AT504672B1 - Griffanordnung für ein möbel - Google Patents
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Description
2 AT 504 672 B1
Die Erfindung bezieht sich auf eine Griffanordnung für ein Möbel mit einer Frontplatte, mit einer in einem Randstreifen der Frontplatte vorgesehenen, gegen die sich entlang des Randstreifens erstreckende Stirnseite der Frontplatte offenen Griffmulde und mit einem Griffteil zum Bewegen der Frontplatte, der in der Griffmulde um eine zum Plattenrand parallele Achse gegen eine Rückstellkraft aus der Frontebene schwenkbar gelagert ist und je einen Schenkel beidseits der Schwenkachse bildet.
Um eine Griffanordnung bündig in der Frontplatte einer Schublade oder einer Möbeltür unterzubringen, ist es bekannt (DE 202 03 554 U1), den Griffteil in einer Griffmulde schwenkbar zu lagern und über ein Gestänge mit einem ebenfalls schwenkbar in der Griffmulde gehaltenen Druckteil zu verbinden, so dass bei einer Betätigung des Druckteils der Griffteil gegen die Rückstellkraft einer Feder aus der Frontebene ausgeschwenkt wird und zum Öffnen der Schublade oder der Möbeltür erfasst werden kann. Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist vor allem der beträchtliche Konstruktionsaufwand zufolge der Antriebsverbindung zwischen dem Griffteil und dem Druckteil.
Darüber hinaus ist es bekannt (DE 40 29 782 A1), einen leistenförmigen Griffteil in einer Griffmulde schwenkbar zu lagern, der zwei einen doppelarmigen Hebel ergebende Schenkel beidseits der Schwenkachse bildet, so dass bei einer Druckbelastung eines Schenkels der Griffteil gegen die Kraft einer Rückstellfeder mit dem anderen Schenkel aus der Frontebene ausgeschwenkt wird und dadurch eine verbesserte Angriffsmöglichkeit bietet. Vorausgesetzt wird allerdings, dass die Griffmulde durch den leistenförmigen Griffteil nicht vollständig abgedeckt wird.
Bei einer weiteren bekannten Griffanordnung (DE 75 27 089 U) wird in eine randseitige Aussparung einer Frontplatte eines Möbels ein gegen die Stirnseite der Frontplatte offenes Gehäuse eingesetzt, in dem ein Griffteil um eine zum Plattenrand parallele Achse drehbar gelagert ist. Dieser Griffteil bildet einen doppelschenkeligen Winkelhebel, dessen abgewinkelter Schenkel das Gehäuse auf seiner offenen Stirnseite verschließt. Der Griffteil kann aus einer mit der Frontfläche der Frontplatte bündigen Ausgangsstellung, gegebenenfalls gegen eine Rückstellfeder, in eine Gebrauchslage ausgeschwenkt werden, in der der Winkelschenkel eine gute Handhabe zur Bewegung der Frontplatte bietet. Unabhängig von der jeweiligen Konstruktion der bündig in die Frontplatte eingesetzten Griffteile sind jedoch für unmittelbar aneinanderstoßende Frontplatten zweier Schubladen oder Türen eines Möbels gesonderte Griffanordnungen erforderlich, was nicht nur den Aufwand vergrößert, sondern auch Einfluss auf das äußere Erscheinungsbild der Möbelfront nimmt.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Griffanordnung der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass eine voneinander unabhängige Verstellung zweier unmittelbar aneinanderstoßender Frontplatten zweier Schubladen oder Türen möglich wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass eine von zwei aneinanderstoßenden Frontplatten die Griffmulde in einem an die Stoßfuge zwischen den Frontplatten angrenzenden Abschnitt aufweist, dass die Griffmulde sich gegen die eine Griffleiste bildende Stirnseite der anschließenden Frontplatte öffnet und dass der Griffteil mit seinem in die Griffmulde einschwenkbaren Schenkel die Stoßfuge begrenzt.
Da die Griffmulde mit diesen Konstruktionsvorgaben randseitig in einer der beiden Frontplatten vorgesehen und gegen die Stirnseite der anschließenden Frontplatte offen ist, kann bei einem Verschwenken des Griffteils im Sinne eines Einschwenkens des die Stoßfuge zwischen den beiden Frontplatten begrenzenden Griffteilschenkels der Zugang zur Stirnseite der anschließenden Frontplatte freigegeben werden, sodass diese Stirnseite als Griffleiste ausgebildet werden kann, um die anschließende Frontplatte über diese Griffleiste zu bewegen. Die die Griffmulde mit dem Griffteil aufweisende Frontplatte kann mit Hilfe des Griffteils bewegt werden, dessen von der Stoßfuge abgekehrter Schenkel beim Verschwenken aus der Frontebene 3 AT 504 672 B1 ausgeschwenkt wird und dadurch eine gute Angriffsmöglichkeit zum Verstellen der Schublade bzw. der Tür über den Griffteil gibt. Es ist somit für die voneinander unabhängige Betätigung der beiden Schubladen oder Türen lediglich eine Griffanordnung erforderlich, sodass auch das äußere Erscheinungsbild der Möbelfront durch bloß einen Griffteil im Stoßbereich zwischen den beiden Frontplatten geprägt wird.
Der Griffteil könnte in einem die Griffmulde bildenden Gehäuse gelagert werden. Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben sich jedoch insbesondere für vergleichsweise dünne Frontplatten dann, wenn der Griffteil in zwei seitlichen Lagerplatten schwenkbar gelagert wird, die mit einem Befestigungssteg in eine randparallele Nut der Frontplatte eingreifen. In diesem Fall, können die seitlichen Lagerplatten den plattenförmigen Griffteil optisch über die Länge der Frontplatte fortsetzen, so dass sich durch die Griffanordnung ein bandförmiger Abschluss der Frontplatte gegenüber der Stoßfuge ergibt.
Die Rückstellung des Griffteils in eine die Griffmulde bündig abschließende Ausgangsstellung kann in an sich bekannter Weise durch wenigstens eine Feder bewerkstelligt werden. Der Nachteil solcher Rückstellfedern ist aber, dass die Rückstellkraft mit zunehmendem Schwenkwinkel größer wird. Um diesen Nachteil zu vermeiden, kann der Griffteil mit Hilfe wenigstens eines Permanentmagneten in die Ausgangsstellung rückgeführt werden. Da die Magnetkraft mit zunehmendem Luftspalt abnimmt, ist zur Betätigung des Griffteils zunächst eine entsprechend höhere Kraft anzuwenden, die mit dem Verschwenken des Griffteils abnimmt, was vorteilhafte Handhabungsbedingungen für die Griffanordnung schafft.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Griffanordnung in einer zum Teil aufgerissenen Seitenansicht, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie ll-ll der Fig. 1 und
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie lll-lll der Fig. 1 jeweils in einem größeren Maßstab.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Frontplatten 1, 2 zweier übereinander angeordneter, strichpunktiert angedeuteter Schubladen 3 eines Möbels gezeigt. Die obere Frontplatte 1 weist in einem an die Stoßfuge 4 zwischen den beiden Frontplatten 1, 2 anschließenden Randstreifen eine Griffmulde 5 auf, in der ein plattenförmiger Griffteil 6 um eine parallel zur Stoßfuge 4 verlaufende Schwenkachse 7 drehbar gelagert ist. Zur Lagerung des Griffteils 6 sind zwei seitliche Lagerplatten 8 vorgesehen, die mit einem Befestigungssteg 9 in «ine randparallele Nut 10 der Frontplatte 1 eingreifen und im Bereich des Befestigungssteges 9 die Schwenkachse 7 bildende Lagerbolzen tragen. Die Anordnung ist dabei so getroffen, dass die Lagerplatten 8 eine optische Verlängerung des Griffteils 6 über die Länge der Frontplatte 1 darstellen, sodass sich im optischen Erscheinungsbild ein bandförmiger Abschluss der Frontplatte 1 zur Stoßfuge 4 hin durch die Lagerplatten 8 und den Griffteil 6 ergibt.
Wie insbesondere der Fig. 2 entnommen werden kann, ist die Griffmulde 5 in der Frontplatte 1 gegen die Stirnseite der Frontplatte 2 hin offen, die im Bereich dieser Stirnseite eine Griffleiste 11 bildet. Der Griffteil 6, der in der in der Fig. 1 dargestellten Ausgangsstellung die Griffmulde 5 bündig mit der Frontebene abschließt, ergibt zwei Schenkel 12, 13 beidseits der Schwenkachse 7 und kann aus der anschlagbegrenzten Ausgangsstellung in eine Betätigungsstellung gemäß der Fig. 2 verschwenkt werden. In dieser Betätigungsstellung ist der stoßseitige Schenkel 12 des Griffteils 6 in die Griffmulde 5 eingeschwenkt und gibt den Zugang zur Griffleiste 11 der Frontplatte 2 frei, sodass die untere Schublade 3 über die Griffleiste 11 der Frontplatte 2 ausgezogen werden kann. Soll die obere Schublade 3 ausgezogen werden, so ist dies mit Hilfe des Griffteils 6 möglich, dessen von der Stoßfuge 4 abgekehrter Schenkel 13 in der Betätigungsstellung nach der Fig. 2 aus der Frontebene ausgeschwenkt ist und eine entsprechende Angriffsmöglichkeit für die Schubladenbetätigung von Hand aus bietet.
Die anschlagbegrenzte Ausgangsstellung des Griffteils 6 wird durch ein Paar zusammenwir-
Claims (3)
- 4 AT 504 672 B1 kender Permanentmagneten 14 gehalten, von denen einer in der von der Frontplatte 1 gebildeten Griffmulde 5 und der andere in einer Ausnehmung des Griffteils 6 eingesetzt sind. Diese Permanentmagneten 14 bewirken außerdem die nach einem Ausschwenken des Griffteils 6 für die Rückstellung erforderliche Rückstellkraft. Der Vorteil des Einsatzes von Permanentmagneten 14 liegt darin, dass nach dem Überwinden des Losreißwiderstandes die wirksamen Magnetkräfte dem Verschwenken des Griffteils 6 nur einen vergleichsweise geringen Widerstand entgegensetzen, aber ausreichend groß für die Rückstellung des Griffteils 6 aus der Betätigungsstellung nach der Fig. 2 in die Ausgangsstellung nach der Fig. 1 sind. Um für den Griffteil 6 einen ausreichenden Schwenkwinkel zur Sicherung des freien Zugangs zur Griffleiste 11 der anschließenden Frontplatte 2 zu ermöglichen, muss für eine entsprechende Tiefe der Griffmulde 5 gesorgt werden. Falls die Dicke der Frontplatte 1 zur Ausbildung «iner solchen Griffmulde 5 nicht ausreicht, kann die Frontplatte 1 randseitig entsprechend ausgenommen werden, wie dies der Fig. 2 zu entnehmen ist. Der Abschluss der Griffmulde 5 kann dann durch eine gesonderte Deckplatte 15 vorgenommen werden, was jedoch für die Funktion der Griffanordnung ohne Bedeutung ist. Patentansprüche: 1. Griffanordnung für ein Möbel mit einer Frontplatte, mit einer in einem Randstreifen der Frontplatte vorgesehenen, gegen die sich entlang des Randstreifens erstreckende Stirnseite der Frontplatte offenen Griffmulde und mit einem Griffteil zum Bewegen der Frontplatte, der in der Griffmulde um eine zum Plattenrand parallele Achse gegen eine Rückstellkraft aus der Frontebene schwenkbar gelagert ist und je einen Schenkel beidseits der Schwenkachse bildet, dadurch gekennzeichnet, dass eine von zwei aneinanderstoßenden Frontplatten (1, 2) die Griffmulde (5) in einem an die Stoßfuge (4) zwischen den Frontplatten (1, 2) angrenzenden Abschnitt aufweist, dass die Griffmulde (5) sich gegen die eine Griffleiste (11) bildende Stirnseite der anschließenden Frontplatte (2) öffnet und dass der Griffteil (6) mit seinem in die Griffmulde (5) einschwenkbaren Schenkel (12) die Stoßfuge (4) begrenzt.
- 2. Griffanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffteil (6) in zwei seitlichen Lagerplatten (8) schwenkbar gelagert ist, die mit einem Befestigungssteg (9) in eine randparallele Nut (10) der Frontplatte (1) eingreifen.
- 3. Griffanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Rückstellung des Griffteils (6) in eine die Griffmulde (5) bündig abschließende Ausgangsstellung wenigstens ein Permanentmagnet (14) vorgesehen ist. Hiezu 2 Blatt Zeichnungen
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| AT504672A1 AT504672A1 (de) | 2008-07-15 |
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