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Die Erfindung bezieht sich auf eine Kletterwand aus miteinander verbindbaren vorgefertigten Bauelementen.
Von der Bühnentechnik her sind künstliche Wände und begehbare oder ersteigbare Podien bekannt. Desweiteren kommen Hänge- und Klettereinrichtungen in Turnsälen zur Verwendung. Diese bekannten Einrichtungen sind jedoch nicht speziell für das Einüben von Klettergriffen und Bewegungen, wie sie beim alpinen Hochleistungsklettern notwendig sind, geeignet.
Der Wunsch nach einer künstlichen Kletterwand hat unter Bergsteigern, insbesondere unter Extrembergsteigern immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dies aus verschiedenen Gründen. Einmal kann an einer derartigen Kletterwand, die auch in einem geschlossenen Raum aufstellbar ist, unabhängig von der Witterung geübt, bzw. es können bestimmte Klettersituationen simuliert werden.
Desweiteren eignet sich eine derartige Kletterwand sehr gut zum Vorführen verschiedener Griffe, Tritte und Kletterbewegungen, wobei die Schüler sich in nächster Nähe des Vorführenden befinden können.
Ein weiterer Interessentenkreis für eine derartige Kletterwand ist in jenen Bergsteigern zu sehen, die ihren Wohnsitz in nichtalpinen Landschaften haben, d. h. die ganz allgemein in der Ebene wohnen und ihren Sport nur über einen relativ kurzen Zeitraum, meistens während der Urlaubszeit, ausüben können.
Für derartige Bergsteiger bietet eine künstliche Kletterwand die Möglichkeit, nicht nur Griffe und Kletterbewegungen zu schulen und einzuüben, sondern auch ganz allgemein die Kraft von Fingern, Händen und Zehen zu trainieren und dies, auf das Bergsteigen bezogen, in möglichst wirklichkeitsnahen Situationen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kletterwand zu schaffen, die sich insbesondere durch einen rationellen Aufbau, d. h. durch Wirtschaftlichkeit beim Bau und durch eine besonders hohe Variationsmöglichkeit in der Formgebung auszeichnet.
Desweiteren soll erfindungsgemäss das Problem gelöst werden, eine derartige Kletterwand auch in einem bereits bestehenden Raum, beispielsweise in einer Hotelhalle aufstellen zu können.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Bauelemente vorgefertigte Betonplatten sind, die untereinander und/oder mit einer Stützwand mittels eines an sich bekannten metallischen Gerüstes, das vorzugsweise aus Rohren besteht, verbunden sind, wobei die Betonplatten an ihrer Sichtfläche mit Einbuchtungen bzw. Aussparungen und/oder Vorsprüngen, die Griffe oder Tritte für einen Kletterer bilden, versehen sind.
Die Befestigung des Bauelementes an einem Gerüst bzw. die Befestigung der Bauelemente untereinander wird dadurch verbessert, dass die Betonplatten mit Löchern zur Aufnahme eines Befestigungsankers, Bolzens, Rohres, versehen sind, die an den Seitenwänden der Betonplatten ausmünden, wobei in den Seitenwänden im rechten Winkel zu den Löchern verlaufende Rinnen, die einen Bügel oder eine Querstrebe zur Verankerung der Betonplatten aufnehmen, angeordnet sind, wodurch die Betonplatten im Bereich der Verankerung unmittelbar aneinander anliegen können.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Bauelementes sieht vor, dass die Betonplatten einen Zuschlagstoff enthalten, der leichter als Sand ist, vorzugsweise ausgeschäumtem Kunststoff, wie z. B. ausgeschäumtes Polystyrolgranulat, und dass der Anteil des leichten Zuschlagstoffes in der Richtung der Dicke der Betonplatten unterschiedlich ist, wobei er an der Rückseite der Betonplatten am grössten ist und nach vorne abnimmt, so dass die Betonplatten an ihrer Vorderseite vorzugsweise frei von dem leichten Zuschlagstoff sind.
Bei der Herstellung eines derartigen Bauelementes wird das Betongemisch, bestehend aus Sand, einem Bindemittel, beispielsweise Zement, Wasser und dem aufgeschäumten Kunststoffgranulat in eine Rüttelform eingebracht, bzw. in eine Schalung, die auf einem Rütteltisch angeordnet ist.
Durch die Rüttelbewegung der Schalung bzw. des Tisches setzt sich der schwerere Sand nach unten ab.
Das so erhaltene Bauelement bietet den Vorteil, dass es wesentlich leichter ist als ein Bau-
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element aus Schwerbeton, dennoch aber für den Kletterer, der sich ja nur an der Aussenseite des Bauelementes festhält, als reiner fester Stein in Erscheinung tritt.
Nachstehend werden verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der Zeichnungen eingehend beschrieben, ohne dass die Erfindung auf diese Ausführungsbeispiele eingeschränkt sein soll.
Ebenso sollen die in den nachfolgenden Patentansprüchen angeführten Bezugszeichen keine Einschränkung bedeuten, sie dienen lediglich dem erleichterten Auffinden bezogener Teile in den Zeichnungen. Fig. l zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Bauelementes, die Fig. 2 bis 4 zeigen schematische Schaubilder verschiedener Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Bauelementes, wobei die Verankerung der Bauelemente untereinander gezeigt ist, Fig. 5 zeigt zwei Teilrohre, welche die Streben eines erfindungsgemässen Gerüstes bilden können, Fig. 6 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Kletterwand, und Fig. 7 zeigt schematisch und schaubildlich ein erfindungsgemässes Bauelement aus Leichtbeton.
Die erfindungsgemässe Kletterwand besteht aus Bauelementen --1-- aus Beton, die vorgefertigte Betonfertigteile (Betonplatten) sind.
Die Bauelemente --1-- weisen an ihren Sichtflächen Aussparungen --2-- auf, die verschieden ausgeführt sein können, und für den Kletterer Haltegriffe, Tritte od. dgl. bilden oder auch eine Wanne, in die sich der Kletterer schmiegen kann.
Die erfindungsgemässen Bauelemente-l-können als gerade Platten ausgeführt sein, sie können jedoch auch im Winkel ausgeführt sein.
Da bei der Montage das Gewicht der Bauelemente-l-eine grosse Rolle spielt, kann zur Verminderung des Gewichtes vorgesehen sein, dass die Bauelemente-l-an ihrer Rückseite mit einer Aussparung versehen sind.
Eine andere Möglichkeit zur Herabsetzung des Gewichtes eines erfindungsgemässen Bauelementes ist die Herstellung aus Polystyrol bzw. Schaumstoffbeton.
Das Bauelement-l-wird dabei, wie bereits erwähnt, auf einem Rütteltisch derart gefertigt, dass in einem vorderen Bereich-l'-lediglich Sand im Bindemittel enthalten ist, während im hinteren Bereich --1"-- der Anteil an geschäumtem Kunststoffgranulat zunimmt und gegen die Rückwand des Bauelementes-l-der dominierende Anteil oder der einzige Zuschlagstoff überhaupt ist.
Selbstverständlich sind die Grenzen des Überganges vom Sand zum Kunststoffgranulatanteil fliessend.
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eingelassen sind.
Vorteilhaft weisen die Bauelemente-l-jedoch Löcher auf, die im Ausführungsbeispiel nach Fig.3 Sacklöcher --5-- sein können, oder wie im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 durchgehende Löcher --6--.
In diese Löcher können dann entweder wie im Falle der Fig. 3 Bolzen --7-- gesteckt werden, die zwei Bauelemente-l-jeweils miteinander verbinden, oder es können bei einem Bauelement nach Fig. 2 die Bauelemente --1-- auf Teilrohre --8-- (Fig. 5) aufgesteckt werden, die zusammengesteckt durchgehende Rohrstreben --9-- bilden, die untereinander zu einem Gerüst --10-- verbunden werden können (Fig. 6).
Fig. 4 zeigt ein schematisches Schaubild der Verbindung mehrerer Bauelemente --1-- u. zw. sind die Bauelemente-l-in diesem Ausführungsbeispiel mit Sacklöchern --5-- versehen, in das Bolzen --7-- eingesteckt werden können. Der Bolzen --7-- verbindet einerseits zwei nebeneinander liegende Bauelemente --1--, anderseits ist er mit einer Querstrebe --11-- verbun- den. Die Querstrebe --11-- kann an ihrem vom Bauelement-l-abgewendeten Ende, beispielsweise in eine Tragwand eingemauert sein, kann jedoch auch einen Teil eines Gerüstes bilden.
Im Ausführungsbeispiel ist auch noch ein zusätzlicher Bügelteil --12-- vorgesehen, der nebeneinander liegende Bauelemente --1-- miteinander verbindet, und der ebenfalls an zumindestens einer Seite mit dem Bolzen --7-- verbunden ist.
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Die Bauelemente-l-weisen im Bereich der Löcher --5-- Rillen --13-- auf, die den Bügel --12-- oder die Querstrebe --11-- aufnehmen, so dass bei zusammengesetzter Fertigteilwand die Bauelemente-l-satt aneinander anliegen.
Selbstverständlich ist die Ausbildung der Rillen --13-- auch bei durchgehenden Lö- chern --6-- im Bauelement --1-- möglich und vorteilhaft.
Damit nicht sämtliche Schiebemomente ausschliesslich von den Verbindungsmitteln aufgenommen werden müssen bzw. bei miteinander zu vermörtelten Bauelementen --1-- allein durch die Mörtelschichte, könnten die Bauelemente-l-mit Vorsprüngen versehen sein, die in entsprechende Vertiefungen im benachbarten Bauelement-l-ragen, so dass die Bauelemente-l-formschlüssig aneinander gehalten sind.
Die Bauelemente-l-können auch mit schrägen Seiten bzw. Basisflächen ausgeführt sein, wodurch in der Kletterwand gewünschte Schrägen ausgebildet werden können.
Die erfindungsgemässen Bauelemente sind in jeder gewünschten Dimension fertigbar. Vorteilhaft sind entweder händisch zu verlegende Bauelemente (beispielsweise bis 50 kg) oder mittels mechanischer Hilfen oder Hebegeräte, beispielsweise Kran, zu verlegende Grosselemente.
In einem Element können auch mehrere, fallweise verschiedene Aussparungen bzw. Aussparungen und Vorsprünge vorgesehen sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kletterwand aus miteinander verbindbaren vorgefertigten Bauelementen, dadurch gekennzeichnet, dass die Bauelemente vorgefertigte Betonplatten (1) sind, die untereinander und/oder mit einer Stützwand mittels eines an sich bekannten metallischen Gerüstes (10), das vorzugsweise aus Rohren (9) besteht, verbunden sind, wobei die Betonplatten (1) an ihrer Sichtfläche mit Einbuchtungen bzw. Aussparungen (2) und/oder Vorsprüngen (17), die Griffe oder Tritte für einen Kletterer bilden, versehen sind.