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Die Erfindung bezieht sich auf einen Sturzhelm, insbesondere für Motorradfahrer, mit einem entlang des unteren Helmrandes angeordneten Luftkissen, das mittels einer dem Sturzhelm zuge- ordneten Gasdruckquelle über ein Ventil aus einer zusammengelegten Ruhelage zu einer Schutz- manschette aufblasbar ist, die über den unteren Helmrand vorsteht und sich an den Schultern eines Helmträgers abstützt.
Durch das Aufblasen des Luftkissens soll bei derartigen Sturzhelmen die Halswirbelsäule bei einem Unfall geschützt werden. Zum Aufblasen des Luftkissens ist ein bekannter Sturzhelm mit einem Beschleunigungssensor versehen (DE 196 27 129 A1), der beim Überschreiten eines vor- bestimmten Verzögerungswertes den Aufblasvorgang eines sich wie ein Schwimmring um den
Hals des Helmträgers entfaltenden Luftkissens auslöst. Als Gasdruckquelle dient eine Knallgaspat- rone mit pyrotechnischer Füllung. Da ein derartiges Luftkissen allerdings erst beim Aufschlagen des Sturzhelmes auf ein Hindernis aufgeblasen wird, muss der Aufblasvorgang binnen kürzester
Zeit abgeschlossen sein.
Dies kann zu nicht unerheblichen Verletzungen, wie Prellungen,
Verbrennungen bzw. einem Würgen im Halsbereich, führen, zumal diese Luftkissen beim Entfalten eine grosse Hitze entwickeln und einen nicht unerheblichen Druck auf den Hals ausüben. Zudem ist die Wirbelsäule nur beim Erstschlag gestützt. Ein nachfolgender Anprall auf ein Hindernis kann zu
Verletzungen führen, da das Luftkissen den Gasdruck nicht hält und seine Stützwirkung binnen kürzester Zeit wieder verliert. Ähnliches gilt für ein aus der WO 98/19571 A bekanntes Luftkissen, weiches mittels einer Gaspatrone aufblasbar ist, aber ebenfalls keinen Schutz der Halswirbelsäule des Trägers bis zu einer medizinischen Versorgung gewährleisten kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Sturzhelm der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass der Aufblasvorgang des Luftkissens für den Helmträger schonend erfolgt und die Halswirbelsäule eines Helmträgers bis zur medizinischen Versorgung schützt.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass das zur Schutzmanschette aufgeblasene
Luftkissen vom Sturzhelm abnehmbar ist und den unteren Helmrand mit einem Wulst aussen umschliesst.
Der sich beim Aufblasen des Luftkissens bildende, den unteren Helmrand aussen umschliessende Wulst verhindert eine sonst mögliche Verlagerung des Sturzhelmes gegenüber der Schutzmanschette und erhöht die Anlagefläche des Sturzhelms auf der Schutzmanschette, wodurch ein Überdehnen der Halswirbelsäule beispielsweise infolge eines Aufpralles auf ein Hindernis vermieden wird, da die erhöhte Anlagefläche die Stabilität des aus Schutzmanschette und Sturzhelm gebildeten Systems verbessert. Durch die zusätzliche Abnehmbarkeit der Schutzmanschette vom Sturzhelm wird die Möglichkeit geschaffen, die Schutzmanschette nach einer Abnahme des Sturzhelms am Hals des Verunfallte zu belassen und somit den Kopf gegenüber der Halswirbelsäule zu fixieren.
Mit dem Anlegen einer Schutzmanschette muss somit nicht mehr bis zum Eintreffen von Rettungspersonal gewartet werden, wodurch bewegungsbedingte Folgeverletzungen unterbunden werden. Die Schutzmanschette kann lediglich in den Sturzhelm eingesteckt oder mittels eines Klettverschlusses bzw. Schnappverschlusses mit diesem lösbar verbunden werden.
Wenn das zur Schutzmanschette aufgeblasene Luftkissen im Kehlkopfbereich eines Helmträ- gers umfangseitig offen ist, wird ein Würgen bzw. Beeinflussen der Blutzufuhr zum Gehirn des Helmträgers vermieden. Zudem kann der in seiner Bewegungsfreiheit nicht vollständig eingeschränkte Helmträger seinen Kopf während eines Sturzes noch etwas nach vorne einziehen und so einem Hindernis allenfalls ausweichen.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, als Gasdruckquelle mehrere Gaspatronen vorzusehen.
Diese Gaspatronen sind entweder an der Helmaussenschale befestigt oder in den Sturzhelm integriert. Bei Gaspatronen wird eine Hitzeentwicklung während des Aufblasvorganges der Schutzmanschette mit Sicherheit unterbunden, und es lässt sich der Aufblasvorgang, insbesondere die Aufblasdauer in einfacher Weise steuern. Ein explosionsartiges Aufblasen der Schutzmanschette mit möglichen daraus resultierenden Verletzungen wird somit ausgeschlossen.
Sind die Gaspatronen mit dem Luftkissen über Rückschlagventile verbunden, so ist sichergestellt, dass die aufgeblasene Schutzmanschette den Gasdruck nach dem Aufblasvorgang halten kann. Bei Bedarf kann das Rettungspersonal bzw. der Helmträger selbst das Gas aus der Schutzmanschette ablassen, indem er beispielsweise die Rückschlagventile löst oder ein Auslassventil öffnet.
Wenn das Luftkissen mindestens zwei voneinander getrennte, je für sich aufblasbare Luft-
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kammern aufweist, wird die Stabilität der Schutzmanschette noch weiter erhöht, da ein Gasaustausch zwischen den einzelnen Kammern nicht möglich ist, wodurch sich ein Verdrängen des Gases aus einem Bereich der Schutzmanschette in einen anderen verhindern lässt.
Um die Schutzmanschette bei einem Unfall rechtzeitig aufblasen zu können und nicht erst in Abhängigkeit einer durch den Aufprall bedingten Verzögerung, trägt der Sturzhelm eine über eine Reissleine betätigbare Steuereinheit zum Aufblasen des Luftkissens. Da die Reissleine an einem Motorrad befestigt werden kann, wird das Luftkissen beim Lösen des Motorradfahrers vom Motorrad aufgeblasen, so dass die Schutzwirkung der Schutzmanschette eintritt, bevor der Motorradfahrer auf ein Hindernis aufschlägt. Der Halsbereich des Motorradfahrers ist somit während des gesamten Sturzvorganges geschützt. Selbstverständlich kann der Aufblasvorgang zusätzlich durch einen Beschleunigungsgeber ausgelöst werden, um den Fall zu berücksichtigen, dass die Reissleine nicht reisst.
Um ein Luftkissen in einen bestehenden Sturzhelm einfach integrieren bzw. einen Sturzhelm nachrüsten zu können, kann das Luftkissen in der zusammengelegten Ruhelage in einem am unteren Helmrand abnehmbar befestigten Behälter eingebettet werden. Sind die Gasdruckquellen und die Steuereinheit ebenfalls in diesem Behälter untergebracht, so besteht eine besonders einfache Möglichkeit, die Schutzmanschette nach einer erfolgten Auslösung zu wechseln, zum Zwecke einer Überprüfung zu demontieren oder aber an die anatomischen Gegebenheiten des Helmträgers anzupassen. So können verschiedene Grössen von Schutzmanschetten mit verschiedenen Heimgrössen kombiniert werden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemässen Sturzhelm in einer Seitenansicht,
Fig. 2 diesen Sturzhelm im Querschnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1,
Fig. 3 eine Konstruktionsvariante eines erfindungsgemässen Sturzhelmes mit einem abnehm- baren Behälter für das Luftkissen in Vorderansicht und
Fig. 4 die Steuerung des Luftkissens in einem schematischen Blockschaltbild.
Ein Sturzhelm 1, insbesondere für Motorradfahrer, weist ein entlang des unteren Helmrandes 2 angeordnetes Luftkissen 3 auf, das mittels dreier am Sturzhelm 1 befestigter Gaspatronen 4 über Rückschlagventile 5 aus seiner zusammengelegten Ruhelage zu einer Schutzmanschette 6 aufblasbar ist. Die Schutzmanschette 6 steht über den unteren Helmrand 2 vor und stützt sich an den Schultern eines Helmträgers ab. Der sich beim Aufblasen des Luftkissens 3 bildende, den unteren Helmrand 2 aussen umschliessende Wulst 7 verhindert eine mögliche Verlagerung des Sturzhelmes 1 gegenüber der Schutzmanschette 6 und erhöht die Anlagefläche des Sturzhelms 1 auf der Schutzmanschette 6. Das Luftkissen 3 ist in seiner zusammengelegten Ruhelage in einer Ausnehmung 8 im unteren Randbereich des Sturzhelmes 1 eingelegt.
Die Ausnehmung 8 ist zum Schutze des zusammengelegten Luftkissens 3 beispielsweise mit einer nicht dargestellten Abdeckung verschlossen. Das zur Schutzmanschette 6 aufgeblasene Luftkissen 3 ist vom Sturzhelm 1 abnehmbar, wozu die Schutzmanschette 6 gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 lediglich nach unten aus der Ausnehmung 8 herausgezogen werden muss. Die Schutzmanschette 6 könnte allerdings auch mit einem Klettverschluss in der Ausnehmung 7 befestigt sein.
Wie dem Blockschaltbild gemäss Fig. 4 entnommen werden kann, ist das in Draufsicht zur Schutzmanschette 6 aufgeblasene Luftkissen 3 im Kehlkopfbereich eines Helmträgers umfangseitig offen. Die Gaspatronen 4 sind über Ventile 9 und Rückschlagventile 10 mit drei voneinander getrennten, je für sich aufblasbaren Luftkammern 11 verbunden. Die Rückschlagventile 10 können zum Ablassen von Gas aus den einzelnen Luftkammern 11 mittels der Knöpfe 12 geöffnet werden, wodurch das sich in den Luftkammern 11 befindliche Gas ins Freie entlassen werden kann. Der Sturzhelm 1 trägt eine über eine Reissleine 13 betätigbare Steuereinheit 14 zum Aufblasen des Luftkissens 3. Die Steuereinheit 14 ist mittels elektrischer Steuerleitungen 15 mit den Ventilen 9 zum Freigeben bzw. Steuern des Aufblasvorganges verbunden.
Die Reissleine 13 wird vom Sturzhelm 1 zu einem nicht dargestellten Motorrad geführt, an dem sie befestigt wird.
Im Falle eines Sturzes wird die Reissleine 13 durchtrennt und schliesst beispielsweise einen Stromkreis kurz, der die Steuereinheit 14 dazu veranlasst, die Ventile 9 zu öffnen, wodurch das Gas aus den Gaspatronen 4 über die Druckleitungen 16 und die Rückschlagventile 10 in die einzelnen Luftkammern 11 des Luftkissens 3 strömt und dieses zur Schutzmanschette 6 aufbläst. Zugleich kann über die Reissleine 13 die Zündung des Motorrades ausgeschaltet werden.
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Nach der Ausführungsform gemäss Fig. 3 ist das Luftkissen 3 in der zusammengelegten Ruhelage in einem am unteren Helmrand abnehmbar befestigten Behälter 17 eingebettet. Dieser Behälter 17 weist an seiner Oberseite angeordnete federnde Haken 18 und einen Führungsansatz 19 auf. Diese Haken 18 greifen schnappverschlussartig in ein Gegenstück 20 am Sturzhelm 1 ein, wodurch sich eine feste Verbindung zwischen Behälter 17 und Sturzhelm 1 ergibt. Zum bedarfsweisen Lösen der Schutzmanschette 6 und somit des Behälters 17 vom Sturzhelm 1, müssen lediglich Druckknöpfe 21 an den beiden Heimseiten in Richtung Helmmitte gedrückt werden um die Haken 18 aus ihrer Verankerung zu lösen. Die Gasdruckpatronen 4 sowie die Steuereinheit 14 sind gemäss diesem Ausführungsbeispiel im Behälter 17 integriert.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sturzhelm, insbesondere für Motorradfahrer, mit einem entlang des unteren Heimrandes angeordneten Luftkissen, das mittels einer dem Sturzhelm zugeordneten Gasdruckquelle über ein Ventil aus einer zusammengelegten Ruhelage zu einer Schutzmanschette auf- blasbar ist, die über den unteren Helmrand vorsteht und sich an den Schultern eines Helm- trägers abstützt, dadurch gekennzeichnet, dass das zur Schutzmanschette (6) aufgeblase- ne Luftkissen (3) vom Sturzhelm (1) abnehmbar ist und den unteren Helmrand (2) mit ei- nem Wulst (7) aussen umschliesst.