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Die Erfindung betrifft ein Modelloperationsgerät für die Osteotomie des Oberkiefers, mit einem Grundgestell, an welchem die Lage der beiden Kiefergelenkpfannen einstellbar ist.
In der Zahntechnik sind Artikulatoren üblich, bei denen die Lagerung eines Oberkieferteiles derart erfolgt, dass die daran ausgebildeten Gelenkpfannen auf gerätefeste vertikale Zapfen aufgesetzt werden, deren oberes Ende kugelförmig ausgebildet ist. Diese Zapfen entsprechen in Grösse und Abstand in etwa den Gelenkköpfen des Kiefergelenkes und definieren somit eine der Scharnierachse des Kiefergelenkes entsprechende horizontale Schwenkachse.
Für die Durchführung von Modelloperationen im Kieferbereich sind derartige Artikulatoren nur bedingt verwendbar. Wesentlich für solche Modelloperationen ist es nämlich, festzustellen, ob eine vorgesehene operative Massnahme zu der gewünschten verbesserten Okklusion der oberen und unteren Zahnreihen führt, ohne dass die Funktion der Kiefergelenke beeinträchtigt wird. Hiezu geht man am besten so vor, dass man die hergestellten Modelle des Oberkiefers und Unterkiefers in der angestrebten Okklusionsstellung miteinander verbindet und überprüft, zu welchen Veränderungen im Gelenksbereich eine solche Verbindung führen würde. Anschliessend wird festgestellt, durch welche operative Massnahmen (unter Beibehaltung der angestrebten verbesserten Okklusion) im Gelenksbereich wieder normale Verhältnisse herstellbar wären.
Die Durchführung des skizzierten Programms ist mit einem herkömmlichen Artikulator nicht möglich, da bei diesem das Innere der Gelenkspfannen durch die zur Lagerung der Scharnierachse dienenden Gelenkköpfe unzugänglich ist. Aus der AT-PS 386 333 ist es jedoch bereits bekannt geworden, den die Gelenkspfannen repräsentierenden Bereich von unten zugänglich zu machen. Fertigt man dabei die Gelenkspfannen aus durchsichtigem Material, bespielsweise aus Acrylglas, so ist es ohne weiteres möglich, die Relativbewegung zwischen den Gelenkköpfen des Unterkiefermodells und der Fossa bei Verschwenken des Oberkieferteiles des Artikulators zu beobachten und die Zulässigkeit einer geplanten operativen Massnahme zu beurteilen.
Im Anfangsstadium der Modelloperation, in welchem noch grössere Auslenkungen der Gelenkköpfe des Unterkiefermodells von der Sollage erfolgen, genügt es nicht, die Gelenkpfannen von unten zugänglich zu machen, es müssen vielmehr auch Abweichungen der Gelenkköpfe nach oben vorübergehend zulässig sein. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Kiefergelenkspfannen durch ein rahmenförmiges Visierfeld repräsentiert werden, in welchem ein Fadenkreuz aus elastischen Fäden oder die Spitze eines Messstabes die Sollage der Gelenkköpfe definieren.
Die Einrichtung nach der AT-PS 386 333 hat sich für Modelloperationen des Unterkiefers bereits bewährt.
Hiebei werden zweiteilige Kieferwinkelschablonen verwendet, wobei die Trennebene zwischen den beiden Teilen der bei der sagittalen Unterkiefer-Osteotomie erfolgenden Spaltung entspricht. Die beiden Teile werden so lange gegeneinander verstellt, bis die gewünschte Okklusion unter Aufrechterhaltung einer anatomisch und physiologisch vertretbaren Lage der Gelenkköpfe des Unterkiefers in den Gelenkpfannen erreicht ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, auch bei Oberkiefer-Osteotomien feststellen zu können, welche Folgen eine dreidimensionale Verschiebung der Knochenschnitte durch die Kieferhöhlenwandungen und Nasenwände für die gegenseitige Lage von Gelenkköpfen und Gelenkpfannen des Unterkiefers hat. Erfindungsgemäss ist hiezu vorgesehen, dass von der Seite in die Osteotomieebene eine in drei zueinander orthogonale Richtungen verschiebbare, kardanisch gelagerte, in ihrer Ebene drehbare Scheibe ragt, an welcher ein mit einem Unterkiefermodell verschlüsseltes Oberkiefermodell fixierbar ist.
Vorzugsweise ist dabei zur Registrierung von Änderungen der Ausganglage der Scheibe eine Messplatte seitlich einschiebbar, welche von mindestens drei Messnadeln durchsetzt ist, welche an der Scheibe anliegen.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ermöglicht es dem Operateur, festzustellen, durch welche Kombination von Massnahmen am Ober-und/oder Unterkiefer eine angestrebte Okklusion ohne Beeinträchtigung der Gelenkfunktion zu erzielen ist. Stellen sich diese Massnahmen als zu radikal heraus, erlaubt es das Gerät, den optimalen Kompromiss zwischen operativen Massnahmen und erzielbarer Okklusion zu bestimmen.
Einzelheiten der Erfindung werden anschliessend anhand der Zeichnung dargestellt. In dieser zeigt :
Fig. 1 ein Modelloperationsgerät (mit verschlüsseltem Ober- und Unterkiefermodell) von der Seite,
Fig. 2 (mit Oberkiefermodell) von vorne, und
Fig. 3 ein Modelloperationsgerät von oben ;
Fig. 4 und 5 zeigen die kardanisch gelagerte Scheibe von unten und im Querschnitt.
Das Grundgestell, in welchem im vorliegenden Fall die Lage der Kiefergelenkpfannen einstellbar ist, besteht aus einer Grundplatte (6), welche Säulen (22) trägt, deren Höhen durch eine Hülse (23), die mit einem Indexbolzen versehen ist, sowie einer Feststellmutter (24) veränderlich ist. An den Säulen (22) ist mittels einer Achse (12) ein Revolver (21) gelagert, der es erlaubt, anstelle von am Lagerbügel (1) mittels einer Achse (2) gelagerter Visierfelder (3) Gelenkzapfen (11) nach vorne zu schwenken, sodass das Grundgestell auch als üblicher Artikulator verwendet werden kann. Im folgenden wird diese Möglichkeit nicht mehr dargestellt, um die Beschreibung nicht unnötig kompliziert zu machen.
Die Fadenkreuze (18) in den Visierfeldem (3), die in Fig. 3 sichtbar sind, definieren die Sollage der Gelenkköpfe (4) des Unterkiefermodells (5). Da die Fadenkreuze (18) durch Gummifäden gebildet sind, erlauben sie Abweichungen der Gelenkköpfe (4) von der Sollage während der Anfangsphase der Modelloperation.
Um Modelloperationen des Oberkiefers durchführen zu können, wird das beschriebene Grundgestell, welches die Lage der Kiefergelenkpfannen speichert und damit die Sollage der Gelenkköpfe definiert, mit einem Gestell
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(7) über eine Verschraubung (25) verbunden. Das Gestell (7) trägt an seiner von vorne gesehen linken Seite eine Halterung für die aus gelochtem Acrylglas bestehende Messplatte (15). Diese Halterung besteht im wesentlichen aus einer Säule (13), an welcher die Platte (15) mittels einer Rändelschraube (20) befestigt ist.
Diese Platte kann in überprüfbarem Ausmass um eine Achse (29) geschwenkt werden. Ihr Zweck ist es, mittels Messnadeln (17) Veränderungen in der Stellung der Scheibe (8) festzustellen, welche das wesentlichste Element der Erfindung bildet.
Die Scheibe (8), welche das Oberkiefermodell (16) trägt (üblicherweise verschlüsselt mit dem Unterkiefermodell (5)), ist an einer Tragstange (28) in später genauer beschriebener Weise befestigt. Diese Tragstange (28) ist an einem Querbalken (27) in seitlicher Richtung und zusammen mit diesem an einem Längsbalken (26) in Längsrichtung verschiebbar. Die Höhenverstellung von Längs- und Querbalken erfolgt entlang einer Säule (19).
Im Rahmen der Erfindung weniger bedeutsame Messstifte (9 und 10) erlauben es, die Lage der Unterseite und der Vorderseite des Unterkiefermodells (5) zu registrieren.
In Fig. 4 und 5 ist die erfindungswesentliche Scheibe (8) und deren Lagerung genauer dargestellt. Die Scheibe (8) weist eine umlaufende Nut (37) auf, in welche ein ringförmiger Rahmen (30) mit einem Flansch (38) eingreift. Fixiert wird die Scheibe (8) im Rahmen (30) mittels der Schraube (33).
Die mit dem Rahmen (30) verbundene Scheibe (8) kann gegenüber diesem um ihre vertikale Mittelachse gedreht werden. Ausserdem besteht die Möglichkeit einer Drehung um die Achse der Tragstange (28) und einer Fixierung der erreichten Stellung mittels der Schraube (34). Die Drehung um eine hiezu normale Horizontalachse ist ebenfalls möglich. Hier erfolgt die Feststellung mittels der Schraube (35).
Die Befestigung des Oberkiefermodells (16) an der Scheibe (8) erfolgt in üblicher Weise nach dem sogenannten Quick-Split-Verfahren. Hiezu ist in der Scheibe (8) ein Magnet (31) angeordnet, welcher mit einer magnetisierbaren Einlage (36) im Oberkiefermodell (16) zusammenwirkt. Eine Schraube (32), welche den Magneten (31) in einem Gewinde durchsetzt, erlaubt eine vorsichtige Trennung der Teile (31 und 36) voneinander.
PATENTANSPRÜCHE 1. Modelloperationsgerät für die Osteotomie des Oberkiefers, mit einem Grundgestell, an welchem die Lage der beiden Kiefergelenkpfannen einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass von der Seite in die Osteotomieebene eine in drei zueinander orthogonale Richtungen verschiebbare, kardanisch gelagerte, in ihrer Ebene drehbare Scheibe (8) ragt, an welcher ein mit einem Unterkiefermodell (5) verschlüsseltes Oberkiefermodell (16) fixierbar ist.