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Die Erfindung hat eine Vorrichtung mit zumindest einem endlosen Band aus Stahl, z. B. rost- freiem Stahl, verchromtem Stahl, für die Aufnahme von zu verfestigenden Massen sowie ein Ver- fahren zum thermischen Beaufschlagen von auf einem endlosen Stahlband angeordneten plasti- schen Massen, die mit dem Stahlband durch eine Heizzone geführt werden, zum Gegenstand.
Vorrichtungen mit endlosen Stahlbändern sind für unterschiedliche Einsatzzwecke in Verwen- dung. So ist es bekannt, Nahrungsmittel kontinuierlich durch einen Heiztunnel zu führen und dabei den Backvorgang durchzuführen. Die endlosen Stahlbänder werden durch das anhaftende Backgut verschmutzt und müssen zeitweilig gereinigt werden Hierfür wird der Backvorgang unterbrochen, das Band mechanisch, z. B. mit Bürsten, gereinigt. Zur Entfernung der darüber hinaus anhaftenden Kohlenstoffschichten von thermisch zersetztem Material werden diese mit einer Mischung aus Weizenstärke und Natronlauge und Wärme im Backofen beaufschlagt. Darüber hinaus ist es bekannt, anhaftende Kohlenstoffreste am Band durch vom Bedienungspersonal gehaltenen und betätigten Strahlpistolen mit Trockeneis lokal gezielt zu entfernen.
Neben dem erhöhten personel- len Aufwand muss während eines diskontinuierlichen Durchlaufes des Bandes der Produktionsvor- gang stillgelegt sein und die Beaufschlagung der anhaftenden Reste durchgeführt werden, wobei aufgrund der unterschiedlichen Grösse der anhaftenden Reste und der erforderlichen Steuerung der Verweilzeit des Bandes im Bereich der Behandlungszone eine vollständige Entfernung er- schwert wird. Verbleibende Reste am Band bedingen jedoch erneut ein höheres Anhaften der thermisch zu behandelnden Massen.
In der DE 41 03 577 A1 wird eine Vorrichtung zum Reinigen von Gegenständen, insbesondere von Halbleiterscheiben, beschrieben, die in einem oben offenen Behälter um ihre Achse rotiert werden, wobei auf die Halbleiterscheibe ein Strahl aus Teilchen einer gefrorenen Flüssigkeit, z. B.
Wasser, geleitet wird. Um zu vermeiden, dass die von der Halbleiterscheibe abgelösten Schmutz- teilchen wieder auf dieselbe abgelagert werden, ist eine spezifische Absaugung vorgesehen. Die Eisteilchen mit einem Durchmesser zwischen 2 Mikrometer und 5 mm werden in einem Behälter durch Einsprühen des Wassers erzeugt, welcher eine thermische Isolierung aufweist.
Aus der EP 0 412 111 B1 wird eine Vorrichtung für ein Schleuderstrahlverfahren bekannt, die zum Reinigen oder Entzundern von Oberflächen dient. Hierbei werden Flüssigkeitströpfchen in einer thermisch isolierten Kolonne im freien Fall gefroren und in einem anschliessenden Behälter, der ebenfalls thermisch isoliert ist, gesammelt. Die so gesammelten Eispartikelchen werden über eine Förderschnecke und einem Gasstrom einer Düse zugeführt.
In der EP 0 535 680 A1 wird eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Reinigung von Präzisions- teilen beschrieben. Hierbei werden die zu reinigenden Teile in einem Behälter angeordnet, welcher unter Vakuum steht. Die mit einem Schleuderstrahlverfahren zu reinigenden Oberflächen weisen Kontaminationen von besonders kleinen Teilchen auf. Die Reinigung soll hierbei über Trockeneis- strahlen, welche aus mehreren Düsen gerichtet werden, erfolgen. Um ein pulsiertes Auftreffen der gefrorenen Teilchen, u. zw. Trockeneis, zu erreichen, wird der Halter, auf welchem die zu reinigen- den Teile angeordnet sind, gedreht. Besonderes Augenmerk wird hierbei auch der Reinigung des Kohlendioxidstromes gewidmet.
In der US 5 364 474 A wird ein Verfahren zur Reinigung von Halbleiterscheiben beschrieben, wobei beispielsweise Fingerabdrücke od. dgl. zu entfernen sind. Es wird hierbei ausgeführt, dass die Reinigung umso schwieriger ist, je geringer die Verunreinigungen sind. Um die kinetische Energie beim Aufprall der Trockeneispartikelchen auf die Oberfläche zu erhöhen, wird die zu reinigende Oberfläche in Relativbewegung zu den Trockeneispartikelchen gesetzt. Ein besonderer Reinigungseffekt soll dann erhalten werden, wenn der Strahl unter einem besonders kleinen Win- kel auf die zu reinigende Oberfläche gerichtet wird. Dieser Sachverhalt leitet sich in diesem Fall von der höheren Relativgeschwindigkeit ab.
Das Verfahren wird unter Vakuum durchgeführt und eignet sich nur zur Reinigung von kleinen Partikelchen, nicht jedoch von Ablagerungen auf Bän- dern einer Produktionsanlage, beispielsweise für Spanplatten.
In der DE 196 36 306 C1 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entfernen von Wachs auf Parkettfussböden beschrieben, wobei, um eine Beschädigung des Holzes durch Trockeneispar- tikelchen zu verhindern, dieselben zerkleinert werden, bevor sie im Schleuderstrahlverfahren eingesetzt werden.
Aus der weiters entgegengehaltenen DE 41 40 982 A1 wird bekannt, die Oberfläche einer Pressplatte durch Glaskugelstrahlen zu strukturieren.
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In der DE 41 40 982 A1 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Spanplat- ten beschrieben, wobei ein Endlospressband in der Presse, u. zw. im rücklaufenden Bereich mit Glaskugeln beaufschlagt wird. Diese Glaskugeln werden über ein Trägerfluid in eine Düse trans- portiert, auf das Band geschleudert und sodann über ein Absaugrohr abgesaugt. Die Glaskugeln werden sodann in einer Abtrennvorrichtung abgetrennt und erneut in den Kreislauf eingeführt. Der Kugelstrahlkopf ist quer zur Bewegungsrichtung des endlosen Bandes bewegbar.
In der US 5 319 946 A wird eine Vorrichtung für die Lagerung von Eispartikeln zum Schleuder- strahlen geoffenbart, die einen thermisch isolierten Behälter aufweist.
Ein weiteres Verfahren zur Reinigung von Oberflächen mit Kristallen aus Wasser wird in der DE 41 12 890 A1 beschrieben, wobei die Eiskristalle mit einem Wasserstrahl gegen die zu reini- gende Oberfläche geschleudert werden. Die Eiskristalle können entweder als solche bereits dem Wasser zugegeben werden oder über Kältemittel erst im Strahl gebildet werden.
Die endlosen Bänder unterliegen in Betrieb einer besonderen Beanspruchung, so dass diesel- ben einer Formveränderung unterliegen, die zum Schüsseln der Bänder führt. Um diese Formver- änderung der Bänder wieder rückgängig zu machen, ist gemäss der EP 0 474 625 A1 vorgesehen, die Bänder dadurch zu richten, dass auf dieselben Kräfte in Form einer Vielzahl von Impulsen einwirken. Die Impulse können auf unterschiedlichste Weise ausgeübt werden. Eine Ausführungs- form besteht darin, dass die Düse für das Kugelstrahlen quer zur Bandlängsrichtung bewegt wird, so dass alle erwünschten Bereiche des endlosen Bandes mit Druckeigenspannungen beaufschlagt werden können, womit das Schüsseln des Bandes aufgehoben wird.
Ein Einsatz der endlosen Bänder besteht darin, dass ein unteres Band vorgesehen ist, das die zu formenden plastischen Massen trägt, wobei über ein oberes Band eine Formgebung erfolgt, so dass im wesentlichen planparallele Produkte der Vorrichtung entnommen werden können. Während des Formvorganges werden die plastischen Massen über die Bänder thermisch beaufschlagt, womit eine Verfestigung erfolgt. Je nach erwünschter Oberflächenstruktur können die Bänder vollkommen eben oder auch strukturiert ausgebildet werden. Aufgrund der relativ hohen Tempera- turen bei der Verfestigung der plastischen Massen, z. B. Melaminharzen, und der strukturierten Ausbildung der formenden endlosen Stahlbänder gestaltet sich eine Reinigung derselben ausseror- dentlich aufwendig.
Die relativ dicken Verunreinigungen auf den Stahlbändern mit einer Dicke von 0,05 mm bis 1,0 mm können mechanisch, beispielsweise mit Bürsten, Schabern, entfernt werden.
Die sodann verbleibenden Reste, die eine adhäsive Schichte auf dem Band darstellen, gelangen nach der Reinigung erneut in die Heizzone und werden dort erneut thermisch beaufschlagt und werden so bei wiederholtem Durchlauf durch die Heizzone karbonisiert und haften ausserordentlich fest auf dem Stahlband und verursachen bei mehrfachem Durchgang durch die Heizzone ein verstärktes Aufbauen von Rückständen und Verlegen von den Strukturierungen.
Zur Reinigung von verchromten strukturierten Blechen ist es bekannt, eine reaktive Folie ge- meinsam mit den Produkten in die Presse, insbesondere in die Doppelbandanlage, einzubringen.
Die reaktive Folie wird hierbei von dem Produkt gegen die Bandoberfläche gehalten und muss zumindest die Länge des gesamten Bandes aufweisen. Das dabei mitgeformte Produkt ist zu verwerfen. Anschliessend muss mit einem drei- bis fünffachen Durchgang unter Produktionsbedin- gungen eine Scheinproduktion durchgeführt werden. Das dabei entstehende Produkt muss verwor- fen werden. Mit diesem letzten Verfahrensschritt ist sichergestellt, dass die Wirksubstanzen der reaktiven Folie vollständig von dem verchromten Band entfernt werden können.
Der Erfindung ist zum Ziel gesetzt, eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen, die/das die oben angeführten Nachteile vermeidet. Mit der vorliegenden Erfindung soll erreicht werden, dass nicht nur grobe mechanische Verunreinigungen, wie anhaftende Reste der thermisch zu behan- delnden Massen, sondern auch mehrfach thermisch beaufschlagte Restmassen auf einem Band beseitigt werden können, wobei sowohl lokale Verformungen, wie beispielsweise Veränderung der Vertiefungen u. dgl. vermieden werden als auch ein unerwünschtes Aufbringen von Druckeigen- spannungen und damit eine Gesamtverformung der Bänder, z. B. Schüsseln derselben, vermieden werden kann.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Produktionszeiten der Anlagen zu erhöhen, und während der Reinigung keinen Ausschuss, sondern Standardprodukte zu erzeu- gen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung mit zumindest einem endlosen Band aus Stahl, z. B. rost-
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freiem Stahl, verchromtem Stahl, für die Aufnahme von zu verfestigenden Massen, das durch zumindest eine Heizzone und eine Abkühlzone geführt ist und an beiden Enden mit einer Umlenk- trommel umgelenkt und gegebenenfalls angetrieben ist und zumindest einer Düse, die gegen die formende Oberfläche des Bandes gerichtet ist und die entlang einer Führung quer zur Bandlängs- richtung bewegbar ist, wobei die Düse, die eine Zuführungsleitung für ein Fluid und für feste Parti- kel aufweist und auf das Band auf der Umlenktrommel gerichtet ist, besteht im wesentlichen darin, dass für die festen Partikel ein thermisch isolierter Behälter, vorzugsweise zur Aufnahme von Parti- keln aus verfestigtem Kohlendioxid, vorgesehen ist,
und für die Düse ein Antrieb zur Bewegung quer zur Bandlängsrichtung vorgesehen ist, wobei insbesondere die Oberfläche des Bandes struk- turiert ist.
Endlose Bänder, die durch eine Heizzone geführt sind, erlauben kontinuierlich Massen ther- misch zu beaufschlagen. Derartige Massen können Brote, Kekse, aber auch kontinuierlich verlau- fende Massen, wie für Platten beispielsweise aus Melaminharz, sein. Die zur Verwendung stehen- den Bänder sind entweder vollkommen glatt ausgeführt oder weisen eine struktunerte Oberfläche auf. Durch die wiederholte thermische Beaufschlagung der Oberfläche der endlosen Stahlbänder werden die thermisch zu beaufschlagenden Massen nicht nur verfestigt, sondern am Band auch karbonisiert. Diese Kohlenstoffschichten haften besonders fest an der Oberfläche und werden bislang mit chemischen Agensien entfernt.
Es ist zwar bekannt, Stahlbänder durch Kugelstrahlen zu beaufschlagen, jedoch dient dieser Vorgang zur Verformung des Stahlbandes. Es war nun durchaus überraschend und nicht nahelie- gend, dass über Partikel, die in einem thermisch isolierten Behälter vorgesehen sind, eine Beauf- schlagung des Bandes erfolgen kann, bei welcher eine Verformung des Bandes, wenn erwünscht, vermieden werden kann, obwohl eine gezielte Beaufschlagung aller Bereiche des Bandes über die Zeit durchgeführt wird.
Durchaus erstaunlich ist, dass die kurzen Verweilzeiten des Strahles am Band, bedingt durch Führung der Düsen und die Umlaufgeschwindigkeit des Bandes, ausreichend sind, eine Ablösung von Verunreinigungen, insbesondere Kohlenstoffilmen auf dem Band, zu erreichen und dass keine Verformungen des Bandes bedingt werden müssen, wobei die Produkti- onsbedingungen beibehalten werden können, so dass während der Erzeugung des verkaufsfähigen Produktes die Reinigung erfolgt.
Die beste Reinigungswirkung kann dadurch erreicht werden, dass das Band mit den gefrorenen Partikeln beaufschlagt wird, wenn dasselbe auf der Trommel aufliegt. Obwohl zu erwarten war, dass eine Verformung des Bandes besonders stark auftritt, wenn dasselbe auf der Trommel liegt, konnten derartige Verformungen nicht festgestellt werden, darüber hinaus konnte jedoch eine Ablösung der anhaftenden thermisch zu beaufschlagenden Massen festgestellt werden, die u. a. aufgrund der unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Bandes und der anhaf- tenden Massen unterstützt ist.
Sind die festen Partikel mit einer mechanischen Fördereinrichtung zur Zuführungsleitung für die, insbesondere getrennt von der für das Fluid, z. B. Luft, Partikel von dem Behälter förderbar, so ist eine gleichmässige Beladung des Strahles mit den zu Agglomerierung neigenden festen Partikel auf besonders einfache Weise erreicht, so dass eine gleichmässige Reinigungswirkung gegeben ist.
Ist, wie an sich bekannt, ein weiteres endloses Band, das an beiden Enden mit einer Umlenk- trommel umgelenkt und gegebenenfalls angetrieben ist, oberhalb des endlosen Bandes angeord- net, auf das, wie an sich bekannt, zumindest eine Düse entlang einer Führung quer zur Bandlängs- richtung über einen Antrieb bewegbar ist, wobei die Düse eine Zuführungsleitung für ein Fluid, gegebenenfalls für feste Partikel aufweist und gegebenenfalls ein weiterer thermisch isolierter Behälter für die Partikel vorgesehen ist, so kann auch ein zweites vorgesehenes Band an seiner formenden Oberfläche durch feste Partikelchen, insbesondere gefrorene Partikelchen, gereinigt werden, so dass für bestimmte Verfahren, z. B. zur Herstellung von Dekorplatten od. dgl., beide endlose Bänder, u. zw. sowohl das obere, z. B. strukturiert, als auch das untere, z.
B. glatt, einer kontinuierlichen Reinigung zugeführt werden können, ohne die Strukturen zu zerstören.
Ist eine Mehrzahl von Düsen vorgesehen, so besteht die Möglichkeit, während eines Durchlau- fes des Bandes eine grössere Fläche zu beaufschlagen, wobei weiters eine grossflächige Beauf- schlagung von Kohlenstoffschichten gegeben ist, so dass eine die Ränder übergreifende Wirkung gegeben ist, da mittig ein Abheben der Schichte durch die gegenseitige Wirkung der Strahlen erreicht werden kann und im Randbereich eine besonders günstige Ablösung erreicht wird.
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Schliesst die Achse der Düsen mit dem Band einen spitzen Winkel ein, so dass der Strahl aus der Düse entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung des Bandes gerichtet ist, so kann die auf dem Band verbleibende Schichte, insbesondere die karbonisierte Schichte, besonders leicht abgelöst werden, da die Schichte nicht gegen das Band gepresst, sondern ein Ablösen derselben bewirkt wird.
Ist die Düse auf das Band auf der Umlenktrommel am Ende der Heizzone gerichtet, so kann eine besonders grosse Temperaturdifferenz zwischen den Partikeln und dem Band erreicht werden, so dass ein bevorzugtes Ablösen, insbesondere der Kohlenstoffschichten, erreicht werden kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum thermischen Beaufschlagen von auf einem endlosen Stahlband angeordneten plastischen Massen, die mit dem Stahlband durch eine Heizzone geführt werden und gegebenenfalls durch ein oberes Band geformt werden, wobei das/die Stahlband/ -bänder mit Partikeln beaufschlagt werden, besteht im wesentlichen darin, dass das/die Stahlband/ -bänder nach der thermischen Beaufschlagung der plastischen Massen in der Heizzone ausserhalb der Heizzone zusätzlich mit einem Kühlmittel in fester Form, insbesondere Partikel aus verfestig- tem Kohlendioxid, beaufschlagt wird/werden, wobei die Partikel mit einem Trägergas auf die Band- oberfläche geschleudert werden.
Dadurch, dass das/die für Stahlband/-bänder ausserhalb der Heiz- zone mit einem Kühlmittel beaufschlagt werden, kann erreicht werden, dass aufgrund der unter- schiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten und des Temperaturunterschiedes des von der Heizzone erhitzten Bandes zum Kühlmittel die an sich festhaftenden Beläge abgesprengt werden, wobei durch das Trägergas ein zusätzliches Ablösen bedingt wird. Obwohl anzunehmen war, dass durch das Schleudern der festen Teilchen auf das Band, das auf der Umlenktrommel aufliegt, eine stärkere Verformung vorliegt, konnte durchaus überraschend festgestellt werden, dass eine derartige Verformung nicht vorliegen muss, offensichtlich wegen der Auflösung der festen Partikelchen durch die Wärmeeinwirkung, insbesondere des heissen Bandes. Eine Störung der Produktionsbedingungen ist nicht gegeben.
Weiters ist ein Einwirken von chemisch reaktiven Substanzen vermieden, so dass das erzeugte Produkt ohne Beeinträchtigungen vorliegt. Der Ab- kühlvorgang des Bandes wirkt sich nicht negativ aus, so konnten keine Streifenbildungen od. dgl. beobachtet werden, die aufgrund der Temperaturunterschiede vorliegen könnten.
Werden die Partikel unter einem spitzen Winkel, bezogen auf die Bandoberfläche, geschleu- dert, wobei die Bewegungsrichtung der Partikel entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung des Stahlbandes gerichtet ist, so wird zusätzlich zur thermischen Ablösung der Verunreinigungen auf dem Band eine mechanische Beaufschlagung derselben erreicht, so dass ein synergistischer Effekt vorliegt.
Werden die Partikel auf das Band auf der Umlenktrommel geschleudert, so wird durchaus überraschend keine Verformung des Bandes verursacht, wobei gleichzeitig eine Ablösung der Verunreinigungen auf dem Band erreicht werden kann. Die grosse thermische Kapazität des Ban- des mit der Trommel wirkt sich jedoch durchaus überraschend nicht entgegen die Auflösung der Verunreinigungen aus, sondern die festen Partikel werden in ausreichender Masse gegen die Oberfläche des Stahlbandes geschleudert, worauf ein beschleunigter Aggregatübergang in das Flüssige, insbesondere Gasförmige, eintritt, so dass die Verunreinigungen besonders rasch abgelöst werden.
Werden die Partikel auf das Band auf die Umlenktrommel, die am Ende der Heizzone, bezogen auf die Bewegungsrichtung des Bandes angeordnet ist, geschleudert, so ist eine besonders grosse Temperaturdifferenz zwischen den Partikeln und dem Band gegeben, wodurch eine ausserordent- lich grosse und rasche Ablösung der Verunreinigungen am Band realisiert ist und das zu erzeugen- de Produkt wird durch die Partikel wegen der grossen Temperaturdifferenz nicht beaufschlagt, während die abgelösten Verunreinigungen nicht in das Produkt eingeschlossen werden können.
Werden die Partikel mit einer Grösse von 0,1 mm bis 1,0 mm gegen die Bandoberfläche ge- schleudert, so ist eine besonders günstige Relation zwischen Auflösung der Partikel und der Im- pulse, die auf das Band ausgeübt werden und thermischer Auflösung der Partikel, gegeben.
Werden die Partikel mit einer Geschwindigkeit von 250 m/s bis 400 m/s auf die Bandoberfläche geschleudert, so ist eine besonders vorteilhafte Abstimmung zwischen kinetischer Energie der Partikel und der Auflösung derselben aufgrund der thermischen Beaufschlagung am Band gewähr- leistet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen und Beispiele näher erläutert.
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Es zeigen:
Fig. 1 eine Doppelbandanlage in schematischer Darstellung,
Fig. 2 eine Strahlanlage in schematischer Darstellung,
Fig. 3 einen Antrieb für die Querbewegung der Düse,
Fig. 4 eine Düse und
Fig. 5 einen isolierten Behälter für CO2-Partikel.
Die Doppelbandpresse für Herstellung von Spanplatten gemäss Fig. 1 weist ein Maschinenbett 1 auf, in welchem ein oberes endloses Band 2 durch die Umlenktrommeln 6 bzw. 6' und ein unte- res endloses Band 3 durch die Umlenktrommeln 7, 7' gespannt und im gleichen Sinne in Umlauf gehalten werden. Das Band weist eine Breite von 2,5 m und eine Länge von 45 m auf. Die Umlauf- geschwindigkeit beträgt 6,0 m/min. Die auf die Bänder ausgeübte Zugspannung beträgt 70 N/mm2.
Die Bänder bestehen aus einer Edelstahllegierung folgender Zusammensetzung.
Nickel 7,4 Gew.-%
Chrom 16,5 Gew.-%
Molybdän 0,8 Gew.-%
Kohlenstoff 0,12 Gew.-%
Schwefel max. 0,03 Gew.-%
Phosphor max. 0,045 Gew.-%
Silizium max. 1,5 Gew. -%
Mangan max. 2,0 Gew.-%
Rest Eisen und übliche Verunreinigungen.
Die Bänder werden in der Heizzone über Rollen 4 und in den Abkühlzonen über Rollen 5 gehalten. Das Maschinenbett 1 ist in dem Fundament 9 über L-förmige Träger 10 verankert. Das Fundament weist weiters einen Maschinentunnel 8 auf. Das zu fertigende Produkt, eine Spanplatte 11, wird entsprechend dem Pfeil x aus der Anlage gefördert und wird hierbei durch Rollen 12 gestützt. Im Bereich des Auslaufes aus der Doppelbandanlage steht eine Partikelstrahlanlage 13, die eine Druckquelle 14 aufweist. Der Behälter 14 ist seinerseits über Leitungen 17 mit den Lanzen 18, die an ihren Enden Düsen 19 tragen, verbunden. In die Leitungen 15 werden feste Kohlendi- oxidpartikel aus dem Behälter 16 transportiert. Je nach Erfordernis kann auch eine gemeinsame Leitung für ein Trägergas, insbesondere Kohlendioxid aus der Druckquelle zu den Düsen 19 vor- gesehen sein.
Schematisch ist eine Vorrichtung 20 zum Bewegen der Düsen dargestellt.
Wie Fig. 2 deutlich zu entnehmen, ist die Düse 19 gegen die Oberfläche des Stahlbandes 3 derart gerichtet, dass der Winkels a, welcher den Weg des parallel gebündelten Strahles der Parti- kel zur Trommel einschliesst, bezogen auf die Bewegungsrichtung y des Bandes, ein spitzer Win- kel, u. zw. ca. 60 , ist. Der Strahl ist entgegen der Bewegungsrichtung orientiert. Es können auch mehrere Düsen, die gegen ein Band gerichtet sind, vorgesehen sein.
In Fig. 3 ist die Vorrichtung zum Bewegen einer oder mehrerer Düsen 19 näher dargestellt.
Eine Halterung 21 für die Lanzen ist entlang einer Führung 22 quer zur Längserstreckung der Bänder 2 und 3 gemäss Doppelpfeil a bewegbar. In der Halterung 21 ist noch ein Stellmechanismus 34 vorgesehen, mit welchem die Entfernung der Düsen 19 zur Bandoberfläche je nach Erfordernis eingestellt werden kann. So erforderlich, kann über diesen Stellmechanismus auch die Winkellage zur Bandoberfläche eingestellt werden. Die Bewegung der Halterung 21 entlang der Führung 22 wird über den Motor 23 und einen nicht näher dargestellten Seilzug durchgeführt.
Die in Fig. 4 schematisch dargestellte Düse 19 weist eine Zuleitung 25 für die CO2-Partikel auf, wohingegen weiters eine Zuleitung 24 für ein Trägergas vorgesehen ist. Die Zuleitung 25 mündet tangential in einen Zylinderraum 26, so dass die Partikel zusätzlich tangential beschleunigt werden.
In Fig. 5 ist ein thermisch isolierter Behälter 16 für die Kohlendioxidpartikel dargestellt. Dieser Behälter weist einen Deckel 27 und einen Unterteil 28 auf, die beide doppelwandig ausgebildet sind. Der Hohlraum zwischen der äusseren und inneren Wand kann entweder mit thermischem Isoliermaterial erfüllt sein oder auch evakuiert und gegebenenfalls mit einem Adsorptionsmittel versehen werden. Der Deckel sitzt über eine Dichtung 29 am Unterteil auf und wird über Schraub-
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zwingen 30 gegen diesen gehalten. Die Förderschnecke 31 mit Motor M dient zum Transport der Partikel zur Leitung 15 zum Abtransport der festen Kohlendioxidpartikel 33 in Richtung des Pfeiles.
Die Leitung 15 ist doppelwandig ausgeführt, wobei der Hohlraum evakuiert ist, so dass eine entsprechende thermische Isolierung gegeben ist.
Beispiel 1:
Die beiden unstrukturierten Stahlbänder einer oben angeführten Doppelbandpresse zur Herstellung von Spanplatten mit einem Bindemittel auf Basis von Polyurethan wiesen nach zwei Produktionswochen ungleichmässige Schichten von karbonarisiertem Bindemittel und auch Holzspänen auf. Die Schichtdicke dieser Verunreinigungen betrug bis zu 0,5 mm. Besonders häufig waren Schichten mit einer Dicke von 0,3 mm vorhanden. Die Bänder waren im wesentlichen eben und glatt ausgeführt und wiesen eine Rauhigkeit von 4 u auf. Auf der Doppelbandpresse wurden Spanplatten erzeugt, wobei die Temperatur in der Heizzone 210 C betrug. Die Bänder wurden mit einem Druck von 40 bar gegeneinander gehalten. Beim Austritt des Produktes aus der Maschine wurden die Düsen zur Beaufschlagung der Bänder auf den Trommeln angebracht.
Die Temperatur des Produktes betrug 45 C, wohingegen das Band als solches ein höhere Temperatur von 160 C aufwies. Gegen diese Bänder wurde ein Druckluftstrom mit Trockeneispartikeln mit einer Geschwindigkeit von ca. 340 m/sec gerichtet. Die Austrittsöffnung der Düse war 80 mm von der Bandoberfläche entfernt. Der Winkel a, den die Partikel des parallel orientierten Strahles mit der Bandoberfläche einschlossen, betrug 60 . Die festen CO2-Partikel wiesen einen mittleren Durchmesser von ca. 0,3 mm auf, die Aufprallfläche war kreisförmig mit einem Durchmesser von 20 mm.
Nach ca. 17 Stunden Fertigung der Spanplatten war eine vollkommene Oberflächenbehandlung der Bänder gewährleistet und es konnte während dieser Zeit die Produktion ungehindert fortgeführt werden. Es lag ein Produkt ohne Beeinträchtigungen vor. Die mit dem erfindungsgemässen Verfahren gereinigten Bänder konnten 240 Stunden, also wie neue Bänder, ohne wesentliche Störungen gefahren werden, worauf eine erneute Reinigung nach dem erfindungsgemässen Verfahren durchgeführt werden muss. Diese lange Zeitspanne steht der Einsatzfähigkeit von Bändern, wenn eine gesamtmechanische Reinigung mit Bürsten erfolgt, von 76 Stunden gegenüber.
Beispiel 2 :
Mit der Doppelbandpresse gemäss Anlage 1 wurde eine strukturierte Dekorplatte aufgebaut, wobei das obere Band eine Ätzstruktur gemäss einer Holzmaserung mit einer Tiefe bis zu 0,1 mm aufwies.
In einer Doppelbandpresse, welche analog zu der in Fig. 1 dargestellten Anlage ausgeführt war, wies ein oberes und unteres verchromtes Stahlband mit einer Länge von 11,3 m und einer Breite von 1.430 mm auf. Die Dicke des Bandes war 1,8 mm. Das untere Band war glatt ausgebildet, wohingegen das obere entsprechend einer Holzmaserung strukturiert war. In der Doppelbandanlage wurde eine Spanplatte mit Dekorfilm mit Melaminharzbinder erzeugt. Die Temperatur des Bandes beim Austritt war 120 C, wohingegen die Oberflächentemperatur der Spanplatte mit Dekorfilm ca. 90 C betragen hat. Die Bänder wurden mit einem Druck von 10 bar gegeneinander gehalten. Die Umlaufgeschwindigkeit des Bandes betrug 10 m/min. Nach 24 Stunden war die Verunreinigung des strukturierten Bandes derart, dass eine Reinigung begonnen werden musste.
Hierzu war es erforderlich, dass eine reaktive Reinigungsfolie, bekannt unter den Marken namens Swedotec TXZ 400 der Firma AkzoNobel gemeinsam mit dem Produkt der Doppelbandpresse eingeführt wird. Hierbei ist es erforderlich, dass das gesamte Band mit der reaktiven Folie im wesentlichen unter Produktionsbedingungen beaufschlagt wird. Sodann wird unter Produktionsbedingungen jedoch mit einer geringeren Umlaufgeschwindigkeit die Spanmasse einschliesslich Dekorfilm und Melaminharzbeschichtung der Doppelbandpresse zugeführt, wobei sowohl das untere Band als auch das obere Band zumindest vier bis fünfmal mit der Masse von den reaktiven Komponenten der Reinigungsfolie befreit werden muss. Die bei diesem Reinigungsvorgang entstehenden Platten weisen Schäden an der Oberfläche und Verfärbungen auf. Das bei der Reinigung entstehende Produkt muss verworfen werden.
Die so gereinigten Bänder können erneut 24 Stunden zur Produktion eingesetzt werden.
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Nach dem erfindungsgemässen Verfahren beginnt eine Reinigung sowohl des glatten unteren Bandes als auch des strukturierten oberen Bandes nach 23 1/4 Produktionsstunden. Die Beauf- schlagung der Bandoberfläche erfolgte analog Beispiel 1, wobei eine Flachdüse zum Einsatz kam.
Die Auftrefffläche der Partikel wies eine Breite von 40 mm und eine Höhe von 10 mm auf. Der Reinigungsvorgang betrug ca. 45 Minuten, wobei die Produktion der Dekorplatte ungestört weiter erfolgen konnte und ein verkaufsfähiges Produkt vorlag. Durch die während der Produktion erfol- gende Reinigung der Bänder kann eine Produktion beliebig lang, je nach Erfordernis, durchgeführt werden, ohne eine Verschlechterung des Produktes zu bedingen, so dass einerseits Stillstandszei- ten der Produktionsanlage vermieden werden können und andererseits keine Produkte, die wäh- rend der Reinigungszeit entstehen, verworfen werden müssen.
Bei nur streifenförmigen Verschmutzung müssen nur diese, z. B. 15 mm breite Streifen entfernt werden, so dass je Streifen ein Durchlauf des Bandes ausreichend ist.
Beispiel 3 :
Eine Doppelbandpresse, die analog zu Beispiel 1 ausgeführt ist, weist ein unteres Band mit einer Breite von 1. 680 mm, einer Länge von 17 m und einer Dicke von 1,8 mm und ein oberes Band mit einer Breite von 1.590 mm, einer Länge von 17 m und einer Dicke von 1,8 mm auf. Diese Bänder werden mit einem Druck von 10 bar gegeneinandergehalten und dienen zur Erzeugung von sogenannten Leiterplatten, die mit einem Epoxidharz hergestellt werden. Die Umlaufgeschwin- digkeit des Bandes betrug 4,0 m/min. In der Heizzone liegt eine Temperatur von 140 C vor. Das Produkt verlässt die Presse mit 50 C. Das Band wies beim Austritt eine Temperatur von 90 C auf.
Die Rauhigkeit des Bandes war 4 um und es traten nach 48 Stunden Produktion Verunreini- gungen in Form von zwei Längsstreifen mit einer Breite von ca. 20 mm mit einer Schichtdicke von 0,1 mm auf, die händisch mittels Schaber innerhalb von vier Stunden entfernt wurden. Nach dem Reinigungsvorgang konnte die Doppelbandpresse erneut 48 Stunden eingesetzt werden.
Es wurde während der Produktion ein Reinigungsvorgang analog Beispiel 3 durchgeführt, wo- bei lediglich zwei Umläufe des Bandes, also weniger als 10 Minuten, erforderlich waren, um die Streifen während der Produktion zu entfernen.
Beispiel 4 :
Durch einen 60 m langen Backofen wurde ein Band mit einer Breite von 1.200 mm und einer Gesamtlänge von 143 m mit einer Geschwindigkeit von 3 m/min bewegt. Die Temperatur im Ofen betrug 270 C. Das Produkt Kekse wies beim Austritt aus dem Ofen eine Temperatur von 80 C auf, wohingegen die Bandtemperatur 180 C betrug. Nach acht Wochen eines kontinuierlichen Back- vorganges wies das glatte Band mit einer mittleren Rauhigkeit von 4 u Backrückstände mit einer Dicke zwischen 1 mm und 2 mm auf. Diese Bänder wurden mechanisch unter intermittierendem Durchlauf des Bandes und Stillstand des Ofens für 12 Stunden mit einem Schaber, der sich über die gesamte Breite des Bandes erstreckte, gereinigt. Nach drei Wochen Einsatz war erneut eine mechanische Reinigung des Bandes erforderlich.
Bei einem neuen Band war erst nach acht Wochen Produktion eine Reinigung des Bandes er- forderlich, und es wurde diese auf der Trommel nach Austritt desselben aus dem Ofen durchge- führt. Diese Reinigung gemäss Beispiel 3 konnte während des Backvorganges durchgeführt wer- den, so dass keine Stillstandszeiten für die Reinigung erforderlich waren, wobei weiters dieser Reinigungsvorgang nur im Abstand von acht Wochen durchgeführt werden muss, da eine wesent- lich bessere Reinigung ohne mechanische Beschädigung der Oberfläche vorlag.
Es wurden Versuche gemäss der Beispiele 1 bis 4 mit Bändern bei Raumtemperatur durchge- führt, wobei sich ergeben hat, dass die Beaufschlagung der zu reinigenden Oberfläche mit einer Zeitdauer, die das 1,2- bis 1,5-fache der bei der erhöhten Temperatur beträgt, um den erwünsch- ten Reinigungsvorgang zu erreichen. Damit wird ein erhöhter Verbrauch an CO2-Partikein bedingt.