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Die Erfindung bezieht sich auf eine Rohrenteisungseinrichtung, mit einer als Hohlleitung ausgebildeten Einführungsfeder, einem am vorderen Ende der Einführungsfeder angebrachten
Enteisungskopf sowie mindestens einer mit der Einführungsfeder verbindbaren Energiequelle und einer Heisswasserzuführung, Heissluftzuführung, Druckwasserzuführung od. dgl., wobei der
Enteisungskopf ein Düsenkopf, insbesondere Sprühdüsenkopf, ist.
Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art (s. AT-PS Nr. 373651) ist ein nach und nach in die Rohrleitung einführbarer, durchmesserkleinerer, flexibler Schlauch vorgesehen, durch den warmes Wasser in die aufzutauende Rohrleitung eingedrückt wird. Weiters ist ein Auffangbe- hälter für das aus der Rohrleitung austretende Wasser vorhanden, wobei der flexible Schlauch mit der Druckseite einer saugseitig an den Auffangbehälter angeschlossenen Pumpe verbunden ist. Hiebei ist der Auffangbehälter als offene Wanne ausgebildet, in deren Wand ein mit der aufzutauenden Rohrleitung verbundenes Rohrstück befestigt ist, das im Auffangbehälter frei ausmündet, und der flexible Schlauch ist unmittelbar an den Druckausgang der Pumpe angeschlos- sen und dichtungsfrei mit seitlichem Spiel durch das Rohrstück in die aufzutauende Rohrleitung einführbar.
Nachteilig bei dieser bekannten Einrichtung ist, dass das Wasser in einem ausserhalb des Rohres befindlichen Behälter erwärmt und das in diesem Behälter erwärmte Wasser in einem
Flüssigkeitskreislauf, der eine Pumpe enthält, einerseits umgewälzt und anderseits in das aufzutauende Rohr getrieben wird. Mit dieser bekannten Einrichtung lassen sich längere Leitungsstrecken nur mit grossem Aufwand an Wärmeenergie und Druckenergie auftauen. Ausserdem ist auch dann nicht unbedingt ein einwandfreier Betrieb gewährleistet, da das aufzutauende Rohr, wenn es z. B. aus Kunststoff besteht, wegen des Fehlens entsprechender Regelungsmöglichkeiten für Druck und Temperatur des geförderten Wassers beschädigt werden kann. Darüber hinaus besteht bei dieser bekannten Einrichtung unter Umständen die Gefahr eines Knickens des Schlauches.
Eine andere ähnlich aufgebaute Einrichtung ist aus der FR-PS Nr. 2. 223. 519 bekannt. Bei dieser bekannten Einrichtung erfolgt die Erwärmung der dem aufzutauenden Rohr zugeführten erwärmten Flüssigkeit in einer beheizten Rohrschlange. Diese bekannte Einrichtung hat ähnliche Nachteile, wie die Anordnung nach der vorgenannten AT-PS.
Bei der aus der US-PS Nr. 4, 124, 039 bekannten Anordnung ist der Umstand nachteilig, dass dort ein geschlossenes System für den Kreislauf des erwärmten Wassers vorliegt, und dass die Gefahr von Unterdruck entsteht, wenn von der Pumpe mehr Wasser angesaugt wird, als in den Vorratsbehälter zurückströmt. Dabei entsteht die Gefahr, dass sich der flexible Schlauch, der in die aufzutauende Rohrleitung eingeführt wird, verformt und in weiterer Folge noch weniger Wasser in den Kreislauf strömen kann.
Die US-PS Nr. l, 059, 370 zeigt einen starr in einen Behälter eingebauten Heizstab, der z. B. zum Auftauen von Dachrinnenteilen und Rohrabschnitten bzw. zum Verhindern eines Einfrierens derselben beheizt werden kann. Nachteilig bei dieser örtlich begrenzt wirkenden Einrichtung ist, dass sie eine verhältnismässig hohe Leistung aufweisen muss, um auch nur einen relativ kleinen Abschnitt eines Rohres auftauen zu können, dass sie spezielle Befestigungs- und Dichtungsvorrichtungen erfordert und dass sie für Wartungsarbeiten lösbar befestigt sein muss. Diese bekannte Einrichtung ist ziemlich kompliziert aufgebaut, hat grosse Abmessungen und nur geringen Wirkungsgrad.
Die US-PS Nr. 3, 275, 247 zeigt eine Reinigungsvorrichtung mit einem mehrere Austrittskanäle aufweisenden Düsenkopf. Durch diese bekannte Vorrichtung kann zwecks Reinigung eines Rohres oder Behälters unter Druck stehende oder ausserhalb des zu reinigenden Rohres bzw. Behälters erwärmte Flüssigkeit ausgepresst werden. Nachteilig bei dieser bekannten Anordnung ist, dass sie zum Auftauen von längeren Rohrstrecken in den meisten Fällen nicht wirtschaftlich genug eingesetzt werden kann, weil z. B. die Wärmeverluste über solche Strecken sehr hoch sind. Ausserdem ist der komplizierte Mechanismus des Düsenkopfes dieser bekannten Anordnung anfällig für Störungen und erfordert häufige Wartung.
Aus der DE-PS Nr. 740471 ist ein Gerät zum Auftauen eingefrorener Wasserleitungen und Kanäle, insbesondere Strassenhydranten, bekannt. Hiebei sind zwei mit ihren freien Enden an den Eiskern der Leitung herangeschobene, isoliert zusammenhängende stabförmige Leiter vorgesehen,
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in deren elektrischen Stromkreis eine zuvor an den Eiskern herangebrachte Natriumverbindung als Widerstand eingeschaltet ist, so dass die in bekannter Weise mit dem Eiswasser sich bildende
Sole alsbald in der Sprudelhitze zwischen den freien Enden der Stableiter zirkuliert und bei andauerndem Nachschieben letzterer den Eiskern in deren Umgebung zum schnellen Schmelzen bringt.
Nachteilig bei diesem bekannten Gerät ist, dass es wegen der stabförmigen Ausbildung der Leiter nur für kurze bzw. offene Leitungsstrecken verwendbar ist und dass unter allen Um- ständen chemische Substanzen eingesetzt werden müssen.
Ziel der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten Anordnungen zu vermeiden und eine Rohrenteisungseinrichtung zu schaffen, die einfach herstellbar und praktisch wartungs- frei ist und bei der ein Knicken der Einführungsfeder mit Sicherheit verhindert wird. Weiters soll insbesondere der Düsenkopf der Rohrenteisungseinrichtung äusserst rohrschonend ausgebildet sein.
Diese Ziele werden erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass in den Düsenkopf eine von wenigstens zwei nebeneinanderliegenden Drahtösen gebildete elektrische Widerstandsheizung einge- baut ist, dass die als Stromzuführung zum Enteisungskopf ausgebildete Einführungsfeder an ihrer Aussenseite mit Halteschlaufen, Haltefortsätzen od. dgl. versehen ist, und dass bei einem als Sprühdüsenkopf ausgebildeten Düsenkopf im Bereich der Sprühdüsen eingeklebte Röhrchen aus rostfreiem Stahl vorgesehen sind.
Die erfindungsgemässe Einrichtung hat folgende Vorteile :
1. Durch einen Regeltrafo kann die in den Enteisungskopf eingebaute elektrische Widerstands- heizung in höchst effizienter und ungefährlichen Weise an Ort und Stelle betrieben werden.
2. Durch das Vorsehen von Halteschlaufen bzw. Haltefortsätzen an der Einführungsfeder wird ein Knicken der Einführungsfeder und damit eine Beschädigung der Stromzuführung zu der im Enteisungskopf eingebauten elektrischen Widerstandsheizung vermieden.
3. Dadurch, dass der Sprühdüsenkopf im Bereich der Sprühdüsen mit eingeklebten Röhr- chen aus rostfreiem Stahl versehen ist, wird eine wesentliche Erhöhung der Lebens- dauer des Enteisungskopfes erreicht, in den eine elektrische Widerstandsheizung einge- baut ist.
Der Hauptvorteil der erfindungsgemässen Einrichtung besteht darin, dass mit ihr unter anderem wegen ihrer Leistungsfähigkeit und Kompaktheit auch über lange und enge Rohrleitungen mit sehr geringem Energieaufwand eine sichere Enteisung erzielt wird. Die bekannten Enteisungsbzw. Rohrreinigungseinrichtungen können unter anderem wegen einer gewissen Störanfälligkeit bzw. wegen ungünstigerer thermischer Verhältnisse nur relativ kurze Rohrstrecken bewältigen.
Zusammenfassend wird festgestellt, dass die erfindungsgemässe Kombination auf besonders effiziente, energiesparende und betriebssichere Weise die oben genannten Ziele erreicht.
Die Erfindung soll nun an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden. In diesen zeigen Fig. 1 eine schematische Darstellung einer im Einsatz befindlichen Rohrenteisungseinrichtung nach der Erfindung, Fig. 2 eine vergrösserte Detaildarstellung aus Fig. 1 mit einfachem Enteisungskopf, Fig. 3, 4 und 5 schematische Darstellungen von verschiedenen Ausführungsformen von Enteisungsköpfen nach der Erfindung, Fig. 6 Ausführungsbeispiele für Abstützungsfortsätze an der Einführungsfeder der erfindungsgemässen Rohrenteisungseinrichtung, Fig. 7 einen Längsschnitt durch einen als Sprühkopf ausgebildeten Enteisungskopf nach der Erfindung und Fig. 8 einen Halbschnitt entlang der Linie A-B in Fig. 7.
Fig. l zeigt eine Rohrenteisungseinrichtung --1-- nach der Erfindung, die aus einer als Hohlleitung ausgebildeten, von einer Trommel --T-- abwickelbaren Einführungsfeder --2--,
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in Form eines Regeltransformators --R-- beteht. Der Regeltransformator-R-- wird über ein Kabel-K-an eine Steckdose--E--angeschlossen. Mit-4-- ist das teilweise enteiste und noch weiter zu enteisende Rohr und mit --5-- das im Rohr befindliche Eis bezeichnet. Die Pfeile I deuten den Rückfluss des beim Schmelzprozess gewonnenen Enteisungswassers an. Ausserdem erfolgt über den gleichen Weg die Rückführung des Heisswassers bzw. des Druckwasser.
Die Fig. 2 bis 5
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zeigen Rohrenteisungseinrichtungen, die nach dem"Tauchsiederprinzip"funktionieren. Dabei schmelzen die in den Fig. 2 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiele durch elektrisch erwärmte Drahtösen --6-- aus Draht das Eis direkt, während die in einer Umhüllung --20-- nebeneinander- liegenden Drahtösen --6'-- bzw. aus mehreren Drahtösen --6"-- gebildeten Heizwendeln das aus der Druckwasserzuführung --7-- stammende Wasser zusätzlich erwärmen und mit Hochdruck aus der Düsenöffnung --8-- ausströmen lassen. Mit --9-- ist eine die Druckwasserzuführung und die elektrischen Leitungen --10-- umgebende Isolierhülle --11-- angedeutet.
In Fig. 6 sind Halteschlaufen --13-- und Haltefortsätze --12-- dargestellt, die an der Aussenseite der Einführungsfeder angebracht sind. Aus den Fig. 7 und 8 ist ein Enteisungskopf in Form eines Sprüh-
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gespeist und ist aber auch selbst elektrisch beheizt (nicht dargestellt). Damit der Enteisungskopf in seiner Handhabung ungefährlich bleibt, soll die Ausgangsspannung des Regeltransformators --R-- nicht mehr als 47 V betragen. Bei der Ausführungsform nach den Fig. 7 und 8 kann der Düsenkopf --14-- aus Aluminium gefertigt und im Bereich der Sprühdüsen mit eingeklebten Röhrchen --19-- aus rostfreiem Stahl versehen sein.