AT509352A1 - Strangführungssegment in kassettenbauweise mit einzelrollenanstellung - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Strangführungssegment zum Stützen und Führen eines metallischen Strangs in einer Strangführung einer Stranggießmaschine, aufweisend einen Oberrahmen und einen Unterrahmen, wobei der Oberrahmen lösbar mit dem Unterrahmen verbunden ist; wobei mehreren Strangführungsrollen jeweils mit dem Oberrahmen und dem Unterrahmen verbunden sind; und wobei in Gießrichtung wenigstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgende verschiebbare Strangführungsrollen individuell gegen den Strang anstellbar sind. Aufgabe der Erfindung ist es, ein Strangführungssegment der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welchem es im eingebauten Zustand des Segments möglich ist, zumindest eine verschiebbare Strangführungsrolle des Strangführungssegments zu wechseln. Diese Aufgabe wird durch ein Strangführungssegment gelöst, bei der jeder verschiebbaren Strangführungsrolle ein Rollenträger, zumindest eine Verstelleinrichtung zur Verschiebung des Rollenträgers in einer Anstellrichtung quer zur Gießrichtung und ein Querhaupt zugeordnet sind, wobei das Querhaupt lösbar mit einem Rahmen verbunden ist, welcher mit der verschiebbaren Strangführungsrolle verbunden ist, wobei die Verstelleinrichtung einerseits am Querhaupt und andererseits am Rollenträger angelenkt und die Strangführungsrolle auf dem Rollenträger drehbar abgestützt ist.
Description
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Beschreibung / Description
Strangführungssegment in Kassettenbauweise mit Einzelrollenanstellung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Strangführungssegment zum Stützen und Führen eines metallischen Strangs in einer Strangführung einer Stranggießmaschine.
Konkret betrifft die Erfindung ein Strangführungssegment zum Stützen und Führen eines metallischen Strangs in einer Strangführung einer Stranggießmaschine, aufweisend einen Oberrahmen und einen Unterrahmen, wobei der Oberrahmen lösbar mit dem Unterrahmen verbunden ist; wobei mehrere Strangführungsrollen jeweils mit dem Oberrahmen und dem Unterrahmen verbunden sind; und wobei in Gießrichtung wenigstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgende verschiebbare Strangführungsrollen individuell gegen den Strang anstellbar sind.
Aus der DE 27 31 748 ist ein Strangführungssegment mit Einzelrollenanstellung bekannt, bei welchem wenigstens zwei aufeinanderfolgende Paare von Strangführungsrollen individuell, d.h. unabhängig voneinander, gegen den Strang anstellbar sind. Bei dieser Lösung sind zwei Verstelleinrichtungen einerseits mit dem Unterrahmen und andererseits mit dem Oberrahmen verbunden, sodass bei der Demontage einer verschiebbaren Strangführungsrolle die Verstelleinrichtungen vom Oberrahmen manuell gelöst und anschließend der Oberrahmen vom Unterrahmen gelöst werden muss. Weiters ist das Lösen des Oberrahmens vom Unternahmen auch bei der Demontage einer unverschiebbaren Strangführungsrolle notwendig. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse in der Strangführung einer Stranggießanlage ist somit der Wechsel einer einzelnen Strangführungsrolle im eingebauten Zustand des Strangführungssegments somit nicht möglich, was sich nachteilig auf die Wartbarkeit des Segments und die Wartungskosten auswirkt. » · » · 201000720 2 • · ι · -. * » · • · * « · ι « * Mt* » ·
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Strangführungssegment der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welchem es im eingebauten Zustand des Segments möglich ist, zumindest eine 5 verschiebbare Strangführungsrolle des Strangführungssegments zu wechseln. Dadurch wird die Wartungsfreundlichkeit des Strangführungssegments verbessert.
Diese Aufgabe wird durch ein Strangführungssegment gelöst, 10 bei der jeder verschiebbaren Strangführungsrolle ein Rollenträger, zumindest eine Verstelleinrichtung zur Verschiebung des Rollenträgers in einer Anstellrichtung quer zur Gießrichtung und ein Querhaupt zugeordnet sind, wobei das Querhaupt lösbar mit einem Rahmen verbunden ist, welcher mit 15 der verschiebbaren Strangführungsrolle verbunden ist, wobei die Verstelleinrichtung einerseits am Querhaupt und andererseits am Rollenträger angelenkt und die Strangführungsrolle auf dem Rollenträger drehbar abgestützt ist. 20
Dabei ist in einer modularen Bauweise jeder verschiebbaren Strangführungsrolle ein Rollenträger, zumindest eine Verstelleinrichtung und ein Querhaupt zugeordnet, sodass diese Bauteile bei einer Montage bzw. einer Demontage modular 25 dem Strangführungssegment zugeführt bzw. entnommen werden können. Das Querhaupt selbst ist mit dem Rahmen lösbar verbunden, der mit der verschiebbaren Strangführungsrolle verbunden ist. Diese Konstruktion lässt einen sehr einfachen und schnellen Ein- bzw. Ausbau einer verschiebbaren 30 Strangführungsrolle einschließlich der Anstelleinrichtungen zu, da konkret nur das Querhaupt vom Rahmen gelöst und anschließend das Querhaupt mit den Verstelleinrichtungen, dem Rollenträger und der Strangführungsrolle selbst aus dem Rahmen entnommen werden müssen, sodass eine verschiebbare 35 Strangführungsrolle auch im eingebauten Zustand des Segments in der Strangführung montiert bzw. demontiert werden kann. 3 3 Μ* · ♦ ' • * * · 201000720
Bei einer einfachen Ausführungsform liegt einer verschiebbaren Strangführungsrolle in Anstellrichtung eine unverschiebbare Strangführungsrolle gegenüber. Entsprechend dieser Ausführungsform sind typischerweise bei Bogenanlagen 5 alle Strangführungsrollen des Unterrahmens (auch als Außenrahmen bezeichnet) der Festseite,, d.h. diese Strangführungsrollen sind als unverschiebbare Strangführungsrollen ausgeführt, und alle
Strangführungsrollen des Oberrahmens (auch als Innenrahmen 10 bezeichnet) der Losseite, d.h. diese Strangführungsrollen sind als verschiebbare Strangführungsrollen ausgeführt, zugeordnet .·
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform liegt einer 15 verschiebbaren Strangführungsrolle in Anstellrichtung eine weitere verschiebbare Strangführungsrolle gegenüber. Typischerweise sind alle Strangführungsrollen des Oberrahmens und alle Strangführungsrollen des Unterrahmens je einer Losseite zugeordnet, wobei somit alle Strangführungsrollen 20 als verschiebbare Strangführungsrollen ausgebildet sind.
Diese Ausführungsform ist konstruktiv aufwändiger, lässt jedoch den individuellen Ausbau aller Strangführungsrollen zu. Neben der individuellen Wechselbarkeit aller Strangführungsrollen besteht ein weiterer Vorteil dieser 25 Ausführungsform darin, dass alle, insbesondere auch die unverschiebbaren, Strangführungsrollen individuell an den Strang anstellbar sind, sodass z.B. das Überdrehen der Mantelfläche einer oder mehrerer Strangführungsrollen mit einer damit einhergehenden Reduktion des Durchmessers einfach 30 kompensiert werden kann.
In Zusammenhang mit den beiden vorgenannten Ausführungsformen ist unter „gegenüber" zu verstehen, dass zwei gegenüberliegende Strangführungsrollen einen Versatz in der 35 Dickenrichtung des Strangs zueinander aufweisen, wobei die Strangführungsrollen gegebenenfalls auch einen axialen Versatz in der Gießrichtung aufweisen können. • «I» * · · * 201000720 • *
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In einer Ausführungsform wird der Rahmen, der mit wenigstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden verschiebbaren Strangführungsrolle verbunden ist, aus zwei seitlichen Tragrahmen und je einem Querhaupt pro Strangführungsrolle gebildet, wobei der seitliche Tragrahmen je verschiebbarer Strangführungsrolle einen Längsschlitz aufweist, der in der Anstellrichtung verläuft.
In einer einfachen Ausführungsform ist der Rollenträger plattenförmig ausgebildet, wobei der Rollenträger über Führungselemente in den Längschlitzen der seitlichen Tragrahmen geführt wird. Dadurch wird eine einfache Führung des Rollenträgers und in weiterer Folge der Strangführungsrolle gewährleistet, was sich positiv auf die Führungsgenauigkeit der Strangführungsrolle auswirkt.
In einer weiteren Ausführungsform stützt sich eine Strangführungsrolle auf mehreren Lagern, z.B. am Rollenträger oder am Unterrahmen, ab, sodass auch hohe Stütz- bzw. Anstellkräfte bei nur geringer Durchbiegung von der Rolle übertragen werden können.
In einer vorteilhaften Ausführungsform sind jedem Rollenträger zwei Verstelleinrichtungen zugeordnet, wobei jede Verstelleinrichtung in Richtung der Längserstreckung der verschiebbaren Strangführungsrolle innerhalb der beiden äußersten Lager an den Rollenträger angelenkt sind. Mittels dieser Ausführungsform ist es zum Einen möglich, unterschiedliche Anstellpositionen bzw. Anstellkräfte auf der rechten und der linken Seite vorzugeben und zum Anderen werden die Stütz- bzw. die Anstellkräfte in günstiger Weise vom Rollenträger in die Verstelleinrichtungen eingeleitet. Weiters kann dadurch sichergestellt werden, dass der Rollenspalt auf der linken und auf der rechten Seite jeweils einem, gleichem oder unterschiedlichem, Sollwert entspricht.
Natürlich ist es aber auch möglich, dass die zwei Verstelleinrichtungen in Richtung der Längserstreckung der Μ ♦· 201000720 5 > * · * I · · ♦ t ♦ · * » · · ♦ verschiebbaren Strangführungsrolle außerhalb der beiden äußersten Lager an den Rollenträger angelenkt sind.
Weiters ist es in einer Ausführungsform auch möglich, dass jedem Rollenträger eine Verstelleinrichtung zugeordnet ist, die mittig am Rollenträger angeordnet ist.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist ein Querhaupt mittels je einer, vorzugsweise hydraulisch betätigten, Spanneinrichtung mit einem seitlichen Tragrahmen verbunden, wodurch der Zeitbedarf für das Wechseln eines Querhaupts reduziert werden kann.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist einer Spanneinrichtung eine automatische Medienversorgung zugeordnet, wobei diese bei der Verbindung des Querhaupts mit dem bzw. den seitlichen Tragrahmen selbsttätig verbunden wird, wodurch ein automatisiertes (d.h. ohne manuelle Eingriffe) Anschließen bzw. Lösen der
Medienversorgungsleitungen möglich ist, sodass der Zeitbedarf für das Wechseln eines Querhaupts weiter reduziert wird.
In einer Ausführungsform ist eine Verstelleinrichtung als Druckmittelzylinder ausgebildet.
Es ist vorteilhaft, dass einer Verstelleinrichtung eine Wegmesseinrichtung zur Messung der Anstellposition und/oder eine Kraftmesseinrichtung zur Messung der Anstellkraft zugeordnet ist.
In einer einfachen, robusten und genauen Ausführungsform ist die Kraftmesseinrichtung als eine Einrichtung zur Messung wenigstens eines hydraulischen Kammerdrucks eines Druckmittelzylinders ausgebildet.
Eine hochgenaue Erreichung einer geforderten Anstellkraft bzw. einer geforderten Strangdicke wird möglich, wenn eine Regeleinrichtung mit einer Kraftmesseinrichtung, einer 201000720 * * * * • * * * · » I I · • * # · • · « * 6 ·*»· * · * » · ♦ * · 4 ♦ · • f · · t, ♦» <
Wegeraesseinrichtung (vorzugsweise in einen Hydraulikzylinder integriert) und einer Stelleinrichtung (vorzugsweise ein hydraulisches Proportional- oder Servoventil), z.B. zur Kompensation einer Durchbiegung des Querhaupts infolge der Anstellkraft der Verstelleinrichtung, verbunden ist. Dabei wird mittels der von der Kraftraesseinrichtung ermittelten Anstellkraft auf die Durchbiegung des Querhaupts und/oder weiterer Bauteile umgerechnet, sodass die Durchbiegung des Querhaupts und/oder weiterer Bauteile über eine Korrektur der Sollwertvorgabe für die Anstellposition mittels der Regeleinrichtung kompensiert werden kann.
In einer weiteren Ausführungsform ist einem Rollenträger wenigstens ein Anschlag zur Kalibrierung einer Wegmesseinrichtung zugeordnet. Dadurch ist es möglich, das Modul bestehend aus Querhaupt, Verstelleinrichtung, Rollenträger und Strangführungsrolle vor dem Einbau in das Strangführungssegment zu kalibrieren, sodass das Modul - wenn die Verstelleinrichtung einmal gegen den Anschlag fährt -vollständig kalibriert zu somit vollständig funktionsfähig zur Verfügung steht.
Es ist vorteilhaft, das erfindungsgemäße
Strangführungssegment in einer Stranggießanlage mit einer bogenförmigen oder horizontalen Strangführung zur Herstellung eines Strangs, vorzugsweise mit Brammen- oder Dünnbrammenquerschnitt, aus Stahl zu verwenden. Natürlich ist die Erfindung aber auch bei Vertikalanlagen oder auch bei Vorblockanlagen einsetzbar.
Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Strangführungssegments mit einer Fest- und einer Losseite 7 » · 201000720
Fig. 2 ein Aufriss des Strangführungssegments nach Fig. 1
Fig. 3 ein Aufriss eines Strangführungssegments mit zwei Losseiten 5
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Strangführungssegments mit einer Regeleinrichtung zur Kompensation der Durchbiegung des Querhaupts infolge der Anstellkraft 10 Fig. 1 zeigt ein Strangführungssegment 1 einer Bogen- stranggießmaschine zur Herstellung von Brammen aus Stahl. In der Stranggießmaschine selbst wird flüssiger Stahl in einer Kokille zu einem zumindest teilerstarrten Strang vergossen, der in der nachfolgenden, aus mehreren in Gießrichtung 2 15 aufeinanderfolgenden Strangführungssegmenten gebildeten, bogenförmigen Strangführung geführt, gestützt und weiter abgekühlt wird. Das Strangführungssegment 1 weist einen Oberrahmen 3 und einen lösbar damit verbundenen Unterrahmen 4 auf, wobei alle dem Oberrahmen 3 zugeordneten 20 Strangführungsrollen 5 als individuell anstellbare verschiebbare Strangführungsrollen 6 und alle dem Unterrahmen 4 zugeordneten Strangführungsrollen 5 als unverschiebbare Strangführungsrollen 7 ausgebildet sind. Mittels der individuell an den Strang anstellbaren verschiebbaren 25 Strangführungsrollen 6 kann der Strang gezielt, z.B. durch eine Soft-Reduction oder ein Pre-Rolling etc., metallurgisch behandelt werden, sodass beispielsweise - die Anstellkraft pro verschiebbarer Strangführungsrolle 6 zur Verbesserung der Innenqualität innerhalb 30 voreingestellter Grenzen gehalten werden kann, wodurch aber auch eine Überlastung der verschiebbaren Strangführungsrolle verhindert werden kann; - die Sumpfspitze des Strangs über die Beobachtung der Anstellkräfte der verschiebbaren Strangführungsrollen 6 35 mit hoher Genauigkeit ermittelt werden kann; - beliebige, d.h. lineare aber auch nichtlineare, Dickenreduktionen quer zur Gießrichtung 2 des Strangs erzielt werden können. 8 fe * 201000720
Der Unterrahraen 4 ist mittels seitlicher Verbindungssäulen 25 mit dem Oberrahmen 3 verbunden, wobei der Oberrahmen 3 aus zwei seitlichen Tragrahmen 12 und je einem Querhaupt 11 pro 5 verschiebbarer Strangführungsrolle 6 gebildet wird. Jeder verschiebbaren Strangführungsrolle 6 ist ein Modul, aufweisend einen plattenförmiger Rollenträger 8, zwei als Druckmittelzylinder 17 ausgebildete Verstelleinrichtung 9 zur Verschiebung des Rollenträgers 8 in der Anstellrichtung 10 10 quer zur Gießrichtung 2 und ein Querhaupt 11, zugeordnet, wobei das Querhaupt 11 mittels der Spanneinrichtungen 16, die hydraulisch vorgespannt werden kann, lösbar mit dem seitlichen Tragrahmen 12 verbunden ist. Jede verschiebbare Strangführungsrolle 6 ist mittels vier Lager 15 auf dem 15 Rollenträger 8 drehbar abgestützt, sodass auch hohe Anstellkräfte mit nur geringen Durchbiegungen in den Rollenträger und in weiterer Folge in den Oberrahmen 3 eingeleitet werden können. Der Druckmittelzylinder 17 ist einerseits gelenkig am Querhaupt 11 und andererseits gelenkig 20 am Rollenträger 8 angelenkt, wobei jeder Druckmittelzylinder 17 in Richtung der Längserstreckung der verschiebbaren Strangführungsrolle 6 innerhalb der beiden äußersten Lager 15 an den Rollenträger 8 angelenkt ist. Durch diese modulartige Bauweise ist es möglich, eine einzelne verschiebbare 25 Strangführungsrolle 6 inklusive des zugeordneten
Rollenträgers 8, den Verstelleinrichtungen 9 und den Querhaupt 11 auch im eingebauten Zustand des Strangführungssegments 1 zu Demontieren bzw. zu Montieren, sodass eine hohe Wartungsfreundlichkeit gegeben ist. Dadurch 30 dass jedem Rollenträger 8 ein Anschlag 22 zugeordnet ist, ist es weiters möglich, das Modul auch im ausgebauten Zustand, d.h. außerhalb des Strangführungssegments, zu kalibrieren, wobei eine einem Druckmittelzylinder 17 zugeordnete Wegmesseinrichtung nach dem Anfahren einer Referenzposition 35 (z.B. wenn gegen den Anschlag 22 oder das Querhaupt 11 gefahren wird) vollständig kalibriert zur Verfügung steht. Alternativ kann die Kalibrierung auch außerhalb des Strangführungssegments erfolgen. Weiters ist mehreren 9 201000720
Spanneinrichtungen 16 eine automatische Medienversorgung 24 zugeordnet, sodass bei der Verbindung des Querhaupts 11 mit einem seitlichen Tragrahmen 12 auch gleichzeitig die Medienversorgungsleitungen, beispielsweise für Hydraulik-, Kühlmittel- und/oder Druckluftleitungen, verbunden werden. Jeder plattenförmige Rollenträger 11 wird mittels wenigstens eines Führungselements 14 in einem Längsschlitz 13 je seitlichem Tragrahmen 12 geführt, wodurch eine hohe Führungsgenauigkeit und -Steifigkeit gegeben ist.
In Fig. 2 ist ein Aufriss des Strangführungssegments 1 nach Fig. 1 dargestellt, wobei die Kühldüsen 23, ausgeführt als Wasser oder als Wasser-Luft Düsen, ebenfalls mit dargestellt wurden.
Fig. 3 stellt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Strangführungssegments 1 dar, wobei alle Strangführungsrollen 5, d.h. sowohl die mit dem Oberrahmen 3 als auch die mit dem Unterrahmen 4 verbundenen Strangführungsrollen, als verschiebbare Strangführungsrollen 6 ausgeführt sind. Der Oberrahmen 3 ist lösbar mittels mehrerer, seitlich angeordneter, Verbindungssäulen 25 mit dem Unterrahmen 4 verbunden, wobei jeweils der Ober- und der Unterrahmen aus zwei seitlichen Tragrahmen 12 und je einem Querhaupt je Strangführungsrolle 6 gebildet ist. Neben einer Überlastsicherung aller verschiebbaren Strangführungsrollen 6 weist diese Ausführungsform den Vorteil auf, dass alle Strangführungsrollen individuell an den Strang angestellt werden können, sodass z.B. wenn eine einzelne Strangführungsrolle im Zuge von Wartungsarbeiten auf einen geringeren Rollendurchmesser überdreht wurde, diese Durchmesserverringerung in einfacher Art und Weise durch eine Änderung der Sollposition der Verstelleinrichtung 9 kompensiert werden kann.
In Fig. 4 ist ein Ausschnitt eines Strangführungssegments 1 mit einer Regeleinrichtung 18 dargestellt. Dabei ist die Regeleinrichtung 18 mit einer Wegmesseinrichtung 20 und einer 10 201000720
Kraftmesseinrichtung 19 einer als Druckmittelzylinder 17 ausgebildeten Verstelleinrichtung 9 verbunden, wobei mittels der Regeleinrichtung 18 die Durchbiegung des Querhaupts 11 infolge der Anstellkraft der Verstelleinrichtung 9 kompensiert wird. Konkret liefert die Kraftmesseinrichtung 19 einen Ist-Wert der Anstellkraft FIst, der mittels eines mechanischen Modells, das in die Regeleinrichtung 18 eingebunden ist, auf eine Durchbiegung des Querhaupts 11 und gegebenenfalls weiterer Bauteile (wie z.B. der Rollenträger 8, der seitlichen Tragrahmen 12, der Verbindungssäulen 25)
As umgerechnet wird. Zu der der Regeleinrichtung 18 vorgegebenen Soll-Anstellposition sSoii wird nun As addiert, wobei auf dem kompensierten Soll-Wert der Anstellposition 7 = sSgll + As geregelt wird. Bei der Regelung wird in bekannter
Weise s mit dem Ist-Wert der Anstellposition Si3t verglichen, wobei unter Berücksichtigung eines Regelgesetzes ein Stellwert u ermittelt, der der als Hydraulikventil ausgebildeten Stelleinrichtung 21 zugeführt wird, sodass der Wert Sist dem Wert ϊ möglichst genau entspricht.
Konkret laufen bei der Kompensation der Anstellposition infolge einer Anstellkraft einer verschiebbaren Strangführungsrolle folgende Verfahrensschritte ab: - Erfassen von zumindest eines Ist-Werts einer Anstellposition Sist mittels einer Wegmesseinrichtung 20; - Erfassen von zumindest eines Ist-Werts einer Anstellkraft Fist mittels einer Kraftmesseinrichtung 19, wobei die Wegmesseinrichtung 20 und die Kraftmesseinrichtung 19 einer Verstelleinrichtung 9 einer verschiebbaren Strangführungsrolle 6 zugeordnet sind; - Zuführen eines Soll-Werts der Anstellposition sSoii, des Ist-Werts der Anstellposition Sist und des Ist-Werts der Anstellkraft Fist an eine Regeleinrichtung 18; - Ermittlung einer Abweichung des Soll-Werts (z.B. der Durchbiegung des Querhaupts 11) der Anstellposition As infolge der Anstellkraft unter Berücksichtigung eines mechanischen Modells (z.B. Durchbiegung eines Balkens); i · 201000720 11 • « · · « · * • · * ι · · * • · * # * * · 14 · · * · - Berechnung eines kompensierten Soll-Werts der Anstellposition s=sSoll+As; - Ermittlung einer Stellgröße u mittels der Regeleinrichtung 18 unter Berücksichtigung des kompensierten Soll-Werts der 5 Anstellposition 7 und des Ist-Werts der Anstellposition Sist unter Zuhilfenahme eines Regelgesetzes; und - Beaufschlagung einer der Verstelleinrichtung 9 zugeordneten Stelleinrichtung 21 mit der Stellgröße u, sodass der Ist-Wert der Anstellposition Sist dem 10 kompensierten Soll-Wert der Anstellposition 7 möglichst entspricht. 12 201000720 * • «
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Strangführungssegment
Gießrichtung
Oberrahmen
Unterrahmen
Strangführungsrolle
Verschiebbare Strangführungsrolle
Unverschiebbare Strangführungsrolle
Rollenträger
Verstelleinrichtung
Anstellrichtung
Querhaupt
Seitlicher Tragrahmen Längsschlitz Führungselement Lager
Spanneinrichtung
Druckmittelzylinder
Regeleinrichtung
Kraftmesseinrichtung
Wegmesseinrichtung
Stelleinrichtung
Anschlag Kühldüse
Automatische Medienversorgung Verbindungssäule
Claims (15)
13 * 4 201000720 Patentansprüche / Patent Claims 1. Strangführungssegment zum Stützen und Führen eines metallischen Strangs in einer Strangführung einer Stranggießmaschine, - aufweisend einen Oberrahmen (3) und einen Unterrahmen (4), wobei der Oberrahmen (3) lösbar mit dem Unterrahmen (4} verbunden ist; - wobei mehrere Strangführungsrollen (5) jeweils mit dem Oberrahmen (3) und dem Unterrahmen (4) verbunden sind; - wobei in Gießrichtung (2) wenigstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgende verschiebbare Strangführungsrollen (6) individuell gegen den Strang anstellbar sind; dadurch gekennzeichnet, dass jeder verschiebbaren Strangführungsrolle (6) ein Rollenträger (8), zumindest eine Verstelleinrichtung (9) zur Verschiebung des Rollenträgers (8) in einer Anstellrichtung (10) quer zur Gießrichtung (2) und ein Querhaupt (11) zugeordnet sind, wobei das Querhaupt (11) lösbar mit einem Rahmen verbunden ist, welcher mit der verschiebbaren Strangführungsrolle (6) verbunden ist, wobei die Verstelleinrichtung (9) einerseits am Querhaupt (11) und andererseits am Rollenträger (8) angelenkt und die verschiebbare Strangführungsrolle (6) auf dem Rollenträger (8) drehbar abgestützt ist.
2. Strangführungssegment nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einer verschiebbaren Strangführungsrolle (6) in Anstellrichtung (10) eine unverschiebbare Strangführungsrolle (7) gegenüberliegt.
3. Strangführungssegment nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einer verschiebbaren Strangführungsrolle (6) in Anstellrichtung (10) eine weitere verschiebbare Strangführungsrolle (6) gegenüberliegt.
4. Strangführungssegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen der 14 201000720 wenigstens zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden verschiebbaren Strangführungsrolle (6) verbunden ist aus zwei seitlichen Tragrahmen (12) und je einem Querhaupt (11) pro verschiebbarer Strangführungsrolle (6) gebildet wird, wobei der seitliche Tragrahmen (12) je verschiebbarer Strangführungsrolle (6) einen Längsschlitz (13) aufweist, der in der Anstellrichtung (10) verläuft.
5. Strangführungssegment nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenträger (8) plattenförmig ausgebildet ist, wobei der Rollenträger (8) über Führungselemente (14) in den Längschlitzen (13) der seitlichen Tragrahmen (12) geführt wird.
6. Strangführungssegment einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Strangführungsrolle (5, 6, 7) auf mehreren Lagern (15) abgestützt.
7. Strangführungssegment nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Rollenträger (8) zwei Verstelleinrichtungen (9) zugeordnet sind, wobei jede Verstelleinrichtung (9) in Richtung der Längserstreckung der verschiebbaren Strangführungsrolle (6) innerhalb der beiden äußersten Lager (15) an den Rollenträger (8) angelenkt sind.
8. Strangführungssegment nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Querhaupt (11) mittels je einer Spanneinrichtung (16) mit einem seitlichen Tragrahmen (12) verbunden ist.
9. Strangführungssegment nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass einer Spanneinrichtung (16) eine automatische Medienversorgung (24) zugeordnet ist, wobei diese bei der Verbindung des Querhaupts (11) mit den seitlichen Tragrahmen (12) selbsttätig verbunden wird.
10. Strangführungssegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine 15 201000720 Verstelleinrichtung (9) als Druckmittelzylinder (17) ausgebildet ist.
11. Strangführungssegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer Verstelleinrichtung (9) eine Wegmesseinrichtung zur Messung der Anstellposition und/oder eine Kraftmesseinrichtung zur Messung der Anstellkraft zugeordnet ist.
12. Strangführungssegment nach einem der Ansprüche 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftmesseinrichtung als eine Einrichtung zur Messung wenigstens eines hydraulischen Kaminerdrucks eines Druckmittelzylinders (17) ausgebildet ist.
13. Strangführungssegment nach einem der Ansprüche 11 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Regeleinrichtung (18) mit einer Kraftmesseinrichtung (19), einer Wegemesseinrichtung (20) und einer Stelleinrichtung (21) verbunden ist.
14. Strangführungssegment nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass einem Rollenträger (8) wenigstens ein Anschlag (22) zur Kalibrierung einer Wegmesseinrichtung (20) zugeordnet ist.
15. Verwendung des Strangführungssegments nach einem der vorhergehenden Ansprüche in einer Stranggießanlage mit einer bogenförmigen oder horizontalen Strangführung zur Herstellung eines Strangs, vorzugsweise mit Brammen- oder Dünnbrammenquerschnitt, aus Stahl.
Priority Applications (9)
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