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Betätigungsanordnung für um eine Drehachse schwenkbare Teile an Fahrzeugen, insbeson- ders für Türen, mit zumindest einer mit dem schwenkbaren Teil gekoppelten gleichgängigen
Arbeitszylinder-Anordnung für beide Schwenkrichtungen, einem die Arbeitszylinder-Anordnung versorgenden Arbeitsfluid-System mit Versorgungsleitungen zu jedem Arbeitsraum der Arbeits- zylinder-Anordnung, welche Versorgungsleitungen die Arbeitszylinder-Anordnung auch sperrbar mit dem Reservoir für das Arbeitsmedium verbinden, und einem auf das Arbeitsfluid-System ein- wirkenden Steuerkreis, wobei im Arbeitsfluid-System zumindest eine Verbindungsleitung mit einem diese Verbindungsleitung vollständig freigebenden oder sperrenden Schaltventil zwischen den in entgegengesetzter Richtung wirkenden Arbeiträumen der Arbeitszylinder-Anordnung sowie ein
Vorspannventil vorgesehen sind.
Zur Betätigung von beispielsweise Heckklappen, Verdeckdeckeln aber auch Fahrzeugtüren sind viele verschiedene Anordnungen vorgeschlagen worden, bei welchen am verschwenkbaren
Teil Arbeitszylinder, vorzugsweise lineare hydraulische Arbeitszylinder, angreifen, die mit ihrem anderen Ende am Fahrzeug abgestützt sind. Auch gleichgängige Zylinder, d. h. Zylinder, bei wel- chen die Volumina der Arbeitsräume zu beiden Seiten des Kolbens gleich sind, sind dabei in
Verwendung. Ein Hydaulikaggregat versorgt, gesteuert über einen einfachen Ein-Aus-Schalter oder kompliziertere elektronischen Steuereinheiten, die Arbeitsräume des oder jedes Arbeitszylin- ders abwechselnd mit dem Arbeitsmedium und bewirkt so die automatische Bewegung des ver- schwenkbaren Teils.
Weiters ist bereits vorgeschlagen worden, dass Sensoren die Bewegung des verschwenkbaren Teils überwachen, was beispielsweise über lineare Wegsensoren am Arbeits- zylinder, Drehsensoren an der Drehachse oder auch Drucksensoren im System des Arbeitsfluids verwirklicht sein kann. Dabei kann nicht nur das Erreichen der Endlage signalisiert und das Hydra- ulikaggregat entsprechend angesteuert werden, sondern es kann auch ein Einklemmschutz bzw. ein Anfahrschutz während der normalerweise ungehinderten Schwenkbewegung realisiert werden.
Schliesslich kann auch durch weitere aufwendige elektronische und fluidische Schaltung der Betäti- gungsanordnung auch die Kinematik der Anlenkung des verschwenkbaren Bauteils berücksichtigt werden, welche die am Bauteil angreifenden und durch die Betätigungsanordnung zu überwinden- den Krafte beeinflusst. Dafür sind beispielsweise Vorspannventile vorgeschlagen worden, die den maximalen Systemdruck während der automatischen Betätigung des bewegten Fahrzeugteils begrenzen und auch eine Haltefunktion bei Ausfall oder gewolltem Anhalten des Hydrauliksystems bieten. Schliesslich konnten auch Notbetätigungen realisiert werden, so dass bei einem Ausfall der
Energieversorgung der verschwenkbare Teil manuell bewegt werden kann.
Für all diese Funktionen mussten aber jeweils unterschiedliche Schaltungen konstruiert werden und es war bislang nicht möglich, alle genannten Funktionen in einem einfach aufgebauten und wirtschaftlich zu fertigenden System zu vereinen, das noch dazu so flexibel ist, dass allfällige weitere Funktionen ohne Veränderung der fluidischen Verschaltung möglich sind. Überdies kann in gewissen Fällen einen höhere kinetische Energie des betätigten Fahrzeugteils gegeben sein, als es der Auslegung des Vorspannventils entspricht, etwa im Fall von Fahrzeugtüren oder -klappen bei ziehender Last durch Schrägstellung des Fahrzeugs.
Wenn hier die Stoppfunktion eingeleitet wird, d. h. die Versorgung mit Arbeitsmedium etwa durch stoppen der Pumpe ebenfalls gestoppt wird, kann durch die erhöhte kinetische Energie das Vorspannventil überdrückt und damit geöffnet werden, so dass sich der Fahrzeugteil dennoch im ursprünglichen Sinn weiter bewegt. Da überdies in den meisten Anwendungsfällen die Vorspannventile zweistufig - mit niedrigerer zweiter Druckstufe - ausgelegt sind, sinkt der Gegendruck weiter ab und der Fahrzeugteil kann in seiner Bewegung nicht mehr gestoppt werden.
Die DE 43 34 843 A1 offenbart ein System, bei welchem eine mit dem schwenkbaren Teil gekoppelte gleichgängige Arbeitszylinder-Anordnung für beide Schwenkrichtungen und neben einem diese Arbeitszylinder-Anordnung versorgenden Arbeitsfluid-System mit Versorgungsleitun- gen zu jedem Arbeitsraum auch eine Verbindungsleitung, in welche ein diese Verbindungsleitung vollständig freigebendes oder sperrendes Schaltventil zwischen den in entgegengesetzter Richtung wirkenden Arbeiträumen vorgesehen ist, ebenso wie ein Vorspannventil zur Druckbegrenzung.
Dabei ist das Schaltverhalten des Ventils durch die hydraulischen Verhältnisse im System be- stimmt und ist von aussen nicht aktiv beeinflussbar. Das Vorspannventil ist getrennt vom Schaltventil angeordnet.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher eine Betätigungsanordnung der eingangs
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angegebenen Art, bei welcher mit einer einzigen, einfach aufgebauten und mit einer geringen
Anzahl von aufwendigen und teuren Bauteilen eine sichere Stopp- und Haltefunktion gewährleistet, unabhängig von der Art der eingesetzten Vorspannventile. Dabei sollen beliebige Kombinationen aus automatischer Betätigung, hilfsenergieunterstützter manueller Betätigung, rein manueller
Betätigung - auch für den Fall eines Energieausfalls der automatischen Betätigungsanordnung - als auch Schutzfunktionen wie Einklemmschutz und Haltefunktion in jeder momentanen Lage nach
Energieausfall realisierbar sein.
Zur Lösung dieser Aufgabe in ihrer einfachsten Form ist gemäss dem Grundkonzept der vorlie- genden Erfindung vorgesehen, dass das Schaltventil als unabhängig vom hydraulischen System schaltbares, aktives Ventil ausgeführt und in Serie mit einem Vorspannventil geschaltet ist. Durch die Einstellung des Vorspannventils auf einen bestimmten Maximaldruck, der von den für die Betä- tigung des Fahrzeugteils notwendigen Kräften bestimmt wird, kann durch alternatives Versorgen der entgegengesetzt wirkenden Arbeitsräume der Arbeitszylinder-Anordnung, gleich ob dies durch entgegengesetzt wirkende einfachwirkende Zylinder oder einen doppeltwirkenden Zylinder reali- siert ist, die automatische Betätigung des verschwenkbaren Teils am Fahrzeug bewirkt werden.
Dabei sperrt das Vorspannventil die direkte Verbindung zwischen den gegensinnig wirkenden
Arbeitsräumen der Arbeitszylinder-Anordnung in zumindest einer Richtung. Wenn nun die Bewe- gung des Fahrzeugteils in diese Richtung gestoppt werden soll, wird zusätzlich zur Abschaltung der Hydraulikversorgung das Schaltventil in die Sperrstellung gebracht und somit die Verbindung zwischen den gegensinnig wirkenden Arbeitsräumen sicher abgesperrt, so dass trotz allfälliger
Möglichkeit des Überdrückens des Vorspannventils kein Überschieben von Arbeitsmedium zwi- schen den gegensinnig wirkenden Arbeitsräumen möglich ist. In das Reservoir kann das Arbeits- medium aufgrund der gesperrten Verbindungsleitungen auch nicht abfliessen, so dass der Fahr- zeugteil, etwa eine Tür oder Klappe, sicher in der momentanen Stellung gehalten ist.
Anschliessend kann das Schaltventil wieder in die offene Stellung gebracht werden, damit eine manuelle Betäti- gung - durch Überdrücken des Vorspannventils - ermöglicht ist. Alle genannten Schaltfunktionen des Schaltventils können auch durch eine Programm in der Steuereinheit des Hydrauliksystems realisiert sein, welches Programm u. a. auch Bedienungselemente abfragt, über welche der Benut- zer die gewünschten Funktionen und Bewegungen für einen oder mehrere Fahrzeugteile eingeben kann.
Um die oben beschriebene Funktionalität in beiden Bewegungsrichtungen des bewegten Fahr- zeugteils zu realisieren, ist gemäss einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass zumindest zwei parallele Verbindungsleitungen zwischen den Arbeitsräumen der Arbeitszy- linder-Anordnung vorhanden sind, wobei in einer Verbindungsleitung zwei aufeinander zu öffnende Rückschlagventile eingesetzt sind, wobei in der parallelen Verbindungsleitung zwei aufeinander zu sperrende Rückschlagventile eingesetzt sind, und wobei eine weitere Verbindungsleitung zwischen den parallelen Verbindungsleitungen besteht, die in jeder der parallelen Verbindungsleitungen zwischen den beiden Rückschlagventilen abzweigt und in welche zumindest ein diese Verbin- dungsleitung vollständig freigebendes oder sperrendes Schaltventil in Serie mit einem Vorspann- ventil eingesetzt ist.
Durch die Anordnung von entgegengesetzt orientierten Rückschlagventilen in den parallelen Leitungen, welche über die Verbindungsleitung mit dem Vorspannventil und dem Schaltventil verbunden sind, kann - in Verbindung mit dem aktivierten Hydrauliksystem - jeweils einer der beiden Arbeitsräume mit dem Hydraulikmedium versorgt werden, während bei Ausfall bzw. gewolltem Abschalten des Hydrauliksystems die Verbindung zwischen den gegensinnig wirkenden Arbeitsräumen hergestellt - und durch das Vorspannventil und das Schaltventil gesteu- ert - ist. Bei gesperrter Verbindung zwischen den Arbeitsräumen ist weder ein Überschieben des Mediums zwischen den Arbeitsräumen noch ein manuelles Verschieben in das Reservoir möglich ist, was durch die Sperre der Verbindungsleitung zum Reservoir für diesen Notfall gewährleistet ist.
Dadurch bleibt der Bauteil sicher in der momentanen Lage fixiert.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass das Schaltventil als strom- los offenes Ventil ausgeführt ist. Dadurch ist die Wirkung des Vorspannventils im Normalbetrieb und auch bei Notbetrieb nicht behindert, während nach entsprechender Ansteuerung für die siche- re Stopp-Funktion das Schaltventil allenfalls nur kurzzeitig in die Schliessstellung gebracht werden kann. Dabei ist die Verbindung zwischen den Arbeitsräumen der Arbeitszylinder-Anordnung kom- plett gesperrt und somit der sonst automatisch bewegte Bauteil sicher in der momentanen Stellung
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gehalten. Anschliessend kann, muss aber nicht, das Schaltventil wieder geöffnet, d.h. stromlos geschaltet, werden, so dass beispielsweise eine manuelle Betätigung der Tür, Heckklappe od dgl oder eine Notbetätigung mit Überdrücken des Vorspannventils ermöglicht ist.
Um die sichere Haltefunktion in einfacher und sicherer Weise gewährleisten zu können, zweigt die bzw. jede sperrbare Verbindungsleitung zum Reservoir von der der Arbeitszylinder-Anordnung entferntesten Verbindungsleitung von deren Arbeitsräumen ab. Damit kann auch dieser, auf der der Arbeitszylinder-Anordnung befindliche Teil des Systems genau auf die herrschenden und möglichen Druckverhältnisse abgestimmt werden und auch alle Ventile können auf die Anforde- rungen optimal ausgelegt sein.
Um eine manuelle Betätigung auch bei Stromausfall zu gewährleisten, kann gemäss einer vor- teilhaften Ausführungsform der Erfindung das Schaltventil mit einer mechanische betätigbaren
Entriegelung ausgestattet sein. Diese kann direkt oder über einen Seilzug od. dgl. bedienbar sein, welcher auf einen vom Benutzer zu betätigenden Knopf oder Hebel führt.
Wenn gemäss einem weiteren Erfindungsmerkmal in der Betätigungsanordnung wie oben beschrieben ein gleichgängiger doppeltwirkender Arbeitszylinder vorgesehen ist, dessen beide
Arbeitsräume über die bzw. jede Verbindungsleitung miteinander und mit der Pumpe bzw. bei
Entsperren der entsprechenden Leitung auch mit dem Reservoir verbindbar sind, und dessen
Arbeitsräume alternierend von einer Versorgungseinheit mit Arbeitsfluid gespeist werden können, ist eine baulich besonders einfache Lösung gegeben, um speziell den manuellen Betrieb und die
Notbetätigung dahingehend zu vereinfachen, dass nicht für unterschiedliche Volumina an Hydrau- likmedium in den gegensinnig wirkenden Arbeitsräumen der Arbeitszylinder-Anordnung vorgesorgt werden muss.
Um einen einfachen Aufbau des gesamten Systems bei grosser Flexibilität in den realisierbaren
Funktionen und einfacher, mit wenigen Bauteilen auskommender Funktion zu erzielen, ist gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass die Versorgungseinheit eine reversierba- re Pumpe enthält, deren beide Ausgänge mit über den jeweils anderen Ausgang entsperrbaren
Rückschlagventilen verbunden sind, wobei beide Seiten der reversierbaren Pumpe über ein Wech- selventil miteinander und mit einem Reservoir für das Arbeitsfluid verbunden sind.
Wenn vorteilhafterweise ein Sensor für die Fahrzeugneigung vorgesehen und mit dem Steuer- gerät verbunden ist, kann für die Ansteuerung des Schaltventils im Fall der Stoppfunktion eine
Berücksichtigung aller Betätigungs- oder Haltekräfte in Verbindung mit der Ausrichtung des Fahr- zeuges erfolgen.
Wenn vorteilhafterweise ein Sensor für die Bewegung des schwenkbaren Teils des Fahrzeugs vorgesehen und mit dem Steuergerät verbunden ist, kann auch ein sich entlang des durchlaufenen Weges ändernder Momentenverlauf am bewegten Teil berücksichtigt werden, der sich beispiels- weise aus Änderung der Last am Fahrzeugteil oder durch Auflaufen auf eine Hindernis ergibt.
Die besagten Veränderungen als auch gewünschte manuelle Einflüsse, etwa das händische Zuschlagen einer normalerweise automatisch betätigten Tür, der manuelle Anfangsimpuls zur nachfolgenden automatischen Bewegung des jeweiligen Bauteils oder auch das manuelle Anhalten eine automatisch eingeleiteten oder im Gang befindlichen Betätigungsablaufs können berücksich- tigt werden, wenn gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung zwischen Arbeitszylinder- Anordnung und Steuerventil zumindest ein Drucksensor vorgesehen und mit dem Steuergerät verbunden ist.
Vorteilhafterweise sind viele der oben genannten Funktionen durch ein im Steuergerät abge- legtes Programm realisiert, welches in Abhängigkeit von der Betätigung eines abgefragten Bedie- nungselementes zum Stoppen der Bewegung des Fahrzeugteils und allenfalls auch noch zumin- dest der Fahrzeugneigung, vorzugsweise auch dem Öffnungswinkel des schwenkbaren Teils und allenfalls auch dem Druckverlauf im System, ein Steuersignal für unter anderem das Schaltventil generiert. Durch die Programmsteuerung ist eine grosse Vielfalt an realisierbaren Funktionen mög- lich.
Selbstverständlich übernimmt das Steuergerät vorteilhafterweise programmgesteuert auch die normale Betätigungssteuerung, d. h. fragt Bedienungselemente wie Taster, Schaltknöpfe, Klinken an Türen, Fahrzeugklappen od. dgl. ab und steuert dementsprechend nicht nur das Schaltventil, sondern auch das Versorgungssystem für das Arbeitsfluid, insbesonders die reversierbare Pumpe und alle notwendigen Ventile und sonstigen Bauteile. Das Programm kann auch dahingehend ausgelegt sein, dass es das schnelle, im wesentlichen widerstandsfreie Zuwerfen der Türe, der
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Klappe od. dgl. ermöglicht, in dem die Überschieb-Verbindung zwischen den einander entgegen- gesetzten Arbeitsräumen der Arbeitszylinder-Anordnung frei lässt oder nach Sperren des Schalt- ventils schnell wieder freigibt.
Der Impuls zum Start dieser speziellen Funktion kann durch die
Abfrage und das Erkennen einer Wegänderung am Weg- oder Drehwinkelaufnehmer oder auch der Betätigung der Klinke, sei es innen oder aussen, eines Schalter, Tasters od. ähnlichem am bewegten Bauteil selbst gegeben sein. Auch das rasche Ansteigen des Druckes durch die manuel- le Einleitung der Bewegung kann allenfalls durch den Drucksensor des Systems an die Steuerein- heit gemeldet sein und die Freigabe der Verbindung bewirken. Oder die Bewegung des Arbeits- fluids in dessen Kreislauf wird überwacht und ein schneller Bewegungsanstieg kann als Erken- nungssignal für die Steuereinheit herangezogen werden.
In der nachfolgenden Beschreibung soll die Erfindung anhand von eines speziellen vorteilhaf- ten Ausführungsbeispieles näher erläutert werden. Dabei zeigt die Zeichnungsfigur einen Schalt- plan eines erfindungsgemässen Hydrauliksystems für beispielsweise einen automatischen Türan- trieb für Kraftfahrzeuge.
Eine Tür 1 als Beispiel für einen durch die erfindungsgemässe Betätigungsanordnung bewegba- ren Fahrzeugteil ist um eine Drehachse 2 mittels beispielsweise eines gleichgängigen doppeltwir- kenden hydraulischen Arbeitszylinders 3 in Öffnungs- und Schliessrichtung bewegbar. Diese Bewe- gungen werden durch die Beaufschlagung der beiden gleich grossen Arbeitsräume 4 und 5, die einen Volumenausgleich zwischen den beiden Seiten des Arbeitszylinders 3 vermeidbar machen, mit Hydrauliköl bewirkt, wobei die Ansteuerung der Arbeitsräume 4 und 5 über ein vorzugsweise elektronisches Steuergerät (nicht dargestellt) gesteuert wird.
Dieses Steuergerät fragt, entweder durch ein in einem Speicher fix oder veränderbar abgelegtes Programm oder entsprechend einer fixen Schaltung, einerseits eine Signalleitung von einem Bedienungsorgan ab und steuert ebenfalls entsprechend dem gespeicherten Programm oder der fest vorgegebenen Schaltung einerseits eine nachfolgend noch näher zu erläuternde Ventil- und Leitungsanordnung, andererseits ein Hydrau- likaggregat, speziell den Motor einer reversierbaren Pumpe 6. Die beiden Seiten der Pumpe 6 sind wiederum einerseits über ein Wechselventil 7 mit dem Tank 8 für das Hydrauliköl verbunden, andererseits über von der jeweils entgegengesetzten Seite über die Leitungen 9 entsperrbaren
Rückschlagventile 10 mit dem Arbeitszylinder 3.
In einer Verbindungsleitung zwischen den beiden
Seiten der Pumpe 6 ist ein Umschaltventil 12 eingesetzt, über das die jeweils unter Druck stehende
Leitung mit einem Proportionaldruckventil 13 zur Begrenzung des Systemdrucks mit dem Tank 8 verbunden ist.
In jeder der Leitungen 14,15 von jeweils einer der Seiten der Pumpe 6 zu jeweils einem der Arbeitsräume 4,5 des Arbeitszylinders 3 ist jeweils ein Drucksensor (nicht dargestellt) angeschlos- sen, der ebenfalls mit dem Steuergerät in Verbindung steht, ebenso wie zumindest ein Sensor für die Fahrzeugneigung und ein Wegaufnehmer für die Bewegung der Tür 1. Anstelle des mit dem vorteilhafterweise linearen Arbeitszylinder 3 gekoppelten Wegaufnehmers könnte auch ein Dreh- sensor an der Drehachse 2 oder allgemein jegliche Sensoranordnung vorgesehen sein, welche eine Aussage über den Öffnungswinkel der Tür 1 zulässt.
Zwischen den Leitungen 14 und 15 verlaufen parallel zueinander und zum Arbeitszylinder 3 zwei Verbindungsleitungen 16 und 17, in welche jeweils zwei Rückschlagventile 18,19 und 20, 21 eingesetzt sind. Die Rückschlagventile 18,19 sind federbelastete Ventile, die gegensinnig orientiert sind. Die Sperr- bzw. Öffnungsrichtung ist dabei derart gewählt, dass die Ventile 18, 19 in Richtung von der Verbindungsleitung 14 bzw. 15 auf das jeweils gegenüberliegende Ventil öffnen. Für die typischerweise völlig herkömmlichen Rückschlagventile 20,21 gilt genau das Gegenteil, d. h. dass diese Ventile 20,21 von der Verbindungsleitung 14,15 auf das jeweils gegenüberliegende Ventil gesperrt sind.
Zwischen jedem Paar von Rückschlagventilen 18,19 und 20,21 zweigt eine weitere Verbin- dungsleitung 22 ab, welche die beiden parallelen Verbindungsleitungen 16 und 17 miteinander verbindet. In dieser zusätzlichen Verbindungsleitung 22 ist nun ein vorzugsweise stromlos offenes Schaltventil 23 in Serie mit einem Vorspannventil 24 eingesetzt.
Dieses im Normalbetrieb offene Schaltventil 23 beeinflusst im Normalbetrieb und im Fall des manuellen Betätigens des bewegten Fahrzeugteils 1 nicht die Funktion des Vorspannventils 24, welches bei der manuellen Betätigung überdrückt wird und derart das Überschieben von Hydraulikmedium zwischen den Arbeitsräumen 4 und 5 der Arbeitszylinder-Anordnung gestattet Soll aber die Tür, Heckklappe od. dgl. 1 sicher in
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der momentanen Stellung angehalten werden, wird das Schaltventil 23 bestromt, damit in die
Sperrstellung gebracht und somit die Verbindung zwischen den Arbeitsräumen 4 und 5 sicher getrennt. Da dann auch die Rückschlagventile 10 in Richtung Pumpe 6 bzw. Reservoir 8 sperren und das Hydrauliköl daher auch nicht in diese Bauteile zurückgeschoben werden kann, ist die Tür
1 in der momentanen Stellung sicher fixiert.
Anschliessend an das Stoppen kann das Schaltventil 23 auch sofort wieder, vorteilhafterweise durch Beender seiner Bestromung, in die Durchlassstel- lung gebracht werden, um die manuelle Betätigung der Tür, der Heckklappe, des Verdecks od. dgl zu erlauben. Allenfalls kann die Bestromung des Schaltventils 23, damit die Sperre der Verbindung zwischen den Arbeitsräumen 4 und 5 und somit die absolut sichere Haltefunktion für den betätigten Bauteil 1 am Fahrzeug auch bis zu einer neuerlichen Betätigung eines Bedienungshebels, Schal- ters od. dgl. aufrechterhalten werden.
Wenn andererseits über die Abfrage und das Erkennen einer Wegänderung am Wegsensor, allenfalls auch das Erkennen der Betätigung der Klinke, eines Schalter, Tasters od. ähnlichem, allenfalls auch an der Tür 1 selbst, das im Steuergerät abgelegte Programm erkennt, dass eine schnelle manuelle Bewegung der Tür, beispielsweise ein manuelles Zuwerfen, gewünscht ist, verhindert das Steuergerät das Schliessen des Schaltventils 23 von Beginn an. Auch das rasche Ansteigen des Druckes, ermittelt durch einen der Drucksensoren des Systems oder die Erkennung der Bewegung des Hydrauliköls kann dieses Offenhalten des Schaltventils 23 bewirken, wodurch dann das im wesentlichen freie Überschieben des Hydrauliköls von einem Arbeitsraum 4,5 in den anderen und damit die weitestgehend von hydraulischer Beeinflussung freie Bewegung der Tür 1 ermöglicht ist.
Schliesslich ist in den Zeichnungen noch in jeder der Verbindungsleitungen 14,15 eine Anord- nung aus einer Drossel 25 und einem von der Pumpe 6 zum jeweiligen Arbeitsraum 4,5 hin öff- nendes Rückschlagventil dargestellt. Diese Anordnung 25,26 dient der Begrenzung der Geschwin- digkeit des Abströmens des Hydraulikmediums zum Tank 8, während es die weitestgehend ungehinderte Versorgung der Arbeitsräume 4,5 durch das Hydrauliksystem 6, 9, 10 erlaubt.
In allen Fällen, in welchen die Energieversorgung der Pumpe 6 ausfällt und eine Notbetätigung erfolgen soll oder die Energieversorgung absichtlich nicht aktiv ist und die Tür 1 manuell betätigt werden soll, sperren die Rückschlagventile 10 die Verbindung zwischen Arbeitszylinder-Anordnung 3 und Tank 8, so dass das Hydraulikmedium über die Verbindungsleitungen 16, 17 und 22 lediglich zwischen den gegenüberliegenden Arbeitsräumen 4,5 verschoben werden kann. Dieses Verschie- ben wird - wie oben erläutert wurde - über das Vorspannventil 24 in Verbindung mit dem Schalt- ventil 23 beeinflusst.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Betätigungsanordnung für um eine Drehachse (2) schwenkbare Teile an Fahrzeugen, ins- besonders für Türen (1), mit zumindest einer mit dem schwenkbaren Teil gekoppelten gleichgängigen Arbeitszylinder-Anordnung (3) für beide Schwenkrichtungen, einem die
Arbeitszylinder-Anordnung (3) versorgenden Arbeitsfluid-System mit Versorgungsleitungen (14,15) zu jedem Arbeitsraum (4,5) der Arbeitszylinder-Anordnung (3), welche Versor- gungsleitungen die Arbeitszylinder-Anordnung (3) auch sperrbar mit dem Reservoir (8) für das Arbeitsmedium verbinden, und einem auf das Arbeitsfluid-System einwirkenden Steu- erkreis, wobei im Arbeitsfluid-System zumindest eine Verbindungsleitung (16,17, 22) mit einem diese Verbindungsleitung vollständig freigebenden oder sperrenden Schaltventil (23) zwischen den in entgegengesetzter Richtung wirkenden Arbeiträumen (4,5)
der
Arbeitszylinder-Anordnung (3) sowie ein Vorspannventil (24) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltventil (23) als unabhängig vom hydraulischen System schaltbares, aktives Ventil ausgeführt und in Serie mit einem Vorspannventil (24) geschal- tet ist.