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Die Erfindung betrifft ein Scharnier für Türen und Fenster, bei dem die beiden Scharnierteile je einen quer zur Scharnierachse angebrachten Haltezapfen für den Eingriff in eine entsprechende Befestigungsbohrung des Stockes bzw. der Zarge einerseits und des Flüsgels anderseits aufweisen und wenigstens der für die Befestigung an dem Stock bzw. der Zarge dienende Haltezapfen dübelartig in Form einer Hülse ausgebildet ist, die über eine durch den Scharnierteil in ihn eingreifende Schraube aufspreizbar ist.
Scharniere dieser Art können verhältnismässig einfach montiert werden, wobei für die Haltezapfen im Stock bzw. der Zarge lediglich Aufnahmebohrungen angebracht werden müssen. Solche Bohrungen können genau und ohne wesentliche Beschädigungsgefahr für Stock und Zarge hergestellt werden.
Ein Scharnier der eingangs genannten Art ist aus der FR-PS Nr. 2. 428. 133 bekanntgeworden.
Bei diesem bekannten Scharnier durchsetzt die Spreizschraube einen Ansatzteil des Scharnieres und ist in diesem Ansatzteil drehbar gelagert. Die dübelartige Hülse bildet einen gesonderten Bauteil, der lediglich mit Hilfe der Schraube und einer auf das vom Scharnierteil abweisende Ende der Schraube aufgesetzten Spreizmutter mit dem Scharnierteil verspannt werden kann. Für die konisch ausgebildete Mutter ist in der dübelartigen Hülse eine Verdrehungssicherung vorgesehen. Damit hat dieses bekannte Scharnier den Nachteil eines komplizierten Aufbaues, einer notwendigen, zusätzlichen Verbindung von Spreizhülse und Scharnierteil und einer schlechten Ausnutzung des verwendeten Materials. Der Scharnierteil wird nur mit Hilfe der Schraube festgehalten.
Es trägt also die Schraube allein das Gewicht des Bauteiles, der mit dem Scharnier befestigt wird. Ein Nachstellen bei der Montage ist unmöglich. Ebensowenig ist es möglich, das Scharnier an einer Profilzarge zu befestigen.
Für die Befestigung von Türelementen bei Möbeln ist aus der DE-OS 2457172 ein ähnliches Scharnier bekannt, wobei an den Scharnierteil eine Spreizhülse angeformt ist, die mit Hilfe einer Schraube und einer von dieser Schraube betätigten Schleppmutter, die in das Einführende der Spreizhülse hineinziehbar ist, gespreizt werden kann. Bei dieser Konstruktion wird das Gewicht des am Scharnier zu befestigenden Bauteiles nur von der Spreizhülse, nicht aber von der nur der Verstellung der Schleppmutter dienenden Schraube getragen.
Für die Befestigung von Bauteilen an Hohlprofilen sind schon Scharnierhalterungen bekannt, die einen an der einen Seite des Hohlprofils anzubringenden Kopfteil mit angeformter, in eine Bohrung des Hohlprofils einführbarer Hülse aufweisen, wobei durch den Kopfteil eine Spannschraube einführbar ist, mit deren Hilfe eine im Inneren des Bauteiles aufgesetzte Mutter auf die Hülse zu verstellbar ist, wobei das zur Hülse weisende Mutternende aufspreizbare Pratzen trägt, die durch das innere Hülsenende geführt werden, so dass sie sich beim Anziehen der Mutter ausserhalb der Hülse im Randbereich des Loches gegen die Innenseite der Wand verspannen. Der Kopfteil kann als Schwalbenschwanz ausgeführt sein, an dem Scharnierteile, die entsprechende Schwalbenschwanznuten aufweisen, befestigt werden können. Auch diese Konstruktion ist aufwendig und kompliziert.
Vor allem muss auch die Innenseite der Befestigungsöffnung zum Aufsetzen der Mutter zugänglich sein.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Scharnieres der eingangs genannten Art, das bei einfachem Aufbau vielseitig, d. h. bei verschiedensten Stöcken bzw. Zargen einsetzbar ist, bei dem eine nachträgliche Verstellung und Einstellung möglich wird und bei dem die Festigkeitseigenschaften der verwendeten Materialien gut ausgenutzt werden.
Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Schraube in eine Gewindebohrung des Scharnierteiles bzw. der einteilig mit diesem hergestelten Hülse eingreift und die Hülsenöffnung gegen ihr Einsteckende zu konisch verjüngt ist, so dass sie die Hülse beim Einschrauben der Schraube spreizt. Bei dem erfindungsgemässen Scharnier tragen Schraube und Hülse gemeinsam das Gewicht des mit Hilfe des Scharnieres befestigten Teiles. Es ist keine Schleppmutter notwendig.
Die Montage des Scharnieres ist äusserst einfach. Es ist dabei sogar möglich, bei der Montage der Scharnierteile am Stock bzw. an der Zarge die zugehörigen Scharnierteile in die Scharnierteile des Flügels einzuhängen, den Flügel gegenüber dem Stock bzw. der Zarge einzurichten und dann erst die in den Stock bzw. die Zarge eingreifenden Haltezapfen durch Anziehen der zugehörigen Schrauben endgültig zu fixieren. Im Gegensatz zu den bekannten Scharnieren können auch
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Nachjustierungen leicht vorgenommen werden, wobei einfach die Schrauben gelockert und nach der Justierung wieder festgezogen werden.
Nach einer bevorzugten Ausführung ist die Schraube als in den Scharnierteil versenkbare
Wurmschraube mit Schlitz oder Innensechskant (Imbus) ausgebildet. Bei tiefer versenkten Schrauben kann man Abdeckklappen für das Aussenende des Gewindeloches vorsehen. Durch die Versenkung der Schraube kann man verschiedene starke Spreizstellungen der Hülse durch verschieden tiefes
Eindrehen der Schraube einstellen, ohne dass das Schraubenende störend aus dem Scharnierteil herausragt.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel ein erfindungsgemässes Scharnier im Teilschnitt durch den für die Befestigung am Stock bzw. der Zarge bestimmten Scharnierteil dargestellt, wobei der zweite Scharnierteil nur in seinen Umrissen strichpunktiert angedeutet wurde.
Das Scharnier besteht aus den Teilen-l und 2--. Der im Detail dargestellte Scharnierteil - trägt den üblichen Schwenkzapfen --3--, auf den die Hülse des Scharnierteiles --2-- ge- hängt werden kann. Der Scharnierteil --2-- kann analog zum näher dargestellten Scharnierteil - ausgebildet oder auch gegebenenfalls nur mit einem quer abstehenden Gewindezapfen zur
Befestigung am Flügel versehen sein.
Ein Haltezapfen --4-- des Scharnierteiles --1-- besteht beim Ausführungsbeispiel aus einer durch Längsschlitze --5-- in wenigstens drei, vorzugsweise aber in vier oder mehr Teile ge- teilten, dübelartigen Spreizhülse, deren Oberfläche --6-- durch Riefen aufgerauht bzw. mit Ring- nuten oder Ringwulsten versehen sein kann, um die Haftung in einer Bohrung des Stockes bzw. der Zarge zu verbessern. Vorzugsweise besteht die Profilierung aus Längsgraten oder-kämmen als Verdrehungssicherung und aus Ringwulsten, Krallen od. dgl. als Sicherung gegen Längsver- schiebungen im gespreizten Zustand. Beim Ausführungsbeispiel ist die Hülsenöffnung, wie bei --7-- angedeutet wurde, gegen das freie Hülsenende zu konisch verjüngt.
Durch den Kopfteil des Schar- nierteiles --1-- hindurch reicht eine Gewindebohrung --8-- in die Hülse --4-- hinein. Durch
Einschrauben einer Wurmschraube --9--, die mit Innensechskant --10-- versehen ist, kann die
Hülse aufgespreizt und damit dübelartig in ihrer Montagebohrung verankert werden. Für die Wurm- schraube --9-- kann im Bereich des inneren Bohrungsendes ein Absatz od. dgl. als ein zu tiefes
Einschrauben verhindernder Anschlag vorgesehen sein.
Das dargestellte Scharnier ist insbesondere für die Befestigung in Metallzargen bestimmt.
Scharniere für Holzzargen oder-stockrahmen besitzen entsprechende längere Haltezapfen --4--.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Scharnier für Türen und Fenster, bei dem die beiden Scharnierteile je einen quer zur
Scharnierachse angebrachten Haltezapfen für den Eingriff in eine entsprechende Befestigungs- bohrung des Stockes bzw. der Zarge einerseits und des Flügels anderseits aufweisen und wenig- stens der für die Befestigung an dem Stock bzw. der Zarge dienende Haltezapfen dübelartig in
Form einer Hülse ausgebildet ist, die über eine durch den Scharnierteil in ihn eingreifende
Schraube aufspreizbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schraube (9) in eine Gewindebohrung (8) des Scharnierteiles (1) bzw. der einteilig mit diesem hergestellten Hülse (4) eingreift und die Hülsenöffnung gegen ihr Einsteckende zu konisch verjüngt ist, so dass sich die Hülse beim
Einschrauben der Schraube (9) spreizt.