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Die Erfindung betrifft einen Ofen zur Verbrennung von Tierkörpern mit einer eine Verschluss- platte aufweisenden wärmeisolierten Feuerkammer mit darin angeordneten Gasbrennerdüsen und einem Abzugsstutzen.
Ein Kremationsofen dieser Art ist beispielsweise in der CH-PS Nr. 81580 beschrieben. Gemäss einer besonderen Ausführungsform des bekannten Ofens sind in den unbeweglichen Querteil der äusseren Ofenwand Brenner für das Gas- und Luftgemisch eingebaut und in der Mitte des Ofens ist eine Muffel angeordnet, deren Hohlraum den Sarg aufnimmt. Die Muffel ist jedoch gegenüber dem zwischen ihr und der Ofenaussenwand vorgesehenen Feuerraum nicht abgeschlossen, so dass auch in die Muffel Verbrennungsgase gelangen.
Bei der bisher angewendeten Art der Verbrennung von Tierkörpern werden diese also in einem Ofen mit zumindest zum Teil direkter Gasbefeuerung verbrannt. Begleiterscheinungen dieser
Verbrennungsart sind Rauchentwicklung, die Verbreitung unangenehmer Gerüche und die Bildung lästiger Gase.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Ofens zur rauch-und geruchlosen Einäscherung von Tierkörpern, insbesondere Heimtieren, z. B. Katzen und Hunden, bei dem die unangenehmen
Begleiterscheinungen der üblichen Verbrennung ausgeschaltet sind.
Dieses Ziel wird mit einem Ofen der eingangs genannten Art erreicht, bei dem erfindungsge- mäss in der Feuerkammer im Abstand von deren Wänden eine mit einer Verschlussplatte abschliessba- ren Einäscherungskammer mit Wänden aus wärmehaltendem Material, z. B. Schamotte-Ziegeln, und mit von der Feuerkammer getrennter Luftzuführung und getrenntem Abzug angeordnet ist.
Bei dem erfindungsgemässen Ofen wird der Tierkörper durch die aus dem Brenngas herstammen- de Flamme überhaupt nicht berührt, sondern nur mittels glühendheisser Luft von ungefähr 1000 C verbrannt. In der Feuerkammer verbrennt das zugeführte Heizgas, z. B. unter Zuströmen von
Luft, und erhitzt das Ziegelmaterial der abgeschlossenen Einäscherungskammer auf Weissglut. Nach Einführung des Tierkörpers wird die Gaszufuhr gedrosselt oder abgesperrt. Nun wird in der Regel auf 600 C vorerhitzte Luft in die angeschlossene Kammer geblasen und erhitzt sich sehr stark. Sie strömt auf den Tierkörper und dieser verbrennt bzw. verascht. Die Verbrennung verläuft ohne Bildung von Rauch und üblen Gerüchen, und es bleibt weisse Asche zurück.
Die Dauer des Verbrennungsvorganges beträgt bei Katzen zirka 20 min und bei mittleren Hunden zirka 35 min.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist im Boden der Einäscherungskammer ein Laufschienenpaar angeordnet, das sich bis zur Verschlussplatte der Feuerkammer erstreckt und auf dem ein Paar Gleitstücke verschiebbar vorgesehen ist, wobei an den Gleitstücken die Verschlussplatte der Feuerkammer, die Verschlussplatte der Einäscherungskammer und eine weitere, bei eingeschobenen Gleitstücken an der Hinterwand der Einäscherungskammer anliegende und bei herausgezogenen Gleitstücken als Verschluss der Einäscherungskammer dienende Wand, vorzugsweise aus wärmeisolierendem Material befestigt sind. Auf diese Weise ist es möglich, in die auf die notwendige Temperatur aufgeheizte Einäscherungskammer den zu veraschenden Tierkörper ohne Schwierigkeiten einzubringen.
Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist zwischen der Verschlussplatte und der Feuerkammer und der Verschlussplatte der Einäscherungskammer eine weitere, heb- und senkbare Abschlussplatte, vorzugsweise aus wärmeisolierendem Material, für die Feuerkammer angeordnet. Der Vorteil dieser Ausführungsform besteht darin, dass beim Aufheizen der Einäscherungskammer eine übermässige Erwärmung der Verschlussplatte der Feuerkammer vermieden ist.
Erfindungsgemäss ist im Abzugsstutzen der Einäscherungskammer eine Drossel angeordnet.
Durch Drosselung des Abzuges der Einäscherungskammer wird ein vorzeitiges Entweichen von Gasen aus dieser Kammer vermieden. Solche Gase könnten unter Umständen noch mit lästigen Gerüchen behaftet sein.
Die durch einen Seilzug heb- und senkbare Abschlussplatte kann erfindungsgemäss in einem Rahmen geführt sein, der bei abgesenkter Abschlussplatte umklappbar ist. Dies hat den Vorteil, dass beim Transport des erfindungsgemässen Ofens dessen Bauhöhe verhältnismässig niedrig bleibt.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnungen, in der ein Ausführungsbeispiel gezeigt ist, näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemässen Ofen und Fig. 2 einen Schnitt
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nach der Linie II-II in Fig. 1.
Der erfindungsgemässe Ofen besteht aus der Einäscherungskammer-l--und der Feueroder Brennkammer --2--. Die Wände --3-- der Feuerkammer --2-- bestehen aus wärmeisolierendem Material, beispielsweise-von innen nach aussen gesehen-aus Ceraboard-Inorganic-Platten, anschliessend einer Matte aus Cerafiberfasern und zum Abschluss einer Lage aus Mineralwolle.
Ceraboard-Inorganic-Platten bestehen aus feuerfesten Fasern unter Zusatz verschiedener organischer und anorganischer Binder für den Mittel- und Hochtemperaturbereich bis zu 1260 C. Die Matte aus Cerafiberfasern enthält nur reine keramische Fasern, die durch ein Spezialverfahren genadelt sind, wodurch eine enge Verbindung der langen Fasern untereinander entsteht. In der ange-
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verschliessbar. Diese Verschlussplatte --4-- ist auf den Gleitstücken --5-- fix montiert bzw. verstellbar mit den Gleitstücken --5-- verschraubt. Die Einäscherungskammer-l-ist durch eine Verschlussplatte --6-- verschliessbar, die ebenfalls auf den Gleitstücken --5-- fix montiert ist.
Auf den Gleitstücken --5-- ist eine weitere Wand --7-- fix montiert, die mit einer Ausneh- mung --8-- für die Luftdüse --9-- versehen ist. Zwischen den Verschlussplatten --4 und 6-ist eine weitere Abschlussplatte --10-- in einem Rahmen --11-- durch einen Seilzug --12-heb- und senkbar geführt. Die Wände --13-- der Einäscherungskammer --1-- bestehen aus verklebten Schammotte-Ziegeln ; die Wandstärke beträgt 10 bis 12 cm. Luft, beispielsweise auf 600 C vorerhitzte Luft, wird durch die Luftdüse --9-- der Einäscherungskammer --1-- zugeführt, s. Pfeil 14. Die Feuerkammer --2-- ist mit einem Abzugsstutzen --15-- versehen.
Im Abzugsstutzen --16-- der Einäscherungskammer --1-- ist eine Drossel --17-- vorgesehen. Für die Beheizung der Feuerkammer --2-- sind Brennereinsätze --18-- mit einer stufenlosen Druckregulierung und Handgriffen --20-- vorgesehen. Die Zufuhr von Brenngas erfolgt über einen Propan-Hochdruckschlauch-27-- mit Sicherheitsregler, Flaschenanschluss und Schlauchbruchsicherung. Im Boden der Einäscherungskammer-l-ist ein Laufschienenpaar --19-- angeordnet. Die Luftzufuhr zu den Brennern erfolgt gemäss den Pfeilen 21. Das Einäscherungsgut --22-- steht auf dem Rost --23--, der auf dem Rollwagen --24-- höhenverstellbar angeordnet ist. Unter dem Rost --23-- befindet sich die Aschesammelpfanne --25--.
Beim Einsatz des erfindungsgemässen, vorzugsweise transportablen Ofens wird zunächst der umklappbare Rahmen --11-- senkrecht gestellt und durch den Seilzug --12-- wird die Abschlussplatte --10-- hochgezogen. Auf die Abzugsstutzen --15 und 16-werden Abzugsrohre angesetzt. Dadurch wird eine Höhe über Gelände von 3 m erreicht. Durch Ziehen am Griff --26-- öffnet sich die Verschluss-oder Frontplatte Die Verschlussplatte --4-- ist durch vestellbare Schraubenkupplungen mit den Gleitstücken --5-- verbunden. Die Gleitstücke --5-- laufen auf zwei Laufschienen --19-- vor und zurück. Die Gleitstücke --5-- werden soweit herausgezogen, bis die Wand --7-- die Einäscherungskammer --1-- an der Vorderseite, abschliesst.
Je nach Einäscherungsgut wird der Rost --23-- in der Höhe eingestellt. Der Abzugsstutzen --16-- wird mit der Drossel --17-- geschlossen. Der Rost --23-- montiert auf einem höhenverstellbaren Rollwagen --24--, wird bis zum Anschlag auf die Verschlussplatte --6-- nach vor gerollt. Nun ist die Einäscherungskammer --1-- leer und durch die nach vorne verschobene Wand-7abgeschlossen. Die Abschlussplatte --10-- wird gesenkt und verschliesst die Feuerkammer --2-erneut. Die Brennereinsätze --18-- werden nach der Seite bis zum Anschlag herausgezogen. Dazu verwendet man die beiden Griffe --20--. Die Luftzufuhr (Pfeile 21) wird geöffnet. Propangas wird zugeführt und die Zündung kann erfolgen.
Hand-, Glühstrumpf- und Piezozündung ist möglich. Über eine eingebaute Messeinrichtung wird kontrolliert, ob die Temperatur von zirka
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--1-- erreichtRost --23-- gestellt. Die Lage des Rostes --23-- in bezug auf die Höhe der Einäscherungskammer --1- wird kontrolliert. Ist die erforderliche Temperatur erreicht, so wird die Abschlussplatte - -10-- hochgezogen und die Gleitstücke --5-- werden zurückgeschoben. Nun befindet sich die
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Wand --7-- wieder hinten und die Verschlussplatte --6-- schliesst die Einäscherungskammer - ab.
Die Feuerkammer --2-- ist durch die Verschlussplatte --4-- verschlossen. Sollte zu viel Temperatur beim Zurückschieben der Gleitstücke --5-- verloren gegangen sein, z. B. durch extrem niedrige Aussentemperatur, kann nachgeheizt werden. Normalerweise kann die Propan-
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oderrungsgut-22- (Tierkörper samt Schrein) und bewirkt die Einäscherung. Zurück bleibt weisse Asche in der Aschensammelpfanne --25--. Nach der Einäscherung wird die Abschlussplatte --10-- hochgezogen und die Gleitstücke --5-- mit dem Rollwagen --24-- werden herausgezogen. Nach Entfernung der Asche werden die Gleitstücke --5-- nur bis zur Hälfte eingeschoben. Auf diese Weise ist eine rasche Abkühlung gegeben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ofen zur Verbrennung von Tierkörpern mit einer eine Verschlussplatte aufweisenden wärmeisolierten Feuerkammer mit darin angeordneten Gasbrennerdüsen und einem Abzugsstutzen, dadurch gekennzeichnet, dass in der Feuerkammer (2) im Abstand von deren Wänden (3) eine mit einer Verschlussplatte (6) abschliessbare Einäscherungskammer (1) mit Wänden (13) aus wärmehaltendem Material, z. B. Schamotte-Ziegeln, und mit von der Feuerkammer (2) getrennter Luftzuführung (Luftdüse 9) und getrenntem Abzug (Abzugsstutzen 16) angeordnet ist.