AT394220B - Laermschutz-einhausung fuer verkehrswege, insbesondere strassen - Google Patents
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Description
AT 394 220 B
Die Erfindung betrifft eine Lärmschutz-Einhausung für Verkehrswege, insbesondere für Straßen, mit einen Verkehrskanal bildenden Seitenwänden und Abdeckungen sowie mit Belüftungseinrichtung, wobei die Seitenwände und/oder die Abdeckungen verkehrskanalseitig zumindest bereichsweise eine schallschluckende Innenverkleidung aufweisen. Die schallschluckende Innenverkleidung kann z. B. aus Vorgesetzten porösen Platten, insbesondere aber auch schallschluckenden Beton- oder Mörtelschichten, bestehen.
Die aus der Praxis bekannte Lärmschutz-Einhausung, von der die Erfindung ausgeht, ist ein langgestrecktes geschlossenes Bauwerk. Dabei können oberlichtartig oder in Seitenwandbereichen Glasscheiben angeordnet sein. Die Belüftung erfolgt durch einen ständigen Luftstrom in Längsrichtung/Verkehrsrichtung des Bauwerks, der durch an der Decke über der Fahrbahn angeordnete Strahlventilatoren oder bei starker Verkehrsdichte durch die Schubwirkung oder sogenannte Kolbenwiikung der einzelnen Fahrzeuge erzeugt wird. Die bekannten Maßnahmen mögen sich in lärmschutztechnischer Hinsicht bewährt haben, verlangen jedoch eine verhältnismäßig aufwendige schallschluckende Innenverkleidung. Wo der Verkehrsweg die Einhausung verläßt, kann es zu störenden Lärmaustritten und starken, für die Anwohner gesundheitsschädlichen Abgasaustritten in starker Konzentration kommen. Die Belüftung ist verbesserungsbedürftig und trägt zum Lärmschutz nicht bei. Im Gegenteil, es kommt vor, daß in erheblichem Maße Lärm mit dem aus den Ausfahrsöffnungen strömenden Luftstrom in die Umgebung übertragen wird. Auch die Belichtung genügt den Anforderungen nicht. Insoweit sind bei bekannten Lärmschutz-Einhausungen besondere Beleuchtungsmaßnahmen erforderlich, oder die Kraftfahrer sind gezwungen, das Fahrlicht des Kraftfahrzeuges einzuschalten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lärmschutz-Einhausung für Verkehrswege, insbesondere für Straßen, des eingangs beschriebenen grundsätzlichen Aufbaus zu schaffen, der in belüftungstechnischer und belichtungstechnischer Hinsicht allen Anforderungen genügt und darüber hinaus den Lärmschutzeffekt noch verbessert Außerdem soll die Einhausung architektonisch ein Bauwerk darstellen, das auch städtebauliche Anforderungen erfüllt und keinen langgestreckten und städtebaulich störenden Fremdkörper darstellt
Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß Seitenwandabschnitte und Abdeckungsabschnitte zu Verkehrskanalelementen zusammengefaßt sind, daß die Verkehrskanalelemente in Längsrichtung des Verkehrskanals unterschiedliche Verkehrskanalquerschnitte und dadurch gebildete Überlappungsbereiche aufweisen sowie mit einer Überlappung von mindestens 10 % angeordnet sind und daß die Belüftungseinrichtung aus Überlappungsspalten gebildet ist. Dadurch werden Abgase gleichmäßig in die Umgebung verteilt, wie bei einem Verkehrsweg ohne Einhausung, und Abgaskonzentration an den Einhausungsmündungen vermieden. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist die Anordnung so getroffen, daß die Überlappung einen Bereich von 10 bis 30 % ausmacht und daß der Unterschied der Verkehrsquerschnitte im Steigungsbereich 1/5 bis 1/3 liegt.
Die Verkehrskanalelemente haben bei der erfindungsgemäßen Lärmschutz-Einhausung eine Länge von etwa einem Meter bis zu einigen Metern oder mehreren Metern. Sie können vorgefertigt oder aus vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt sein. Es besteht auch die Möglichkeit, die Verkehrskanalelemente an Ort und Stelle, z. B. in Ortsbeton, zu errichten.
Erfindungsgemäß bilden die Überlappungsspalte, die über die gesamte Länge der Lärmschutz-Einhausung, soweit sie aus den beschriebenen Verkehrskanalelementen aufgebaut ist, angeordnet sind, die Belüftungseinrichtung. Die Überlappungsspalte tragen zum Lärmschutz bei. Das ist schon ohne weiteres, aber insbesondere dann der Fall, wenn nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung auch die Überlappungsbereiche eine schallschluckende Innenverkleidung aufweisen. Ohne weiteres und ohne Beeinträchtigung der Lärmschutzqualität können die Überlappungsspalte zugleich als Belichtungsspalte ausgelegt sein, die keiner Verglasung bedürfen, und zwar einerseits bezüglich der Spaltweite, andererseits bezüglich der Länge der Überlappungsbereiche. Im Rahmen der Erfindung liegt es, bereichsweise zwischen Verkehrskanalelementen Glasscheiben anzuordnen.
Im einzelnen bestehen im Rahmen der Erfindung mehrere Möglichkeiten der weiteren Ausbildung und Gestaltung. So sind nach bevorzugter Ausführungsform die Verkehrselemente, in Verkehrskanalrichtung betrachtet, mit einem im wesentlichen umgekehrt U-förmigen Querschnitt versehen. Sie können aber auch portalartig mit mehr oder weniger rechtwinkligen Ecken ausgeführt sein.
Bei der erfindungsgemäßen Lärmschutz-Einhausung sind die Verkehrskanalelemente als selbsttragende Bauteile ausgeführt. Dazu ist nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung die Anordnung so getroffen, daß die Verkehrskanalelemente statisch selbsttragende Stahlbetonschalen darstellen. Insbesondere können die Verkehrskanalelemente im Vertikalschnitt sowie im Horizontalschnitt kegelmantelförmig verlaufende Schnittflächen besitzen. Im Rahmen der Erfindung liegt es, die Verkehrskanalelemente statisch als Faltwerke auszuführen. Wo im Rahmen der Erfindung mit Verkehrskanalelementen gearbeitet werden soll, die eine möglichst geringe Wanddicke aufweisen, empfiehlt die Erfindung, daß die Verkehrskanalelemente verkehrskanalseitig Aussteifungsstege besitzen. Diese lassen sich ohne weiteres so anordnen, daß sie ihrerseits zum Lärmschutz und zum Blendschutz beitragen, und zwar insbesondere dann, wenn auch diese Aussteifungsstege eine schallschluckende Beschichtung aufweisen. Wie bereits erwähnt, können die Verkehrskanalelemente vorgefertigt oder aus vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt sein.
Die erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß erfindungsgemäß der Verkehrskanal nicht nur in lärmschutztechnischer Hinsicht, sondern auch in bezug auf Belüftung und Belichtung allen Anforderungen genügt. Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, daß einerseits an der erfindungsgemäßen Lärmschutz- -2-
AT 394 220 B
Einhausung vorbeistreichender Wind und andererseits verkehrsbedingte Luftströmungen im Verkehrskanal die Belüftung fördern. Der Austausch abgashaltiger Innenluft mit frischer Außenluft wird bei der erfindungsgemäßen Anordnung und Gestaltung der Überlappungsspalte besonders gefördert und beschleunigt durch die von den sich bewegenden Fahrzeugen zwangsweise mitgerissenen und mit Fahrgeschwindigkeit bewegten Luftmassen, denen 5 ein Staudruckfeld vorauseilt und ein Unterdruckfeld und Luftwirbelfeld nacheilt. Die dadurch vor den inneren Mündungen der Überlappungsspalte entstehenden Überdrücke, Unterdrücke und Luftgeschwindigkeiten führen zu Luftströmungen in den Überiappungsspalten, die abwechselnd nach außen und nach innen gerichtet sind und f dadurch den der erfindungsgemäßen Gestaltung der Umbauung eigenen und neuen zwangsweisen und selbsttätigen dezentralisierten Luftaustauscheffekt hervorrufen. Es versteht sich, daß bei einer Straße, die unterschiedliche 10 Fahrtrichtungen aufweist, die Steigung der Verkehrskanalquerschnitte, gleichsam von Fahrbahnseite zu ► Fahrbahnseite invers, so eingerichtet ist, daß die beschriebenen Luftströmungen sich einstellen. Durch Aus bildung von Staukammem und Staunischen sowie von Sogrillen vor den Innenöffnungen der Überlappungsspalten, insbesondere an den Seitenwänden, kann dieser Effekt noch wesentlich verstärkt werden. Die Verkehrskanalelemente lassen sich ohne weiteres so formen, daß auch die Entwässerung bei auffallendem Regen 15 keine Schwierigkeiten bereitet, nämlich leicht aufgefangen und abgeleitet werden kann. Die Verkehrskanalelemente selbst sind einfach und können auch einfach zum Verkehrskanal zusammengesetzt werden. - Im Rahmen der Erfindung ist ein Veikehrskanal auch ein Bauwerk, in welches ein Fahrzeug hinein und wieder heraus fahrt, z. B. eine Flugzeughalle.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung 20 ausführlicher erläutert Es zeigen in schematischer Darstellung
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Lärmschutz-Einhausung, ausschnittsweise,
Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch den Gegenstand der Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht des Gegenstandes der Fig. 1 aus Richtung des Pfeiles (A), 25 Fig. 4 entsprechend der Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Lärmschutz-Einhausung,
Fig. 5 entsprechend der Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch den Gegenstand der Fig. 4,
Fig. 6 entsprechend der Fig. 1 eine weitere Ausführungsform einer Lärmschutz-Einhausung,
Fig. 7 einen Horizontalschnitt in Richtung (B-B) durch den Gegenstand nach Fig. 6, 30 Fig. 8 eine Ansicht des Gegenstandes der Fig. 6 aus Richtung des Pfeiles (C),
Fig. 9 entsprechend der Fig. 6 eine nochmals andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Lärmschutz-Einhausung,
Fig. 10 einen Schnitt durch den Gegenstand der Fig. 9 entsprechend dem Schnitt der Fig. 7,
Fig. 11 entsprechend der Fig. 10 einen Schnitt durch eine weitere Lärmschutz-Einhausung, 35 Fig. 12 den Grundriß einer erfindungsgemäßen Lärmschutz-Einhausung in Form einer Flugzeughalle und Fig. 13 einen Vertikalschnitt durch den Gegenstand der Fig. 12.
Die in den Figuren dargestellten Lärmschutz-Einhausungen sind für Verkehrswege, insbesondere für Straßen bestimmt. Sie bestehen in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus Verkehrskanal bildenden Seitenwänden (1), 40 Abdeckungen (2) und Belüftungseinrichtungen (3). Die Seitenwände (1) und/oder die Abdeckungen (2) sind verkehrskanalseitig zumindest bereichsweise mit schallschluckenden Innenverkleidungen (4) versehen, was zeichnerisch lediglich in Fig. 1 als vergrößerter Ausschnitt dargestellt wurde.
Aus einer vergleichenden Betrachtung der einander zugeordneten Schnitte erkennt man, daß Seitenwandabschnitte (5) und Abdeckungsabschnitte (6) zu Verkehrskanalelementen (7) zusammengesetzt sind. Die 45 Anordnung ist so getroffen, daß die Verkehrskanalelemente (7) in Längsrichtung des Verkehrskanals unterschiedliche Verkehrskanalquerschnitte und Überlappungsbereiche (8) aufweisen. Sie sind mit Überlappung angeordnet. Die Überlappungsspalte bilden die Belüftungseinrichtung (3). Im Ausführungsbeispiel mögen auch die Überlappungsbereiche (8) eine schallschluckende Innenverkleidung aufweisen. Sie sind im übrigen gleichzeitig als Belichtungsspalte ausgelegt. In der Fig. 11 erkennt man, daß bereichsweise zwischen Verkehrs-50 kanalelementen (7) Glasscheiben (9) angeordnet sein können. Aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 3 und 8 entnimmt man, daß die Verkehrskanalelemente (7), in Verkehrsrichtung betrachtet, im wesentlichen umgekehrt U-förmige Querschnitte oder auch portalartige Rechteckquerschnitte aufweisen. Auf diese Weise wird der Verkehrsweg (U) gleichsam überbrückt. Die Überlappung liegt im Bereich von 10 bis 30 %. Der Unterschied der Veikehrsquerschnitte, der in den Fig. 1 und 2 durch den Winkel (a) verdeutlicht wurde, anders ausgedrückt die * 55 Steigung, liegt im Bereich von 1/5 bis 1/3.
Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung sind die Verkehrskanalelemente (7) statisch selbsttragende Stahlbetonschalen. Bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 10 sind die » Verkehrskanalelemente (7) im Vertikalschnitt sowie im Horizontalschnitt mit kegelmantelförmig verlaufenden
Schnittflächen (10) versehen, die auch zu einem Faltwerk (11) vereinigt sein können, wie es die Fig. 5 bis 10 60 verdeutlichen. In der Ausführungsform nach den Fig. 6 bis 8 erkennt man verkehrskanalseitig angeordnete Aussteifungsstege (12). -3-
Claims (10)
- AT 394 220 B Aus den Figuren insgesamt entnimmt man, daß die Verkehrskanalelemente (7) sowohl vorgefertigt als auch aus vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt oder auch in Ortbeton errichtet sein können. PATENTANSPRÜCHE 1. Lärmschutz-Einhausung für Verkehrswege, insbesondere Straßen, mit einen Verkehrskanal bildenden Seitenwänden und Abdeckungen sowie mit Belüftungseinrichtung, wobei die Seitenwände und/oder Abdeckungen verkehrskanalseitig zumindest bereichsweise eine schallschluckende Innenverkleidung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß Seitenwandabschnitte (5) und Abdeckungsabschnitte (6) zu Verkehrskanalelementen (7) zusammengefaßt sind, daß die Verkehrskanalelemente (7) in Längsrichtung des Verkehrskanals unterschiedliche Verkehrskanalquerschnitte und dadurch gebildete Überlappungsbereiche (8) aufweisen sowie mit einer Überlappung von zumindest 10 % angeordnet sind, und daß die Belüftungseinrichtung (3) aus Überlappungsspalten gebildet ist.
- 2. Lärmschutz-Einhausung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überlappung einen Bereich von 10 bis 30 % ausmacht und daß der Unterschied der Verkehrsquerschnitte im Steigungsbereich 1/5 bis 1/3 liegt.
- 3. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auch die Überlappungsbereiche (8) eine schallschluckende Innenverkleidung (4) aufweisen.
- 4. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Überlappungsspalte zugleich als Belichtungsspalte ausgelegt sind.
- 5. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bereichsweise zwischen den Verkehrskanalelementen (7) Glasscheiben (9) angeordnet und/oder Verkehrskanalelemente (7) durchsichtig ausgebildet sind.
- 6. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkehrskanalelemente (7) in Verkehrskanalrichtung betrachtet im wesentlichen U-förmige Querschnitte aufweisen.
- 7. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkehrskanalelemente (7) statisch als selbsttragende Stahlbetonschalen ausgebildet sind.
- 8. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkehrs-kanalemente (7) im Vertikalschnitt sowie im Horizontalschnitt kegelmantelförmig verlaufende Schnittflächen (10) aufweisen.
- 9. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkehrskanalelemente (7) verkehrskanalseitig mit Aussteifungsstegen (12) versehen sind.
- 10. Lärmschutz-Einhausung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkehrskanalelemente (7) vorgefertigt oder aus vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt sind. Hiezu 6 Blatt Zeichnungen -4-
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