpumpen (Sicherheitsmassnahme) bzw. verschiedener Drahtarbeiten frei zugänglich bleiben muss.
Der maximale Fliessdruck nach der Produktionsdüse beträgt 200 bar. Durch den Drucksprung fallen die höheren Kohlenwasserstoffe aus und bewirken einen Schutzeffekt gegen Korrosion. Ein Test wäre dort nicht mehr repräsentativ.
Im vorliegenden Fall wird der Sondenkopf praktisch zum Autoklaven. Alle natürlichen Faktoren wirken auf das Versuchsmaterial ein : Druckverlauf, Temperaturverlauf, Strömungsfaktoren, Erosion, Korrosion, Medium, wobei insbesondere Druck und Temperatur im Versuchsbereich exakt erfasst werden können.
In Fig. 3 und 4 ist ein Halter --26-- dargestellt, der eine schlitzförmige Aufnahme --27-für eine streifenförmige Werkstoffprobe --31-- aufweist. Die streifenförmige Werkstoffprobe --31-wird mittels einer Schraube --28-- im Halter --26-- festgeklemmt, und der Halter --26-- mittels eines mit ihm fest verbundenen Gewindezapfens --29-- in die Gewindebohrung --24-- in Fig. 2 eingeschraubt.
In Fig. 5 und 6 ist ein Probestabhalter --36-- dargestellt, der als Gewindebolzen ausgebildet ist, und der zur Aufnahme einer Werkstoffprobe --32-- in Form eines Probestabes dient. Die Werkstoffprobe --32-- aus dem zu untersuchenden Werkstoff besitzt eine Gewindebohrung --37--, mittels welcher sie auf dem Halter --36-- aufgeschraubt ist. Zur Sicherung dient eine Mutter --38--. Mit seinem andern Ende ist der Halter --36-- in die Gewindebohrung --24-- in Fig. 2 eingeschraubt, wobei er mittels einer Mutter --39-- festgeklemmt ist.
In Fig. 7 und 8 ist ein Halter --46-- in Form einer Probengabel dargestellt, die zur Aufnahme von streifen- oder plättchenförmigen Werkstoffproben --31-- bestimmt ist. Die Probengabel besitzt einen Aufnahmeschlitz --40--, in welchen die streifen- bzw. plättchenförmigen Werkstoff- proben --31-- eingeführt und mittels Klemmschrauben --41, 42-- festgeklemmt werden. Die Probengabel ist weiters mit einem Gewindezapfen --43-- versehen, mit dem sie in die Gewindebohrung - -24-- in Fig. 2 einschraubbar ist.
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Kontrolle oder Gewichtsverlust ergeben das Mass für die Eignung. An Hand der Coupons werden diverse Beschichtungen für verschiedene Medien unter den jeweiligen Betriebsbedingungen getestet.
Eine weitere Anwendung ist die Bestimmung der Filmbeständigkeit, sowie der Schutzwirkung von Inhibitoren.
In Fig. 9 und 10 ist eine Spannvorrichtung --50-- für die Aufnahme einer in Form eines geschlitzten Ringes (sogenannte C-Ring) vorliegenden Werkstoffprobe --51-- dargestellt. Die Spannvorrichtung --50-- ist in den Innenraum eines Ventils --52-- einbringbar und mit einem als Gehäusedeckel --53-- ausgebildeten Ventilgehäuseteil lösbar verbindbar, der von einer Ventilspindel --54-- durchsetzt ist. Die Strömungsrichtung des Kohlenwasserstoffes durch das Ventil ist mit den Pfeilen 55,56 bezeichnet.
Die Spannvorrichtung --50-- besteht aus einem die Ventilspindel --54-- im Abstand umgebenden, zu dieser koaxialen Spannring --57--, der mit einem Exzenter --58-- verbunden ist, der seinerseits mittels einer Schraube --59-- mit dem Ventilgehäusedeckel --53-- verbunden ist. Die Werkstoffprobe --51-- in Form eines geschlitzten Ringes ist im Abstand über dem Spannring --57-angeordnet, und wird mittels Spannschrauben --60, 61-- unter Zwischenschaltung von Beilagen --63, 64-- an dem Spannring --57-- festgeklemmt. Die Spannschrauben --60, 61-- sind derart angeordnet, dass sie die Werkstoffprobe --51-- im Bereich der freien Enden des geschlitzten Ringes durchsetzen und damit ein Vorspannen des geschlitzten Ringes ermöglichen.
Es ist zweckmässig, den Schlitz des Ringes in Richtung auf den ausströmenden Kohlenwasserstoff (vgl. Pfeil 55 in
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10)Markierungskerbe --62-- vorgesehen sein.
Diese sogenannten C-Ringproben mit oder ohne Kerben dienen zur Ermittlung der Verwendbarkeit von Materialien bei kritischen Betriebsbedingungen. Die angelegte Spannung wird als Funktion der Verformung (bei Verschraubung) der Durchmesser, Elastizitätsmodul und Streckgrenze an Hand eines Computermodells errechnet. Die Proben können regelmässig auf Schäden unter Anwendung verschiedener Laborverfahren geprüft werden.
Fig. 11 bis 14 zeigen verschiedene starre und verstellbare Düsen mit Möglichkeit der Halterung von Werkstoffproben im Ventilinnenraum.
Fig. 11 zeigt eine verstellbare Düse --70-- mit einem Halter --71-- für eine Werkstoffprobe.
Fig. 12 zeigt eine andere verstellbare Düse --70-- mit einem andern Halter --71-- für eine Werkstoffprobe.
Fig. 13 zeigt eine starre Düse --70--, in die ein anderer Halter --71-- für eine Werkstoffprobe eingesetzt ist.
Fig. 14 zeigt eine andere starre Düse --70--, in die ein Halter --71-- für eine Werkstoffprobe eingesetzt ist.
Fig. 15 zeigt eine Düse --70-- für hohe Produktionsraten, mit einem Halter --71-- für eine Werkstoffprobe.
Fig. 16 zeigt eine als Produktionsdüse ausgebildete Düse --70-- für Bohrlöcher mit extremen Drücken, und Druckausgleich. Der zur Aufnahme einer Werkstoffprobe vorgesehene Halter ist mit - bezeichnet.
Die Halter --71-- können gemäss Fig. 2 bis 10 ausgebildet sein und zur Aufnahme von stabförmigen, streifenförmigen, plättchenförmigen und ringförmigen (bzw. C-Ringförmigen) Werkstoffproben dienen.
Fig. 17 zeigt einen Sondenkopf --90-- für Sonden unter extremen Bedingungen. Bei diesem Sondenkopf --90-- ist zwischen einem der Schnellschlussventile --91-- und dem Anschlussteil --92-- ein geschmiedetes T-Stück --93-- angeordnet, das das Einbringen der Werkstoffprobe gestattet.
In Fig. 18 und 19 ist das T-Stück --93-- im vergrösserten Massstab und im Schnitt dargestellt.
Das T-Stück --93-- ist beidseitig mit Blindflanschen --94-- versehen, die mittels Stiftschrauben --95-- und Muttern --96-- an dem T-Stück befestigt sind. Einer der Blindflanschen --94-- besitzt an seiner dem inneren des T-Stücks --93-- zugewandten Seite eine Gewindebohrung --97--, in die ein Probestabhalter --98-- für eine Werkstoffprobe --99-- eingeschraubt ist (Fig. 18).
Die Werkstoffprobe --99-- ist streifen- oder plättchenförmig ausgebildet und erstreckt sich etwa quer zur Strömungsrichtung des Kohlenwasserstoffes, die mit Pfeil 100 angedeutet ist. An Stelle
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des Probestabhalters --98-- kann in die Gewindebohrung --97-- auch ein Schraubbolzen --101-zur Aufnahme einer ringförmigen bzw. C-Ring-förmigen Werkstoffprobe --102-- eingeschraubt
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schiedener Inhibitoren verwendet werden.
Zum Schutz gegen Lochfrass oder Spannungsrisskorrosion durch H2S werden die Förderrohrstränge periodisch inhibiert. Organische Inhibitoren beinhalten polarisierte Moleküle mit Kohlenwasserstoffketten verschiedener Länge. Die geladenen Ketten bilden eine monomolekulare Schicht auf der Metalloberfläche und verhindern den Angriff des korrosiven Mediums. Der wesentliche Faktor für die Schutzwirkung ist die Filmbeständigkeit.
Hinweise auf die Filmbeständigkeit konnten bisher nur im Labor mit aufwendiger Simulation von Fliessbedingungen im "Wheel test" gewonnen werden. Die Coupons wurden in Trommeln angebracht ; die Trommel mit Sondenwasser gefüllt und in Rotation versetzt. Dazu mussten auf umständliche Weise korrosive Gase (CO2 und H2S, toxisch !) eingebracht werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht hingegen erstmals die Erprobung bei Feldbedingungen unmittelbar im Gasstrom.
Beispiel 1 : Vergleich der Hafteigenschaft der Inhibitoren A, B und C :
A Mischung von Aminderivaten in Aromaten
B Amine und organophosphatische Derivate
C Zusammensetzung unbekannt
Die Testcoupons wurden jeweils 1/2 h in den Inhibitor getaucht und mittels der Couponhalter dem Gasstrom ausgesetzt. Nach einer Dauer von 15 und 30 Tagen wurden die Coupons entnommen und der Restinhibitorgehalt auf den Coupon mittels Infrarot-Spektrophotometer bestimmt. (Für eine monomolekulare Lage sind 15 lig Inhibitor erforderlich). Die Schichtdicke wird auf die Gesamtoberfläche hochgerechnet.
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<tb>
<tb>
Ergebnis <SEP> : <SEP> A <SEP> B <SEP> C
<tb> nach <SEP> 15 <SEP> Tagen <SEP> 24 <SEP> 43 <SEP> I1g <SEP> 54 <SEP> I1g
<tb> 30 <SEP> Tagen <SEP> teilw. <SEP> Schicht <SEP> 16 <SEP> 34
<tb>
Der Versuch wurde mehrmals wiederholt und das Ergebnis bestätigt. Damit war eine wichtige Vorentscheidung für den Ersatz des Inhibitors A durch C gegeben. Der Inhibitor C konnte bisher für die extremsten Bedingungen (170 C 450 bar Lagerstätte) mit Erfolg eingesetzt werden.
Beispiel 2 : Problemstellung : In einer Tiefsonde eines Sauergasfeldes wurden auf Sohle in zirka 5000 m Ablagerungen festgestellt. Die Tiefenproben wurden als sekundäre Gesteinssedimentation analysiert, welche durch verkockte organische Inhibitorrückstände zusammengebacken werden, wodurch der Austrag in Partikelform nicht mehr möglich ist.
Somit wird der Einsatz eines Inhibitors bei diesen Sondenbedingungen (relativ hoher Cl-Wert bis 2000 mg/l) in Frage gestellt.
Als Alternativlösung wurde eine Beschichtung der Steigrohre angestrebt. Wegen der hohen Behandlungskosten einer Tiefsonde gehen einer solchen eingehende Materialtests voraus :
Vergleich der verfügbaren Beschichtungen A, B, C :
A Phenolharz
B modifiziertes Phenolharz
C Pulverlackbeschichtung auf Epoxyd-Phenolharzbasis
Gasanalyse in Vol.-% : H2S 17, C02 25, N21, CH451, C2H62, C3Hg. l. C4+3
Versuchsdurchführung : Den Herstellern wurden Stahlplättchen der API Bezeichnung C 95, Vergütungsstahl, Streckgrenze 670 N/mm2 mit den Abmessungen 30 x 60 x 2 mm zur Beschichtung
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im Werk zur Verfügung gestellt. Die beschichteten Testcoupons wurden in die Testvorrichtung eingebracht und nach 150 Tagen verglichen.
In dieser Zeit wurde die Sonde mehrmals abgestellt und wieder in Betrieb genommen.
Die Beurteilung der Proben erfolgte nach dem Aussehen der Oberfläche. Bei A und C trat eine Abhebung der Schicht in Form einzelner Blasen über dem ganzen Querschnitt auf. Bei C hoben sich die Blasen in der Schichtmitte und an den Rändern ab. An vereinzelnten Stellen wurden unter den Blasen Anfressungen festgestellt. Somit kommt für die Beschichtungen A und C der praktische Einsatz bei diesen Bedingungen nicht in Betracht.
Die Probe B wird gegenwärtig weiter getestet.
Angestrebt wird eine 50 malige An- und Abstellperiode wobei die Beständigkeit unter plötzlicher Druckentlastung aufgezeigt werden soll. Bisher sind nach 40 maligem Lastwechsel noch keine negativen Anzeichen zu erkennen.
Beispiel 3 : Aufgabenstellung : Untersucht werden sollte die kritisch mechanische Streckgrenzenauslastung von Stählen verschiedener API Gütegrade bei Feldbedingungen im Sauergaseinsatz bzw. deren Einsatzmöglichkeiten in Anbetracht des relativ hohen Kondensatanfalles, welchem Inhibitorwirkung zugeschrieben wird.
Prüfkörper :
C-Ringe mit Spannvorrichtung
Innendurchmesser 82 mm
Aussendurchmesser 88 mm
Streckgrenzenauslastung, d. h. Prozentsatz der Streckgrenzenspannung, nach Fig. 20 :
Material : Vergütungsstahl
API-Bezeichnung :
C 75
C 95
P 110
V 150
Einsatzbedingungen 0 bis 90 C
350 bar bis 270 bar
Ergebnis : Der Einsatz von hochfesten Vergütungsstählen mit minimalen Streckgrenzen von 75000 bzw. 95ooo psi (515 N/mm2 bzw. 655 N/mm2) kommt für diese Verhältnisse in Betracht.
Bei 60%iger Streckgrenzenauslastung konnte über die Versuchsdauer auch bei P 110 kein Schaden festgestellt werden. Der Einsatz dieser Stähle wird jedoch wegen geringer Auswirkung der Belastungswerte unwirtschaftlich.
Fig. 20 zeigt die Einsatzdauer bis zum Bruch.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Untersuchung von insbesondere metallischen Werkstoffen auf das Verhalten unter dem Einfluss von natürlichen Kohlenwasserstoffen, vorzugsweise Erdöl, Erdgas, vulkanischen Gasen oder Gemischen derselben, dadurch gekennzeichnet, dass der zu untersuchende Werkstoff unmittelbar in den aus einer Förderbohrung ausströmenden Kohlenwasserstoff eingebracht und eine bestimmte Zeit dieser Strömung ausgesetzt wird.