AT505257B1 - Verfahren zur herstellung einer bindeschicht für ein lagerelement - Google Patents

Verfahren zur herstellung einer bindeschicht für ein lagerelement Download PDF

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AT505257B1 AT0090107A AT9012007A AT505257B1 AT 505257 B1 AT505257 B1 AT 505257B1 AT 0090107 A AT0090107 A AT 0090107A AT 9012007 A AT9012007 A AT 9012007A AT 505257 B1 AT505257 B1 AT 505257B1
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Description

2 AT 505 257 B1
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer metallischen Bindeschicht für ein Gleitlagerelement, das eine erste Schicht aus einer ersten Legierung auf Basis von AI, Cu, Zn, Ni oder Mn als Matrixelement und eine zweite Schicht aus einer zweiten Legierung auf Basis von AI, Cu, Zn, Ni oder Mn als Matrixelement umfasst, wobei die beiden Legierungen zumindest ein metallisches Element aufweisen, das sowohl Bestandteil der ersten Legierung als auch der zweiten Legierung ist und das durch Si, Zn, oder Mg, gebildet ist, mit der Maßgabe, dass dieses Element ungleich dem Matrixelement ist, und wobei dieses zumindest eine metallische Element in der ersten Legierung in einem Anteil enthalten ist, der größer ist als der Anteil in der zweiten Legierung, wobei der Anteil des Elementes in der ersten Legierung zwischen 0,05 Gew.-% und 2 Gew.-% beträgt, wobei die erste Schicht mit der zweiten Schicht walzplattiert wird und die beiden Schichten wärmebehandelt werden, damit ein Anteil des zumindest einen metallischen Elementes aus der ersten Schicht in die zweite Schicht diffundiert, und in der zweiten Schicht Mischkristalle mit diesem Element, insbesondere übersättigte, gebildet werden, bzw. ein Verfahren zur Herstellung einer metallischen Bindeschicht für ein Gleitlagerelement, das eine erste Schicht aus einer ersten Aluminiumlegierung und eine zweite Schicht aus einer zweiten Aluminiumlegierung umfasst, wobei die beiden Legierungen zumindest ein metallisches Element aufweisen, das sowohl Bestandteil der ersten Legierung als auch der zweiten Legierung ist, und wobei dieses zumindest eine metallische Element in der ersten Legierung in einem Anteil enthalten ist, der größer ist als der Anteil in der zweiten Legierung, wobei die erste Schicht mit der zweiten Schicht walzplattiert wird und die beiden Schichten bei 475 °C wärmebehandelt werden, damit ein Anteil des zumindest einen metallischen Elementes aus der ersten Schicht in die zweite Schicht diffundiert, und in der zweiten Schicht übersättigte Mischkristalle mit diesem Element gebildet werden, weiters ein Verfahren zur Herstellung eines metallischen Gleitlagerelementes, nach dem auf einer Stützschicht eine Bindeschicht und auf der Bindeschicht eine Lagermetallschicht angeordnet wird und zumindest die Bindeschicht mit der Stützschicht walzplattiert wird sowie ein Gleitlagerelement umfassend eine Stützschicht, eine Bindeschicht und eine Lagermetallschicht, wobei die Bindeschicht zumindest eine erste Schicht und eine zweite Schicht aufweist.
An tribologisch wirksame Lagerelemente werden unterschiedlichste Anforderungen gestellt, die bei der Verwendung in Hochleistungsmotoren im Normalfall nicht von einer einzigen Legierungsschicht erfüllt werden können. Es ist daher üblich, derartige Lagerelemente mehrschichtig auszubilden, wobei häufig ein Schichtverbund, bestehend aus einer Stahlstützschicht, einer Bindeschicht und einer auf der Bindeschicht angeordneten Lagermetallschicht verwendet wird. Im einfachsten Fall kann für die Bindeschicht eine Reinaluminiumfolie verwendet werden, wobei der damit gebildete Schichtverbund eine vergleichsweise geringe Dauerfestigkeit aufweist.
Um diesem Mangel abzuhelfen, wurde in der EP 0 672 840 A ein Gleitlager mit einer Stahlstützschale und einer walzplattierten Laufschicht aus einer Aluminiumlegierung mit dispergierten, weichen Einlagerungen vorgeschlagen, wobei die Laufschicht auf eine Schicht aus einer aushärtbaren Aluminiumlegierung aufgebracht ist. Der Grund für die erhöhte Dauerfestigkeit wurde vor allem darin gesehen, dass die aushärtbare Aluminiumlegierung bei einer Kaltumformung einer erheblich geringeren Versprödung und Verfestigung unterliegt, sodass eine Rissbildung weitgehend ausgeschlossen werden kann.
Aus der DE 40 37 746 A ist ein Lager aus einer Aluminiumlegierung mit einer verstärkten Verbindungsschicht bekannt, das aus einer Lagerschicht auf Aluminiumbasis, einer Verbindungsschicht und einer Stützschicht aus Stahl besteht, wobei die Verbindungsschicht eine Härte im Bereich von 40 % bis 70 % der der Lagerlegierungsschicht auf Aluminiumbasis, ausgedrückt als Härte nach Vickers, besitzt. Es soll damit verhindert werden, dass bei Verwendung des Lagers unter schwierigen Bedingungen ein Diffundieren der Hauptkomponenten der Lagerlegierung auf Aluminiumbasis in die Verbindungsschicht auftritt oder sich die Verbindungsschicht per se verformt, sodass sie lokal hervordringt oder aus den Endoberflächen des Lagers herauskommt.
Die DE 10 2004 025 557 A beschreibt eine aluminiumbasierte Mehrschichtlagerlegierung, 3 AT 505 257 B1 welche durch Verbinden einer aus einer aluminiumbasierten Legierung hergestellten Lagerlegierungsschicht über eine aus einer Aluminium basierten Legierung hergestellten Zwischenschicht mit einem Stahlrücken ausgebildet ist, wobei die Zwischenschicht aus zwei Schichten zusammengesetzt ist, d.h. einer unteren Schicht und einer oberen Schicht, wobei die untere 5 Schicht, welche sich in Kontakt mit dem Stahlrückmetall befindet, eine geringere Härte als die obere Schicht aufweist. Da die untere Schicht weich ist, weist sie eine ausgezeichnete Verbindungseigenschaft für das Rückmetall auf, und da die obere Schicht hart ist, widersteht sie einer Belastung, welche auf die Lagerlegierungsschicht ausgeübt wird. io Aus der DE 103 35 086 A1 ist ein mehrschichtiges Lager auf Aluminiumbasis bekannt, umfassend eine Stahlstützschicht, eine Zwischenschicht aus einer Aluminiumlegierung und eine Lagerlegierungsschicht auf Aluminiumbasis enthaltend ein oder mehrere Elemente ausgewählt aus der Gruppe Cu, Zn, Mg und Si, die an die Stahlstützschicht über die Zwischenschicht aus einer Aluminiumlegierung gebunden ist, wobei das mehrschichtige Lager auf Aluminiumbasis 15 einer Lösungsbehandlung bei einer Temperatur von nicht weniger als 400 °C unterworfen worden ist. Die Zwischenschicht umfasst eine Subschicht, die sich in direktem Kontakt mit der Stahlstützschicht befindet, und mindestens eine Subschicht, die näher an der Lagerlegierungsschicht angeordnet ist, wobei die erstgenannte Subschicht aus einer Aluminiumlegierung, enthaltend 2 bis 8 Gew.-% Si, besteht und ihre Dicke 5 bis 25 % der gesamten Dicke der Zwi-20 schenschicht beträgt.
Die DE 37 39 300 C1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung walzplattierter Bleche, wobei einem Stahlblech als Trägermaterial ein Aluminiumblech als Beschichtungsmaterial zugeführt wird und beide unter dem Einfluss einer Verformung miteinander verbunden werden. Dem 25 Stahlblech wird ein mehrschichtiges Aluminiumblech zugeführt, dessen zum Stahlblech gerichtete äußere Schicht einen höheren Siliziumgehalt aufweist als die andere äußere Schicht des Aluminiumbleches.
Aus der DE 37 42 126 A1 ist eine Verbundstruktur für Gleitlagerteile bekannt, mit einer Oberflä-30 chenschicht, einer an die Oberflächenschicht gebundenen Bindungsschicht, einer an die Bindungsschicht gebundenen Zwischenschicht und einer an die Zwischenschicht gebundenen Rückschicht. Die Oberflächenschicht ist aus einer Legierung hergestellt, ausgewählt aus Legierungen, bestehend im wesentlichen aus 0,1 bis 6,0 % Cu, 0,5 bis 16,0 % In und zum Rest aus Pb, Legierungen, bestehend im wesentlichen aus 0,5 bis 16 % In und zum Rest Pb, und sol-35 chen Legierungen, die nicht mehr als 4 % Sn enthalten. Die Bindungsschicht ist aus einem Material hergestellt, ausgewählt aus der Gruppe Cu als Einzelmaterial, Legierungen, bestehend im wesentlichen aus 0,5 bis 20,0 % Zn und zum Rest aus Cu, Legierungen bestehend im wesentlichen aus 0,1 bis 4,0 % Sn und zum Rest aus Cu, Nickel als Einzelmaterial, Legierungen, bestehend im wesentlichen aus 0,5 bis 20 % Zn und zum Rest Ni, und Legierungen, bestehend 40 im wesentlichen aus 0,1 bis 4 % Sn und zum Rest Ni. Die Zwischenschicht ist aus einem Mate rial hergestellt, ausgewählt aus der Gruppe A1 als Einzelmaterial, Legierungen bestehend im wesentlichen aus 1,0 bis 13,0 % Si, 1,5 bis 6,0 % Zn und zum Rest aus AI, Legierungen, bestehend im wesentlichen aus 1,5 bis 13 % Si und zum Rest AI, Legierungen, bestehend im wesentlichen aus 0,1 bis 4 % Sn und zum Rest AI, wobei eine dieser Legierungen als Additiv ein 45 oder mehrere Elemente aus der Gruppe Cu, Mn, Cr, Zr, V, Pb und Sb in Mengen von 4,0 % oder weniger enthält. Die Rückschicht ist aus einem harten Trägermaterial, beispielsweise Stahl, hergestellt.
Es ist die Aufgabe vorliegender Erfindung, ein Mehrschichtlagerelement dahingehend zu so verbessern, dass dieses eine höhere Dauerfestigkeit aufweist.
Diese Aufgabe der Erfindung wird jeweils eigenständig gelöst durch das eingangs genanntes Verfahren zur Herstellung einer metallischen Bindeschicht für ein Gleitlagerelement, bei dem als zweite Legierung eine Legierung verwendet wird, in der der Anteil des Elementes zwischen 55 0,02 Gew.-% und 1,5 Gew.-% beträgt oder bei dem als erste Legierung AISi10 und als zweite 4 AT 505 257 B1
Legierung AIZnMgSi verwendet werden und die Wärmebehandlung über einen Zeitraum von 8 Stunden erfolgt, durch das Verfahren zur Herstellung eines metallischen Gleitlagerelementes unter Verwendung der erfindungsgemäßen Bindeschicht, sowie durch ein Gleitlagerelement, welches dieses Bindeschicht aufweist und bei dem die erste Schicht der Stützschicht und die zweite Schicht der Lagermetallschicht gegenüberliegend angeordnet sind.
Von Vorteil ist dabei, dass für die Herstellung der Bindeschicht zwei Schichten aus metallischen Legierungen verwendet werden können, die vorerst weich sind, sodass über das Walzplattieren eine hohe Haftung der beiden Schichten aneinander erzielt werden kann und dass durch anschließendes Diffundieren des zumindest einen metallischen Elementes in der Folge jene Schicht, in der dieses metallische Element im Vergleich zur anderen Schicht in einem geringen Anteil vorliegt, gehärtet wird. Es ist auf diese Weise möglich, an sich durch Walzplattieren schwer verbindbare Werkstoffe bzw. Legierungen einzusetzen. Es kann also damit eine Bindeschicht aufgebaut werden, die eine hohe Festigkeit im Lagermetallbereich aufweist.
Im Sinne der Erfindung werden unter schwer verbindbaren Werkstoffen Legierungen verstanden, welche eine hohe Sprödigkeit aufweisen, d.h. dass die Sprödigkeit so hoch ist, dass die Umformbarkeit durch Walzen bei Raumtemperatur in einem einzelnen Verformungsvorgang einen Wert von 10 % nicht erreicht, ohne dass Brüche, Anrisse, Risse oder auch Mikrorisse generiert werden.
Die Wärmebehandlung der Schichten kann auch ausschließlich über die beim Walzplattieren entstehende Walzwärme erfolgen. Es wird damit die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens erhöht und der apparative Aufwand erniedrigt.
Die Aushärtung der zweiten Legierung erfolgt durch Mischkristallbildung mit dem diffundierenden metallischen Element, insbesondere mit dem Matrixelement der zweiten Legierung der zweiten Schicht, also beispielsweise durch Aluminidbildung, bzw. kann es beim Walzplattieren auch zu spannungsinduzierten Ausscheidungen und damit zur Härtung dieser zweiten Schicht kommen. Dabei ist von Vorteil, wenn durch die Diffusion die Härte der zweiten Schicht um einen Wert gesteigert wird, der ausgewählt ist aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 10 % und einer oberen Grenze von 50 %, bezogen auf die Härte der Schicht vor der Diffusion. Durch diese Härtsteigerung wird dieser zweiten Schicht, insbesondere wenn diese im Bereich der Lagerlegierung innerhalb des Gleitlagerelementes angeordnet ist, eine Härte verliehen, die so hoch ist, dass Belastungen, welche über die Lagermetallschicht in das Lagerelement eingeleitet werden, zumindest zum Teil bereits von dieser zweiten Legierungsschicht aufgenommen werden können, sodass der Verbund der Bindeschicht mit der darunter liegenden Stützschicht vor einer Delamination besser geschützt ist. Unterhalb einer Härtesteigerung von 10 % ist dieser Effekt nicht ausreichend vorhanden, oberhalb von 50 % ist die Härte in der Bindeschicht für anschließende Walzplattierungen mit weiteren Schichten, beispielsweise der Lagermetallschicht, zu hoch, da es bei Schichten mit derartigen Härten zu einem Sprödbruch während des Walzplattierens kommen kann.
Bevorzugt wird die Wärmebehandlung so durchgeführt, dass die Härte in der zweiten Schicht um einen Wert gegenüber der Härte vor der Diffusion des zumindest einen metallischen Elementes ansteigt, der ausgewählt ist aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 20 % und einer oberen Grenze von 45 %, insbesondere aus einem Bereich ausgewählt ist aus mit einer unteren Grenze von 25 % und einer oberen Grenze von 35 %.
Das zumindest eine metallische Element wird ausgewählt aus einer Gruppe umfassend Silizium, Zink, Magnesium, wobei diesem Element bevorzugt zumindest ein zusätzliches metallisches Element mit einer maximalen Gleichgewichtslöslichkeit von 1 Gew.-% in einer Aluminiummatrix zugesetzt wird, da diese einerseits beispielsweise in einer Aluminiummatrix als feste Lösung vorliegen können und gegebenenfalls zu einer Nachhärtung bei Verwendung des erfindungsgemäßen Lagerelements führen bzw. bilden diese Metalle intermetallische Phasen mit 5 AT 505 257 B1 dem Matrixelement, also Aluminium, wobei Partikel entstehen können, die eine entsprechende Härte aufweisen bzw. Partikel entstehen, welche aufgrund ihres Habitus keine ausgesprochene Kerbwirkung erzeugen. Es werden also bevorzugt Partikel gebildet, welche keinen spitzen Habitus aufweisen, sondern bevorzugt zumindest annähernd rund oder knollenförmig oder polygonal sind.
Die maximale Gleichgewichtslöslichkeit ist die Löslichkeit bei der Temperatur, bei der It. Phasendiagramm die Schmelze erstarrt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist geeignet für das Walzplattieren von Legierungen und anschließende Aushärten zumindest einer dieser Legierungen, welche einen hohen Weichphasenanteil enthalten, d.h. einen Anteil an Weichphasenbildnern, ausgewählt aus einer Gruppe enthaltend Zinn, Blei, Wismut und Indium, wobei dieser Anteil ausgewählt ist aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 5 Gew.-% und einer oberen Grenze von 45 Gew.-%, bezogen auf die jeweilige Legierung. Durch diesen hohen Weichphasenanteil zumindest in der zweiten Legierung der zweiten Schicht, welche im erfindungsgemäßen Lagerelement der Lagermetallschicht gegenüberliegend bzw. diese kontaktierend angeordnet sein kann, können dieser Schicht auch Notlaufeigenschaften verliehen werden, welche bei Abnützung der Lagermetallschicht zum Tragen kommen, sodass also in diesem Fall kein kompletter Lagerausfall auftritt. Es wird darüber hinaus erreicht, dass die Lagermetallschicht im Vergleich zu herkömmlichen Lagern dünner ausgeführt werden kann, wodurch wiederum eine Erhöhung der Dauerfestigkeit des erfindungsgemäßen Lagerelementes erreicht wird.
Bevorzugt ist der Anteil an Weichphasenbildnern in zumindest eine der beiden Schichten, insbesondere der zweiten Schicht, ausgewählt aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 15 Gew.-% und einer oberen Grenze von 40 Gew.-%, insbesondere ausgewählt aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 20 Gew.-% und einer oberen Grenze von 30 Gew.-%, bezogen auf die jeweilige Legierung.
In einer Ausführung des Verfahrens zur Herstellung des metallischen Gleitlagerelementes wird die Wärmebehandlung der Bindeschicht vor dem Walzplattieren mit der Stützschicht, insbesondere einer Stahlstützschicht, durchgeführt, wodurch eine Aluminidbildung im Verbindungsbereich Stützschicht/Bindeschicht vermieden wird, und so keine Beeinträchtigung der Strukturfestigkeit des Lagerelementes hierdurch auftritt. Es kann damit eine Stabilisierung der sich ausbildenden Phasen in der Bindeschicht erreicht werden, bevor diese walzplattiert wird.
Zur weiteren Erhöhung der Strukturfestigkeit des Gleitlagerelements ist es einerseits möglich, die Schichtdicke der ersten Schicht der Bindeschicht, die mit der Stützschicht in Kontakt steht, auszuwählen aus einem Bereich mit einer unteren von 1 pm und einer oberen Grenze von 250 pm bzw. kann die Schichtdicke der zweiten Schicht der Bindeschicht, die mit der Lagermetallschicht in Kontakt steht, eine Schichtdicke aufweisen, die ausgewählt aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 1 pm und einer oberen Grenze von 150 pm.
Die Schichtdicke der ersten Schicht kann ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 1 pm und einer oberen Grenze von 200 pm, bevorzugt ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 1 pm und einer oberen Grenze von 100 pm.
Die Schichtdicke der zweiten Schicht kann ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 1 pm und einer oberen Grenze von 100 pm, bevorzugt ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 1 pm und einer oberen Grenze von 500 pm.
Insbesondere durch die Verwendung dünner Schichten, d.h. Schichten im Bereich zwischen 1 pm und 30 pm, bevorzugt 1 pm und 10 pm, die Diffusionswirkung verbessert.
Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Beispiele näher 6 AT 505 257 B1 erläutert.
Ein erfindungsgemäßes Gleitlagerelement besteht in an sich bekannter Weise aus einer Stützmetallschicht, einer darauf angeordneten und mit dieser verbundenen Bindeschicht, sowie einer auf der Bindeschicht angeordneten und mit dieser verbundenen Lagermetallschicht.
Gegebenenfalls ist es möglich, dass zwischen der Stützmetallschicht und der Bindeschicht zumindest eine Diffusionssperrschicht, z.B. aus Nickel, Aluminium bzw. Aluminiumlegierungsschichten, angeordnet ist. Ebenso ist es möglich, dass zwischen der Bindeschicht und der Lagermetallschicht eine derartige Diffusionssperrschicht angeordnet wird. Darüber hinaus ist es möglich, dass auf der Lagermetallschicht eine Gleitschicht als Einlaufschicht aufgebracht wird.
Die Stützschicht kann aus Stahl oder Messing bzw. einem Werkstoff bestehen, der dem Gleitlagerelement die erforderliche Festigkeit gibt.
Die Lagermetallschicht kann ausgewählt aus einer Gruppe umfassend Legierungen auf Zinn-, Wismut-, Indium- oder Aluminiumbasis sowie gegebenenfalls auf Bleibasis bzw. hochbleihältige CuPb-Basislegierungen. Insbesondere sind höherzinnhältige Zinnbasislegierungen von Vorteil und werden bevorzugt solche Lagermetalllegierungen eingesetzt, die walzplattiert werden können.
Einsetzbare Lagermetalle auf Bleibasis wären beispielsweise PbSb10Sn6, PbSb15Sn10, PbSb15SnAs, PbSb14Sn9CuAs, PbSn10Cu2, PbSn18Cu2, PbSn10TiO2, PbSn9Cd, PbSn10.
Als Lagermetalle auf Zinnbasis sind beispielsweise zu nennen SnSb8Cu4 und SnSb12Cu6Pb.
Lagermetalle auf Aluminiumbasis sind z.B. (zum Teil nach DIN ISO 4381 bzw. 4383): AISn6CuNi, AIZn5SiCuPBMg, AISn20Cu, AISi4Cd, AICd3CuNi, AISi11Cu, AISn6Cu, AISn40, AISn25CuMn, AISi1 ICuMgNi, AIZn4SiPb;
Lagermetalle auf Kupferbasis sind z.B. (zum Teil nach DIN ISO 4383) CuPb10Sn10, CuSn10, CuPb15Sn7, CuPb20Sn4, CuPb22Sn2, CuPb24Sn4, CuPb24Sn, CuSn8P, CuPb5Sn5Zn, CuSn7Pb7Zn3, CuPb10Sn10, CuPb30;
Selbstverständlich können auch andere als die genannten Lagermetalle auf Aluminium-, Kupfer-, Blei- oder Zinnbasis verwendet werden.
Vorzugsweise werden jedoch bleifreie Lagermetalle verwendet.
Die Einlaufschicht kann beispielsweise als so genannter Zinn- oder Bleiflash, d.h. als dünner Überzug aus diesen Metallen gebildet sein bzw. kann die Gleitschicht auch durch einen Gleitlack gebildet werden, z.B. auf Basis von Polyamid 6, Polyamid 66, Polyoximethylen (POM), verschiedenste Silikone, Polyaryletherketon (PEK), Polyimid (PI), TPI, Polyaryletheretherketon (PEEK), Polyphenylensulfid (PPS), Polyphenylidendifluorid (PVDF), Polytetrafluorethylen (PTFE) sowie diverse Mischungen daraus, gegebenenfalls mit zumindest einem Festschmierstoff versetzt, wie z.B. MoS2, Graphit, hexagonales BN, PTFE.
Beispielsweise kann die Einlaufschicht aus 32 Gew.-% ± 10 % Polyamidimid, 45 Gew.-% ± 10 % MoS2 und 23 Gew.-% ± 10 % Graphit bestehen. Für die zumindest zwei Schichten der Bindeschicht werden bevorzugt Legierungen verwendet auf Basis von Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel oder Mangan.
Obwohl es im Rahmen der Erfindung möglich ist, unterschiedliche Basislegierungen sowohl für die zumindest zweischichtige Bindeschicht als für die Lagermetallschicht zu verwenden, sind 7 AT 505 257 B1
Ausführungsvarianten bevorzugt, welche in den jeweiligen Legierungen das selbe Matrixelement aufweisen, also beispielsweise Aluminium als Hauptkomponente dieser Legierungen.
Die erste Legierung der ersten Schicht und/oder die zweite Legierung der zweiten Schicht der erfindungsgemäßen Bindeschicht kann zumindest ein Element enthalten, das ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend Sc, Y, Zr, wobei deren Wirkungen in diesen Legierungen bereits ausreichend dokumentiert sind, sodass sich eine weitere Erörterung an dieser Stelle erübrigt. Beispielsweise kann mit Hilfe von Skandium oder Yttrium oder Zirkonium eine Kornverfeinerung erzielt werden.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die beiden Legierungen der beiden Schichten der Bindeschicht zumindest ein Element enthalten, welches aufgrund einer Wärmebehandlung von der ersten in die zweite Schicht diffundieren kann. Beispielsweise kann dieses Element aus einer Gruppe umfassend Silizium, Kupfer, Zink, Magnesium ausgewählt sein, mit der Maßgabe, dass dieses zumindest eine metallische Element in der ersten Legierung der ersten Schicht in einem Anteil enthalten ist, der größer ist als der Anteil dieses Elementes in der zweiten Legierung der zweiten Schicht. So kann dieser Anteil in der ersten Schicht ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 0,05 Gew.-% und einer oberen Grenze von 2,0 Gew.-%, insbesondere ausgewählt aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 0,1 Gew.-% und einer oberen Grenze von 1,5 Gew.-%, bevorzugt ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 0,5 Gew.-% und einer oberen Grenze von 1 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Legierung.
Der Anteil dieses zumindest einen metallischen Elementes in der zweiten Legierung der zweiten Schicht kann ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 0,02 Gew.-% und einer oberen Grenze von 1,5 Gew.-%, insbesondere ausgewählt aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 0,09 Gew.-% und einer oberen Grenze von 1,2 Gew.-%, vorzugsweise ausgewählt sein aus einem Bereich mit einer unteren Grenze von 0,1 Gew.-% und einer oberen Grenze von 0,8 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Legierung, mit der Maßgabe, dass der Anteil dieses Elements in der zweiten Schicht geringer ist als in der ersten Schicht der Bindeschicht.
Des Weiteren kann in zumindest einer der beiden Legierungen, insbesondere jener Legierung, die in Einbaulage der Bindeschicht der Lagermetallschicht gegenüberliegend oder diese kontaktierend angeordnet ist, ein Anteil von zumindest einem Weichphasenbildner entsprechend obigen Angaben enthalten sein.
Beispiel 1:
Die Bindeschicht besteht aus einer ersten Schicht, welche in Einbaulage der Stahlstützschicht gegenüber liegend bzw. diese kontaktierend angeordnet ist, welche durch Al-Si10 gebildet wird. Die zweite Schicht besteht aus einer AIZnMgSi-Legierung, wie diese z.B. in sog. „Tri-Metall Lagern“ eingesetzt wird. Diese beiden Schichten werden miteinander walzplattiert und anschließend einer Wärmebehandlung unterzogen. Die Wärmebehandlung erfolgt bei einer Temperatur von 475 °C für einen Zeitraum von 8 Stunden. Während der Wärmebandlung diffundiert zumindest ein Teil des Siliziums aus der Al-Si10-Legierung in die AIZnMgSi-Legierung, wodurch in dieser ein übersättigter Mischkristall gebildet wird.
Danach wurde diese Bindeschicht mit einer Stahlstützschicht walzplattiert (mit einer Schichtdickenreduktion von 10 % pro Stich) und wurde auf diesen Verbund eine Lagermetallschicht aus AIZn4,5, einer Standardlagermetalllegierung für Gleitlager, durch Walzplattieren aufgebracht.
Durch die Wärmebehandlung wurde eine Härte erreicht, die um 5 % höher lag, als die Härte des gleichen Werkstoffes ohne Wärmebehandlung.

Claims (6)

  1. δ ΑΤ 505 257 Β1 Dieses Gleitlagerelement wurde in der Folge mit einem Lagerelement, bestehend aus einer Stahlstützschicht, einer Aluminiumbindeschicht und einer AIZn4,5 Lagermetallschicht verglichen. Es konnte dabei festgestellt werden, dass das erfindungsgemäße Gleitlagerelement eine Fressgrenzlast aufwies, die um mindestens 15 % höher lag, als jene des Gleitlagerelementes nach dem Stand der Technik. Die Messung der Fressgrenzlast erfolgte dazu mit einer üblichen Messstation, wobei die Gleitlagerelemente vor der Messung einer Einlaufphase unterzogen wurden, und danach die Prüflast schrittweise erhöht wurde. Gegebenenfalls kann die Stahlstützschicht elektrolytisch vorbehandelt werden, z.B. vernickelt werden. Die Lagermetallschicht kann auch durch andere Verfahren als das Walzplattieren auf den Verbund aus Stützschicht und erfindungsgemäße Bindeschicht aufgetragen werden, beispielsweise mittels PVD-Verfahren, durch Sputterverfahren, durch galvanische Verfahren. Die erste Legierung der ersten Schicht, also jener Schicht, die mit der Stützmetallschicht verbunden ist, kann eine Mikrohärte nach Vickers von mindestens 50 HV(10) aufweisen. Die zweite Legierung der zweiten Schicht, also jener Schicht, die mit der Lagermetalllegierung verbunden ist, kann vor der Wärmebehandlung eine Mikrohärte nach Vickers von maximal 45 HV(10), und nach der Wärmebehandlung eine Mikrohärte nach Vickers von mindestens 55 HV (10) aufweisen. Es ist im Rahmen der Erfindung auch denkbar, dass die erste Legierung der ersten Schicht vorerst härter ist und durch die Diffusion des zumindest einen metallischen Elementes in Bezug auf die zweite Legierung der zweiten Schicht weicher wird. Im Rahmen der Erfindung ist es weiters möglich, dass die Wärmebehandlung des aus der ersten und der zweiten Schicht gebildeten Bimetalls so durchgeführt wird, dass durch die Diffusion des metallischen Elementes in die zweite Schicht ein Konzentrationsgradient an dem zumindest einem metallischen Element in dieser zweiten Schicht eingestellt wird, sodass folglich in dieser zweiten Schicht auch ein Gradient für die Härte erhalten wird. Insbesondere wird der Gradient so ausgebildet, dass die höchste Härte im Bereich der Lagermetallschicht ausgebildet wird und diese Härte in Richtung auf die erste Schicht abnimmt. Es ist also mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, eine feste Bindeschicht mit einer festen Lagermetallschicht zu verbinden. Gegebenenfalls kann die Wärmebehandlung auch mit dem oder durch das Walzplattieren mit der Lagermetallschicht und insbesondere vor der Walzplattierung mit der Stahlstützschicht erfolgen. Unter dem Begriff „fest" werden insbesondere Schichten mit einer Wechselbiegefestigkeit ab 80 MPa bei 2 x 106 Zyklen bis zum Bruch verstanden. Die erfindungsgemäßen Lagerelemente können in Form von Gleitlagern, wie Gleitlagerhalbschalen oder Volllagern, als Anlaufringe oder dgl. ausgebildet sein, wie diese Formen von Lagerelementen bereits aus dem Stand der Technik bekannt sind. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung einer metallischen Bindeschicht für ein Gleitlagerelement, das eine erste Schicht aus einer ersten Legierung auf Basis von AI, Cu, Zn, Ni oder Mn als Matrixelement und eine zweite Schicht aus einer zweiten Legierung auf Basis von AI, Cu, Zn, Ni oder Mn als Matrixelement umfasst, wobei die beiden Legierungen zumindest ein metallisches Element aufweisen, das sowohl Bestandteil der ersten Legierung als auch der zweiten Legierung ist und das durch Si, Zn, oder Mg, gebildet ist, mit der Maßgabe, dass dieses 9 AT 505 257 B1 Element ungleich dem Matrixelement ist, und wobei dieses zumindest eine metallische Element in der ersten Legierung in einem Anteil enthalten ist, der größer ist als der Anteil in der zweiten Legierung, wobei der Anteil des Elementes in der ersten Legierung zwischen 0,05 Gew.-% und 2 Gew.-% beträgt, wobei die erste Schicht mit der zweiten Schicht walzplattiert wird und die beiden Schichten wärmebehandelt werden, damit ein Anteil des zumindest einen metallischen Elementes aus der ersten Schicht in die zweite Schicht diffundiert, und in der zweiten Schicht Mischkristalle mit diesem Element, insbesondere übersättigte, gebildet werden, dadurch gekennzeichnet, dass als zweite Legierung eine Legierung verwendet wird, in der der Anteil des Elementes zwischen 0,02 Gew.-% und 1,5 Gew.-% beträgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für zumindest eine der beiden Schichten eine Legierungen verwendet wird, die einen Weichphasenbildner enthält, ausgewählt aus einer Gruppe enthaltend Sn, Pb, Bi, In, mit einem Anteil zwischen 5 Gew.-% und 45 Gew.-%, bezogen auf die jeweilige Legierung.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung einer metallischen Bindeschicht für ein Gleitlagerelement, das eine erste Schicht aus einer ersten Aluminiumlegierung und eine zweite Schicht aus einer zweiten Aluminiumlegierung umfasst, wobei die beiden Legierungen zumindest ein metallisches Element aufweisen, das sowohl Bestandteil der ersten Legierung als auch der zweiten Legierung ist, und wobei dieses zumindest eine metallische Element in der ersten Legierung in einem Anteil enthalten ist, der größer ist als der Anteil in der zweiten Legierung, wobei die erste Schicht mit der zweiten Schicht walzplattiert wird und die beiden Schichten bei 475 °C wärmebehandelt werden, damit ein Anteil des zumindest einen metallischen Elementes aus der ersten Schicht in die zweite Schicht diffundiert, und in der zweiten Schicht übersättigte Mischkristalle mit diesem Element gebildet werden, dadurch gekennzeichnet, dass als erste Legierung AlSilO und als zweite Legierung AIZnMgSi verwendet werden und die Wärmebehandlung über einen Zeitraum von 8 Stunden erfolgt.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung eines metallischen Gleitlagerelementes, nach dem auf einer Stützschicht eine Bindeschicht und auf der Bindeschicht eine Lagermetallschicht angeordnet wird und zumindest die Bindeschicht mit der Stützschicht walzplattiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindeschicht nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 hergestellt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung der Bindeschicht vor dem Walzplattieren der Bindeschicht mit der Stützschicht durchgeführt wird.
  6. 6. Gleitlagerelement umfassend eine Stützschicht, eine Bindeschicht und eine Lagermetallschicht, wobei die Bindeschicht zumindest eine erste Schicht und eine zweite Schicht aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindeschicht nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 hergestellt ist und die erste Schicht der Stützschicht und die zweite Schicht der Lagermetallschicht gegenüberliegend angeordnet sind. Keine Zeichnung
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