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Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrwerk für einen Tretroller oder ein Rollerbrett mit einem Trittbrett, mit einem am Trittbrett befestigbaren, eine Achsschenkellenkung für zwei Vorderräder aufnehmenden Fahrwerkträger, mit im Fahrwerkträger vorgesehenen Achsschenkelbolzen, die in Längsrichtung des Trittbrettes geneigt verlaufen, und mit einer Spurstange, die auf den Achsschenkelbolzen gelagerte Achsschenkel miteinander verbindet.
Um bei Rollerbrettern durch eine seitliche Gewichtsverlagerung eine Lenkbewegung der Vorderachse zu erreichen, ist es bekannt (WO 00/03773 A1), für die beiden Vorderräder eine Achsschenkellenkung unter der Massgabe vorzusehen, dass die Achsschenkelbolzen nicht vertikal, sondern in Vorwärtsdrehrichtung der Vorderräder gegenüber einer Vertikalen geneigt verlaufen.
Da bei einer Gewichtsverlagerung das bezüglich der Achsschenkelbolzen auf die Achsschenkel einwirkende Drehmoment auf der Belastungsseite vergrössert wird, während die Drehmomentbelastung des Achsschenkel auf der entlasteten Seite abnimmt, wird ein resultierendes Drehmoment auf die über eine Spurstange miteinander verbundenen Achsschenkel mit der Folge wirksam, dass die Vorderräder um die Achsschenkelbolzen verschwenkt werden, was aufgrund der Neigungslage der Achsschenkelbolzen einen Lenkausschlag der Vorderräder nach der Seite der Gewichtsverlagerung hin nach sich zieht.
Dieser Lenkausschlag der Vorderräder hat jedoch den Nachteil, dass die Vorderräder sich nicht entsprechend dem Trittbrett auf die Innenseite des zu fahrenden Bogens, sondern zwangsläufig auf die Aussen-
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seite neigen, was eine nachhaltige Beeinträchtigung des Fahrverhaltens und der Lenkgenauigkeit mit sich bringt. Daran ändert sich auch nichts, wenn die seitliche Verlagerung der Spurstange zur Verbesserung des Lenkverhaltens nur gegen die Kraft einer Rückstellfeder möglich ist.
Bei einem anderen bekannten Rollerbrett mit einer Achsschenkellenkung der Vorder- und Hinterachsen (US 6 158 752 A) sind die Achsen der Räder um vertikale Achsen drehbar auf einem Trittbrett befestigt, das aus einem Unterbrett und einem auf dem Unterbrett um eine mittlere Längsachse verschwenkbar gelagerten Oberbrett besteht. Das Oberbrett weist im Bereich der Achsschenkellenkungen das Unterbrett durchsetzende Lenkmitnehmer auf, an denen die jeweils geteilte Spurstange der Achsschenkellenkungen angelenkt ist. Durch ein Kippen des Oberbrettes wird über die Lenkmitnehmer ein entsprechender Lenkausschlag der Achsschenkellenkungen erzwungen.
Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist einerseits die Notwendigkeit, ein aus einem tragenden Unterbrett und einem auf dem Unterbrett gelagerten Oberbrett mit einer Auftrittsfläche bestehendes Trittbrett vorsehen zu müssen, und anderseits der Umstand, dass aufgrund der vertikalen Drehachsen der Achsschenkel ein seitliches Versetzen der Räder bei einer Kurvenfahrt häufig nicht unterbunden werden kann.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Fahrwerk für einen Tretroller oder ein Rollerbrett der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass eine einem Driften entgegenwirkende Neigung der Vorderräder bei einem Lenkausschlag zufolge einer Gewichtsverlagerung sichergestellt werden kann, und zwar mit einer vergleichsweise einfachen, kompakten Konstruktion.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Fahrwerkträger in einem am Trittbrett vorgesehenen Gehäuse um eine mittige Längsachse schwenkbar gelagert ist, dass das Gehäuse mit der Spurstange in Antriebsverbindung steht und dass die Achsschenkelbolzen entgegen dem Vorwärtsdrehsinn der Vorderräder gegenüber einer Vertikalen geneigt sind.
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Da das Fahrwerk mit der Achsschenkellenkung für die beiden Vorderräder in einem am Trittbrett vorgesehenen Gehäuse um eine mittige Längsachse verschwenkbar gelagert ist, wird bei einer Kippbewegung des Trittbrettes gegenüber dem über die Vorderräder am Boden abgestützten Fahrwerkträger die Spurstange zufolge ihrer Antriebsverbindung mit dem Gehäuse seitlich verlagert, so dass sich über die Achsschenkel ein entsprechender Lenkeinschlag der Vorderräder ergibt.
Wegen der Neigung der Achsschenkelbolzen entgegen dem Vorwärtsdrehsinn der Vorderräder bedingt die Schwenkbewegung der Achsschenkel um die Achsschenkeilbolzen eine Neigung der Vorderräder gegen die Innenseite des zu fahrenden Bogens entsprechend dem Kippsinn des Trittbrettes, was vorteilhafte Voraussetzungen für eine gute Spurführung mit einer nur sehr geringen Driftneigung schafft, weil ja die Vorderräder mit zunehmendem Lenkeinschlag eine zunehmende Schräglage auf die Bogeninnenseite hin einnehmen.
Die Relativdrehung zwischen dem Gehäuse und dem Fahrwerkträger kann in unterschiedlicher Weise für die seitliche Verlagerung der Spurstange der Achsschenkellenkung ausgenützt werden. Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben sich allerdings, wenn das Gehäuse mit der ungeteilten Spurstange über einen in eine Langlochführung eingreifenden Lenkbolzen antriebsverbunden ist. Die Langlochführung für den Lenkbolzen ist für den durch die Relativdrehung bedingten Höhenausgleich erforderlich, wobei der Lenkbolzen zwar auch der Spurstange zugeordnet werden kann, jedoch vorzugsweise im Gehäuse gehalten wird.
Dies insbesondere dann, wenn der Abstand des Lenkbolzens von der Schwenkachse des Fahrwerkträgers einstellbar ist, um die Abhängigkeit des Lenk- einschlages der Vorderräder vom Neigungswinkel des Trittbrettes um seine Längsachse an unterschiedliche Anforderungen angleichen zu können.
Selbstverständlich kann auch bei einem erfindungsgemässen Fahrwerk das Lenkverhalten durch Massnahmen verbessert werden, die ein Rückstellen der Lenkausschläge der Vorderräder in die Ausgangsstellung für die Geradeausfahrt unterstützen. Zu diesem Zweck kann zwischen dem Fahrwerkträger und dem Gehäuse eine den Fahrwerkträger bei einer Lenkverschwenkung gegen die Kraft einer Rück- stellfeder in Richtung der Schwenkachse verlagende Nockenbahn vorgesehen
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sein. Wird der Fahrwerkträger gegenüber dem Gehäuse verdreht, so bedingt diese Verdrehung zufolge der Nockenbahn eine axiale Verstellung des Fahrwerkträgers gegen die Kraft der Rückstellfeder, was vorteilhafte Konstruktionsbedingungen schafft, weil die Rückstellfeder als in Längsrichtung wirksame Druckfeder ausgebildet werden kann.
Damit wird diese Druckfeder in einfacher Weise für eine Einstellung ihrer Vorspannung zugänglich.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 ein erfindungsgemässes Fahrwerk für einen Tretroller oder ein Rollbrett in einer vereinfachten Draufsicht, Fig. 2 dieses Fahrwerk in einer zum Teil aufgerissenen Seitenansicht und Fig. 3 dieses vom Gehäuse abgenommene Fahrwerk von der dem Gehäuse zu- gekehrten Stirnseite her.
Das dargestellte Fahrwerk für einen Tretroller oder ein Rollerbrett weist ein Trittbrett 1 auf, das an seinem vorderen Ende ein Gehäuse 2 trägt, in dem ein Fahrwerkträger 3 um eine mittige Längsachse 4 drehbar gelagert ist. Zu diesem Zweck ist eine die Längsachse 4 bildende Lagerachse vorgesehen, die in das Gehäuse 2 eingeschraubt wird und den Fahrwerkträger 3 drehbar aufnimmt. Am äusseren
Ende von seitlich des Fahrwerkträgers 3 abstehenden Tragarmen 5 sind jeweils die Achsschenkelbolzen 6 einer Achsschenkellenkung für zwei Vorderräder 7 angeordnet, auf denen die die Achsen 8 für die Vorderräder 7 aufnehmenden Achsschenkel 9 drehbar gelagert sind. Über eine Spurstange 10 sind diese Achs- schenkel 9 miteinander zu einem Gelenkviereck verbunden.
In der Mitte zwischen den Achsschenkel 9 bildet die Spurstange 10 eine vertikale Langlochführung 11 für einen im Gehäuse 2 gehaltenen, zur Längsachse 4 parallelen Lenkbolzen 12.
Wird nun aufgrund einer Gewichtsbelastung das Trittbrett 1 gegenüber dem Fahr- werkträger 3, der über die Laufräder 7 am Boden abgestützt ist, um die Schwen- kachse 4 gedreht, so nimmt der Lenkbolzen 12 die Spurstange 10 je nach der
Neigungsrichtung des Trittbrettes 1 mit, was einen entsprechenden Lenkausschlag der Vorderräder 7 zur Folge hat.
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Wie insbesondere der Fig. 2 zu entnehmen ist, sind die Achsschenkelbolzen 6 gegenüber einer Vertikalen entgegen dem Vorwärtsdrehsinn 13 der Vorderräder geneigt angeordnet, was bei einem Lenkausschlag der Achsschenkel 9 nicht nur eine Schwenkbewegung der Vorderräder 7 um eine vertikale Achse, sondern auch um eine Längsachse 4 mit der Wirkung bedingt, dass sich die Vorderräder 7 gegen die Innenseite des zu fahrenden Bogens neigen. Damit können vorteilhafte Kraftübertragungsbedingungen zwischen den Vorderrädern 7 und dem Boden bei Kurvenfahrten sichergestellt werden.
Um nach einer Lenkbewegung der Vorderräder 7 deren Rückführung in die Ausgangsstellung für die Geradeausfahrt zu unterstützen, weist der Fahrwerkträger 3 eine die Längsachse 4 umschliessende Nockenbahn 14 auf, an der sich Gleitansätze 15 des Gehäuses 2 abstützen. Da der Fahrwerkträger 3 über eine vorgespannte Rückstellfeder 16 gegen das Gehäuse 2 hin beaufschlagt wird, ergibt sich bei einer Relativdrehung des Gehäuses 2 gegenüber dem Fahrwerkträger 3 eine durch die Nockenbahn 14 bedingte axiale Verlagerung des Fahrwerkträgers 3 auf der Schwenkachse 4 entgegen der Kraft der Rückstellfeder 16, so dass über die mit zunehmendem Lenkausschlag zunehmend gespannte Rückstellfeder 16 für eine entsprechende Rückführung der Achsschenkellenkung in die Ausgangsstellung für die Geradeausfahrt gesorgt ist.
Die Vorspannung der Rückstellfeder 16 kann dabei in einfacher Weise über eine entsprechende Spannschraube eingestellt werden.
Wie der Fig. 2 entnommen werden kann, ist der Lenkbolzen 12 nicht starr mit dem
Gehäuse 2 verbunden. Er ist vielmehr hinsichtlich seines Abstandes von der
Längsachse 4 einstellbar. Zu diesem Zweck ist ein Spindeltrieb 17 vorgesehen, dessen Spindel den Lenkbolzen 12 in einem Muttergewinde durchsetzt.
Mit der
Veränderung des radialen Abstandes des Lenkbolzens 12 von der Schwenkachse
4 ändert sich die Schwenkweite des Lenkbolzens 12 bei einer Drehung des Ge- häuses 2 gegenüber dem Fahrwerkträger 3, was eine entsprechende Änderung der seitlichen Auslenkung der Spurstange 10 und damit des Lenkausschlages der
Vorderräder 7 zur Folge hat.
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Zur Unterstützung der durch eine Gewichtsverlagerung bedingten Lenkung kann auf das Gehäuse 2 eine Lenksäule 18 aufgesetzt werden, über die das Trittbrett 1 zur Lenkung der Vorderräder feinfühlig geneigt werden kann.
Mit einer solchen Lenksäule 18, die aus einer gegenüber dem Trittbrett 1 starren Gebrauchsstellung allenfalls in eine gegen das Trittbrett abgeklappte Transportstellung verschwenkt werden kann, wird ein Rollerbrett zu einem Tretroller, der allerdings nicht über eine Drehung der Lenksäule um ihre Achse, sondern durch eine Neigung des Trittbrettes 1 gelenkt wird.