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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Dokumentation eines Verstosses gegen die Strassenverkehrsordnung, vorzugsweise einer Geschwindigkeitsübertretung oder einer Fehlbenutzung eines Strassenabschnittes, mit einer Sensoreinrichtung zur Fahrzeuglokalisation, zur Feststellung der Fahrzeugbewegung und/oder der Fahrzeuggeschwindigkeit.
Derartige Vorrichtungen sind beispielsweise als sogenannte Radarboxen bekannt geworden, welche einen Radarsensor zur Feststellung der Fahrzeuggeschwindig- keit aufweisen, wobei bei Überschreiten eines eingestellten Tempolimits eine Fo- toeinrichtung ausgelöst wird. Nachteilig bei derartigen Radarboxen - insbeson- dere an Aufstellungsorten mit hoher Verkehrsfrequenz - ist die Tatsache, dass die Bildkassetten häufig gewechselt werden müssen, was den Betriebs- und Per- sonalaufwand erhöht. Zusätzlich müssen zum Schutz der Fotokassetten vor ex- tremen Temperaturen in den Sommermonaten Kühl- bzw. Dämmeinrichtungen vorgesehen sein, welche ebenfalls hohe Betriebs- bzw. Herstellungskosten verur- sachen.
Ein weiterer Nachteil herkömmlicher Radarboxen besteht darin, dass die relativ teuren Einrichtungen durch Vandalismus beschädigt bzw. zerstört werden, insbesondere zum Zweck auch das darin gelagerte Bildmaterial zu vernichten.
Aufgabe der Erfindung ist es eine Vorrichtung zur Dokumentation von Verstössen gegen die Verkehrsordnung derart weiter zu bilden, dass die zu erhebenden Be- weismittel (Bilddokumente, Aufnahmedaten) möglichst kostengünstig erfasst und vor Vandalismus geschützt werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Vorrichtung zu- mindest eine von der Sensoreinrichtung auslösbare Digitalkamera aufweist, de- ren Bilddaten gemeinsam mit den Aufnahmedaten, gegebenenfalls nach Ablage in einem Zwischenspeicher, mit einer Übertragungseinrichtung an eine Zentral- stelle übertragbar sind. Vorteilhafterweise werden bei der Erfindung die von einer Digitalkamera erfassten Bilder - eventuell nach deren kurzfristigen Zwischen- speicherung - mittels einer Mobilfunkeinrichtung sofort an eine Zentralstelle, bei- spielsweise Polizeidienststelle, übermittelt. Beispielsweise kann die Übertragung der digitalen Bilder per GSM erfolgen.
Falls am Aufstellungsort der Vorrichtung die entsprechenden Infrastruktur be- steht, kann erfindungsgemäss zur Übertragung der Bild- und Aufnahmedaten an die Zentralstelle ein Anschluss an ein Datenkabel sowie ggf. an die Energiever- sorgung einer Verkehrsleiteinrichtung vorgesehen sein.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann beispielsweise am Standort bisheriger
Radarboxen eingesetzt werden, wobei die entsprechende Box billiger, beispiels-
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weise ohne Kühieinrichtung, ausgeführt sein kann. Weiters ist es möglich, die erfindungsgemässe Vorrichtung in Verkehrsleiteinrichtungen, wie z.B. Überkopf- wegweiser, am Strassenrand aufgestellte Verkehrszeichen, etc. einzubauen bzw. zu integrieren.
Besonders vorteilhaft ist es, die Vorrichtung als vorzugsweise plastische Attrappe eines Verkehrspolizisten auszubilden, welche die Sensoreinrichtung, die zumin- dest eine Digitalkamera, gegebenenfalls einen Zwischenspeicher und die Mobil- funkeinrichtung beinhaltet.
Erfindungsgemäss kann eine derartige Attrappe sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite mit jeweils einer Sensoreinrichtung und einer Digitalkamera ausgerüstet sein, so dass die Attrappe bevorzugt an Mittelstreifen einer Schnellstrasse oder Autobahn einsetzbar ist und somit mit einer Attrappe beide Richtungsfahrbahnen überwacht werden können. Dabei ist es auch denkbar, dass die Attrappe aus zwei Hälften besteht, die jeweils die Vorderseite einer Polizis- tenattrappe darstellen.
An Standorten wie z.B. Überlandstrassen können derartige Vorrichtungen bevor- zugt batteriebetrieben sein, wobei sie auch über eine eigene Energieversorgung, beispielsweise in Form eines Solarpaneels, verfügen können. Ein derartige Solar- paneel kann an der Vorrichtung direkt (beispielsweise bei Überkopfwegweisern) oder als Zusatzgerät bei einer Polizistenattrappe angeordnet sein.
Weiters können derartige Vorrichtungen nicht nur zur Dokumentation von Ge- schwindigkeitsübertretungen verwendet werden, sondern allgemein zur Feststel- lung eines Verstosses gegen die Strassenverkehrsordnung. Durch eine entspre- chende Adaptierung der eingesetzten Sensoreinrichtung kann auch die Fehlbe- nutzung eines Strassenabschnittes (z.B. Geisterfahrer auf Autobahnauffahrten, Halteverbot vor Krankenhäusern, etc. ) dokumentiert werden.
Obwohl mit der erfindungsgemässe Vorrichtung ein Zerstören des aufgenom- menen Bildmaterials durch sofortiges Weitersenden weitgehend verhindert wird, ist es insbesondere bei frei aufgestellten Attrappen von Verkehrspolizisten not- wendig, auch die Vorrichtung selbst vor Diebstahl und Sabotage zu schützen.
Dazu kann die Vorrichtung zur Diebstahlsicherung einen Bewegungssensor und/oder einen Annäherungssensor aufweisen, welcher die Digitalkamera bei Annäherung einer Person auslöst und das Bildmaterial zusammen mit einer Alarmmeldung an die nächste Polizeidienststelle übermittelt.
Weiters kann in die erfindungsgemässe Vorrichtung ein Behälter mit einer Sig- nalfarbe integriert sein, wobei die Freigabe der Signalfarbe durch ein Signal des
Bewegungs- und/oder Annäherungssensors auslösbar ist.
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Ein weiterer Schutz ist erfindungsgemäss dadurch möglich, dass die Vorrichtung mit einer GPS-Einheit ausgerüstet ist und ein entsprechendes Signal über die Mobilfunkeinrichtung (per GSM) an die Zentralstelle absetzbar ist.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von zum Teil schematischen Zeichnun- gen näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 die erfindungsgemässe Vorrichtung in Form einer plastischen Attrappe eines Verkehrspolizisten in Vorderansicht, sowie Fig. 2 die Vorrichtung gemäss Fig. 1 in einer Rückansicht.
Die in den Figuren 1 und 2 beispielhaft dargestellte Vorrichtung zur Dokumenta- tion eines Verstosses gegen die Strassenverkehrsordnung besteht aus der plasti- schen Attrappe eines Verkehrspolizisten 1, welcher mit einer Sensoreinrichtung 2, beispielsweise zur Feststellung der Fahrzeuggeschwindigkeit, ausgestattet ist.
Dafür kann beispielsweise ein aus der Verkehrsüberwachung bekannter Radar- sensor verwendet werden. Wie aus dem Ausführungsbeispiel ersichtlich, kann ein derartiger Radarsensor 2 sowohl an der Vorderseite der Attrappe 1 in der Nach- bildung einer Laserpistole 3 als auch an der Rückseite der Attrappe 1 angeordnet sein, um beispielsweise an einem Aufstellungsort zwischen den beiden Rich- tungsfahrbahnen einer Schnellstrasse oder Autobahn beide Richtungsfahrbahnen überwachen zu können. Bei Überschreitung einer vorgegebenen Geschwindigkeit löst die Sensoreinrichtung 2 eine Digitaikamera 4 und gegebenenfalls eine Blitz- lichtquelle 5 aus.
Die Bilder der Digitalkamera 4 werden gegebenenfalls nach Ablage in einen Zwischenspeicher 6 einer elektronischen Steuer- und Auswerte- einrichtung 7 über eine Mobilfunkeinrichtung 8 an eine Zentralstelle, beispiels- weise Polizeidienststelle, etc. übermittelt. Die Übermittlung der Bilder kann vor- zugsweise mittels GSM erfolgen. Bei vorhandener Infrastruktur kann die erfin- dungsgemässe Vorrichtung über einen Anschluss 14 an ein nicht weiter darge- stelltes Datenkabel und ggf. die Energieversorgung einer Verkehrsleiteinrichtung angeschlossen werden, so dass die von der Digitalkamera aufgenommenen Bilder zusammen mit den Aufnahmedaten (Uhrzeit, Standort, etc. ) in das Datennetz der Verkehrsleitung eingespeist und von der Zentralstelle abgerufen werden können.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung, welche im Wesentlichen aus der Sensorein- richtung, der Digitalkamera und der technischen Einrichtung zur Übermittlung der Daten per Draht oder Funk besteht, kann auch in einem Verkehrszeichen, in eine Orientierungstafel oder in einen Überkopfwegweiser eingebaut sein, wobei je nach Art des Einsatzes anstelle eines Sensors zur Bestimmung der Fahrzeugge- schwindigkeit auch zusätzlich Sensoren zur Fahrzeugiokalisation bzw. zur Fest- stellung der Bewegungsrichtung eingesetzt werden können. Insbesondere kann die Vorrichtung auch als Falschfahrer-Warnanlage an allen Stellen eingesetzt werden, wo ein Auffahren von Kraftfahrern in die falsche Richtung einer Rich-
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tungsfahrbahn unterbunden werden soll.
In diesem Zusammenhang kann die Vorrichtung neben der Grundfunktion der Dokumentation des Fehiverhaitens auch eine Warnfunktion, beispielsweise durch Ton- oder Lichtsignale, aufweisen.
Falls kein Anschluss an die Energieversorgung einer Verkehrsleiteinrichtung mög- lich ist, kann die Attrappe 1 eine Batterie 10 aufweisen, welche vorzugsweise mit einem Solarpaneel 9 in Verbindung steht.
Zur Diebstahlsicherung kann die Attrappe 1 einen oder mehrere Bewegungs- oder Annäherungssensoren 11 aufweisen, weiche entweder bereits auf eine An- näherung einer Person an die Attrappe 1 oder eine Bewegung der Attrappe 1 (beispielsweise Diebstahl) reagieren und über die Mobilfunkeinrichtung oder Da- tenleitung einen entsprechenden Alarm auslösen. Gleichzeitig mit der Auslösung des Alarms können mit Hilfe der Digitalkamera auch Bilder der sich annähernden Person aufgenommen werden. Weiters ist es auch möglich, dass das Signal des Bewegungs- oder Annäherungssensors 11 auf einen in der Attrappe 1 - bei- spielsweise in der Mütze 12 - integrierten Behälter 13 mit einer Signalfarbe ein- wirkt und bei unautorisierter Annäherung einer Person eine Freigabe der Signal- farbe auslöst.
Schliesslich kann die Attrappe 1 mit einer GSP-Einheit ausgerüstet sein, welche bei Lageveränderung (Diebstahl) ein entsprechendes Signal über die Mobilfunk- einrichtung an die Zentralstelle absetzt.