AT505335A1 - Vorrichtung zum herstellen eines bohrloches in gesteinsmaterial - Google Patents

Vorrichtung zum herstellen eines bohrloches in gesteinsmaterial Download PDF

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Description

1 T10028
Vorrichtung zum Herstellen eines Bohrloches in Gesteinsmaterial
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen eines Bohrloches in Gesteinsmaterial, mit einer an einem Bohrgestänge angeordneten und den Durchmesser des Bohrgestänges mit ihrem Durchmesser übersteigenden Bohrkrone, wobei das Bohrgestänge zumindest im Endbereich hinter der Bohrkrone von einem Hüllrohr umgeben ist, wobei ein Hüllrohr zumindest über einen Teil seiner Länge geschlitzt ausgebildet ist
Vorrichtungen dieser Art sind beispielsweise aus der AT 005644 Ul und aus der AT 007067 Ul bekannt. Bei diesen bekannten Vorrichtungen ist das mit einem Längsschlitz versehene Hüllrohr zwecks Fixierung einer Verankerung in einem Bohrloch in radialer Richtung aufweitbar, welches Aufweiten einerseits, und zwar gemäß der AT 005644 Ul, durch ein Auffedem des unter einer Vorspannung stehenden Hüllrohres nach Durchtrennen einer den Schlitz überbrückenden Schweißstelle bewirkt wird und gegebenenfalls durch Eindringen eines Zwischenelementes in das Innere des Hüllrohres verstärkt wird, und andererseits, gemäß der AT 007067 Ul, alleine durch eine Schlagbeanspruchung des Hüllrohres bei Eintreiben eines konischen Elements in das Hüllrohr bewirkt wird.
Aus der WO 03/062599 Al ist es bekannt, eine Verankerung in einem Bohrloch dadurch zu sichern, dass das Bohrgestänge von einem aufweitbaren Element umgeben ist, in das ein Fluid unter Druck unter wenigstens teilweisem Aufweiten des Außenumfangs des aufweitbaren Elements einbringbar ist. Diese Art der Sicherung ist aufwändig und bedingt eine absolute Dichtheit des aufweitbaren Elements.
Die Erfindung bezweckt eine Weiterentwicklung der eingangs beschriebenen Vorrichtung dahingehend, dass das Festlegen einer Verankerung mit großer Sicherheit und unter besonders effizienter Aufweitung eines Hüllrohres erfolgen kann. Insbesondere sollen Schlagbeanspruchungen, die stets weniger leicht kontrollierbar sind, vermieden werden, und es soll eine Aufweitung des Hüllrohres in einem vorbestimmten Mindestausmaß gesichert durchführbar sein.
Diese Aufgabe wird erfindungemäß dadurch gelöst, dass das geschlitzte Hüllrohr im Inneren über zumindest einen Teil seiner geschlitzten Länge ein Innengewinde aufweist und dass zwischen dem Innengewinde und der Bohrkrone ein Gewindetreibdom mit einem Außengewinde vorgesehen ist, das mit dem Innengewinde in Eingriff bringbar ist, welcher • · ·· ··♦· 2
Gewindetreibdom mittels des Bohrgestänges bis zum Eingriff seines Außengewindes mit dem Innengewinde rückziehbar in das Innengewinde einschraubbar ist, vorzugsweise über eine Formschlussverbindung mit dem Bohrgestänge, und wobei zumindest eines der Gewinde konisch ausgebildet ist.
Dadurch, dass erfindungsgemäß das Aufweiten des Hüllrohres mittels eines konischen Gewindes erfolgt, lässt sich die Aufweitung genau dosieren, zumal das Aufweiten durch die Anzahl der Umdrehungen beim Einschrauben des Außengewindes des Gewindetreibdoms in das Innengewinde vorherbestimmbar ist. Weiters werden hierbei Stoßbeanspruchungen, die wiederum zum Lockern eines teilweise aufgeweiteten Hüllrohres fuhren könnten, vermieden.
Eine bevorzugte Ausfuhrungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde an einer Gewindetreibhülse vorgesehen ist, die mit dem geschlitzten Hüllrohr verbunden ist, wodurch es möglich ist, das zumindest teilweise geschlitzte Hüllrohr aus der Serienfertigung der Hüllrohre auszuwählen. Es muss nur mit einem Schlitz versehen werden, braucht jedoch nicht mit einem Innengewinde versehen zu werden. In diesem Fall wird die Gewindetreibhülse mit Innengewinde in das sonst serienmäßig gefertigte Hüllrohr eingesetzt und mit diesem verbunden.
Zweckmäßig ist das geschlitzte Hüllrohr das erste Hüllrohr hinter der Bohrkrone.
Um mit einer möglichst geringen Krafteinbringung ein maximales Aufweiten des Hüllrohres zu erzielen, ist vorteilhaft die Gewindetreibhülse ebenfalls mit einem Schlitz versehen, der zu dem Schlitz des Hüllrohres korrespondiert.
Vorzugsweise erstreckt sich der Schlitz des geschlitzten Hüllrohres in Achsrichtung des Bohrgestänges.
Eine fertigungstechnisch bevorzugte Variante ist dadurch gekennzeichnet, dass das Außengewinde konisch ausgebildet ist und in das Innengewinde des Hüllrohres bei einer Drehrichtung des Bohrgestänges entgegengesetzt zur Drehrichtung während des Bohrens des Bohrloches einschraubbar ist.
Um in einfacher Weise ein Eingreifen des Außengewindes des Gewindetreibdoms in das Innengewinde des Hüllrohres sicherzustellen, gelangt der Gewindetreibdom beim Rückziehen des Bohrgestänges mit der Bohrkrone in Kontakt und ist mittels der Bohrkrone • · ·· · ··· · 3 gegen das Innengewinde des Hüllrohes verschiebbar, wobei die Bohrkrone zumindest zum Teil in das Hüllrohr eindringt, und zwar mit einem Endteil, der einen Außendurchmesser aufweist, der geringfügig geringer ist als der Innendurchmesser des Hüllrohrs.
Vorzugsweise ist die Gewindetreibhülse aus Kunststoff gebildet.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindetreibhülse einen geschlossenen, jedoch radial aufweitbaren Querschnitt aufweist.
Bevorzugt sind beide Gewinde konisch ausgebildet.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Fig. 1 eine Schrägrissdarstellung der Vorrichtung mit Sicht in deren Inneres veranschaulicht. Die Fig. 2 und 4 zeigen Axialschnittdarstellungen der Vorrichtung in zwei unterschiedlichen Betriebszuständen und die Fig. 3 und 5 stellen zu den Fig. 2 bzw. 4 jeweils Stimansichten dar.
Ein Bohrgestänge 1, das gegebenenfalls aus mehreren Abschnitten längenmäßig zusammengesetzt ist, weist an seinem vorderen Ende eine Bohrkrone 2 auf. Das Bohrgestänge 1 ist im Endbereich hinter der Bohrkrone 2 von einem Hüllrohr 3 umgeben, wobei bei Bedarf auch je nach Bohrlochtiefe mehrere Hüllrohre hintereinander liegend das Bohrgestänge 1 umgeben können. Die Ausgestaltung des Bohrgestänges 1 und des Hüllrohres bzw. der Hüllrohre zwecks Ausförderung des Bohrkleins bzw. zwecks Zuführung von in das Bohrloch einzubringendem aushärtenden Material, wie Zementmörtel, kann in üblicher Weise erfolgen. So ist beispielsweise das Bohrgestänge hohl, um Spülmittel zum Ausfördem des Bohrkleins zuzuführen.
Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Hüllrohr 3, das unmittelbar hinter der Bohrkrone 2 vorgesehen ist, geschlitzt ausgebildet, wobei sich der Schlitz 4 über die gesamte Länge in konstanter Breite und parallel zur Längsachse des Hüllrohres 3 erstreckt. Der Schlitz 4 könnte jedoch auch spiralförmig angeordnet sein, und er muss sich auch nicht über die gesamte Länge des Hüllrohres 3 erstrecken. Im Inneren des Hüllrohres 3 ist ein Innengewinde 5 vorgesehen, und zwar an einer Hülse 6, die gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel ebenfalls geschlitzt ausgebildet ist, wobei der Schlitz 7 der Hülse 6, die nachfolgend als Gewindetreibhülse 6 bezeichnet ist, in gleicher Umfangslage angeordnet ist wie der Schlitz 4 des Hüllrohres 3. Die Gewindetreibhülse 6 ist mit dem Hüllrohr 3 unverdrehbar verbunden. Das Anordnen des Innengewindes 5 nicht direkt am Hüllrohr 3, 4 sondern an der Gewindetreibhülse 6, bringt den Vorteil, dass die Fertigung des Hüllrohres 3 in einfacher Weise als geschlitztes Rohr möglich ist.
Zwischen der Gewindetreibhülse 6 und der Bohrkrone 2 ist ein Gewindetreibdom 8 vorgesehen, der ein Außengewinde 9 aufweist, das zum Innengewinde 5 der Gewindetreibhülse 6 korrespondiert. Zumindest eines der Gewinde, also entweder das Außen- oder das Innengewinde 9 bzw. 5, oder vorzugsweise beide Gewinde 9 und 5, sind konisch ausgebildet, sodass es beim Einschrauben des Gewindetreibdoms 8 in die Gewindetreibhülse 6 zu einem Aufweiten des Hüllrohres 3 kommt. Der Gewindetreibdom 8 weist zentral eine Innensechskant-Durchgangsöffhung 10 auf, wodurch der Gewindetreibdom 8 entlang des Bohrgestänges 1, das zumindest in diesem Abschnitt, an dem das aufweitbare Hüllrohr 3 vorgesehen ist, einen Sechskantquerschnitt 11 außenseitig aufweist, verschiebbar ist, jedoch mit Drehen des Bohrgestänges 1 gezwungen ist, sich mitzudrehen.
Um nach Fertigstellen des Bohrlochs das Hüllrohr 3 aufzuweiten, wird das Bohrgestänge in Achsrichtung entgegengesetzt zur Bohrrichtung 12, wie durch den Pfeil 13 veranschaulicht, zurückgezogen, wodurch ein Absatz 14 der Bohrkrone 2 mit dem Gewindetreibdom 8 in Kontakt gelangt und diesen in Richtung zur Gewindetreibhülse 6 verschiebt. Durch Drehen des Bohrgestänges 1 entgegengesetzt zur Drehrichtung beim Bohren wird dann der Gewindetreibdom 8 in die Gewindetreibhülse 6 eingeschraubt, und es kommt zu einem Aufweiten zumindest eines Abschnitts 15 des Hüllrohres 3, wie dies in Fig. 5 veranschaulicht ist.
Durch die Wahl der Konizität der Gewinde 5 bzw. 9 und durch Wahl der Anzahl der Umdrehungen des Bohrgestänges 1 beim Einschrauben des Gewindetreibdoms 8 in die Gewindetreibhülse 6 lässt sich die Aufweitung des Hüllrohres 3 genau dosieren, wobei ein zunehmender Drehwiderstand des Bohrgestänges 1 beim Einschrauben des Gewindetreibdoms 8 in die Gewindetreibhülse 6 auf ein aureichendes Verankern des Hüllrohres 3 im Bohrloch schließen lässt.
Die Gewindetreibhülse 6 muss nicht unbedingt geschlitzt ausgebildet sein; sie kann auch einen geschlossenen Umfang aufweisen, wenn ihre Dimension und ihr Material ein Aufweiten trotzdem zulassen. Beispielsweise kann die Gewindetreibhülse 6 auch aus Kunststoff gebildet sein.

Claims (10)

  1. ·· ·· · • · · · · 9 9 9 9 · · • · · · ···· • · · · · ···· 5 Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Herstellen eines Bohrloches in Gesteinsmaterial, mit einer an einem Bohrgestänge (1) angeordneten und den Durchmesser des Bohrgestänges (1) mit ihrem Durchmesser übersteigenden Bohrkrone (2), wobei das Bohrgestänge (1) zumindest im Endbereich hinter der Bohrkrone (2) von einem Hüllrohr (3) umgeben ist, wobei ein Hüllrohr (3) zumindest über einen Teil seiner Länge geschlitzt ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das geschlitzte Hüllrohr (3) im Inneren über zumindest einen Teil seiner geschlitzten Länge ein Innengewinde (5) aufweist und dass zwischen dem Innengewinde (5) und der Bohrkrone (2) ein Gewindetreibdom (8) mit einem Außengewinde (9) vorgesehen ist, das mit dem Innengewinde (5) in Eingriff bringbar ist, welcher Gewindetreibdom (8) mittels des Bohrgestänges (1) bis zum Eingriff seines Außengewindes (9) mit dem Innengewinde (5) rückziehbar in das Innengewinde (5) einschraubbar ist, vorzugsweise über eine Formschlussverbindung mit dem Bohrgestänge (1), und wobei zumindest eines der Gewinde (5 bzw. 9) konisch ausgebildet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Innengewinde (5) an einer Gewindetreibhülse (6) vorgesehen ist, die mit dem geschlitzten Hüllrohr (3) verbunden ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das geschlitzte Hüllrohr (3) das erste Hüllrohr hinter der Bohrkrone (2) ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindetreibhülse (6) ebenfalls mit einem Schlitz (7) versehen ist, der zu dem Schlitz (4) des Hüllrohres (3) korrespondiert.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schlitz (4) des geschlitzten Hüllrohres (3) in Achsrichtung des Bohrgestänges (1) erstreckt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Außengewinde (9) konisch ausgebildet ist und in das Innengewinde (5) des Hüllrohres (3) bei einer Drehrichtung des Bohrgestänges (1) entgegengesetzt zur Drehrichtung während des Bohrens des Bohrloches einschraubbar ist. ·· ·· · ·· ·· ···· ····· · · · * • · · · · · ··· · · · • · · · ···· · · ··· · 6
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewindetreibdom (8) beim Rückziehen des Bohrgestänges (1) mit der Bohrkrone (2) in Kontakt gelangt und mittels der Bohrkrone (2) gegen das Innengewinde (5) des Hüllrohres (3) verschiebbar ist, wobei die Bohrkrone (2) zumindest zum Teil in das Hüllrohr (3) eindringt, und zwar mit einem Endteil, der einen Außendurchmesser aufweist, der geringfügig geringer ist als der Innendurchmesser des Hüllrohrs (3).
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindetreibhülse (6) aus Kunststoff gebildet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindetreibhülse (6) einen geschlossenen, jedoch radial aufweitbaren Querschnitt aufweist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass beide Gewinde (5 und 9) konisch ausgebildet sind.
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