AT492U1 - Verstellbare patronenlagerlehre - Google Patents
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Description
AT 000 492 Ul
Die Erfindung bezieht sich auf eine verstellbare Patronenlagerlehre, bestehend aus einem der Lagerschulter zugewandten Kopfteil und aus einem dem Stoßboden des Patronenlagers zugewandten Fußteil, dessen Abstand vom Kopfteil stufenlos verstellbar ist. Für die Herstellung, die Beschußprüfung und Reparatur von Waffen sind Patronenlagerlehren erforderlich, die dazu dienen, die Abmessungen der Patronenlager zu ermitteln und die Einhaltung der vorgeschriebenen Toleranzbereiche zu überprüfen. Bei Schulterpatronen ist insbesondere der Verschlußabstand von Bedeutung, also die Länge des Patronenlagers, gemessen zwischen der Schulter, an der die Hülse zur Anlage kommt, und dem Stoßboden. Üblicherweise sind Patronenlagerlehren einstückig aufgebaut. Es werden daher für jede Patronensorte Lehren für die minimalen und maximalen Abmessungen erforderlich. Wegen der großen Zahl gebräuchlicher Patronen bedeutet dies nicht nur eine entsprechende Lagerhaltung, sondern auch erhebliche Kosten. Darüber hinaus ist es sehr umständlich, mit diesen festen Lehren die Istlänge eines Patronenlagers zu ermitteln, wenn hiefür keine exakt passende Lehre vorhanden ist.
Es sind daher auch schon verstellbare Patronenlagerlehren vorgeschlagen worden, bei denen zwei gegeneinander verschiebbare Teile so ausgestaltet sind, daß diese mittels Reibschluß auf unterschiedliche Längen zusammengeschoben werden können. Die Vorgehensweise bei diesen Lehren soll so sein, daß zunächst die Lehre auf ein Maß länger als das Sollmaß eingestellt wird, bevor sie in das Patronenlager eingeführt und der Verschluß geschlossen wird. Dabei soll sich die Lehre den tatsäch- 2 AT 000 492 Ul liehen Abmessungen anpassen. Nach dem Entnehmen der Lehre aus dem Patronenlager kann die Länge der Lehre ermittelt werden. In der Praxis hat sich diese Ausführung jedoch als unzweckmäßig erwiesen.
Weiter ist eine verstellbare Patronenlagerlehre vorgeschlagen worden, bei der entsprechend den zu erwartenden Toleranzen des Patronenlagers Distanzbleche eingelegt werden können.
Alle bekannten Lehren haben den Nachteil, daß für unterschiedliche Patronen jeweils mindestens eine gesonderte Patronenlagerlehre bereitgehalten werden muß.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine verstellbare Patronenlagerlehre anzugeben, mit der sämtliche Patronenlager für Schulterpatronen eines bestimmten Stoßbodendurchmessers vermessen werden können.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der Verstellbereich des Abstandes zwischen Kopfteil und Fußteil dem Längenbereich der einen Stoßbodendurchmesser zuordbaren Patronen entspricht, daß der Abstand zwischen dem Kopfteil und dem Fußteil mittels einer Feststelieinrichtung arretierbar ist und daß der Kopfteil im Anlagebereich der Lagerschulter eine Kugelfläche aufweist.
Wegen der Längenverstellung der erfindungsgemäßen Patroneniagerlehre in einem Bereich, der den unterschiedlichen Längen der Schulterpatronen eines bestimmten Stoßbodendurchmessers entspricht, und des zumindest in einem Abschnitt im Anlagebereich des Kopfteiles an der Lagerschuiter nach einer Kugelfläche geformten Kopfteiles der Patronenlagerlehre wird für jeden Stoßbodendurchmesser nur noch eine verstellbare Patronenlagerlehre erforderlich. Die Kugelfläche des Kopfteiies gewährleistet ja unabhängig vom Kaliber der jeweiligen Patrone, dem Schulterwinkel und der Schulterlänge eine sichere Anlage des Kopfteiies an der Schulter des Patronenlagers, und zwar in einer für jeden Fall eindeutig bestimmten Art und Weise, so daß aus dem Abstand zwischen dem Kopfteil und dem Fußteil die Länge des Patronenlagers genau ermittelt werden kann. Da Schulterpatronen im allgemeinen nur 3 AT 000 492 Ul mit wenigen unterschiedlichen Stoßbodendurchmessem gefertigt werden, nämlich für Pistolenpatronen (z. B. 7,65 mm Para), kleine Büchsenpatronen (z. B. 17 Rem), Normaipatronen (z. B. 8 x 57 IS) und für Magnumpatronen (z. B. 8 x 68 S), werden auch nur wenige Patronenlehren erforderlich.
Die Abstandsverstellung kann zwar unterschiedlich konstruktiv sichergestellt werden, doch ergeben sich besonders einfache Bau- und Handhabungsbedingungen, wenn der Kopf- und der Fußteil mit einer Gewindespindel verbunden sind, die zumindest gegenüber einem dieser Teile schraubverstellbar ist. Die Verstellsicherung kann in einem solchen Fall sehr einfach durch eine Klemmschraube erfolgen, die im Kopf-bzw. Fußteil koaxial zur Gewindespindel angeordnet ist und diese gegenüber dem Muttergewinde verspannt.
Wie bereits ausgeführt wurde, ergibt sich aufgrund der Kugelfläche des Kopfteiles eine definierte Anlage des Kopfteiles an der Lagerschulter. Um die Länge des Patronenlagers zu bestimmen, bedarf es daher iediglich der Messung des Abstandes zwischen Kopf- und Fußteil, was besonders einfach durchgeführt werden kann, wenn die einander zugewandten Stirnseiten des Kopf- und des Fußteiles als Meßfläche für den Abstand zwischen Kopf- und Fußteil ausgebildet sind. Die Istlänge des Patronenlagers kann dann anhand des gemessenen Abstandes zwischen Kopf- und Fußteil aus einer Tabelle abgeiesen werden, die die Anlage des dann vorzugsweise halbkugeligen Kopfteiles an der jeweiligen Schulter berücksichtigt. Der Abstand zwischen Kopf- und Fußteil kann aber selbstverständlich auch an den äußeren Stirnflächen von Kopf- und Fußteii bestimmt werden. In diesem Fall kann der Kopfteil nicht halbkugelig ausgebildet sein, sondern muß wie der Fußteil an der äußeren Stirnseite mit einer entsprechenden Meßfläche versehen sein. Für manche Einsatzfälle ist es zweckmäßig, den Abstand zwischen Kopf- und Fußteil bei in ein Patronenlager eingesetzter Lehre zu verstellen. Zu diesem Zweck kann der Fußteil entsprechend verdreht werden, beispielsweise über im Stoßboden des Fußteiles vorgesehene Mitnehmer. Die zur Längenänderung der Patronenlagerlehre vorgesehene Gewindespindel könnte gegenüber beiden Köpfen schraubverstellt 4 AT 000 492 Ul werden. Einfachere konstruktive Verhältnisse ergeben sich jedoch, wenn die Gewindespindel mit dem Kopfteil oder dem Fußteii einstückig ausgebildet ist.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemäße Patronenlagerlehre in einer vereinfachten Seitenansicht, Fig. 2 diese Patronenlagerlehre in einer stirnseitigen Ansicht auf den Fußfeil und Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer abgewandelten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Patronenlehre.
Gemäß den dargestellten Ausführungsbeispielen besteht eine erfindungsgemäße Patronenlagerlehre aus einem Kopfteii 1, einem Fußteil 2 und einer den Kopfteil 1 mit dem Fußteil 2 verbindenden Gewindespindel 3, die gemäß der Fig. 1 sowohl gegenüber dem Kopfteil 1 als auch gegenüber dem Fußteil 2 schraubverstellbar gehalten ist. ln der Praxis ist.es jedoch im allgemeinen günstiger, die Gewindespindel 3 mit einem der beiden Teile 1, 2 einstückig auszubilden und lediglich gegenüber dem anderen Teil schraubverstellbar zu führen. Durch eine entsprechende Schraubverstellung der Gewindespindel 3 kann der Abstand zwischen dem Kopfteil 1 und dem Fußteil 2 stufenlos eingestellt werden. Zur Arretierung der jeweiligen Verstellage ist eine Feststelleinrichtung vorgesehen, die durch Klemmschrauben 4, 5 gebildet wird. Diese Klemmschrauben 4, 5 sind koaxial zur Gewindespindel 3 in den Teilen 1 und 2 eingesetzt und verklemmen die Gewindespindel 3 innerhalb der Muttergewinde in den Teilen 1 und 2.
Wie der Fig. 1 entnommen werden kann, ist der Kopfteil 1 halbkugelig ausgebildet, was eine sichere Anlage des Kopfteiles 1 an der Schulter des Patronenlagers unabhängig von der jeweiligen Schulterausbildung gewährleistet. Zur Bestimmung der Länge des Patronenlagers ist allerdings der sehr wohl von der Schulterausbiidung abhängige Ort der Anlage des halbkugeligen Kopfteiles 1 an der Schulter zu berücksichtigen. Diese Abhängigkeit des Abstandes zwischen Kopf- und Fußteil 1,2 von der Anlage des Kopfteiles an der Lagerschulter zur Bestimmung der sich zwischen der Lagerschulter und dem Stoßboden ergebenden Lagerlänge kann bei einer Kalibrierung der Patroneniagerlehre in einer Tabelle niedergelegt werden, so daß aufgrund 5 AT 000 492 Ul des gemessenen Abstandes zwischen dem Kopf- und Fußteil 1, 2 anhand dieser Tabelle die Lageriänge für die jeweilige Schulterausbildung einfach abgelesen werden kann. Zur Messung des Abstandes zwischen Kopf- und Fußteil 1, 2 können gemäß der Fig. 1 die einander zugekehrten Stirnflächen der Teile 1 und 2 als Meßflächen 1a und 2a ausgebildet sein.
Bei der Herstellung eines Patronenlagers wird die Lagerlehre auf das gewünschte Sojlmaß eingestellt, indem die beiden Teile 1 und 2 mittels der Gewindespindel 3 verschoben werden, bis ihr gegenseitiger Abstand dem der Kalibriertabelle entnommenen Wert entspricht. Das Patronenlager kann somit mit den üblichen Werkzeugen bearbeitet werden, bis es die an der Patronenlagerlehre eingestellte Länge erreicht hat. Bei der Überprüfung von bestehenden Patronenlagern auf Maßhaltigkeit wird die Patronenlagerlehre so eingestellt, daß der Verschluß noch ohne Gewaltanwendung geschlossen werden kann. Anhand der Kalibriertabelle kann dann aufgrund des gemessenen Abstandes zwischen Kopf- und Fußteii 1,2 die Istlänge des Patronenlagers ermittelt werden.
Insbesondere bei der Verwendung randloser Patronen in Kipplaufwaffen kann es von Vorteil sein, die Lehre auch im Patronenlager selbst zu verstellen. Zu diesem Zweck können im Stoßboden des Fußteiles 2 Mitnehmer 6 vorgesehen sein, über die der Fußteii 2 verdreht werden kann, um eine Schraubverstellung der Gewindespindel 3 gegenüber zumindest einem der beiden Teile 1, 2 sicherzustellen.
Der Kopfteil 1 braucht lediglich im Anlagebereich an der Lagerschulter eine Kugelfläche zu bilden, um anhand der Kalibriertabelle aufgrund des gemessenen Abstandes von Kopf- und Fußteil 1, 2 die Lagerlänge zu bestimmen. In der Fig. 3 ist eine solche Patronenlagerlehre dargestellt. Im Scheitelbereich des Kopfteiles ist ein Ansatz mit einer Meßfläche 1b vorgesehen, so daß der Abstand zwischen Kopf- und Fußteil 1, 2 auch über die voneinander abgewandten, äußeren Stirnseiten der Patronenlagerlehre gemessen werden kann, die zu diesem Zweck als Meßflächen 1b und 2b ausgebildet sind. 6
Claims (7)
- AT 000 492 Ul Ansprüche: 1/ Verstellbare Patronenlagerlehre, bestehend aus einem der Lagerschulter zugewandten Kopfteil und aus einem dem Stoßboden des Patronenlagers zugewandten Fußteil, dessen Abstand vom Kopfteil stufenlos verstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellbereich des Abstandes zwischen Kopfteil (1) und Fußteil (2) dem Längenbereich der einen Stoßbodendurchmesser zuordbaren Patronen entspricht, daß der Abstand zwischen dem Kopftei! (1) und dem Fußteil (2) mittels einer Feststelleinrichtung arretierbar ist und daß der Kopfteil (1) im Anlagebereich der Lagerschulter eine Kugelfläche aufweist.
- 2. Patronenlagerlehre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopfteil (1) und der Fußteil (2) durch eine Gewindespindel (3) zur Abstandseinstellung verbunden sind.
- 3. Patronenlagerlehre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststelleinrichtung zur Arretierung des Abstandes zwischen dem Kopfteil (1) und dem Fußteil (2) aus einer axialen Klemmschraube (4, 5) im Kopfteil (1) und/oder im Fußteil (2) besteht.
- 4. Patronenlagerlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einander zugewandten Stirnseiten (1a, 2a) des Kopf- und des Fußteiles (1, 2) als Meßfläche für den Abstand zwischen Kopf- und Fußteil (1, 2) ausgebildet sind.
- 5. Patronenlagerlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die voneinander abgewandten Stirnseiten (1b, 2b) des Kopf- und des Fuß- 7 AT 000 492 Ul teiles (1, 2) als Meßfläche für den Abstand zwischen Kopf- und Fußteil (1, 2) ausgebildet sind.
- 6. Patronenlagerlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Fußteil (2) im Patronenlager im Sinne einer Abstandsveränderung gegenüber dem Kopfteil (1) verstellbar ist.
- 7. i Patronenlagerlehre nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewindespindel (3) mit dem Kopfteil (1) oder dem Fußteil (2) einstückig ausgebildet ist. s
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