<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Weben von diagonal gelegtem Drahtgeflecht umfassend einen Hauptrahmen mit einer ortsfesten Auflagefläche für das Drahtgeflecht, wobei die Einzelstäbe vorzugsweise unter 450 zur Längsmittelachse der ortsfesten Auflagefläche eingebracht werden.
Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der SU 1537-345 A bekannt. Diese Patentschrift zeigt das Einflechten von Drähten, wobei die Drähte zu Spiralen geformt werden und jeweils zwei dieser spiralenförmigen Drähte im rechten Winkel ineinander gedreht werden. Als nachteilig an diesem Stand der Technik hat es sich herausgestellt, dass die Drähte vor dem Einflechten in das Drahtgeflecht in komplizierter Weise verformt werden müssen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung anzugeben, die die vorangeführten Nachteile vermeidet und das Weben von diagonal gelegtem Drahtgeflecht ermöglicht.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Webvorrichtung eine Fixiereinrichtung für das Drahtgeflecht und wenigstens eine Spreizeinrichtung, die zum abwechselnden Verbiegen der freien Enden benachbart liegender Gitterstäbe nach oben und unten ausgebildet ist, umfasst, wobei es sich als besonders günstig erwiesen hat, wenn die Vorrichtung zum Einflechten der Einzelstäbe in das Drahtgeflecht wenigstens eine Einflechteinrichtung, vorzugsweise in Form einer Einflechtwippe umfasst.
Mit einer derartigen Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist es nunmehr möglich, das bisher mühevoll händisch erfolgte Verbiegen der Gitterstäbe in einfacher Weise automatisch durchzuführen.
Nachdem die Einzelstäbe dem Drahtgeflecht mittels der Einflechtwippe zugeführt worden sind, werden die zu dem neu eingebrachten Einzelstab rechtwinkelig verlaufenden parallelen Scharen von Einzelstäben mit der Spreizeinrichtung wechselseitig derart verbogen, dass der Einzelstab in seiner Lage im Gittergeflecht fixiert ist. In einfacher Weise lassen sich die parallelen Scharen von Einzelstäben verbiegen, wenn die Spreizvorrichtung wenigstens zwei korrespondierende, in einer Arbeitsebene liegende und vertikal beweglich gelagerte Träger umfasst, die an ihrer jeweils dem korrespondierenden Träger zugewandten Seite mehrere annähernd in Diagonalmaschenweite angeordnete Zinken aufweisen, wobei die Zinken an ihrem freien Ende zum zumindest teilweise Umgreifen der Gitterstäbe ausgebildet sind.
Als besonders günstig hat es sich dabei herausgestellt, wenn die Zinken zweier korrespondierender Träger in Schliessstellung reissverschlussähnlich ineinander greifen.
Um das Drahtgeflecht, das auf der ortsfesten Auflagefläche liegt, während des Einwebvorganges zu fixieren, kann vorgesehen sein, dass die Fixiereinrichtung auf ihrer dem Drahtgeflecht zugewandten Seite Vorsprünge, die zum Eingriff in die Maschen des Drahtgeflechtes ausgebildet sind, aufweist. Diese Vorsprünge können aus Metall oder Kunststoff, beispielsweise Hart-PVC, hergestellt und quader- oder zylinderförmig ausgeformt sein. Wichtig ist jedoch, dass die an der vorderen Oberseite der Fixiereinrichtung vorgesehenen Vorsprünge in die Maschen des Drahtgeflechts eingreifen und dieses somit in seiner relativen Lage zur Auflagefläche fixieren.
Eine einfache Konstruktion der erfindungsgemässen Vorrichtung ergibt sich, wenn die Fixiereinrichtung mit dem Hauptrahmen schwenkbar, vorzugsweise um eine zur Ebene der Auflagefläche parallele Drehachse, verbunden ist, wobei eine bevorzugte Ausführungsform vorsieht, dass die Schwenkung der Fixiereinrichtung über pneumatische Zylinder erfolgt.
Ein funktionell einfaches Einweben der Einzelstäbe in das Drahtgeflecht ist dann möglich, wenn die Vorrichtung zum Einflechten der Einzelstäbe in das Drahtgeflecht wenigstens eine Einflechteinrichtung, vorzugsweise in Form einer Einflechtwippe umfasst. Die Einflechtwippe kann an ihrer Oberseite eine der Gitterteilung entsprechend ausgebildete Kammleiste aufweisen. Wenn nun die Einflechteinrichtung im wesentlichen parallel zu den einzuflechtenden Stäben schwenkbar ist, können die einzelnen Stäbe durch einfaches Schwenken der Einflechtwippe dem Drahtgeflecht zugeführt werden, sobald die Kammleiste hinreichend weit nach oben verschoben ist Diese Schwenkung kann beispielsweise pneumatisch erfolgen, aber auch eine elektrisch betätigbare Einflechtwippe wäre durchaus denkbar.
Gemäss einem weiteren Aspekt der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung eine Vorschubeinrichtung zum Transportieren des Drahtgeflechtes umfasst. Durch die Anordnung einer derartigen Vorschubeinrichtung, die gemäss einer bevorzugten Ausführungsform eine Platte umfasst, die am Hauptrahmen bewegbar, beispielsweise über pneumatische Zylinder, angeordnet ist,
<Desc/Clms Page number 2>
kann die Bearbeitungsstation selbst stationär angeordnet sein. Ein sicheres Eingreifen der Vorschubeinrichtung in das Drahtgeflecht kann gewährleistet werden, wenn an der dem Drahtgeflecht zugeordneten Seite der Platte vertikal mehrere axial bewegbare Stifte angeordnet sind. Diese axial freibeweglichen Stifte greifen beim Absenken der Platte in die Maschen des Gitters ein und werden dort wo sie auf Drahtstäbe treffen nach oben gedrückt.
Die Platte wird, beispielsweise pneumatisch, gesenkt, um eine Diagonalmaschenweite in Vorschubrichtung vorgeschoben, angehoben und wieder in Ausgangsstellung gebracht.
Weiters soll ein Verfahren zur Herstellung von diagonal gelegtem Drahtgeflecht insbesondere unter Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung angegeben werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren unterscheidet sich vom bereits bekannten Stand der Technik, nämlich dem manuellen Einweben gerader Einzelstäbe in ein Drahtgeflecht, dadurch, dass das Drahtgeflecht zwischen jedem Verbiegen der Stäbe um ein entsprechendes Mass in diagonaler Richtung vorgeschoben wird. Erst durch diese Massnahme ist es möglich, die Mittel zum Einflechten der Einzelstäbe in das Drahtgeflecht ortsfest anzuordnen und vollautomatisch zu betätigen.
Eine einfache Möglichkeit, das Drahtgeflecht zu transportieren, besteht darin, das Drahtgeflecht mittels einer Platte in Vorschubrichtung zu transportieren, wobei an der dem Drahtgeflecht zugeordneten Seite der Platte vertikal mehrere axial bewegbare Stifte angeordnet sind und die Platte in einem ersten Schritt gesenkt, dann um eine Diagonalmaschenweite vorgeschoben und letztlich wieder in Ausgangsstellung gebracht wird.
Weiter Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden in der nachfolgenden Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigt Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles schräg von der Seite, Fig. 2 skizzenhaft wie die Einzelstäbe in das Drahtgeflecht eingebracht werden, Fig. 3 eine schematische Vorderansicht der Spreizvorrichtung und Fig. 4 eine Explosionszeichnung des Ausführungsbeispiels.
Der in Fig. 1 dargestellte Hauptrahmen 1 dient als Tragrahmen, an dem alle weiteren beweglichen Komponenten 4,5, 6 gelagert sind und weist selbst keine bewegten Teile auf. Direkt mit dem Hauptrahmen 1 fix verbunden ist die ortsfeste Auflagefläche 2, auf der das Drahtgeflecht 3 aufliegt.
Die Fixiereinrichtung 4 ist mit dem Hauptrahmen 1 schwenkbar verbunden (Drehachse f), wobei die Schwenkbewegung beispielsweise über pneumatische Zylinder (nicht dargestellt) bewerkstelligt werden kann. Die vordere Oberseite der Fixiereinrichtung 4 ist mit beispielsweise quaderförmigen Zwischenblechen 6 versehen, die in die Maschen des Drahtgeflechtes 3 eingreifen und dieses somit in seiner Lage fixieren. Die Einflechteinrichtung 5a, die beispielsweise als Einflechtwippe ausgeformt sein kann, ist über die Drehachse e mit dem Hauptrahmen 1 höhenverstellbar verbunden. Diese Einflechtwippe 5a kann beispielsweise pneumatisch betätigt werden und weist auf ihrer Oberseite eine der Gitterteilung entsprechend ausgebildete Kammleiste 7 auf.
Die Spreizvorrichtung 5b dient zum gegeneinander Aufspreizen benachbart liegender Drahtstäbe 3', um auf diese Weise das Einschieben eines zu den aufgebogenen Gitterstäben im rechten Winkel liegenden Stabes 3'zu ermöglichen. Die Spreizvorrichtung 5b besteht aus zwei korrespondierenden, in einer Arbeitsebene liegenden und vertikal beweglich gelagerten Trägern 8,8', die an ihrer jeweils dem korrespondierenden Träger zugewandten Seite mehrere annähernd in Diagonalmaschenweite d angeordnete Zinken 9, 9'aufweisen. Die Spreizvorrichtung 5b kann ebenfalls über pneumatische Zylinder gehoben und gesenkt werden, wobei die Aufhängung zum Hauptrahmen 1 über Parallelschwingen (nicht dargestellt) ausgeführt werden kann.
Die Vorschubeinrichtung 10 transportiert zwischen den Einwebtakten das Drahtgeflecht 3 um eine Diagonalmaschenweite d in Vorschubrichtung v weiter. Die Vorschubeinrichtung 10 umfasst eine beispielsweise aus Kunststoff hergestellte Platte 11, an deren Unterseite vertikal axial frei bewegliche Stifte 12 angeordnet sind, die beim Absenken der Platte 11 in die Maschen des Drahtgeflechts 3 eingreifen, während sie im Bereich von Einzelstäben 3'nach oben gedrückt werden.
Die Platte 11 wird beispielsweise pneumatisch gesenkt, um eine Diagonalmaschenweite d vorgeschoben, abgehoben und wieder in Ausgangsstellung gebracht. Um diese Bewegung zu ermöglichen, kann die Platte 11 über einen Rahmen mit Schwingen am Hauptrahmen 1 angelenkt sein.
Fig. 2 zeigt das Drahtgeflecht 3, das aus im wesentlichen diagonal verlegten Einzelstäben 3' besteht. Die Einzelstäbe 3'werden unter dem Winkel a, vorzugsweise 45 , zur Längsmittelfeldachse a der ortsfesten Auflagefläche 2 in das Drahtgeflecht 3 eingebracht. Nach jedem Arbeitstakt
<Desc/Clms Page number 3>
wird das Drahtgeflecht 3 in Vorschubrichtung v um die Diagonalmaschenweite d vorgeschoben.
Gespreizt werden die parallelen Scharen der Einzelstäbe 3'mittels der in Fig. 3 dargestellten Spreizvorrichtung 5b. Diese besteht aus den beiden korrespondierenden Trägern 8,8', die in einer Arbeitsebene liegend angeordnet sind und an ihrer jeweils dem anderen Träger zugeordneten Seite mehrere in Diagonalmaschenweite d und zum Träger 8, 8'vertikal angeordnete Zinken 9,9' aufweisen. Die Zinken 9, 9'sind an ihrem freien Ende derart ausgebildet, dass sie die Einzelstäbe 3' zumindest teilweise umgreifen. Wenn diese Ausformung im gezeigten Ausführungsbeispiel auch Vförmig erfolgt, sind durchaus andere Formen, mit denen ein Umgreifen der Gitterstäbe 3'möglich ist, denkbar. Beispielsweise können die freien Enden der Zinken 9, 9'auch halbzylinderförmig ausgebildet sein.
Fig. 4 zeigt die räumliche Anordnung des Ausführungsbeispiels. Vor der ortsfesten Auflagefläche 2 sind im rechten Winkel zueinander rechts und links jeweils zwei Kammleisten 7 von im übrigen nicht dargestellten Einflechteinrichtungen 5a angeordnet. Unmittelbar davor, also weiter entfernt von der ortsfesten Auflagefläche 2 als die Einflechteinrichtung 5a, sind in einer Arbeitsebene und vertikal bewegbar zwei korrespondierende Träger 8, 8'mit Zinken 9, 9' angeordnet. Zwischen der Einflechteinrichtung 5a und der ortsfesten Auflagefläche 2 befindet sich ebenfalls beweglich gelagert die Fixiereinrichtung 4, die an ihrer Oberseite quaderförmige Zwischenblech 6 aufweist, die in die Maschen des Gittergeflechts eingreifen und dieses fixieren.
Oberhalb der ortsfesten Auflagefläche 2 ist die Kunststoffplatte 11 der Vorschubeinrichtung 10 angeordnet.
Diese Platte 11 weist an ihrer Unterseite vertikal angeordnete und axial frei bewegliche Stifte 12 auf, die beim Absenken der Platte 11 in Richtung der ortsfesten Auflagefläche 2 in die Maschen des Gittergeflechts 3 eingreifen, während sie im Bereich von Drahtstäben 3'nach oben gedrückt werden.
Der Ablauf des erfindungsgemässen Verfahrens stellt sich nun wie folgt dar : Die rechte Spreizeinrichtung, bestehend aus den beiden korrespondierenden Trägern 8,8', spreizt die Scharen parallel verlaufender Einzelstäbe abwechselnd nach oben und unten, sodass ein Einzelstab 3' parallel zur zweiten Schar von Einzelstäben eingelegt werden kann. Nachdem der Einzelstab 3' eingelegt worden ist, wird er mittels der Kammleiste 7 der Einflechteinrichtung 5a auf Maschenweite eingeschoben. Danach wird die Spreizvorrichtung 5b geöffnet und das Einflechtelement 5a zurückgeschwenkt. Der gleiche Ablauf wiederholt sich auf der linken Seite.
Um die Vorschubbewegung des Drahtgeflechtes 3 zu ermöglichen, werden die Fixiereinrichtung 4 und die Einflechteinrichtung 5a abgesenkt, worauf die Platte 11 der Vorschubeinrichtung 10 mit dem Drahtgeflecht in Eingriff gebracht wird und in weiterer Folge das Drahtgeflecht in Vorschubrichtung v weitertransportiert. Dann wird die Fixiereinrichtung 4 wieder hochgeschwenkt und fixiert somit das Drahtgeflecht 3 in seiner neuen Lage. Gleichzeitig fährt die Vorschubeinrichtung 10 in ihre Ausgangslage zurück. Auch die Einflechteinrichtung wird wieder in die Eingriffslage gehoben. Wegen der synchronen Bewegung der Teile 4 und 5a können diese an einem gemeinsamen, am Hauptrahmen 1 gelagerten Arbeitsrahmen angeordnet sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Weben von diagonal gelegtem Drahtgeflecht umfassend einen Haupt- rahmen mit einer ortsfesten Auflagefläche für das Drahtgeflecht, wobei die Einzelstäbe vorzugsweise unter 45 zur Längsmittelachse der ortsfesten Auflagefläche eingebracht werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Webvorrichtung eine Fixiereinrichtung (4) für das Drahtgeflecht (3) und wenigstens eine Spreizeinrichtung (5b), die zum abwechselnden
Verbiegen der freien Enden benachbart liegender Gitterstäbe (3') nach oben und unten ausgebildet ist, umfasst.