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Die Erfindung befasst sich mit einem Verfahren zur Zuordnung jeweils eines von mehreren Empfängern einer Anlage zu jeweils einer von mehreren drahtlosen Fernbedienungen, wobei jeweils ein Empfänger in einen Lernmodus versetzt wird, von wenigstens einer bestimmten Fern- bedienung, die den im Lernmodus befindlichen Empfänger betätigen soll, ein individueller Fernbe- dienungscode gesendet wird und dieser Fernbedienungscode in dem im Lernmodus befindlichen Empfänger abgespeichert wird, wobei jeder Empfänger nur durch Fernbedienungen betätigbar ist, deren Code zuvor abgespeichert worden ist.
Derartige Anlagen, die über mehrere Empfänger und Fernbedienungen verfügen, können bei- spielsweise auf dem Gebiet der Sonnenschutztechnik vorgesehen sein, wobei jede einzelne Son- nenschutzanlage an einem Gebäude über einen separaten Empfänger verfügt und verschiedene Nutzer des Gebäudes mit individuellen Fernbedienungen ausgerüstet sind. Dabei kann es er- wünscht sein, mit einer bestimmten Fernbedienung auch nur einen bestimmten Empfänger zu steuern. Bei Sonnenschutzeinrichtungen, Alarmanlagen oder dergleichen kann es jedoch sinnvoll sein, mit Hilfe einer bestimmten Fernbedienung mehrere Empfänger steuern zu können. Allerdings muss nach der Installation die Anlage konfiguriert werden und es müssen bestimmte Empfänger- gruppen bestimmten Fernbedienungen zugeordnet werden.
Normalerweise werden dazu im Proto- koll der Fernbedienung neben den eigentlichen Steuerbefehlen spezielle Codes zur Adressierung verwendet, die es den Empfängern ermöglichen, anhand der zuvor hinterlegten Codes die ver- schiedenen Fernbedienungen zu unterscheiden. Die Codes können statisch festgelegt sein oder sich entsprechend einem Algorithmus ändern, der sowohl der Fernbedienung als auch dem Sender bekannt ist. Auf diese Weise kann man einer bestimmten Fernbedienung bestimmte Empfänger zuordnen. Zum Erlernen der Fernbedienungscodes, auf die der Empfänger ansprechen soll, wird er zunächst in einen Lernmodus versetzt, in welchem er diejenigen Codes abspeichert, die in diesem Modus von Fernbedienungen abgegeben werden.
Gewöhnlich ist zum Umschalten des Empfängers in den Lernmodus eine spezielle Taste am Gerät vorgesehen oder der Lernmodus steht für eine begrenzte Zeit nach dem Anlegen der Betriebsspannung zur Verfügung. Für diese Vorgehensweise muss der Empfänger jedoch entweder gut zugänglich sein oder er muss über eine individuell abschaltbare Spannungsversorgung verfügen, was unter Umständen einen grösse- ren Aufwand erfordert. Problematisch ist auch der Empfang von Codes anderer Fernbedienungen im Lernmodus, der zum unbeabsichtigten Abspeichem falscher Adresscodes führen kann.
Zur Lösung des Problems der Zugänglichkeit des Empfängers wäre es denkbar, mit Hilfe einer Fernbedienung Empfänger in den Lernmodus zu versetzen. Allerdings besteht auch hierbei das Problem, dass wegen des undefinierten Sendebereichs mehrere Empfänger gleichzeitig ungewollt programmiert werden können. In diesem Fall wüsste man nicht einmal mehr, welche Empfänger fehlerhaft programmiert worden sind.
Das US-Patent 4 905 279 offenbart einen einzelnen, lernfähigen Empfänger und auch dessen Programmierung, wobei lediglich beschrieben ist, den Empfänger in einen Lemmodus zu verset- zen, nicht jedoch wie dies geschehen soll.
Das US-Patent 4 769 643 beschreibt einen lernfähigen Sender, der die Codes anderer Sender lernen soll, um die Funktionen mehrerer Fernbedienungen in einer einzigen Fernbedienung zu hinterlegen. Die Programmierung von Empfängern spielt bei diesem Patent keine Rolle.
Ebenso ist in dem US-Patent 5 691 710 ein Verfahren beschrieben, um einem lernfähigen Sen- der (Fernbedienung) andere Sender einzugeben, damit er deren Funktionen übernehmen kann.
Schliesslich beschreibt die EP 704 590 A2 ein System, das für spezielle Sicherheitsanwendun- gen benötigt wird. Kern dieses Systems ist es, einem "Slave" einen Identifizierungscode über zwei getrennte Wege mitzuteilen, nämlich zum einen durch ein Infrarotsignal über die Fernbedienung und weiterhin über eine Leitung durch die sogenannte "Master Unit". Es ist nicht beschrieben, wie der Sender und der Empfänger zum gegenseitigen Zusammenwirken programmiert werden können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Fembedienungen einen oder mehrere Empfänger einer Anlage zuzuordnen und dabei die Gefahren von Fehlprogrammierungen sicher zu vermeiden.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art ge- löst, bei welchem in jedem Empfänger ein individualisierender Kenncode hinterlegt wird, jeweils eine Fernbedienung in einen Programmiermodus versetzbar ist, in welchem sie durch Aussenden
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eines bestimmten Signals die Empfänger veranlasst, ihren Kenncode in geeigneter Weise optisch oder akustisch darzustellen, wodurch im Lernmodus der individuelle Kenncode jedes einzelnen Empfängers erfassbar wird,
und zur endgültigen Zuordnung Fernbedienung der Kenncode des gewünschten bestimmten Empfängers mit Hilfe geeigneter Eingabemittel in die Fembedienung eingegeben und gesendet wird und dadurch die Kommunikation zwischen dem bestimmten Emp- fänger und der bestimmten Fernbedienung zum Einfangen und Abspeichern des entsprechenden Fernbedienungscodes in dem Empfänger aufgebaut wird.
Ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass jedem Emp- fänger ein individueller Kenncode, beispielsweise durch Vergabe einer fortlaufenden Seriennum- mer, gegeben wird, wobei zunächst allerdings nicht bekannt ist, welcher Kenncode welchem Emp- fänger zugeordnet ist.
Durch das Anzeigen des zugeordneten Kenncodes beispielsweise optisch oder akustisch, und die Rückmeldung durch Eingabe des Kenncodes in die Fernbedienung wird es möglich, eine gezielte Kommunikation zwischen einer bestimmten Fernbedienung und dem Empfänger mit ermitteltem Kenncode aufzubauen. Im Zuge dieser Kommunikation wird beim Empfänger der Fernbedienungscode der Fernbedienung hinterlegt, durch welche der Empfänger in Zukunft betä- tigbar sein soll, wobei die einzulernende Fernbedienung nicht unbedingt die Fernbedienung sein muss, die die Kommunikation aufgebaut hat.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Kenncode in ei- nem Display dargestellt wird und die Fembedienung mit Hilfe einer geeigneten, beispielsweise alphanumerischen Tastatur eingebbar ist.
Auf diese Weise wird zunächst der Kenncode des anzusprechenden Empfängers in der Fern- bedienung hinterlegt, die dann anschliessend gezielt Kontakt mit dem Empfänger aufnimmt und den Fernbedienungscode, auf welchen der Empfänger zukünftig hören soll, dem Empfänger übermit- telt.
Den Kenncode wird man vorzugsweise in einer Weise darstellen, die eine einfache Eingabe in die Fernbedienung mit Hilfe der ohnehin vorhandenen Tastatur ermöglicht. Kenncodes im Dezi- malsystem darzustellen, wäre bei Fernbedienungen mit einer Zehnertastatur denkbar, wobei allerdings die Fernbedienungen beispielsweise zum Steuern eines Rolladens meist sehr einfach aufgebaut sind, so dass vorzugsweise der Kenncode aus Binärziffern besteht. Die Eingabe eines binären Kenncodes in die Fernbedienung kann dabei mit lediglich zwei Tasten erfolgen, unter bestimmten Vorgaben genügt sogar eine Taste, worauf später noch eingegangen wird.
Um im Falle verdeckt eingebauter Empfänger dennoch eine Rückmeldung zu erhalten oder die Kosten für den Einbau eines Displays zu vermeiden, ist in einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens vorgesehen, dass der Kenncode aus mehreren Einzelzeichen besteht, die in zeitlicher Abfolge nacheinander von dem Empfänger optisch oder akustisch dargestellt und durch Betätigen der Eingabemittel in bestimmter Weise durch Senden eines Betätigungssignals an den Empfänger quittiert werden, wobei ein Empfänger bei ausbleibender Quittierung eines angezeigten Zeichens den Lemmodus verlässt. Werden bei einem derartigen Verfahren beispielsweise durch den nicht genau definierten Sendebereich der Fernbedienung zunächst mehrere Empfänger in den Lernmo- dus versetzt, scheiden diese nacheinander aus dem Lernmodus aus, wenn kein zu ihrer Anzeige passendes Bestätigungssignal empfangen wird.
Die Anzeige kann bei binär codierten Kenncodes auf besonders einfache Weise durch das von dem Empfänger gesteuerte Bauteil erfolgen, bei- spielsweise durch das Einschalten eines Beleuchtungskörpers, das Verfahren einer Sonnen- schutzanlage oder ein akustisches Tonsignal.
Bei aus Binärziffern bestehenden Kenncodes ist in einer noch weiteren vorteilhaften Ausbil- dung vorgesehen, dass der Wert 1 durch kurzzeitiges Einschalten eines Lichtsignals, eines akusti- schen Signals oder eines Elektromotors dargestellt wird und ein Quittieren innerhalb einer be- stimmten Zeitdauer nach dem Einschalten erfolgen muss, wobei im Falle eines Betätigungssignals bei unterbliebenem Einschalten zur Darstellung des Wertes 0 der Lernmodus des Empfängers beendet wird. Bei dieser Vorgehensweise erspart man sich die gesonderte Anzeige des Wertes 0 einer Binärstelle des Kenncodes, so dass beispielsweise eine einzige Leuchtdiode an dem Empfän- ger und eine einzige Taste an der Fernbedienung genügen, die individuelle Zuordnung zu der Fernbedienung zu ermöglichen.
Selbstverständlich kann die Darstellung des Wertes "1" bzw. "0" auch in umgekehrter Weise erfolgen.
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Wählt man beispielsweise als Verzögerungszeit zum Bestätigen einer optischen Anzeige den Zeitraum von drei Sekunden, kann man in sehr kurzer Zeit einen achtstelligen Binärcode erfassen und in die Fernbedienung eingeben, wobei bereits 256 verschiedene Kenncodes hinterlegbar sind.
Durch eine Verdopplung der Programmierdauer bei einem Binärcode mit sechzehn Stellen sind bereits 65. 536 Varianten für den Kenncode möglich, so dass eine Nummernwiederholung auch bei sehr komplexen Anlagen in sehr grossen Gebäuden ausgeschlossen werden kann.
Selbstverständlich ist es denkbar, in den einzelnen Empfängern mehrere Fernbedienungsco- des zu hinterlegen, so dass ein und derselbe Empfänger durch Betätigen verschiedener Fernbedie- nungen mit unterschiedlichen Fernbedienungscodes ausgelöst werden kann.
Wie bereits angedeutet, kann der individualisierende Kenncode der Empfänger durch Vergabe einer Seriennummer hinterlegt werden, die dem Gerät bei der Produktion nichtflüchtig mitgeteilt wird. Dies kann beispielsweise durch die Programmierung von EEPROM-Zellen oder durch das manuelle Einstellen von Schaltern realisiert werden.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens wird zur Ermittlung des Kenncodes der verschiedenen Empfänger und oder Aktivierung des Lerncodes der Empfänger eine spezielle Fernbedienung verwendet.
Auf diese Weise kann beispielsweise verhindert werden, dass die Programmierungen unbefugt geändert werden, wodurch bei Sonnenschutzanlagen unter Umständen Fehlstellungen der Ver- schattungseinrichtungen vorkommen können. Bei Alarmeinrichtungen sollen Programmiereinstel- lungen ohnehin nur von einem autorisierten Nutzer vorgenommen werden dürfen.
Ein vergleichbarer Schutz kann unter Umständen dadurch erreicht werden, dass das Aussen- den der Kenncodes und das Aktivieren des Lernmodus von der Eingabe eines bestimmten Codes in die Fernbedienung abhängig gemacht wird.
Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist eine Fernbedienung vorgesehen, die über Eingabemittel verfügt, mit Hilfe derer ein bestimmter Kenncode in einem Speicher hinterlegbar und in bestimmter Verbindung mit einem individuellen Fernbedienungscode aussendbar ist. Mit dieser Funktion eignet sich die Fernbedienung für die Herstellung der Kommunikation zwischen der Fernbedienung und dem jeweiligen Empfänger nach dem erfindungsgemässen Verfahren. Die Eingabemittel sind vorzugsweise die Tasten der Fernbedienung zur späteren Ansteuerung des Empfängers.
So ist die Fernbedienung in der Regel gleichzeitig als normale Fernbedienung zum Betätigen der Empfänger ausgebildet und kann entsprechend ihren Fembedienungscode gemeinsam mit dem gewünschten Betätigungssignal gleichzeitig aussenden.
Weitere Funktionen zur Durchführung des Verfahrens sind die Fähigkeiten von Fembedienun- gen, Empfänger durch Aussenden des ermittelten Kenncodes in den Lernmodus zu versetzen und den jeweiligen Fernbedienungscode gegebenenfalls in Kombination mit einem speziellen Signal dem Empfänger mitzuteilen, wobei das spezielle Signal verhindert, dass von weiteren Fernbedie- nungen ausgesendete Fernbedienungscodes im Lernmodus fälschlicherweise abgespeichert werden.
Werden getrennte Fernbedienungen zur Programmierung und zur späteren Betätigung z. B. ei- ner Leuchte oder einer Verschattungsanlage verwendet, kann die Fernbedienung mit Program- mierfunktion, wie bereits erwähnt, zur Ermittlung des individuellen Kenncodes eines bestimmten Empfängers und zum gezielten Versetzen dieses Empfängers in den Lemmodus verwendet wer- den, und anschliessend wird mit der normalen Fernbedienung deren Code im Empfänger abgespei- chert.
Bei einer Mehrzahl von Empfängern zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist vorgesehen, dass in allen Empfängern einer mit Fernbedienungen betätigbaren Anlage individuali- sierende Kenncodes abgespeichert sind, die sie nach Umschaltung in den Lernmodus optisch oder akustisch anzeigen.
Die Fernbedienungen können mit Licht, Funk oder Ultraschall arbeiten, das erfindungsgemässe Verfahren ist grundsätzlich unabhängig von der Wahl des Übertragungsmediums.