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Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Erhöhung der Beschussfestigkeit von
Wänden. Unter solchen Wänden sind beispielsweise die Wände von Festungsbauten, Bunkern usf. zu verstehen. Bekannte Festungsbauten und Bunker weisen in der Regel Wandstärken zwischen
1000 und 3000 mm auf, wobei die Wände üblicherweise aus eisenarmiertem Beton bestehen. Solche
Wandstärken genügen bei Beschuss mit herkömmlichen Geschossen. Gegen einen Beschuss mit Pfeilge- schossen, welche auch als Penetrator bezeichnet werden, welche beispielsweise eine Rasanz von
1200 bis 1400 m/s und mehr aufweisen, geben übliche Wandstärken keine ausreichende Sicherheit.
Beispielsweise werden Bunkerwände von 2000 mm Stärke von einem solchen Pfeilgeschoss ohne weiteres durchschlagen und auch Wandstärken von 3000 mm ergeben noch keine vollständige
Sicherheit. Im Falle des Durchschlagens der Wände durch ein solches Pfeilgeschoss ergibt sich eine verheerende Wirkung durch mitgerissene Gesteins- und Metallbroclcen. Eine weitgehende
Verstärkung der Bunkerwände ist aber aus räumlichen Gründen und letzten Endes auch aus
Kostengründen nicht möglich.
Aufgabe des Stammpatentes Nr. 381753 war es, die Beschusssicherheit von Wänden beispielsweise von Festungsanlagen und Bunkern, insbesondere bei einem Beschuss durch Pfeilgeschosse bzw.
Penetratoren, zu erhöhen, ohne die Wandstärken übermässig vergrössern zu müssen, wobei sogar mit geringeren Wandstärken das Auslangen gefunden werden soll. Zur Erfüllung dieser Aufgabe wurde gemäss dem Stammpatent Nr. 381753 vorgeschlagen, dass zu der einem Beschuss ausgesetzten
Seite der Wand mit losem stückigem Material, wie beispielsweise Schotter und/oder Rollkörpern gefüllte Behälter angeordnet sind. Als stückiges Material können gewöhnlicher Schotter oder auch Betonbrocken verwendet werden. Das stückige Material schichtet sich beim Auftreffen des
Geschosses um und es wird dadurch das Geschoss in seiner Richtung abgelenkt, so dass die
Wucht des Geschosses teilweise abgebaut wird.
Rollkörper haben den Vorteil, dass sie sich leicht gegeneinander verlagern und daher die Ablenkwirkung auf das Geschoss und damit die Verringerung der Wucht des Geschosses sich stärker auswirkt. Gemäss vorteilhaften Weiterbildungen des Stamm- patentes Nr. 381753 bestehen die Rollkörper aus Rundschotter oder Stahl- bzw. Eisenkugeln. Beton- brocken und Bruchschotter verklammern sich infolge ihrer kantigen Formgebung gegeneinander, wodurch der Umschichtung des stückigen Materials beim Auftreffen des Geschosses ein gewisser
Widerstand entgegengesetzt wird. Dadurch aber, dass die Füllung der Behälter rollfähig ist, ergibt sich ein Ausweichen der Rollkörper beim Beschuss und auf diese Weise wird die beim
Beschuss auftretende Energie zu einem grossen Teil vernichtet.
Solche Rollkörper geben auch beim Beschuss mit herkömmlichen Geschossen eine grössere Festigkeit als massive Betonwände. Eine erhöhte Wirkung ergibt sich aber beim Beschuss mit Pfeilgeschossen bzw. Penetratoren. Solche Pfeilgeschosse sind langgestreckt und die Massenwirkung solcher Pfeilgeschosse ergibt sich dadurch, dass die Massenwirkung des hinteren Geschossteiles zentral auf den vorderen Geschossteil wirkt.
Dadurch ergibt sich der überragende Durchschlageffekt solcher Pfeilgeschosse bzw. Penetratoren bei Panzerungen und Betonwänden. Beim Beschuss mit solchen Pfeilgeschossen oder Penetratoren ergibt die Rollkörperschicht noch zusätzlich den Effekt, dass durch diese Rollkörper das Pfeilgeschoss bzw. der Penetrator in seiner Richtung abgelenkt wird, so dass das Pfeilgeschoss nicht mehr genau in seiner Achsrichtung auf die dahinterliegende Betonwand auftritt. Dadurch wird die Durchschlagenergie eines solchen Pfeilgeschosses gebrochen oder wesentlich vermindert, da die Massenwirkung des hinteren Teiles des Pfeilgeschosses nicht mehr in Achsrichtung des Pfeilgeschosses gerichtet ist. Es können sich sogar Querschläger ergeben, welche dann nicht mehr die nötige Durchschlagenergie aufweisen.
Es besteht sogar die Möglichkeit, dass das Pfeilgeschoss bricht und dadurch wird die Gesamtwucht weitgehend vermindert.
Vorteilhaft ist somit, dass die Füllung der Behälter von rollfähigen Körpern gebildet ist.
Die Verwendung von Rundschotter reicht für den erstrebten Effekt im wesentlichen aus, jedoch können auch Stahl-bzw. Eisenkugeln u. dgl. verwendet werden, was möglicherweise einen verbesserten Effekt ergibt, jedoch die Kosten wesentlich erhöht. Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform wird somit Rundschotter verwendet, wobei der Hauptanteil der Schotterfüllung eine Körnung von 30 bis 70 mm aufweist.
Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform gemäss dem Stammpatent Nr. 381753 weisen die Behälter kleinere Abmessungen als die zu schützende Wand auf und sind einander benachbart
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angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Treffer nur die Schotterfüllung eines solchen
Behälters auseinandergeschleudert wird und somit nur ein Teil der zu schützenden Wand unge- schützt ist.
Gemäss dem Stammpatent Nr. 381753 sind vorzugsweise die Behälter einzeln an der Wand befestigt bzw. aufgehängt. Es können aber auch die Behälter in Abstand von der Wand am
Boden aufgestellt oder verankert sein.
Eine derartige Ausbildung ist aber insbesondere dann weniger geeignet, wenn in oder an einem Bunker angeordnete Geschütze bzw. Kuppeln von Geschützen gegen Beschuss gesichert werden sollen, da starr festgelegte Behälter in den Schwenkbereich des Waffenrohres gelangen würden. Bei der bekannten Anordnung derartiger Behälter ist darüber hinaus noch zu beachten, dass diese nach einem Beschuss unbrauchbar werden und diejenige Stelle, welche von einem ersten Beschuss getroffen wurde, in der Folge für einen zweiten Beschuss verletzlich würde.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, nicht nur die Wände des Bunkers, sondern auch Waffen- rohr- und Panzerkuppeln, wie sie an solchen Bunkern häufig angeordnet sind, zu schützen und im Falle eines Treffers eine rasche neuerliche Beschusssicherheit zu gewährleisten. Zur
Lösung dieser Aufgabe besteht die Erfindung im wesentlichen darin, dass die Behälter schwenk- und/oder verschiebbar angeordnet sind. Derartige schwenk- und/oder verschiebbar angeordnete
Behälter können aus dem Schwenkbereich des Waffenrohres ausgeschwenkt werden und erforder- lichenfalls wieder zum Schutz der Panzerkuppel bzw. des Waffenrohres wieder in eine geeignete
Position gebracht werden. Die verschiebbare Anordnung erlaubt es darüber hinaus im Falle eines Treffers an defekt gewordenen Stellen des Schutzes neue Behälter relativ rasch wieder in geeignete Position zu bringen.
Ein Wegschwenken oder Verschieben der Behälter dient somit in erster Linie der Freigabe des eigenen Waffenrohres bzw. des Schwenkbereiches des Waffenrohres und ermöglicht die rasche Wiederherstellung einer vollen Beschusssicherheit.
Ebenso wie beim Stammpatent können die Behälter aus Maschendraht oder Stahldrahtgeflecht bestehen. Es können diese Körbe oder Taschen aus einem solchen Geflecht sein. Solche Körbe oder Taschen sind billig, können leicht transportiert werden und es kann nach einem Treffer ein neuer Korb oder eine neue Tasche mit den Rollkörpern wieder gefüllt und entsprechend angeord- net werden. Die Behälter können aber gemäss der Erfindung auch aus schwachen Eisenbetonplatten bestehen, welche in Schachtelform zusammengefügt sind. Nach einem Treffer können solche Eisenbetonplatten auch wieder mittels Betonmörtel repariert werden.
Ebenso wie beim Stammpatent können für derartige schwenk-und/oder verschiebbar angeordnete Behälter Wände aus Holz verwendet werden. Zweckmässig kann wieder eine Schicht aus stückigem Material quer zur Wand gemessen in einer Stärke von wenigstens 500 mm verwendet werden.
Zur Verschwenkung derartiger Behälter kann die Ausbildung mit Vorteil so getroffen sein, dass die Behälter um eine nahe ihrer Standfläche angeordnete Schwenkachse schwenkbar ausgebildet und gegebenenfalls mit einem Schwenkantrieb verbunden sind, wobei vorzugsweise die Schwenkachse parallel zur längsten Kante der Bodenfläche der Behälter, insbesondere im Bereich dieser Kante, angeordnet ist. Für eine derartige Verschwenkbarkeit genügt ein relativ kleinbauender Antrieb, welcher geschützt im Gelände untergebracht werden kann. Um rasche Austauschbarkeit von Behältern an kritischen Stellen sicherzustellen, sind mit Vorteil die Behälter auf einem fahr- oder schiebbaren Rahmen angeordnet, wobei der Rahmen mit einem Fahr-oder Schiebeantrieb verbunden ist.
Der Rahmen selbst kann hiebei wieder geschützt, beispielsweise in einer Rinne im Gelände verschieblich sein, wobei ebenso wie für den Schwenkantrieb für den Fahrund/oder Schiebeantrieb in besonders einfacher Weise eine Seilwinde und Seile verwendet werden können.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen schematisch erläutert. In dieser zeigen Fig. l einen Bunker, dessen Wand mit Behältern bestückt ist, Fig. 2 einen mit Taschen bestückten Bunker, Fig. 3 in Abstand vor der Bunkerwand aufgestellte Behälter, Fig. 4 einen Korb mit Rollschotter, Fig. 5 in der Draufsicht eine Anordnung, bei welcher vor dem Bunker Wände aufgestellt sind, deren Zwischenraum mit stückigem Material gefüllt ist, Fig. 6 eine Draufsicht auf eine Anordnung von Behältern im Gelände, Fig. 7 eine Seitenansicht eines fahrbaren Behälters und Fig. 8 ein Detail mit dem Antrieb für einen schwenk-
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baren Behälter.
Bei dem Beispiel nach Fig. l sind an der Wand des Bunkers --1-- Behälter --2--, welche beispielsweise in Schachtelform gestaltet sind, nebeneinander aufgehängt. Bei diesem Ausführungs- beispiel bestehen Abstände --3-- zwischen den einzelnen Behältern, wodurch naturgemäss unge- schützte Flächen verbleiben. Diese Behälter können aber auch dicht nebeneinander an der Wand befestigt sein.
Fig. 2 zeigt Körbe oder Taschen --4--, welche dicht nebeneinander oder einander über- lappend an der Wand des Bunkers-l-aufgehängt sind.
Fig. 3 zeigt die Anordnung eines Behälters --5-- im Abstand a von der Wandfläche --6-- des Bunkers --1--. Solche Behälter --5-- können aus dünnen Eisenbetonplatten oder aus Blech bestehen und können nebeneinander aufgestellt und übereinander getürmt werden.
Fig. 4 zeigt einen Korb --7-- mit einer Rollschotterfüllung --8--. Die Schichtstärke --9-- der Rollschotterfüllung --8--, quer zu der zu schützenden Wand --10-- gemessen, beträgt unge- fähr 500 mm. Mit --11-- ist ein Haken zur Aufhängung des Korbes an der Wand --10-- ange- deutet. Weitere Körbe --7-- können dicht oberhalb, unterhalb und neben dem dargestellten
Korb an der Wand --10-- aufgehängt sein.
Fig. 5 zeigt eine Anordnung, bei welcher vor einem Bunker Wände in Abstand voneinander aufgestellt sind, wobei das stückige Material im Zwischenraum zwischen diesen Wänden angeord- net ist. --12-- ist die zu schützende Wand, beispielsweise die Wand eines Bunkers. In Abstand a von dieser Wand --12-- sind Doppelflanschträger --13-- aus Stahl in den Erdboden gerammt.
Zwischen diesen Doppelflanschträgern sind Holzbretter-14-angeordnet, die durch die Flansche dieser Träger --13-- in ihrer Lage gehalten werden. Es sind somit durch die Träger --13-- und Bretter --14-- Wände gebildet, die in einem Abstand b voneinander angeordnet sind. Der
Zwischenraum --15-- ist mit dem stückigen Material gefüllt. Es muss somit ein gegen die Wand - gerichtetes Geschoss die Schicht --8-- des stückigen Materials durchqueren, bevor es auf die Wand --12-- auftritt. Bei dieser Durchquerung wird das Geschoss abgelenkt und die Wucht desselben zumindest teilweise gebrochen.
Bei der Darstellung nach Fig. 6 sind an einem Bunker --16-- verschwenkbare Waffenrohre - gelagert. Zum Schutz der Kuppeln --18-- sind im Gelände schwenk-bzw. verfahrbare Behälter --19 und 20-- mit stückigem Material vorgesehen. Die Behälter --19-- sind hiebei wie im besonderen in Fig. 8 deutlicher dargestellt um eine Achse --21-- schwenkbar im Gelände festgelegt, wobei der Schwenkantrieb von einer Seilwinde --22-- mit Seilen --23-- gebildet wird. Der zugehörige Motor der Seilwinde ist mit --24-- bezeichnet. Für die Freigabe des Waffenrohres können die Behälter --19-- um die Achse --21-- verschwenkt werden, wobei zur neuerlichen Aufrichtung der Behälter ein entsprechender Antrieb an der Gegenseite des Behälters angreift.
Die Verschwenkung aus der im wesentlichen aufrechten Lage erfolgt hiebei, wie in Fig. 8 vergrössert dargestellt, in Richtung des Pfeiles --25--.
Die Behälter --20-- in Fig.6 sind verschieblich bzw. verfahrbar gelagert, wobei wieder der Antrieb schematisch als Seilwinde --22-- mit Seilen --23-- bezeichnet ist. Der Antriebsmotor ist zur besseren Übersichtlichkeit der Darstellung in den Zeichnungen nicht enthalten.
Zur Freigabe des Schwenkbereiches eines Waffenrohres --17-- können derartige Behälter - entlang einer Bahn verfahren werden. In Fig. 7 ist ein hiefür geeigneter Rahmen --26-dargestellt, welcher auf Rollen --27-- und Schienen --28-- verfahrbar ist. Die Schienen --28-sowie die Rollen --27-- sind hiebei in einer Senke --29-- des Geländes enthalten, so dass sie in einem durch das Gelände geschützten Bereich liegen.
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