AT515949B1 - Bodenbearbeitungsgerät - Google Patents
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Abstract
Ein Bodenbearbeitungsgerät weist einen von Hand oder mittels eines elektrischen Antriebs, z.B. mittels eines Akkuschraubers drehbaren Schaft (1) auf, der an seinem freien Ende eine Spitze (5) zum Einstechen in das Erdreich trägt. Von Schaft (1) kragen zwei Werkzeuge, nämlich Messer (6;6’;8) diametral zueinander, in von einander distanzierten Querschnittsebenen des Schaftes (1) und von unterschiedlicher Länge aus. Das der Spitze (5) näher liegende Messer (6,6’) ist kürzer und gegebenenfalls breiter, als das höher liegende Messer (8) und es kragt in einem von der Schaftspitze abgewandten Öffnungswinkel von 60° bis 85° spitzwinkelig zum Schaft (1) aus. Es können Schneiden (7,9) für den Vorschub und auch Gegenschneiden (7’,9’) zum Herausdrehen aus dem Erdreich an den Messern (6.6’;8) sowie auch mehrere Paare von Messern vorgesehen sein.
Description
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft ein Bodenbearbeitungsgerät zur Schaffung von kreiszylindrischen,aufgelockerten Bodenbereichen für die Einbringung von Saatgut oder von Pflanzen in dasErdreich, mit einem zentralen, spitz zulaufenden Schaft und einem Drehantrieb für diesen undmit Werkzeugen in Form von zwei etwa diametral am Schaft angeordneten, unterschiedlichlangen Messern, die jeweils in unterschiedlichen Querschnittsebenen des Schaftes von diesemauskragen, wobei das der Spitze näher liegende Messer kürzer ist und die Messer zusätzlichzum Keilwinkel der Schneide gegebenenfalls einen Anstellwinkel in der Querschnitteben desSchaftes aufweisen.
[0002] Erdbohrer zählen zum Stand der Technik, die über einen angespitzten Schaft mit einerden Schaft einhüllenden Schraubfläche in der Art eines Korkenziehers verfügen. Kleine Erdboh¬rer werden mittels eines Handgriffes, gegebenenfalls mit einem einarmigen Hebel als Auslegergedreht. Große Erdbohrer verfügen über einen Benzinmotor als Antrieb, der an zwei diametra¬len Griffen gehalten wird und sich auf Grund des Eigengewichtes in den Boden hineinarbeitet.Eine bekannte Ausführung erreicht Arbeitstiefen von 80 cm. Ein Wendegetriebe ermöglicht dieDrehrichtungsumkehr, damit der Erdbohrer zusammen mit dem Aushub aus dem Bohrlochentnommen werden kann. Vielfach kommen Erdbohrer bei der Errichtung von Fundamenten fürPfosten, Stangen oder dgl. zum Einsatz.
[0003] Die hier relevanten Geräte betreffen die Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft und inerster Linie im Gartenbereich. Aus der DE 101 05 511 A1 ist ein Werkzeug für das Jäten vonUnkraut bekannt, das einen mittels eines Handgriffs drehbaren Schaft mit vier in einer Ebenepropellerartig auskragenden Messern aufweist. Die den Propeller überragende Spitze desSchaftes wird in den Boden eingedrückt und die vier Messer greifen bei Drehung in den Bodenein, wobei Unkraut im Wurzelbereich abgeschnitten wird.
[0004] Die CH 598 741 offenbart eine ähnliche Ausführungsform zur Vernichtung von Wurzelnvon lang wurzelndem Unkraut. Auf einem von einem Benzinmotor angetriebenen Schaft sindRotoren fixiert, die als Messerbalken mit zwei in einer Ebene diametral angeordneten Schnei¬den bzw. als Messerkreuze mit drei oder vier Schneiden ausgebildet sind. Mit diesem Gerätkann in die Erde wie mit einem Erdbohrer eingestochen werden. Die rotierenden Schneidenzerstören den Wurzelbereich von tief wurzelndem Unkraut.
[0005] Ein Gartengerät zeigt die US 2002/0153146 A1. An einem Handgriff mit eingebautembatterieelektrischem Antrieb ist ein Schaft lösbar befestigt, von dem flügelartig und diametralzwei V-förmig abgewinkelte Werkzeuge mit Schneiden auskragen. Als Antrieb kann auch einAkkuschrauber verwendet werden. Der Einsatz im festen Erdreich des Gartens ist problema¬tisch, da die hohen Reaktionskräfte auf das Drehmoment des Elektromotors infolge des gleich¬zeitigen symmetrischen vollen Eingriffs der Werkzeuge über eine Hand und das Handgelenkdes Menschen abgetragen werden müssen.
[0006] In der WO 96/25026 ist ein elektrischer Ausstecher zur Bodenbearbeitung beschrieben.Eine rotierend angetriebene Hülse schneidet als Werkzeug einen kreiszylindrischen Kern ausdem Boden, der beispielsweise eine Unkrautwurzel enthält. Nach dem Ausheben aus demBoden tritt ein Ausstoßer in Aktion, der die ausgestochene Erde aus der Hülse herausdrückt.
[0007] Aus der US 2014083726 A1 ist ein Gerät zur Unkrautbekämpfung bekannt, welches zudiesem Zweck in den Wurzelbereich des Unkrautes in den Boden eingebracht wird. Es verfügtüber zwei in unterschiedlichen Höhen an einem Schaft vorgesehenen Schneidklingen, wobeidie untere Klinge kürzer ist. Die Klingen können in Richtung Schaftspitze geneigt angeordnetsein, um die Wurzeln des Unkrauts von außen nach innen zu zerschneiden.
[0008] Die Erfindung zielt darauf ab, ein elektrisch antreibbares Bodenbearbeitungsgerät zuschaffen, das besonders leichtgängig ist und den Boden für das Anpflanzen und Düngen oderzur Wachstumsförderung auflockert.
[0009] Dies wird bei einem Bodenbearbeitungsgerät der eingangs beschriebenen Art dadurcherreicht, dass das kürzere Messer in einem von der Schaftspitze abgewandten Öffnungswinkelvon 60° bis 85° spitzwinkelig zum Schaft schräg gestellt ist. Die besondere Anordnung undAusrichtung des kürzeren unteren Messers, welchen zuerst in Bodenkontakt kommt und denBoden so weit auflockert, dass das zweite Werkzeug bereits reibungsvermindert eingreifenkann, ermöglicht eine Leichtgängigkeit bei nur geringen Reaktionskräften auf das Handgelenk.Durch die Schrägstellung des kürzeren Messers kommt vorerst nur der schaftnahe Messerbe¬reich in Kontakt mit dem Erdreich und es wird ein hohes Drehmoment übertragen, das auchharte Böden aufbricht. Nach und nach wird bei weiterem Vorschub in den Boden hinein dieArbeitsbreite vergrößert, bis das kürzere Messer über den gesamten Radius in den bereitszentral aufgelockerten Boden eingreift. Es steht anfangs das kürzere Messer allein in Boden¬eingriff, dessen Exzentrizität einerseits von der vorauseilenden Schaftlänge im Boden aufge¬fangen und durch die verkürzte Messerlänge gemildert und beseitigt wird. Wenn dann dasobere längere Werkzeug in den Boden eingreift, ist die Symmetrie bzw. der Exzentrizitätsaus¬gleich wieder hergestellt. Da das voreilende Werkzeug den Boden für das nacheilende Werk¬zeug vorbereitet, kann letzteres länger sein, um die Exzentrizität zu neutralisieren.
[0010] Eine besondere Ausführungsform sieht vor, dass die Breite der Klinge des kürzerenMessers größer ist, als jene des längeren Messers. Dies ist vorteilhaft, weil dann der Vorschubforciert im Erdreich ohne wesentliche Kraftanstrengung auf Grund der Rotation erfolgt. DurchRührbewegungen aber in erster Linie durch Hochziehen und Absenken des Gerätes lässt sichder Grad der Auflockerung des Erdreichs bestimmen.
[0011] Zumeist genügen zwei Messer als Werkzeuge einerseits für die Wirkung auf das Erd¬reich und anderseits wegen der Leichtgängigkeit der Bearbeitung. Bei entsprechenden Quer¬schnittsreduktionen insbesondere der Messer ist es aber auch möglich, zwei oder mehr Paarevon jeweils axial am Schaft versetzten Messern vorzusehen. Diese können auch paarweise inder Winkelstellung zueinander versetzt sein.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel zum Erfindungsgegenstand ist in den Zeichnungen schema¬tisch dargestellt.
[0013] Fig. 1 zeigt eine Ansicht eines Bodenbearbeitungsgerätes mit nur angedeutetem
Drehantrieb, [0014] Fig. 2 einen Querschnitt eines Details nach der Schnittlinie II - II in Fig. 1 und [0015] Fig. 3 einen Querschnitt eines weiteren Details nach der Schnittlinie III - III in Fig. 1.
[0016] Ein Bodenbearbeitungsgerät gemäß der Erfindung geht von einem Schaft 1 aus, der anseinem Kopfende eine Querschnittsverjüngung 2 zur Einspannung in einen Mitnehmer 3 (z.B. inein Bohrfutter) einer Akkubohrmaschine oder eines Akkuschraubers 4 und an seinem gegen¬über liegenden freien Ende eine Spitze 5 aufweist. Nächst der Spitze 5 kragt als Werkzeug einMesser 6 mit einer Schneide 7 vom Schaft 1 aus. Das Messer 6 stellt einen Balken dar, der mitdem Schaft 1 verschweißt ist. Das Messer 6 kann senkrecht vom Schaft 1 auskragen oder aberals Messer 6' zum Schaft 1 schräggestellt sein (strichliert angedeutet).
[0017] Ein weiteres Werkzeug in Form eines Messers 8 ist in einer distanziert zum Messer 6bzw. 6' liegenden Querschnittebene des Schaftes 1 diametral zum Messer 6 bzw. 6' auskra¬gend mit dem Schaft 1 verschweißt. Während das Messer 6 in diesem Ausführungsbeispiel ineinem Anstellwinkel gegenüber der Querschnittsebene des Schaftes 1 mit diesem verschweißtist, liegt hier das Messer 8 vollständig in der parallelen Querschnittsebene. Lediglich dieSchneide 9 ist abgeschrägt.
[0018] Fig. 2 zeigt den Anstellwinkel des Messers 6 zur Querschnittsebene und ferner einestrichliert dargestellt Gegenschneide 7', die bei Drehrichtungsumkehr des Antriebes für denSchaft 1 das Herausheben des Gerätes aus dem Erdreich erleichtert. Auch das Messer 8 kann,wie Fig. 3 zeigt, mit einer Gegenschneide 9' für das erleichterte Herausziehen aus dem Erdreichoder die Auf- und Abbewegung des Gerätes ausgestattet sein.
[0019] Das Messer 6 ist in radialer Richtung kürzer ausgeführt, als das Messer 8. Der ins Erd¬reich einstechende Schaft 1 zentriert zwar die Rotationsbewegung, jedoch ist diese Verkürzungdes Messers 6 zur Reduktion der Exzentrizität und der Reibung beim Erstkontakt mit dem Erd¬boden zweckmäßig. Wichtig ist auch der von der Schaftspitze abgewandte Öffnungswinkel deskürzeren unteren Messers 6' im Bereich von 60° bis 85° spitzwinkelig zum Schaft. Im Hinblickauf die Leichtgängigkeit bei der Arbeit. Das Messer 8 kann länger ausladen, denn es findet imZuge der Bodenbearbeitung bereits gelockertes Erdreich vor. Somit ist die Abstimmung derMesser 6, 6' und 8 hinsichtlich aller Parameter, wie beispielsweise Länge, Schneidenbreite,Anstellwinkel, Schrägstellung zum Schaft 1, für die Optimierung der Leichtgängigkeit sowie zurBeseitigung der Unwucht von entscheidender Bedeutung.
Claims (3)
- Patentansprüche 1. Bodenbearbeitungsgerät zur Schaffung von kreiszylindrischen, aufgelockerten Bodenbe¬reichen für die Einbringung von Saatgut oder von Pflanzen in das Erdreich, mit einem zent¬ralen, spitz zulaufenden Schaft und einem Drehantrieb für diesen und mit Werkzeugen inForm von zwei etwa diametral am Schaft angeordneten, unterschiedlich langen Messern,die jeweils in unterschiedlichen Querschnittsebenen des Schaftes von diesem auskragen,wobei das der Spitze näher liegende Messer kürzer ist und die Messer zusätzlich zumKeilwinkel der Schneide gegebenenfalls einen Anstellwinkel in der Querschnittsebene desSchaftes aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass das kürzere Messer (6, 6') in einemvon der Schaftspitze abgewandten Öffnungswinkel von 60°bis 85Spitzwinkelig zum Schaft(1) schräg gestellt ist.
- 2. Bodenbearbeitungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite derKlinge des kürzeren Messers (6, 6') größer ist, als jene des längeren Messers (8).
- 3. Bodenbearbeitungsgerät nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dasszwei diametrale Messer (6, 6'; 8) ein Paar bilden und auf dem Schaft (1) mehrere Paare injeweils unterschiedlichen Ebenen und vorzugsweise in Umfangsrichtung von Paar zu Paarim Winkel zueinander versetzt angeordnet sind. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| ATA50476/2014A AT515949B1 (de) | 2014-07-09 | 2014-07-09 | Bodenbearbeitungsgerät |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| ATA50476/2014A AT515949B1 (de) | 2014-07-09 | 2014-07-09 | Bodenbearbeitungsgerät |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| AT515949A1 AT515949A1 (de) | 2016-01-15 |
| AT515949B1 true AT515949B1 (de) | 2016-03-15 |
Family
ID=55027111
Family Applications (1)
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| ATA50476/2014A AT515949B1 (de) | 2014-07-09 | 2014-07-09 | Bodenbearbeitungsgerät |
Country Status (1)
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|---|---|
| AT (1) | AT515949B1 (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20140083726A1 (en) * | 2012-09-26 | 2014-03-27 | Vern L. Ader | Drill Driven Weed Removal Tool |
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2014
- 2014-07-09 AT ATA50476/2014A patent/AT515949B1/de active
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US20140083726A1 (en) * | 2012-09-26 | 2014-03-27 | Vern L. Ader | Drill Driven Weed Removal Tool |
Also Published As
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