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Die Erfindung betrifft eine Schaltung mit zwei im Abstand zueinander angeordneten Schalwänden, die durch wenigstens zwei dazwischen angeordnete, voneinander distanzierte mechanische Spreizeinrichtungen gegeneinander verspreizbar sind.
Derartige bekannte Spreizeinrichtungen sind als Gewindespindel ausgebildet, die unter senkrecht zur Schalwandebene verlaufender Anlage zueinander verdreht werden, bis die gewünschte Spreizung bzw. Distanzierung der beiden Schalwände erreicht ist. Dieser Vorgang ist wenigstens viermal zu wiederholen, wobei bei dieser aufwendigen Manipulation jedes Mal die Gefahr einer verkanteten Anlage der Gewindespindel an die Schalwände besteht, was unter ungünstigen Umständen insbesondere durch den Druck des an die Aussenseite der Schalwände anschliessenden Betons zu einer Verschiebung der Schalwände führen kann. Ein weiteres Problem liegt auch in der Entschalung, wobei nach der Entfernung der Gewindespindeln erst durch Anklopfen an die Schalwände deren mühsame Lösung vom Beton erreicht werden muss.
Aus dem Grabenstahlverbau (DE-OS 2722260) ist es zur kranlosen, planparallelen Verstellung der Grabenplatten zwecks De- und Remontage bekannt, die Platten durch ein sich kreuzendes Hebelgestänge zu verbinden, das seinerseits im Kreuzungspunkt mit einem Gelenk ausgebildet ist. Durch diese Anordnung ist zwar der planparallele Plattenabstand gewährleistet, jedoch kann durch das Hebelgestänge selbst eine Arretierung in der Endstellung nicht erreicht werden.
Hiezu sind gesonderte Streben erforderlich, so dass für die Errichtung des Verbaus mehrere Arbeitsgänge erforderlich sind.
Die Aufgabe der Erfindung liegt nun darin, eine Schalung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die unter Vermeidung oben genannter Nachteile rasch und einfach spann-und entspannbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Spreizeinrichtung jeweils aus einem mittig zwischen den Schalwänden und senkrecht zu deren Längsrichtung verlaufenden Träger mit einem im oberen Endbereich angeordneten Aufnahmeelement zur Befestigung eines Kranhakens, Gehänges od. dgl. gebildet und der Träger in zwei in dessen Längsrichtung voneinander distanzierten Bereichen je über ein Distanzhebelpaar gelenkig mit den Schalwänden verbunden ist, wobei die senkrecht zur Schalwandebene verschwenkbaren Distanzhebel wenigstens eines Paares durch eine Spann- bzw. Blockiereinrichtung wahlweise in ihrer Verschwenkbarkeit blockierbar sind.
Durch diese Ausbildung wird eine aus Schalwänden und Spreizeinrichtung gebildete Schalungseinheit geschaffen, die mit einem Minimum an Manipulationen rasch aufstell- und auch wieder rasch und einfach entfernbar ist. Von ganz besonderem Vorteil ist, dass nunmehr die Schalungseinheit nach Lösen der Blockiereinheit mit Motorkraft für die Entschalung "gezogen" werden kann. Das heisst, dass durch die Verbindung eines Kran-Spezialgehänges mit den Aufnahmeelementen der Träger unter Hochziehen derselben ein selbsttätiges Losreissen der Schalwände erfolgt.
Ein weiterer Vorteil ist aber auch noch darin zu sehen, dass durch die Bildung einer kompakten, einteiligen Schalungseinheit die eingangs erwähnte Gefahr einer Verschiebung der Schalwände zuverlässig ausgeschlossen ist. Darüber hinaus ist auch eine wesentlich vereinfachte Anordnung der erfindungsgemäss ausgebildeten Schalungseinheiten unter Zentrierung derselben übereinander möglich.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Spannbzw. Blockiereinrichtung als den Träger umfassende Schiebemuffe ausgebildet ist, die durch eine am Träger lösbar befestigte und an der Schiebemuffe angelenkte Hebelanordnung in Trägerlängsrichtung verschiebbar und mit Spannhebeln gelenkig verbunden ist, die mit ihrem der Schiebemuffe gegenüberliegenden Endbereich jeweils mit der Verbindungsstelle von Distanzhebel und Schalwand gelenkig verbunden sind. Eine derartige Spann- bzw. Blockiereinrichtung ist unter relativ einfacher Ausbildung unter Ausnutzung der Hebelwirkung zur Übertragung grosser Spreizkräfte geeignet, so dass auch bei entsprechend grosser und schwerer Ausbildung der Schalwände eine von Hand aus durchführbare Distanzierung der beiden Schalwände möglich ist.
Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der Träger einen Anschlag zur Begrenzung des Verschiebeweges der Schiebemuffe aufweisen. Mit einem derartigen Anschlag wird die durch das Hochziehen der Träger eingeleitete Entschalungsbewegung der beiden Schalwände unter Verringerung ihres Abstandes zueinander begrenzt. Auf diese Weise ist die
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nach erfolgter Positionierung der Schalung wieder durchzuführende Verspannung mit einem geringeren Weg rascher durchzuführen.
Die an der Schiebemuffe angelenkte Hebelanordnung kann gemäss einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung eine gelenkig mit der Hebelanordnung verbundene Lasche aufweisen, deren über die Anlenkstelle der Hebelanordnung mit der Schiebemuffe hinausreichendes Ende einen quer zur Trägerlängsrichtung verlaufenden Bolzen aufweist, der zum Hochschieben der Schiebemuffe bzw. zum Verspannen der Schalwände über die Hebelanordnung an einem am Träger befestigten Haken fixierbar ist. Mit dieser Ausbildung ist bei einer raschen und einfachen Lösbarkeit eine sehr stabile Verbindung zur Übertragung hoher Kräfte herstellbar.
Entsprechend einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung kommt im hochgeschobenen bzw. verspannten Zustand der Schiebemuffe die Hebelanordnung an den Träger zur Anlage, wobei die Anlenkstelle der Hebelanordnung mit der Schiebemuffe weiter vom Träger distanziert ist als die beiden Anlenkstellen der Lasche. Mit einer derartigen Ausbildung ist nach Überschreitung einer Totpunktlage eine automatische Fixierung der Hebelanordnung in ihrer die Schiebemuffe in der höchsten Stellung haltenden Lage gegeben, so dass keine zusätzliche Absicherung, auf die unter Umständen vergessen werden könnte, erforderlich ist.
Gemäss einer andern vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung sind die beiden Träger der Spreizeinrichtung in ihrem oberen Endbereich durch eine Stange miteinander verbunden.
Mit dieser Verbindung der beiden Spreizeinrichtungen ist auch die Aufnahme von beim Hochziehen der Schalungseinheit einwirkenden, in Längsrichtung der Stange verlaufenden Querkräften möglich, ohne dass es zu einer Biegebeanspruchung der verschiedenen Hebel kommt.
Schliesslich besteht noch eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung darin, dass die am unteren, den Aufnahmeelementen gegenüberliegenden Endbereich des Trägers angelenkten Distanzhebel an einen oberhalb ihrer Anlenkstelle am Träger angeordneten Anschlag anlegbar sind. Mit derartigen Anschlägen ist eine genaue Lagefixierung auch der unteren Distanzhebel erzielbar.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungbeispieles näher beschrieben. Es zeigen Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäss ausgebildeten Schalung mit verspreizten Schalwänden, Fig. 2 eine Seitenansicht der Schalung gemäss Fig. l, wobei die beiden Schalwände im entspannten Zustand für die Entschalung vorliegen, Fig. 3 eine schematisch dargestellte Draufsicht auf die Schalungseinheit, Fig. 4 und 5 jeweils eine vergrösserte Seitenansicht der Spreizeinrichtung.
Eine in Fig. 1 und 2 ersichtliche Schalung-l-besteht im wesentlichen aus, den beiden jeweils eine Aussenseite --2-- aufweisenden Schalwänden --3-- und zwei mittig zwischen diesen angeordneten Spreizeinrichtungen --4--. Diese bestehen jeweils aus einem vertikalen bzw. parallel zur Ebene der Schalwände --3-- verlaufenden Träger --5--, der in seinem oberen Endbereich ein als Lasche --6-- ausgebildetes Aufnahmeelement --7-- zur Befestigung eines Kranhakens oder eines Spezialgehänges aufweist. Sowohl im oberen als auch unteren Endbereich des Trägers --5-- ist jeweils ein Paar von Distanzhebeln --8-- angelenkt, die mit ihrem dem Träger gegenüberliegenden Ende jeweils mit einer Schalwand --3-- gelenkig verbunden sind.
Die Verschwenkebene dieser Distanzhebel verläuft senkrecht zu den Schalwänden --3--. Die oberen Distanzhebeln --8-- sind im Bereich ihrer Anlenkstelle --9-- mit den Schalwänden --3-- jeweils mit einem Spannhebel --10-- verbunden, der mit seinem andern Ende an einer den Träger --5-- umfassenden und in dessen Längsrichtung verschiebbaren Schiebemuffe-11-angelenkt ist.
Diese ist durch Anschläge --23-- und durch einen Anschlag --13-- in ihrem Verschiebeweg begrenzt. Desweiteren ist auf der Schiebemuffe-11-eine Spann-bzw. Blockiereinrichtung-14- vorgesehen, die durch eine in den Fig. 4 und 5 näher dargestellte Hebelanordnung --15-- gebildet ist. Diese Hebelanordnung --15-- ist mit einer vorderen bzw. oberen Anlenkstelle --16-- an einer mit der Schiebemuffe --11-- verbundenen Lasche --17-- und mit einer weiteren Anlenkstelle --18-- mit zwei Laschen --19-- verbunden, die mit ihrem oberen Ende mit einem quer zur Trägerlängsrichtung verlaufenden Bolzen --20-- verbunden sind. Beide Spreizeinrichtungen --4-sind unter Bildung eines Spezialgehänges durch eine Stange --21-- miteinander verbindbar, die z.
B. jeweils in eine am Träger --5-- vorgesehene Bohrung --22-- einschiebbar und durch
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einen nicht dargestellten Bolzen fixierbar ist. Auch kann zu diesem Zweck die Stange --21-mit senkrecht abstehenden Laschen ausgebildet sein, welche ihrerseits durch einen Bolzen an der Spreizeinrichtung --4-- fixierbar sind.
Um die beiden Schalwände-3-- in ihrer für die Betonierungsarbeiten erforderlichen Endposition zueinander verspannen zu können, wird die Hebelanordnung --15-- jeder Spreizeinrichtung --4-- nach unten gedrückt, nachdem die Lasche --19-- mit dem Bolzen --20-- auf den Haken --12-- aufgelegt wurde. Dabei kommt es unter Überwindung der Anlenkstelle --18-- eines Totpunktes (Anlenkstelle --16--) zu einem Hochschieben der Schiebemuffe --11-- mit samt den Distanz- und Spannhebeln --8, 10--. Diese Hebelverlagerung bewirkt eine Distanzierung der beiden Schal wände --3-- in ihre in Fig. 1 ersichtliche Endposition.
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um die Anlenkstelle --16-- hochgeschwenkt werden. Nach der damit verbundenen Hochführung der Lasche --19-- kann diese vom Haken --12-- weg geschwenkt werden.
Anschliessend wird die das Spezialgehänge bildende Stange --21-- an beiden Enden mit einer Spreizeinrichtung --4-verbolzt und dann die gesamte Schalung mit einem Bagger oder Kran hochgezogen. Dabei übernimmt die Spreizeinrichtung selbst vorerst die komplette Entschalungsarbeit, wobei die Zugkraft für die Entschalung wesentlich kleiner ist als die dazu erforderliche Kraft zur Anhebung der gesamten Schalung. Damit ist gewährleistet, dass mit einem Arbeitshub zuerst die Entschalung und dann erst die in sich zusammengezogene Schalung gehoben wird. Die zu erwartende Lebensdauer der Spreizeinrichtungen ist relativ hoch, wobei nur wenig Wartung erforderlich ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schalung mit zwei im Abstand zueinander angeordneten Schalwänden, die durch wenigstens zwei dazwischen angeordnete, voneinander distanzierte mechanische Spreizeinrichtungen gegeneinander verspreizbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Speizeinrichtung (4) jeweils aus einem mittig zwischen den Schalwänden (3) und senkrecht zu deren Längsrichtung verlaufenden Trägern (5) mit einem im oberen Endbereich angeordneten Aufnahmeelement (7) zur Befestigung eines Kranhakens, Gehänges od. dgl. gebildet und der Träger (5) in zwei in dessen Längsrichtung voneinander distanzierten Bereichen je über ein Distanzhebelpaar (8) gelenkig mit den Schalwänden (3) verbunden ist, wobei die senkrecht zur Schalwandebene verschwenkbaren Distanzhebel (8) wenigstens eines Paares durch eine Spann- bzw.
Blockiereinrichtung (14) wahlweise in ihrer Verschwenkbarkeit blockierbar sind.