AT504514B1 - Vorrichtung zum rudern in blickrichtung - Google Patents
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Description
2 AT 504 514 B1
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Rudern in Blickrichtung mit einer schwenkbar gelagerten Ruderführung und mit einem um seine Längsachse drehbar in der Ruderführung gehaltenen Ruder.
Das Rudern in Blickrichtung erfordert eine Umkehrung der Ruderbewegung. Zu diesem Zweck ist es bekannt (EP 1 391 379 A1, US 4 052 951 A), die Ruder in einem Schlitten drehfest zu halten, der entlang einer in Fahrrichtung verlaufenden Schlittenbahn verschiebbar und um diese Schlittenbahn als Achse verschwenkbar gelagert ist. Eine andere Möglichkeit ergibt sich durch die Ausbildung der Ruder als einarmige Hebel mit einem Anlenkpunkt am dem Ruderblatt gegenüberliegenden Ende und einer Griffanordnung zwischen Anlenkpunkt und Ruderblatt (DE 297 18 517 U1). Um die damit verbundenen Nachteile zu vermeiden, ist es bekannt (DE 201 16 742 U1), eine Ruderführung in Form eines Gelenkviereckes vorzusehen, auf dessen Koppel das Ruder gelagert ist. Das Ruder macht somit die Schwenkbewegung der Koppel mit, sodass das Ruder an seinem griffseitigen Ende erfasst werden kann und beim Durchziehen der Ruder die Ruderblätter im Vortriebssinn durch das Wasser bewegt werden. Nachteilig ist der konstruktive Aufwand und die Notwendigkeit, die Kurbelarme des Gelenkviereckes im Bereich der Längsachse des Bootskörpers anzulenken. Dazu kommt, dass zwar das Drehen des Ruders um seine Längsachse über eine entsprechende Lagerung in der Ruderführung ohne weiteres gewährleistet werden kann, nicht aber die für das Eintauchen der Ruderblätter ins Wasser erforderliche Schwenkbewegung um eine Kippachse in Fahrrichtung. Einfache Konstruktionsbedingungen ergeben sich hinsichtlich einer solche Schwenkbewegung der Ruder um eine in Fahrrichtung verlaufende Kippachse, wenn die Ruderführung auf einem um eine solche Kippachse drehbar gelagerten Träger angeordnet ist und aus einem Schwenkkörper besteht, der mit einem drehbaren Antriebskörper über einen gekreuzten Riementrieb zur Umkehrung des Drehsinns verbunden ist (DE 198 55 744 C1). Die Drehung des Antriebskörpers durch einen Griffhebel hat daher eine gegensinnige Verschwenkung des Ruders zur Folge, was wiederum ein Rudern in Blickrichtung erlaubt. Schwierig ist allerdings eine Übertragung einer Drehbewegung des Griffhebels um seine Achse auf das vom Griffhebel gesonderte Ruder.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Rudern in Blickrichtung der eingangs geschilderten Art mit einfachen konstruktiven Mitteln so auszugestalten, dass der beim Rudern mit Blickrichtung entgegen der Fahrrichtung gewohnte Bewegungsablauf weitgehend eingehalten werden kann und der für einen Ruderer vorgesehene Platz nicht durch Konstruktionsteile für die Umkehrung der Ruderbewegung beeinträchtigt wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Ruderführung auf einem Schlitten, der entlang einer im Wesentlichen in Fahrrichtung verlaufenden Schlittenführung verfahrbar ist, schwenkbar lagert und in eine entlang der Schlittenführung verlaufende Führungskulisse eingreift.
Wird das Griffende des Ruders im Vortriebssinn des Bootes von der Bugseite in Richtung des Bootshecks bewegt, so wird der Schlitten über die Ruderführung entlang der Schlittenführung gegen die Heckseite hin verfahren. Da die Ruderführung auf dem Schlitten schwenkbar gelagert ist und in eine entlang der Schlittenführung verlaufende Führungskulisse eingreift, hängt der Schwenkwinkel der Ruderführung und damit des in der Ruderführung gelagerten Ruders vom jeweiligen Abstand der Schwenkachse der Ruderführung auf dem Schlitten von der Führungskulisse ab, deren Verlauf somit den jeweiligen Schwenkwinkel des Ruders während des Verfahrens des Schlittens entlang der Schlittenführung bestimmt. Aufgrund dieser Zwangsführung der Ruderführung kann mit Hilfe des Verlaufes der Führungskulisse gegenüber der Schlittenführung für das Ruder eine gewünschte Schwenkbewegung festgelegt werden, die ein Rudern in Blickrichtung erlaubt, und zwar unter durchaus mit einem Rudern mit Blickrichtung zur Heckseite vergleichbaren Bewegungsabläufen, weil eben aufgrund der Kulissenführung der Ruderführung jeder Schlittenstellung ein bestimmter Schwenkwinkel der Ruderführung und damit des Ruders zugeordnet werden kann. Zu diesem Zweck braucht lediglich eine Schlittenführung sowie eine entlang der Schlittenführung verlaufende Führungskulisse vorgesehen zu 3 AT 504 514 B1 werden, sodass diese im Wesentlichen in Fahrrichtung verlaufenden Konstruktionsteile seitlich an das Boot angeschlossen werden können, ohne den Sitzbereich des Ruderers zu beeinträchtigen.
Die Drehbewegung des Ruderblattes um die Längsachse des Ruders kann wegen der drehbaren Lagerung des Ruders in der Ruderführung über das Griffende des Ruders in gewohnter Weise bewerkstelligt werden. Zum Heben und Senken des Ruders könnte die Ruderlagerung auf der Ruderführung um eine quer verlaufende Kippachse verschwenkbar gehalten werden, was jedoch einen zusätzlichen Konstruktionsaufwand im Bereich der Ruderführung mit sich bringt. Einfachere Konstruktionsbedingungen ergeben sich, wenn die Schlittenführung und die ihr zugeordneten Führungskulisse auf einem Träger angeordnet sind, der um eine zumindest angenähert in Fahrrichtung verlaufende Kippachse drehbar gelagert ist. Über diese Kippachse kann das Ruderblatt in das Wasser eingetaucht und zum Rückstellen des Ruders in die Ausgangstage aus dem Wasser herausgezogen werden, sodass sich für den Ruderer ein üblicher Bewegungsablauf einstellt.
Wie bereits ausgeführt wurde, bedingt die geometrische Zuordnung der Führungskulisse zur Schlittenführung den jeweiligen Schwenkwinkel des Ruders bezogen auf die Schlittenstellung und damit das Übersetzungsverhältnis zwischen den Bewegungen des Griffendes und des Ruderblattes. Durch eine gegenüber der Schlittenführung verschwenkbare Führungskulisse kann somit in einfacher Weise dieses Übersetzungsverhältnis verändert und an die Leistungsfähigkeit des Ruderers angepasst werden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 ein Ruderboot mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Rudern in Blickrichtung in einer schematischen Draufsicht,
Fig. 2 die Rudervorrichtung nach Fig. 1 in einer Draufsicht in einem größeren Maßstab,
Fig. 3 die Ruderführung in einer zum Teil aufgerissenen Draufsicht in einem größeren Maßstab und
Fig. 4 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung einer Konstruktionsvariante einer erfindungsgemäßen Rudervorrichtung.
Die dargestellte Vorrichtung zum Rudern in Blickrichtung weist eine in Fahrrichtung verlaufende Schlittenführung 1 für einen Schlitten 2 auf, der eine Ruderführung 3 trägt, und zwar auf einer Schwenkachse 4. In dieser Ruderführung 3 ist ein Ruder 5 in Lagern 6 axial unverschiebbar, aber um seine Längsachse drehbar gehalten. Die verschwenkbar auf dem Schlitten 2 gelagerte Ruderführung 3 greift mit Hilfe einer Führungsrolle 7 in eine entlang der Schlittenführung 1 verlaufende Führungskulisse 8 ein. Die Führungskulisse 8 sowie die Schlittenführung 1 sind auf einem gemeinsamen Träger 9 vorgesehen, der um eine im Wesentlichen in Längsrichtung des Bootes verlaufende Kippachse 10 frei drehbar gelagert ist. Wie der Fig. 1 entnommen werden kann, kann diese Lagerung der Rudervorrichtung über die Kippachse 10 sowohl in einem Gestell 11 eines Bootes mit zwei Rümpfen 12 erfolgen, wie dies strichpunktiert angedeutet ist, als auch an einem Einrumpfboot 13 vorgenommen werden, das in der Fig. 1 strichliert veranschaulicht ist. Unabhängig von der Bauart des Bootes kann für den Ruderer ein herkömmlicher Rollsitz 14 mit Fußabstützungen 15 vorgesehen werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Booten sitzt der Ruderer jedoch mit Blickrichtung zur Bugseite in Fahrrichtung 16.
In der Fig. 3 ist die Lagerung der Ruderführung 3 näher dargestellt. Der Schlitten 2 ist in der als hinterschnittene Nut ausgebildeten Schlittenführung 1 in zwei zueinander senkrechten Richtungen durch Laufrollen 17 und 18 abgestützt, wobei die Laufrollen 18 ein Kippen des Schlittens 2 um eine in Richtung der Schlittenführung 1 verlaufende Achse verhindern. Die auf der Schwenkachse 4 des Schlittens 2 drehbar abgestützte Ruderführung 3 wird in ihrer Schwenklage durch die in die Führungskulisse 8 eingreifende Führungsrolle 7 festgelegt, und zwar in Abhängigkeit vom Verfahrweg des Schlittens 2, weil die Führungskulisse 8 zwar entlang der
Claims (4)
- 4 AT 504 514 B1 Schlittenführung 1 verläuft, dieser gegenüber aber geneigt ist, sodass sich beim Verfahren des Schlittens 2 entlang der Schlittenführung 1 die Führungsrolle 7 der Ruderführung 3 aufgrund des Verlaufes der Führungskulisse 8 quer zur Schlittenführung 1 verlagert, was eine Drehbewegung der Ruderführung 3 um ihre Schwenkachse 4 zur Folge hat. Da sich bei der gewählten Anordnung der Führungskulisse 8 auf der Außenseite der Schlittenführung 1 die Führungskulisse 8 gegen die Heckseite hin von der Schlittenführung 1 entfernt, wird die Führungsrolle 7 mit zunehmendem Verschiebeweg des Schlittens 2 gegen die Heckseite vom Boot aus gesehen zunehmend nach außen verlagert, was eine Schwenkbewegung des Ruders 5 im Vortriebssinn zur Folge hat, wie dies in der Fig. 2 anhand verschiedener Schlittenstellungen dargestellt ist. Dies bedeutet, dass beim Rudern in Blickrichtung beim Anziehen des Ruders ein Ruderschlag im Vortriebssinn durchgeführt wird. Die Drehung der Ruderblätter 19 um die Längsachse der Ruder 5 erfolgt in üblicher Weise durch ein Drehen der Griffenden 20. Das Heben und Senken der Ruderblätter 19 wird ebenfalls über die Griffenden 20 vorgenommen, wobei die gesamte Vorrichtung um die Kippachse 10 gedreht wird. Da der Verlauf der Führungskulisse 8 gegenüber der Schlittenführung 1 den jeweiligen Schwenkwinkel der Ruderführung 3 und damit des Ruders 5 bestimmt, kann auch der dem Weg des Griffendes 20 zugeordnete Schwenkwinkel des Ruders 5 um die Schwenkachse 4 und damit das jeweilige Übersetzungsverhältnis der Bewegungen des Handgriffes 20 und des Ruderblattes 19 über den Verlauf der Führungskulisse 8 gegenüber der Schlittenführung 1 verändert werden. Zu diesem Zweck bildet nach der Fig. 4 die Führungskulisse 8 einen gesonderten Bauteil 21, der auf dem Träger 9 schwenkverstellbar gelagert ist. Die Schwenkachse ist mit 22 bezeichnet. Zur Einstellung der jeweiligen Neigung der Führungskulisse 8 gegenüber der Schlittenführung 1 dient ein Schwenkhebel 23, an dem der Bauteil 21 mit der Führungskulisse 8 über eine Steckverbindung 24 mit verschiedenen Einstecköffnungen befestigt werden kann. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Rudern in Blickrichtung mit einer schwenkbar gelagerten Ruderführung und mit einem um seine Längsachse drehbar in der Ruderführung gehaltenen Ruder, dadurch gekennzeichnet, dass die Ruderführung (3) auf einem Schlitten (2), der entlang einer im Wesentlichen in Fahrrichtung (16) verlaufenden Schlittenführung (1) verfahrbar ist, schwenkbar lagert und in eine entlang der Schlittenführung (1) verlaufende Führungskulisse (8) eingreift.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlittenführung (1) und die ihr zugeordnete Führungskulisse (8) auf einem Träger (9) angeordnet sind, der um eine zumindest angenähert in Fahrrichtung (16) verlaufende Kippachse (10) drehbar gelagert ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskulisse (8) schwenkverstellbar gegenüber der Schlittenführung (1) gelagert ist. Hiezu
- 4 Blatt Zeichnungen
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| AT504514B1 true AT504514B1 (de) | 2008-06-15 |
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| US4052951A (en) * | 1976-01-09 | 1977-10-11 | Farr Alton E | Rowing device for a forward facing rower |
| EP1391379A1 (de) * | 2002-08-19 | 2004-02-25 | Klaus Katzschke | Vorrichtung zum Rudern mit vorwärts gewandtem Körper des Ruderers |
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2007
- 2007-07-13 AT AT11012007A patent/AT504514B1/de not_active IP Right Cessation
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| EP1391379A1 (de) * | 2002-08-19 | 2004-02-25 | Klaus Katzschke | Vorrichtung zum Rudern mit vorwärts gewandtem Körper des Ruderers |
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