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Die Erfindung betrifft die Verwendung von Holzwolle-Leichtbauprodukten und insbesondere von mit anorganischen Bindemitteln gebundenen Holzwolle-Leichtbauelementen.
Holzwolle-Leichtbauelemente, insbesondere Holzwolle-Leichtbauplatten (HWL-Platten) gehören seit Jahrzehnten zum Stand der Technik. Unter der Marke "Heraklith" der Osterreichische Heraklith GmbH, Fürnitz haben Leichtbauplatten aus Holzwollefasem, die mit einem anorganischen Bindemittel gebunden sind, international Bedeutung erlangt. Die Platten werden vor allem im Hochbau zur Wärme- und Schallisolierung eingesetzt.
Eigenschaften und Aufbau dieser HWL-Platten entsprechen auch heute noch weitestgehend der Beschreibung nach dem österreichischen Patent 37223.
HWL-Platten der genannten Art finden unter anderem im Hochbau Anwendung und werden, zum Teil mit anderen Werkstoffen kombiniert, auch zur Wärme- und Schalldämmung eingesetzt
Wie alle Baustoffe werden sie zum Beispiel nach dem Abriss eines Wohn- oder Geschäftshauses als Bauschutt deponiert Teilweise findet auch eine Aufarbeitung des Bauschutts und Verwendung als Zuschlagstoff in Stassenbaustoffen oder Betonen statt Überraschend wurde nun eine völlig neue Anwendung von HWL-Produkten im Rahmen einer Forschungsarbeit festgestellt. Diese Anwendung kann als Sekundäranwendung bezeichnet werden, weil sie vor allem zur Verwertung von HWL-Abfallstoffen und entsprechenden Abbruchmaterialien vorgesehen ist.
Dabei wurde nicht nur festgestellt, dass sich die mittels eines anorganischen Bindemittels gebundenen Holzwolle-Teilchen kompostieren lassen, vielmehr wurde festgestellt, dass sich HWL- Produkte in besonders vorteilhafter Weise als Kompostierungshilfe bei der Kompostierung von organischen Abfallstoffen eignen.
Die Verwendung von, anorganische Bindemittel enthaltenden Holzwolle-Leichtbauprodukten als Kompostierungshilfe bei der Kompostierung von organischen Abfallstoffen, stellt deshalb den der Erfindung zugrundeliegenden allgemeinsten Erfindungsgedanken dar
Unter Kompostierung versteht man ganz allgemein eine aerobe Rotte organischer (Rest)stoffe Grundsätzlich sind alle Materialien organischer Herkunft geeignet, kompostiert zu werden. Das Kompostierungsverhalten ist jedoch stark abhängig von dem jeweiligen organischen Stoff, der Zusammensetzung der zu kompostierenden Mischung und den lokalen Kompostierungsbedingungen.
Gemäss EP 0 489 158 B1 und EP 0 462 516 A1 lassen sich tierische Exkremente unter Zugabe von Holzabfällen kompostieren. Gemäss EP 0 462 516 A1 wird weiters eine Kompostierungshilfe auf Basis Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor zugegeben.
Die DE 27 32 297 A1 beschreibt ein Kompostierungsverfahren unter Verwendung von Klärschlamm in Mischung mit Torf oder Schwarztorf.
Im Sinne einer Optimierung der Kompostierung durch Reduzierung des Feuchtegehaltes, Einstellung des Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnisses, Beeinflussung der Rottetemperatur und der Struktur des Kompostierungs-Haufwerks sind Holzwolle-Leichtbauprodukte als Kompostierungshilfe besonders geeignet.
Die Struktur der HWL-Produkte (stabiles, mit Bindemittel benetztes Holzwolle-Gerüst, hohe offene Porosität) ist geradezu prädestiniert dafür, in einem Haufwerk zu kompostierender Stoffe eine möglichst aufgelockerte Haufwerkstruktur sicherzustellen, so dass der aerobe Rotteprozess möglichst schnell einsetzen und ablaufen kann. Es ist aus der
Kompostierung von Festmist bekannt, als Zuschlagstoff Stroh zu verwenden Hierdurch wird nicht nur der Anteil trockener Masse im Kompostierungs-Gemisch erhöht, sondern vor allem die Struktur des Haufwerks verbessert Stroh ist wegen seiner hohen spezifischen Oberfläche auch leicht abbaubar HWL-Produkte (Rohstoffe) bieten ebenfalls eine hohe spezifische Oberfläche.
Die Verwendung von HWL-Produkten anstelle von Stroh führt zu ähnlichen Ergebnissen, wobei der Vorteil der erfindungsgemässen Verwendung darin besteht, dass Rest- oder Abfallstoffe eingesetzt werden können, die sonst deponiert werden müssten. Der Ligninanteil führt dazu, dass HWL-Produkte schlechter mikrobiell angreifbar und dadurch als Strukturträger besser als Stroh geeignet sind.
Eine Zugabe von circa 10 Gew. -% HWL-Produkten zu einem zu kompostierenden Materialgemisch führt bereits zu einer erheblichen und grösstenteils ausreichenden Feuchtigkeitsreduzierung, die wesentlich für einen optimierten Rotteprozess ist Verantwortlich dafur ist in erster Linie der Holzanteil in den HWL-Produkten, der Wasser ad - und absorptiv bindet. Die Tatsache, dass sich bei erfindungsgemässer Verwendung von HWL-Produkten als Kompostierungshilfe quasi in-situ eine optimierte Haufwerks-Struktur ergibt, erleichtert die
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Rotteführung. Dadurch ist ein Umsetzen der Mieten weniger häufig erforderlich, die Belüftung und damit die Sauerstoffzufuhr im Haufwerk werden verbessert Auch diese Arbeits- und Kostenreduzierung ist von wesentlichem Vorteil.
Gleichwohl haben Versuche gezeigt, dass die benötigten Hygienisierungstemperaturen im Mietenkern (60 bis 80 C) ohne weiteres erreicht werden.
HWL-Produkte, wie sie unter der Marke "Heraklith" vertrieben werden, zeichnen sich durch eine magnesitische Bindematrix aus. Der Magnesiumanteil bedingt zwar im Rotteprozess eine gewisse alkalische Wirkung. Eine hohe Alkalität ist in Hinblick auf den zu erwartenden Stickstoffverlust eher negativ. Wegen des höheren Anteils an Mineralstoffen erfolgt gleichzeitig aber eine deutlich erhöhte Sorption der Ammoniumfraktion. Bezüglich der entsprechenden Werte des NH4-N-Ge-haltes wird auf die nachfolgenden Versuchsbeispiele verwiesen
Der hohe Anteil an Mineralstoffen hat - da die HWL-Produkte in der Miete nicht nur als Kompostierungshilfe dienen, sondern selbst verrotten - den Vorteil, dass der so gewonnene Kompost einen erheblichen Düngewert aufweist.
Bereits vorstehend wurde darauf hingewiesen, dass nach einer Ausführungsform der Erfindung zerkleinerte HWL-Produkte oder Abfälle von HWL-Produkten als Kompostierungshilfe eingesetzt werden können. Ebenso lassen sich aber auch gebrauchte HWL-Produkte, zum Beispiel aus Bau- Abfällen, verwenden
Die verwendete Fraktion richtet sich nach den lokalen Bedingungen und kann von < 2 cm bis hin zu grösseren Stücken von 50 cm Kantenlänge und einigen cm Dicke reichen
Auch die zugesetzte Menge an Kompostierungshilfe (bezogen auf die Gesamtmenge der zu kompostierenden Substanz) hängt von der jeweiligen Zusammensetzung des Substrat-Gemisches und den lokalen Bedingungen ab, beträgt in der Regel aber zwischen 3 und 25 Gew -%, üblicherweise zwischen 10 und 15 Gew.-%.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche sowie den sonstigen Anmeldungsunterlagen. Insoweit sind auch die nachstehenden Versuchsbeispiele nicht beschränkend zu verstehen.
Die nachfolgenden Versuche wurden sämtlich unter Verwendung von Rinder-Festmist durchgeführt Die Versuchsreihe A erfolgte dabei unter Zugabe von 15 Gew-% Abfallstoffen aus der Produktion von Holzwolle-Leichtbauplatten (Heraklith-Platten) Entsprechend betrifft die Versuchsreihe B die Kompostierung von Rinder-Festmist mit Stroh.
Für beide Versuchsreihen wurden nach 4 bis 5 Wochen Versuchsdauer im Mietenkern Temperaturen zwischen 60 und 65 C gemessen.
Die relative Massereduzierung lag nach 5 Wochen Rotteprozess in der Versuchsreihe A bei circa 34 %, bei der Versuchsreihe B bei circa 42 %. Die geringere Massereduzierung bei den mit HWL-Produkten versetzten Kompostierungsmassen lässt sich mit dem höheren Anteil an Mineralstoffen dort erklären, die nicht abgebaut werden.
Aschebestimmungen im nachgerotteten Material nach 10 Wochen ergaben in beiden Fällen eine Gesamt-Massereduzierung von jeweils circa 50 %.
Die Bestimmung des Ammonium-Gehaltes erbrachte zwischen den Vergleichsproben keine Unterschiede Zwar nahm der Ammonium-Gehalt bei der Versuchsreihe A zunächst etwas langsamer ab, am Ende waren die Werte mit denen der Vergleichsprobe B jedoch nahezu identisch Auffällig war bei der Versuchsreihe A ein kurzer Wiederanstieg des Ammonium-Gehaltes nach circa 3 Wochen. Die chemischen und/oder mikrobiellen Ursachen hierfür sind noch nicht abschliessend geklärt.
Der anfänglich hohe pH-Wert bei der Versuchsreihe A wirkte sich nicht negativ auf die Gesamt- Stickstoffverluste aus, sie lagen bei beiden Versuchsreihen nach 5 Wochen bei circa 25 % Dabei wurde als Bezugsgrösse jeweils der Aschegehalt gewählt.
Aufgrund der Versuchsergebnisse lässt sich feststellen, dass HWL-Produkte als Kompostierungshilfe vorteilhaft verwendet werden können. Im besonderen eignen sie sich zur Kompostierung von stickstoffreichen und strukturarmen organischen Materialien, wie Fest- und Flüssigmist aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung, Klärschlamm oder auch
Humanfäkalien. Auch die Zumischung zu biologischem Abfall ist möglich Negative Einflüsse gegenüber der Zumischung von herkömmlichen Strukturträgern wie Stroh konnten nicht beobachtet werden Vielmehr bietet die Verwendung von HWL-Produkten folgende Vorteile - Einsparung von Stroh und damit Einsparung eines in zahlreichen weiteren Anwendungen benötigten Rohstoffs,
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