AT505799B1 - Fehlerstromschutzschalter - Google Patents
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Description
2 AT 505 799 B1
Die Erfindung bezieht sich auf einen Fehlerstromschutzschalter mit einem Summen-Strom-wandler für zu überwachende Leitungen, welche über die Kontakte eines mehrpoligen, ersten Schalters geführt sind, wobei dieser Schalter in seiner Schließstellung von einem Schaltschloss gehalten ist, welches bei Überschreiten einer vorgegebenen Stromdifferenz in den Leitungen den Schalter im Sinne eines Öffnens seiner Kontakte auslöst, und mit einem zweiten, als Prüftaster ausgebildeten Schalter, bei dessen Schließen ein definierter, zum Auslösen des Schalters hinreichender Fehlstrom von einem Leiter abgezweigt wird.
Fehlerstromschutzschalter, früher als Fl-Schalter und nun normgerecht EU-weit RCD genannt, sollen einen überwachten Stromkreis von einem speisenden Kreis trennen, falls die Summe der überwachten Ströme von einem definierten Wert, z.B. 30 mA, abweicht. Eine solche Stromdifferenz tritt insbesondere dann auf, wenn Strom über einen Leiter gegen Erde fließt, was der Fall sein kann, wenn ein Leiter einen Isolationsfehler aufweist oder eine Person einen spannungsführenden Leiter berührt.
Fig. 1 zeigt den Aufbau eines 2-poligen Fehlerstromschutzschalters herkömmlicher und weit verbreiteter Bauart. Ein versorgender Stromkreis weist zwei Leiter L1 und N sowie gegebenenfalls einen Erdleiter PE auf, wobei die Spannung beispielsweise von der Wicklung WT eines nicht gezeigten Transformators über eine zweipolige Sicherung F1 geliefert wird.
Wesentlich für den Fehlerstromschutzschalter ist ein Summen-Stromwandler, der einen Ringkern RK besitzt. Die zu überwachenden Leitungen L1, N sind welche über die Kontakte eines mehrpoligen, ersten Schalters S1 zu einem Lastkreis LK mit einem möglichen Verbraucher V geführt, wobei dieser Schalter in seiner Schließstellung von einem Schaltschloss SC gehalten ist.
Falls in dem überwachten Stromkreis irgendwo ein Strom gegen Erde fließt, ist die Summe der Ströme, welche durch die Leiter L1 und N fließt größer als Null und es entsteht eine Stromdifferenz, welche in einer Wicklung WT eine Spannung erzeugt, die in dem Schaltschloss zu einer elektromagnetischen Auslösung des federbelasteten, mehrpoligen, ersten Schalters S1 führt, wodurch der Stromkreis sehr rasch, beispielsweise innerhalb von 200 ms, unterbrochen wird.
Um, wie in vielen Staaten auch vorgeschrieben, die Funktion des Fehlerstromschutzschalters überprüfen zu können, ist ein zweiter Schalter S2 vorgesehen, der als Prüftaster ausgebildet ist und bei dessen Schließen ein definierter, zum Auslösen des Schalters hinreichender Fehlstrom in einen Leiter eingespeist wird, was gemäß Fig. 1 über einen Widerstand R erfolgt. Dieser Widerstand ist so groß, dass er bei geschlossenem Schalter S1 über die Netzspannung, z.B. 240 Volt einen entsprechenden Fehlerstrom, z.B. 30 mA, erzeugt.
Eine solche Überprüfung führt bei ordnungsgemäßem Auslösen des Fehlerstromschutzschalters zu einer Abschaltung sämtlicher angeschlossener Verbraucher. Da an vielen Stromkreisen mit Steckvorrichtungen bis 16 A Nennstrom sensible Geräte betrieben werden, ist es bei Anwendungen, in denen ein ununterbrochener Betrieb erforderlich ist, nicht möglich, diese Funktionsprüfung durchzuführen, da sie zur Abschaltung dieser Geräte führen würde. Besonders problematisch ist dies in Anlagen mit hohem IT-Geräteanteil und sensiblen IT-Anwendungen, wie z.B. in Kraftwerken, Umspannwerken, Serverräumen etc. Selbst in normalen Haushalten bewirkt die herkömmliche Funktionsprüfung des Fehlerstromschutzschalters, dass an vielen Endgeräten mit Zeitanzeige, z.B. einem E-Herd, Recorder, Radiowecker usw. nach der Auslösung des Fehlerstromschutzschalters die Zeit neu eingestellt werden muss.
Eine Aufgabe der Erfindung liegt darin, die vorgeschriebene bzw. gewünschte Überprüfung des Fehlerstromschutzschalters durchführen zu können, ohne dass sich die oben genannten ungewollten Betriebsunterbrechungen mit ihren Folgeerscheinungen ergeben.
Diese Aufgabe wird mit einem Fehlerstromschutzschalter der eingangs genannten Art gelöst, 3 AT 505 799 B1 bei welchem die Umschaltkontakte des dritten mehrpoligen Schalters zwischen dem Summenstromwandler und den netzseitig gelegenen Kontakten des ersten mehrpoligen Schalters angeordnet sind und eine Verriegelung vorgesehen ist, welche bei ausgelöstem erstem Schalter eine Betätigung des dritten mehrpoligen Schalters verhindert.
Die Erfindung samt weiteren Vorteilen ist im Folgenden an Hand beispielsweiser Ausführungen näher erläutert, die in der Zeichnung veranschaulicht sind. In dieser zeigen
Fig. 1 das Prinzipschaltbild eines Fehlerstromschutzschalters nach dem Stand der Technik,
Fig. 2 das Prinzipschaltbild eines Fehlerstromschutzschalters mit eingezeichneten Kontaktwiderständen und
Fig. 3 die Schaltung einer praktischen Ausführungsform eines Fehlerstromschutzschalters nach der Erfindung.
In Fig. 2 ist dargestellt, wie ein Fehlerstromschutzschalter mit Hilfe eines 2-poligen Schalters S3 durch Überbrückungszweige Z1, ZN überbrückt werden kann, der in Richtung seiner Öffnungsstellung federbelastet und nicht feststellbar ist. Weiters ist eine Verriegelung vorgesehen, welche bei ausgelöstem ersten Schalter S1 ein Betätigen des dritten mehrpoligen Schalters S3 verhindert. Es muss nämlich sichergestellt sein, dass im Fehlerfall, vor allem, wenn das Auslösen des ersten Schalters durch einen Körperkontakt zustande gekommen ist, über den dritten Schalter S3 der Stromkreis, der eben erst getrennt wurde, nicht wieder mit Spannung versorgt wird.
Mit RFi, L1, RFi, N, RP, L1 und RP, N sind die Kontaktwiderstände der Schalter des ersten bzw. dritten Schalters bezeichnet. Zunächst sollen die bei einem solchen Fehlerstromschutzschalter auftretenden Probleme samt deren Abhilfe untersucht werden.
Im Normalbetrieb ist der erste Schalter S1 geschlossen, und die Last L wird versorgt.
In einem ersten Schritt (Schritt 1) wird der dritte Schalter S3 geschlossen um die Kontakte des ersten Schalters S1 zu überbrücken. In diesem Fall wird vorausgesetzt, dass alle Kontakte des dritten Schalters S3 gleichzeitig schließen.
Nun fließt der Laststrom teils über die Kontakte des dritten Schalters S3 und teils über die Kontakte des ersten Schalters S1 (Schritt 2).
Nach erfolgreichem Überbrücken der Kontakte des ersten Schalters S1 kann die Prüftaste, d.h. der zweite Schalter S1 betätigt werden, und der erste Schalter S1 muss wegen des auftretenden Fehlstroms auslösen (Schritt 3). Dies ist im Allgemeinen optisch, durch den Fall des Schalters S1, der ein Freischaltschaltschloss besitzt, ersichtlich gemacht.
Nach erfolgreicher Prüfung muss der erste Schalter S1 des Fehlerstromschutzschalters zurückgelegt, d.h. dessen Kontakte müssen wieder geschlossen werden (Schritt 4).
Sobald der erste Schalter S1 wieder geschlossen ist, d.h. der Fehlerstromschutzschalter eingeschaltet ist, können die Kontakte des dritten Schalters S3 wieder geöffnet werden und die Prüfung ist beendet (Schritt 5).
Ist im Schritt 1 die Differenzzeit zwischen dem Schließen der Kontakte des dritten Schalters S3 größer als die Reaktionszeit des Fehlerstromschutzschalters, so löst dieser sofort aus und der Stromkreis ist für die Differenzzeit unterbrochen.
Falls im Schritt 2 die Stromdifferenz über die beiden Kontakte des ersten Schalters S1 größer ist als der Fehlernennstrom, würde der Schalter sofort auslösen. Dies wäre kein Problem, da die Last bereits über den Schalter S3 versorgt wird. Das Problem tritt im nächsten Schritt auf, da
Claims (1)
- 4 AT 505 799 B1 der ursprüngliche Zustand auf Grund des Differenzstroms nicht wieder hergestellt werden kann. Falls der Differenzstrom im Fehlerstromschutzschalter zu groß war, so dass es in Schritt 2 zu einer Auslösung kam, kann der erste Schalter S1 nicht wieder eingelegt werden, da dieser sofort wieder auslöst. Auch wenn kein Differenzstrom vorhanden ist, würden die unterschiedlichen Kontaktierungszeiten der Kontakte des zweiten Schalters S2 ebenfalls zu einer sofortigen Auslösung führen. Da der Fehlerstromschutzschalter mit einem Freischaltschloss ausgestattet ist bzw. sein muss, ist auch ein „Halten“ des Schalters nicht möglich. Insgesamt zeigt sich, dass die Überbrückung der Kontakte des ersten Schalters S1 durch den dritten Schalter S3 in der in Fig. 2 angegebenen Weise nur dann zielführend sein kann, wenn sehr schnelle Schalter eingesetzt werden und das Verhältnis der Kontaktwiderstände des ersten Schalters S1 im wesentlichem jenem der Kontaktwiderstände des dritten Schalters S3 entspricht. Tatsächlich sind diese beiden Forderungen allerdings in der Praxis nur schwer bzw. unter hohen Kosten realisierbar. Daher werden im Folgenden bevorzugte Varianten der Erfindung beschrieben, die bezüglich der Ausführung nach Fig. 2 verbessert sind. Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform eines Fehlerstromschutzschalters ist «ine Funktionsprüfung ohne Unterbrechung des Stromkreises möglich. Durch Betätigen des Tastschalters S3 werden die Kontakte des ersten Schalters S1 durch die Überbrückungszweige Z1, ZN überbrückt, was dazu führt, dass der Auslösekreis des Summenstromwandlers geöffnet wird. Nun kann die Funktionsprüfung mittels des zweiten, Schalters S2, der ein Tastschalter ist, durchgeführt werden, ohne den Stromkreis zu unterbrechen. Nach erfolgreicher Prüfung muss der Fehlerstromschutzschalter mit Hilfe des ersten Schalters S1 wieder eingeschaltet und anschließend der Tasterschalter S3 wieder deaktiviert werden. Die Verriegelung, welche bei ausgelöstem ersten Schalter S1 ein Betätigen des dritten mehrpoligen Schalters S3 verhindert, ist in Fig. 3 schematisch eingezeichnet und mit VG bezeichnet. Da bei der Ausführung nach Fig. 3 der dritte Schalter S3 zwischen dem versorgenden Netz und dem Summenstromwandler liegt, eignet sich diese Ausführung für einen kompakten, in einem einzigen Gehäuse einbaubaren Fehlerstromschutzschalter. Es soll beachtet werden, dass - im Gegensatz zu der in Fig. 2 dargestellten Ausbildung - die Umschaltkontakte des dritten mehrpoligen Schalters S3 zwischen dem Summenstromwandler RK, W, SC und den netzseitig gelegenen Kontakten des ersten mehrpoligen Schalters S1 angeordnet sind, d.h., die durch den Summenstromwandler führenden Leitungsabschnitte durch den dritten Schalter S3 nicht überbrückt werden. Aus diesem Grunde ist das Verhältnis der Kontaktwiderstände und die Schaltgeschwindigkeit weniger kritisch. Patentansprüche: 1. Fehlerstrom-Schutzschalter mit einem Summen-Stromwandler (RK, W, SC) für zu überwachende Leitungen (L1, N), welche über die Kontakte eines mehrpoligen, ersten Schalters (S1) geführt sind, wobei dieser Schalter in seiner Schließstellung von einem Schaltschloss (SC) gehalten ist, welches bei Überschreiten einer vorgegebenen Stromdifferenz in den Leitungen den Schalter im Sinne eines Öffnens seiner Kontakte auslöst, und mit einem zweiten, als Prüftaster ausgebildeten Schalter (S2), bei dessen Schließen ein definierter, zum Auslösen des Schalters hinreichender Fehlstrom von einem Leiter abgezweigt wird, und zur vorübergehenden Überbrückung der Kontaktstrecken des ersten mehrpoligen Schalters (S1) mit Überbrückungszweigen (Z1, ZN) ein dritter mehrpoliger Schalter (S3) vorgesehen ist, der in Richtung seiner Öffnungsstellung federbelastet und nicht feststellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltkontakte des dritten mehrpoligen Schalters (S3) zwischen dem Summen- 5 AT 505 799 B1 stromwandler (RK, W, SC) und den netzseitig gelegenen Kontakten des ersten mehrpoligen Schalters (S1) angeordnet sind und eine Verriegelung (VG) vorgesehen ist, welche bei ausgelöstem erstem Schalter (S1) eine Betätigung des dritten mehrpoligen Schalters (S3) verhindert. Hiezu 2 Blatt Zeichnungen
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