AT511823A4 - Verfahren und einrichtung zur erzeugung von kälte und/oder nutzwärme sowie mechanischer bzw. elektrischer energie mittels eines absorptionskreislaufes - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Erzeugung von Kälte und/oder Nutzwärme unter der Verwendung einer Wärmequelle oberhalb der Umgebungstemperatur sowie zur zusätzlichen Erzeugung von mechanischer bzw. elektrischer Energie durch das Zwischenschalten einer Expansionsmaschine (9) zwischen dem Desorber (3) und dem Kondensator )13) eines Absorptionskreislaufes; die Speicherung von Lösungenunterschiedlicher Absorptionsmittelkonzentrationen in Speichern (30, 33, 36) ermöglicht sowohl die Spitzenlastdeckung der Energieserviceleistungen als auch die Anpassung an wechselnde thermische Verhältnisse.

Description

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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Erzeugung von Kälte und/oder Nutzwärme mittels eines Absorptionskreislaufes unter der Verwendung einer Wärmequelle oberhalb der Umgebungstemperatur und - in erfinderischer Weise -zur zusätzlichen Erzeugung von mechanischer bzw. elektrischer Energie (Kraft). Durch die erfinderische Speicherung ist es möglich, die Anteile der Erzeugung der verschiedenen Energieformen in gewissen Grenzen bedarfsgerecht zu variieren.
Stand der Technik: Die Erzeugung von Kälte mittels eines Absorptionskreislaufes unter der Verwendung einer Wärmequelle oberhalb der Umgebungstemperatur ist seit langem bekannt und Stand der Technik, insbesondere mit dem Kältekreislaufmedium: Ammoniak (NH3) als Kältemittel und Wasser (H20) als Absorptionsmittel. Der Vorteil dieser Absorptionskälteanlage gegenüber der wesentlich weiterverbreiteten Kompressionskältemaschine liegt darin, dass die Absorptionskälteanlage keine oder nur eine geringe mechanische bzw. elektrische Antriebsenergie (z. B. für Pumpen) benötigt.
Die bei der Absorptionskälteanlage verwendete Wärmen hätten zuweilen, von der Thermodynamik her betrachtet, das Potential zur zusätzlichen Krafterzeugung, und dies wäre bei größeren (dezentralen) Anlagen durchaus wünschenswert, jedoch ist der Absorptionskreislauf gemäß dem Stand der Technik dazu nicht in der Lage. Kürzlich [Sulaiman et al: Greenhouse gas emission and exergy assessments of an integrated Organic Rankine Cycle with a biomass conbustor for combined cooling, heating and power production. Applied Thermal Engineering 2011. Seite 439 - 446] wurde die Kombination von eines ORC-Kreislaufes (Organic Rankine Cycle) zur Stromerzeugung mit einer Absorptionskälteanlage zur 1 7
7 5- T '1 · J Kälteerzeugung in der Weise vorgeschlagen, dass mit der Kondensations-Wärme aus dem ORC-Kreislauf der Desorber der Absorptionskälteanlage betrieben wird. Als Energiequelle wurde eine Biomassefeuerung vorgesehen. Der apparative Aufwand derartiger Problemlösungen ist beträchtlich, es kommen insgesamt drei Arbeitsmedien zur Anwendung (Ein Thermoöl-Zwischenkreis, das organische Kreislaufmedium sowie das Kältekreislaufmedium: Ammoniak/Wasser), die Flexibilität ist stark eingeschränkte. Die gesamte Energieeffizient ist zwar besser als bei der getrennten Erzeugung von Strom und Kälte, jedoch ist die Wirtschaftlichkeit derartiger Anlagenkombinationen fraglich.
Erfindungsgemäße Lösung: Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, all die genannten Nachteile zu vermeiden. Dies wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 erreicht. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen werden gemäß den Unteransprüchen vorgeschlagen.
Die Figuren 1 bis 3 verdeutlichen den Erfindungsgedanken:
Fig. 1 zeigt das Verfahrensfließbild des erfindungsgemäßen Kreislaufes in der Basisvariante.
Fig. 2 zeigt eine Ergänzung zur Fig. 1, welche die Flexibilität durch ein Speichersystem erhöht.
Fig. 3 zeigt eine Variante zur Fig. 2, welche das Speichersystem weiter vereinfacht.
Fig. 1 zeigt das Verfahrensfließbild des erfinderischen Absorptionskreislaufes; als Zusatzinformationen sind in diesem Verfahrensfließbild folgende Koordinaten eingetragen: a. Abszisse (x-Achse): Die Temperatur in der jeweiligen Komponente, d. h. eine Komponente mit höherer Temperatur ist weiter rechts angeordnet. 2 • · · · Φ * Μ · · · « «II* I I · · * ι • · · Φ I Φ III · · • II I · I II ι *· II ΜΙ ··· ·* Φ· b. Ordinate (y-Achse): Der Druck in der jeweiligen Komponente, d. h. eine Komponenten mit einem höheren Druck ist weiter oben angeordnet. c. Die Hauptdiagonale (45“-Gerade): Die Konzentration (Massenanteil vom Kältemittel im Arbeitsmedium): rechts von der Hauptdiagonale befindet sich der kältemittelarme, links davon der kältemittereiche Teil des Kreislaufes. d. Ein Energieeintrag ist mit einem Pfeil zur Komponente hin, eine Energieabgabe mit einem Pfeil von der Komponente weg angedeutet. e. Die mechanische bzw. elektrische Energie wird mit „P" bezeichnet, die Wärmeenergie mit „Q". Wärmeeinträge mit einem Temperaturniveau deutlich unter der Umgebungstemperatur sind Kälteenergien, Wärmeabgaben mit einem Temperaturniveau deutlich über der Umgebungstemperatur sind Nutzwärmen (z. B. Wärmen für Heiz- und Prozesszwecke).
Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich zunächst auf den Absorptionskreislauf mit Kälteerzeugung („Kraft-Kälte-Modus").
Das Arbeitsmedium des Kreislaufes, ein binäres Gemisch aus dem Kältemittel, z. B. NH3, und dem Absorptionsmittel, z. B. H20, verlässt mit einer vorgegebenen Konzentration den Absorber 1 und gelangt über die Speiseleitung mit Speisepumpe 2 in den Desorber 3, der über eine Desorber-Wärmetauscherfläche 4 mittels eines Heizmediums, z. B. einem heißen Rauchgas, mit der Wärme Qd beheizt wird (das Heizmedium tritt beim Desorber-Heizmediumeintritt 5 ein und verlässt diesen beim Desorber-Heizmediumaustritt 6). Im Desorber kommt es zur Desorption (zum Ausdampfen des Kältemittels); die zurückbleibende kältemittelarme Lösung verlässt den Desorber 3 und gelangt über die Lösungsrücklaufleitung mit Entspannungsventil 7 zurück in den Absorber 1. Der entstehende Frischdampf hingegen ist kältemittelreich und er verlässt den Desorber 3. 3
Der heiße und gespannte Frischdampf fließt erfindungsgemäß über die Frischdampfleitung mit Regel- bzw. Schnellschussventil 8 der Expansionsmaschine 9, z. B. als Turbine oder Schraubenexpander ausgeführt, zu; diese Expansionsmaschine 9 gibt die mechanische Leistung an der Expansionsmaschinen-Welle 10, z. B. an einen elektrischen Generator 11, ab, wobei mechanische bzw. elektrische Energie P erzeugt wird, während der expandierte Abdampf die Expansionsmaschine 9 verlässt.
Der Abdampf fließt über die Abdampfleitung 12 dem Kondensator 13 zu, in welchem über die Kondensator-Wärmetauscherfläche 14 Wärme entzogen wird, wobei sich ein Kühlmedium, z. B Umgebungsluft oder Kühlwasser, eintretend beim Kondensator-Kühlmediumeintritt 15 und austretend beim Kondensator-Kühlmediumaustritt 16, aufheizt und dabei die Wärme Qc an die Umgebung abführt. Der solcherart verflüssigte Abdampf - das Kondensat - sammelt sich und verlässt den Kondensator 13.
Das Kondensat fließt über die Kondensatleitung mit Entspannungsventil 17 dem Verdampfer 18 zu, welchem über eine Verdampfer-Wärmetauscherfläche 19 mittels eines Kältemediums, z. B. einer frostsicheren Kältemischung, welches beim Verdampfer-Kältemediumeintritt 20 eintritt und beim Verdampfer-Kältemediumaustritt 21 austritt, Wärme entzogen wird; da der Verdampfer 18 mit einem geringeren Druck als der Kondensator 13 betrieben wird, liegt die Verdampfungstemperatur in der Regel unter der Umgebungstemperatur, hier wird also die Kälteleistung Qv erbracht. Der Kältemitteldampf verlässt über den Verdampfer 18.
Der Kältemitteldampf mit geringem Druck gelangt über Kältemitteldampfleitung 22 und in den Absorber 1, wo sich der Kältemitteldampf mit der kältemittelearmen Lösung vereinigt; 4 diese Absorption ist einerseits mit einer Unterdruckbildung verbunden, andererseits wird dabei die Lösungsmittelwärme frei, welche über die Absorber-Wärmetauscherfläche 23 abgeführt wird, wobei sich ein Kühlmedium, z. B. Umgebungsluft oder Kühlwasser, vom Absorber-Kühlmediumeintritt 24 zum Absorber-Kühlmediumaustritt 25 aufheizt und dabei die Wärme Qa an die Umgebung abführt. Mit der Entstehung des Lösungsmittels mit der vorgegebenen Konzentration und der Bereitstellung dieser über Speiseleitung mit Speisepumpe 2 schließt sich der Kreislauf.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Absorptionskälteanlagen erzeugt das erfindungsgemäße Verfahren nicht nur Kälte Qv, sondern auch mechanische bzw. elektrische Energie („Kraft") P.
Zur Anpassung der erzeugten Kälteleistung an einem Kälteleistungsbedarf (bedarfsgerechte Deckung einer Energiedienstleistung) sind im Verfahrensfließbild folgende
Bypassleitungen strichliert eingezeichnet: a. Die Frischdampfbypassleitung mit Bypassventil 26 zweigt von der Frischdampfleitung 8 ab und dient zur Umgehung der Expansionsmaschine 9; d. h. der abgezweigte Frischdampf gelangt direkt in die Abdampfleitung 12 in den Kondensator 13. Diesen Lastfall wird man wählen, wenn die Temperatur bzw. der Druck am Desorber 3 nicht ausreicht, um die Expansionsmaschine 9 sinnvoll zu betreiben, der Bedarf an mechanischer bzw. elektrischer Energie bereits gedeckt ist und/oder die Kälteleistung gesteigert werden soll. b. Die Abdampfbypassleitung mit Bypassventil 27 zweigt von der Abdampfdampfleitung 12 ab dient zur Umgehung des Kondensators 13 und des Verdampfers 18; d. h. der abgezweigte Abdampf gelangt direkt über die Kältemitteldampfleitung 22 in den Absorber 1. Diese Betriebsweise wird man wählen, wenn kein Bedarf an Kälteleistung vorhanden ist.
Es ist aber auch die Produktion einer weiteren Energieform, nämlich einer Nutzwärme, möglich, indem dem Verfahren an geeigneter Stelle Nutzwärme entzogen wird. Die Entnahme von Nutzwärme bei dem vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahren kann z. B. auf der Heizmediumseite vor dem Eintritt 5 oder nach dem Austritt 6, von der Frischdampfleitung 8 oder an der Expansionsmaschinen-Anzapfleitung 28 erfolgen.
Der energetisch bestechende Betriebsmodus für die Bereitstellung von Nutzwärme besteht allerdings darin, dass der Kondensator 13 und/oder der Absorber 1 bewusst bei einer Temperatur höher als die Umgebungstemperatur gefahren werden, sodass am Kondensator-Kühlmediumaustritt 16 bzw. am Absorber-Kühlmediumaustritt 25 die Nutzwärmen Qc bzw, Qa anfallen. Im Extremfall kann man dem Verdampfer 18 ergiebige Umgebungswärme zuführen, womit der erfinderische Absorptionskreislauf im „Kraft-Wärmepumpen-Modus" gefahren wird. Der Gesamtwirkungsgrad dieser erfindungsgemäßen Kopplungsanlagen kann dabei deutlich über 100 % liegen.
Vom Verfahrensfließbild her betrachtet besteht kein wesentlicher Unterschied, ob das erfinderische Verfahren im Kraft-Kälte-Modus, im Kraft-Wärmepumpen-Modus oder in einer Kombination von beiden Betriebsweisen, dem Kraft-Wärmepumpen-Kälte-Modus (Tri-Generation) betrieben wird. Allfällige Einschränkungen der Betriebsweisen sind auslegungstechnischer Art und vom Arbeitsmedium vorgegeben, hingegen weist das erfindungsgemäße Verfahren ein hohes Maß an Flexibilität auf.
Fig. 2 zeigt zusätzlich zum Verfahrensfließbild gemäß der Fig. 1 ein erfinderisches Energiespeichersystem, welches nicht nur temporäre Variationen der Kälte- und/oder Wärmeerzeugung sondern auch Veränderungen der Konzentrationen im Gesamtkreislauf zum 6
Zwecke der optimalen Anpassung an Gegebenheiten der Wärmequelle einerseits und der Energieserviceleistung andererseits ermöglicht.
Von der Funktion her gesehen sind drei Speichersystem vorgesehen: 1. Eine Kondensat-Lade/Entladeleitung 29 zweigt von der Kondensatleitung 17 ab und führt zu einem Kondensat-Speicher 30 mit dem Flüssigkeitstand bzw. -volumen 31; die Lade/Entladeleitung ist dabei als in beiden Richtungen durchflossene Leitung mit einer reversierbaren Pumpe eingezeichnet, jedoch existieren für diese Problemstellung auch andere bekannte Ausführungsformen. 2. Eine Speise-Lade/Entladeleitung 32 zweigt von der Speiseleitung 2 ab und führt zu einem Speise-Speicher 33 mit dem Flüssigkeitsstand bzw. -volumen 34. 3. Eine Lösungs-Lade/Entladeleitung 35 zweigt von der Lösungsrücklaufleitung 7 ab und führt zu einem Lösungs-Speicher 36 mit dem Flüssigkeitsstand bzw. -volumen 37.
Mit diesen drei Speichersystemen lassen sich verschiedene Betriebsweisen bzw. Moden fahren: a. Bei einer temporär höheren Kälteleistung (Kältespitzenlast) werden dem Kondensat-Speicher 30 mit dem Flüssigkeitsstand 31 und dem Lösungs-Speicher 36 mit dem Flüssigkeitsstand 37 entladen, das heißt die Flüssigkeitsstände 31 und 37 werden abgesenkt, indem die Kondensat-Lade/Entladeleitung 29 und die Lösungs-Lade/Entladeleitung 35 in der Richtung zu den Leitungen 17 bzw. 7 durchströmt werden. Der Verdampfer 18 und der Absorber 1 werden dadurch mit den für die Kälteproduktion nötigen Flüssigkeiten der dazugehörigen Konzentration versorgt. Andererseits steigt im Speise-Speicher 33 der Flüssigkeitsstand 34, indem die Speise-Lade/Entladeleitung 32 überschüssige Speise 7
aus der Speiseleitung 2 aufnimmt. Bei einer temporär niedrigeren Kälteleistung {Kälteschwachlast) wird umgekehrt verfahren. Diese temporäre Lastabdeckung lässt sich nur soweit fahren, bis mindestens einer der Speicher entladen oder geladen ist. Da die erforderliche Kälteleistung zuweilen einer periodischen Schwankung unterliegt, ist die beschriebene temporäre Lastabdeckung von hohem Wert. b. Mit den SpeicherSystemen lassen sich auch die Konzentrationsverhältnisse im Arbeitsmedium des
Gesamtkreislaufes beeinflussen. Das Laden des Kondensat-Speicher 30, bei dem der Flüssigkeitsstand 31 ansteigt, führt bei einem gleichbleibenden Ladezustand des Speise-Speicher 33, bei dem der Flüssigkeitsstand 34 gleichbleibt, zu einem Entladen des Lösungs-Speichers 36, bei dem sein Flüssigkeitsstand 37 absinkt, sodass dem Gesamtkreislauf kältemittelreiches Kondensat entzogen wird und der fließende Gesamtkreislauf bezüglich seiner Konzentration zur kältemittelarmen, das heißt absorptionsmittelreichen Seite (in unserem Beispiel also zur H20-reichen Seite) schiftet; dieser Betriebsmodus könnte z. B. bei einem Kraft-Wärmepumpen-Modus vorteilhaft sein, weil höhere Systemdrücke im Kondensator und Absorber vermieden werden. Sollten die Speichersysteme ausschließlich zur Beeinflussung Konzentrationsverhältnisse im Arbeitsmedium des Gesamtkreislaufes dienen und nicht auch zur Lastabdeckung, so kann der Speise-Speicher 33 samt der Speise-Lade/Entladeleitung 32 entfallen.
Eine derartige Speicherung ist neuartig und es ist schwierig, diese in herkömmliche Kategorien zu klassifizieren: Die Speicher arbeiten drucklos, speichern bei Umgebungstemperatur, haben also auch keine Wärmeverluste, weisen aber verschiedene Konzentrationen des Kältekreislaufmediums auf. Im Grunde wird latente Energie (Trennarbeit bei der Desorption) gespeichert und 8
die Energiedichte übertrifft in der Regel jene eines Wärmespeichers.
Fig. 3 zeigt eine Variante zum Verfahrensfließbild gemäß der Fig. 2; hier werden der Kondensat-Speicher 30, gegebenenfalls der Speise-Speicher 33 und der Lösungs-Speicher 36 von der Funktion her in ein einem einzigen Schichtspeicher 38 zusammengefasst, wobei die Kondensat-Lade/Entladeleitung 29 in das Kondensat-Flüssigkeitsvolumen 31, gegebenenfalls die Speise-Lade/Entladeleitung 32 in das Speise-Flüssigkeitsvolumen 34 und die Lösungs-Lade/Entladeleitung 35 in das Lösungs-Flüssigkeit svolumen 37 innerhalb des Schichtspeichers 38 führen. Da die verschiedenen Flüssigkeitsvolumina nicht nur unterschiedliche Konzentrationen, sondern auch unterschiedliche Dichten haben, kommt es innerhalb des Schichtspeichers 38 nicht zur Vermischung, sondern zur erwünschten Schichtbildung mit Trennschichten 39 bzw. 40. Das Volumen des Schichtspeichers 38 ist dabei kleiner als das Gesamtvolumen der Speicher 30 und 36 bzw. auch 33 der Fig. 2, da diese Speichersysteme im „Gegentakt" arbeiten.
Bekanntermaßen sind Verfeinerungen eines thermodynamischen Kreislaufes durch folgende - nicht näher beschriebene -Maßnahmen möglich: Mehrstufigkeit, z. B. bei der Desorption; rekuperativer Wärmetausch, z. B. zwischen Lösungsrücklauf und Speise; Ausnützung von Auf- und Abtrieb, etc..
Das erfinderische Verfahren eröffnet ein riesiges Anwendungsfeld und ermöglicht sondern fundamentale Verbesserungen hinsichtlich der Energieeffizient und der Kosteneffizienz: a. Der vorgeschlagene Kreisprozess erzeugt Kraft, Kälte und Wärme innerhalb einer einzigen Anlage mit einem einzigen Arbeitsmedium. Die Speicherung ermöglicht die verschiedenen 9
Energieformen bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen Diese gekoppelte Energiedienstleistung erhöht die Energieeffizienz und vereinfacht den apparativen Aufwand drastisch gegenüber der getrennten Erzeugung der Energieformen. b. Das Verfahren eignet sich besonders für die Nutzung von erneuerbaren Energien (Biomassegefeuerte, Solarthermische, Geothermische, Energien sowie hybrider Energiequellen), von Abwärmen (z. B. industrieller Herkunft, aus stationären oder mobil Verbrennungskraftmaschinen), von Wärmen aus Fernwärmeleitungen.
Die Nutzung von Wärmen aus Fernwärmeleitungen (z. B. mit einer Vorlauf-Temperatur von 140 °C und einer Rücklauf-Temperatur von 55 °C) zur dezentralen und emissionsfreien Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung soll beispielhaft quantifiziert werden. Das Fernwärmenetz beheizt den Desorber 3 mit der Wärme Qd, indem sein Vorlauf mit dem Desorber-Heizmediumeintritt 5 verbunden ist, das Heizmedium der Fernwärme durch die Desorber-Wärmetauscherflächen 4 fließ, den Desorber 3 beim Desorber-Heizmediumaustritt 6 verlässt und in den Rücklauf des Fernwärmenetzes mündet.
Der Generator 11 erzeugt die elektrische Energie P.
Die Wärmen Qc des Kondensators 13 und Qa des Absorbers 1 werden als Nutzwärme ausgekoppelt, indem der Kondensator-Kühlmediumaustritt 16 und der Absorber-Kühlmediumaustritt 25 mit dem Vorlauf eines Niedertemperatur-Nahwärmenetzes verbunden ist.
Die Kälteleistung Qv wird am Verdampfer 18 erzeugt.
Die nachstehende Tabelle zeigt, dass der Gesamtwirkungsgrad (Strom+Nutzwärme+Kälte) weit über 100% liegt. 10 ·· ·* • · · · • · · · • · * · ·· ·· • · · Λ *·» · · « · Φ Fernwärme-Auskopplung (140/55“C) Qd kW 1000 Stromerzeugung P kW 100 Differenz Qd-P kW 900 Wärmeverhältnis Qv/(Qd-P) % 50% Kälteleistung (-15°C) Qv kW 450 Nutz-Wärmeleistung (40°C) Qn=Qc+Qa kW 1350 Gesamt-Energieleistung P+Qn+Qv kW 1900 Gesamt-Wirkungsgrad (P+Qn+Qv)/Qd % 190%
Derartige Tri-Generation-Anlagen könnten dezentral und nahe der Fernwärmeleitung angeordnet Gebäude, Komplexe, Zentren emissionsfreien mit Strom, Nutzwärme und Kälte versorgen und die Fernwärmeleitung auch außerhalb der Heizperiode ausnutzen.
Eine ähnlich günstige Energie-Effizienz ergibt sich auch bei der Nutzung der Geothermie-Wärmen (z. B. mit einer Vorlauf-Temperatur von 120 °C und einer Rücklauf-Temperatur von 80 °C). 11
Figuren — liegende: 1 Absorber 2 Speiseleitung mit Speisepumpe 3 Desorber (auch: Austreiber, Kocher, Dampferzeuger) 4 Desorber-Wärmetauscherfläche 5 Desorber-Heizmediumeintritt 6 Desorber-Heizmediumaustritt 7 Lösungsrücklaufleitung mit Entspannungsventil 8 Frischdampfleitung mit Regel- bzw. Schnellschlussventil 9 Expansionsmaschine 10 Expansionsmaschinen-Welle 11 Generator 12 Abdampfleitung 13 Kondensator (auch: Verflüssiger) 14 Kondensator-Wärmetauscherfläche 15 Kondensator-Kühlraediumeintritt 16 Kondensator-KÜhlmediumaustritt 17 Kondensatleitung mit Entspannungsventil 18 Verdampfer 19 Verdampfer-Wärmetauscherfläche 20 Verdampfer-Kältemediumeintritt 21 Verdampfer-Kältemediumaustritt 22 Kältemitteldampfleitung 23 Absorber-Wärmetauscherfläche 24 Absorber-Kühlmediumeintritt 25 Absorber-Kühlmediumaustritt 26 Frischdampfbypassleitung mit Bypassventil 27 Abdampfbypassleitung mit Bypassventil· 28 Expansionsmaschinen-Anzapfleitung 29 Kondensat-Lade/Entladeleitung 30 Kondensat-Speicher 31 Kondensat-Flüssigkeitsstand bzw. -volumen 14 • · • · Mt 32 Speise-Lade/Entladeleitung 33 Speise-Speicher 34 Speise-Flüssigkeitsstand bzw. -volumen 35 Lösungs-Lade/Entladeleitung 36 Lösungs-Speicher 37 Lösungs-Flüssigkeitsstand bzw. -volumen 38 Schichtspeicher 39 Trennschicht 40 Untere Trennschicht 15

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von Kälte und /oder Nutzwärme mittels eines Absorptionskreislaufes, bestehend aus mindestens einem Absorber, mindestens einem Desorber, mindestens einem Kondensator und mindestens einem Verdampfer, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Absorber (1) mit mindestens einem Desorber (3)über eine Speiseleitung mit Speisepumpe (2) sowie einer Lösungsrücklaufleitung mit Entspannungsventil (7) verbunden ist und zwischen mindestens einem Desorber (3) und mindestens einem Kondensator {13) und/oder mindestens einem Absorber (1) mindestens eine Expansionsmaschine (9) zur Erzeugung von mechanischer bzw. elektrischer Energie dazwischengeschaltet ist und mindestens ein Kondensator (13) mit mindestens einem Verdampfer (18) über eine Kondensatleitung mit Entspannungsventil (17) verbunden ist und mindestens ein Verdampfer (18) mit mindestens einem Absorber (1) über eine Kältemitteldampfleitung (22)verbunden ist.
  2. 2. Verfahren und Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von einer Kondensatleitung (17) eine Kondensat-Lade/Entladeleitung (29) abzweigt und zu einem Kondensat-Speicher (30) führt und von einer Lösungsrücklaufleitung (7) eine Lösungs-Lade/Entladeleitung (35) abzweigt und zu einem Lösungs-Speicher (36) führt sowie gegebenenfalls von einer Speiseleitung (2) eine Speise-Lade/Entladeleitung (32) abzweigt und zu einem Speise-Speicher (33) führt.
  3. 3. Verfahren und Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kondensat-Lade/Entladeleitung (29) und eine Lösungs-Lade/Entladeleitung (35) sowie gegebenenfalls eine Speise-Lade/Entladeleitung (32) mit zu einem Schichtspeicher (38) verbunden ist. 12
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