AT516285A1 - Reitauflage sowie Kissen hierfür - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Reitauflage (1) aus einem flexiblen Material mit einem Sitzbereich (2), einem Brustgurt (3) und einem Bauchgurt (4) zur Befestigung der Reitauflage (1) auf einem Pferd. Um eine Reitauflage (1) zu erreichen, mit welcher ein Gleichgewicht eines Reiters verbessert und gleichzeitig eine Rückenmuskulatur des Pferdes gestärkt werden können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Reitauflage (1) zwei durch eine Aussparung (6) beabstandete Schulterlaschen (5) aufweist, welche den Brustgurt (3) mit dem Sitzbereich (2) verbinden, wobei die Reitauflage (1) derart ausgebildet ist, dass, wenn die Reitauflage (1) auf einem Pferd befestigt ist, der Sitzbereich (2) vollflächig auf einem Rücken des Pferdes in einem Bereich hinter einem Widerrist aufliegt, wobei die Schulterlaschen (5) vollflächig seitlich des Widerristes aufliegen und der Widerrist des Pferdes in die Aussparung (6) ragt. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Kissen für eine Reitauflage (1) mit einem Hohlraum, wobei der Hohlraum mit einem Fluid oder einem Schaumstoff zumindest teilweise gefüllt ist. Weiter betrifft die Erfindung eine Verwendung eines derartigen Kissens.
Description
Reitauflage sowie Kissen hierfür
Die Erfindung betrifft eine Reitauflage aus einem flexiblen Material mit einem Sitzbereich,einem Brustgurt und einem Bauchgurt zur Befestigung der Reitauflage auf einem Pferd.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Kissen für eine Reitauflage mit einem Hohlraum,wobei der Hohlraum mit einem Fluid oder einem Schaumstoff zumindest teilweise gefülltist.
Weiter betrifft die Erfindung eine Verwendung eines derartigen Kissens.
Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Reitauflagen bekannt geworden.
Einerseits sind Sättel mit einer starren Konstruktion bekannt, welche für ein Reiteneingesetzt werden. Sättel weisen in der Regel einen durch einen Sattelbaum gebildetenHohlraum zwischen einer Wirbelsäule des Pferdes und einer Sitzfläche auf dem Sattelauf, sodass eine Kraftübertragung nicht vollflächig, sondern nur seitlich der Wirbelsäuledes Pferdes erfolgt. Weiter sind Reitauflagen aus einem flexiblen Material wiebeispielsweise Decken bekannt geworden, welche beispielsweise mittels einesVoltigiergurtes an einem Pferd befestigt werden. Eine derartige Reitauflage wirdinsbesondere bei einer Hippotherapie eingesetzt, wobei ein Patient ohne Sattel auf einemPferd sitzt und eine Therapie über langsame Bewegungen des Pferdes erfolgt, welcheaufgrund der flexiblen Reitauflage unmittelbar auf den Patienten übertragen werden.
Es hat sich gezeigt, dass bekannte Reitauflagen zu Verspannungen in einem Rücken desPferdes führen, insbesondere dann, wenn die Reitauflagen von Reitern mit einerschlechten Haltung benutzt werden. Weiter schränkt der Voltigiergurt eine Beweglichkeitdes Patienten ein und führt somit bei einer Hippotherapie zu einer unnatürlichen undteilweise schmerzhaften Körperhaltung des Patienten. Darüber hinaus schränkt derVoltigiergurt auch eine Beweglichkeit des Pferdes ein.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Reitauflage der eingangs genannten Artanzugeben, mit welcher eine Verbesserung eines Gleichgewichtes eines Reiters beigleichzeitiger Stärkung und Verbesserung einer Rückenmuskulatur des Pferdes möglichist. Weiter soll mit der Reitauflage eine angenehme Sitzposition mit günstiger Körperhaltung ermöglicht werden, sodass die Reitauflage auch für eine Hippotherapieeingesetzt werden kann.
Ferner soll ein Kissen der eingangs genannten Art für eine Reitauflage angegeben5 werden, mit welchem unter Entspannung und Stärkung einer Rückenmuskulatur einesPferdes eine ein Gleichgewicht eines Reiters verbessernde Reitposition möglich ist.
Die erste Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Reitauflage der eingangs genanntenArt gelöst, welche zwei durch eine Aussparung beabstandete Schulterlaschen aufweist, 10 welche den Brustgurt mit dem Sitzbereich verbinden, wobei die Reitauflage derart ausgebildet ist, dass, wenn die Reitauflage auf einem Pferd befestigt ist, der Sitzbereichvollflächig auf einem Rücken des Pferdes in einem Bereich hinter einem Widerrist aufliegt,wobei die Schulterlaschen vollflächig seitlich des Widerristes aufliegen und der Widerristdes Pferdes in die Aussparung ragt. 15
Im Rahmen der Erfindung wurde erkannt, dass eine Verbesserung eines Gleichgewichtessowie einer Haltung des Reiters bei gleichzeitiger Entspannung und Stärkung undVerbesserung einer Rückenmuskulatur des Pferdes dann möglich sind, wenn der Reiter ineinem Bereich weit vorne, unmittelbar hinter einem Widerrist des Pferdes sitzt, wobei20 Oberschenkel des Reiters über dem Bauchgurt und teilweise über der Schulterlasche zuliegen kommen und eine punktgenaue Übertragung von Bewegungen zwischen Reiterund Pferd durch eine flexible Schicht bzw. eine im Wesentlichen aus einem flexiblenMaterial bestehende Reitauflage möglich ist. Durch die Verbesserung derRückenmuskulatur des Pferdes wird insbesondere eine weichere Rückenmuskulatur25 erreicht. Eine derartige Sitzposition ist mit Vorrichtungen des Standes der Technik nichtmöglich, da beispielsweise bei einem Voltigiergurt eine Position von Oberschenkeln desReiters durch den um einen Bauch des Pferdes umlaufenden Voltigiergurt begrenzt ist,sodass sich jedenfalls eine ungünstigere Sitzposition weiter hinten am Pferd ergibt,welche zu eine unangenehmeren Lage von Beinen des Reiters führt. In der Regel weist30 die erfindungsgemäße Reitauflage einen sich vom Bauchgurt nach hinten erstreckendenSitzbereich und zwei vorne an den Sitzbereich anschließende Schulterlaschen auf,welche durch die Aussparung beabstandet sind, um den Widerrist des Pferdesaufzunehmen, wenn die Reitauflage durch den Brustgurt und den Bauchgurt am Pferdbefestigt ist.
Bei Sätteln und dergleichen, welche eine starre Innenkonstruktion wie einen Sattelbaumaufweisen, ist eine entsprechende Verbesserung eines Gleichgewichtes bei gleichzeitigerStärkung und Verbesserung einer Rückenmuskulatur nicht möglich, da Bewegungen desPferdes und des Reiters nur mittelbar über den starren Sattel bzw. nur durch den Sattelgemittelte Bewegungen übertragen werden. Darüber hinaus ist mit einem Sattel auch eineentsprechend vollflächige Krafteinleitung in einen Rücken des Pferdes, das heißt sowohlin die Wirbelsäule des Pferdes als auch in einen Bereich seitlich der Wirbelsäule,aufgrund des Sattelbaumes nicht möglich. Eine zur Erreichung der genannten Wirkungen,insbesondere einer Massagewirkung, erforderliche punktgenaue Übertragung von Kräftenund Bewegungen zwischen Pferd und Reiter ist daher mit einem Sattel aufgrund einersteifen Konstruktion nicht möglich.
Um die Reitauflage stabil am Pferd befestigen zu können, sind die Schulterlaschenvorgesehen, welche einerseits als Auflage für Oberschenkel eines Reiters dienen undgleichzeitig durch den Brustgurt, welcher mit dem Bauchgurt verbunden ist, am Pferdfixiert sind, sodass ein Lösen bzw. Klappen der Schulterlaschen nach hinten trotz derAussparung vermieden ist, welche die Schulterlaschen in einem oberen Bereich trennt.Somit ist eine Sitzposition unmittelbar hinter dem Widerrist des Pferdes möglich. Darüberhinaus werden Druckprobleme am Widerrist vermieden, welcher eine äußerstempfindliche Stelle des Pferdes ist. Es versteht sich, dass sowohl der Bauchgurt als auchder Brustgurt für eine gute Anpassbarkeit der Reitauflage an das Pferd öffenbarausgebildet und lösbar mit dem Sitzbereich bzw. den Schulterlaschen verbunden seinkönnen, beispielsweise durch Schnallen oder dergleichen.
Aufgrund des vollflächigen Kontaktes des Sitzbereiches sowie der Schulterlaschen mitdem Pferd ist eine vollflächige Krafteinleitung möglich, welche einen Massageeffekthervorruft, wodurch einerseits eine Rückenmuskulatur des Pferdes gestärkt wird.Andererseits werden dadurch auch Bewegungen der Wirbelsäule und der Muskulatur desPferdes unmittelbar durch die flexible Reitauflage an den Reiter übertragen, sodass einReiter die entsprechenden Bewegungen des Pferdes ständig ausgleichen muss, wodurchein Gleichgewicht und eine Haltung des Reiters verbessert werden. Da die Bewegungenbei Benutzung der Reitauflage direkt zwischen Reiter und Pferd übertragen werden, wirddie Reitauflage in aller Regel bei langsamen Gangarten des Pferdes wie bei einem Schritteingesetzt.
Um mit der Reitauflage eine besonders effektive Verbesserung eines Gleichgewichteseines Reiters erreichen zu können, ist es günstig, wenn im Sitzbereich eine Taschevorgesehen ist, in welcher ein Kissen derart positionierbar ist, dass, wenn die Reitauflageauf einem Pferd befestigt ist und ein Reiter auf dem Sitzbereich sitzt, eine Gewichtskraftdes Reiters über das Kissen in eine Wirbelsäule des Pferdes eingeleitet wird. Durch einentsprechendes Kissen können Bewegungen zwischen Pferd und Reiter je nachBefüllung des Kissens verstärkt oder gedämpft übertragen werden, sodass sichverschiedenste Einsatzmöglichkeiten für die Reitauflage sowohl für eine Therapie desReiters bzw. Verbesserung von Gleichgewicht und Haltung als auch für eine Therapie desPferdes ergeben. Wenn die Reitauflage für eine Verbesserung des Gleichgewichtes desReiters eingesetzt wird, ist es daher günstig, wenn in der Tasche ein Kissen angeordnetist. Üblicherweise weist die Tasche eine Öffnung in einem vorderen Bereich auf bzw. istvon vorne befüllbar und rückseitig geschlossen ausgebildet. Dadurch wird einHerausrutschen des Kissens bei einer Benutzung verhindert. In der Regel ist die Tascheverschließbar ausgebildet, beispielsweise durch einen Klettverschluss.
Ortsangaben wie vorne und hinten beziehen sich auf eine bestimmungsgemäßePositionierung der Reitauflage an einem Pferd. So ist ein Brustgurt vorne an derReitauflage angeordnet und befindet sich ein Sitzbereich in einem hinteren Bereich derReitauflage.
Zur Verbesserung einer Haltung am Pferd sowie zur Stärkung einer Rücken-, Becken-und Bauchmuskulatur des Reiters sowie zur Verbesserung der Rückenmuskulatur desPferdes kann ein besonders instabiler Sitz des Reiters am Pferd vorteilhaft sein. Hierzu istes günstig, wenn das Kissen als Balancekissen ausgebildet und zumindest teilweise miteinem Fluid, insbesondere Luft, gefüllt ist. Dadurch erfordert ein Sitzen auf demSitzbereich bei einer Bewegung des Pferdes ein ständiges Balancieren eines Reiters.
Im Unterschied zu herkömmlichen Kissen ermöglichen Balancekissen einen instabilenSitz, sodass ständige Bewegungen erforderlich sind, um in einem Gleichgewicht zubleiben. Derartige Balancekissen sind als Sitzkissen bekannt, beispielsweise um eineHaltung bei einer Bildschirmarbeit zu verbessern. Es hat sich gezeigt, dass bei Einsatzeines derartigen Kissens in der Reitauflage, durch welche das Kissen am Pferd stabilpositioniert werden kann, sowohl eine Haltung eines Reiters verbessert als auch eine Rückenmuskulatur des Pferdes gestärkt werden können. Üblicherweise sind derartigeBalancekissen etwa kreisförmig mit einem Durchmesser von 15 cm bis 40 cm,insbesondere 25 cm bis 35 cm, ausgebildet und weisen eine Höhe von 3 cm bis 15 cmauf, sodass sich im Balancekissen ein Hohlraum ergibt, welcher mit einementsprechenden Fluid gefüllt ist. Eine Instabilität eines Sitzes ergibt sich dabei unteranderem aus einer Höhe des Balancekissens sowie einem gewählten Fluid zur Befüllungdes Hohlraumes und einem Material des Kissen, üblicherweise Kunststoff. Grundsätzlichkann jedes Kissen eingesetzt werden, welches in der Tasche positionierbar ist,beispielsweise ein kreisförmiges. Um eine Positionierung des Kissens in einem Bereichsehr weit vorne am Pferd zu ermöglichen, ist es günstig, wenn das Kissen in einerDraufsicht im Wesentlichen kreisförmig ausgebildet ist und eine Ausnehmung aufweist, inwelche ein Widerrist des Pferdes ragt, wenn das Kissen in der Reitauflage am Pferdbefestigt ist. Dadurch ergibt sich eine etwa herzförmige Form des Kissens.
Bei einer Hippotherapie kann es auch vorteilhaft sein, dass das Kissen zumindestteilweise mit einem Schaumstoff gefüllt ist. Dadurch werden Bewegungen des Pferdesund des Reiters gedämpft. Das Kissen kann auch gänzlich aus Schaumstoff bestehenbzw. als in der Tasche positionierbare Schaumstoffeinlage für die Reitauflage ausgebildetsein.
Es hat sich gezeigt, dass Verspannungen im Rücken des Pferdes besonders gut bei einerBenutzung der Reitauflage reduziert werden, wenn an einer Unterseite des KissensNoppen vorgesehen sind. Diese ermöglichen bei einer Benutzung der Reitauflage aneinem Pferd eine Massage des Rückens des Pferdes. Da die Reitauflage aus einemflexiblen und vorzugsweise dünnen Material ausgebildet ist, werden Bewegungen derNoppen gut an einen Rücken des Pferdes übertragen, sodass Massagebewegungen desKissens gut übertragen werden. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dassVerspannungen im Rücken eines Pferdes durch Einsatz einer entsprechendenReitauflage, welche ein Kissen mit Noppen enthält, messbar reduziert werden können.
Zur Erreichung einer sicheren Position eines Reiters auf der Reitauflage ist es günstig,wenn ein Zentralgriff vorgesehen ist, welcher die Aussparung überragt und dieSchulterlaschen verbindet. Dies ermöglicht einen Sitz besonders weit vorne am Pferd, dader Zentralgriff über dem Widerrist des Pferdes positioniert sein kann und somit ein
Festhalten an einer Position weit vorne am Pferd ermöglicht. Dadurch wird eine sehreffektive Form einer Therapie erreicht. Weiter werden die Schulterlaschen durch denZentralgriff stabilisiert.
Es ergeben sich vielseitige Einsatzmöglichkeiten für die Reitauflage, wenn Pauschenlösbar an den Schulterlaschen befestigt sind. Pauschen sind von Sätteln bekanntePolster, welche bei einem Sattel vorne und teilweise auch hinten an einem Schweißblatteingesetzt werden. Je nach Einsatzzweck der Reitauflage kann es günstig sein,
Pauschen anzubringen, um beispielsweise bei einem Dressurreiten einen besondersguten Kontakt zwischen Reiter und Pferd zu ermöglichen. Zur Befestigung der Pauschenin der Reitauflage können Taschen in den Schulterlaschen vorgesehen sein, in welchendie Pauschen befestigt werden können, beispielsweise mittels eines Klettverschlusses.Alternativ können die Pauschen auch durch einen Klettmechanismus mit denSchulterlaschen verbunden werden. Vorzugsweise sind die Schulterlaschen dannaußenseitig aus einem Material ausgebildet, welches eine Gegenseite einesKlettverschlusses bildet. Dadurch können die Pauschen besonders einfach angebrachtwerden.
Um einem Reiter ein Festhalten an verschiedenen Positionen der Reitauflage zuermöglichen, hat es sich bewährt, dass an jeder Schulterlasche jeweils ein Seitengriffangeordnet ist.
Da die Reitauflage für verschiedene Verwendungszwecke einsetzbar ist, beispielsweisefür eine Hippotherapie oder ein Dressurreiten, kann es günstig sein, dass eine Positionder Seitengriffe auf den Schulterlaschen veränderbar ist, wobei die Seitengriffeinsbesondere als durch Karabiner in Schlaufen fixierbare Griffe ausgebildet sind.Üblicherweise sind dann auf der Reitauflage mehrere Schlaufen ausgebildet, in welchendie Karabiner der Griffe lösbar fixiert werden können, sodass sich verschiedenstemögliche Positionen für die Seitengriffe ergeben.
Selbstverständlich sind auch alternative Befestigungsmittel für eine lösbare Befestigungder Seitengriffe an der Reitauflage möglich, beispielsweise eine Befestigung mittels einesRiemens und einer Schnalle.
Um Beine des Reiters bei Benutzung der Reitauflage auf einfache Weise stabilisieren zukönnen, wenn diese auf einem Pferd befestigt ist, sind bevorzugt Steigbügel vorgesehen.Normalerweise sind seitlich an der Reitauflage zwei Steigbügelhalterungen vorgesehen,in welchen Steigbügel lösbar fixiert werden können. In der Regel sind dieSteigbügelhalterungen in einem Bereich des Bauchgurtes angeordnet.
Grundsätzlich ergeben sich Abmessungen der Reitauflage aus dem jeweiligen Pferd bzw.dem Reiter, für welche die Reitauflage ausgebildet ist. Ein Sitzbereich ist üblicherweisemit dem Bauchgurt unmittelbar verbunden, in der Regel vernäht, und erstreckt sich vomBauchgurt der Reitauflage nach hinten, während sich die Schulterlaschen seitlich einerzentralen oberen Aussparung vom Bauchgurt nach vorne erstrecken und mit demBrustgurt verbunden sind. Eine Größe des Sitzbereiches bzw. einer Sitzfläche ergibt sichsomit aus einer Größe des Reiters bzw. des Pferdes. Um eine flächige Auflage derOberschenkel eines Reiters in einem vorderen Bereich des Pferdes zu ermöglichen, ist esgünstig, wenn die Schulterlaschen eine zu einem Oberschenkel eines Reiters, für welchendie Reitauflage ausgebildet ist, korrespondierende Länge aufweisen, insbesondere 15 cmbis 80 cm, vorzugsweise 20 cm bis 50 cm. Weiter sind die Schulterlaschen in der Regelmit einem Abstand von 10 cm bis 50 cm, insbesondere 15 cm bis 40 cm, beabstandetangeordnet, sodass sich eine Aussparung mit entsprechender Größe zur Aufnahme desWiderristes ergibt.
In der Regel erstrecken sich die Schulterlaschen etwa dreiecksförmig vom Bauchgurtnach vorne, wobei an einem vorderen Ende der Brustgurt mit den Schulterlaschenverbunden ist. So weisen die Schulterlaschen am Bauchgurt üblicherweise eine Breitevon 15 cm bis 80 cm, insbesondere 20 cm bis 50 cm auf, wobei die Breite zum vorderenEnde hin abnimmt. Dadurch wird eine gute Anpassung der Reitauflage an das Pferdsowie eine ergonomisch besonders vorteilhafte Position des Sitzbereiches am Pferddurch sich zu einem vorderen Ende hin verjüngende Schulterlaschen ermöglicht. Sofernin der Tasche der Reitauflage ein Kissen angeordnet ist, wird auch dieses durch dieAusbildung der Schulterlaschen in einer günstigen Position gehalten.
Im Rahmen der Hippotherapie kann vorgesehen sein, dass ein Therapeut bzw. einTrainer hinter einem Patienten auf der Reitauflage sitzt. Um dabei eine gleichmäßigeBelastung für das Pferd zu erreichen, ist bevorzugt vorgesehen, dass an einem hinteren
Ende der Reitauflage eine Zusatzsitzfläche lösbar befestigt ist. Diese Zusatzsitzfläche,welche auch Sozius genannt wird, hat sich bewährt, um auch eine Gewichtskraft eineszweiten Reiters günstig in einen Rücken des Pferdes einzuleiten. Die Zusatzsitzfläche istüblicherweise aus demselben Material wie der Sitzbereich ausgebildet.
Um eine besonders ausgeprägte Massagewirkung bei einem Pferd sowie eineVerbesserung eines Gleichgewichtsgefühls und einer Haltung bei einem Reiter zuerreichen, ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Sitzbereich aus einem weichen Materialausgebildet ist, beispielsweise Filz, einem Leder mit einer Stärke von weniger als 5 mm,insbesondere weniger als 3 mm, oder Schaffell. Diese Materialien haben sich alsbesonders flexibel erwiesen, sodass auch Bewegungen einzelner Muskelfasern desPferdes gut an den Reiter übertragen werden können und gleichzeitig Bewegungen desReiters zu einer Massage des Rückens des Pferdes führen, welche eineRückengesundheit des Pferdes verbessert. Weiter können dadurch auch punktförmigeKräfte auf den Rücken des Pferdes aufgebracht werden, beispielsweise wenn imSitzbereich ein Kissen mit Noppen angeordnet ist.
Zur Verbesserung eines Gleichgewichtes sowie einer Haltung eines Reiters und zurStärkung der Rückenmuskulatur des Pferdes ist es besonders günstig, wenn bei einemPferd mit einer durch einen Brustgurt und einen Bauchgurt am Pferd befestigtenReitauflage die Reitauflage erfindungsgemäß ausgebildet ist und ein Widerrist desPferdes in die Aussparung ragt. Dadurch wird ein Sitzen des Reiters in einem Bereichbesonders weit vorne am Pferd ermöglicht. Mit Vorteil liegt die Reitauflage vollflächigunmittelbar am Pferd auf. Weiter ist es günstig, wenn sämtliche Materialien zwischenReiter und Pferd weich und flexibel sind, sodass sich kein starres Element zwischen demReiter und dem Pferd befindet.
Die weitere Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kissen der eingangs genannten Artgelöst, welches in einer Draufsicht im Wesentlichen kreisförmig ausgebildet ist und eineAusnehmung zur Aufnahme eines Widerristes eines Pferdes aufweist. Mit Vorteil weistdas Kissen einen Durchmesser von 15 cm bis 60 cm, insbesondere 25 cm bis 45 cm, undeine Ausnehmung mit einer Ausnehmungslänge von 3 cm bis 25 cm, insbesondere 4 cmbis 10 cm, auf. Dadurch ist eine Positionierung des Kissens in einem Bereich weit vorneam Pferd möglich, ohne dass das Kissen auf einem Widerrist des Pferdes aufliegt. Ein
Sitzen bzw. Reiten auf dem Kissen erfordert ein andauerndes Ausgleichen vonBewegungen des Pferdes. Eine entsprechende Benutzung führt daher zu einer Stärkungeiner Rücken-, Becken- und Bauchmuskulatur eines Reiters. Weiter wird auch eineMassage eines Rückens des Pferdes erreicht, sodass der Rücken des Pferdes therapiertwird, wenn eine Gewichtskraft des Reiters durch das Kissen in einen Rücken des Pferdesunmittelbar hinter einem Widerrist flächig eingeleitet wird. Dabei werden Kräfte sowohl indie Wirbelsäule als auch in einen Bereich neben der Wirbelsäule des Pferdes eingeleitet,um eine Verbesserung der Rückengesundheit des Pferdes zu erreichen. In der Regel wirdein erfindungsgemäßes Kissen mit einer erfindungsgemäßen Reitauflage am Pferdbefestigt, wobei das Kissen in einer Tasche im Sitzbereich angeordnet ist.
Eine besonders gute Massagewirkung wird erreicht, wenn das Kissen an zumindest einerSeite Noppen aufweist. Mit Vorteil sind sämtliche Materialien zwischen dem Reiter unddem Pferd bei einer Benutzung des Kissens flexibel ausgebildet, sodass insbesonderepunktuelle und räumlich begrenzt aufgebrachte Kräfte sehr gut übertragen werdenkönnen. Dadurch bewirken die auf dem Kissen angeordneten Noppen einen sehrausgeprägten Massageeffekt beim Pferd.
Um eine Haltung eines Reiters besonders zu verbessern, hat es sich bewährt, dass dasKissen als Balancekissen ausgebildet ist. Ein Balancekissen enthält in der Regel in einemHohlraum mit einer Höhe von 3 cm bis 15 cm Luft, sodass sich ein besonders instabilerSitz für einen Reiter ergibt, welcher kontinuierliche Ausgleichsbewegungen des Reiterserforderlich macht, um Bewegungen des Pferdes auszugleichen.
Weiter ist es insbesondere für ein Training einer Haltung des Reiters günstig, wenn daserfindungsgemäße Kissen als Teil einer Reitauflage verwendet wird, wobei das Kissenzwischen einem Reiter und einem Pferd angeordnet ist. Üblicherweise werden Kräftezwischen dem Reiter und dem Pferd flächig derart über das Kissen übertragen, dassKräfte über das Kissen in einen Bereich der Wirbelsäule des Pferdes hinter dem Widerristsowie eine Rückenmuskulatur des Pferdes eingeleitet werden.
Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich anhand dernachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele. In den Zeichnungen, auf welche dabeiBezug genommen wird, zeigen:
Fig. 1 ein Pferd mit einer Reitauflage des Standes der Technik;
Fig. 2 und 3 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reitauflage;
Fig. 4 und 5 weitere Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Reitauflage;
Fig. 6 ein erfindungsgemäßes Kissen.
Fig. 1 zeigt ein Pferd 7 mit einem zu therapierenden Reiter bzw. Patienten und einerVorrichtung des Standes der Technik zwischen Pferd 7 und Reiter für eine Hippotherapie.Wie ersichtlich ist dabei ein Voltigiergurt 20 vorgesehen, welcher eine flexible Auflage aufdem Pferd 7 fixiert, auf welcher der Reiter sitzt. Der Voltigiergurt 20 liegt dabei hinter einerSchulter des Pferdes 7, wodurch sich eine Sitzposition des Reiters besonders weit hintenergibt. Dabei ist eine Bewegungsfreiheit des Reiters durch den Voltigiergurt 20eingeschränkt, wodurch sich insbesondere bei Kindern ungünstige Gelenkstellungenergeben können. Weiter ist deutlich zu sehen, dass der Reiter weit hinter einemWiderrist 8 des Pferdes 7 sitzt. Diese Position ist bedingt durch die Position desVoltigiergurtes 20, welcher hinter den Vorderhufen um den Bauch des Pferdes 7geschlungen ist. Ein derartiger Voltigiergurt 20 engt auch die Schulter des Pferdes 7 sehrein und vermindert eine Bewegungsfreiheit des Pferdes 7. Dadurch wird auch die Schulterdes Pferdes 7 geklemmt.
Fig. 2 und 3 zeigen eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reitauflage 1 inunterschiedlichen Ansichten. Dabei ist in Fig. 2 eine isometrische Ansicht derReitauflage 1 und in Fig. 3 eine Draufsicht auf die Reitauflage 1 dargestellt. Dieerfindungsgemäße Reitauflage 1 weist einen Brustgurt 3 sowie einen umlaufendenBauchgurt 4 auf, um die Reitauflage 1 stabil an einem Pferd 7 zu befestigen. Dabei wirdder Brustgurt 3 einerseits mit dem Bauchgurt 4 an einer unteren Position verbunden.Andererseits ist der Brustgurt 3 über Schulterlaschen 5 mit einem Sitzbereich 2 derReitauflage 1 verbunden. Die Schulterlaschen 5, welche vor dem Bauchgurt 4 angeordnetsind, und den Bauchgurt 4 bzw. den Sitzbereich 2 mit dem Y-förmigen Brustgurt 3 an zweioberen Enden verbinden, sind durch eine mittige Aussparung 6 getrennt. Ein unteresEnde des Y-förmigen Bauchgurtes 4 ist mit dem Bauchgurt 4 verbunden. Bei einerPositionierung der Reitauflage 1 auf einem Pferd 7 ragt ein Widerrist 8 des Pferdes 7 indie Aussparung 6, wobei die Schulterlaschen 5 seitlich des Widerristes 8 am Pferd 7aufliegen. Dadurch ist eine ergonomisch günstige Reitposition weit vorne am Pferd 7möglich. Dies ist eine optimale Lage des Reiters am Pferd 7, welche auch dem Pferd 7 mehr Bewegungsfreiheit gibt als diese beispielsweise bei Verwendung einesVoltigiergurtes 20 erreichbar ist.
Weiter ist ein Zentralgriff 12 vorgesehen, welche die Aussparung 6 überragt und dieSchulterlaschen 5 verbindet. Einerseits ermöglicht der Zentralgriff 12 einem Reiter einFesthalten. Andererseits werden durch den Zentralgriff 12 auch die Schulterlaschen 5stabil fixiert.
Weiter ist ersichtlich, dass die erfindungsgemäße Reitauflage 1 in einem Sitzbereich 2eine Tasche 9 aufweist, in welcher ein Kissen 10 wie ein Balancekissen angeordnet seinkann.
Optional können Steigbügelhalterungen beidseits des Sitzbereiches 2 an derReitauflage 1 angeordnet sein, um Steigbügel mit der Reitauflage 1 lösbar zu verbinden.Um Druckstellen zu vermeiden, können die Steigbügelhalterungen auch durch einen Stoffoder ein Leder verdeckt sein.
Weiter kann optional ein Ausbinder vorgesehen sein, welcher einen Trensenring mit derReitauflage 1 verbindet. Zur Befestigung des Ausbinders an der Reitauflage 1 kannbeispielsweise ein Ring, eine Öse oder dergleichen vorgesehen sein.
Eine Größe der Reitauflage 1 ergibt sich je nach Pferd 7 und Reiter, für welche dieReitauflage 1 ausgebildet ist. Eine Länge 15 derSchulterlasche 5 beträgt im dargestelltenAusführungsbeispiel etwa 20 cm bis 50 cm. Eine Breite 16 der Schulterlasche 5 an einerVerbindungslinie, an welcher die Schulterlasche 5 mit dem Bauchgurt 4 verbunden ist,beträgt ebenfalls etwa 20 cm bis 50 cm und nimmt zu einem vorderen Ende derSchulterlasche 5 hin ab, an welchem der Brustgurt 3 mit der Schulterlasche 5 verbundenist. Der Sitzbereich 2 erstreckt sich von einer Vorderkante des Brustgurtes 3 etwa 40 cmbis 100 cm nach hinten, je nach Größe des Reiters bzw. des Pferdes 7.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reitauflage 1,welche auf einem Pferd 7 angeordnet ist. Die Reitauflage 1 besteht im Wesentlichen auseinem flexiblen Material, sodass auch Bewegungen einzelner Muskelfasern des Pferdes 7an einen Reiter übertragen werden können. Dadurch ist der Reiter ständig zu
Gegenbewegungen gezwungen, wodurch eine verbesserte Haltung sowie einverbessertes Gleichgewichtsgefühl erreicht werden. Die Reitauflage 1 weist einenBauchgurt 4 sowie einen sich vom Bauchgurt 4 nach hinten erstreckenden Sitzbereich 2auf. Üblicherweise sind der Brustgurt 3 und der Bauchgurt 4 lösbar und öffenbar mit demSitzbereich 2 und den Schulterlaschen 5 verbunden, sodass sich die Reitauflage 1besonders einfach und stabil an einem Pferd 7 befestigen lässt. In der Regel ist eineLänge 15 des Bauchgurtes 4 und des Brustgurtes 3 flexibel verstellbar, beispielsweisedurch Schnallen mit welchen der Bauchgurt 4 und der Brustgurt 3 mit dem Sitzbereich 2bzw. den Schulterlaschen lösbar verbunden sind. Somit kann die Reitauflage anunterschliedliche Bauchumfänge auf einfache Weise angepasst werden.
Im Sitzbereich 2 ist eine Tasche 9 vorgesehen, in welcher ein Kissen 10 angeordnetwerden kann, um eine besonders instabile Position für einen Reiter zu erreichen. Dadurchkann eine Haltung des Reiters sehr effektiv verbessert werden. Um Druckstellen zuvermeiden, hat es sich als günstig erwiesen, wenn ein Verschluss der Tasche 9, inwelcher das Kissen 10 angeordnet werden kann, als Klettverschluss ausgebildet ist.
Wie ersichtlich ist der Sitzbereich 2 aufgrund des flexiblen Materials, aus welchem dieReitauflage 1 besteht, vollflächig mit einem Rücken des Pferdes 7 in Kontakt, sodass eineGewichtskraft des Reiters durch die Reitauflage 1 und gegebenenfalls über ein imSitzbereich 2 angeordnetes Kissen 10 vollflächig in eine Wirbelsäule und eineRückenmuskulatur des Pferdes 7 eingeleitet werden können. Um ein Rutschen desReiters auf dem Sitzbereich 2 zu verhindern, ist die Reitauflage 1, insbesondere derSitzbereich 2, in der Regel aus einem rutschfesten Material wie Rauleder, einem Filz oderdergleichen ausgebildet.
Die dargestellte Reitauflage 1 weist weiter zwei symmetrisch angeordneteSchulterlaschen 5 analog zu der in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform auf,welche sich vom Bauchgurt 4 nach vorne erstrecken und mittig durch eine Aussparung 6getrennt sind. Die Reitauflage 1 kann dadurch derart auf einem Pferd 7 angeordnetwerden, dass ein Widerrist 8 des Pferdes 7 wie dargestellt zwischen denSchulterlaschen 5 in die Aussparung 6 ragt. Dadurch ergibt sich eine Position des Reiterssehr weit vorne am Pferd 7 verglichen mit der in Fig. 1 dargestellten Reitposition, wodurchbei einem Reiten bei niedriger Geschwindigkeit eine Rückenmuskulatur des Pferdes 7 gestärkt und Verspannungen reduziert werden. Zur Fixierung der Reitauflage 1 auf demPferd 7 in einer Position entsprechend weit vorne ist zusätzlich zum Bauchgurt 4 einBrustgurt 3 vorgesehen, welcher die Schulterlaschen 5 miteinander und mit demBauchgurt 4 verbindet.
Je nach Verwendung der Reitauflage 1 kann vorgesehen sein, dass in der Tasche 9 imSitzbereich 2 ein Kissen 10 wie ein Balancekissen oder eine Schaumstoffeinlageangeordnet wird. Dadurch wird einerseits eine Verbesserung einer Haltung des Reiterserreicht. Andererseits wird dadurch auch eine besonders intensive Massage einesRückens des Pferdes 7 ermöglicht, wodurch Verspannungen gelöst werden können.Üblicherweise weist ein solches Kissen 10 an einer Unterseite Noppen 11 auf, sodasssich ein zusätzlicher Massageeffekt ergibt.
Wie dargestellt ist auch bei dieser Ausführungsform ein Zentralgriff 12 vorgesehen,welcher die Schulterlaschen 5 verbindet und die Aussparung 6 überragt. Weiter ist aneiner Schulterlasche 5 ein Seitengriff 13 dargestellt, welcher über zwei Karabiner lösbarmit der Schulterlasche 5 verbunden ist. Hierzu sind an der Schulterlasche 5 mehrereSchlaufen 14 vorgesehen, in welche der Karabiner eingehängt werden kann. Es verstehtsich, dass auch an der nicht dargestellten zweiten Schulterlasche 5 ein entsprechenderSeitengriff 13 angeordnet ist. Dadurch können verschiedenste Positionen derSeitengriffe 13 auf den Schulterlaschen 5 eingestellt und unterschiedlicheHaltungspositionen realisiert werden.
Alternativ oder ergänzend kann auch vorgesehen sein, dass mehrere Schlaufen 14 aufden Schulterlaschen 5 angeordnet sind, durch welche ein Lederband geführt ist, welcheseine derartige Lederbandlänge aufweist, dass das Lederband zwischen zweiSchlaufen 14 etwa nach außen gezogen werden kann, um einen Griff zu bilden. Dadurchsind unterschiedliche Positionen eines Griffes möglich, je nachdem, an welcher Stelle dasLederband aus den Schlaufen 14 gezogen wird. Hierzu hat es sich als günstig erwiesen,wenn die vier Schlaufen 14 etwa in Form eines Quadrates und ein fünfte Schlaufe 14 imZentrum des Quadrates angeordnet sind und das Lederband durch sämtlicheSchlaufen 14 geführt wird.
Insbesondere bei einer Therapie bringt eine Veränderbarkeit einer Position derSeitengriffe 13 eine Verbesserung, da viele Patienten, welche eine solche Therapiebenötigen, eine verkrampfte Handhaltung haben. Es ist daher bevorzugt vorgesehen,dass sich Positionen der Seitengriffe 13 Händen der Patienten anpassen lassen.
Optional kann eine Verlängerung des Sitzbereiches 2 für einen Therapeuten bzw. einenzweiten Reiter vorgesehen sein, welche vorzugsweise mittels eines Zippverschlussesoder dergleichen lösbar mit dem Sitzbereich 2 an einem hinteren Bereich verbundenwerden kann. Die Verlängerung bzw. eine Zusatzsitzfläche kann allerdings auch fix mitder Reitauflage 1 verbunden sein.
Fig. 5 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Reitauflage 1. Die Reitauflage 1 ist ähnlichder in Fig. 4 dargestellten ausgebildet und weist ebenfalls einen Bauchgurt 4, einenBrustgurt 3, einen Sitzbereich 2 sowie Schulterlaschen 5 und einen Zentralgriff 12 auf. ImUnterschied zu der in Fig. 4 dargestellten Reitauflage 1 sind jedoch keine Seitengriffe 13vorgesehen, da bei dieser Ausführung an den Schulterlaschen 5 schematisch dargestelltePauschentaschen 17 vorgesehen sind, in welchen Pauschen angeordnet werden können.Dadurch ergibt sich ein besonders guter Kontakt eines Reiters mit einem Pferd 7. DiePauschentaschen 17 können auch verschließbar ausgebildet sein, beispielsweise mittelseines Klettverschlusses oder eines Reißverschlusses.
Die erfindungsgemäße Reitauflage 1 besteht im Wesentlichen aus einem flexiblenMaterial. Üblicherweise wird als Obermaterial ein Rauleder oder elastisches Alcantaraeingesetzt. Ein Auflagebereich, in welchem die Reitauflage 1 Kontakt mit dem Pferd 7 hat,ist vorzugsweise aus Filz oder Schaffell ausgebildet. Als Material für Griffe und Gurte wirdin der Regel Glattleder eingesetzt. Selbstverständlich sind auch andere Materialienmöglich. Um ein Reiben von Beinen eines Patienten am Pferd 7 zu vermeiden, wird in derRegel ein weiches Material für die Reitauflage 1 eingesetzt.
Fig. 6 zeigt ein erfindungsgemäßes Kissen 10 für eine Reitauflage 1. Das Kissen 10 ist imWesentlichen wie ein herkömmliches Balancekissen ausgebildet und weist einenDurchmesser von etwa 25 cm bis 45 cm auf. An einer Oberfläche des Kissens 10 sindNoppen 11 vorgesehen, sodass bei Benutzung in einer Reitauflage 1 eineMassagewirkung an einem Pferd 7 erreicht wird. Das Kissen 10 ist in einer Draufsicht im
Wesentlichen kreisförmig ausgebildet und weist im Unterschied zu Balancekissen desStandes der Technik zusätzlich eine Ausnehmung 18 auf. Geometrische Abmessungender Ausnehmungslänge 19 ergeben sich je nach einem gewünschten Verwendungszweckbzw. einer Größe eines Pferdes 7, an welchem das Kissen 10 eingesetzt wird. Üblicherweise beträgt eine Ausnehmungslänge 19 der Ausnehmung 18 3 cm bis 15 cm,insbesondere 4 cm bis 10 cm. Das Kissen 10 ist in der Regel mit Luft gefüllt, jedoch kannauch ein anderes Fluid oder ein Schaumstoff im Kissen 10 angeordnet sein. DasKissen 10 kann auch als homogene Schaumstoffeinlage für die Reitauflage 1 ausgebildetsein. Aufgrund der Ausnehmung 18 ist das erfindungsgemäße Kissen 10 besonders gutdazu geeignet, um unmittelbar in einem Bereich hinter einem Widerrist 8 eines Pferdes 7angeordnet zu werden, sodass eine instabile Reitposition auf dem Kissen 10 besondersweit vorne am Pferd 7 möglich ist.
Bevorzugt wird das Kissen 10 in einer erfindungsgemäßen Reitauflage 1 eingesetzt,üblicherweise in einer Tasche 9 im Sitzbereich 2 der Reitauflage 1. Dadurch ist einRutschen des Kissens 10 auf einfache Weise verhindert.
Eine erfindungsgemäße Reitauflage 1 ermöglicht eine Sitzposition sehr weit vorne amPferd 7, sodass sich günstige Effekte sowohl für das Pferd 7 als auch für den Reiterergeben. Es hat sich gezeigt, dass bei Benutzung der Reitauflage 1 das Pferd 7 lernt, sichbesser auszubalancieren. Darüber hinaus wird einer Koordination des Pferdes 7 beiEinsatz der Reitauflage 1 unterstützt.
Da sich bei Verwendung der Reitauflage 1 eine Position des Reiters sehr weit vorne amPferd 7 ergibt, gibt das Pferd 7 den Rücken schneller frei. Das heißt, das Pferd 7 wölbtden Rücken nach oben, damit es den Reiter besser tragen kann. Ferner wird durch dievollflächige Kraftübertragung zwischen Reiter und Pferd 7 über das flexible Material,welches im Unterschied zu einem Sattel auch ein Übertragen punktförmiger Kräftezwischen Reiter und Pferd 7 ermöglicht, in Verbindung mit einem in der Reitauflage 1positionierten Balancekissen eine Verbesserung der Rückenmuskulatur des Pferdes 7erreicht, die bereits in klinischen Studien bestätigt werden konnte.
Darüber hinaus ist eine erfindungsgemäße Reitauflage 1 verglichen mit Reitauflagen 1des Standes der Technik wesentlich leichter. Beispielsweise weisen Voltigiergurte 20 einwesentlich höheres Gewicht auf. Weiter ergibt sich eine hohe Flexibilität in Bezug aufEinsatzmöglichkeiten, da im Sitzbereich 2 durch die Tasche 9 verschiedenste Einlagenwie Kissen 10, insbesondere Balancekissen, Schaumstoffeinlagen oder Geleinlageneingesetzt werden können.
Allerdings ist die erfindungsgemäße Reitauflage 1 auch ohne einer in der Tasche 9angeordneten Einlage einsetzbar. Beispielsweise hat sich ein Einsatz der Reitauflage 1ohne in der Tasche 9 befindlichen Einlage als sehr vorteilhaft für die Hippotherapieerwiesen, da es einem Klienten bzw. einem Patienten dann durch die Reitauflage 1möglich ist, einen sehr direkten Kontakt zum Pferderücken zu haben, wobei das Pferd 7unmittelbar durch die Reitauflage 1 hindurch gespürt werden kann. Es hat sich als positiverwiesen, dass der Klient dabei auch eine Körperwärme des Pferdes 7 durch dieReitauflage 1 fühlen kann.
Claims (19)
- Patentansprüche 1. Reitauflage (1) aus einem flexiblen Material mit einem Sitzbereich (2), einemBrustgurt (3) und einem Bauchgurt (4) zur Befestigung der Reitauflage (1) auf einemPferd (7), dadurch gekennzeichnet, dass die Reitauflage (1) zwei durch eineAussparung (6) beabstandete Schulterlaschen (5) aufweist, welche den Brustgurt (3) mitdem Sitzbereich (2) verbinden, wobei die Reitauflage (1) derart ausgebildet ist, dass,wenn die Reitauflage (1) auf einem Pferd (7) befestigt ist, der Sitzbereich (2) vollflächigauf einem Rücken des Pferdes (7) in einem Bereich hinter einem Widerrist (8) aufliegt,wobei die Schulterlaschen (5) vollflächig seitlich des Widerristes (8) aufliegen und derWiderrist (8) des Pferdes (7) in die Aussparung (6) ragt.
- 2. Reitauflage (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Sitzbereich (2)eine Tasche (9) vorgesehen ist, in welcher ein Kissen (10) derart positionierbar ist, dass,wenn die Reitauflage (1) auf einem Pferd (7) befestigt ist und ein Reiter auf demSitzbereich (2) sitzt, eine Gewichtskraft des Reiters überdas Kissen (10) in eineWirbelsäule des Pferdes (7) eingeleitet wird.
- 3. Reitauflage (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Tasche (9)ein Kissen (10) angeordnet ist.
- 4. Reitauflage (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kissen (10)als Balancekissen ausgebildet und zumindest teilweise mit einem Fluid, insbesondereLuft, gefüllt ist.
- 5. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dassdas Kissen (10) zumindest teilweise mit einem Schaumstoff gefüllt ist.
- 6. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dassan einer Unterseite des Kissens (10) Noppen (11) vorgesehen sind.
- 7. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dassein Zentralgriff (12) vorgesehen ist, welcher die Aussparung (6) überragt und dieSchulterlaschen (5) verbindet.
- 8. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dassPauschen lösbar an den Schulterlaschen (5) befestigt sind.
- 9. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dassan jeder Schulterlasche (5) jeweils ein Seitengriff (13) angeordnet ist.
- 10. Reitauflage (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Position derSeitengriffe (13) auf den Schulterlaschen (5) veränderbar ist, wobei die Seitengriffe (13)insbesondere als durch Karabiner in Schlaufen (14) fixierbare Griffe ausgebildet sind.
- 11. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dassSteigbügel vorgesehen sind.
- 12. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dassdie Schulterlaschen (5) eine zu einem Oberschenkel eines Reiters, für welchen dieReitauflage (1) ausgebildet ist, korrespondierende Länge (15) aufweisen.
- 13. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dassan einem hinteren Ende der Reitauflage (1) eine Zusatzsitzfläche lösbar befestigt ist.
- 14. Reitauflage (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dassder Sitzbereich (2) aus einem weichen Material ausgebildet ist, beispielsweise Filz, einemLeder mit einer Stärke von weniger als 5 mm, insbesondere weniger als 3 mm, oderSchaffell.
- 15. Pferd (7) mit einer durch einen Brustgurt (3) und einen Bauchgurt (4) am Pferd (7)befestigten Reitauflage (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Reitauflage (1) nach einemder Ansprüche 1 bis 14 ausgebildet ist und ein Widerrist (8) des Pferdes (7) in dieAussparung (6) ragt.
- 16. Kissen (10) für eine Reitauflage (1), welche insbesondere nach einem derAnsprüche 1 bis 14 ausgebildet ist, mit einem Hohlraum, wobei der Hohlraum mit einemFluid oder einem Schaumstoff zumindest teilweise gefüllt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kissen (10) in einer Draufsicht im Wesentlichen kreisförmig ausgebildet ist undeine Ausnehmung zur Aufnahme eines Widerristes eines Pferdes aufweist.
- 17. Kissen (10) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Kissen (10) anzumindest einer Seite Noppen (11) aufweist.
- 18. Kissen (10) nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass dasKissen (10) als Balancekissen ausgebildet ist.
- 19. Verwendung eines Kissens (10) nach einem der Ansprüche 16 bis 18 als Teil einerReitauflage (1), wobei das Kissen (10) zwischen einem Reiter und einem Pferd (7)angeordnet ist.
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