AT501263A4 - Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock - Google Patents

Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock Download PDF

Info

Publication number
AT501263A4
AT501263A4 AT0004005A AT402005A AT501263A4 AT 501263 A4 AT501263 A4 AT 501263A4 AT 0004005 A AT0004005 A AT 0004005A AT 402005 A AT402005 A AT 402005A AT 501263 A4 AT501263 A4 AT 501263A4
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
pro
arg
residue
gly
peptide
Prior art date
Application number
AT0004005A
Other languages
English (en)
Other versions
AT501263B1 (de
Original Assignee
Fibrex Medical Res & Dev Gmbh
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority to AT0004005A priority Critical patent/AT501263B1/de
Application filed by Fibrex Medical Res & Dev Gmbh filed Critical Fibrex Medical Res & Dev Gmbh
Priority to AT05752350T priority patent/ATE439856T1/de
Priority to EP05752350A priority patent/EP1691827B1/de
Priority to HR20090618T priority patent/HRP20090618T1/hr
Priority to PL05752350T priority patent/PL1691827T3/pl
Priority to ES05752350T priority patent/ES2331958T3/es
Priority to SI200530842T priority patent/SI1691827T1/sl
Priority to US10/596,103 priority patent/US20080249006A1/en
Priority to BRPI0506148-2A priority patent/BRPI0506148A/pt
Priority to HK06114161.8A priority patent/HK1093308B/xx
Priority to DE502005007926T priority patent/DE502005007926D1/de
Priority to PT05752350T priority patent/PT1691827E/pt
Priority to NZ545634A priority patent/NZ545634A/en
Priority to CA002544676A priority patent/CA2544676A1/en
Priority to JP2007516870A priority patent/JP2008503503A/ja
Priority to AU2005256121A priority patent/AU2005256121B2/en
Priority to DK05752350T priority patent/DK1691827T3/da
Priority to EA200600561A priority patent/EA008799B1/ru
Priority to PCT/AT2005/000228 priority patent/WO2006000007A1/de
Priority to IL173969A priority patent/IL173969A/en
Application granted granted Critical
Publication of AT501263B1 publication Critical patent/AT501263B1/de
Publication of AT501263A4 publication Critical patent/AT501263A4/de
Priority to CY20091101198T priority patent/CY1109631T1/el

Links

Classifications

    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02ATECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
    • Y02A50/00TECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE in human health protection, e.g. against extreme weather
    • Y02A50/30Against vector-borne diseases, e.g. mosquito-borne, fly-borne, tick-borne or waterborne diseases whose impact is exacerbated by climate change

Landscapes

  • Medicines That Contain Protein Lipid Enzymes And Other Medicines (AREA)

Description


  PHARMAZEUTISCHE ZUBEREITUNG ZUR BEHANDLUNG VON SCHOCK
Hintergrund der Erfindung
Die vorliegende Erfindung ist auf eine pharmazeutische Zubereitung zur Behandlung von Schock gerichtet.
Ein Schock ist eine akute Komplikation vieler verschiedener pathologischer Zustände, die durch die Unfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems, einen ausreichenden Durchblutungsdruck aufrechtzuerhalten, gekennzeichnet ist. Infektionserreger können direkt oder indirekt ein Versagen des Herz-Kreislauf-Systems bewirken.

   Bakterien, Bakteriengifte, Viren und nicht zuletzt eine unzureichende zelluläre oder humorale Wirtsreaktion, einhergehend mit einer Entzündung und Gerinnung, können zu einem Verlust an Gefässtonus, einem Verlust an Gefässbarrierenfunktion, einem Verlust an myokardialer Kontraktionskraft und einem Verlust an Organfunktion führen, was alleine oder in Kombination zu einem Schock und schliesslich zum Tod des Patienten führt. Die Behandlung einer bakteriellen Infektion beruht auf einer antibiotischen Behandlung, welche die Bakterien abtötet, jedoch die Toxinämie nicht behandelt und die unzureichende zelluläre oder humorale Reaktion nicht korrigiert. Bei gramnegativen Bakterien ist Lipopolysaccharid (LPS oder Endotoxin) für das Auslösen eines gramnegativen Schocks verantwortlich.

   Grampositive Bakterien können ein multiples Organversagen und einen septischen Schock ohne Endotoxämie verursachen, die Zellwand von grampositiven Bakterien enthält jedoch ebenfalls Toxine wie Lipoteichonsäure (LTA) und Peptidoglykan (PepG). LTA und PepG wirken in Synergie, um Cytokine, wie z.B. den Tumornekrosefaktor (TNF) [alpha] und Interferon (IFN) [gamma], freizusetzen, und zwar um iNOS zu induzieren und schliesslich Schock und Organversagen zu verursachen.
Endotoxämie, Sepsis und septischer Schock stehen mit der Erzeugung grosser Mengen von Stickstoffoxid (NO) in Zusammenhang.

   Die übermässige Gefässerweiterung und vaskuläre Hyporeaktivität gegenüber blutdruckerhöhenden Mitteln, welche mit einem Kreislaufschock einhergehen, können mit Inhibitoren der induzierbaren Isoform der NO-Synthase (iNOS) rückgängig gemacht werden (Southan und Szabo, Biochem Pharmacol. 1996;51:383-94, Thiemermann Gen Pharmacol 1997; 29:159-66), iNOS-Inhibitoren reduzieren jedoch nicht die von Toxinen verursachte Organschädigung (Wray et al. Shock 1998;9:329-335).
Die Behandlung eines durch Virusinfektionen verursachten Schocks ist eine sogar noch grössere Herausforderung, da für die meisten Infektionen keine Antivirusmittel verfügbar sind.

   Behandlungen, die allein auf die Beseitigung des Infektionserregers abzielen, sind bei Patienten mit einem Schock aufgrund eines Infektionserregers nicht ausreichend, da vom Infektionserreger ausgelöste sekundäre Vorgänge, welche mit einer Entzündungs-reaktion und Veränderungen des Gerinnungssystems einhergehen, möglicherweise unabhängig wurden und zum Tod des Patienten führen, ungeachtet der Frage, ob der ursächliche Infektionserreger neutralisiert wurde oder nicht. Eine spezifische Behandlung ist nicht verfügbar, und somit zielen derzeitige Verfahren darauf ab, die Symptome zu lindern, was eine mechanische Ventilation, den Ersatz von Flüssigkeit, die Anwendung herzwirksamer Arzneimittel, die strenge Kontrolle der Sauerstoffsättigung, des Hämoglobins, der Glucose und der Nierenfunktion einschliesst.

   Die alleinige Kontrolle der Entzündungsreaktion, z.B. mittels hoch dosierter Steroide, oder die Hemmung der Gerinnung mit Antithrombin bringt keine Verbesserung der Überlebensrate. Das einzige Molekül, bei dem sich bisher erwies, dass es hinsichtlich der Verringerung der Mortalität eine bemerkenswerte Wirksamkeit besitzt, ist das , aktivierte Protein C, welches mit Koagulation/Fibrinolyse und den Entzündungsprozessen wechselwirkt.
Ein Schock während des Verlaufs einer Infektion hängt zumeist mit offensichtlichen oder nicht offensichtlichen Veränderungen des Plasmafibrinogens zusammen, begleitet von einer Fibrinbildung und einem Anstieg der Fibrinfragmente.

   Diese Aktivierung von Gerinnung und fibrinolytischen Pfaden kann zu einer offensichtlichen oder nicht offensichtlichen disseminierten intravaskulären Koagulation (DIC) führen, welche einen Gefassverschluss und Endorganschaden zur Folge hat, und zu einem Verbrauch an Gerinnungsfaktoren, der Blutungen zur Folge hat. Eine Sepsis ist die häufigste Ursache einer DIC. Wichtig ist, dass Fibrinogen, Fibrin und Fibrinfragmente nicht nur bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen, sondern mehrere Bindungsstcllcn für Zeil- und Matrixproteine aufweisen, welche ihnen das Wechselwirken mit weissen Blutkörperchen, Blutplättchen, Endothelzellen und Matrixstrukturen ermöglichen. Dies führt zur Zellaktivierung, Zellwanderung, einem Freisetzen von Cytokinen und letztendlich zu einer Entzündungsreaktion.

   Die Rolle, die Fibrinogen oder Fibrin bei der Entzündung spielt, ist umfassend dokumentiert (besprochen von Altieri Thromb Haemost 82:781-786; Herrick et al. Int J Biochem Cell Biol 31:741-46). Der D-Bereich des Moleküls enthält zahlreiche Bindungsstellen für Matrixmoleküle, Endothelzellen, Blutplättchen und Entzündungszellen. Der EBereich des Fibrins bindet an CD1 lc (Loike et al. Proc Natl Acad Sei USA 88:1044-48).
Vor kurzem beschrieben wir eine neue Rolle für die Bbetai5^2-Sequenz des Fibrins bei der Entzündung (WO 02/48180). Diese Sequenz ist ebenfalls im E-Bereich des Fibrins lokalisiert und ist nur dann aktiv, wenn Fibrinopeptid gespalten wird.

   Fibrinfragmente, welche diese Sequenz an ihrem freien N-Terminus der beta-Kette enthalten, binden an das Endothelium und verursachen eine Entzündung, und ein Peptid, das mit den Aminosäuren 1542 der Bbeta-Kette des Fibrins zusammenpasst, blockiert die Bindung von Fibrin-fragmenten an die Endotheloberflächen und blockiert in vitro die Entzündung (WO 02/48180). In vivo verhindert dieses Peptid eine myokardiale Entzündung und verringert die Ausmasse eines Myocardinfarkts in Situationen der Ischämie / Reperfusion (WO 02/48180). Fibrinfragmente treten in jedweder Situation mit beeinträchtiger Fibrinbildung und beeinträchtiger Fibrinolyse auf. Besonders in Situationen des Schocks aufgrund eines Infektionserregers stellen diese veränderte Fibrinbildung und diese veränderte Fibrinolyse ein grosses Problem dar.

   Bei zahlreichen Erkrankungen wurde eine direkte Wechsel-beziehung zwischen dem Resultat und der Beeinträchtigung der Fibrinbildung / Fibrinolyse dokumentiert. Z.B. Dengue (van Gorp et al. J Med Virol 2002, 67:549-54, Mairuhu et al. Lancet Inf Dis 2003; 3:33-41). Das Atemnotsyndrom beim Erwachsenen (ARDS) ist eine Form einer akuten Lungenschädigung, die durch eine rötliche extravaskuläre Fibrinablagerung gekennzeichnet ist (Idell Am J Respir Med. 2002; 1 :383-91). Eine Thrombose in den pulmonalen Gefässen und eine disseminierte intravaskuläre Koagulation wurden im Zusammenhang mit ARDS ebenfalls beobachtet.
Die Gründe für das Fortbestehen/weltweite Auftreten von Dengue-Fieber (DF) und hämorrhagischem Dengue-Fieber (DHF) als grossem Problem der Volksgesundheit sind komplex, Vektorkontrollmassnahmen waren nicht erfolgreich, um DF/DHF auszumerzen.

   Derzeit liegt der Hauptschwerpunkt der Finanzierungsmittel am öffentlichen Sektor für die Dengue-Forschung (im Jahr 2001 auf 15 Millionen US$ geschätzt) bei der Molekularepidemiologie, der Immunpathophysiologie, der Forschung zur Entdeckung von Impfstoffen der zweiten Generation und bei neuen oder verbesserten Ansätzen zur Vektorkontrolle.
Mehrere Impfstoffkandidaten befinden sich in den USA und in Thailand im klinischen Versuchsstadium, am Markt gibt es jedoch noch immer kein Arzneimittel zur Behandlung infizierter Patienten und, was noch schlimmer ist, scheinen derzeit keinerlei kommerziellen Aktivitäten zur Erforschung und Entwicklung einer Chemotherapie im Gange zu sein.

   Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte strategische Richtlinien zur Bekämpfung von DF/DHF, welche - als Ziele von hoher Priorität - die Entwicklung von Antivirusmitteln, die auf Protease oder andere kaum untersuchte Enzyme gerichtet sind; die Entwicklung von Antivermittlern, die auf die Ursachen einer erhöhten Gefässdurchlässigkeit oder geänderten Hämostase gerichtet sind, umfassen.
Kurzfassung der Erfindung
Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Peptids mit der allgemeinen Formel I
O II N- CH - C- Zi
(I) worin
Ri und R2gleich oder unterschiedlich, Wasserstoff, einen gesättigten oder ungesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 10, insbesondere 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten,
Zj einen Histidin- oder Prolinrest bedeutet,
[sum]2einen Argininrest, einen Peptidrest oder einen Proteinrest mit anfangständigem
Argininrest,

   insbesondere mit 2 bis 30 Aminosäuren, bedeutet, welches Peptid die biologische Eigenschaft besitzt, mit dem induzierbaren VE-Cadherin-
Bindungsmotiv an der Bss-Kette (d.h. Bss15.42) des menschlichen Fibrins zusammenzupassen, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung zur Behandlung von Schock.
Bevorzugt verwendet wird ein Peptid der allgemeinen Formel II
R.
/
N- CH2- C- Z-, - Arg - Z3- Z4- Z[pound]
(II) worin
Z\einen Histidin- oder Prolinrest bedeutet,
Arg einen Argininrest bedeutet,
Z3einen Prolin- oder Valinrest bedeutet,
Z einen Leucin- oder Valinrest bedeutet,
Z5einen Peptidrest oder einen Proteinrest mit insbesondere mit 2 bis 30 Aminosäuren oder einen Alkoholrest mit 1 bis 10, insbesondere 1 bis 3 Kohlenstoffatomen oder einen organischen oder anorganischen Basenrest bedeutet.
Ferner bevorzugt verwendet wird ein Peptid,

   in welchem Z5ein von der Aalpha-Kette oder der Bbeta-Kette des Fibrins abgeleiteter Peptidrest ist.
Überdies wird bevorzugt verwendet ein Peptid, in welchem Z5ein Peptidrest mit der Aminosäuresequenz
Asp Lys Lys Arg Glu Glu Ala Pro Ser Leu Arg Pro Ala Pro Pro Ile Ser Gly Gly Gly Tyr Arg
Z\ein Histidinrest, Arg ein Argininrest, Z3 ein Prolinrest, und Z4ein Leucinrest ist.
Weiters wird bevorzugt verwendet ein Peptid, in welchem Z5ein Peptidrest mit der Aminosäuresequenz
Glu Arg His Gin Ser Ala Cys Lys Asp Ser Asp Trp Pro Phe Cys Ser Asp Glu Asp Trp Asn Tyr Lys
Zj ein Prolinrest, Arg ein Argininrest, Z3 ein Valinrest, und Z4ein Valinrest ist
Die Erfindung betrifft femer die Verwendung eines Peptids,

   welches die N-terminale Sequenz
Gly-His-Arg-Pro-Leu-Asp-Lys-Lys-Arg-Glu-Glu-Ala-Pro-Ser-Leu- Arg-Pro- Ala-Pro-Pro-Pro-Ile-Ser-Gly-Gly-Gly-Tyr-Arg
aufweist und welches die biologische Eigenschaft besitzt, mit dem induzierbaren VECadherin-Bindungsmotiv an der Bss-Kette (d.h. Bss15- 2) des menschlichen Fibrins zusammenzupassen, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung zur Behandlung von Schock.
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemässen Verwendung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Peptid
Gly-His-Arg-Pro-Leu-Asp-Lys-Lys-Arg-Glu-Glu-Ala-Pro-Ser-Leu-Arg-Pro-Ala-Pro-Pro-Pro-Ile-Ser-Gly-Gly-Gly-Tyr-Arg
ist.
Es hat sich gezeigt, dass mit den oben genannten Peptiden inbesondere Schockzustände behandelt werden können, wobei der Schock mit einem oder mehreren aus der Gruppe, umfassend Bakteriengifte, disseminierte intravaskuläre Koagulopathie,

   nektrotisierende Fasciitis, hämorrhagischen Schock infolge einer Virusinfektion, insbesondere verursacht durch Filovirus, Arenaviridae, Bunyaviridae, Flavivirus, Dengue, akutes hämorrhagisches Atmungsversagen, verursacht durch Infektions-erreger oder Autoimmunerkrankungen, Organversagen nach einer Organschädigung, insbesondere durch einen Myocardinfarkt, eine Gefässoperation, ein Abklemmen von Organen, einen hämorrhagischen Schock, Lungeninfarkt, Leberinfarkt, Darminfarkt, operative Eingriffe und Schlaganfall, und die Organfehlfunktion bei transplantierten Organen, in Zusammenhang steht.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Peptide und Proteine
Peptide wurden durch eine Festphasen-Peptidsynthese hergestellt und mittels einer Umkehrphasen-HPLC gereinigt, wobei Nucleosil 100-10C18-Säulen (PiChem, Graz, Österreich) verwendet wurden.

   Es sollte angemerkt werden, dass der beta 15-42-Bereich unter Spezien 100% gleichartig ist, wenn konservative Aminosäure-Substitutionen ermöglicht werden. Der aus den Aminosäuren A[alpha]l-51, Bssl-118 und [gamma]l-78 zusammen-gesetzte Nterminale Disulfidknoten von Fibrinogen (NDSK) wurde wie zuvor beschrieben hergestellt (WO 02/48180). Der aus den Aminosäuren A[alpha]l7-51, Bssl5-118 und [gamma]l-78 zusammengesetzte N-terminale Disulfidknoten von Fibrin (NDSK-II, dem die Fibrino-peptide A und B fehlen) wurde hergestellt, indem NDSK bei 37 [deg.]C 3 Stunden lang mit Thrombin (20 U / 1mg NDSK) behandelt wurde. Das restliche Thrombin wurde bei 37 [deg.]C 2 Stunden lang mit 10 mM Diisopropylfluorophosphat (Fluka, Milwaukee, WI) neutralisiert.

   Alle Produkte wurden daraufhin in eine phosphatgepufferte Salzlösung (PBS) dialysiert.
ELISA
Peptid Bssi5_2bindet an VE-Cadherin
Die Wechselwirkung der Bbeta-Kette (Bbetai5-2) von Fibrin mit Endothelzellen verursacht morphologische Veränderungen (Bunce et al. J Clin Invest 89:842-50; Bach et al. Exp Cell Res 238:324-34; Chalupowicz et al. J Cell Biol 130:207-15; Hamaguchi et al. Blood 81:2348-56; Francis et al. Blood cells 19:291-306), eine Proliferation (Sporn et al. Blood 86:1802-10), das Freisetzen von von- Willebrand-Faktor (Ribes et al. J Clin Invest 79:117-23, Ribes et al. J Clin Invest 84: 435-42; Erban und Wagner, J Biol Chem 267, 2451-58) und möglicherweise IL-8 (Qi et al. Blood 90:3593-3602) und eine Membranexpression von CD54 (Harley et al. Art Thromb Vase Biol 20:652-658).

   VE-Cadherin wurde als Bindungsligand der Sequenz Bbetai5-2identizifiert und ELISAs wurden entwickelt, um diese Wechselwirkung von Endothelzellen und/oder VE-Cadherin mit Fibrin oder Fibrin-fragmenten nachzuweisen. Martinez et al. verwendeten anti-Pan-Cadherin-Antikörper zum Einfangen von Cadherinen aus Endothelzellen, gefolgt von einer Inkubation mit Fibrin (Martinez et al. Ann NY Acad Sei 936:386-405), HUVEC-Monoschichten (welche VE-Cadherin exprimieren) wurden mit radiomarkierten Fibrinfragmenten oder Peptid Bbeta[iota]5- 2überschichtet (Bach et al. J Biol Chem 273:30719-28; Harley et al. Art Thromb Vase Biol 20:652-658), und von Gorlatov und Medved wurde rekombinantes VE-Cadherin verwendet (Biochemistry 41 :4107-16).

   Andere setzten zum Nachweisen von Fibrinfragmenten im Blut einen ELISA ein, wobei sie hauptsächlich Antikörper gegen verschiedene Sequenzen innerhalb des Fibrinogenmoleküls verwendeten, einschliesslich Antikörpern gegen das Bbetai5.42-Motiv (besprochen bei Fareed et al. Clin Chem 8:1845-53).
Wir entwickelten einen modifizierten ELISA, der mit denselben, von anderen beschriebenen Prinzipien arbeitet, der Zweck des hier beschriebenen ELISA besteht jedoch nicht darin, Fibrin- Abbauprodukte quantitativ zu bestimmen, sondern nach Proteinen, Peptiden oder Verbindungen zu suchen, welche die Bindung der Bbeta1s.42-Sequenz und des VE-Cadherins stören.

   Das Prinzip besteht darin, dass das VE-Cadherin entweder als verkürztes Protein, als Vollprotein oder gekoppelt mit anderen Proteinen, welche die Bbeta15.2-Bindungsstelle nicht stören, mit der Bbetai5-42-Sequenz von Fibrin wechselwirken darf. Man kann jegliche andere zusätzliche Substanz in dieses System einbringen und messen, ob diese Substanz die VE-Cadherin Bbeta15- 2-Bindung hemmt.
Im Einzelnen wurden 96-Mulden-Proteinimmobilisierungsplatten (Exiqon, Vedbaek, DK) mit rekombinantem menschlichem VE-Cadherin-FC-Fusionsprotein (8 nM; R&D Systems, Minneapolis) in PBS beschichtet und über Nacht bei 4 [deg.]C stehengelassen.

   Die Platten wurden danach gewaschen und mit Peptid Bss^^ (GHRPLDKKREEAPSL RPAPPPISGGGYR), das am C-Terminus des Peptids mit einer FLAG-Sequenz (DYKDDDDK) markiert war, oder mit einem FLAG-markierten Zufallspeptid (DRGAPAHRPPRGPISGRSTPEKEKLLPG) inkubiert, und zwar in einer Konzentration von 0-80 [mu]Mol. Nach dem Waschen wurde durch Inkubation mit einem Peroxidase-markierten anti-FLAG-Antikörper (Sigma, St. Louis, USA) und einem chromogenen Substrat gebundenes FLAG-markiertes Peptid nachgewiesen. Die optische Dichte wurde durch einen auf eine Wellenlänge von 450 nm eingestellten ELISA-Plattenleser bestimmt. Die Daten stellen den Mittelwert aus drei unabhängigen Versuchen dar, wobei jeder dreifach durchgeführt wurde. Die untenstehende Tabelle zeigt, dass das Peptid Bssi5- 2in konzentrationsabhängiger Weise an VE-Cadherin band.

   Im Gegensatz dazu zeigte das Zufallspeptid nur eine unwesentliche Bindung.
Dosisabhängige Binc ung von Peptid B betai 5-42 ar l VE-Cadherin [mu]M/ ml 0 0,23 0,7 2,3 7 14 21 35 46 70
15-42 FLAG Mittelwert 0 0,01 0,02 0,08 0,33 0,92 1,3 1,5 1,93 2,1
Standard
 <EMI ID=7.1> 
abweichung 0 0,01 0,01 0,03 0,17 0,19 0,2 0 0 0 ZufallsFLAG Mittelwert 0 0,01 0 0,01 0,03 0,12 0,2 0,35 0,5
Standard
 <EMI ID=8.1> 
abweichung 0 0,01 0 0,01 0,02 0,04 0,1 0 0
Das Peptid Bss15^2und Fibrinfragmente konkurrieren hinsichtlich der Bindung an VECadherin.
In einem nächsten Schritt analysierten wir, ob dieser ELISA zum Screenen nach anderen Peptiden/Verbindungen angewandt werden kann, damit diese mit der Bindung der Bssj5-42-Sequenz an VE-Cadherin konkurrieren.

   Erwartungsgemäss hemmte das Peptid Bss[iota]s-42vollständig die Bindung des flag-markierten Peptids Bss[iota]s.42 und wurde als positive Kontrolle verwendet, und Zufallspeptide oder ein Lösungsmittel hatten keinerlei Wirkung und wurden als negative Kontrollen verwendet. Kürzere Peptide hemmten teilweise die Bindung von Bss15.2an VE-Cadherin. NDSK-II hemmte die Bss ^.-Bindung in konzentrationsabhängiger Weise. Ein Gleichgewicht zwischen Bss1s-2und NDSK-II (50%ige Hemmung) war bei einem Molverhältnis von 24:1 erreicht. NDSK hatte wenig oder keine Wirkung.
Die Kunststoffoberfläche wurde mit VE-Cadherin in einer Konzentration von 8 nM beschichtet. Danach wurden die angegebenen Peptide in Konzentrationen von 200 [mu]M hinzugefügt, NDSK oder NDSK-II wurde in den angegebenen Konzentrationen hinzugefügt.

   Der Nachweis der Bindung des FLAG-markierten Bbeta1s- 2 (12 [mu]M) wurde wie obenstehend beschrieben durchgeführt.
Blockierendes Reagens % Hemmung der 15-42FLAG-Bindung an VE-Cadherin
Mittelwert +- Standardabweichung
Peptid 15-42 (28mer) 100 +- 10
Peptid zufällig (4mer) 3 +- 3
Peptid zufällig (28mer) 10 +- 3
Lösungsmittel 0 + 0
Peptid 15-18 (4mer) 200 [mu]M 65 +- 12
Peptid 15-26 (12mer) 200 [mu]M 64 +- 10
Peptid 15-30 (16mer) 200 [mu]M 61 +- 13
Peptid 15-34 (20mer) 200 [mu]M 67 +- 17
Peptid 15-37 (24mer) 200 [mu]M 17 -fc 19
Peptid 16-42 (27mer) 200 [mu]M 55 +- 13
 <EMI ID=8.2> 
 Peptid 15-18 (4mer) 12 [mu]M 7 +- 2
Peptid 15-26 (12mer) 12 [mu]M 6 +- 1
Peptid 15-30 (16mer) 12 [mu]M 6 +- 3
Peptid 15-34 (20mer) 12 [mu]M 7 +- 1
Peptid 15-37 (24mer) 12 [mu]M 7 +- 2
Peptid 16-42 (27mer) 12 [mu]M 5 +- 2
NDSK-II 0,06 [mu]M 1 + 0
NDSK-II 0,12 [mu]M 39 + 18
NDSK-II 0,

  20 [mu]M 42 + 14
NDSK-II 0,60 [mu]M 52 + 16
NDSK-II 1,2 [mu]M 63 + 13
NDSK-II 2,4 [mu]M 79 + 9
NDSK-II 4,0 [mu]M 82 + 12
NDSK 0,06 [mu]M 0 + 0
NDSK 0,12 [mu]M 2 + 1
NDSK 0,20 [mu]M 1 + 1
NDSK 0,60 [mu]M 7 + 6
NDSK 1,2 [mu]M 15 + 13
NDSK 2,4 [mu]M 16 + 9
NDSK 4,0 [mu]M 20 + 10
 <EMI ID=9.1> 
anti- VE-Cadherin Ab (TEA1/31, 1 mg/ml) 2 + 1
Wirksamkeit des Peptids bbetais-^ bei der Behandlung von Denguevirus-infizierten Mäusen. Materialien und Methoden.
Virus. Das Denguevirus des Typs 2 (DEN-2), Stamm P23085, wurde von der Staatlichen Virensammlung, Moskau, Russland, in Form einer gefriergetrockneten Suspension von infiziertem ICR-Mäusegehim erhalten. Das erhaltene Denguevirus wurde im Gehirn der ICR-Mäusejungtieren Passagen unterzogen, so wie zuvor beschrieben (Atrasheuskaya et al. FEMS Immunology and Medical Microbiology. 35, 33-423).

   Eine 10%ige Gehirnsuspension diente als Virusstamm und wurde bei -40[deg.] C gelagert. Der Virustiter wurde durch die serienmässigen Verdünnungen der Gehirasuspension bestimmt. Die Gehirnsuspension wurde in Gruppen von jeweils 10 Mäusen (4 Wochen alte BALB/c) i.p. geimpft, und die Mortalität wurde aufgezeichnet. Der Virustiter wurde berechnet und betrug 7,4 lg LD50/ml. Jegliche Arbeit mit dem infektiösen Virus wurde im Sicherheitsraum der höchsten Biosicherheitsstufe 3 (BSL-3) im Labor des SRC VB Vector (Russland) durchgeführt. Tiere.
Vier Wochen alte, durch Inzucht erzeugte männliche BALB/c-Mäuse (Haplotyp H-2d) wurden vom Vivarium des Staatlichen Forschungszentrums für Virologie und Biotechnologie Vector erhalten. Die Tiere wurden mit Futter und Wasser, das ad libitum verfügbar war, in einzelne Käfige gegeben.

   Analysen.
Den Mäusen wurde vor der Infektion und nach der Exposition an DEN-2 unter Methoxyfluran- Anästhesie aus dem orbitalen Sinus Blut entnommen. Für jeden Zeitpunkt wurden drei Mäuse zur Blutgewinnung herangezogen.
Die zirkulierenden Blutplättchen (PLT), roten Blutkörperchen (RBC), weissen Blutkörperchen (WBC), Hämoglobin (HGB) und Hämatokrit (HCT) wurden unter Verwendung eines Cell -Dyn 900-Hämatologie-Analysators (Sequoia-Turner Corporation, USA, CA) bestimmt.
Ein Teil des gewonnenen Blutes wurde zentrifugiert, um Serum zu erhalten, das bis zum Ende des Versuchs bei -80[deg.]C gelagert wurde. Die Serumspiegel von Cytokinen wurden gemessen, wobei von R&D Systems (Minneapolis,USA) hergestellte Enzym-Immunoassay-Kits gemäss den Instruktionen des Herstellers verwendet wurden.

   Die Nachweisgrenzen waren wie folgt: TNF-[alpha], weniger 5,1 pg/ml; Interleukin (IL)-lss, 3,0 pg/ml; IL-6, 3,1 pg/ml; IFN[gamma]- weniger 20 pg/ml.
Das Denguevirus im Blut der Tiere wurde mittels RT-PCR identifiziert, so wie zuvor beschrieben (Harris et al. J. Clin. Microbiol. 36, 2634-2639). Die Gesamt-RNA aus dem Blut wurde unter Verwendung eines Kits von Quiagen (Deutschland) isoliert. Die Primer waren wie folgt: oberer 5'AATATGCTGAAACGCGAGAGAAACCG (Position 136-161), unterer 5'AAGGAACGCCACCAAGGCCATG (Position 237-258), wobei sie ein 119 bp-Produkt amplifizierten. Um die Virusbelastung quantitativ zu bestimmen, wurde DEN-2 wie zuvor beschrieben auf Vero E6-Zellkulturen titriert (Harris et al. J. Clin. Microbiol. 36, 2634-2639). Am 0. und 22.

   Tag nach der Exposition wurde das Blut der überlebenden Mäuse mittels ELISA in Hinblick auf anti-DEN-2-Antikörper (IgG) analysiert, so wie zuvor beschrieben (Ignatyev et al. J. Biotechnology. 44, 111-118). Versuchsaufbau.
Durch Inzucht erzeugte, vier Wochen alte männliche BALB/c-Mäuse wurden in 6 Hauptgruppen aufgeteilt. Jede Gruppe enthielt 50 Mäuse. Alle Tiere wurden intraperitoneal (i.p.) mit dem an Mäuse angepassten DEN-2-Stamm P23085 (wie obenstehend beschrieben) in einer Dosierung von 1 LD50 infiziert und täglich auf Anzeichen einer Krankhaftigkeit untersucht. Mäuse aus den ersten Untergruppen aller Hauptgruppen (Al-Fl) wurden zur Mortalitätskontrolle herangezogen. Jede Untergruppe enthielt 20 Mäuse. Tiere der zweiten Untergruppen (A2 - F2) wurden zum Erhalten von Serumproben verwendet.

   Jede Untergruppe enthielt 30 Mäuse.
Gruppenbeschreibung. n= 50 in jeder Gruppe Die Kontrollgruppe erhielt nur das Virus.
Die Behandlung mit Peptid Bss[iota]5^2 wurde zweimal täglich mit jeweils 4800 [mu]g/kg durch eine intraperitoneale Injektion durchgeführt, und zwar ab dem 3. Tag nach der Infektion bis zum 8. Tag nach der Infektion.
Blut- und Serumproben wurden an den ausgewählten Zeitpunkten beschafft: am 1., 3., 5., 7., 11., 22. Tag nach der Exposition.
Eine statistische Analyse wurde unter Anwendung des Student' s t- or Chi-Quadrat-Tests durchgeführt. P- Werte <0,05 wurden als signifikant betrachtet.
 <EMI ID=11.1> 

Tabelle 1.

   Mortalität und IgG-Titer. p<0,05 zwischen Gruppen
Mortalität
'0/
40
0
Überleben
60
100 mittlere Zeitdauer bis zum Tod.
6,800+-0,245
Alle Mäuse überlebten
IgGTiter
1:160
1:20 unbehandelt
Bss15. 42
Tabelle 2
Kontrollen Bss ^.-behandelt
Tag 3 5 7 Tag 3 5 7
Hämoglobin g/ml 14 10 10 15 10 15
Hämatokrit % 15 22 35 15 33 43
TNF pg/ml 33 71 65 32 65 45
IL-6 pg/ml 210 210 150 140 110 100
 <EMI ID=11.2> 
IL-1 pg/ml 32 55 59 32 29 28
Kontrollen Bb15-42
Tag O 0 0
2 1,2+-0,1 1,2+-0,2
3* 2,4+-0,3 2,2+-0,2
4 4,4+-0,2 4,2+-0,2
5 6,0+-0,4 5,6+-0,4
 <EMI ID=11.3> 
6 6,2+-0,4 6,0+-0,4
Virämie lg PFU/ml 7 6,3+-0,3 5,9+-0,4
 <EMI ID=12.1> 
28 0- 0
Gramnegativer Schock
Männliche Wistar-Ratten mit einem Gewicht von 230-280 g waren in der Tierversuchsanlage (Universität Düsseldorf) untergebracht und wurden mit Standardkost und Wasser ad libitum gefüttert.

   Alle Vorgänge wurden gemäss den AAALAC -Richtlinien und dem Handbuch für die Pflege und Verwendung von Labortieren (Amt für Gesundheit und Soziales, Nationale Gesundheitsinstitute, Veröffentlichung Nr. 86-23) ausgeführt. Ausserdem waren alle Versuche von einer Behörde für Ethik und Forschung der Universität Düsseldorf und des Landes bewilligt. Wie zuvor beschrieben (Zacharowski et al. Crit Care Med 2000, Zacharowski et al. Crit Care Med 2001; 29:1599-1608), wurden die Ratten mit Natriumthiopenton (120 mg/kg i.p.) anästhesiert, und die Anästhesie wurde je nach Bedarf mit ergänzenden Dosierungen von Natriumthiopenton aufrechterhalten.
In die Luftröhre wurde eine Kanüle eingeführt, um die Atmung zu ermöglichen, und die rektale Temperatur wurde mit einer homöothermen Decke bei 37 [deg.]C gehalten.

   Die rechte Halsschlagader wurde katheterisiert und mit einem Druckfühler verbunden, um den phasischen und mittleren Arterienblutdruck (MAP) und die Pulszahl (HR) zu messen, welche auf einem Datenerfassungsystem (MacLab 8e, ADI Instruments, Deutschland) angezeigt wurden, das auf einem IBM-Computer installiert war. In die rechte Drosselvene wurde zur Verabreichung von Arzneimitteln eine Kanüle eingeführt. In die Blase wurde ebenfalls eine Kanüle eingeführt, um den Urinfluss zu ermöglichen und um die Möglichkeit der Entwicklung eines später auftretenden Nierenversagens zu verhindern. Alle Tiere erhielten während des gesamten Versuchs einen vollständigen Flüssigkeitsersatz von 1,0 ml/kg/h (0,9 % Natriumchlorid, Kochsalzlösung, als i.v.-Infusion in die Drosselvene).

   Nach Beendigung des chirurgischen Eingriffs wurde ermöglicht, dass sich die kardiovaskulären Parameter 15 Minuten lang stabilisierten, und sie wurden 6 Stunden lang ständig aufge-zeichnet. Bei diesem Modell eines LPS-induzierten multiplen Organversagens ist ein Zeitraum von 6 Stunden wesentlich, um einen erheblichen Anstieg der Serumspiegel von AST und ALT zu erzielen, während ein erheblicher Anstieg der Serumspiegel von Harnstoff und Kreatinin bereits nach 2 Stunden beobachtet werden kann.
Drei Gruppen wurden untersucht:
Die Ratten wurden einer Scheinoperation unterzogen: (Simulation). I
Simulation LPS plus Kochsalzlösung LPS plus Bss15.42
 <EMI ID=13.1> 
100% 25% 88%
Die Ratten wurden einem gramnegativen Schock ausgesetzt.

   Lipopolysaccharid von E. coli,
Serotyp 0,127:B8 (6 mg/kg i.V.), wurde 5 Minuten lang i.v. verabreicht, 1 Stunde später erhielten die Tiere eine Kochsalzlösung (2,4 ml/kg): (LPS + Kochsalzlösung).
Die Ratten wurden einem gramnegativen Schock ausgesetzt. Lipopolysaccharid von E. coli,
Serotyp 0,127:B8 (6 mg/kg i.v.), wurde 5 Minuten lang i.v. verabreicht, die Tiere erhielten
Bss[iota]s-42 (2,4 mg/kg): (LPS + Bss15-42).
Überleben n=20 in jeder Gruppe, p<0,05
Sechs Stunden nach dem Auslösen eines gramnegativen Schocks wurde aus dem in der rechten Halsschlagader platzierten Katheter Blut entnommen. Die Blutprobe wurde zentrifugiert (1610 x g für 3 Minuten bei Raumtemperatur), um Plasma abzutrennen.

   Die folgenden Markerenzyme wurden im Plasma als biochemische Indikatoren für eine multiple Organschädigung/Fehlfunktion gemessen:
Eine Leberschädigung wurde bewertet, indem der Anstieg der Plasmaspiegel von Alaninaminotransferase (ALT, ein spezifischer Marker für eine Leberparenchymschädigung) and Aspartataminotransferase (AST, ein nicht spezifischer Marker für eine Leber-schädigung) gemessen wurde.
Eine Nierenfehlfunktion wurde abgeschätzt, indem die Anstiege der Plasmaspiegel von Harnstoff (ein Indikator für eine beeinträchtigte Ausscheidungsfunktion der Niere und oder einen erhöhten Katabolismus) und Kreatinin (ein Indikator für eine reduzierte Glomerulusfiltrationsrate und folglich eine Nierenfehlfunktion) gemessen wurden.

   Die Plasmaspiegel von Glucose und Amylase wurden als indirekte Marker der Pankreasfunktion und -Schädigung gemessen.
Ausserdem wurde das arterielle pO2als indirekter Marker der Lungenfunktion/-schädigung gemessen. Laborwerte
Simulation Kontrolle Bssl5-42
ALT 39,8 542,3 261 ,9
SEM 5,2 117,2 42,7
AST 194,1 908,8 529,0
SEM 30,8 140,9 75,7
Kreatinin 0,5 0,9 0,6
 <EMI ID=13.2> 
SEM 0,0 0,1 0,1 
Harnstoff 49,1 123,2 107,8
SEM 5,8 4,6 5,9
Glucose 131 ,5 75,3 45,8
SEM 7,5 5,4 9,1
Amylase 1713,3 1837,4 1945,1
SEM 131 ,5 122,7 176,8
PO2 90,0 67,0 98,7
 <EMI ID=14.1> 
SEM 1 ,8 3,7 8,2
Mittlerer Arteriendruck
Zeit Simulation LPS LPS +
Bss 15-42
( ) Mittelwert SEM Mittelwert SEM Mittelwert SEM
0 120,9 5,5 118,9 5,4 128,9 5.2
1 111 ,5 10,6 90,7 5,5 83,7 4.6
2 113,2 7,3 100,2 5,1 102,3 4
3 116,4 5,4 90 7,4 103,2 4
4 108,7 8,9 81 ,1 7,9 101 ,2 3
5 104,1 9,6 60,1 10,8 97,1 5,

  4
 <EMI ID=14.2> 
6 104,1 9,6 34,1 7,7 107,7 9,6
Pulszahl
Zeit Simulation LPS LPS
Bss 15-42
(h) Mittelwert SEM Mittelwert SEM Mittelwert SEM
0 482,2 17 457 18,1 436,9 6,4
1 461 ,7 12,1 511,2 27,4 484,8 18,6
 <EMI ID=14.3> 
2 488,1 13,6 523,3 27,3 484,1 10,3 3 506,6 26,6 518,5 24,9 509,8 12
4 488,9 17,4 516,7 32,1 516,7 13,4
5 470,4 13,9 515,5 26,1 533,7 30,7
 <EMI ID=15.1> 
6 443,7 0,7 530,1 27,7 541 ,6 24,4
Am Ende des Versuchs wurden von allen untersuchten Gruppen Organ (Lunge, Leber, Herz und Niere)-Biopsien entnommen. Die Biopsien wurden bei Raumtemperatur in einer gepufferten FormaldehydIösung (4% in phosphatgepufferter Kochsalzlösung) fixiert und nach Wien versandt. Mit Standard-H&E gefärbte Abschnitte zeigten keinerlei Unterschiede.

   Bei Kontrollen, die nur LPS erhielten, fanden wir jedoch in Abschnitten, die unter Verwendung von saurem Fuchsin-Orange G hinsichtlich Fibrinablagerungen gefärbt wurden, Zahlen von Fibrinthrombi, die im Vergleich zu Tieren, welche mit LPS plus Bssi5-42(p<0,05) behandelt wurden, signifikant erhöht waren. In scheinbehandelten Tieren waren keine Fibrinthrombi vorhanden.
durchschnittliche Zahl von Fibrinthrombi in Gefässen
LPS plus Kochsalzlösung LPS plus Bbetai5^2
Herz 28 + 13 5 + 2
Niere 17 + 8 2 + 9
Leber 47 + 41 78 + 37
 <EMI ID=15.2> 
Lunge 1,7 + 1 1 + 0

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    Verwendung eines Peptids mit der allgemeinen Formel I
    R r
    O
    II
    N- CH2- C- Z-, - Z2
    (I) wo[pi]n
    Ri und R2gleich oder unterschiedlich, Wasserstoff, einen gesättigten oder ungesättigten
    Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 10, insbesondere 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten,
    Zi einen Histidin- oder Prolinrest bedeutet,
    Z2einen Argininrest, einen Peptidrest oder einen Proteinrest mit anfangständigem
    Argininrest, insbesondere mit 2 bis 30 Aminosäuren, bedeutet, welches Peptid die biologische Eigenschaft besitzt, mit dem induzierbaren VE-Cadherin-
    Bindungsmotiv an der Bss-Kette (d.h. Bssis-) des menschlichen Fibrins zusammenzupassen, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung zur Behandlung von Schock.
  2. 2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Peptid die allgemeine Formel II
    R1
    /
    O II N- CH2- C- Zi - Arg - Z-
    (II)
    R2aufweist, worin
    Z\einen Histidin- oder Prolinrest bedeutet,
    Arg einen Argininrest bedeutet,
    Z3einen Prolin- oder Valinrest bedeutet,
    Z4einen Leucin- oder Valinrest bedeutet,
    Z5einen Peptidrest oder einen Proteinrest mit insbesondere mit 2 bis 30 Aminosäuren oder einen Alkoholrest mit 1 bis 10, insbesondere 1 bis 3 Kohlenstoffatomen oder einen organischen oder anorganischen Basenrest bedeutet.
  3. 3. Verwendung nach Ansprach 2, dadurch gekennzeichnet, dass Z5ein von der AalphaKette des Fibrins abgeleiteter Peptidrest ist.
  4. 4. Verwendung nach Ansprach 2, dadurch gekennzeichnet, dass Z5ein von der BbetaKette des Fibrins abgeleiteter Peptidrest ist.
  5. 5. Verwendung nach Ansprach 2, dadurch gekennzeichnet, dass
    Z5ein Peptidrest mit der Aminosäuresequenz
    Asp Lys Lys Arg Glu Glu Ala Pro Ser Leu Arg Pro Ala Pro Pro Ile Ser Gly Gly Gly Tyr Arg
    Z\ein Histidinrest, Arg ein Argininrest, Z3 ein Prolinrest, und Z4ein Leucinrest ist.
  6. 6. Verwendung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
    Z5ein Peptidrest mit der Aminosäuresequenz
    Glu Arg His Gin Ser Ala Cys Lys Asp Ser Asp Trp Pro Phe Cys Ser Asp Glu Asp Trp Asn Tyr Lys
    Zi ein Prolinrest, Arg ein Argininrest, Z3 ein Valinrest, und Z4ein Valinrest ist
  7. 7. Verwendung eines Peptids, welches die N-terminale Sequenz Gly-His- Arg-Pro-Leu- Asp-Lys-Lys-Arg-Glu-Glu-Ala-Pro-Ser-Leu-Arg-Pro-Ala-Pro-Pro-Pro-Ile-Ser-Gly-Gly-Gly-Tyr-Arg
    aufweist, welches Peptid die biologische Eigenschaft besitzt, mit dem induzierbaren VECadherin-Bindungsmotiv an der Bss-Kette (d.h. Bssi5-42) des menschlichen Fibrins zusammenzupassen, für die Herstellung einer pharmazeutischen Zubereitung zur Behandlung von Schock.
  8. 8. Verwendung gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Peptid
    Gly-His- Arg-Pro-Leu- Asp-Lys-Lys-Arg-Glu-Glu-Ala-Pro-Ser-Leu-Arg-Pro-Ala-Pro-Pro-Pro-Ile-Ser-Gly-Gly-Gly-Tyr-Arg
    ist.
  9. 9. Verwendung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Schock mit einem oder mehreren aus der Gruppe, umfassend Bakteriengifte, disseminierte intravaskuläre Koagulopathie, nektrotisierende Fasciitis, hämorrhagischen Schock infolge einer Virusinfektion, insbesondere verursacht durch Filoviras, Arenaviridae, Bunyaviridae, Flaviviras, Dengue, akutes hämorrhagisches Atmungsversagen, verursacht durch Infektionserreger oder Autoimmunerkrankungen, Organversagen nach einer Organschädigung, insbesondere durch einen Myocardinfarkt, eine Gefässoperation, ein Abklemmen von Organen, einen hämorrhagischen Schock, Lungeninfarkt, Leberinfarkt, Darminfarkt, operative Eingriffe und Schlaganfall, und die Organfehlfunktion bei transplantierten Organen, in Zusammenhang steht.
AT0004005A 2004-06-25 2005-01-13 Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock AT501263B1 (de)

Priority Applications (21)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT0004005A AT501263B1 (de) 2005-01-13 2005-01-13 Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock
PT05752350T PT1691827E (pt) 2004-06-25 2005-06-24 Utilização de péptidos derivados da cadeia b beta de fibrinogénio humano para o tratamento do choque
HR20090618T HRP20090618T1 (hr) 2004-06-25 2005-06-24 Uporaba peptida koji proizlaze iz b beta lanca humanog fibrinogena za liječenje šoka
PL05752350T PL1691827T3 (pl) 2004-06-25 2005-06-24 Zastosowanie peptydów pochodzących z łańcucha beta ludzkiego fibrynogenu do leczenia wstrząsu
ES05752350T ES2331958T3 (es) 2004-06-25 2005-06-24 Uso de peptidos derivados de la cadena b beta de fibrinogeno humano para el tratamiento del choque.
SI200530842T SI1691827T1 (sl) 2004-06-25 2005-06-24 Uporaba peptidov, izvedenih iz Bbeta-verige človeškega fibrinogena, za zdravljenje šoka
US10/596,103 US20080249006A1 (en) 2004-06-25 2005-06-24 Pharmaceutical Preparation for the Treatment of Shock
CA002544676A CA2544676A1 (en) 2004-06-25 2005-06-24 Use of peptides derived from the a alpha or b beta chain of human fibrinogen for the treatment of shock
EP05752350A EP1691827B1 (de) 2004-06-25 2005-06-24 Verwendung von peptiden, die aus der b beta kette des humanen fibrinogens abgeleitet wurden, zur behandlung von schock
DE502005007926T DE502005007926D1 (de) 2004-06-25 2005-06-24 Verwendung von peptiden, die aus der b beta kette des humanen fibrinogens abgeleitet wurden, zur behandlung von schock
AT05752350T ATE439856T1 (de) 2004-06-25 2005-06-24 Verwendung von peptiden, die aus der b beta kette des humanen fibrinogens abgeleitet wurden, zur behandlung von schock
HK06114161.8A HK1093308B (en) 2004-06-25 2005-06-24 Use of peptides derived from the b beta chain of human fibrinogen for the treatment of shock
BRPI0506148-2A BRPI0506148A (pt) 2004-06-25 2005-06-24 preparação farmacêutica para o tratamento de choque
JP2007516870A JP2008503503A (ja) 2004-06-25 2005-06-24 ヒトフィブリノゲンのAα鎖またはBβ鎖由来のペプチドの、ショックの治療のための利用
AU2005256121A AU2005256121B2 (en) 2004-06-25 2005-06-24 Use of peptides derived from the A alpha or B beta chain of human fibrinogen for the treatment of shock
DK05752350T DK1691827T3 (da) 2004-06-25 2005-06-24 Anvendelse af peptider, der er afledt fra beta-kæden af det humane fibrinogen, til behandlling af shock
EA200600561A EA008799B1 (ru) 2004-06-25 2005-06-24 Фармацевтический препарат для лечения шока
PCT/AT2005/000228 WO2006000007A1 (de) 2004-06-25 2005-06-24 Verwendung von peptiden, die aus der a alpha oder der b beta kette des humanen fibrinogens abgeleitet wurden, zur behandlung von schock
NZ545634A NZ545634A (en) 2004-06-25 2005-06-24 Use of peptides derived from the A alpha or B beta chain of human fibrinogen for the treatment of shock
IL173969A IL173969A (en) 2004-06-25 2006-02-27 Use of peptides derived from the b beta chain of human fibrinogen for the preparation of pharmaceutical compositions for treatment of shock
CY20091101198T CY1109631T1 (el) 2004-06-25 2009-11-13 Χρησιμοποιηση πεπτιδιων, τα οποια εχουν παραχθει απο την αα- ή ββ-αλυσιδα του ανθρωπινου ινωδογονου, για τη θεραπεια σοκ

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT0004005A AT501263B1 (de) 2005-01-13 2005-01-13 Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock

Publications (2)

Publication Number Publication Date
AT501263B1 AT501263B1 (de) 2006-08-15
AT501263A4 true AT501263A4 (de) 2006-08-15

Family

ID=36763383

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT0004005A AT501263B1 (de) 2004-06-25 2005-01-13 Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT501263B1 (de)

Also Published As

Publication number Publication date
AT501263B1 (de) 2006-08-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
US4588587A (en) Method of treatment to inhibit metastasis
AT507953B1 (de) Verfahren zur vermeidung und zur behandlung einer hyperpermeabilität
EP1691827B1 (de) Verwendung von peptiden, die aus der b beta kette des humanen fibrinogens abgeleitet wurden, zur behandlung von schock
US11752203B2 (en) Methods for treatment of and prophylaxis against inflammatory disorders
EP1226829A2 (de) Stabilisierte Flüssigzubereitung der den Blutgerinnungsfaktor VII aktivierenden Protease oder ihres Proenzyms
EP1183043A2 (de) Arzneimittel zur lokalen anwendung, das fibrinogen, thrombin, transglutaminasen und proteinaseinhibitoren enthält
EP1391205B1 (de) Pharmazeutische Zubereitung mit RNA als Cofaktor der Hämostase
DE2201993A1 (de) Enzympraeparat und Verfahren zu dessen Herstellung
AT414097B (de) Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock
Carroll et al. The anticoagulant effects of the hookworm, Ancylostoma ceylanicum: observations on human and dog blood in vitro and infected dogs in vivo
AU706582B2 (en) Angiogenic inhibitor containing tissue factor pathway inhibitor
AT501263B1 (de) Pharmazeutische zubereitung zur behandlung von schock
EP1962887B1 (de) Verfahren zum Bestimmen der entzündungshemmenden Wirkung eines Peptids
Rennie et al. The fibrinolytic enzyme system after trauma and in patients with fat embolism
EP0687687A2 (de) Pharmazeutische Zusammensetzung zur Vorbeugung und Behandlung von Blutgerinnungsstörungen
CA2489244A1 (en) Treatment of serious infections and septic shock
Donner et al. On the action mechanism of some fibrinolysis inhibitors
JP2013532649A (ja) 初期免疫防御において新規な機能を発揮する先祖セリンプロテアーゼ凝固カスケード
RU2302250C1 (ru) Средство, обладающее антикоагулянтным действием, и способ его получения
Tauber Inhibition of lysosomal plasminogen activator activity in experimental shock
MXPA06002514A (en) Use of peptides derived from the a alpha or b beta chain of human fibrinogen for the treatment of shock
MX2008008324A (en) Pharmaceutical composition for treating haemorrhagic shock and its consecutive symptoms
KR20070022636A (ko) 인간 섬유소원의 알파 또는 베타 체인으로부터 유래된펩티드의 쇼크 치료 용도
HK1093308B (en) Use of peptides derived from the b beta chain of human fibrinogen for the treatment of shock
JPH06135993A (ja) 止血作用および生体防御作用を有するペプチド

Legal Events

Date Code Title Description
MM01 Lapse because of not paying annual fees

Effective date: 20120113