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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Vernadeln einer Faservliesbahn, enthal- tend eine Vliesunterlage, über die die Faservliesbahn von Transporteinrichtungen in einer Trans- portrichtung bewegt wird, einen im Abstand über der Vliesunterlage angeordneten Abstreifer mit einer Vielzahl von Nadeldurchtrittsöffnungen und ein Nadelungsaggregat mit wenigstens zwei Nadelbalken, die sich quer zur Vliestransportrichtung und auf der der Vliesunterlage abgewandten Seite des Abstreifers erstrecken und an ihrer dem Abstreifer zugewandten Seite jeweils ein mit einer Vielzahl von Nadeln besetztes Nadelbrett tragen, und Antriebsmittel, die die Nadelbalken in eine senkrecht zur Vliesunterlage gerichtete oszillierende Einstichbewegung versetzen.
Eine solche Vorrichtung ist aus der DE 196 15 697 A1 bekannt. Diese Druckschrift beschreibt eine Nadelmaschine, bei der zwei in Vliestransportrichtung hintereinander angeordnete Nadelbal- ken von einem gemeinsamen Antrieb eine auf- und abgehende Bewegungskomponente erfahren, die senkrecht zur Vliesunterlage gerichtet ist. Die Nadelbalken können über einen zweiten Antrieb fernerhin in eine hin- und hergehende, sich parallel zur Vliestransportrichtung erstreckende Bewe- gung versetzt werden, so dass die Nadelbalken insgesamt in eine Bewegung versetzbar sind, die je nach der Grösse der Bewegungshübe kreisförmig oder mehr oder minder elliptisch ist.
In der nicht vorveröffentlichten DE 197 30 532. 6 ist eine Nadelmaschine beschrieben, bei der zwei starr miteinander gekoppelten Nadelbalken zusätzlich zu den beiden, in der DE 196 15 697 A1 beschriebenen Bewegungskomponenten eine dritte Bewegungskomponente vermittelt werden kann, die senkrecht zur Nadeleinstichrichtung und senkrecht zur Vliestransport- richtung verläuft, womit das Stichbild weiter beeinflusst werden kann.
Den bekannten Nadelmaschinen ist gemeinsam, dass die Nadelbalken starr miteinander ge- koppelt sind und ihre Bewegungen daher nicht individuell beeinflusst werden können.
Aus der DE-OS 2 308 516 ist eine Nadelmaschine zur Herstellung von Polvliesen bekannt, die drei in Vliestransportrichtung hintereinander angeordnete Nadelungszonen aufweist, in denen das Vlies von beiden Seiten genadelt wird. Die Nadelbalken einer Seite sind jeweils über Treibriemen von einem gemeinsamen Antrieb in die Einstichbewegung versetzt, so dass auch bei dieser Nadel- maschine eine individuelle Beeinflussung der Nadelbalkenbewegung nicht möglich ist.
Aus der DE 693 04 208 T2 ist eine Nadelmaschine bekannt, mit der ein Faservlies von beiden Seiten genadelt werden kann. Dabei weisen die Nadelbalken individuelle Antriebsmittel auf, die in einer aufeinander abgestimmten Weise die Nadelbalken antreiben. Mit Hilfe von Regelungsmitteln können die Motoren dieser Antriebsmittel bezüglich ihrer Drehwinkelposition aufeinander abge- stimmt werden. Die Nadelbretter tragen bei dieser Nadelmaschine eine Vielzahl von Nadelreihen, was es unmöglich macht, dem fortschreitenden Zustand der Materialbearbeitung längs des Vlies- transportweges individuell Rechnung zu tragen.
Die DE-AS 22 02 127 beschreibt eine Vorrichtung zur Herstellung nichtgewebter textiler Flä- chengebilde mit filzartiger und gemusterter Oberflächenstruktur, bei der in einem Maschinengestell eine sich drehende Scheibwalze als Stichunterlage gelagert ist, der über den Umfang verteilt mehrere Nadelaggregate gegenüberstehen. Stromaufwärts eines jeden Nadelaggregats ist jeweils eine Zuführvorrichtung angeordnet, mit der ein Faservlies geringen Flächengewichtes auf die Stichunterlage bzw. auf die dort bereits befindliche, genadelte Faservliesbahn aufgelegt wird.
Durch die Anordnung mehrerer Nadelaggregate am Umfang der Scheibenwalze können der Ma- schine eine Vielzahl unterschiedlicher Vliese, die sich in Farbe und Titer unterscheiden können, zugeführt werden, womit eine grosse Variationsbreite von Endprodukten herstellbar ist.
Aus der DE-PS 30791 ist eine Nadelmaschine zum Verbinden zweier textiler Materialbahnen durch Vernadelung bekannt, deren Nadelbalken mit einem Rastzahnmechanismus gekoppelt ist, der nach jedem Nadelbalkenhub eine geringe Verstellung des Nadelbalkens quer zum Vorschub der Materialbahn hervorruft, deren Richtung nach Erreichen eines Maximalverstellung umgekehrt wird. Mit dieser Massnahme soll verhindert werden, dass die Nadeln zweimal an derselben Stelle niedergehen. Im in das Material eingestochenen Zustand der Nadeln findet eine Nadelquerbewe- gung nicht statt. Die Fortbewegung der Materialbahn erfolgt während des Rückhubes des Nadel- balkens durch mechanische Kopplung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art an- zugeben, die ein grösstmögliches Mass an individuellen Bearbeitungsmöglichkeiten einer Faser- vliesbahn an den einzelnen Nadelungszonen gewährt.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
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Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung sieht vor, dass jeder Nadeibaiken oder eine Gruppe eng benachbarter Nadelbal- ken, die einer von mehreren Nadelungszonen zugehören, einen individuellen Antrieb aufweist und alle Antriebe unabhängig voneinander steuerbar sind. Sofern der Nadelbalken in an sich bereits bekannter bzw. vorgeschlagener Weise nicht nur in Einstichrichtung, sondern auch in der Vlies- ebene parallel und quer zur Vliestransportrichtung angetrieben ist, sind gemäss der Erfindung auch diese entsprechenden Antriebseinrichtungen dem jeweiligen Nadelbalken bzw. der Nadelbalken- gruppe individuell zugeordnet, so dass auch diese quer zur Einstichrichtung verlaufenden Bewe- gungskomponenten bei dem Nadelbalken bzw. der Nadelbalkengruppe individuell beeinflusst werden können.
Somit können die Nadelbalken bzw. Nadelbalkengruppen individuell in drei zueinander ortho- gonalen Richtungen bewegt werden, und gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, die Nadeln auch noch um ihre Achse in Drehung zu versetzen. Es ist dann auf besonders einfache Weise möglich, Steppstichen ähnliche Fasermuster auf dem Vlies zu erzeugen. Jedem einzelnen Nadelbalken sind dann vier Antriebseinrichtungen zugeordnet : erste Antriebseinrichtung ver- setzt den Nadelbalken in die Einstichbewegung, die zweite Antriebseinrichtung erzeugt eine schwingende Bewegungskomponente, die parallel zur Vliestransportrichtung verläuft.
Mit ihr ist es möglich, die Transportgeschwindigkeit des Vlieses zu erhöhen, weil bei passender Zeitabstimmung der von der zweiten Antriebseinrichtung hervorgerufenen Bewegungskomponente die Nadeln im in das Vlies eingestochenen Zustand der Vliesbahntransportbewegung folgen. Die dritte Antriebsein- richtung verschiebt die Nadeln quer zur Vliestransportrichtung, womit das Stichbild beeinflusst werden kann, um beispielsweise die Ausbildung von Streifen im Faservlies zu vermeiden. Die vierte Antriebseinrichtung versetzt die Nadeln in Drehung, wobei diese Drehung in einer Richtung erfolgen oder auch vor- und zurückverlaufend sein kann.
Die Drehbewegung kann programmierbar sein, stufenlos einstellbar in einem Winkel von 0 bis zu einem Mehrfachen von 360 oder kontinuierlich mit stufenlos einstellbarer Winkelgeschwindig- keit, oder synchronisiert mit den anderen Bewegungskomponenten des Nadelbalkens, die diesem von den ersten bis dritten Antrieben vermittelt wird. Interessant ist eine Nadeldrehbewegung um die eigene Achse, wenn es darum geht, Faserverschlingungen zu erzeugen, die beim Durchste- chen des Faservlieses Fasern aus mehreren Schichten des Vlieses durch die Drehung herbeiholt und miteinander verschlingt, wodurch sich auch bei dünnen Faservliesen eine hohe Verfestigung ergibt.
Beispielsweise kann die Drehung bei der Einstichbewegung rechtsdrehend und bei der Rückhohlbewegung linksdrehend um einen bestimmten Winkel sein, wobei beispielsweise die Phase der Drehbewegung beginnt, wenn die Nadel in die Faservliesbahn einzustechen beginnt, im unteren Totpunkt der Einstichbewegung die Nadeldrehung stoppt und bei Beginn der Rückbewe- gung die Nadeln rückwärts gedreht werden.
Die Steuerung der Vielzahl von Antriebseinrichtungen übernimmt eine Steuerungseinheit, mit der die von den Antrieben an den Nadelbalken hervorgerufenen Bewegungen individuell hinsicht- lich wechselseitiger Phasenlage und ggf. auch Umfang eingestellt werden können. Auch Synchron- betrieb aller einander entsprechenden Antriebe aller Nadelbalken ist einstellbar.
Wenn aufeinanderfolgende Nadelbalken in einander entgegengesetzten Phasen in das Faser- vlies stechen (Phasenverschiebung 180 ), dann ist es zur Vermeidung von Transportproblemen an der Vliesbahn günstig, die Phasen, in denen die Nadeln in die Vliesbahn eingestochen sind, ge- genüber den Phasen, in denen die Nadeln die Vliesbahn verlassen haben, zu verkürzen, so dass sich Zeitabschnitte ergeben, in denen keine Nadeln in die Vliesbahn eingestochen sind. Alternativ kann man von den Vorteilen des Nadelbalkenantriebs Gebrauch machen, der in der eingangs erwähnten DE 196 15 697 A1 beschrieben ist, um solche Transportprobleme zu überwinden.
Als Unterlage für die Faservliesbahn kann ein ebenes Bürstenband oder ein Lamellenrost in Betracht kommen. Bei sehr enger räumlicher Anordnung der Nadelbalken ist es günstig, die Vlies- unterlage walzenförmig auszubilden. Hierfür kann eine Bürstenwalze in Betracht kommen oder eine Walze mit Umfangsrippen und dazwischen angeordneten Umfangsnuten. Eine solche Walze kann vorteilhafterweise als Scheibenwalze ausgebildet sein, bestehend aus einer Vielzahl gleich- achsig mit gegenseitigem Abstand angeordneter Scheiben, von denen wenigstens einige in Vlies- transportrichtung angetrieben sein können.
Dabei kann die Faservliesbahn so geführt sein, dass sie eine der Walzen auf ihrer Oberseite
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und die benachbarte Walze auf ihrer Unterseite teilumschlingt, so dass benachbarte Walzen einan- der gegensinnig angetrieben sind. Diese Ausführungsart kommt hinsichtlich der aufeinanderfol- genden Nadelungsvorgänge einem Wenden der Faservliesbahn gleich, d. h. es wird nacheinander von zwei verschiedenen Seiten her genadelt, was in vielen Fällen gefordert wird. Es ist aber auch möglich, die Faservliesbahn nur über die Oberseite aller Walzen zu führen und die Teilumschlin- gung durch Umlenkwalzen zu erzeugen, die in den Zwickeln zwischen benachbarten Walzen angeordnet sind. In diesem Falle haben alle Walzen übereinstimmende Drehrichtung.
Ein Verzug der Faservliesbahn wird vermieden, wenn sie von der Vliesunterlage aktiv ange- trieben ist, was besonders wirkungsvoll ist, wenn beispielsweise wenigstens einige der Scheiben einer Scheibenwalze eine Umfangszahnung aufweisen, die sägeförmig asymmetrisch oder auch symmetrisch sein kann. Es ist denkbar, wenigstens einige der angetriebenen Scheiben mit sich zyklisch ändernden Umfangsgeschwindigkeiten anzutreiben, indem einer kontinuierlichen Trans- portkomponente eine oszillierende Transportbewegungskomponente überlagert wird. Auch ein Pilgerschrittbetrieb des Vliesbahnvorschubes ist in Abhängigkeit von den Einstichphasen bei Überlagerung einer horizontalen Bewegungskomponente zur Einstichbewegung der Nadelbalken gemäss DE 196 15 697 A1 denkbar.
Wenn mehrere Scheibenwalzen hintereinander angeordnet sind, dann ist es möglich, durch un- terschiedliche Umfangsgeschwindigkeiten derselben je nach Wunsch eine Faservliesdehnung oder -stauchung zu erzeugen.
Die Erfindung erlaubt es, einen Faservliesstoff mechanisch zu verfestigen und ggf. auch zu- sätzlich mit Musterungsstrukturen zu versehen. Die erfindungsgemässe Vorrichtung kommt diesem Ziel in hervorragender Weise entgegen, weil sie es erlaubt, durch individuelle Einstellung der Nadelbalkenbewegungen, einschliesslich der Einstichtiefe, dem Fortschritt der Behandlung der Faservliesbahn in der Nadelmaschine an jeder Arbeitsposition individuell Rechnung zu tragen.
Zu dieser individuellen Behandlungsmöglichkeit der Faservliesbahn gehört auch die individuel- le Auswahl der Nadeltypen. Zum Einsatz können die verschiedensten Nadelarten gelangen : Filzna- deln mit Kerben beliebiger Ausführungsform, sogenannte Rückhohlnadeln, die nur beim Auszug wirken, also bei der der Einstichbewegung entgegengesetzten Bewegung, Nadeln mit undefinierten Kerben, die lediglich eine Oberflächenrauhigkeit aufweisen, Hakennadeln zum Steppen, Kronen- nadeln und Gabelnadeln. Die Nadeln können sowohl innerhalb einer Nadelreihe gleich sein als auch abwechseln, sie können vorwärts gekerbt abwechselnd mit rückwärts gekerbt gestellt sein.
Sie können auch von Nadelbalken zu Nadelbalken sich in Vliesdurchlaufrichtung abwechseln und beliebig kombiniert sein. Die jeweilige Bestimmung des Nadeltyps und der Besetzung der Nadel- bretter bestimmt der Fachmann auf der Grundlage der zu erstellenden Faservliese.
Bei Verwendung von Scheibenwalzen als Vliesunterlage können längs der Walze unterschied- liche Zahnungen an ein und derselben Walze gewählt werden. Die Zahnung kann vorwärts oder rückwärts gerichtet sein oder symmetrisch sein, je nachdem, wie die Verzahnung die Beweglichkeit der Fasern in Längsrichtung, diagonal oder in Querrichtung durch Bewegungsbehinderung unter- schiedlich beeinflussen soll, so dass auch die Faserorientierung des Endprodukts u. a. auch durch die Scheibenwalzen und deren Bewegungssteuerung beeinflusst werden kann.
Dabei können die Scheiben innerhalb einer Scheibenwalze alle gleich schnell drehen oder zu einer Grundgeschwindigkeit überlagert gegeneinander oszillierend verdrehbar sein, so dass Verzer- rungen des Vlieses entstehen, die ihrerseits die Faserlage während des Ein- und Ausstichs der Nadeln verändern und damit Effekte im Hinblick auf Aussehen und Festigkeitswerte in der Vlies- ebene bewirken.
Jede einzelne Nadel oder ein Nadelpaar aus zwei in Vliestransportrichtung hintereinander an- geordneten Nadeln kann eine individuelle Niederhalteplatte oder zwei Niederhaltelamellen oder Scheiben besitzen, die die Bewegung der Nadel bzw. des Nadelpaares mitmachen, so dass die Faservliesbahn nicht behindert wird, sondern im wesentlichen nur die Abstreiffunktion ausgeführt wird.
Die einzelnen Drehgeschwindigkeiten der hintereinander angeordneten Scheibenwalzen ist vorzugsweise stufenlos regelbar. Die nachfolgende Scheibenwalze kann zur Ausübung eines Vliesverzuges eine höhere Umfangsgeschwindigkeit als die vorangehende annehmen. Zum Zwecke der Vliesstauchung und-aufdeckung könnte man auch die Scheibenwalzengeschwindig- keiten in Vliestransportrichtung abnehmen lassen. Die am benachbarten Scheibenwalzen als
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Vliesunterlage jeweils wirkenden Nadelungsaggregate können mit unterschiedlichen Nadelbalken- Hubfrequenzen und unterschiedlichen Phasenlagen antreibbar sein, wobei eine stufenlose Ein- stellbarkeit günstig ist.
Als Beispiel einer interessanten Phasenbeziehung könne man innerhalb einer Scheibenwalze an dem dort nadelnden Aggregat die ersten, dritten, fünften, also ungerad- zahligen Nadelbalken gleichzeitig in das Vlies einstechen lassen, während die geradzahligen, dazwischen angeordneten Nadelbalken um 180 phasenversetzt in das Faservlies einstechen.
Zum Vliesbahntransport sei für diesen Fall auf die schon zuvor gemachten Ausführungen hingewiesen.
An Stelle der quer zur Vliestransportrichtung und quer zur Einstichbewegung verlaufenden Be- wegungskomponente des Nadelbalkens, die durch die dritte Antriebseinrichtung hervorgerufen wird, könnte auch eine Querbewegung der Stichunterlage realisiert sein. Diese technisch äquiva- lente Massnahme, die lediglich die Kinematik vertauscht, braucht im Hinblick auf die obigen Erläu- terungen nicht ausführlich beschrieben zu werden.
Günstig ist es, dass wenn mit einer Vielzahl von Scheibenwalzen gearbeitet wird, diese so an- geordnet sind, dass die Scheiben einer nachfolgenden Scheibenwalze axial gegenüber den Schei- ben der vorangehenden Scheibenwalze um beispielsweise einen halben, viertel, achtel oder dgl.
Teilungsabstand versetzt sind. So erreicht man eine volle Querüberdeckung der Faservliesbahn durch die Nadeleinstiche an der Summe der Nadelungsaggegrate.
Wenn die Vorrichtung gemäss der vorteilhaft beschriebenen Ausführungsform mit drehbaren Nadeln ausgerüstet ist, dann ist für die Mechanik des Nadeldrehantriebes innerhalb eines Nadel- balkens ein gewisser Platzbedarf vorhanden, der Nadelabstände grösser macht, als üblicherweise minimal möglich ist. An einem einzelnen Nadelbalken können daher nur wenige Nadelreihen vorhanden sein, beispielsweise nur drei, zwei oder gar nur eine Nadelreihe. Dieses macht es erforderlich, eine Vielzahl von Nadelbalken vorzusehen, weil dann die Nadeln der aufeinanderfol- genden Nadelbalken in Vliestransportrichtung gesehen gegeneinander versetzt sind. Die Vielzahl der Nadelbalken macht es wiederum auch möglich, der fortschreitenden Bearbeitung der Faser- vliesbahn besser Rechnung zur tragen, als das bei bekannten Nadelmaschinen der Fall war.
Um ein dichtes Stichbild zu erhalten, d. h. einen engen Abstand aufeinanderfolgender Nadeleinstiche der Faservliesbahn, ist die Verwendung einer walzenförmigen Unterlage besonders günstig, weil sie es erlaubt, trotz voluminöser Antriebe aufeinanderfolgende Nadeleinstichpunkte in dem Vlies relativ eng zueinander anzuordnen. Eine Mehrzahl solcher eng angeordneter Nadelbalken ist als eine Gruppe einem mit vielen Nadelreihen besetzten Nadelbalken früherer Maschinen vergleichbar und gemeinsam in der Bewegung steuerbar.
Die Verwendung mehrerer Scheibenwalzen macht es auch auf sehr einfache Weise möglich, mehrere Faservliesbahnen, die ggf. unterschiedlich aufgebaut sind, beispielsweise unterschiedli- che Faserausrichtungen haben, individuell zuzuführen und miteinander zu vernadeln. Am in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel soll dieses später noch erläutert werden.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt :
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht des zur Erläuterung der Erfindung wesentlichen Be- reichs einer Vorrichtung nach der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 eine Einzelheit aus Fig. 1 in vergrössertem Massstab, und
Fig. 3 als Ausschnitt eine vergrösserte schematische Darstellung der Nadelungszone als Ein- zelheit aus Fig. 2.
Fig. 1 zeigt von einer Nadelmaschine nur den wesentlichen Bereich, der von der Erfindung an- gesprochen wird, nämlich den Nadelungsbereich mit insgesamt vier Nadelungszonen I, 11, 111 und IV. Zu jeder Nadelungszone gehören eine Scheibenwalze 1 als Vliesunterlage, die in einem statio- nären Maschinenrahmen 2 drehbar gelagert ist, und ein Nadelungsaggregat 3, das im radialen Abstand zur Scheibenwalze 1 angeordnet ist. Die Faservliesbahn ist abwechselnd über die Ober- seite und die Unterseite der aufeinanderfolgenden Scheibenwalzen 1 geführt.
Jedes Nadelungsaggregat 3 umfasst einen äusseren Sektorrahmen 4, der einen Kreissektor be- grenzt, dessen Achse mit der Achse 5 der Scheibenwalze 1 zusammenfällt. Der äussere Sektor- rahmen 4 ist mittels einer ersten Lenkeranordnung 6 an dem Maschinenrahmen 2 abgestützt. An dem äusseren Sektorrahmen 4 sind die Antriebe einer Vielzahl Nadelbalken angeordnet, die von einem inneren Sektorrahmen 7 geführt sind, der im wesentlichen den gleichen Sektorwinkel
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einnimmt wie der äussere Sektorrahmen 4. Der innere Sektorrahmen 7 ist mittels einer zweiten Lenkeranordnung 8 an dem Maschinenrahmen 2 abgestützt.
Die Abstützung der zweiten Lenkeranordnung 8 am Maschinenrahmen 1 erfolgt im dargestell- ten Beispiel über eine erste Exzenteranordnung 9, die über einen Antrieb (nicht dargestellt) in Drehung versetzbar ist, so dass der zweite Sektorrahmen 7 eine hin- und hergehende Schwenkbe- wegung um die Achse 5 der Scheibenwalze 1 ausführen kann. Die Abstützung der ersten Lenker- anordnung 6 am Maschinenrahmen 1 kann fest sein, weil die Verbindung der Nadelbalkenantriebe mit den Nadelbalken, wie allgemein üblich ist, über Pleuelstangen erfolgt, die somit in der Lage sind, einen begrenzten gegenseitigen Versatz von Antrieb und Nadelbalken, der durch die Schwenkbewegung des inneren Sektorrahmens 7 hervorgerufen wird, aufzunehmen.
Die Abstüt- zung der ersten Lenkeranordnung 6 kann aber vergleichbar der zweiten Lenkeranordnung 8 eben- falls über eine angetriebene, zweite Exzenteranordnung 10 erfolgen, so dass der äussere Sektor- rahmen 4 der Schwenkbewegung des inneren Sektorrahmens 7 folgen kann. Diese Schwenk- bewegungen sind in den Zeichnungen mit den doppelseitigen Pfeilen R gekennzeichnet.
In Fig. 1 ist links neben der am weitesten links dargestellten Scheibenwalze 1 ein Zuführband 11dargestellt, das der ersten Nadelungszone I ein zu verarbeitenden Faservlies A zuführt. Dieses Faservlies A wird in der ersten Nadelungszone I bearbeitet und von ihr in Richtung auf die zweite Nadelungszone 11 abgegeben.
Man sieht in Fig. 1, dass die in der ersten Nadelungszone I bearbeitete Faservliesbahn vor der Zuführung zur Scheibenwalze der zweiten Nadelungszone 11 mit einer zweiten Faservliesbahn B dubliert werden kann, das von oben über Zuführ- und Umlenkwalzen 12 bzw. 13 zugeführt wird.
In der zweiten Nadelungszone 11 werden die dublierten Faservliesbahnen A und B miteinander vernadelt und von dort einer dritten Nadelungszone 111 zugeführt, zuvor jedoch mit einer von Zu- führ- und Umlenkwalzen 12 bzw. 13 von unten zugeführten dritten Faservliesbahn C dubliert.
In der dritten Nadelungszone 111 werden die nun die aus drei Lagen bestehenden Faservlies- bahnen vernadelt und von dort einer vierten Nadelungszone IV zugeführt. Vor dem Auflegen auf die Scheibenwalze der vierten Nadelungszone IV wird die dreilagige, vernadelte Faservliesbahn mit einer vierten Faservliesbahn D dubliert.
In der vierten Nadelungszone IV wird nun die vierlagige Faservliesbahn vernadelt und von dort über Abzugswalzen 14 abgeführt .
Es ist anzumerken, dass die hier erläuterte Zuführung mehrerer Faservliesbahnen an verschie- denen Stellen der Maschinenanordnung nur beispielhaft ist und nicht einschränkend zu verstehen ist. So kann beispielsweise nur eine einzige Faservliesbahn ohne jegliche Dublierung verarbeitet werden, oder es können der Maschine übereinanderliegend zugeführte Faservliesbahnen über das Zuführband 11zugeführt werden, oder die Zahl der Nadelungszonen weicht von der hier am Bei- spiel dargestellten Anzahl ab.
Es sei ferner erwähnt, dass im dargestellten Beispiel die Scheibenwalzen in Transportrichtung der Faservliesbahn angetrieben sind, was durch die Pfeile S gekennzeichnet ist.
In allen vier Nadelungszonen können die zum Vernadeln notwendigen Aggregate gleichartig aufgebaut sein, sie sind jedoch entsprechend der Erfindung in ihren Bewegungsabläufen unab- hängig voneinander von einer zentralen Steuerungseinheit (nicht dargestellt) gesteuert.
Es ist, wie einleitend erläutert, möglich, entweder die inneren Sektorrahmen 7 oder die Schei- benwalzen 1 jeweils mit einem individuellen Antrieb (nicht dargestellt) zu koppeln, der axiale Be- wegung hervorruft. Deren Hub muss jedoch mit der Spaltbreite zwischen den Scheiben der Schei- benwalzen und ggf. auch mit dem Teilungsabstand der Scheiben so abgestimmt sein, dass eine Kollision der Nadeln mit den Scheiben ausgeschlossen ist.
Die Antriebseinrichtungen, die die Nadeln in die Einstich- und Rückhohlbewegung versetzen, sind die eingangs genannten ersten Antriebseinrichtungen. Die Einrichtungen, die die Schwenkbe- wegung des inneren Sektorrahmens 7 hervorrufen, sind die eingangs genannten zweiten An- triebseinrichtungen, und schliesslich sind die Einrichtungen, die die axiale Bewegung entweder der Nadelbalken oder der Scheibenwalze hervorrufen, die eingangs erläuterten dritten Antriebseinrich- tungen.
Fig. 2 zeigt in gegenüber Fig. 1 vergrössertem Massstab einen Ausschnitt aus Fig. 1. Sie zeigt zusätzlich zu Fig. 1 ein Nadelungsaggregat 3, bestehend aus Antriebseinrichtungen 15, die die erwähnten ersten Antriebseinrichtungen bilden und an dem äusseren Sektorrahmen 4 gelagert sind
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und die hier als Kurbelwellen 16 dargestellt sind, die von einem gemeinsamen Treibriemen 17 angetrieben sind. Dieser Treibriemen 17 teilumschlingt benachbarte Kurbelwellen 16 einander gegensinnig, so dass diese einander gegensinnige Drehungen ausführen, was den Massenaus- gleich erleichtert. Es ist aber auch möglich, die Kurbelwellen gleichsinnig anzutreiben, beispiels- weise über eine entsprechend geänderte Riemenführung oder über Zwischenzahnräder oder dgl.
Die Kurbelwellen 16 sind jeweils über eine Pleuelstange 18 mit einem Nadelbalken 19 verbunden, s. Fig. 3. Die Gesamtheit der Nadelbalken 19 des Nadelaggregats 3 ist an dem inneren Sektor- rahmen 7 radial beweglich gelagert. Einzelheiten zeigt Fig. 3. Der Antrieb für den Treibriemen 17 ist in Fig. 2 aus Vereinfachungsgründen nicht dargestellt.
Unter entsprechender Vermehrung des apparativen Aufwandes ist es auch denkbar, jedem einzelnen Nadelbalken einen individuellen Antrieb zuzuordnen. Es ist dann aber darauf zu achten, dass die Einstichphasen der Nadeln in der betreffenden Nadelungszone so aufeinander abgestimmt sind, dass der Transport der Faservliesbahn durch die Nadelungszone nicht behindert wird.
Fig. 3 zeigt als vergrösserten Ausschnitt die Einzelheit X aus Fig. 2. Man erkennt den inneren Sektorrahmen 7, der im Abstand über der Scheibenwalze 1 gehalten ist, von der nur der äussere Kranz dargestellt ist. Der innere Sektorrahmen 7 hält eine Vielzahl von Nadelbalken 19, von denen in Fig. 3 nur drei gezeigt sind und die an dem Sektorrahmen 7 radial zur Scheibenwalze 1 ver- schiebbar geführt sind. An jedem Nadelbalken 19 ist ein Nadelbrett 20 befestigt, das zwei zueinan- der parallele Reihen von Nadeln 21 trägt, wobei jeweils zwei Nadeln in Transportrichtung der Faservliesbahn gesehen hintereinander angeordnet sind. Im dargestellten Beispiel sind die Nadel- balken 19 mit ihren zugehörigen Pleuelstangen 18 starr verbunden, was die Mechanik sehr verein- facht, doch könnten die Pleuelstangen 18 auch gelenkig an den Nadelbalken 19 angebracht sein.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 wird der Niederhalter, der zugleich die Faserabstreiffunk- tion erfüllt, von einer Vielzahl von Scheiben 22 gebildet, wobei jeweils zwischen zwei Nadelpaaren wenigstens eine solche Scheibe 22 angeordnet ist. Die einem Nadelbalken 19 zugeordneten Scheiben 22 sind in einer Achse 23 am inneren Sektorrahmen 7 gehalten und können frei drehbar sein, um den Transport der Faservliesbahn nicht zu behindern, aber auch angetrieben sein, um zum Transport der Faservliesbahn aktiv beizutragen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel hat die Scheibenwalze 1 eine asymmetrische, sägeförmi- ge Zahnung 24 an ihrem Umfang, die den Transport der Faservliesbahn durch die Nadelungszone bei entsprechendem Antrieb der Scheibenwalze, in den Zeichnungen dargestellt durch den Pfeil S, unterstützt.
Zwischen dem Nadelbalken 19 und den Nadelbrettern 20 sind im dargestellten Beispiel jeweils Antriebseinrichtungen 25 angeordnet, die die Nadeln 21 in Drehung versetzen. Diese Antriebsein- richtungen 25 können von Kulissenführungen gebildet sein, die mit den in den Nadelbrettem 20 drehbar gelagerten Nadeln 21 in Eingriff sind und bei der Einstichbewegung die Nadeln 21 in der einen Richtung und bei der Rückhohlbewegung in der anderen Richtung jeweils um ihre Achse drehen. Es sind aber auch andere Antriebseinrichtungen vorstellbar. Die Nadeldrehung in den bei- den vorgenannten Richtungen ist in Fig. 3 durch den Doppelpfeil N angedeutet. Diese Antriebsein- richtungen 25 für die Drehbewegung der Nadeln stellen die eingangs erläuterten vierten An- triebseinrichtungen dar.
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