AT515615B1 - Verfahren zur Gewichtsreduktion und optimierter Gewichtsverteilung von Klaviertasten - Google Patents

Verfahren zur Gewichtsreduktion und optimierter Gewichtsverteilung von Klaviertasten Download PDF

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Abstract

Eine Klaviertaste (1) mit einem Gelenkspunkt und zwei einander entgegengesetzten Enden hat eine Mehrzahl von Ausnehmungen (2, 6) zur Gewichtsreduzierung, die an beiden Seiten des Gelenkspunkts angeordnet sind. Ferner sind an den beiden Enden der Klaviertaste (1) jeweils eine oder mehrere Bohrungen (3) ausgebildet, wobei in den Bohrungen (3) im Gewicht unterschiedliche Schrauben (4) zur verfeinerten Gewichtsabstimmung aufnehmbar sind. Ferner wird ein Verfahren zum Bereitstellen einer derartigen Klaviertaste (1) beschrieben, bei dem in weiterer Ausgestaltung eine elektrische Tonaufzeichnung mit der Klaviertaste (1) durchgeführt wird, wobei die Tonaufzeichnung mittels einer graphischen Darstellung auf einem Bildschirm sichtbar gemacht wird, um eine mit der Klaviertaste (1) erreichbare Anschlagszahl ohne Tonausfälle und/oder eine Schlagkraft der Klaviertaste (1) festzustellen, und Schrauben (4) in den Bohrungen (4) reduziert und/oder hinzugefügt werden, um eine Feinabstimmung der Gewichtsverteilung der Klaviertaste (1) bezüglich des Gelenkspunkts zu erzielen.

Description

Beschreibung
KLAVIERTASTE FÜR AUSFALLFREIES SPIELEN VON MUSIKSTÜCKEN MIT SCHNELLEN PASSAGEN UND VERFAHREN ZUR BEREITSTELLUNG EINER SOLCHEN KLAVIERTASTE
TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine Klaviertaste, die ein ausfallfreies Spielen von Musikstücken mit schnellen Passagen ermöglicht, sowie ein Verfahren zum Bereitstellen einer derartigen Klaviertaste, wobei eine Gewichtsreduktion und eine optimierte Gewichtsverteilung von Klaviertasten ausgebildet werden.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] US 5 796 024 A offenbart eine Klaviertaste mit einem Schwenkpunkt. Die Klaviertaste umfasst eine Mehrzahl von vorgebohrten, ersten Löchern, die an der Anschlagseite in Bezug auf den Schwenkpunkt ausgebildet sind und in denen in der fertiggestellten Klaviertaste Bleigewichte aufgenommen sind. Die Klaviertaste umfasst ferner ein zweites Loch, das an einer in einem Kalibrierungsverfahren bestimmten Position ausgebildet ist und in dem ein Kalibrierungsbleigewicht aufgenommen ist, wobei die Position an der in Bezug auf den Schwenkpunkt der Anschlagseite gegenüberliegenden Seite angeordnet sein kann. Die ersten Löcher und das zweite Loch dienen zur Aufnahme von Bleigewichten, und sind daher nicht zur Gewichtsreduzierung ausgebildet.
[0003] US 2003/0070534 A1 offenbart eine Klaviertaste mit einem Tastenkörper, in dem ein einen Schwenkpunkt markierenden Pin angeordnet ist, in dem an in einem anschlagseitigen Endabschnitt in der Tastenunterseite rechteckförmige Ausnehmung ausgebildet sind und an dem in Bezug auf den Schwenkpunkt gegenüberliegenden Endabschnitt ein Einbettungsloch, das ein Gewicht aufnimmt, ausgebildet ist.
[0004] JP 2004/020808 A offenbart eine Klaviertaste mit einem Tastenkörper, in dem ein einen Schwenkpunkt markierender Pin angeordnet ist und in dem zu beiden Seiten des Schwenkpunkts mehrere, insbesondere jeweils drei, seitliche, zylinderförmige Ausnehmung zur Gewichtsreduzierung ausgebildet sind.
[0005] Nachfolgend wird bei einer Klaviertaste zwischen Aussparungen zur Gewichtsreduzierung und Bohrungen zur Aufnahme einer Schraube zur verfeinerten Gewichtsabstimmung unterschieden.
[0006] Keine der vorgenannten Druckschriften offenbart, dass an den beiden Enden der Klaviertaste jeweils eine oder mehrere Bohrungen ausgebildet sind, und dass in den Bohrungen im Gewicht unterschiedliche Schrauben zur verfeinerten Gewichtsabstimmung aufnehmbar sind.
[0007] Klaviertasten, die wesentlicher Bestandteil in einer sogenannten Mechanik eines Klaviers sind, werden vorwiegend aus Holz hergestellt. Durch das Drücken auf die Taste wird der jenseits des Gelenkspunkts befindliche Hammer gegen die Saite hochgeschleudert, was zum Wahrnehmen des Tones führt. Danach fällt der Hammer zurück und die Klaviertaste kommt so wieder in ihre Ausgangsposition. Bei schnellen Tonfolgen kommt es zu Tonausfällen, weil die Trägheit der Tasten zu groß ist und der Hammer nicht rechtzeitig zurückfallen kann. Musikstücke mit wiederholt schnellen Passagen können damit nicht immer ausfallsfrei gespielt werden.
[0008] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, eine Klaviertaste und ein Verfahren bereitzustellen, die jeweils eine Gewichtsreduktion und eine optimierte Gewichtsverteilung schaffen, so dass die oben erwähnten Nachteile nicht zum Tragen kommen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0009] Die Erfindung schafft eine Klaviertaste mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Bereitstellen einer Klaviertaste zum ausfallfreien Spielen von
Musikstücken mit schnellen Passagen gemäß den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 8.
[0010] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Klaviertaste vorgeschlagen, die einen Gelenkspunkt und zwei einander entgegengesetzten Enden hat und die ferner eine Mehrzahl von Ausnehmungen zur Gewichtsreduzierung, die an beiden Seiten des Gelenkspunkts angeordnet sind, aufweisend. Erfindungsgemäß sind an den beiden Enden der Klaviertaste jeweils eine oder mehrere Bohrungen ausgebildet, wobei in den Bohrungen im Gewicht unterschiedliche Schrauben zur verfeinerten Gewichtsabstimmung aufnehmbar sind.
[0011] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Bereitstellen einer Klaviertaste zum ausfallfreien Spielen von Musikstücken mit schnellen Passagen vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst folgende Schritte: in einer Klaviertaste, die einen Gelenkspunkt und zwei einander entgegengesetzte Enden aufweist, Ausbilden von einer Mehrzahl von Ausnehmungen, die an beiden Seiten des Gelenkspunkts angeordnet sind, um das Gewicht der Klaviertaste zu reduzieren, und an den beiden Enden der Klaviertaste, Ausbilden von jeweils einer oder mehreren Bohrungen, die dazu vorgesehen sind, im Gewicht unterschiedliche Schrauben aufzunehmen, um eine verfeinerte Gewichtsabstimmung der Klaviertaste durchführen zu können.
[0012] In dem Verfahren gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Schlagkraft der Tasten mit Hilfe einer elektrischen Tonaufzeichnung evaluiert wird, indem die Tonaufzeichnung mittels einer graphischen Darstellung auf einem Bildschirm sichtbar gemacht wird.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0013] Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf Ausführungsbeispiele, welche in den beigefügten Zeichnung schematisch dargestellt sind, weiter erläutert.
[0014] Fig. 1 zeigt in axonometrischer Darstellung eine Klaviertaste mit unteren Ausneh mungen.
[0015] Fig. 2 zeigt ebenfalls in axonometrischer Darstellung eine Klaviertaste mit seitlichen
Ausnehmungen.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG VON VERANSCHAULICHENDEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0016] Die Klaviertasten 1 haben zur Gewichtsreduktion entweder untere Ausnehmungen 2 oder seitliche Ausnehmungen 6 angeordnet. Je leichter eine Klaviertaste 1 ist, desto schneller kann sie wieder betätigt werden, was für schnelle Klavierstücke in der Klassik wie in der modernen Musik notwendig ist. Die Gewichtsreduktion der Klaviertaste 1 ist somit die Voraussetzung für eine Trägheitsverringerung derselben. Um eine genaue Abstimmung der Gewichtsaufteilung links und rechts vom Gelenkpunkt zu erreichen, sind Bohrungen 3 vorgesehen, in die Schrauben 4 eingesetzt werden können. Diese nachträgliche Feinabstimmung ist deshalb notwendig, weil durch die unterschiedliche Faserung des Holzes auch eine unterschiedliche Feuchtigkeitsaufnahme stattfinden kann und damit die Gewichtsverhältnisse geringfügig unterschiedlich sein können, was durch eine exakte mechanische Vorfertigung nicht möglich ist. Durch eine elektrische Tonaufnahme kann beispielsweise mit Hilfe einer grafischen Darstellung auf einem Bildschirm die Anschlagzahl genau festgestellt werden. Tonausfälle sind dabei genauso lokalisierbar wie die Tonqualität hinsichtlich Lautstärke. Eine Feinjustage kann mit Hilfe einer Reduktion oder einer Hinzufügung von Schrauben 4 erzielt werden. Durch die graphische Darstellungsmethode konnte nachgewiesen werden, dass mit der durchgeführten Gewichtsreduktion der Klaviertaste 1 eine Geschwindigkeitserhöhung von mehr als 100% erzielbar ist. Unabhängig von der verwendeten Klaviermechanik konnte durch Messungen nachgewiesen werden, dass vor der Gewichtsreduktion einer herkömmlichen Klaviertaste bei den hohen Oktaven 3,8 Anschläge pro Sekunde und bei den niedrigen Oktaven 3,6 Anschläge pro Sekunde erreichbar sind. Mit der erfindungsgemäß durchgeführten Gewichtsreduktion der Klaviertaste 1 ist nicht nur die obengenannte Geschwindigkeitserhöhung von mehr als 100% erzielbar, sondern ist gleichzeitig eine hörbare Qualitätsverbesserung der Lautstärke vorwiegend in den oberen und unteren Oktaven feststellbar, wobei das Klangbild ebenfalls an Qualität zugenommen hat.

Claims (10)

  1. Patentansprüche 1. Klaviertaste (1) mit einem Gelenkspunkt und zwei einander entgegengesetzten Enden, ferner aufweisend eine Mehrzahl von Ausnehmungen (2, 6) zur Gewichtsreduzierung, die an beiden Seiten des Gelenkspunkts angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass an den beiden Enden der Klaviertaste (1) jeweils eine oder mehrere Bohrungen (3) ausgebildet sind, wobei in den Bohrungen (3) im Gewicht unterschiedliche Schrauben (4) zur verfeinerten Gewichtsabstimmung aufnehmbar sind.
  2. 2. Klaviertaste (1) gemäß Anspruch 1, wobei die Ausnehmungen (2, 6) in einer seitlichen Oberfläche der Klaviertaste (1) angeordnet sind.
  3. 3. Klaviertaste (1) gemäß Anspruch 2, wobei die in der seitlichen Oberfläche der Klaviertaste (1) angeordneten Ausnehmungen (2) im Wesentlichen zylinderförmig ausgebildet sind.
  4. 4. Klaviertaste (1) gemäß Anspruch 1, wobei die Ausnehmungen (6) in einer unterseitigen Oberfläche der Klaviertaste (1) angeordnet sind.
  5. 5. Klaviertaste (1) gemäß Anspruch 4, wobei die in der unterseitigen Oberfläche der Klaviertaste (1) angeordneten Ausnehmungen im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet sind.
  6. 6. Klaviertaste (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei zu beiden Seiten des Gelenkspunkts jeweils mindestens zwei Ausnehmungen (2, 6) zur Gewichtsreduzierung ausgebildet sind.
  7. 7. Klaviertaste (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei in zumindest einer der Bohrungen (3) eine Schraube (4) aufgenommen ist.
  8. 8. Verfahren zum Bereitstellen einer Klaviertaste (1) zum ausfallfreien Spielen von Musikstücken mit schnellen Passagen, aufweisend: in einer Klaviertaste (1), die einen Gelenkspunkt und zwei einander entgegengesetzte Enden aufweist, Ausbilden von einer Mehrzahl von Ausnehmungen (2, 6), die an beiden Seiten des Gelenkspunkts angeordnet sind, um das Gewicht der Klaviertaste (1) zu reduzieren, an den beiden Enden der Klaviertaste (1), Ausbilden von jeweils einer oder mehreren Bohrungen (3), die dazu vorgesehen sind, im Gewicht unterschiedliche Schrauben (4) aufzunehmen, um eine verfeinerte Gewichtsabstimmung der Klaviertaste (1) durchführen zu können.
  9. 9. Verfahren gemäß Anspruch 8, ferner aufweisend: Durchführen einer elektrischen Tonaufzeichnung mit der Klaviertaste (1), wobei die Tonaufzeichnung mittels einer graphischen Darstellung auf einem Bildschirm sichtbar gemacht wird, um eine mit der Klaviertaste (1) erreichbare Anschlagszahl ohne Tonausfälle und/oder eine Schlagkraft der Klaviertaste (1) festzustellen.
  10. 10. Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, ferner aufweisend: Hinzufügen und/oder Reduzieren von Schrauben (4) in den Bohrungen (4), um eine verfeinerte Gewichtsabstimmung der Gewichtsverteilung der Klaviertaste (1) bezüglich des Gelenkspunkts zu erzielen. Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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