<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft verschiebbare oder verfahrbare modulartige Raumeinheiten zur Raumbil- dung für Gebäude aller Art, Fahrzeuge mit Wohneinrichtungen, Wasserfahrzeuge oder Flugzeuge, sowie für temporäre Einrichtungen nach Merkmalen des Anspruchs 1.
Bekannt sind verschiebbare oder verfahrbare Regale, welche hauptsächlich in Registraturen, Archiven und Magazinen und dergl. eingesetzt werden, da sie eine platzsparende Unterbringung grosser Mengen Materials mit einer leichten Zugänglichkeit des Materials verbinden. Dies insbe- sondere dadurch, dass die Regaleinheiten dicht bei dicht liegend zusammenschiebbar sind und für den Zugang zu einem bestimmten Regal jeweils lediglich eine Gasse geöffnet werden muss, sodass für eine Vielzahl von Regaleinheiten lediglich einmal der Platz für eine Gasse entsteht. Die gängigen Bezeichnungen für solche Regale sind Rollregale, Rollschränke, verschiebbare Regale, Schubregale, Verschieberegale, Raumsparregale, Mobilregale, fahrbare Regale, Fahrschränke.
Bekannt ist das solche Regalanlagen geradlinig verschoben oder verfahren werden oder aber auch einer gekrümmten Linie nach (It. DE 196 01 703 A1, bzw. DE 296 07 418 U1) verschoben oder verfahren werden können.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, verschiebbare oder verfahrbare modulartige Raumeinheiten der eingangs erwähnten Art mit den Ausstattungsmerkmalen eines Bades, einer Küche, von Arbeitsräumen, Schlafräumen oder Büroräumen zu versehen, um somit nutzbare Räume in einer komprimierten Form anbieten zu können. Durch die komprimierte Anei- nanderreihung der Raumeinheiten können teure Gangflächen eingespart werden, wodurch Flächen und Kubaturen insgesamt reduziert werden und somit wesentlich Herstellungskosten eingespart werden.
Durch reduzierte Flächen und Kubaturen können beispielsweise auch Grundstückskosten ein- gespart werden, und es kann der Energieaufwand für die Herstellung, Wartung und Entsorgung beispielsweise von Gebäuden, die spätere Klimatisierung oder Beheizung von solchen Gebäuden verringert werden.
Die komprimierte Anordnung diverser Räume gemäss der vorliegenden Erfindung ist für wohn- wirtschaftliche und gewerbliche Zwecke in Gebäuden und temporären Einrichtungen, für Fahrzeu- ge- insbesondere Fahrzeuge mit Wohneinrichtungen wie zum Beispiel Wohnmobile, Wohnwagen, Motorhomes oder dergleichen- oder auch Mobilehomes, für Wasserfahrzeuge oder Luftfahrzeuge geeignet.
Der Einbau oder Austausch der Raumeinheiten erfolgt modulartig und ermöglicht eine einfa- che, saubere und kostengünstige Wartung oder Anpassung der Raumeinheiten an veränderte Nutzungsbedingungen.
Erfindungsgemäss ist die Anordnung der Raumeinheiten dergestalt, dass diese über minde- stens einen gemeinsamen Flur aus zugänglich sind. Aneinandergereihte Raumeinheiten können so auch als Raumteiler innerhalb eines grösseren Raumes dienen. Aneinandergereihte Raumeinheiten können sowohl relativ zueinander als auch dicht bei dicht aneinandergrenzend in Gruppen ge- meinsam bewegt werden, derart, dass in beliebiger Reihenfolge zwischen zwei Gruppen von dicht an dicht stehenden Raumeinheiten eine begebare Gasse gebildet werden kann. Zwei sich gegen- überliegende und geöffnete Raumeinheiten bilden dann zusammen mit der entstehenden Gasse einen zugänglichen Raum. Durch die Ausstattung der jeweiligen Aufbauten bilden sich somit unterschiedlich nutzbare Räume.
Besonders bevorzugte Weiterbildungen der Raumeinheiten können aber auch Ausstattungen für Ankleiden, Archivregale, Abstellräume und dergl. beinhalten.
Die Aufbauten selbst können aus verschiedensten Materialien hergestellt werden. Es ist auch möglich, dass das Fahrgestell zur Aufnahme handelsüblicher Standregale ausgebildet ist. Eine Raumeinheit kann so ausgeführt sein, dass jede Seite der Raumeinheit einen eigenen Verwen- dungszweck hat. Die Schmalseite einer Raumeinheit kann mit einer Frontdekorplatte, Glasplatte und dergl. versehen, oder damit die Raumeinheit auch im geschlossenen Zustand teilweise nutz- bar ist, an der Schmalseite mit einem Regal, einem Schrank oder dergl. versehen werden. Fach- böden, Kleiderstangen und dergl. können höhenverstellbar ausgeführt werden.
Zur Erweiterung der Nutzungen diverser Raumeinheiten ist es im geöffneten Zustand vorgesehen, dass verschiedene Gegenstände, wie etwa Faltwände, Schiebetüren, Tischverlängerungen, Stühle, Bügeltische, und dergl. aus der Fläche der Raumeinheit hervortreten. Diese Gegenstände sind manuell oder elek- trisch bewegbar. Alle notwendigen Anschlüsse, wie etwa die zur elektrischen Versorgung, zur Wasser-Abwasserversorgung oder dergl. werden flexibel an die Raumeinheit angeschlossen,
<Desc/Clms Page number 2>
damit Verschiebebewegungen überbrückt werden können.
Es ist auch als Variante vorgesehen, dass derartige Anschlüsse am Modul selbst fix montiert werden, und die flexible Überbrückung der Verschiebebewegung an anderer Stelle erfolgt. Die Ausstattung der einzelnen Raumeinheiten beinhaltet demnach auch Sanitärarmaturen, Sanitärge- genstände, elektrische Schalter und Steckdosen, sowie Beleuchtungskörper, Lautsprecher, elektr. und techn. Geräte oder dergleichen.
Die Verschiebebewegung oder Verfahrbewegung der Raumeinheiten kann manuell, oder aber elektrisch erfolgen. Bei elektrischer Verschiebung kann der Bewegungssteuerbefehl handelsüblich über ein zentrales Steuergerät, durch eine jeweilige Schaltung am einzelnen Raumeinheiten, über ein Bewegungsmelder oder aber neuartig sprachgesteuert erfolgen.
Zwecks Absicherung der Gassen, damit Gegenstände oder Personen beim Bewegungsvor- gang nicht eingeklemmt werden können, können handelsübliche elektronische oder mechanische Überwachungssysteme angebracht werden.
Als Staubschutz bei geschlossen Raumeinheiten, werden an den umlaufenden Kanten der Raumeinheiten handelsübliche Gummiprofile oder Streifenbürsten und dergl. angebracht. Es ist auch möglich, flexible Bodenbeläge beim Bewegungsvorgang mitzuführen, etwa bei Raumeinhei- ten mit Sanitärausstattung. Der Bodenbelag wird dabei an einer Raumeinheit befestigt.
Vorzüglich werden solche Raumeinheiten geradlinig verfahren oder verschoben. In manchen Fällen weisen Gebäude, Fahrzeuge Wasserfahrzeuge oder Flugzeuge aus architektonischen, funktionellen oder sonstigen gestalterischen Gründen jedoch eine Grundrissform auf, welche eine Unterbringung solcher Raumeinheiten auf einer von der Rechteckform abweichenden Grundriss- form erforderlich machen. Dann können die Raumeinheiten auch einer gekrümmten Linie nach verschoben oder verfahren werden.
Für die Erfindung ist es unerheblich ob die Raumeinheiten Bodenkontakt haben, oder aber die Führung und Lastübertragung der Raumeinheiten über die Decke oder eine Wand oder einen Träger oder ähnliches erfolgt.
Die Erfindung ist in der nachfolgenden Beispielsbeschreibung anhand in den Zeichnungen dar- gestellten Ausführungsbeispielen im Einzelnen beschrieben.
In der Zeichnung zeigt die Fig. 1 eine schematische schaubildliche Darstellung einer Raumeinheit (2) mit Fahrgestell (1) samt Aufbau; Fig. 2 eine schematische schaubildliche Darstellung mehrerer aneinandergereihter Raumeinhei- ten (2), mit begehbarer Gasse (3); Fig. 3 Grundriss zweier Raumeinheiten mit Sanitärausstattung Fig. 4 Ansicht derselben zwei Raumeinheiten mit Sanitärausstattung Fig. 5 Dreidimensionale Ansicht derselben zwei Raumeinheiten mit Sanitärausstattung Fig. 6 Grundriss Raumeinheit, jede Seite mit eigenem Verwendungszweck Fig. 7 Dreidimensionale Ansicht einer Raumeinheit mit Büroausstattung Fig. 8 Ansicht Raumeinheit mit Sanitärausstattung und flexiblem Boden
Die Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Fahrgestell (1), das zur Aufnahme der Raum- einheit (2) oder handelsüblicher Standregale ausgebildet und angeordnet ist.
Die Last wird bei dieser beispielhaften Anordnung über Laufrollen auf eine Führungsschiene in den Boden übertra- gen. Das Fahrgestell (1) kann auch ohne verlegte Laufschiene auf handelsüblichen Rollen verfah- ren werden.
Fig. 2 zeigt schematisch aneinandergereihte Raumeinheiten (2) die sowohl relativ zueinander als auch dicht bei dicht aneinadergrenzend in Gruppen gemeinsam verfahrbar sind, derart, dass in beliebiger Reihenfolge zwischen zwei Gruppen von dicht an dicht stehenden Raumeinheiten (2) eine begehbare Gasse (3) gebildet werden kann.
Die Figuren Fig. 3, Fig. 4 und Fig. 5 zeigen beispielhaft jeweils die linke und rechte Hälfte einer Raumeinheit mit Sanitärausstattung als Grundriss, Ansicht und dreidimensionaler Ansicht. Falt- wände (4), Schiebetüren, und dergl. können aus der Raumteilereinheit herausbewegt werden. Die Schmalseite der Raumeinheit (2) kann mit Regalen (6) mit höhenverstellbaren Fachböden (8) und Kleiderstangen (9) oder Schränken und dergl. versehen werden. Die Raumeinheit (2) ist hier mit Sanitärgegenständen bestückt, wobei die zugehörigen Sanitärarmaturen (5) angebracht sind.
Ebenfalls integriert sind elektrische Schalter und Steckdosen sowie Beleuchtungskörper (7) und
<Desc/Clms Page number 3>
dergleichen.
Die Schmalseiten der Raumeinheiten (2) können auch mit abnehmbar montierten Frontdekor- platten (12) versehen werden. Die Fig. 7 zeigt neben einer ausziehbaren Tischverlängerung auch einen herauszieh- oder klappbare Sitzgelegenheit (10).
Die Fig. 8 zeigt beispielhaft die Ansicht zweier Raumeinheiten (2), bei denen ein flexibler Bodenbelag (11) an den Raumeinheiten (2) angebracht wurde.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Verschiebbare oder verfahrbare modulartige Raumeinheiten (2) zur Raumbildung, beste- hend aus einem Fahrgestell (1) mit entsprechendem Aufbau, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens vier Raumeinheiten (2) aneinandergereiht sind, wobei die jeweiligen Auf- bauten eine Ausstattung für Bad, Küche, Arbeitsräume, Schlafräume oder Büroräume ent- halten und jeweils zwei Raumeinheiten (Fig. 2) einen begehbaren Raum bilden.