<Desc/Clms Page number 1>
Die vorliegende Erfindung betrifft neurotrophe Faktoren und insbesondere die Nukleinsäure- und die entsprechenden Aminosäuresequenzen für humanen, ziliären neurotrophen Faktor (CNTF) und ebenso die Verwendung derartiger Nukleinsäuresequenzen in rekombinanten Expressionssystemen zur vorübergehenden Herstellung von biologisch aktivem CNTF.
Schwere geistige und körperliche Behinderungen sind eine Folge des Absterbens von Nerven- oder Gliazellen im Nervensystem. Das Absterben von Nerven- oder Gliazellen kann durch die Nerven betreffende Degenerationskrankheiten wie Alzheimer'und Parkinson'Krankheit und multiple Sklerose, durch Ischämie
EMI1.1
hervorgerufen werden.
Neurotrophe Faktoren sind eine Molekülklasse, die das Überleben und die funktionale Aktivität von Nerven- oder Gliazellen fördern. Es gibt experimentelle Hinweise, dass neurotrophe Faktoren für die Behandlung zur Verhinderung des Absterbens von Nerven- oder Gliazellen oder Funktionsstörungen Infolge der oben aufgelistete Zustände von Nutzen sein werden. Appel, 1981, Ann. Neurology 10 : 499.
Der am besten charakterisierte solcher neurotropher Faktoren ist der Nerve Growth Factor (NGF). Es wurde gezeigt, dass NGF ein neurotropher Faktor für die cholinergischen Nervenzellen des Vorderhirns ist, die im Lauf von Alzheimer'Krankheit und mit zunehmendem Alter absterben. Der Verlust dieser Nervenzellen wird im allgemeinen als Ursache vieler Wahrnehmungsstörungen in Verbindung mit Alzheimer'Krank- heit und mit hohem Alter angesehen.
Tierversuche zeigen, dass NGF das Absterben von cholinergischen Nervenzellen Im Vorderhirn nach einer traumatischen Verletzung verhindert und dass NGF Wahrnehmungsverluste, die mit dem Alter auftre-
EMI1.2
: 275 ;329 : 65. Diese Ergebnisse lassen einen potentiellen klinischen Nutzen dieser neurotrophen Faktoren beim Menschen vermuten, und zwar bei der Behandlung von Wahrnehmungsverlusten infolge des Absterbens von cholinergischen Nervenzellen des Vorderhirns durch Krankheit. Verletzung oder Alter.
Die Verwendung von neurotrophen Faktoren wird durch ihre Spezifität für nur solche Subpopulation von Nervenzellen verkompliziert, die die richtigen Membranrezeptoren besitzen. Die meisten Nervenzellen im Körper besitzen keine NGF-Rezeptoren und reagieren anscheinend nicht auf diesen neurotrophen Faktor.
Es ist daher von ausserordentlicher Bedeutung, neue neurotrophe Faktoren zu entdecken, die das Überleben von anderen Arten von Nerven- oder Gliazellen unterstützen als NGF.
Es wurde nach neuen neurotrophen Faktoren bezüglich ihrer Fähigkeit, das Überleben von Nervenzellen, die nicht auf NGF reagieren, in Kultur zu unterstützen, gesucht. Ein weit verbreiteter Test zum Durchmustern von Proben ist darauf ausgerichtet, Faktoren zu entdecken, die das Überleben von motorischen Neuronen des Ziliarganglions fördern, die die Skelett- oder glatte Muskulatur innervieren. Diese Nervenzellen des Ziliarganglions gehören zum parasympatischen Nervensystem und ihr Überleben wird nicht durch NGF unterstützt.
Das Vorhandensein von Faktoren, die das Überleben von Nervenzellen des Ziliarganglions fördern, sind bezüglich einer Vielzahl von Geweben und Spezies berichtet worden. Viele dieser neurotrophen Aktivitäten bezüglich des Ziliarganglions besitzen die folgenden ähnlichen chemischen und biologischen Eigenschaften : (1) die Aktivität ist in einer hohen Konzentration in Ischiasnerven vorhanden ; (2) neurotrophe Aktivität überlebt, dem ionischen Tensid Natriumdodecylsulfat (SDS) und den Reduktionsmitteln beta-Merkaptoethanol (BME) oder Dithiothreit (DTT) während einer Elektrophorese auf reduzierenden SDS-Polyacrylamidgelen ausgesetzt zu werden ; und (3) auf solchen Gelen wandert die Aktivität mit einem apparenten Molekulargewicht zwischen 24 - 28 kD.
Colins, 1985, Developmental Biology, 109 : 255-258 ; Manthorpe et al., 1986, Brain Research, 367 : 282-286.
Aufgrund dieser ähnlichen Eigenschaften hat man vorgeschlagen, dass die gleichen oder nahe verwandte Moleküle, die typischerweise a) s"ztiiäre neurotrophe Faktoren"oder"CNTF"bezeichnet werden, für die neurotrophen Aktivitäten bezüglich des Zdiarganglions verantwortlich sind. Die Bezeichnung CNTF ist also
EMI1.3
Nervenzellen des Ziliarganglions in Kultur fördern. Da nicht genügend Daten vorhanden sind, nachzuweisen, dass die Proteine, die für diese Aktivitäten verantwortlich sind, Identisch sind, werden CNTF nach dem Gewebe bzw. der Art, aus der sie stammen, unterschieden. Handelt es sich bei der Art. aus der sie stammen, also um Kaninchen, so ist die Nomenklatur Kaninchenischiasnerv (rabbit sciatic nerve)-CNTF (Kaninchen-SN-CNTF).
Die höchste Konzentration an Ischiasnerv-CNTF wird anscheinend In penphären Nerven wie dem Ischiasnerv gefunden Er wird nach einer Verletzung von Zellen Im Nerv abgegeben. SN-CNTF unterstützt das Überleben und das Wachstum von allen getesteten Nerven eines penphären Nervensystems, einschliesslich sensorischer, sympatischer und parasympatischer Nervenzellen. Das Spektrum der Zellen, die auf SN-CNTF reagieren war also grösser als das auf NGF. Es wurde vor kurzem gezeigt, dass Ratten-SN-
<Desc/Clms Page number 2>
CNTF die Bildung von spezifischen Arten von Gliazellen im Zentralnervensystem reguliert (Hughes et al., 1988, Nature 335 : 70).
Die vernünftigste, auf dem oben zitierten experimentellen Hinweis basierende Hypothese besteht darin, dass Ischiasnerv-CNTF ein Teil der Antwort des Nervensystems auf Verletzungen ist. SN-CNTF, der von Zellen in einem geschädigten Nerv abgegeben wird, würde erwartungsgemäss das Überleben und das Nachwachsen von verletzten Nervenzellen fördern und die funktionelle Aktivierung von Gliazellen regulieren, die zur Regeneration benötigt werden. Diese Überlegungen zeigen, dass SN-CNTF einen therapeutischen Wert für die Verringerung von Schäden am Nervensystem haben würde, die durch Krankheit oder Verletzung hervorgerufen werden.
Trotz eines weitverbreiteten wissenschaftlichen Interesses am SN-CNTF haben die Schwierigkeit, eine wesentliche Menge aus natürlichen Quellen aufzureinigen, und die Tatsache, dass humaner SN-CNTF nicht zur Verfügung steht, Versuche zunichte gemacht, seinen Wert zur Aufrechterhaltung der Lebensfähigkeit von Nervenzellen bel Krankheiten oder nach Verletzungen zu demonstrieren. Frühe Versuche, einen RattenSN-CNTF aufzureinigen, resultierten in einer 800-fachen Anreicherung gegenüber Nervenrohextrakt bezüglich der spezifischen Aktivität. Manthorpe et al., 1986, Brain Research 367 : 282-286.
Eine 800-fache Steigerung der spezifischen Aktivität reichte jedoch nicht aus. eine einzelne Proteinart herzustellen. Aus diesem Grund ist das nach der von Manthorpe et al. beschriebenen Methode erhaltene Produkt mit erhöhter Aktivität nicht ausreichend, da es eine Vielzahl von Proteinarten enthält. Es wäre wünschenswert, eine solche Aufreinigung von SN-CNTF zu erzielen, dass man eine einzelne Proteinart mit der entsprechenden biologischen Aktivität erhält. Sobald man eine einzelne Proteinart erhalten hat, werden die erhaltenen Sequenzierdaten zuverlässiger sein.
Eine "einzelne Proteinart", soweit dieser Begriff im folgenden m dieser Spezifikation und den zugehörigen Ansprüchen verwendet wird, bedeutet ein Polypeptid oder eine Reihe von Polypeptiden mit derselben Aminosäuresequenz über Ihre Aktivitätszentren, In anderen Worten, wenn der wirksame Anteil der Aminosäuresequenz für zwei oder mehr Polypeptide derselbe ist, so handelt es sich um "eine einzelne Proteinart"so wie es hier definiert ist, obwohl eine geringe Heterogenität in bezug auf Länge oder Ladung vorhanden ist.
Ziel der Erfindung ist es, die Nukleinsäure- und die entsprechenden Aminosäuresequenzen für humanen CNTF zur Verfügung zu stellen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, rekombinante Expressionssysteme bereitzustellen, in denen die Nukleinsäuresequenz für humanen CNTF verwendet werden kann, menschliches biologisch aktives CNTFProtein vorübergehend herzustellen.
Diese Ziele werden dadurch erreicht, dass humane Aminosäure- und Nukleinsäuresequenzen für CNTF zur Verfügung gestellt werden.
Gemäss bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden diese Nukleinsäuresequenzen zur Konstruktion von Expressionsvektoren in rekombinanten Expressionssystemen zur vorübergehenden Herstellung von biologisch aktivem humanen CNTF verwendet.
Es sei darauf hingewiesen, dass sowohl die obige allgemeine Beschreibung als auch die folgende detaillierte Beschreibung beispielhaft sind und nur der Erklärung dienen und die Erfindung, wie beansprucht, nicht einschränken. Die beiliegenden Zeichnungen, die in die Spezifikation mit einbezogen werden und einen Teil dieser darstellen, erläutern verschiedene Ausführungsformen der Erfindung und dienen zusammen mit der Beschreibung dazu, die Grundlagen der Erfindung zu erklären.
Fig. 1 stellt beispielhafte Ergebnisse einer Chromatographie von SN-CNTF an einer Mono-P-Säule dar ;
Fig. 2 stellt einen beispielhaften Graphen der Verteilung der neurotrophen Aktivität im Eluat jedes der sieben Streifen dar, die nach der Elektrophorese aus dem SDS-PAGE-Gel ausgeschnitten wurden ;
Fig. 3 stellt beispielhafte Ergebnisse einer Reverse-Phase-Chromatographie dar ;
Fig. 4 stellt beispielhafte Ergebnisse eines Laufs mit silbergefärbtem reduzierendem SDS-PAGE-Gel dar mit Fraktionen, die jenen, die dem in Abbildung 3 dargestellten Peak der neurotrophen Aktivität benachbart sind, entsprechen, einschliesslich des Peaks ;
Fig. 5 stellt ein Profil von eluieren Peptiden nach Verdauung mit Endoprotease Asp-N dar, ;
und
Fig. 6 stellt ein Profil von eluieren Peptiden nach Verdauung mit Endoprotease Lys-C dar
Fig. 7 stellt be spie ! hafte Ergebnisse einer Chromatographie einer Ammoniumsulfatfraktion auf einer
Phenyl-Sepharose-HIC-Säule dar.
Fig. 8 stellt beispielhafte Ergebnisse einer Chromatographie der mit Mono-P-Chromatofocussing aufge- trennten Fraktion auf einer Alkyl-Superose-FPLC-HIC-Säule dar.
Fig. 9 stellt beispielhafte Ergebnisse einer Chromatographie der präparativen SDS-PAGE-Fraktion auf einer C8 Reverse-Phase-HPLC-Säule dar. Feld (A) zeigt die Ergebnisse des ursprünglichen Aufreinl- gungsvorgangs. Feld (B) zeigt die Ergebnisse des gegenwärtigen Aufreinigungsvorgangs nach dem
Hinzufügen der beiden HIC-Chromatographieschritte.
<Desc/Clms Page number 3>
Fig. 10 stellt beispielhafte Ergebnisse der SDS-PAGE und der Western Blotanalyse des Reverse-Phase aufgereinigten SN-CNTF. Bahn 1 in jedem der beiden Felder enthält Molekulargewichtsstandardproteine (SIGMA SDS-7). Bahn 2 enthält aufgereinigten SN-CNTF. Feld (A) zeigt die Ergebnisse der Silberfär- bung. Feld (B) zeigt die Ergebnisse der Western-Blot-Analyse mit affinitätsaufgereinigtem Anti-Peptid A-
Antikörper.
Fig. 11 stellt die für Kaninchen-SN-CNTF kodierende Nukleinsäuresequenz dar. Translation dieser
Nukleinsäuresequenz ergibt die entsprechende Aminosäuresequenz, die darunter im einbuchstabigen
Kode abgedruckt ist. Unterstrichene Sequenzen wurden durch die vom SN-CNTF-Protein erhaltene
Aminosäuresequenz bestätigt..
Fig. 12 stellt die Nukleinsäure- und die entsprechende Aminosäuresequenz (dreibuchstabiger Kode) für die kodierende Sequenz für humanen CNTF dar. Die Humansequenzen befinden sich zwischen den
Linien. Dort, wo die Kaninchennukleinsäure- oder -aminosäuresequenzen von den humanen abweichen, sind diese oberhalb bzw. unterhalb der Linien aufgeführt.
Fig. 13 stellt die Konstruktion des pCMVXVPL2 Expressionsvektors dar.
Fig. 14 stellt die zur Konstruktion von CNTF-Synl/3 zur Expression von CNTF benutzten Methoden dar.
Die Zeichnung ist repräsentativ und nicht massstabsgetreu. Details der Experimente siehe Beispiel 7.
Fig. 15 stellt die zur Konstruktion von CNTF-Syn2/3 zur Expression von CNTF benutzten Methoden dar.
Die Zeichnung ist repräsentativ und nicht massstabsgetreu. Details der Experimente siehe Beispiel 7.
Fig. 16 stellt die bei der Konstruktion von CNTF-Synl/3 und CNTF-Syn2/3 benutzten synthetischen
Oligonukleotide 1 bis 4 dar.
Fig. 17 stellt die bei der Konstruktion von CNTF-Syn2/3 benutzten synthetischen Oligonukleotide 5 bis 10 dar.
Fig. 18 stellt bestimmte charakteristische Merkmale des bakteriellen Expressionsvektors pT5T dar, der ein zur Expression von CNTF geeignetes DNA-Insert enthält. Die Zeichnung ist repräsentativ und nicht massstabsgetreu. Details der Experimente siehe Beispiel 7.
Fig. 19 stellt bestimmte charakteristische Merkmale des bakteriellen Expressionsvektors pT3XI-2 dar, der ein zur Expression von CNTF geeignetes DNA-Insert enthält. Die Zeichnung IS repräsentativ und nicht massstabsgetreu. Details der Experimente siehe Beispiel 7.
Fig. 20 stellt ein reduzierendes SDS-Polyacrylamidgel dar, in dem Extrakte von mit verschiedenen
Expressionskonstrukten transformierten Zellen Elektrophorese unterzogen und mit Coomassie Brilliant
Blue angefärbt wurden.
Fig. 21 stellt ein reduzierendes SDS-Polyacrylamidgel dar, in dem Extrakte von mit verschiedenen
Expressionskonstrukten transformierten Zellen Elektrophorese und Immunoblot mit affinitätsgeremigtem
Anti-CNTF Peptid A-Antikörper unterzogen wurden.
Fig. 22 stellt den Bloassay einer Verdünnungsreihe von Überständen von pT5T : CNTF-Syn1/3 oder pT3XI-2 : CNTF-Syn2/3 exprimlerenden bakteriellen Zellen dar. Das Nebenbild stellt den Bioassay der extrahierten ausgeschnittenen Stücke aus einem reduzierenden SDS-Polyacrylamidgel des pT5T : CNTF-
Syn1/3 Überstands im Bereich des Gels unmittelbar oberhalb und unterhalb 24 kD dar.
Es wird jetzt Im Detail auf die gegenwärtigen bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung Bezug genommen werden, die, zusammen mit den darauffolgenden Beispielen, dazu dienen, die Grundlagen der Erfindung zu erklären
Bel SN-CNTF handelt es sich um eine einzelne Proteinart im Sinne der hier gegebenen Definition Als eine einzelne Proteinart kann die Aminosäuresequenz des SN-CNTF bestimmt werden und zur Konstruktion von DNA-Sonden zur Gewinnung von genomischen oder cDNA-Klonen zur Verwendung bei der rekombinanten Herstellung von SN-CNTF verwendet werden.
Die Aminosäuresequenz der einzelnen Proteinart des SN-CNTF wurde teilweise bestimmt. Diese Sequenz lautet :
EMI3.1
- R - 5 - D - L - T - A - L - T - E - S -D - G - V - P - M - A - G - K - L - W - G - L - K - Zusätzlich wurde eine Aminosäuresequenz aus aufgereinigtem Kaninchen-SN-CNTF bestimmt, die im Beispiel 2 angegeben ist. Diese zusätzliche Sequenz erlaubt es, einen Teil der oben angegebenen Aminosäuresequenz Innerhalb eines einzelnen grossen Peptids zu lokalisieren (Beispiel 2). Diese Sequenz
<Desc/Clms Page number 4>
eines einzelnen Peptids wurde dazu verwendet, drei degenerierte Oligonukleotidsonden zu erzeugen (Nr. 1,
13 und 7 in Beispiel 4), die zum Priming der Polymerasekettenreaktion von grossem Nutzen sind, da ihre Position für zueinander bekannt ist.
Die Kaninchen- und humanen CNTF kodierenden Nukleinsäuresequenzen (entsprechend mRNA) wurden bestimmt und sind in Fig. 11 und 12 angegeben.
Ein rekombinantes System zur vorübergehenden Expression von biologisch aktivem CNTF wurde entwickelt und wird in Beispiel 5 beschrieben.
Zur Bestimmung der Aminosäuresequenz von CNTF bzw. der für CNTF kodierenden Nukleinsäuresequenz kann SN-CNTF wie folgt aufgereinigt werden :
Nach Verarbeitung des Materials, Kaninchenischiasnerv, zu Pulver, wird der Rohextrakt dann zentrifugiert. Der Überstand wird angesäuert und der resultierende Niederschlag wird abzentrifugiert. Der Überstand wird dann mit NaOH titriert und der resultierende Niederschlag wird wiederum abzentrifugiert.
Nach den pH-Fällungen wird gesättigte Ammoniumsulfatlösung zum Überstand gegeben und der Niederschlag wird abzentrifugiert. Die weitere Zugabe von Ammoniumsulfat zum Überstand ergibt einen Niederschlag einer Proteinfraktion, die den grössten Teil der SN-CNTF-Aktivität enthält.
Das obige Präparat wird dann auf eine Mono-P-FPLC-Säule zum Chromatofocussing aufgetragen. Die Säulenfraktionen werden dann gesammelt und auf pH und CNTF-Aktivität untersucht. Die in Abbildung 1 mit einem Balken aufgezeigten Fraktionen mit der grössten SN-CNTF-Aktivität werden, wie unten genauer beschrieben, weiterbehandelt.
Die focussierten Fraktionen aus mehrfachen Läufen über die Mono-P-Säule werden waagerechter Elektrophorese in einem SDS-Polyacrylamidgel unterzogen und ein Molekulargewichten zwischen 22 und 27 kD entsprechender Bereich des Gels wird über die Breite des Gels in mehrere Streifen geschnitten. Die einzelnen Streifen werden In kleinere Stücke zerschnitten und die Proteine werden elektrophoretisch eluiert Die eluierten Proteine werden gesammelt und die Fraktion mit der höchsten Aktivität wird unter Verwendung von Reverse-Phase-HPLC weiter aufgereinigt. Dieses Verfahren wird in den Beispielen unten genauer beschrieben.
Ausserdem können zusätzliche Schritte in den oben angegebenen Aufreinigungsvorgang eingeschoben werden und erlauben eine bequeme Aufarbeitung von mehr Ausgangsmaterial. Beispielsweise kann hydrophobe Chromatographie auf Phenyl-Sepharose zwischen Ammoniumsulfattrennung und Chromatofocussing eingeschoben werden und hydrophobe Chromatographie auf einer FPLC-Alkyl-Superosesäule zwischen Chromatofocussing und präparativer SDS-PAGE (Beispiel 1)
Diese Methode resultiert in SN-CNTF in einer aufgereinigten Form mit einem mehr als 25 000-fachen Anstieg der spezifischen Aktivität im Vergleich zum Rohextrakt. Weiterhin handelt es sich bei dem hergestellten Endprodukt um eine einzelne Proteinart.
Dies stellt einen mehr als 30-fachen Anstieg gegenüber dem SN-CNTF dar, der mehrere Proteinarten enthält und von dessen Aufreinigung bel Manthorpe et al., wie oben beschrieben, berichtet wird. Da SN-CNTF auf Reverse-Phase-HPLC hin teilweise desaktiviert wird, stellt die Berechnung bel einer mindestens 25 000-fachen Aufreinigung eine Minimalaufreinigung dar und die tatsächliche Aufreinigung kann sogar 100 000-fach oder grösser sein. Diese gesteigerte Aufreinigung erleichtert die Bestimmung der Aminosäuresequenz von SN-CNTF. Gemäss diesen Aufreinigungsverfahren wurde bereits genügend Aminosäuresequenz erhalten, um Oligonukleotidsonden zu erzeugen, die das Durchmustern von cDNA- und genomischen Bibliotheken erleichtern werden, um die für SNCNTF kodierenden tierischen bzw. humanen Gene zu kloneren.
Diese Methoden resultierten In der Bestimmung der kodierenden Sequenz (entspricht mRNA) für Kaninchen- und humanem CNTF.
Wie unten genauer erläutert werden wird, werden diese Gene Ihrerseits die Herstellung von (1) tierischem SN-CNTF, der für Untersuchungen von seiner Fähigkeit zur Behandlung von Tiermodellen von Nervenschäden geeignet ist. und (2) humanen SN-CNTF, der geeignet ist. in pharmazeutischen Formulierungen mitverwendet zu werden, die bei der Behandlung von Schäden am humanen Nervensystem von Nutzen sind, in grossem Massstab möglich machen.
Die von der vorliegenden Erfindung zur Verfügung gestellten Nuk ! e ! n- bzw. Aminosäuresequenzen resultieren In der Herstellung von biologisch aktivem tierischen CNTF In einem rekombinanten Expressionssystem.
Mit diesen aufgereinigten Proteinen kann die Aminosäuresequenz der hervorstehenden Peptide bestimmt werden. Die Proteine werden zunächst mit Endoprotease Asp-N, Endoprotease Lys-C, Endoprotease Glu-C oder Chymotrypsin behandelt. Nach dem Verdau kann die Aminosäuresequenz der hervorstehenden Peptide mit einem Gasphaseproteinsequenator von Applied Blosystems bestimmt werden.
Antikörper, die mit aufgereinigtem SN-CNTF reagieren, können zum Durchmustern von Expressionsbibliotheken verwendet werden, um das für SN-CNTF kodierende Gen zu erhalten. Man kann unter
<Desc/Clms Page number 5>
Verwendung eines automatischen Proteinsynthetisators von Applied Biosystems synthetische Peptide synthetisieren, die Bereichen der Sequenz von SN-CNTF entsprechen. Solche Peptide können zur Herstellung von Antikörpern verwendet werden. Antikörper gegen synthetische Peptide wurden hergestellt und es wurde mit Western Blot-Analyse gezeigt, dass sie mit aufgereinigtem CNTF reagieren (Fig. 10).
Ist die Sequenz des Gens einmal bekannt, können für SN-CNTF kodierende Gene in tierischen oder bakteriellen Zellen exprimiert werden. Gemäss der vorliegenden Erfindung wurden die für CNTF kodierenden Kaninchen- und humanen Gensequenzen bestimmt. Ein System für vorübergehende Expression zur Herstellung von biologisch aktivem CNTF wurde entwickelt.
Die folgenden Beispiele dienen dazu, bestimmte bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zu erläutern und schränken die beanspruchte Erfindung nicht ein. Alle in diesen Beispielen angegebenen Literaturstellen sind hier spezifisch durch Bezugnahme mit einbezogen.
Beispiel 1 Proteingewinnung Materialien
Ischiasnerven erwachsener Kaninchen wurden von Pel-Freez Biologicals, Rogers, Arkansas erhalten.
Ultrareines Ammoniumsulfat wurde von Schwartz/Mann Biotech, Cleveland, Ohio erworben. Phenylethyl- sulfonylfluorid (PMSF), epsilon-Aminocapronsäure, Benzamidin, Pepstatin, Dithiothreit (DTT), poly-L-Ornithin (P3655) und 3-[4, 5-Dimethylthiazol-2-yl]-2, 5-diphenyl-tetrazolbromid (MTT) wurden von Sigma Chemical Co., St. Louis, Missoun, erhalten. Mono-P-FPLC-Säulen zum Chromatofocussing wurden von Pharmacia, Inc, Piscataway, New Jersey, erhalten. C8-HPLC-Säulen für Reverse-Phase-Chromatographie wurden von Synchrom, Inc., Lafayette, Indiana, erhalten. Acetonitril wurde von J. T. Baker Chemical Co., Phillipsburg, New Jersey, erworben. Trifluoressigsäure wurde von Pierce Chemicals, Rockford, Illinois erhalten.
Endoproteasen Asp-N und Lys-C wurden von Boehringer Mannheim Biochemical, Indianapolis, Indiana, erhalten.
Foetales Kälberserum wurde von Hyclone Laboratories, Logan, Utah, erworben. Kulturmedium und Salzlö- sungen wurden von Irvine Scientific, Santa Ana, California, erhalten. Kulturschalen wurden Costar, Cambridge, Massachusetts, erhalten. Pathogenfreie fruchtbare Eier von Gebrauchsgrad mit Hühnerembryonen wurden von Spafas, Roanoake, Illinois, erhalten.
B Assay für SN-CNTF
Kulturen aus primären Ziliärganglien von Hühnerembryonen wurden Wie bereits beschrieben hergestellt
EMI5.1
: 50 ;Ziliärganglien aus fruchtbaren, pathogenfreien Hühnereiern entfernt, die in einer Feuchtatmosphäre 9-10 Tage bei 38'C inkubiert worden waren. Die Ganglien wurden chemisch getrennt, Indem sie zunächst Hanks'Balanced Salt Solution ohne zweiwertige Kationen, die 10mM HEPES-Puffer, pH 7, 2, enthielt, 10 min bei 37. C und dann einer Lösung aus 0, 125% Bactotrypsin 1 : 250 (Difco, Detroit, Michigan) in Hanks' Balanced Salt Solution, die wie oben modifiziert worden war, 12 min bei 37. C ausgesetzt wurden. Die Trypsinbehandlung wurde durch Zugabe von foetalem Kälberserum bel einer Endkonzentration von 10% gestoppt.
Nach dieser Behandlung wurden die Ganglien in eine Lösung übertragen, die Dulbecco's Modified Eagle Medium mit einem hohen Glukosegehalt ohne Hydrogencarbonat mit 10% foetalem Kälberserum und 10mM HEPES, pH 7, 2, enthielt, übertragen und mechanisch durch ungefähr 10maliges Zerreiben durch eine Pasteurpipette aus Glas getrennt, deren Öffnung mit einer Flamme poliert und auf solch einen Durchmesser verengt wurde, dass es 2 Sekunden dauert, die Pipette zu füllen.
Die getrennten Ganglien wurden dann in Gewebskulturschalen mit 100 mm Durchmesser (40 getrennte Ganglien pro Schale) drei Stunden In Kulturmedium (Dulbecco's Modified Eagle Medium ergänzt durch 10% foetales Kälberserum, 4 mM Glutamin, 60 mg/ Penicillin-G, 25 mM HEPES, pH 7, 2) ausplattiert. Diese vorbereitende Ausplattieren wurde durchgeführt, um nicht neuronale Zellen, die an der Schale haften, von Nervenzellen zu trennen, die nicht an der Schale haften. Nach drei Stunden wurden die nicht adhärenten Nervenzellen durch Zentrifugation geerntet, im Kulturmedium resuspendiert und mit 50 ut pro Well auf eine 96-Well Mikrotiter-Gewebskulturplatte mit halber Oberfläche bei einer Dichte 1500 Nervenzellen pro Well ausgebracht.
Die Mikrotiterwells waren vorher einer 1 mg/ml Lösung aus poly-L-Ornithin In 10mM Natriumborat. pH 8, 4, über Nacht ausgesetzt gewesen, mit destilliertem Wasser gewaschen und an der Luft getrocknet worden.
<Desc/Clms Page number 6>
EMI6.1
MTT in Dulbecco's Modified Eagle Medium mit einem hohen Glokosegehalt ohne Hydrogencarbonat mit 10mM HEPES, pH 7, 2, zugegeben und die Kulturen für 4 Stunden in den 37. C warmen Brutschrank zurückgestellt. Dann wurden 75 ul einer Lösung aus 6, 7 ml 12M HCI pro Liter Isopropanol zugegeben und der Inhalt jedes Wells 30mal trituriert, um die Zellen aufzuschliessen und den Farbstoff zu suspendieren.
Die Absorption bei 570nm wurde unter Verwendung eines automatischen Mikrotiterplattenmessgeräts (Dynatech, Chantilly, Virginia) für jeden Weil in bezug auf seinen Referenzwert bei 690nm bestimmt. Die Absorption der Wells, die kein neurotrophes Mittel erhalten hatten (Negativkontrollen), wurde von der Absorption der Wells mit Proben abgezogen. Die resultierende Absorption ist der Anzahl an lebenden Zellen in jedem Weil
EMI6.2
der Trophic Units (trophischen Einheiten) an neurotropher Aktivität wurde als Reziprokwert der Verdünnung definiert, die 50% maximales Überleben der Nervenzellen ergab. Die Konzentration an trophischer Aktivität in Trophic Units pro ml wurde durch Division der gesamten Trophic Units durch das Volumen des Assays (60ut) erhalten.
Die spezifische Aktivität wurde durch Division der Anzahl an Trophic Units durch die in der Probe vorhandene Proteinmenge bestimmt.
C. Aufreinigung von SN-CNTF
Am Ende jedes der folgenden Schritte wurde das Präparat entweder sofort weiterverarbeitet oder bei - 70. C bis zu einer Woche bis zur Verwendung aufbewahrt.
Schritt 1. Herstellung von Rohextrakt
Einhundert Gramm (Nassgewicht) Kaninchenischiasnerv (circa 300 Nerven) wurde aufgetaut und in einem Polytron-Rotorhomogenisator (Kinematica, Schweiz) 1 Minute in 10 Voiumen (WIV) Wasser mit 10mM EDTA, 1 mM epsilon-Aminocapronsäure, 1 mM Benzamidin und 0, 1 mM PMSF pulverisiert und 30 Minuten bei 4*C und 140 OOOxg zentrifugiert. Der Überstand wurde durch Glaswolle gefiltert, um schwimmendes Lipid zu entfernen.
Schntt 2. Säurebehandlung und Auftrennung mit Ammoniumsulfat
Die unten erwähnten Zentrifugationsschritte wurden 20 Minuten lang bel 17 OOOxg und alle Schritte bei 4. C ausgeführt, falls nichts anderes angegeben ist. Der Rohextrakt wurde zentnfuglert. Der Überstand wurde auf pH 3, 6 mit 5N HCI angesäuert und der resultierende Niederschlag wurde abzentrifugiert. Der Überstand wurde mit 1N NaOH auf pH 6. 3 titriert und der resultierende Niederschlag wurde wiederum abzentrifugiert. Zum obigen Überstand wurde gesättigte Ammoniumsulfatlösung zu 30%iger Sättigung gegeben und der Niederschlag wurde abzentrifugiert.
Weitere Zugabe von Ammoniumsulfat zum Überstand bis zu 60%iger Sättigung resultierte im Niederschlag einer Proteinfraktion, die den grössten Tell der SNCNTF-Aktivität enthielt. Der Niederschlag wurde in 20 mM Natrium, pH 6, 7, mit 1 mM EDTA, 0. 1 mM PMSF und 0, 1 uM Pepstatin gelöst, so dass eine Proteinkonzentration von 8-13 mglmi erhalten wurde.
Schntt 3. Chromatofocussing
Das obige Präparat wurde über Nacht gegen ein 500mal grösseres Volumen von 10mM Natriumphosphat. pH 6, 7, unter einem Pufferwechsel dialysiert und bei 140 OOOxg 30 Minuten lang zentrifugiert. Der Überstand wurde durch einen Nylonfilter mit einem Porendurchmesser von 0, 22 um gegeben und 3mal mit
EMI6.3
Pharmacia) chromatographiert.
Die Säulenfraktionen wurden gesammelt und auf pH und CNTF-Aktivität untersucht. Abbildung 1 zeigt die Ergebnisse der Chromatographie auf Mono-P. Das Profil der eluieren Proteine Ist als die optische Dichte (0. D.) bei 280 nm aufgetragen. Darüber sind die Graphen des pH und der SN-CNTF-Aktivität, die In jeder Fraktion gemessen wurden, aufgetragen. Die mit einem Balken gekennzeichneten Fraktionen mit der höchsten SN-CNTF-Aktivität (circa pH 5) wurden vereinigt und mit festem Ammoniumsuifat bis zu einer
<Desc/Clms Page number 7>
95%igen Sättigung versetzt und das Pellet wurde durch Zentrifugation gesammelt, in gesättigter Ammoniumsulfatlösung resuspendiert und wiederum zentrifugiert, um den Polypuffer zu entfernen.
Der Niederschlag wurde in ausreichend 10mM Natriumphosphatpuffer, pH 6, 7, gelöst, so dass eine Proteinendkonzentration von 3-5 mg/ml erhalten wurde (als die "fokussierte Fraktion" bezeichnet). Typischerweise wurde 1 Liter des ursprünglichen Rohextrakts in 8 verschiedenen Läufen auf der Mono-P-Säule verarbeitet.
Schritt 4. Präparative Natriumdodecylsulfat (SDS) - Gelelektrophorese
Die fokussierten Fraktionen aus mehreren Läufen über die Mono-P-Säule wurden vereinigt und gegen ein 100mal grösseres Volumen von 10 mM Natriumphosphatpuffer, pH 6, 7, 8 Stunden lang unter einem Pufferwechsel dialysiert und dann auf einem 15%igen reduzierenden SDS-Polyacrylamidgel für waagerechte Elektrophorese gemäss der Methode von Laemmli, 1970, laufengelassen. Jedes Trenngel war 0, 3 cm dick, 14 cm hoch und 11, 5 cm breit. 5, 5 mg Protein wurde auf jedes Gel aufgetragen.
Die Elektrophorese wurde bei 150 C und 40 mA/Gel durchgeführt, bis der vorgefärbte 20 kD-Molekulargewichtsstandard eben den unteren Rand des Trenngels erreichte.
Um die Krümmung der einzelnen Proteinbanden über die Breite des waagerechten Gels aufzudecken, wurde auf das Gel ein Blatt Nitrozellulose (in Rollen, mit einer Porengrösse von 0, 45 um, erhalten von Miihpore Corporation, Bedford, Massachusetts), das vorher mit Wasser angefeuchtet worden war, 2 Blätter vorher angefeuchtetes und 2 Blätter trockenes Chromatographiepapier (3 MM Chr erhalten von Whatman, Hillsboro, Oregon) und eine Glasplatte gelegt, auf die eine 500 ml Glasflasche als Gewicht gestellt wurde.
Nach 30-45 Minuten wurden die Umrisse des Gels auf das Nitrozellulosepapier mit einem wasserunlöslichen Stift kopiert. Das Papier wurde 3mal mit 10 mM Tris-HCI-Puffer, pH 8, 0, mit 0, 15 M NaCI und 0, 3% Detergens NP-40 gewaschen und dann 15-30 Minuten mit einer 1 : 1000 Verdünnung von Kohinuor Rapidograph ink (erhältlich in Schreibwarenläden) im obigen Puffer gefärbt.
Das Originalgel wurde auf eine Glasplatte gelegt und mit seinem Umriss an das gefärbte Nitrozellulosepapier unter dem Glas angelegt. Der Bereich des Gels, der Molekulargewichten zwischen 22-27 kD entsprach, wurde durch Vergleich mit den vorgefärbten Molekulargewichtsstandards (BRL, Bethesda, MD), die in schmalen Bahnen an beiden Enden jedes Gels laufengelassen worden waren, lokalisiert. Dieser Bereich wurde über die Breite des Gels in sieben 2, 5 mm breite parallele Streifen geschnitten, wobei die durch das gefärbte Nitrozellulosepapier aufgedeckte Krümmung der Banden verwendet wurde. Jeder einzelne Gelstreifen wurde in kleinere Stücke (2, 5x2 mm) geschnitten und die Proteine wurden elektrophoretisch 6 Stunden In einer 1 : 1 Verdünnung von dem Laufpuffer nach Laemmli mit einer elektrophoretischen Anreicherungsanlage (ISCO, Lincoln, Nebraska) eluiert.
Die eluieren Proteine wurden in einem Volumen von 0, 2 ml gesammelt. In Abbildung 2 ist die Verteilung der neurotrophen Aktivität im Eluat aus jedem der sieben Streifen (mit a-g nach abnehmendem Molekulargewicht) aufgetragen. Die Fraktion mit der höchsten Aktivität (Streifen d) wurde mit Reverse-Phase-HPLC weiter aufgereinigt.
Schritt 5. Reverse-Phase-HPLC
Zum Eluat aus dem Gel wurden Dithiothreit (DTT) und 10%ige Trifluoressigsäure (TFA) bis zur Endkonzentration von 2% bzw. 0, 3% zugegeben. Die Probe wurde durch einen 0, 22 um Nylonfilter gefiltert, auf eine C8-HPLC-Säule für Reverse-Phase-Chromatographie aufgetragen und mit einem H2 0/0, 1 %
EMI7.1
: Acetonitril/0, 1%enthaltenden, mit Silikon behandelten Reagenzgläsern gesammelt. Aliquots jeder Fraktion wurden auf den Gehalt an neurotropher Aktivität hin untersucht. Die Proteinkonzentration ist als Absorption bel 215nm gezeigt und die Verteilung der neurotrophen Aktivität ist darüber aufgetragen.
Die Fraktionen mit der höchsten SN-CNTF-Aktivität (Fraktionen 37-40, Fig. 3) wurden für die In Beispiel 2 beschnebene Sequen- zlerung gesammelt. In einer getrennten Zubereitung wurden auch die Fraktionen, die der höchsten CNTF- Aktivität benachbart waren und die diese einschlossen, entsprechend Fraktionen 36-44 In Fig. 3, mit S ! ! bergefärbter reduzierender SDS-PAGE anaiysiert (Fig 4).
Es wurden auch zwei zusätzliche Chromatographieschritte ausgeführt. Diese Schritte bestätigten die Reinheit des obigen CNTF-Präparats.
In den bel den zusätzlichen Chromatographieschritten wird das Prinzip der hydrophoben Chromatographie (HIC) verwendet. Der erste HIC-Schritt ist ein nach Schntt 2 (pH- und Ammoniumsulfatauftrennung) eingeschobener gewöhnlicher Säulenchromatographieprozess Das nach der Ammoniumsulfatfällung gelöste Material wurde weiter mit 10mM Natnumphosphatpuffer. pH 6, 7 (Puffer B), weiterverdünnt, bis die lonenstärke (mit einem Leitfähigkeitsmesser gemessen) der von Puffer B mit 0. 3 M Ammoniumsulfat und 5% Isopropanol (Puffer A) gleich war.
Dann wurde Isopropanol bis zu einer Endkonzentration von 5% zu der
<Desc/Clms Page number 8>
verdünnten Probe gegeben und die Mischung wurde auf eine mit Puffer A äquilibrierte Phenyl-SepharoseCL4B-Säule (Pharmacia, Inc., Piscataway, New Jersey) aufgetragen. Es wurden nicht mehr als 3 mg Testprotein pro ml Säulenbettvolumen aufgetragen. Üblicherweise ergab 1 Liter Ischiasnervrohextrakt 50 ml
EMI8.1
110 ml Phenyl-Sepharosesäule aufgetragen wurde. Die Säule wurde schrittweise eluiert, wobei mit einem 3fachen Gelbettvolumen an Puffer A begonnen wurde, gefolgt von einem 3fachen Gelbettvolumen an Puffer B, gefolgt von einem 2fachen Gelbettvolumen an Puffer B mit 50% Ethylenglykol (Puffer C), und dann mit einem 5fachen Gelbettvolumen an Wasser gewaschen wurde. Das eluierte Material wurde in 18-mlFraktionen gesammelt.
Fig 7 zeigt die Ergebnisse eines solchen Chromatographielaufs. Das Profil der eluieren Proteine wurde ununterbrochen bei O. D. 280 (durchgezogene Linie) überwacht. Über dem O. D.-Verlauf ist das Profil der eluieren SN-CNTF-Bioaktivität in jeder Fraktion aufgetragen (x-verbindende Linie), wie sie in dem auf dem Überlebensassay von Ziliärganglien basierenden, der in der ursprünglichen Patentanmeldung beschrieben ist, gemessen wurde. SN-CNTF-Bioaktivität wurde aus der Säule während der Elation mit Puffer C erhalten. Die Säulenfraktionen, die den grössten Anteil an Bioaktivität (in Abbildung 7 mit einem Balken gezeigt) enthielten, wurden vereinigt und durch Dialyse unter Druck mit einer Amicon-YM-10-Membran (Amicon Division, W. R.
Grace & Co., Danvers, MA) auf ungefähr 1/10 des ursprünglichen Volumens eingeengt, was typischerweise in einer Proteinendkonzentration von 2, 5-3, 0 mg/mi resultierte. Das Konzentrat wurde insgesamt 6 h lang unter 3fachem Wechsel gegen ein 55mal grösseres Volumen von B dialysiert.
Das dialysierte Material wurde durch einen Acrodiscfilter mit einem Porendurchmesser von 0,2 m (Gelman Sciences, Inc., Ann Arbor, MI) gegeben, durch mehrfaches Einspritzen von jeweils 2 ml auf eine Mono-PSäule zum Chromatofocussing aufgetragen, wie in der ursprünglichen Patentanmeldung beschrieben.
Ohne diesen HIC-Säulenschritt benötigte 1 Liter Ischiasnervrohextrakt 8 getrennte Läufe auf der MonoP-Säule zum Chromatofocussing, wie in der ursprünglichen Patentanmeldung beschrieben, wegen der begrenzten Proteinauftragskapazltät der Säule. Mit der Einführung des HIC-Säulen-Schritts konnte 1 Liter Rohextrakt in einem einzigen Chromatofocussing-Lauf verarbeitet werden.
Der zweite HIC-Schritt wurde nach dem ursprünglichen Schritt 3 (Chromatofocussing auf Mono-P) eingeschoben. Zu jedem 1 mi des dem Chromatofocussing unterzogenen Materials (bei 3-5 mg/mi Protein) wurden 2 ml 50 mM Phosphatpuffer, pH 6, 7, mit 15 M Ammoniumsulfat (Puffer D) gegeben. Die Mischung wurde dann durch ein Acrodiscfilter mit einem Porendurchmesser von 0, 2 um gegeben und durch mehrfaches Einspritzen von jeweils 2 ml auf eine Alkyl-Superose-HR10/10-FPLC-Säure (Pharmacia) aufgetragen, die mit Puffer D äquilibriert war. Die Säule wurde mit Puffer D gewaschen, bis die Absorption des Ablaufs bei 0. 0. 280 zur Basislinie zurückgekehrt war.
Die Säule wurde dann mit einem linearen Gradienten über 60 ml eluiert, der von Puffer D In Puffer E (50 mM Phosphatpuffer, pH 6, 7) überging, und 1 mlFraktionen wurden gesammelt.
Fig. 8 erläutert die Ergebnisse eines solchen FPLC-Laufs mit einer HIC-Säule. Die durchgezogene Linie stellt das bel 0. 0. 280 gemessene Profil des eluieren Proteins dar. Darüber ist ein Graph der SN-CNTFBioaktivität in jeder Gradientenfraktion aufgetragen Die Bioaktivität enthaltenden Fraktionen (in Abbildung 8 mit einem Balken gezeigt) wurden vereinigt und in einem Centncon-10 Anrelcherungsappparat (Amicon) auf 0, 5 ml eingeengt. Die Probe wurde durch Zugabe von 2 ml Puffer B zum oberen Reservoir verdünnt und durch Zentrifugation erneut auf ein Endvolumen von 0, 5 ml eingeengt.
Der Verdünnungs- bzw, Wiedereln- engungsschritt wurde noch 2m al wiederholt und die endgültige konzentrierte Probe wurde auf einem präparat ! ven reduzierenden SDS-Gel für waagerechte Elektrophorese mit 15% Polyacrylamid wie oben beschrieben laufengelassen, ausser dass eine vorhergehende Dialyse nicht notwendig war.
In Fig 9 werden der endgültige Aufreinigungsschritt auf Reverse-Phase-HPLC In dem ursprünglichen Aufreinigungsvorgang (oberes Feld) und in dem Aufreinigungsvorgang nach dem Einfügen der beiden HICSchritte (unteres Feld) verglichen. In jedem Feld ist das Profil der eluieren Proteine (durchgezogene Linie bei 0. 0. 280) und die darüber aufgetragene SN-CNTF-Bioaktivität (x-verbindende Linie) gezeigt. Aus der Abbildung ist offensichtlich, dass in der Reverse-Phase-HPLC unterzogenen Probe In dem neuen Aufreinigungsvorgang wesentlich weniger verunreinigendes Protein vorhanden ist.
Es ist bedeutsam, anzumerken, dass die spezifische Aktivität des mit dem neuen Vorgang hergestellten CNTF Innerhalb des experimentellen Fehlers mit der spezifischen Aktivität des mit dem vorhergehenden Vorgang hergestellten CNTF identisch ist (Tabelle 1), was zeigt, dass der durch den oben beschriebenen ursprünglichen Vorgang hergestellte CNTF bis zur Homogenität aufgereinigt war. Der Vorteil des neuen Aufreinigungsvorganges ist, dass 8 Liter Ausgangsmatenal nun so bequem wie 1 Liter mit dem ursprünglichen Vorgang verarbeitet werden können.
<Desc/Clms Page number 9>
Beispiel 2 Sequenzierung des aufgereinigten neurotrophen Faktors
EMI9.1
! tät (Nr.Probenschleife auf eine Aguapore RP-300 C8-Säule für Reverse-Phase-HPLC mit dünner Bohrung (Brownlee Labs), 2, 1x220 mm, aufgetragen und mit einem H2010, 1% TFAAcetonitril1 0, 1% TFA-Gradienten eluiert. Peptidhaltige Fraktionen wurden von Hand in Eppendorfröhrchen, basierend auf der Absorption bei 215 nm, gesammelt. Fig. 5 zeigt das Profil der eluieren Peptide nach Verdau mit Endoprotease Asp-N, wie über die Absorption bei 215nm bestimmt. Fig. 6 zeigt das Profil der eluieren Peptide nach Verdau mit
Endoprotease Lys-C, gefolgt von Reduktion und Carboxymethylierung. Die Aminosäuresequenz der hervorstehenden Peptide wurde unter Verwendung eines Appiied Biosystems Gasphaseproteinsequenators bestimmt.
Zusätzliche Aminosäuresequenz wurde mit den Spaltenden Enzymen Chymotrypsin und Endoprotease Glu-C (Boehringer Mannhelm Biochemical, Indianapolis, IN) erhalten. Diese zusätzliche Proteinsequenz erlaubt es, einige der oben erwähnten Aminosäuresequenzen in grössere Peptide aus überlappenden Aminosäureabschnitten zusammenzusetzen.
Die neuen Aminosäuresequenzen und diejenigen, die mit den vorhergehenden Sequenzen verbunden wurden, sind unten angegeben : H-S-A-L-T-P-H-R-R-E L-A-R-K-I-R-S-D-L-T-A-L-T-E-S-Y-V-K-H-Q-G-L-N-K-N-I-N-L-
D-S-V-D-G-V-P-M-A D-Q-Q-V-H-F-T-P-A-E-G D-G-L-F-E-K-K-L-W-G-L-K-V-L-Q-E-L-S-H-W-T-V D-L-R-V-I Beispiel 3 Herstellung von Antikörpern gegen den neurotrophen Faktor
Antikörper, die mit aufgereinigtem Kaninchen-SN-CNTF reagieren, werden zum Durchmustern von Expressionsbibliotheken nützlich sein, um das Gen, das für Kaninchen-SN-CNTF kodiert, zu erhalten.
Zusätzlich werden Antikörper, die seine biologische Aktivität neutralisieren, in gesunden Tieren verwendet werden, um die biologische Rolle dieses neurotrophen Faktors zu bestimmen.
Zur Herstellung solcher Antikörper werden mit einem automatischen Proteinsynthesizer von Applied Biosystems synthetische Peptide synthetisiert, die Bereichen aus der Sequenz von SN-CNTF entsprechen.
Solche synthetischen Peptide werden kovalent an das Trägerprotein Keyhole Limpet Haemocyanin gebunden. Das konjugierte Peptid wird in Meerschweinchen in komplettem Freundschem Adjuvan injiziert, wobei nach 3 und 6 Wochen In unkomplettem Adjuvans"geboostert"wird. Jedem Meerschweinchen werden Serumproben entnommen werden und in einem Western-Blot gegen aufgereinigten SN-CNTF verwendet werden, um zu bestimmen, ob Antikörper im Serum mit dem aufgereinigten Protein reagiert. Im WesternBlot-Assay positive Seren werden weiter auf ihre Fähigkeit, die neurotrophe Aktivität In dem zur Aufreinigung verwendeten Bioassay zu neutralisieren, getestet.
Seren, die entweder In dem Western-Blot-Assay oder in dem Neutralisierungsassay positiv sind, werden wie folgt weiter aufgereinigt : (1) die Seren werden mit dem Trägerprotein Keyhole Limpet Haemocyanin absorbiert, um gegen dieses Protein gerichtete Antikörper zu entfernen, dann werden die Seren erneut in den obigen Assays getestet ; (2) die IgGAntikörperfraktion wird aus dem Serum mit Standardmethoden aufgereinigt und erneut in den obigen Assays getestet. Diese beiden Schritte werden zu einem polyklonalen Antikörper führen, der rein genug ist, um zum Durchmustern von Expressionsbibliotheken verwendet zu werden, um die Messenger-RNA und das
<Desc/Clms Page number 10>
EMI10.1
<Desc/Clms Page number 11>
EMI11.1
mit 0, 02% Natriumazid äquilibriert.
Der Unterschied in der Konzentration an freien Aminogruppen wurde mit Fluorescamin (Chen, et al., 1978, Arch. Biochem, Biophys, 189 : 241 ; Nowicki, 1979, Anal. Letters 12 : 1019) in der ursprünglichen Peptid-A-Lösung und in dem Überstand nach der Konjugation bestimmt. Diese Analyse zeigte, dass 92-95% des Peptids nicht mehr in der Lösung waren und mit der Sepharosegelmatrix konjugiert wurden.
Vor der Affinitätsaufreinigung des Anti-Peptid-A-Antikörpers wurden 8 ml Serum von immunisierten Kaninchen über Nacht gegen 2 Liter PBS dialysiert. Die Peptid-A-Sepharosesäule wurde nacheinander mit den 10fachen Gelbettvolumen der folgenden Lösungen gewaschen : 0, 1 M Glycin-HCI, pH 2, 5 ; PBS ; 0, 1 M Triethylamin, pH 11, 5 ; und dann PBS. Das dialysierte Serum wurde dreimal durch die Säule laufen gelassen, um eine vollständige Bindung der Anti-Peptid-A-Antikörper zu gewährleisten. Die Säule wurde mit dem 20fachen Gelbettvolumen an PBS gewaschen und dann nacheinander mit Jeweils dem 4fachen
EMI11.2
: 0, 111, 5 ; und dann PBS. Ein mi-Fraktionen wurden gesammelt.
Die Eluate aus den Waschschritten mit Glycin und Triethylamin wurden sofort mit 1 M Tris, pH 9 bzw. 7, neutralisiert, und Aliquots wurden mit einem ELISA unter Verwendung von mit Peptid A beschichteten Wells auf Anti-Peptid-A-Antikörper untersucht. Die Fraktionen mit dem höchsten Titer (typischerweise in 3 Gelbettvolumen am Anfang der Eluation mit Glycin bzw. Triethylamin) wurden vereinigt und gegen PBS dialysiert. Nachdem Partikel durch kurze Zentrifugation entfernt worden waren, wurde der Überstand mit affinitätsaufgereinigtem Anti-Peptid-A-Antikörper bei -70'C aufbewahrt.
Beispiel 4 Klonierung der Gene für SN-CNTF
Da es sich bei den erhaltenen Peptidsequenzen um solche für Kaninchen-SN-CNTF handelt und die Kaninchen- bzw. Humansequenzen nicht identisch sein könnten, ist es sinnvoll, zunächst über Hybridisierung mit synthetischen Oligonukleotiden, die auf der Proteinsequenz basieren, Klone des Kaninchengens zu gewinnen und die Kaninchenklone als Hybridisierungssonden beim Durchmustern nach dem humanen Gen einzusetzen.
Sowohl die genomische als auch Messenger-RNA (mRNA)-Sequenzen, die für Kaninchen- und humanen SN-CNTF kodieren, werden gewonnen. Die mRNA-Sequenz wird für die Expression des Proteins von Nutzen sein, während die genomische Sequenz für das Verständnis der Struktur und der Regulation des Gens für SN-CNTF von essentieller Bedeutung sein wird. Um diese Sequenzen zu erhalten, werden genomische Bibliotheken sowohl vom Kaninchen als auch vom Menschen und cDNA-Bibliotheken sowohl vom Kaninchen als auch vom Menschen auf aus Ischiasnerven isolierte mRNA durchgemustert. Während dieses Vorgangs, um das der Sequenz von Kaninchen- oder humanen SN-CNTF entsprechende Gen zu erhalten, kann man auch auf strukturell nahe verwandte Gene testen, die zusätzliche Mitglieder dieser Familie von neurotrophen Faktoren darstellen könnten.
A. Das SN-CNTF-Gen
Zur Isolierung der für SN-CNTF kodierenden genanischen Kaninchensequenzen wird eine genomische Kaninchenbibliothek (Clontech) auf den Bakterienstamm E. coli nm538 aufgebracht und es werden umgefähr 1 000 000 rekombinante Klone durchgemustert. Bereiche der Proteinsequenz von Kaninchen-SNCNTF, die von der geringsten Anzahl an Codons repräsentiert werden können, werden revers-translatiert und entsprechende degenerierte Oligonukleotidsonden synthetisiert. Die Kaninchenoligonukleotide werden mit Kinase nach dem Standardprotokoll von Maniatis, et al. (1982, Molecular Cloning, A Laboratory Manual, Gold Spring Harbor Laboratory) markiert. Die DNA-Kinase wird von US Biochemical Corp. und das mit Gammastrahlung markierte ATP wird von ICN erhalten.
Die Oligonukleotide werden bis zu einer spezifischen Aktivität von mindestens 1 000 000 cmp pro Picomol markiert.
Auf das Ausbringen der genomischen Bibliothek hin werden circa 1 Million Plaques auf Duplikate von
EMI11.3
<Desc/Clms Page number 12>
EMI12.1
Verwendung von Sequenase (US Biochemical Corp. ) sequenziert, um diejenigen Klone zu identifizieren, die für die SN-CNTF-Proteinsequenz kodieren.
B. SN-CNTF-mRNA-Sequenzen
Zelluläre Gesamt-RNA wird aus Kaninchen- und humanen Ischiasnerven erhalten. Das Gewebe wird in einer Guanidinthiocyanat/beta-Mercaptoethanoi-Lösung homogenisiert und die RNA wird durch Sedimentation in einem Caeslumchloridgradienten aufgereinigt (Glison, et al., 1974, Biochemistry 13 : 2633). Es wird für polyadenylierte RNA durch Chromatographie auf Oligo (dT) zellulose selektioniert (Avid und Leder, 1972, Proc. Natl. Acad. Sei. 69 : 408).
Quantitative Analyse der RNA im Hybridisierungsblot wird mit"Antisense"- Oligonukleotidsonden durchgeführt, um das Vorherrschen von SN-CNTF-Sequenzen in jedem RNA-Präparat abzuschätzen und dadurch die Anzahl der unabhängigen Klone abzuschätzen, die man zum Durchmustern benötigen würde, um mit mindestens 99%iger Wahrscheinlichkeit CNTF-Klone zu erhalten. Eine ausrichen-
EMI12.2
beschrieben, synthetisiert und in den Lambda-gem2-Vektor (Promega Biotech) nach Palazzolo und Meyero- witz, 1987, Gene 52 : 197 eingefügt.
Für Kaninchen-SN-CNTF kodierende Klone werden durch Hybridisierung von rekombinanten Phagenpiaques, wie oben beschrieben, identifiziert. Die Identität der Klone wird durch Bestimmung der Nukleosid- sequenzen verifiziert, um zu bestimmen, in wieweit sie der gesamten bekannten Proteinsequenz entsprechen. Durchmustern der humanen Ischiasnerv-cDNA-Sonden (Feinberg und Vogelstein, 1983, Anal. Blo- chem. 132 : 6), was eine verlässlichere Vorgehensweise zum Nachweis von Kreuzhybndislerung zwischen verschiedenen Arten ist als die Verwendung der kleineren Oligonukleotide, die zum durchmustern der Kaninchen-cDNA-Bibliotheken verwendet wurden.
Die Polymerasekettenreaktion (PCR) (Saiki, et al., 1988, Science 239 : 487) wurde zum Amplifizieren von DNA-Fragmenten verwendet, die Kaninchen-CNTF-Aminosäuresequenzen entsprechen. Solche DNA-Fragmente wurden aus genomischer humaner und Kaninchen-DNA und aus Kaninchenischiasnerv- und sympathischer Ganglion-cDNA amplifiziert. Von den amplifizierten DNA-Fragmenten wurden Subklone hergestellt und die Fragmente wurden mit Standardmethoden sequenziert (Maniatis, et al., 1982, Molecular Cloning'A Laboratory Manual, Gold Spring Harbor, New York).
Die mit PCR erhaltenen DNA-Fragmente wurden auch als Sonden zum Durchmustern einer Kaninchen- schiasnervcDNA-Bibliothek und einer humanen genomischen DNA-Bibliothek verwendet. Ein positiver Kaninchen-cDNA-Klon und positive humane genomische Klone wurden aufgereinigt und teilweise sequenziert. Die Sequenz des der kodierenden (entspricht mRNA) Sequenz für Kanichen- oder humanem CNTF entsprechenden offenen Leserahmens bestätigte die Sequenz der DNA-Fragmente des kodierenden Bereichs, der mit PCR erhalten wurde. Die erhaltenen kodierenden Sequenzen für Kaninchen- und humanen CNTF sind in Fig. 11 bzw. 12 angegeben.
Teile der aus Kaninchen-SN-CNTF erhaltenen Aminosäuresequenz wurden revers in die degenenerten Oligonukleotide Nr. 1, 13, 7 und 12 und ihre Komplementärnukleotide Nr. 3, 14, 8 und 17 translatiert. Die Aminosäuresequenz (ganz oben) und der Ort und die Nummerierung der entsprechenden degenenerten Sense- und Antisense-Oligonukleotide (unterhalb) ist unten angegeben :
EMI12.3
****1****** K-L-W-G-L-K-V-L-Q-E-L-S (5') ****12***** (3') (3') ****17***** (5') Die Nukleotidsequenz der Sense-Version jedes der degenerierten Oligonukleotide ist unten angegeben (N entspncht hier einem beliebigen Nukleotid) :
Nr. 1 5'-TA (T/C) GTN AA (AiG) CA (T/C) CA (A/G) GG-3' Nr.13 5'-AA(T/C) AA(A/G) AA(T/C) AT(A/T/C) AA (T/C) (C/T) T-3'
<Desc/Clms Page number 13>
Nr. 7 5'-GA (T/C) GGN GTN CCN ATG GC-3' Nr. 12A 5'-AA (A/G) TT (A/G) TGG GGN TT (A/G) AA-3' Nr. 12B 5'-AA (A/G) TT (A/G) TGG GGN CTN AA-3' Nr. 12C 5'-AA (A/G) CTN TGG GGN TT (A/G) AA-3' Nr. 12D 5'-AA (A/G) CTN TGG GGN CTN AA-3'
Getrennte Polymerasekettenreaktionen wurden mit genomischer DNA entweder vom Menschen oder vom Kaninchen als Matrize und den Oligonukleotiden Nr. 1 und 8 oder Nr. 1 und 17 als Primern durchgeführt, um die entsprechenden Bereiche der humanen bzw. Kaninchen-CNTF-Gene zu amplifizieren.
Southern Blots der Reaktionsprodukte (mit radioaktiv markiertem Oligonukleotid Nr. 13 als Sonde) zeigten, dass markierte Banden mit einer Grösse von ca. 66 Basenpaaren (Nr. 1 und 8) und ca. 366 Basenpaaren (Nr.
1 und 17) existieren.
Die gleichen, oben beschriebenen PCR-Reaktionen wurden mit aus Kaninchenischiasnerv oder sympathischer Kaninchenganglion-mRNA hergestellter cDNA durchgeführt. RNA wurde aus Kaninchenischiasnerven oder sympathischen Ganglien hergestellt und durch eine Oligo-dT-Säule laufen gelassen, um für Messenger-RNA (mRNA), wie oben beschrieben, zu selektionieren. Komplementäre DNA (cDNA) wurde mit reverser Transkriptase unter Verwendung der mRNA als Matrize und Oligo-dT als Primer hergestellt. Bei der Durchführung von PCR mit einer der cDNAs als Matrize und einem der Oligonukleotide Nr. 1 und 8 oder Nr. 1 und 17 als Pnmer wurden Fragmente amplifiziert, die die. gleiche Sequenz wie jene hatten, die aus der genomischen Kaninchen-DNA amplifizert worden waren (Abbildung 11).
Dies zeigt, dass in dem für Protein kodierenden Bereich des CNTF-Gens zwischen Oligonukleotiden Nr. 1 und 17 keine Intervenierenden Sequenzen (Introns) vorhanden sind.
EMI13.1
schiasnerv-mRNA als Matrize und einem Oligo-dT/Not l-Linker-Adapter als Primer hergestellt. Anschliessend wurde ein EcoR)/Xmnt-Linker-Adapter (5'-AATTCGAACCCCTTCG-3') an das 5'-Ende der doppelsträngigen cDNA durch Ligieren der stumpfen Enden (Maniatis, et a !., a. a. O.) angefügt. Die Polymerasekettenreaktion wurde unter Verwendung dieser cDNA als Matrize und den Oligonukleotiden Nr. 8 und EcoRI/Xmnl-Linker- Adapter als Pnmer durchgeführt.
Ein Southern Blot der Reaktionsprodukte (mit radioaktiv markiertem Oligonukleotid Nr. 13 als Sonde) zeigte, dass eine markierte Bande mit einer Grösse von ungefähr 200 Basenpaaren vorhanden ist.
Um cD NA-Klone für Kaninchen-CNTF zu erhalten, wurde eine cDNA-Bibliothek auf Poly (A) +mRNA aus Kaninchenischiasnerv mit den oben beschriebenen Methoden hergestellt, ausser dass ein Lambda-gt10- Vektor (Stratagen) anstelle von Lambda-gem2 verwendet wurde. Ungefähr 4x106 Plaques dieser Bibliothek wurden unter Verwendung einer Sonde durchgemustert, die durch willkürliches Markieren eines M13Subklons eines PCR-Fragments hergestellt worden war, das aus sympathischer Kaninchengangfion-cDNA als Matrize und Oligos Nr. 8 und EcoRt/Xmnt-Linker-Adapter als Primer (siehe oben) erhalten worden war.
Das einzige primär positive Ergebnis war ein über dreifaches Durchmustern gereinigter Plaque. Auf Verdau mit EcoRI ergab die DNA aus diesem Klon drei Fragmente zusätzlich zu den Lambda-Armen : ca. 2. 0. 1. 5 und 0, 6 kb lang. Durch Southern-Blot-Analyse wurde gezeigt, dass das 1, 5 kb-Fragment mit anderen, oben erwähnten, für CNTF spezifischen Oligonukleotiden und PCR-Fragmenten hybridisiert. Die DNA-Sequenz dieses 1, 5 kb-cDNA-Fragments bestätigte, dass es die gesamte kodierende Sequenz für Kaninchen-CNTF enthielt (Fig. 11).
Um genomische DNA-Klone für humanen CNTF zu erhalten, wurden ungefähr 3x106 Plaques einer humanen genomischen DNA-Bibliothek mit dem Vektor Lambda EMBL3 mit einer Probe durchgemustert, die durch willkürliches Markieren eines M13-Subklons eines PCR-Fragments hergestellt worden war, das aus humaner genomischer DNA als Matrize und Oligos Nr. 1 und Nr. 17 als Primer (siehe oben) erhalten worden war Sechs der primär positiven Klone wurden über Plaques durch anschliessendes Durchmustern aufgereinigt, und es wurde gefunden, dass diese mit zusätzlichen für CNTF spezifischen Oligonukleotiden und PCR-Fragmenten hybridisieren.
Aus einem 0. 6 kb langen Bam HI-Restriktionsfragment aus einem der mit Oligo Nr. 13 hybridisierenden Klone wurden Subklone in mit Bam HI geschnittenem M13mp19 hergestellt und das Fragment wurde sequenziert.
Die DNA-Sequenzen der Fragmente, die durch PCR aus Kaninchenmatenal aus dem Kaninchen-cDNAKlon erhalten wurden, wurden auf der Basis von Bereichen mit überlappender Sequenz zusammengesetzt zur Klonlerungs (entspncht mRNA) sequenz für Kaninchen-SN-CNTF, die in Fig. 11 dargestellt 1St. Die DNASequenzen der Fragmente, die durch PCR aus humaner genomischer DNA und aus humanen genomischen Klonen erhalten worden waren, wurden auf der Basis von Bereichen mit überlappender Sequenz zu der kodierenden Sequenz für humanen SN-CNTF zusammengesetzt, die In Fig. 12 dargestellt ist. Die Kaninchen-und humanen Nukleinsäuresequenzen für CNTF sind zu ca. 89% Identisch (Fig. 12), was darauf
<Desc/Clms Page number 14>
hinweist, dass die Kaninchen- und humanen Sequenzen aus für CNTF kodierenden homologen Genen stammen.
Wie in Fig. 11 gezeigt ist, werden Teile der Nukleinsäuresequenzen für Kaninchen-CNTF durch die Aminosäuresequenzen, die aus aufgereinigtem SN-CNTF erhalten wurden und in früheren Beispielen erwähnt wurden, bestätigt.
Die Polymerasekettenreaktion wurde mit den oben beschriebenen Matrizen und Primern ausgeführt.
Das Schema für die Reaktionen war wie folgt : Denaturierungszyklus. 1 min bei 95. C ; Verschmelzungszy- klus, 1,5 min bei 40 *C ; und Vedängerungszykius, 4 min bei 72. C. Die Reaktion wurde 30 Zyklen lang durchgeführt. Die Reaktionsprodukte wurden Elektrophorese auf 2%igen Agarosegelen unterworfen und auf Zeta-Bind-Membranen (BioRad, Richmond, CA) zum Southern Blot übertragen. Um die amplifizierten Anteile der für CNTF kodierenden Sequenz zu identifizieren, wurde in den Southern Blots ein radioaktiv markiertes Oligonukleotid Nr. 13 verwendet, von dem von der CNTF-Protein-sequenz bekannt war, dass es zwischen den Oligonukleotiden, die in der Reaktion als Primer verwendet worden waren, liegt.
Die nach dem Southern Blot erhaltenen markierten Banden wurden aus den Originalgelen ausgeschnitten und zum Kloneren durch Auffüllen der Enden mit dem Klenow-Fragment der DNA-Polymerase (New England Biolabs, Beverly, MA) in der Gegenwart aller vier dNTPs und durch Behandlung der DNA mit T4Polynukleotidkinase (US Biochemical Corp., Cleveland. OH) und ATP vorbereitet. Aus den geeigneten DNAStücken wurden dann Subklone in mit Smal-geschnittenem M13mp10 Vektor hergestellt (dephosphoryliert ; erhältlich von Amersham Corp., Arlington Heights, IL). Die das Fragment von Interesse enthaltenden rekombinanten Phagen wurden mit der Vorgehensweise zum Durchmustern nach Benton & Davis (1977.
Science 196 : 180) unter Verwendung des radioaktiv markierten Oligonukleotlds Nr. 13 als Sonde identifiziert.
Diese rekombinanten Klone wurden angezüchtet, um genügende Mengen an einzelsträngiger DNA zur Sequenzierung zu erhalten und wurden dann mit der Dideoxymethode sequenziert (Sanger, et al., a. a. O.).
Die Hybridisierungsbedingungen bei langen, willkürlich markierten DNA-Sonden waren 5x SSCP, 2x Denhardt's, 2mM EDTA, 0, 05% Natriumpyrophosphat, 0, 1 % Natriumdodecylsulfat (SOS), 250 ng/ml Heringssperma-DNA (unspezifischer Konkurrent), pH 8, 0. Die Hybridisierung wurde bei 65 C durchgeführt und die Blots bzw. Filter wurden bei 65. C in 0, 1x SSCP und 0, 1% SDS gewaschen. Die Hybridisierungsbedingungen für kürzere Oligonukleotidsonden waren 6X SSCP, 2X Denhardt's, 2mM EDTA, 0, 05% Natriumpyrophosphat, 0, 1% SDS, 100 j. lg/ml Hefe-tRNA (unspezifischer Konkurrent), pH 8, 0.
Die Temperatur der Hybridisierung und die Bedingungen für das Waschen der Blots und der Filter wurden individuell an den Ge-Gehalt des jeweiligen Oligonukleotid angepasst (Maniatis et al., a. a. 0.).
Beispiel 5 Expression der für SN-CNTF kodierenden Gene in tierischen Zellen
Die folgenden Schritte sind für die Expression von SN-CNTF in tierischen Zellen erforderlich : a. Konstruktion eines Expressionsvektors ; b. Auswahl einer Wirtszellinie ; c. Einführung des Expressionsvektors in Wirtszellen ; und d. Manipulation der rekombinanten Wirtszelle, um das Expressionsniveau von SN-CNTF zu erhöhen.
(a) SN-CNTF Expressionsvektoren, die für die Verwendung in tierischen Zellen konstruiert wurden, können mehreren Typen angehören, einschliesslich Konstrukte mit starker konstitutiver Expression,
Konstrukte mit induzierbaren Genen und auch solche Vektoren, die zur Expression in bestimmten
Zelltypen konstruiert wurden. In allen Fällen werden Promotoren und andere genregulierende Regionen wie Enhancer (gegebenenfalls induzierbar) und Polyadenylierungssignale an der geeigneten Stelle in bezug auf die cDNA-Sequenzen in Vektoren auf Plasmidbasis plaziert.
Es folgen zwei Beispiele solcher
Konstrukte : (1) Ein Konstrukt mit einem starken konstitutiven Promotorbereich sollte unter Verwendung der genetischen Kontrollsignale des Simian Virus 40 (SV40) in einer Anordnung hergestellt werden, wie
EMI14.1
Bezugnahme mit einbezogen ist, beschriebenen Plasmid pSV2CAT zu finden ist. Dieses Plasmid sollte in einer solchen Weise manipuliert werden, dass die für Chloramphenicolacetyltransferase (CAT) kodierenden Sequenzen durch die SN-CNTF-cDNA unter Verwendung von molekularbiologischen Standardmethoden (Maniatis et al., siehe oben) ersetzt werden. (2) Ein induzierbares Genkonstrukt sollte unter Verwendung des Plasmids PMK hergestellt werden, das den Promotorbereich für Maus-Metallothionein (MT-1) enthält (Brinster et al., Cell 27 : 228-231, 1981).
Dieses Plasmid kann als Ausgangsmaterial verwendet werden und sollte so manipuliert werden, dass man ein mit Metall induzlerbares Genkonstrukt erhält.
<Desc/Clms Page number 15>
EMI15.1
<Desc/Clms Page number 16>
sollteBeispiel 6
Aufreinigung von SN-CNTF aus rekombinanten tierischen Zellen
Da von SN-CNTF erwartet wird, dass er von Zellen wie das natürliche Material synthetisiert wird, wird es erwartet, dass die eingangs erwähnten Methoden zur Aufreinigung des natürlichen Proteins eine ähnliche Aufreinigung und Charakterisierung des rekombinanten Proteins erlauben werden.
Es ist für Fachleute offensichtlich, dass verschiedene Modifikationen und Veränderungen bei den Verfahren und Produkten der vorliegenden Erfindung gemacht werden können. Die vorliegende Erfindung soll daher die erfindungsgemässen Modifikationen und Veränderungen mit einbeziehen, vorausgesetzt, dass sie in den Schutzumfang der beigefügten bzw. gleichwertiger Ansprüche fallen. Ausserdem soll der Begrift SN-CNTF die Herkunft von jeglichen Spezies umfassen, ausser der Bezeichnung ist eine spezifische Artsherkunft unmittelbar vorangestellt.
Beispiel 7 Herstellung von rekombinantem humanem CNTF
Ein System zur Herstellung von rekombinantem humanen CNTF in dem Bakterium Escherichia coti wurde etabliert. Zwei alternative Methoden für die Konstruktion der zu exprimierenden DNA und zwei verschiedene Expressionsvektoren wurden verwendet. Alle diese Expressionssystemvarianten produzieren lösliches CNTF-Protein in einer hohen Ausbeute, das in dem Bakterienzellextrakt biologisch aktiv ist. Die Methoden zur Etablierung dieser Produktionssysteme sind unten beschrieben. Wir bitten, im folgenden zu beachten, dass die in Klammern angegebene Position eines charakteristischen Merkmals (z. B. [233]) sich auf die Anzahl von Basen bezieht, bei der das charakteristische Merkmal downstream des A [1] in dem ATGStartkodon in der humanen kodierenden Sequenz für CNTF beginnt (Fig. 12).
1. Herstellung von DNA zur Expression von CNTF ; Strategie 1 zur Konstruktion des 5'-Endes (Fig. 14) : Der humane genomische DNA-Klon für CNTF im Phagen Lambda EMBL3 aus Beispiel 4 wurde mit den Restriktionsenzymen Sal I und Hlnd 111 verdaut und ein 4, 3 kb langes Fragment, das die für CNTF kodierenden Sequenzen upstream der Hind III-Stelle [233] enthält, wurde über ein Gel aufgereinigt. Dieses 4, 3 kb lange Fragment enthält ebenso ein einzelnes, ungefähr 1, 3 kb langes Intron [114-115] in der kodierenden Sequenz. Um eine Expression in Bakterienzellen zu erlauben, wurde das Intron durch ortsspeztfische Mutagenese unter Verwendung eines synthetischen Oligonukleotid in vitro wie von J. A.
McClary, F. Whitey, J. Geisselsoder (1989) Biotechniques 7 : 282-289 beschrieben, entfernt.
A. Deletion des Introns durch ortsspezifische Mutagenese unter Verwendung eines Phagemidvektors und genetischer Selektion
Ortsspezifische Mutagenese wurde zur Deletion des ca. 1, 3 kb langen Introns In dem 4, 3 kb langen Sal I/Hind III-DNA-Fragments, von dem in einem Phagemidvektor, Bluescript SK M13 (-) (Stratagen), Subklone hergestellt worden waren, durchgeführt. Dieser Vektor wurde gewählt, da er das grosse (ca. 4, 3 kb) Sal
EMI16.1
Baktenophage f1 enthalten, die es erlaubt, einzelsträngige DNA zu gewinnen. Zusätzlich haben Phagemidvektoren eine Anzahl von Vorteilen gegenüber einzelsträngigen M13-Bakteriophagenvektoren.
Da die Phagemids weniger als halb so gross wie M13-Vektoren sind, die weniger als ca. 2, 3 kb grosse Inserts vorziehen, können Subklone von grösseren Inserts leichter In Phagemids hergestellt werden und die Wahrscheinlichkeit spontaner Deletion ist verringert. Ein anderer Vorteil von Phagemids ist es, dass die Inserts direkt von doppelsträngiger Supercoll-DNA sequenziert werden können, wodurch ihre Charaktensle- rung vereinfacht wird.
Die Mutagenese wurde mit dem Muta-Gene in Vitro Mutagenesis Kit von BioRad ausgeführt. Die Wirtszelle zur Herstellung der Matrize für die Mutagenese ist der E. coli-Stamm CJ236 (Genotyp : dut, ung,
EMI16.2
so möglich, einzelsträngige Phagemid-DNA mit einem geeigneten Helferphagen zu gewinnen, wobei R408 In der vorliegenden Arbeit verwendet wurde. Die gewonnene einzelsträngige Phagemid-DNA Ist teilweise
EMI16.3
<Desc/Clms Page number 17>
Um die Mutagenese auszuführen, wurde das über ein Gel aufgereinigte 4, 3 kb lange Sal I/Hind 111- Fragment in mit Sal I/Hind 111 verdauten und über ein Gel aufgereinigten Bluescript SK M13 (-) ligiert. Die ligiert DNA wurde in CJ236 eingeführt, der nach der in J. Mol. Bio !. 166 : 557 (1983) beschriebenen Methode von Hanahan kompetent gemacht worden war. Auf Platten mit 50 ug/ml Ampicillin (um für das Phagemid zu selektionieren) und 30 j, Lg/ml Chloramphenicol (um für den erhaltenen F'-Faktor zu selektionie- ren) wurde für Transformanten selektioniert. Die Transformanten wurden auf das Vorhandensein des richtigen Inserts durch Restriktionsenzymanalyse der transformierten DNAs untersucht.
Eine Transformante, die das richtige Insert trug (pSHM-D19), wurde im darauffolgenden Mutageneseexperiment verwendet.
Einzelsträngige Matrize aus pSHM-D19 wurde mit dem Phagen R408 als Helferphagen gewonnen. pSHM-D19 enthaltender CJ236 wurde In Luria-Broth mit Ampicillin (50 tig/ml) und Chloramphenicol (30 ugiml) bis zu einer Arno von ca. 0, 3 angezüchtet. Die Zellen wurden mit dem Helferphagen R408 bei einer Multiplizität der Infektion von 20 infiziert und dann 8-14 Stunden bei 37. C geschüttelt. Einzelsträngige Matrize wurde aus den gewonnenen Phagemids extrahiert. Ortsspezifische Mutagenese durch Introndeletion wurde mit einem 71 Basen langen Oligonukleotid (Oligonukleotid 1 in Fig. 16) durchgeführt.
Die Basen 1-30 von Oligonukleotid 1 sind unmittelbar downstream des aus der genomischen CNTF-DNA zu deletierenden Introns (3') komplementär zum kodierenden Strang und die Basen 31-71 unmittelbar upstream (5'). Zur Verwendung in Mutagenesereaktionen wurde das Oligonukleotid mit T4-Polynukleotidkinase phosphoryliert.
Die Mutagenesereaktionen unter Verwendung des BioRad MutaGene Kits wurden nach den Angaben des Herstellers durchgeführt, ausser dass die DNA von den Mutagenesereaktionen zur Transformation von E. coli Stamm DH5a verwendet wurde. Deletionsmutanten wurden durch Restriktionsenzymkartierung der DNAs und DNA-Sequenzierung von doppelsträngigen DNAs aus Mutanten mit den entsprechenden Restriktionskarten charakterisiert. pMCN-21 war eine korrekt deletierte Mutante ohne Intron in dem BluescriptPhagemid.
B. Rekonstruktion des 5'-Endes des CNTF-Gens zur Expression
Das 5'-Ende der für CNTF kodierenden Sequenz wurde rekonstruiert, um einige Veränderungen vorzunehmen, die die Aminosäuresequenz, die kodiert wird, nicht verändern, aber die wahrscheinlich die Effizienz der Expression in Bakterien steigern. Die teilweise überlappenden komplementären Oligonukleotide 2 und 3 (Abb. 16) wurden synthetisiert, über ein Gel aufgereinigt und miteinander verschmolzen.
Oligonukleotid 2 kodiert für die im humanen CNTF upstream der Nhe l-Stelle [66] vorhandenen Aminosäuren. Die kodierende Sequenz von Oligonukleotid 2 enthält mehrere Basen, die sich von den im humanen Gen vorhandenen unterscheiden (vergleiche Fig. 12 und 16). Diese Veränderungen wurden entweder deshalb vorgenommen, um die humane Verwendung von Kodons zu der von vorzugsweise E. coli verwendeten zu ändern (nach deBoer und Kastelein in From Gene to Protein : Steps Dictating the Maximal Level of Gene Expression (1986) Davis und Reznikoff, Hrsg., S. 225-238, Butterworths, NY) oder um eine Bgl li-Steile zu erzeugen (Fig. 16), die in die Sequenz eingefügt wurde, um anschliessende genetische Manipulationen zu erleichtern.
Oligonukleotid 2 kodiert auch für einen Translationskoppler zum 5'-Ende hin (Fig. 16), um eine effektive Translation zu fördern. Die verschmolzenen Oligonukleotide 2 und 3 haben einen Bam HI-Überhang am 5'-Ende und einen Nhe l-Überhang am 3'-Ende, um das nachfolgende Ligieren und Kloneren zu erleichtern (Fig. 14 & 16). Eine Analyse der DNA-Sequenz des humanen CNTF-Gens mit Restnktionsenzymen zeigte eine einzelne Nhe t-Erkennungssequenz (66] (Fig. 12). Daher wurden die Oligonukleotide 2 und 3 mit einem Nhe l-Überhang konstruiert, um zu erlauben, dass sie mit dem verbleibenden 3'-Fragment des Gens, nach Verdau mit Nhe I, verbunden werden.
C. Verbinden der Oligonukleotide 2 und 3 mit den von Introns befreiten kodierenden Sequenzen
Die Oligonukleotide 2 und 3, die das wiederhergestellte Aminoende des CNTF-Gens enthielten, wurden miteinander verschmolzen und mit mit Nhe I geschnittenen pMCN-2a ligiert. Ligiert DNA wurde dann mit Bam Hi und Hind 111 verdaut, um das als CNTF-Syn1 bezeichnete DNA-Fragment freizugeben, das zur Expression in E. coli geeignete DNA-Sequenzen enthält, die für humanen CNTF upstream der Hind li-Steile [233] kodieren.
Strategie 2 zur Konstruktion des 5'-Endes (Abb. 15) : eine alternative Strategie wurde durchgeführt, bel der das Intron nicht durch ortsspezifische Mutagenese entfernt wurde, sondern dafür eine insgesamt synthetische DNA-Sequenz, die für CNTF upstream der Hind III-Stelle [233] kodiert, hergestellt wurde, jedoch ohne das Intron. Um dieses synthetische DNA-Konstrukt zu bilden, wurden die Oligonukleotide 5 bis 10 In Fig. 17 synthetisiert. Die folgenden Oligonukleotide wurden als teilweise überlappende, doppelsträngi-
EMI17.1
<Desc/Clms Page number 18>
so konstruiert sind, dass sie erlauben, dass 5 & 6-7 & 8-9 & 10 in dieser Ordnung miteinander ligiert werden.
Die Oligonukleotide wurden über ein Gel aufgereinigt, verschmolzen und miteinander zu einem einzigen. 261 Basenpaar langen, doppelsträngigen DNA-Oligonukleotid ligiert, das als CNTF-Syn2 bezeichnet wird. Diese synthetische DNA enthielt ausserdem : (1) geänderte Kodons, um der bevorzugten Verwendung von Kodons durch E. coli Genüge zu tun (vergleiche Fig. 12 und 17) ; (2) den oben verwendeten S'-Transtationskoppier (Abb. 16 und 17); und (3) einen 5'-Bam HI-Überhang und einen 3'Hind III-Überhang, um das Ligieren und Klonieren zu erleichtern (Fig. 17).
EMI18.1
:geschnitten und ein 2, 1 kb langes Fragment, das die für CNTF kodierenden Sequenzen downstream der
Hind III-Stelle [233] enthält, wurde über ein Gel aufgereinigt.
Dieses 2, 1 kb lange Fragment wurde in das mit Hind 111 geschnittene Plasmid pEMBL8 (Dente et al., 1983, Nucleic Acids Res. 11 : 1645) kloniert. Eine Spe I-Stelle [613] wurde in die 2, 1 kb lange Insert-DNA durch Oligonukleotid-gerichtete Mutagenese 13 Basenpaare downstream des Stopkodons, das die CNTF-Sequenz beendet, unter Verwendung des synthetischen Oligonukleotids 4 eingefügt (Fig. 16). Das mutierte Plasmid wurde mit Hind 111 und Spe) geschnitten, um das kodierende downstream-Fragment freizugeben, das im Gel aufgereinigt wurde und als CNTF-Syn3 bezeichnet wird (enthält die kodierenden Sequenzen für humanen CNTF downstream der Hind III-Stelle [233]).
Herstellung des vollständigen Expressionskonstrukts : CNTF-Syn1 wurde mit CNTF-Syn3 zu CNTF- Syn1/3 ligiert (Fig. 14) und CNTF-Syn2 wurde mit CNTF-Syn3 zu CNTF-Syn2/3 ligiert (Fig, 15), um zwei alternative DNA-Fragmente zu konstruieren, von denen Jedes für humanen CNTF kodiert und geeignete Modifikationen der DNA-Sequenz besitzt, um eine effiziente Expression in E. coli zu fördern. Diese DNAFragmente wurden dann in E. coli exprimiert, nachdem in : (A) einem bakteriellen Expressionsvektor pT5T, basierend auf dem T7-Phagenpromotor ; oder (B) einem baktenellen Expressionsvektor, pT3XI-2, basierend auf einem Hybridpromotor aus dem Lactose- und Tryptophanoperon ('Tac'), Subklone hergestellt worden waren.
2. Expression von CNTF unter Verwendung eines auf dem "T7-Promotor"-System basIerenden Expres- sionsvektors (Die charakteristischen Merkmale des Vektors sind Fig. 17 zu entnehmen) : A Beschreibung von pT5T
Der auf T7-Promotor basierende Expresionsvektor pT5T ist im wesentlichen der gleiche wie pJU1003, der von Squires et al., J. Biol. Chem. (1988) 263 : 16297-16302 beschrieben wird, ausser dass zwischen der einzigen Bgi li-Steile 5'vom T7-Promotor und der Cla t-Stelle Im Tetracycinresistenzgen ein kurzes Stück DNA vorhanden ist.
Die Sequenz dieser DNA ist : ATCGATGATA AGCTGCAAA CATGAGAATT GAGCTCCCCG GAGATCCTTA
GCGAAGCTA
Cla I
AGGATTTTTT TTAGATCT
Bgl II B Konstruktion des vollständigen Expressionsvektors
Der über ein Gel aufgereinigte Vektor wurde mit den Restriktionsenzymen Bam Hf und Spe I linearislert.
CNTF-Syn1/3 wurde mit dem linearislerten Vektor vermischt und zum Expressionskonstrukt pT5T : CNTF- Syn1/3 ligiert. (Allgemeiner Abriss der Vektorkonstruktion, siehe Fig. 14).
C. Expression von rekombinantem humanem CNTF in E. coli pT5T : CNTF-Syn1/3 wurde in den E. coli Stamm BL21 (DE3) zur Expression transformiert. Dieser Stamm, der bel Studier und Moffat J. Mol. Biol. (1986) 189 : 113-130 beschrieben ist, enthält das T7-RNA-
<Desc/Clms Page number 19>
Polymerasegen unter Kontrolle des durch IPTG induzierbaren lac-Promotors auf einem nicht ausschneidbaren Iysogenen Lambda-Bakteriophagen, Unter 10 durchgemusterten Transformanten wurden 2 Klone gefunden, die ein durch IPTG induzierbares Protein exprimierten, das mit einem Molekulargewicht im CNTF entsprechenden Bereich wandert (ca. 24 kD). Diese beiden Klone wurden als pT5T : CNTF-Syn1/3-5a und 5c bezeichnet. Die Sequenzierung der DNA von pT5T : CNTF-Syn1/3-5a und 5c bestätigte, dass die Sequenzen der Rekombinanten korrekt waren.
Ein hohes Expressionsniveau an rekombinantem CNTF wurde dadurch erzielt, dass man die Zellen in Luria-Broth mit 15 u. g/ml Tetracyclin bis zu einer Zelldichte wachsen liess, die einer Ä600 von 0, 5-0. 8 entsprach. Die Zellen wurden 1, 5-4 Stunden entweder ohne IPTG ("uninduziert") oder mit Zugabe von IPTG bis zu einer Endkonzentration von 1, 0 mM ("induziert") wachsen gelassen. IPTG (Iso-propyl-ss-D-thiogalakto- pyranosid) ist ein Induktor das lac-Operons, dessen Gegenwart zu einer indirekten Aktivierung der T7Polymerase des Expressionsvektors und einem erhöhten Niveau der CNTF-Expression führen sollte.
D. Analyse expnmierten Proteins durch SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese mit nachfolgender Färbung mit Coomassie-Farbstoff oder Immunoblot
Die Zellen wurden durch kurze Zentrifugation geerntet und direkt in Probenpuffer für das SDSPolyacrylamidgel (0. 025% Bromphenol blau. 10% Glycerin, 1% ss-Mercaptoethanol, 2% SDS, 0, 0625 M
EMI19.1
transformierten und mit IPTG 2 Stunden induzierten Zellen (Bahn 5, Fig. 20) ist eine mit Coomassle- Farbstoff dunkel angefärbte Bande vorhanden, die in der für CNTF erwarteten Position (ca. 24 kD) verläuft.
Lässt man die Zellen ohne IPTG wachsen, (Bahn 4, Fig. 20), ist viel weniger dieser Bande vorhanden, wie dies für ein Protein zu erwarten ist, dessen Expression unter der Kontrolle des lac-Operons steht. Mit dem Vektor pT5T ohne ein CNTF-Insert transformierte Zellen zeigen diese Bande nicht, weder induziert (Bahn 3, Fig. 20) noch uninduziert (Bahn 2, Fig. 20). Bahn 1 enthält Molekulargewichtsstandards.
Ein identisches SDS-Polyacrylamidgel wurde auf Nitrocellulose übertragen und einem Immunoblot mit affinitätsaufgereinigten Antikörpern gegen CNTF-Peptid A (E-S-Y-V-K-H-Q-G-L-N-K-N) unterzogen. Bei mit pT5T : CNTF-Syn1/3-5a transformierten und mit IPTG 2 Stunden induzierten Zellen (Bahn 5, Fig. 21) ist eine dichte, von affinitätsaufgereinigten Antikörpern gegen CNTF-Peptid A erkannte Bande vorhanden, die an der für CNTF erwarteten Stelle verläuft (ca. 24 kD). Lässt man die Zellen ohne IPTG wachsen, (Bahn 4, Flg.
21), ist viel weniger dieser Bande vorhanden. Mit dem Vektor pT5T ohne ein CNTF-Insert transformierte Zelle zeigen diese Bande nicht, weder induziert (Bahn 3, Fig. 20) noch uninduziert (Bahn 2, Fig. 20). Bahn 1 enthält Molekulargewichtsstandards.
Ausserdem wurden die mit pT5T : CNTF-Syn1/3-5a transformierten und mit ITPG 2 Stunden induzierten Zellen durch dreifachen Durchgang durch eine French-Druckzelle aufgeschlossen. Ein Aliquot des Zellrohlysats wurde durch Zentrifugation bei 20 000 UpM in einem JA-20-Rotor (Beckman) für 15 min in die
EMI19.2
die der gleichen Menge an Ausgangssuspension der Zellen entsprachen, wurden auch auf demselben SDSPolyacrylamidgel laufengelassen, auf Nitrocellulose übertragen und einem Immunoblot mit affinitätsaufgerei- nigten Anti-Peptid A-Antikörpernunterzogen. Der Überstand des Lysats (Bahn 8, Fig. 21) enthielt viel mehr immunreaktiven CNTF als das Pellet des Lysats (Bahn 9, Fig. 21). Das CNTF-Niveau im Überstand war dem Im nicht fraktionierten Lysat vergleichbar (Bahn 7, Fig. 21).
E. Bioaktivität von exprimiertem CNTF
Durch kurze Zentrifugation geerntete Zellen wurden in 20mM Tris-HCI, pH 8, 2, mit 1/35 des ursprünglichen Volumens der Zellsuspension resuspendiert, durch einen dreifachen Durchgang durch eine FrenchDruckzelle aufgeschlossen und das Zellrohlysat in Überstands- bzw. Pelletfraktion durch Zentrifugation bel 20 000 UpM im JA-20-Rotor (Beckman) für 15 min aufgetrennt. Eine Verdünnungsreihe der Überstandsfrak-
EMI19.3
fördern (wie In Beispiel 1 beschrieben). Der Überstand zeigte eine signifikante Bioaktivität bis zu einer Verdünnung von 1 : 1 000 000 Fig. 22). Die spezifische Aktivität von rekombinantem humanem CNTF wurde auf ungefähr 275fTU/ng geschätzt, basierend auf der Bioaktivität und der von Immunoblots geschätzten Länge an CNTF-Protein.
Diese spezifische Aktivität ist ungefähr doppelt so gross wie die spezifische Aktivität des aufgereinigten Kaninchen-CNTF-Proteins, was darauf hinweist, dass der rekombinante CNTF Im
EMI19.4
<Desc/Clms Page number 20>
Der Überstand wurde auch auf einem reduzierenden, 15%igen Polyacrylamid-SDS-Gel Elektrophorese unterzogen und in 1 mm breite Streifen geschnitten, die über Nacht in Zellkulturmedium bei 4. C unter Schwenken extrahiert wurden und einem Bioasssay, wie in Beispiel 1 beschrieben. Unterzogen wurden. Das Nebenbild in Abbildung 22 zeigt, dass bei Fraktionen, die, wie für CNTF erwartet, 24 kD entsprechen, ein Peak der Bioaktivität vorhanden ist.
F. Aminosäuresequenz von exprimiertem CNTF
Der Bereich um 24 kD wurde aus einem SDS-Polyacrylamidgel ausgeschnitten, das dem für Abb. 20 laufen gelassenen ähnlich war, jedoch ohne Coomassie-Färbung. Dieses Material wurde durch EdmanAbbau in einem Protein-Sequenator von Applied Biosystems sequenziert (wie in Beispiel 2 beschrieben).
Die folgende Aminosäuresequenz wurde erhalten : AFTEHSPLTPHRRDL [ ?] S.... Das Fragezeichen entspricht einem C in der humanen Sequenz (Fig. 12), das mit dieser Methode nicht nachgewiesen werden kann. Diese Sequenz entspricht der für humanen CNTF erwarteten (Fig. 12) und ist ein zusätzlicher Beweis dafür, dass CNTF richtig exprimiert wird. Sie weist auch darauf hin, dass das amino-terminale Methionin während der Expression entfernt wird, wobei Alanin als die amino-terminale Aminosäure in dem exprimierten Protein verbleibt.
Das obige Ergebnis zeigt, dass immunologisch kreuzreaktiver CNTF mit einem hohen Niveau in einer biologisch aktiven Form exprimiert wurde, die grösstenteils nach Lyse der bakteriellen Zellen löslich ist.
3. Expression von CNTF unter Verwendung eines Expressionsvektors der auf einem Hybridpromotor- ('Tac')- System aus dem Lactose- und dem Tryotophan-Operon basiert (charakteristische Merkmale des Vektors, siehe Fig. 19) A. Beschreibung von pT3XI-2 (Modifikation von pKK223-3)
Das Ausgangsplasmid für diese Konstruktion war das von Pharmacia erworbene Plasmid pKK223-3.
Das Plasmid pKK233-3 trägt einen Teil des Gens für Tetracyclinresistenz. Dieses nicht funktionierende Gen wurde durch ein vollständiges Tetracyclinresistenzgen ersetzt, das von dem Plasmid pBR322 getragen wird. Das Plasmid pKK223-3 wurde mit Sph I vollständig verdaut, und teilweise mit Bam Hl. Ein 4, 4 Kilobasenpaar langes Fragment wurde im Gel aufgereinigt und mit einem synthetischen Adapter mit der Sequenz :
EMI20.1
und einem 539 Basenpaare langen Fragment DNA aus einem Cla I, Sph i-Verdau des Tetracyclinresistenzgens aus pBR322 (PL Biochemical, 27-4891-01) verbunden. Das resultierende Plasmid wurde als pCJ1 bezeichnet.
Als nächstes wurde ein von New England Biolabs erworbener Xho)-Linker < n die Pvu li-Steile des Plasmids pCJ1 eingefügt, so dass das Plasmid pCJX-1 gebildet wurde. Dieses eingeschobene Stück unterbricht das rop-Gen, das die Kopienzahl des Plasmids steuert Ein Eco RI-Fragment, das das lac l-Gen enthält, wurde aus dem Plasmid pMC9 (Calos et al., Proc. Natl. Acad. Sci.
USA (1983), 80 : 3015-3019] aufgereinigt und dann In die Xho !-Stet) eingefügt mit Adaptern (Xho I zu Eco RI) mit der Sequenz : :'TCGAGTCTÄGA---3'
3'CAGATCTTTAA 5'
Die Polylinker-Sequenz zwischen den Eco RI- und Pst l-Stellen im Plasmid pKK223-3 wurde als
EMI20.2
<Desc/Clms Page number 21>
Der so erhaltene Plasmidvektor wird als pCJXI-1 bezeichnet.
Schliesslich wurde das Tetracyclinresistenzgen durch ein ähnliches Gen ersetzt, in dem die Erkennungsstellen für Restriktionsenzyme Hind 111, Sam HI und Sal I durch Mutagenese mit Bisulfit zerstört worden waren. Die folgende Vorgehensweise wurde verwendet, um das Tetracyclinresistenzgen von pBR322 zu mutieren. Das Plasmid pBR322 wurde mit Hind 111 geschnitten und dann einer Mutagenese mit Natriumbf- sulfit unterzogen shortie und Nathans, Proc. Natl. Acad. Sei. USA (1978) 5 : 2170-2174]. Die durch Mutagenese veränderte DNA wurde zu einer ringförmigen DNA ligiert und dann mit Hind 111 geschnitten, um alle Plasmide zu linearisieren, die der Mutagenese entgingen.
E. coli JM109 [Yanisch-Perron et al., Gene- (1985) 33 : 103-119] wurde mit dem Plasmid transformiert und dann auf Selektivmedien ausplattiert. Aus tetracyclinresistenten Kolonien wurden Plasmide isoliert und auf den Verlust der Hind III-Stelle im Tetracyclinresistenzgen überprüft. Das erfolgreich mutierte Plasmid wurde mit pT1 bezeichnet. Zur Mutagenese der Bam HI-Stelle in pT1 wurde ein Ehnliches Verfarhen verwendet, was das Plasmid pT2 ergab. Das Plasmid pT2 wurde seinerseits einer Mutagenese unterzogen, um die Sal l-Stelle zu entfernen, wobei das Plasmid pT3 gebildet wird. Ein das mutierte Tetracyclinresistenzgen tragendes Cla I/Bam l-Fragment von pT3 wurde isoliert und dazu verwendet, das homologe Fragment von pCJXI-1 zu ersetzen, um pT3XI-2 zu bilden.
Das mutierte Tetracyclinresistenzgen kodiert immer noch für ein funktionierendes Protein.
C. Bildung von p T3XI-2- 1 OTC3FGFsyn (Herstellung des Vektors mit tac-Promotor für CNTF)
Zunächst wurde ein "Gen" für basischen Fibroblastenwuchsfaktor (bFGF) synthetisiert. Dieses "Gen" kodiert für die gleiche Sequenz, wie die von Sommer et al., (1987) Biochem. Biophys. Res. Commun.
141 : 67) für FGF berichtete, aber verwendet Kodons, die man vorzugsweise in stark exprimierten Genen bei E. coli findet. Die Struktur dieses Gens Ist solchermassen, dass dem kodierenden Anteil eine Translations Kopplersequenz vorangestellt ist (siehe Squires et al., 1988, a. a. O.), um einen effizienten Translationsstart zu gewährleisten.
Das synthetische FGF-Gen wurde zunächst in M13mp18 zwischen den Eco RI- und Hind III-Stellen eingefügt und sequenziert. Die Struktur dieses Gens ist :
<Desc/Clms Page number 22>
EMI22.1
ACCGACGTAGT EcoRIBamHiRBSFCFstart
Translationskoppler 3 CTACCCTGCC GGCACTGCCG GAAGACGGTG GCTCCGGTGC TTTCCCGCCG GGCCACTTCA GATGGGACGG CCGTGACGGC CTTCTGCCAC CGAGGCCACG AAAGGGCGGC CCGGTGAAGT AAGACCCGAA ACGTCTSTAC TGTAAAAACG GTGGCTTCTT CCTGCGTATC CACCCGGATG
EMI22.2
CACCGAAGAA GGACGCATAGGCTGCAGGCTG CAGCACAGCT TGCCGCATGC ACTTTTTTCC TGGGCGTGT AGTTTGACGT CGACCTCCGAC AAGAACGTG GTGTTGEATC TATCAAAGGC GTTTGCGCAA ACCGTTACCT GGCTATGAAAG
EMI22.3
<Desc/Clms Page number 23>
EMI23.1
ATAGTTTCCG CAAACGCGTT TGGCAATGGACTTCGAACGTC TTCTGCCAG
CAGACGACCG ATCGTTTACA CATTGACTGC TTACAAAGAA GAAGCTTGCAG TGGAAAGCAACAACTACAACACCTACCGTTCTCGTAAATACACTTCTTG GTACCTTGCTC
EMI23.2
GTGGACTTTCGTTAGG TGTTCCTGC CGATGAGCGC TAAATCTTAA ACTAGTA
ACAAGGACG GCTACTCGCG ATTTAGAATT TGATCATTCGA FG ? atOp KindIII Relevante Charakteristika des Gens sind hervorgehoben.
Es wurde dann durch Verdau mit Bam H) und Hind 111 isoliert und in mit Bam HI/Hind 111 geschnittenen
EMI23.3
Das neue Plasmid wird als pT3XI-2# 10TC3FGFsyn bezeichnet.
D Einfügen von CNTF-Expressionskonstrukten in den Vektor mit Tac-Promotor pT3XI-2-c10TC3FGFsyn wurde mit Bam Ht und Spe I geschnitten, was In der Linearislerung des 7, 4 kb langen Expressionsvektors und der Freisetzung des ca. 0, 5 kb langen FGF-DNA-Fragments resultierte In getrennten Reaktionen wurden CNTF-Syn1l3 und CNTF-Syn2/3 in das über ein Gel aufgereinigte. mit Bam H !/Spe ! geschnittene DNA-Fragment des Vektors ligiert, was in den Plasmiden pT3XI-2 : CNTF-Syn1l3 und pT3XI-2 :CNTF-Syn2/3resultierte.
E. Expression In E. coli pT3XI-2:CNTF-Syn1/3 wurde in einem phagenresistenten E. cola K-Stamm, JM107, transformiert.
Vierzehn Transformanten wurden angezüchtet und mit SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese und Färben mit Coomassie Brilliant Blue auf CNTF-Expression untersucht. Vier Transformanten zeigten eine dunkel gefärbte Bande an der ungefähren Position von CNTF Eine Expression von rekombinantem CNTF auf hohem Niveau wurde durch Anzüchten der Zellen In Luna-Broth mit 15 u. g/ml Tetracyclin bis zu einer Zelldichte, die einer A600 von 0,8 entsprach, erzielt. IPTG wurde bis zu einer Endkonzentration von 1, 0mM zugegeben und die Zellen wurden 2 Stunden wachsen gelassen. Diese vier Transformanten zeigten alle ungefähr die
<Desc/Clms Page number 24>
gleiche Dichte sowohl in mit Coomassie angefärbten Gelen als auch in einem Immunoblot unterzogenen Gelen.
Das apparente Niveau der CNTF-Expression in diesen Transformanten war. basierend auf diesen Gelen, ungefähr ein Viertel von den mit pTST:CNTF-Syn1/3-5a erhaltenen, wenn wie oben erwähnt angezüchtet wurde. Die Restriktionsanalyse der DNAs dieser vier Transformanten bestätigte, dass alle das menschliche CNTF-Gen trugen.
Der E. coii-Stamm TG1 wurde mit pT3XI-2 : CNTF-Syn2l3 zum Zwecke der Expression transformiert.
Transformanten wurden durch Ausplattieren auf Lb-Agar, welcher 15 g/ml Tetracyclin enthielt, selektiert.
Vier Transformanten, pT3XI-2:CNTF-Syn2/3-A, -B, -C, -D wurde selektiert, angezüchtet und deren Natur durch Restriktionsanalyse bestätigt. Einer der Transformanten, pT3XI-2 : CNTF-Syn2/3-A, wurde für weitere Untersuchungen ausgewählt. Dieser Transformant wurde über Nacht in 500 ml 2XYT broth mit 10 g/ml Tetracyclin und 1 mM IPTG angezüchtet. Die Zellen wurden wie oben durch Zentrifugieren geerntet und durch eine 15-sekündige Ultraschallbehandlung auf Eis mittels einer Mikrospitze auf der Stufe #3 in 10 mM Phosphatpuffer, pH 6, 7, enthaltend 1 mM EDTA, 0. 1 M PMSF und 0, 1 mM Pepstatin, extrahiert. Nach 15minütiger Zentrifugation in einer Mikrozentrifuge wurde der Überstand gesammelt und die Bioaktivität des
EMI24.1
war im Überstand (Fig. 22), der 1,5 mg/ml Protein enthielt, vorhanden.
Die hier vorgelegten Resultate indizieren, dass zwei verschiedene DNA-Konstrukte in zwei verschiedenen Expressionsvektoren die Expression von biologisch aktivem CNTF erlauben, welches entsprechend auf reduzierten SDS-Polyacrylamidgelen wanderte, durch affinitätsgereinigte Antikörper gegen CNTF detektiert werden konnte und eine entsprechende aminoterminale Aminosäuresequenz aufwies.
4. Reinigung von rekombinantem CNTF
Ein kleines Inoculum von pT5T : CNTF-Syn1/3-5a wurde über Nacht bei 37 C unter Schütteln in Luna broth-Medium, welches 10 g/ml Tetracyclin enthielt, angezüchtet. Sieben ml dieser Zellsuspension pro 50 ml Luria-Broth wird in grosse Kolben gegeben und bei 37 C unter Schütteln angezüchet, bis die Aeoo ungefähr 0, 5 erreicht. Dann wird IPTG zu einer Endkonzentration von 0, 5 mM zugegeben, um die Expression von CNTF zu induzieren, und es wird weitergezüchtet, bis die Aeoo ungefähr 1, 2 erreicht, was typischerweise 4-6-Stunden dauert. Die Zellen werden durch Zentrifugation (JA-20-Rotor) für 5 min bei 7 000 UpM und 4.
C geerntet und noch einmal durch Zentrifugation In 50 mM Phosphatpuffer, pH 8, 0 (Puffer A) bei 4 C gewaschen. Der Überstand wird entfernt und das Zellpellet wird als Paste bei -20. C eingefroren.
Die Zellpaste wird In Puffer B [Puffer A mit 1 mM EGTA (Ethylenglykol-bis (-aminoethylether)- N. N. N'. N'-tetraessigsäure) und 1 mM EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) bel 0,5 9 Paste pro ml Puffer und 4. C suspendiert und dreimal durch eine French-Druckzelle geschickt, um die Bakterien aufzuschliessen.
EMI24.2
geschüttelt. Der Niederschlag wird in einer Microfuge 15 min bei Höchstgeschwindigkeit abzentnfugiert.
Dieser Schritt verringert typischerweise den Nukleinsäuregehalt, gemessen als Verhältnis von Ao/Aso von ungefähr 25% auf weniger als 5%.
Die Probe wird dann auf eine mit Puffer B äquilibrierte Q-Sepharose-Säule (Pharmacia) aufgetragen.
CNTF ist ein so überwiegender Bestandteil des Zellysats der French-Presse, dass er während der Chromatographie durch mit Coomassie Brilliant Blue gefärbte SDS-Polyacrylamidgele von Säulenfraktionen verfolgt werden kann. CNTF ist eine stärkere mit Coomassie angefärbte Bande bei ungefähr 24 kD. Unter Venwendung dieses Assays läuft CNTF durch die Q-Sepharose-Säure in Puffer B.
Die Durchlauffraktionen, die den grössten Anteil des CNTF-Proteins enthalten, werden vereinigt, gegen Puffer C (5 mM Phosphatpuffer, pH 8, 0. mit 1 mM EGTA und 1 mM EDTA) dialysiert und auf eine mit Puffer C äquilibnerte Q-Sepharose-Säule aufgetragen. Die Säule wird mit Puffer C gewaschen, bis die A280 zur Basishnie zurückkehrt, was darauf hinweist, dass nicht adhärente Proteine durch die Säule hindurchgewaschen wurden, In Puffer C bindet CNTF an die Q-Sepharose-Säule und wird dann mit einem 0-0, 1 M NaCI-Gradienten in Puffer C eluiert. CNTF verlässt die Säule bei ungefähr 40 mM NaCI und besitzt, nach mit Coomassie angefärbten SDS-Polyacrylamidgelen der CNTF-Peakfraktionen zu urteilen, eine Reinheit von mehr als 90%.