AT398904B - Implantierbarer katheter - Google Patents
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Description
AT 398 904 B
Die Erfindung betrifft einen implantierbaren Katheter, der in den Körper eingebracht wird und in ihm zur Verabreichung flüssigor Arzneimittel verweilt.
Die Notwendigkeit, Wirkstoffe, z.B. Insulin oder Zytostatika, dem Organismus zuzuführen, ist in den letzten Jahren in zunehmenden Maße erkannt worden. Es handelt sich hierbei meist um länger dauernde bzw. auch lebenslange Therapien, die eine sichere Applikation vermittels eines implantierbaren Systems über lange Zeiträume erforderlich machen.
Bekannt sind intraperitoneale Katheter aus einem Katheterschlauch, der am distalen Ende seitliche Löcher mit axialen Abständen aufweist. Es hat sich gezeigt, daß die Löcher in vielen Fällen schon nach kurzer Zeit durch Wucherung des umgebenden Gewebes überdeckt und verschlossen werden, sodaß die Wirkstoffe den Katheter nicht oder nicht in hinreichendem Maße verlassen können. In der EP-PA 22370 wird eine Lösung beschrieben, um dieser Gefahr vorzubeugen. Sie besteht darin, den Katheterschlauch lösbar in einer Manschette aus flexiblen Material zu fixieren, die selbst im Unterhautfett fest verankert ist. Aus dieser Manschette wird der Katheter herausgezogen, wenn seine Löcher merklich zugesetzt sind. Ein neuer Katheter wird anschließend durch die Manschette eingeführt und durch sie fixiert.
Die Lösung gemäß DE-OS 3 446 033 sieht vor, zwischen den Löchern axial hintereinander Distanzelemente anzuordnen, um ein Überwuchern der Löcher zu verhindern.
In einer Firmenschrift "Venöses Groshong Port-Injektionssystem" (Medizintechnik Boehringer Ingelheim, DE) werden venöse Katheter dargestellt, die seitlich ihrer verschlossenen Spitze Schlitze aufweisen. Die Schlitze haben eine Ventilwirkung (sogenanntes Groshong 3-Positions-Ventil) ; sie sind nur bei der Infusion offen.
Ein Zurückfließen von Blut oder Luftembolien ist nicht möglich. Die Gabe von Heparin zum Offenhalten des Katheters ist nicht erforderlich.
Es ist weiterhin bekannt, implantierbare, arterielle Katheter, insbesondere Zuspritzkatheter, an ihrem distalen Ende mit einem Sicherheitsventil zu versehen.
So wird in der DE-OS 3 605 460 ein solches Ventil beschrieben, das von einem am Stirnende des Katheterschlauches angeordneten Spitzkegel mit in der Kegelspitze vorgesehenen Durchflußöffnungen und einer den Spitzkegel und das Schlauchende übergreifenden , auf den Schlauch festgelegten und im Spitzkegel bereich stirnseitig eine Durchflußöffnung aufweisenden Schutzkappe gebildet ist.
Alle diese Lösungen sind speziell ihren Anwendungsfällen angepaßt und verhindern auf die Dauer nicht zumindestens einen teilweisen Katheterverschluß. Für Katheter von implantierbaren Insulinpumpen sind keine Maßnahmen bekannt, die ein Überwuchern der Katheteröffnungen verhindern.
Ziel der Erfindung ist es, eine Unterbrechung der Arzneimittelverabreichung infolge distalen Katheterverschlusses zu verhindern.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, einen implantierbaren Katheter für Insulin-Konstantratenpumpen zu schaffen, dessen distales Ende so gestaltet ist, daß Zuwachsungen ausgeschlossen sind. Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß am distalen Ende des Katheters und im wesentlichen in Richtung seiner Längsachse, ein aus Kohlenstoffasern bestehendes Büschel angeordnet ist.
Zweckmäßig ist es, daß die Kohlenstoffasern eine Feinheit größer als 200 tex (mg/m) aufweisen und die gewichtsbezogene Faseroberfläche größer als 35 m2/g ist.
Weitere Ausgestaltungsmerkmale werden anhand des folgenden Ausführungsbeispiels erläutert.
In der zugehörigen Zeichnung zeigen Fig. 1 eine erste Ausführungsform des Katheters Fig. 2 eine zweite Ausführungsform des Katheters Gewählt wurde als Beispiel der Katheter einer implantierbaren Konstantraten- Insulinpumpe.
Er besteht aus einem Innenschiauch 1 aus Polyethylen und einem Außenschlauch 2 aus Silikonkautschuk. Der Außenschlauch 2 ist ein wenig kürzer als der Innenschlauch 1, so daß am distalen Ende 3 des Katheters ein Absatz verbleibt. Dieser Absatz ist ausgefüllt mit den äußeren Lagen eines Büschels 4 aus Kohlenstoffasern und mit einem Silikonkautschuk-Klebstoff. Die angrenzenden inneren Lagen sind durch denselben Klebstoff mit der Stirnwand des Innenschlauches 1 verklebt. Die den Kern bildenden Lagen bedecken die distale Öffnung des Innenschlauches 1. Das Büschelende 5 ist vermittels Silikonkautschuk so verklebt, daß sich eine kugelförmige Büschelkontur ausbildet (Fig. 1). So kann an einem Katheter mit einem Innendurchmesser von 0,4 mm und einem Außendurchmesser von 1,8 mm ein kugelförmiges Büschel 4 mit einem Durchmesser von 3 mm entstehen. Die Hüllfläche der Faserbüschelkontur beträgt dann unter Abzug der Polfiächen etwa 20 mm2. Faserförmiger Kohlenstoff besitzt auf Grund seiner Herstellung eine sehr große spezifische Oberfläche; sie beträgt bei den bekannten Oberflächenbehandlungsverfahren 40-65 m2/g.
Die Fasern werden textil verarbeitet. Daraus hergestellte Garne bestehen aus einer hohen Zahl von Einzelfäden, z.B. kann die Garnfeinheit 200 tex betragen. 2
Claims (7)
- AT 398 904 B Die Büschelkontur und die Befestigung am distalen Ende 3 können auch anders ausgeführt sein, wie Fig. 2 zeigt. Innenschiauch 1 und Außenschlauch 2 weisen die gleiche Länge auf. Der Außenschfauch 2 ist am distalen Ende 3 etwas aufgeweitet. In die Aufweitung sind die äußeren Lagen des Büschels 4 eingepreßt. Obwohl die Klemmung einen guten Sitz des Büschels 4 ermöglicht, kann zusätzlich Silikonkautschuk zum Verkleben eingesetzt werden. Eine Bündelung der Faserenden wie in Fig. 1 fehlt, so daß das Büschel 4 die Form einer Bürste aufweist. Die Wirkungsweise der beschriebenen Katheterformen ist folgende: Der Übertritt des Arzneimittels, im vorliegenden Beispiel Insulin, in das Blut bzw. in eine andere Körperflüssigkeit erfolgt großflächig an der gesamten Faseroberfläche des Büschels 4, das sind im obigen Beispiel etwa 5 m2. Eine Anlagerung makromolekularer Proteine und fortschreitend eine Verwachsung sind prinzipiell nur an der Konturfläche des Büschels 4 möglich. Da diese Fläche aber durch die Fasergestalt vielfach unterbrochen ist und infolge der hohen Beweglichkeit der Einzelfasern natürliche Bewegungen des umgebenden Mediums leicht zu Faserbewegungen führen, kann sich eine geschlossene Überwucherung des Katheterendes nicht einstellen. Der Verwachsungsprozeß wird ständig unterbrochen oder gestört. Der Strömungswiderstand für den Insulinfluß wird durch die Anordnung des Büschels 4 nicht erhöht. Auf Grund der vielfachen Flächenunterbrechung werden durch partielle Druckerhöhungen und die Kapillarwirkung strömungstechnisch günstige Austrittsbedingungen geschaffen. Patentansprüche 1. Implantierbarer Katheter, dadurch gekennzeichnet, daß an seinem distalen Ende (3) und im wesentlichen in Richtung seiner Längsachse, ein aus Kohlenstoffasern bestehendes Büschel (4) angeordnet ist.
- 2. Implantierbarer Katheter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern eine Feinheit größer als 200 tex (mg/m) aufweisen und die gewichtsbezogene Faseroberfläche größer als 35 m2/g beträgt.
- 3. Implantierbarer Katheter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Faserbüschel (4) eine kugelförmige oder ellipsoide Kontur besitzt und der Büschelauslauf (5) unter Verwendung eines biokompatiblen Klebstoff geformt ist.
- 4. Implantierbarer Katheter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Faserbüschel (4) bürstenförmig gestaltet ist.
- 5. Impiantierbarer Katheter nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Faserbüschel (4) mit dem Katheterschlauch (1 ;2) mittels eines biokompatiblen Klebstoffes verbunden ist.
- 6. Implantierbarer Katheter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der biokompatible Klebstoff Silikonkautschuk ist.
- 7. Implantierbarer Katheter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anfang des Faserbüschels (4) zwischen einem Innen- und Außenschiauch (1;2) des distalen Endes (3) eingeklemmt ist. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 3
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| ATA128190A ATA128190A (de) | 1994-07-15 |
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Family
ID=5612026
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| AT0128190A AT398904B (de) | 1989-09-04 | 1990-06-13 | Implantierbarer katheter |
Country Status (3)
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-
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- 1990-06-15 SE SE9002121A patent/SE9002121L/xx not_active Application Discontinuation
Also Published As
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