Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Brillenfassung und insbesondere eine Brillenfassung mit starker Wölbung, wie sie für Sport- und Sonnenbrillen verwendet wird.
Zur Befestigung von Korrekturgläsern in Kunststofffassungen ist es üblich, die Brillengläser in einer Optikerwerkstatt oder durch einen spezialisierten Verglasungsservice in die durch die Fassung vorgegebene Scheibenform zu bringen und am Umfang mit einem V-förmigen Umfangsrand bzw. einem Vförmigen Vorsprung, einer sog. Facette, zu versehen. Wie in Fig. 1 dargestellt, wird hierzu das zu schleifende Glas 1 zentriert zwischen zwei Flansche 2a, 2b gespannt und in speziellen Schleifmaschinen am Umfang solange geschliffen, bis die programmierte, von der Fassung abgetastete oder von einer Schablone (sog. Formscheibe) abgenommene Glasform erreicht ist.
Die Schleifscheiben sind so profiliert, dass dabei zusätzlich eine standardisierte Kontur aus der gesamten Umfangsfläche herausgearbeitet wird (vgl. Technologie für Augenoptiker / Bohn, Heiner; ISBN 3922269354 Optische Fachveröffentlichung GmbH, 2003 Abb. 14.17 S209 und Abb. 14.22, S. 214). Da die Achse der Schleifscheibe 4 und die Achse der Glashaltewelle 3 stets parallel angeordnet sind, wird beim Schleifen des Glasumfangs eine zylindrische Fläche 5 erzeugt. In die Brillenfassung ist eine vergleichbare Kontur eingearbeitet, in die das geschliffene Glas eingesetzt und am gesamten Umfang formschlüssig gehalten wird.
In der Regel sind die für die Fassungen verwendeten Kunststoffe gerade noch so elastisch, dass dies ohne Öffnen der Umfassung allein durch elastische Aufweitung möglich ist.
Brillenfassungen, die für die Verglasung mit Korrekturgläsern vorgesehen sind, haben zur Vermeidung von Abbildungsverzerrungen Fassungsscheibenwinkel von
5-8[deg.] und geringe Glaswölbungen. Nach EN ISO 8624:2002 Anhang Tabelle A.1 und Bild A.4 versteht man unter dem Fassungsscheibenwinkel den in Fig. 2 im Blick von oben auf die Brillenfassung dargestellten Winkel 8a, 8b zwischen der Fassungsebene 6 und der rechten 7a bzw. linken Scheibenebene 7b.
Für Sportbrillen und sportive Sonnenbrillen sind grössere Scheibenwinkel und stärkere Glaswölbungen charakteristisch. Deshalb werden solche Brillen bisher fast nur mit wirkungsfreien, gleichmässig dünnen Gläsern angeboten, bei denen die Schutzwirkung bzw.
Kontraststeigerung im Vordergrund stand. Als Lösung für Fehlsichtige wird dann im Prinzip eine zweite kleine Brille hinter der Front der Sportbrille angebracht.
Inzwischen sind neu entwickelte Brillengläser auf dem Markt, die auch bei Scheibenwinkeln bis 25[deg.] und stärkerer Wölbung gute Abbildungseigenschaften bieten. Diese können deshalb anstelle der wirkungsfreien Gläser in diese Art von Fassungen eingeschliffen werden. Dabei ist jedoch bei grösseren Scheibenwinkeln und stärkerer Wölbung eine manuelle Nacharbeit bei Gläsern mit Minuswirkung erforderlich, weil diese Gläser je nach Dioptrienzahl nasal eine Randdicke von deutlich über 2 mm aufweisen.
In Fig. 3 ist der nasale Bereich der Brille in der Vergrösserung dargestellt.
Da die Achse des Glaszylinders 5 von der Achse des Fassungszylinders 9 um den Winkel 8a, 8b abweicht, passt das maschinell geschliffene Glas 1 ohne manuelles Nachschleifen nicht in den Fassungsrand 11 der Brillenfassung. Wie in der vergrösserten Darstellung von Fig. 3B dargestellt ist, kommt es insbesondere in dem Randbereich 10 zu einer Überschneidung zwischen dem Fassungsrand 11 und dem geschliffenen Glas 1. Demgemäss wird der Randbereich 10 des Glases 1 abgeschliffen, bevor das Glas 1 in die Brillenfassung eingesetzt wird.
Die Aufgabe der Erfindung besteht somit in der Verbesserung einer Brillenfassung und einer entsprechenden Brille sowie in der Bereitstellung eines entsprechenden Verfahrens zur Herstellung einer Brille derart, dass die Brille auf einfache und kostengünstige Weise herstellbar ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Brillenfassung mit den Merkmalen nach Anspruch 1 sowie eine Brille mit den Merkmalen nach Anspruch 10 und ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 13 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 15 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
Die erfindungsgemässe Brillenfassung zum Einsetzen von Gläsern hat einen im wesentlichen um einen gesamten Umfang eines Glases verlaufenden Fassungsrand, der eine Nut zum Einsetzen einer Facette des Glases aufweist, wobei in einer Gebrachsstellung der Brillenfassung, d.h.
bei der Benutzung der Brillenfassung durch einen Brillenträger, ein dem Gesicht des Brillenträgers zugewandter innerer Nutrand des Fassungsrandes so dimensioniert ist, dass es über den gesamten Umfang des Fassungsrands keine Überschneidung mit einer Mantellinie eines Glaszylinders eines betriebsfähig in die Brillenfassung eingesetzten Glases gibt. In anderen Worten ist die Kontur des Fassungsrands so ausgebildet, dass ein Korrekturglas ohne das ansonsten durch eine Überschneidung zwischen einer Glaskontur und der Fassungskontur notwendige Abschleifen eines Glasrandes einsetzbar ist.
Vorzugsweise weist der innere Nutrand zumindest in einem nasalen Bereich der Brillenfassung eine geringere Höhe als die entsprechende Höhe eines äusseren Nutrandes des Fassungsrands auf.
Die Höhe eines jeweiligen Nutrandes 11b, 11c wird dabei von einem Nutgrund der Nut aus gemessen, wie in Fig. 4 dargestellt ist, d.h. als ein Abstand zwischen einer Geraden 5d, die parallel zu einer Mantellinie 5b eines Glaszylinders 5 eines betriebsfähig in die Brillenfassung eingesetzten Glases 1 verläuft und einen Punkt 11d der Nut 11a umfasst, der von der Mantellinie 5b des Glaszylinders 5 am weitesten entfernt liegt (Nutgrund), bis zu einer Geraden 5jnr,enbzw. 5aUssen, die parallel zu der Mantellinie 5b des Glaszylinders 5 des betriebsfähig in die Brillenfassung eingesetzten Glases 1 verläuft und einen Punkt des jeweiligen Nutrandes umfasst, der am nähesten bei der Mantellinie 5b des Glaszylinders liegt. In anderen Worten wird der Abstand in radialer Richtung des Glaszylinders gemessen (d.h. entlang einer Geraden 5c, welche senkrecht zur Glaszylinderlängsachse verläuft).
Somit ist der innere Nutrand des Fassungsrands so dimensioniert, dass es keine Überschneidung zwischen einem Glaszylinder eines betriebsfähig eingesetzten Glases und dem inneren Nutrand gibt.
Hierdurch wird eine ansonsten auftretende Überscheidung zwischen dem inneren Nutrand und einem Glasrand vermieden, so dass ein Einschleifen der Gläser in die Brillenfassung nicht erforderlich ist. Infolgedessen kann eine Brille schneller und kostengünstiger angefertigt werden.
Darüber hinaus wird die Gefahr der Produktion von Ausschuss bei dem Einschleifen der Gläser vermieden, so dass auch hierdurch ein Kostenvorteil erlangt werden kann.
Vorzugsweise erstreckt sich der nasale Bereich mit der verringerten Höhe des inneren Nutrands zu beiden Seiten eines Schnittpunkts einer horizontalen Mittellinie der Brillenfassung mit dem Fassungsrand der Brillenfassung über einen Winkelbereich von jeweils 30[deg.] bis 75[deg.] des Fassungsrands. Indem die verringerte Höhe des inneren Nutrands in dem angegebenen Winkelbereich vorgesehen wird, wird einerseits eine Überschneidung des inneren Nutrands mit einem Glasrand vermieden und andererseits eine sichere Fixierung des Glases gewährleistet, da andere Bereiche des inneren Nutrands keine verringerte Höhe aufweisen.
Hierdurch wird das Glas auf sichere Weise innerhalb der Nut gehalten, während andererseits ein Einsetzen des Glases durch den abgesenkten inneren Nutrand erleichtert ist.
Vorzugsweise ist der innere Nutrand mit der geringeren bzw. verringerten Höhe durch eine im wesentlichen ebene Fläche gebildet, die schräg zu einer Achse eines Fassungszylinders bzw.
schräg zu einer Hauptblickrichtung angeordnet ist.
Vorzugsweise liegt ein Winkel zwischen der Achse des Fassungszylinders und der im wesentlichen ebenen Fläche des inneren Nutrands mit verringerter Höhe in einem Bereich von 10[deg.] bis 40[deg.].
Vorzugsweise ist die im wesentlichen ebene Fläche gegenüber einer an einem äusseren Nutrand anliegenden Mantellinie eines Glaszylinders eines betriebsfähig in die? Brillenfassung eingesetzten Glases im wesentlichen parallel versetzt angeordnet, so dass zwischen einem Glasumfangsrand und der im wesentlichen ebenen Fläche des inneren Nutrands ein vorgegebenes Spiel auftritt.
Hierdurch bildet die im wesentlichen ebene Fläche eine Anlagefläche für die Anlage eines Glasrands bei einer elastischen Verformung der Brillenfassung.
Infolgedessen lässt die Brillenfassung einerseits eine gewisse Verformung der Brillenfassung zu, während andererseits durch Anlegen der im wesentlichen ebenen Fläche an den Glasrand eine Begrenzung der Verformung der Brillenfassung vorgesehen ist.
Vorzugsweise ist die Brillenfassung aus Kunststoff gegossen und der innere Nutrand mit geringerer Höhe wird beim Giessen der Kunststofffassung angeformt.
Vorzugsweise ist der Rand der Brillenfassung so elastisch,
dass ein Glas mit seiner Facette durch Eindrücken und dadurch entsprechendes elastisches Aufweiten des Rands einsetzbar ist.
Vorzugsweise liegt ein Fassungsscheibenwinkel zwischen einer Fassungsebene und einer Scheibenebene im Bereich von 5[deg.] bis 25[deg.].
Vorzugsweise ist der innere Nutrand mit der geringeren Höhe über den gesamten Umfang des Fassungsrands ausgebildet.
Darüber hinaus wird erfindungsgemäss eine Brille mit der vorher beschriebenen Brillenfassung und Gläsern mit einer Facette an einem Glasumfang geschaffen.
Vorzugsweise sind die Gläser Korrekturgläser zum Korrigieren einer Fehlsichtigkeit
Darüber hinaus können die Gläser getönt sein als Schutz gegen Sonnenstrahlen und/oder zur Kontraststeigerung.
Erfindungsgemäss wird des weiteren ein Verfahren zum Herstellen einer BriHenfassung mit folgenden Schritten geschaffen:
Ausbilden einer Nut in einem Umfangsrand einer Brillenfassung; Dimensionieren der Höhe eines inneren Nutrands der Brillenfassung in einem nasalen Bereich geringer als in anderen Bereichen des Umfangs des Fassungsrands, so dass es keine Überschneidung mit einer Mantellinie eines
Glaszylinders eines betriebsfähig in die Brillenfassung eingesetzten Glases gibt.
Vorzugsweise wird die Brillenfassung aus Kunststoff gegossen, wobei die Nut und der innere Nutrand mit geringerer Höhe während dem Giessen der Brillenfassung ausgebildet werden.
Erfindungsgemäss wird des weiteren ein Verfahren zum Herstellen einer Brille mit folgenden Schritten geschaffen:
Bereitstellen einer Brillenfassung durch ein Verfahren, wie es oben beschrieben ist;
Schleifen von Korrekturgläsern zum Einsetzen in die Brillenfassung, um eine Facette an einem Umfangsrand der Gläser auszubilden;
und
Einsetzen der Gläser in die Brillenfassung durch Druckausübung, um hierdurch den Umfangsrand der Brillenfassung so aufzuweiten, dass die Gläser in die Brillenfassung eintreten und mit der Facette in die Nut einschnappen.
Nachfolgend wird der Stand der Technik und die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele im Zusammenhang mit den beigefügten Zeichnungen beispielhaft erläutert.
Fig. 1 zeigt ein zwischen zwei Flanschen 2a, 2b eingespanntes Glas 1 bei der Bearbeitung eines Umfangsrands des Glases 1 mittels einer Schleifscheibe 4.
Fig. 2 zeigt eine Brille in der Ansicht von vorne sowie in der Ansicht von oben.
Fig. 3A zeigt einen Fassungsrand 11 einer Brillenfassung zum Einsetzen eines Glases 1 nach dem Stand der Technik.
Fig. 3B zeigt eine vergrösserte Ansicht eines nasalen Bereichs B des in Fig. 3A gezeigten Fassungsrands 11 einer Brillenfassung nach dem Stand der Technik mit einem eingesetzten Glas 1.
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Brillenfassung, bei der eine Überschneidung 13 eines inneren Nutrands entfernt wird.
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Brillenfassung mit einem abgeflachten inneren Nutrand 11b.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Dabei werden dieselben Bezugszeichen wie bei der Beschreibung des Stands der Technik verwendet, um gleiche Elemente und Bauteile zu bezeichnen.
Geometrische Bezugskörper und Bezugslinien sowie Fachausdrücke, die in der Anmeldung verwendet werden, sind soweit nichts anderes angegeben ist, gemäss den einschlägigen EN ISO Normen, insbesondere der EN ISO 8624:2002, definiert.
Wie in Fig. 1 gezeigt ist, wird ein gewölbtes Brillenglas 1 durch Flansche 2a, 2b auf einer Achse 3 zentriert eingespannt, um eine Kontur an einer Umfangsfläche des Brillenglases 1 zu erzeugen. Eine derartige Kontur weist nach dem Stand der Technik eine Facette bzw. einen Vorsprung 1a auf, wie in Fig. 3B gezeigt ist.
Diese Facette 1a wird durch Schleifen mittels einer Schleifscheibe 4 (siehe Fig. 1) erzeugt, indem das Brillenglas 1 um die Achse 3 gedreht wird und dabei mittels der Schleifscheibe 4 geschliffen wird, die eine Nut 4a, korrespondierend zu dem zu erzeugenden Vorsprung 1a, aufweist.
Das fertige Brillenglas 1 kann mittels des erzeugten Vorsprungs 1a formschlüssig in eine Nut 11a eines Fassungsrands 11 der Brillenfassung eingesetzt werden, wie in Fig. 3B gezeigt ist. Fig. 3A zeigt die Stellung eines Fassungszylinders 9 gegenüber einem Glaszylinder 5. Der Fassungszylinder 9 ist dabei definiert durch seine Achse 9a, die im wesentlichen senkrecht zu der Fassungsebene 6 (s. Fig. 2) liegt. Darüber hinaus ist die horizontale und vertikale Lage der Achse 9a durch den Fassungsrand 11 der Brillenfassung definiert.
In anderen Worten stimmt die Achse 9a des Fassungszylinders mit einer Hauptblickrichtung des Brillenträgers überein. Dieser im wesentlichen senkrecht zu der Fassungsebene 6 verlaufenden Fassungszylinderachse 9a gegenüber ist einer Glaszylinderachse 5a mehr oder weniger, um den Fassungsscheibenwinkel [alpha] geneigt, der in EN ISO 8624:2002 Anhang Tabelle A.1 und Bild A.4 definiert ist Dabei verläuft die Achse 5a wiederum im wesentlichen senkrecht zu der Scheibenebene 7a, 7b des Glases 1.
In anderen Worten verläuft die Achse 5a des Glaszylinders 5 schräg zu einer Hauptblickrichtung des Brillenträgers.
Bei grösseren Fassungsscheibenwinkeln [alpha], d.h. im Bereich von grösser als ca. 8 Grad kommt es dabei zu Überschneidungen zwischen einem inneren Nutrand 11b des Fassungsrands 11 der Brillenfassung und dem Glasrand des Glases 1 an einer nasalen Seite, d.h. an einer Seite, benachbart zu der Nase des Brillenträgers. Dies ist insbesondere in Fig. 3B gezeigt, wobei nach dem Stand der Technik ein Glasrand 10 abzuschleifen wäre.
Das Problem der Überschneidung zwischen dem Glasrand und dem inneren Nutrand 11b der Brillenfassung im nasalen Bereich der Brillenfassung tritt insbesondere bei Gläsern mit Minuswirkung auf, da diese aufgrund ihrer beidseitigen konkaven Wölbung eine grössere Randdicke, d.h. eine Randdicke von deutlich über 2 mm aufweisen.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Anwendung bei Gläsern mit Minuswirkung beschränkt, sondern kann für beliebige andere Gläser, wie beispielsweise Gläser mit Pluswirkung oder auch bei wirkungsfreien Gläsern, zur Anwendung kommen.
Wie in Fig. 5 gezeigt ist, weist eine erfindungsgemässe Brillenfassung im nasalen Bereich eine Abflachung des inneren Rands 11b der Nut 11a des Fassungsrands 11 auf, d.h. der innere Rand 11b der Nut 11a hat in einem nasalen Bereich des Fassungsrands 11 eine geringere Höhe h als in anderen Bereichen des Fassungsrands 11. Hierdurch wird eine Überschneidung zwischen einem Glasrand 1b des Brillenglases 1 und dem Nutrand 11b vermieden.
Wie in Fig. 4 gezeigt ist, hat der innere Nutrand 11b nach dem Stand der Technik eine Höhe H, so dass eine Überschneidung mit dem Glas 1 in dem doppelt schraffierten Überschneidungsbereich 13 auftritt.
Die Höhen H und h sind dabei jeweils als ein Abstand zwischen einem Punkt am Nutgrund der Nut 11a, der am weitesten von einer Mantellinie 9b eines Fassungszylinders 9a entfernt liegt, und einem Punkt am inneren Nutrand 11b definiert, der am nähesten bei der Mantellinie 9b des Fassungszylinders 9a liegt
Wie des weiteren aus Fig.
4 und 5 zu erkennen ist, hat beim Stand der Technik ein innerer Nutrand 11b im wesentlichen dieselbe Höhe H wie ein äusserer Nutrand 11c, während bei der Erfindung der innere Nutrand 11b eine wesentlich geringere Höhe h als der äussere Nutrand 11c hat.
Vorzugsweise ist die Abflachung des inneren Nutrands 11b so dimensioniert, dass ein kleines Spiel S zwischen dem Nutrand 11 b und dem Glasrand 1 b auftritt. Hierdurch können Fertigungstoleranzen sowie elastische und thermische Verformungen kompensiert werden. Vorzugsweise ist die Abflachung durch eine ebene Fläche gebildet, die in dem in Fig. 5 dargestellten Schnitt dargestellt ist, um eine Begrenzung einer elastischen Verformung des Fassungsrands 11 durch Anliegen der ebenen Fläche des inneren Nutrands 11b an einem Glasrand 1b zu ermöglichen.
Dabei umfasst die Schnittebene von Fig. 5 die Glaszylinderachse 5a und erstreckt sich in radialer Richtung. In anderen Worten ist die ebene Fläche des inneren Nutrands 11b jeweils in einem radial zu dem Glaszylinder 5 verlaufenden Schnitt im wesentlichen eben, wie in Fig. 5 dargestellt ist. Andererseits ist die ebene Fläche des inneren Nutrands 11b natürlich in Umfangsrichtung des Fassungsrands 11 entsprechend dem Radius des Glaszylinders 5 gekrümmt. Dadurch ergibt sich ein gleichmässiger Abstand der ebenen Fläche des inneren Nutrands 11b zu dem Glasrand 1b.
Eine ausreichende Fixierung des Glases 1 innerhalb der Fassung 11 ist dadurch gewährleistet, dass die Abflachung bzw. verringerte Höhe des inneren Nutrands 11b nur in einem Bereich in der Nähe der Nase des Brillenträgers ausgebildet ist.
Im Gegensatz hierzu ist der gegenüberliegende innere Nutrand nicht abgeflacht, so dass das Brillenglas 1 auf sichere Weise durch den Fassungsrand 11 gehalten wird. Dasselbe gilt für den vertikal obersten Punkt des Fassungsrands 11 und den vertikal niedrigsten Punkt des Fassungsrands 11. In anderen Worten ist die Abflachung 11b des Fassungsrands 11 nur in einem Bereich nahe der Nase des Brillenträgers ausgebildet. Hierzu hat bewährt sich insbesondere eine Abflachung um jeweils 30 Grad bis 75 Grad des Umfangs des Fassungsrands 11, ausgehend von einer horizontalen Mittellinie der Brillenfassung.
Die horizontale Mittellinie der Brillenfassung ist definiert in EN ISO 8624:2002, Anhang A und Bild A.1.
Dabei ist die Ebene des inneren Nutrands 11b gegenüber dem Glaszylinder 5 leicht geneigt, so dass die Ebene mit dem Glasrand 1b einen leicht spitzen Winkel bildet, wie in Fig. 5 gezeigt ist. Darüber hinaus ist die Ebene gegenüber dem Glasrand 1b etwas versetzt, so dass zwischen den beiden Flächen ein Spiel S auftritt. Dieses Spiel S kann thermische und elastische Verformungen des Fassungsrands 11 aufnehmen, und gleichzeitig bilden die gegenüberliegenden Flächen des inneren Nutrands 11b und des Glasrands 1b eine Anschlagfläche für die Begrenzung einer Verformung.
Darüber hinaus kann ein Glas 1 auf einfache Weise in den Fassungsrand 11 eingesetzt werden, indem die Facette 1a in die dem nasalen Bereich diametral gegenüber liegende Nut 11a eingesetzt wird, und das Glas 1 dann von innen gegen die Brillenfassung 11 gedrückt wird, so dass die Facette 1a auf der schrägen Ebene des inneren Nutrands 11b so lange gleitet, bis die Facette 1a in die Nut 11a eintritt.
Somit müssen die Korrekturgläser nicht mehr an ihrem Rand nachgearbeitet werden, um eine Überschneidung zu beseitigen, wie es nach dem Stand der Technik notwendig war. Dies ergibt eine erhebliche Zeitersparnis beim Anfertigen einer Brille.
Darüber hinaus kann kein Ausschuss bei dem Nachschleifen eines Korrekturglases erzeugt werden, wodurch die Kosten gesenkt werden können.
Des weiteren sitzt das Glas besser in der Brillenfassung, weil es auf einfache Weise durch Gleiten der Facette 1a auf der schrägen Ebene des inneren Nutrands 11b eingesetzt werden kann. Die hierfür erforderliche Kraftanwendung ist geringer als bei einer Brillenfassung nach dem Stand der Technik.
Demgemäss ist die Anwendung der erfindungsgemässen Brillenfassung nicht auf Korrekturgläser beschränkt, sondern die Brillenfassung kann auch für wirkungsfreie Gläser verwendet werden, da ausserdem die optische Erscheinung der Brille verbessert ist. Darüber hinaus können beispielsweise einfache durchsichtige wirkungsfreie Gläser einer Fahrradbrille durch verdunkelte wirkungsfreie Gläser bzw.
Korrekturgläser durch einen Anwender auf einfache Weise ausgetauscht werden, da ein Herausnehmen und Wiedereinsetzen des Glases in die Brillenfassung aufgrund der Abflachung des inneren Nutrands 11b erleichtert ist.