<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf ein Befestigungssystem für Platten, insbesondere für Glasschei- ben, mit Befestigungsmitteln zum Verbinden der Platten mit einer Unterkonstruktion an bestimmten Punkten, die Öffnungen zum Aufnehmen der Befestigungsmittel haben, wobei deren Stellung innerhalb der jeweiligen Öffnung quer zu ihrer Längsachse in vorgegebenen Grenzen insbesonde- re zum Ausgleichen von Massabweichungen und/oder Dehnungen zwischen den Platten und der Unterkonstruktion einstellbar ist, indem in mindestens eine der Öffnungen ein Ausgleichsstück in mindestens einer vorbestimmten Stellung einsetzbar ist, welches seinerseits eine ein Befesti- gungsmittel aufnehmende und dessen Bewegungsfreiheit in mindestens einer Richtung einschrän- kende Ausnehmung hat.
Wenn in mindestens eine der Öffnungen ein Ausgleichsstück in vorbestimmter Stellung ein- setzbar ist, welches seinerseits eine ein Befestigungsmittel aufnehmende und dessen Bewegungs- freiheit in mindestens einer Richtung einschränkende Ausnehmung hat-die somit kleiner als die Öffnung ist-, so erhält man damit eine einheitliche Ausbildung sämtlicher bauseitig anzuordnender Öffnungen. Sind diese in der üblichen Weise als endseitige Augen von Tragarmen ausgeführt, so ist auf der Baustelle zunächst nur auf die Anzahl benötigter Tragarme pro Bauteil sowie deren richtige Globalposition auf der Unterkonstruktion zu achten.
Eine aus EP-B-0 617 190 bekannte Unterkonstruktion eines darin beschriebenen Befesti- gungssystems umfasst Auflagerpunkte mit grossen Löchern zum Durchführen und Aufnehmen von schraubbaren Befestigungsmitteln. Mit letzteren werden die Schäfte von Halteschrauben an der Unterkonstruktion zumindest kraftschlüssig festgelegt, die anderseitig mit den anzubringenden Platten bzw. Glasscheiben verbunden sind.
Um das Positionieren der Befestigungsmittel in den Auflagerpunkten quer zu ihren Längs bzw.
Gewindeachsen zu unterstützen, werden besagte Löcher mit unterschiedlichen lichten Weiten bzw.
Durchmessern ausgeführt. So ist z. B. an einem Festlagerpunkt eine relativ kleine Bohrung vorge- sehen, während Loslagerpunkte entweder eine grosse Bohrung (Zweikoordinaten-Loslager) oder Langlöcher (Einkoordinaten-Loslager) in vertikaler oder horizontaler Orientierung haben. Bevorzugt sind die Löcher als endseitige Augen von Tragarmen ausgeformt. Letztere können zu mehreren in einem Bauteil zusammengefasst sein. So kann ein vierarmiges Bauelement bis zu vier unterschied- liche Lochgestalten bzw.-ausrichtungen aufweisen.
Als Folge dieser individuellen Gestaltung der Öffnungen muss man auf der Baustelle genaues Augenmerk auf die zu verwendenden Auflagerpunkte sowie den Einsatz der entsprechenden Lochform an der richtigen Stelle richten. Ein Toleranzausgleich der gegenseitigen Position der Auflagerpunkte und der in den Platten vorgesehenen Löcher ist schwierig, weil abgesehen von dem einen Festlager die anderen Punkte der Platte in der Regel rein kraftschlüssig fixiert werden müssen. Es wird auch schwierig sein, den Ort der Auflagerpunkte beim Aufbau der Unterkonstruk- tion genau einzuhalten. Es ist insbesondere schwierig, beim aufrechten Aufhängen von Platten deren Oberkante gegen die Gewichtskraft genau horizontal einzustellen.
Bei einer bekannten Haltevorrichtung für Fassaden- und Dachplatten aus Glas (DE-A-43 40 508) ist auf der Seite der Unterkonstruktion zum Einstellen unterschiedlicher Positio- nen der schaftförmigen Befestigungsmittel auf der Unterkonstruktion eine Schiebeführung vorge- sehen, deren Längsachse in beliebigen Winkelstellungen auf die Unterkonstruktion aufspannbar ist.
Ein anderes bekanntes Befestigungssystem für Doppelglasscheiben (EP-B 0 506 522) ermög- licht das Ausgleichen von Mittenabweichungen von vor dem Verbinden beider Glasscheiben vorge- fertigten Lochpaaren. Damit soll eine möglichst gleichmässige Lastabtragung beider Scheiben auf ein diese durchdringendes schaftförmiges Befestigungsmittel erreicht werden. Letzteres wird zunächst mit der äusseren Glasscheibe verbunden. Dann werden zwei koaxiale Scheiben mit exzentrischen Bohrungen, deren innere den gleichen Durchmesser wie das Befestigungsmittel hat, als Ausgleichsstücke in das Loch der inneren Glasscheibe eingesetzt, um eine eventuelle Querab- weichung dieses Lochs gegenüber der Mittenachse des Befestigungsmittels auszugleichen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ausgehend von einem Befestigungssystem der ein- gangs erörterten Art eine einfache Massnahme zum bedarfsgerechten Ausgleich von Massabwei- chungen bei der Montage zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Die Merkmale der Unteransprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen dieses Gegenstands an.
<Desc/Clms Page number 2>
Erfindungsgemäss sind die Ausgleichsstücke in unterschiedlichen Stellungen bzw. Winkeln in die Öffnungen einsetzbar. Ferner werden die Ausnehmungen aussermittig in den vorzugsweise äusserlich symmetrischen Ausgleichsstücken angeordnet. Damit wird in zweifacher Hinsicht dem
Bedarf an Ausgleichsmöglichkeiten Rechnung getragen. Einerseits können scheibenförmige Aus- gleichsstücke mit an sich gleichen Ausnehmungen, jedoch unterschiedlichem Exzentrizitätsmass -z. B. mit einer Stufung von 0,5 mm- vorgehalten werden. Andererseits unterstützt die Variabilität der Winkelstellung der Ausgleichsstücke innerhalb der Öffnungen deren freizügigen Gebrauch nach Art eines Baukastensystems.
Zum Unterstützen des Montagepersonals bildet der Aussenumriss der unter sich gleichen Öff- nungen ein Polygon. Ferner haben die Ausgleichsstücke eine Aussenkontur, die sich in unter- schiedlichen Stellungen formschlüssig, d. h. gegen Verdrehen um die Achse der Öffnung gesichert, in die polygonförmige Öffnung einsetzen lässt. Das Polygon kann im einfachsten Fall ein Drei-, Vier- oder Sechseck sein. Vorzugsweise wird man aber mittels eines regelmässigen Innen- Vielzahnprofils einen Winkelraster von z. B. 15-Grad- (24 Zähne) oder 22,5-Grad-Schritten (16 Zähne) vorgeben.
Ausgleichsstücke zum Bilden von Festlagern haben eine Ausnehmung mit einer den Aussen- abmessungen des aufzunehmenden Befestigungsmittels mit allenfalls geringem Übermass entspre- chenden lichten Weite. Bei aussermittiger Anordnung dieser Ausnehmung kann man die Stellung des zugehörigen Befestigungsmittels innerhalb der jeweiligen Öffnung auch in dem Festlager quer zu seiner Längsachse einstellen, entsprechend dem Mass der Exzentrizität.
Die Befestigungsmittel sind in vielen Anwendungsfällen gegenüber der zu befestigenden Platte z. B. in einem Kugelgelenk um ihre Längsachse drehbar. Der Umriss der Ausnehmung eines Aus- gleichsstücks für Festlager kann von der üblichen runden Form abweichen und somit auch eine Verdrehsicherung des entsprechend geformten Befestigungsmittels bilden.
Zum Bilden von Einkoordinaten-Loslagern mit einem Freiheitsgrad wird die Ausnehmung als Langloch mit einer dem Durchmesser des Befestigungsmittels entsprechenden Breite und einer grösseren Länge ausgeführt. Insbesondere bei Loslagern mit horizontalem Freiheitsgrad-beim aufrechten Aufhängen von Platten in Fassadenbekleidungen- bildet die Unterkante der Ausneh- mung vorteilhaft ein Auflager, auf dem die Gewichtskraft der entsprechenden Platte sofort nach dem Einführen des ggf. an der Platte vormontierten Befestigungsmittels vorläufig abstützbar ist.
Mit einem einzigen Ausgleichsstück lassen sich dabei infolge der aussermittigen Anordnung der Ausnehmung durch Drehen um 180 zwei unterschiedliche Höhenlagen des Auflagers innerhalb der Öffnung einstellen. Es sei klargestellt, dass unter Exzentrizität der Langlöcher hier generell eine seitliche Abweichung von deren Längsachse aus der Mitte des jeweiligen Ausgleichsstücks zu verstehen ist. Wenn z.
B. das Langloch bei Verwendung von 20 mm starken Befestigungsbolzen 21 mm breit ist und seitlich um 0,5 mm aus der Mitte des Ausgleichsstücks versetzt ist, so kann die Schraubenachse in einer ersten Stellung-bei nach oben gerichteter Exzentrizität- genau konzen- trisch-bzw. mit Abweichungen im horizontalen Freiheitsgrad in Längsrichtung des Langlochs- in der Öffnung positioniert werden, während die Bolzenachse in der um 180 gedrehten Stellung desselben Ausgleichsstücks um 1 mm nach unten aus der Mitte abweicht. Dies trägt bedeutend zur Begrenzung der vorzuhaltenden Varianten von Ausgleichsstücken bei.
Für die Handhabung auf der Baustelle kann es vorteilhaft sein, wenn die Ausgleichsstücke nur aus einer Richtung, z. B. von der von den Platten abgewandeten Seite aus, in die Öffnungen einführbar sind und nicht durchgesteckt werden können. Dazu werden vorteilhaft formgebende Elemente in oder an den Öffnungen vorgesehen, die ein Einführen der Ausgleichsstücke nur aus einer Richtung zulassen. Diese können z. B. durch stufige Verringerung des Öffnungsquerschnitts an einer Seite oder durch eine insgesamt kegelige Mantelfläche der Öffnungen ausgeführt werden.
Man verhindert damit versehentliches Durchrutschen und Herabfallen.
Es versteht sich von selbst, dass dem Montagepersonal der funktionell richtige Gebrauch der Ausgleichsstücke durch eine möglichst sinnfällige, einfach verständliche Codierung erleichtert wird.
So wird man insbesondere die Extremlagen der Exzentrizitäten der Ausnehmungen durch Merk- zeichen kenntlich machen. Auch können die Ausgleichsstücke selbst in unterschiedlichen Farben je nach Typ und Ausnehmungsform herstellt werden. Schliesslich können bei einheitlicher Formge- bung der Öffnungen an den Tragarmen die einzulegenden Ausgleichsstücke je nach Typ und Ausnehmungsform mit unterschiedlichen Aussenumnssen hergestellt werden.
<Desc/Clms Page number 3>
Fertigungsseitig stellen die Formanforderungen an die Öffnungen bzw. die mit diesen versehe- nen Tragarme und an die Ausgleichsstücke keine besonderen Probleme. Die bisher verwendeten
Tragarme bzw. Tragarmgruppen werden vorzugsweise im Feingussverfahren aus Edelstahl her- stellt. Der Formaufwand für die Öffnungen erhöht sich durch deren Polygonform nur unbedeutend.
Die Ausgleichsstücke können aus demselben Material, aber auch aus hochfestem, z. B. faserver- stärktem Kunststoff hergestellt werden.
Weil pro Platte aus statischen Gründen jeweils nur ein Festlager und ein Einkoordinaten-
Loslager vorzusehen sind, wird man auch nur dort Ausgleichsstücke vorsehen müssen. Die übri- gen Loslagerpunkte können grundsätzlich wie bisher ohne Einlegen von Ausgleichsstücken mit rein kraftschlüssiger Festlegung ausgeführt werden.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Gegenstands der Erfindung gehen aus der Zeichnung eines Ausführungsbeispiels und deren sich im folgenden anschliessender eingehender Beschrei- bung hervor.
Es zeigen in vereinfachter Darstellung
Fig. 1 ein Bauteil mit mehreren Tragarmen, deren freie Enden Augen mit polygonförmi- gen Öffnungen tragen,
Fig. 2 ein zum Einsetzen in die Öffnungen geeignetes Ausgleichsstück,
Fig. 3 einen Ausschnitt des Bauteils gemäss Fig. 1 mit einem in eine der Öffnungen ein- gesetzten Ausgleichsstück,
Fig. 4 eine schematische Schnittansicht eines fertig montierten einzelnen Befestigungs- punkts des Systems.
Gemäss Fig. 1 hat ein Bauteil 1, das zum Befestigen von Platten auf einer nur strichpunktiert angedeuteten Unterkonstruktion 2 dient, in an sich bekannter Weise eine Nabe 3 und vier einstük- kig mit dieser verbundene, in Kreuzform abragende Tragarme 4. Die Nabe 3 ist von einer Befesti- gungsbohrung 5 durchdrungen. An den nabenfernen freien Enden der Tragarme 4 sind Augen 6 mit Öffnungen 7 ausgeformt. Es sind auch typverwandte Bauformen mit nur einem, zwei oder drei Tragarmen gebräuchlich.
Alle Öffnungen 7 sind hier gleich ausgeführt. Auch sind die Tragarme 4 alle gleich lang, so dass die Mittelachsen der Öffnungen 7 alle auf gleichem Abstand raumparallel zur Mittelachse der Befestigungsbohrung 5 des symmetrischen Bauteils 1 verlaufen. Ferner liegen die die Augen umgebenden stirnseitigen Ringflächen in einer gemeinsamen Ebene. Sie bilden damit eine Aufla- geebene für die zu befestigenden Platten. Die Achse der Befestigungsbohrung 5 bildet in der Regel eine Normale auf diese Ebene. Durch Kröpfen oder bezüglich der Auflageebene schrägen Verlauf der Tragarme (vgl. Fig. 4) wird auch ein Abstand zwischen dieser Ebene und der zu den Platten hinweisenden Oberseite der Nabe gebildet. In dem verbleibenden Zwischenraum werden Mittel zum Befestigen des Bauteils 1 auf der Unterkonstruktion 2 untergebracht, deren Schäfte die Befestigungsbohrung 5 durchdringen.
Abweichend vom eingangs erörterten Stand der Technik sind die Öffnungen 7 von einem Poly- gonzug umschrieben, der hier als regelmässiges Vielzahnprofil 8 mit 16 Zähnen auf einem Kreisum- fang ausgebildet ist. Durch die Spitzen der Kerben ist der Umfang der Öffnung in-vom Öffnungs- mittelpunkt gemessene- Winkelschritte von 22,5 geteilt. Bevorzugt werden die Vielzahnprofile der Öffnungen 7 mit gerader Zähnezahl ausgeführt.
Die Öffnungen 7 eines Bauteils 1 werden ferner vorzugsweise derart aufeinander ausgerichtet, dass Verbindungslinien zwischen jeweils zwei einander diametral gegenüberliegenden Kerbenspit- zen zweier benachbarter Öffnungen 7 des Bauteils 1 in einer gemeinsamen, beide Öffnungen 7 mittig schneidenden Raumlinie bzw.-ebene liegen, zumindest aber im Raum parallel zueinander verlaufen.
Fig. 2 zeigt im Grundriss exemplarisch eines aus einer Auswahl von scheibenförmigen Aus- gleichsstücken 9, welche zum Einsetzen in die Öffnungen 7 bestimmt sind. Der von einem zum Profil 8 komplementären Vielzahnprofil 8' bestimmte Aussenumriss dieser Ausführungsform ent- spricht in Form und Abmessungen dem Umriss der Öffnungen 7. Folglich lässt sich dieses äusserlich symmetrische Ausgleichsstück 9 in eine jede der Öffnungen 7 einsetzen (vgl. Fig. 3), und zwar grundsätzlich jeweils in 16 verschiedenen Winkelstellungen, bezogen auf die Achse der Öffnung.
Die Kerben bzw. Spitzen der Vielzahnprofile 8,8' sind mit einem Spitzenwinkel von 90 ausgeführt.
Das Ausgleichsstück 9 hat eine Ausnehmung 10 in Gestalt eines ovalen Langlochs. Dessen
<Desc/Clms Page number 4>
Längsachse 11ist geringfügig um ein Mass e seitlich aus der Mitte des Ausgleichsstücks 9 versetzt, die durch den Schnittpunkt der Verbindungslinien je zweier einander diametral gegenüberliegender Spitzen des Vielzahnprofils 8' definiert ist. Die Längsachse 11 erstreckt sich gleichzeitig exakt parallel zu einer dieser Verbindungslinien. Die Breite der Ausnehmung 10 entspricht mit geringem Übermass dem Durchmesser des durchzuführenden Befestigungsmittels (vgl. Fig. 4), so dass dieses parallel zu der Längsachse 11 zwanglos innerhalb des Langlochs verschiebbar und positionierbar ist. Die Mittelachse der Ausnehmung 10 verläuft in allen Winkelstellungen des Ausgleichsstücks 9 parallel zur Mittelachse der Öffnung 7.
Die genaue Übereinstimmung der Umrisse der Öffnungen und der Ausgleichsstücke ist indes- sen nicht unbedingt funktionsnotwendig. Die Mantelfläche der Ausgleichsstücke könnte z. B. mit einer geringeren Zahl von in die Kerben in den Öffnungen 7 passenden Zähnen ausgestattet werden. Wenn die Ausgleichsstücke auch zwecks sicherer Positionierung bzw. Winkeleinstellung drehfest in den Öffnungen 7 sitzen sollen, so ist doch im Regelfall nach dem Verspannen der Befestigungsmittel keine hohe Drehbelastung zu erwarten. Im Extremfall würde also z. B. ein einziger Zahn am ansonsten runden Aussenumriss eines Ausgleichsstücks genügen, der gleichzeitig als Merkzeichen die Lage der Exzentrizität e kennzeichnen könnte.
Unterschiedliche Zähnezahlen könnten auch zum Kennzeichnen/Codieren der Form und der Exzentrizität der Ausnehmung verwendet werden.
Man könnte ferner z. B. quadratische Ausgleichsstücke für Festlager herstellen und sie bei gleicher Variabilität der Winkelstellung mit je einer Ecke in eine entsprechende Kerbe des Viel- zahnprofils 8 einsetzen. Im vorliegenden Ausführungsfall ist der Umriss des Ausgleichsstücks 9 durch Projektion von vier übereinandergelegten gleichen und um jeweils 22,5 gedrehten Quadra- ten von jeweils 25 mm Seitenlänge nachbildbar.
In der Praxis wird man die Vielzahl möglicher Winkelstellungen nicht immer nutzen müssen.
Bei der hier gezeigten Ausführung des Ausgleichsstücks kommt es wesentlich darauf an, dass die Längsachse des Langlochs 10 in Einbaulage vertikal oder-wie in Fig. 3 gezeigt- horizontal aus- richtbar ist. Der jeweils untenliegende gerade Rand des Langlochs bildet in horizontaler Lage eine Auflagefläche zum Ablegen und Fixieren des Befestigungsmittels, auf der letzteres ohne Höhenän- derung seitlich verschiebbar ist. Die Merkzeichen"0" und "1" an den geraden Längsseiten des Langlochs 10 bedeuten im vorliegenden Ausführungsfall, dass das Befestigungsmittel beim Aufle- gen auf die mit "0" bezeichnete Seite exakt in der Mitte der Öffnung 7 liegt, während es-nach Drehen des Ausgleichsstücks 9 um 180 um die Mittelachse der Öffnung 7- beim Auflegen auf die dann untenliegende, mit "1" bezeichnete Seite um 1 mm nach unten aus der Mitte abweicht.
Insgesamt wird als Minimum gefordert, dass man jedenfalls in zwei benachbarte Öffnungen 7 an einem Tragteil 1 je ein Ausgleichsstück 9 mit Langloch 10 einsetzen und deren Längsachsen 11 zumindest parallel zueinander oder senkrecht zueinander ausrichten kann. Damit wird in der Ein- baulage z. B. beim vertikalen Aufhängen von Platten sichergestellt, dass in einer Öffnung 7 ein horizontaler Freiheitsgrad und in einer anderen Öffnung ein vertikaler Freiheitsgrad verfügbar ist.
Diese Freiheitsgrade werden in der Regel verschiedenen Platten oder Glasscheiben zugeordnet, weil an dem Bauteil 1 aus Fig. 1 die Ecken von vier Platten befestigt werden können.
Infolge des wahlfreien, baukastenartigen Einsatzes der Ausgleichsstücke können in dem durch die äusseren Abmessungen der Öffnungen und Ausgleichsstücke festgeschriebenen Umfang beliebige andere Winkelstellungen verwendet werden. Diese Option kann z. B. genutzt werden, wenn ein Bauteil mit Tragarmen in einer gegenüber der Stellung aus Fig. 1 um die Achse der Befestigungsbohrung verdrehten Stellung auf der Unterkonstruktion zu befestigen ist. Die Teilung der Vielzahnprofile 8,8' sollte auch hinreichend gross sein, um jede Verdrehung einer Langloch- Längsachse aus einer horizontalen bzw. vertikalen Ausrichtung ohne weiteres erkennbar zu ma- chen.
In der Schnittansicht von Fig. 4 erkennt man den Endabschnitt eines Tragarms 4 mit seinem Auge 6. Die Schnittebene liegt in der Verbindungsebene zweier Kerbenspitzen und somit exakt in der Mitte (Mittelachse 12) der Öffnung 7 des Auges 6. Dessen plattenseitige Stirnfläche liegt in einer Auflageebene A, die weiter oben schon erwähnt wurde, und gegenüber der der Tragarm 4 schräg verläuft. In die Öffnung 7 ist ein Ausgleichsstück 9 eingesetzt. Die aufgeschnittenen Viel- zahnprofile 8, 8' sind nur gestrichelt angedeutet.
Eine hier nur in einem kleinen Ausschnitt gezeigte Glasscheibe 13 ist zum Befestigen an dem
<Desc/Clms Page number 5>
Tragarm 4 und an weiteren, hier nicht gezeigten Befestigungspunkten mit Bohrungen versehen. In die hier sichtbare Bohrung ist in der üblichen Weise eine Senkschraube 14 nebst dem gebräuchli- chen Kunststoff-Zwischenring eingesetzt, um ein nur schematisch angedeutetes sphärisches Gelenk 15 an die Glasscheibe 13 anzuschliessen. Anderseitig trägt das Gelenk ein Befestigungs- mittel 16 in Gestalt eines auskragenden Schraubenbolzens, dessen Längsachse 11' auf einer Linie mit der Längsachse der Senkschraube 14 liegt. Diese Baugruppe kann an jeder Bohrung der Glasscheibe 13 vormontiert werden. Dann wird das Befestigungsmittel 16 durch die Öffnung 7 geführt.
Das Ausgleichsstück 9 kann darin schon vorher eingelegt sein oder nach Durchführen des Befestigungsmittels eingesetzt werden, welches in jedem Fall in der Ausnehmung 10 aufgenom- men wird.
Jedes Ausgleichsstück 9 wird in seiner Öffnung 7 mittels auf den Schraubenbolzen aufgescho- bener Scheiben 17 gesichert, die seine beiden Flächenseiten überdecken und deren Aussendurch- messer grösser als das Aussenmass der Öffnung 7 sind. Schliesslich wird der so gebildete Befesti- gungspunkt gesichert, hier lösbar mittels einer auf den Schraubenbolzen aufgeschraubten Mutter 18. Die von den Scheiben verdeckten Ausgleichsstücke sind nach Fertigstellung der Befestigung unsichtbar, so dass sich am äusseren Erscheinungsbild der Konstruktion gegenüber dem Stand der Technik nichts ändert.
Der zylindrische Schaft des Befestigungsmittels 16 liegt nun unter der Gewichtskraft der Glas- scheibe 13 auf der unteren Wand der Ausnehmung 10. Nach oben-quer zum Langlochverlauf- hat er nur geringes radiales Spiel. Die Höhenlage seiner in der Zeichnungsebene liegenden Längsach- se 11' weicht somit nur unwesentlich von der Längsachse der Ausnehmung 10 ab. Wenn die Ausnehmung entsprechend Fig. 3 als Langloch mit horizontal (senkrecht zur Zeichnungsebene) ausgerichteter Längsachse ausgebildet ist, so ist der Schaft entlang dieser Längsachse ohne Höhenänderung hin und her verschiebbar.
Auch nach dem endgültigen Aufspannen kann das Befestigungsmittel in dem ein Einkomponenten-Loslager bildenden Langloch bei erhöhter Kraft noch gleiten und somit in einer Richtung insbesondere Dehnungsunterschiede zwischen den aufgespannten Platten und der Unterkonstruktion ausgleichen, wobei die Scheiben 17 auf den Stirnseiten des jeweiligen Auges 6 gleiten.
Mit einem Abstand e' ist hier die seitliche Abweichung der Längsachse 11' des Befestigungs- mittels 14 von der Mittelachse 12 der Öffnung 7 bezeichnet. Man erkennt ohne weiteres, dass der Abstand e' von der Mittenabweichung e der Ausnehmung 10 bzw. deren Längsachse 11 im Aus- gleichsstück abhängt und durch deren Mass bestimmbar ist.
Wenn die Ausnehmung 10 also das Befestigungsmittel 16 allseitig mit geringem Spiel umgibt, so sind Höhe und Seitenlage des damit gebildeten Festlagers durch Verwenden und Verdrehen eines geeigneten Ausgleichsstücks sehr präzise einstellbar.
Durch Ausgleichsstücke mit unterschiedlichen Exzentrizitäten e ihrer Ausnehmungen können also nach Bedarf die üblichen Massabweichungen innerhalb des Befestigungssystems und der Unterkonstruktion mit einfachen Mitteln ausgeglichen werden. Insbesondere ist nunmehr exaktes Positionieren des Befestigungsmittels gegen die Gewichtskraft möglich. Damit wird besonders vorteilhaft das waagerechte Ausrichten der Oberkanten der Glasscheiben vereinfacht.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.