AT517613B1 - Tierohrmarke - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine mittels eines Dornes an einem Tierohr zu verankernde Tierohrmarke, welche wobei die Tierohrmarke ein Gehäuse ( 2) aufweist, welches eine Elektronikbaugruppe ( 1) und eine Batterie (6, 21) umschließt, sowie eine Plakettenfläche (12), auf welcher bestimmungsgemäß Identifizierungsinformation über das Tier in unmittelbar lesbaren Zeichen sichtbar ist, wobei sich die Plakettenfläche (12) bei am Tier montierter Tierohrmarke unterhalb des Gehäuses (2) befindet. Der gemeinsame Schwerpunkt einer Elektronikbaugruppe (1) inklusive einer Batterie (6) sowie eines die Elektronikbaugruppe (1) umschließenden Gehäuses (2) liegt innerhalb des von der Dornachse (8) nach unten ragenden Bereiches (15), welcher nicht höher ist als 2 cm und nicht breiter als 1 cm. Die Batterie (6) sowie gegebenenfalls weitere Batterien sind unmittelbar an einer Gehäusewand (9) angeordnet, welche eine Öffnung an der Tierohrmarke, in welche bestimmungsgemäß der Dorn ragt, begrenzt.
Description
Beschreibung
DIE ERFINDUNG BETRIFFT EINE TIEROHRMARKE
[0001] Tierohrmarken der hier besprochenen Bauweisen sind durch einen Dorn, also einen schlanken, länglichen Teil am Tierohr zu verankern, wobei der Dorn mit einer Gegenplatte monolithisch verbunden ist. In am Tierohr angebrachtem Zustand ragt der Dorn von der Gegenplatte aus durch ein Durchgangsloch in der Ohrmuschel des Tierohres hindurch an die Tierohrmarke und ist mit seinem freien Ende an dieser verankert. Bestimmungsgemäß stellt eine Tierohrmarke Informationen über das Tier bereit. Diese Information kann in Form von unmittelbar durch Menschen lesbaren schriftlichen Zeichen bereitgestellt werden oder durch Information in Form von elektronischen Daten.
[0002] Sofern die Tierohrmarke abgesehen vom Verankerungsbereich nur aus einem flachen, ebenen flächigen Teil besteht auf welchem die Information über das Tier in Form von unmittelbar durch Menschen lesbaren schriftlichen Zeichen bereitgestellt ist, spricht man von einer "plakettenförmigen Tierohrmarke". Der Teil an welchem die besagten Zeichen stehen heißt "Plakettenfläche". Typischerweise ist auf der Plakettenfläche zumindest die sogenannte „Lebensnummer" gut lesbar aufgebracht. Die Lebensnummer ist eine dem Tier zugeordnete, das Tier während seines ganzen Lebens eindeutig identifizierende Identifikationsnummer.
[0003] Zur Vermeidung von Fälschung und Betrug sind plakettenförmige Tierohrmarken bestimmungsgemäß so ausgebildet, dass sie nicht zerstörungsfrei vom Tier abnehmbar sind. Fallweise sind plakettenförmige Tierohrmarken zusätzlich zu der sichtbar angebrachten Identifikationsnummer mit einem flächigen, passiven elektronischen Transponder, meist als RFID-Tag bezeichnet, ausgestattet, aus welchem eine elektronisch gespeicherte Identifikationsnummer per Funk auslesbar ist. "Passiv" bedeutet, dass der Transponder selbst keinen permanenten Energiespeicher enthält. Zum Auslesen der Information wird die erforderliche Energie durch ein dann in der Nähe befindliches Lesegerät per Funk bereitgestellt. Plakettenförmige Tierohrmarken die auch einen passiven elektronischen Transponder aufweisen sind beispielsweise durch die EP 2191715 B1 und die WO 2007079941 A1 gezeigt. Gemäß der EP-Schrift ist ein passiver RFID-Transponder ringförmig und um die Dornachse der Tierohrmarke angeordnet. Gemäß der WO-Schrift befindet sich ein passiver Transponder in einem länglichen Gehäuseteil der Tierohrmarke welcher in einem Abstand zur Dornachse angeordnet und gegenüber der Horizontalen geneigt ausgerichtet ist.
[0004] Tierohrmarken, welche neben elektronischen Schaltungselementen typischerweise Sensoren, Funkempfänger, Funksender und Datenspeicher auch einen permanenten Speicher für elektrische Energie wie typischerweise Batterie bzw. einen Akkumulator aufweisen, werden in diesem Dokument des Weiteren als „aktive Tierohrmarken" bezeichnet. Aktive Tierohrmarken dienen üblicherweise der annähernd permanenten Überwachung von Zuständen und Verhaltensweisen des Tieres und führen dazu mit Hilfe ihrer Elektronik Messungen und Datenverarbeitung durch und kommunizieren per Funk mit weiteren Geräten. Auch aktive Tierohrmarken sind im Normalfall an der Außenseite eines die elektrischen bzw. elektronischen Teile umfassenden beschriftet, üblicherweise mit einer Nummer welche die aktive Tierohrmarke selbst kennzeichnet, nicht aber jenes Tier welches die aktive Tierohrmarke trägt. Die das Tier betreffende Identifizierungsinformation kann in der aktiven Tierohrmarke in Form von unveränderbaren elektronischen Daten hinterlegt sein, oder es kann neben der aktiven Tierohrmarke auch eine plakettenförmige Tierohrmarke am Tier angebracht sein. Die US 4854328 A beschreibt eine Tierohrmarke, die eine Kombination aus einer plakettenförmigen Tierohrmarke und einer aktiven Tierohrmarke ist. Das Gehäuse für die Batterie und die aktiven elektronischen Bauteile ist breit und flach ausgebildet. Eine der beiden großen Außenflächen des Gehäuses ist durch einen Teil der Plakettenfläche im Sinne der obigen Definition gebildet. Das Gehäuse befindet sich unterhalb der Dornachse in einem Abstand zu dieser. An der Plakettenfläche sind zusätzlich Leuchtdioden angebracht. Nachteilig an dieser kombinierten Bauweise ist, dass die Tierohrmarke zwar relativ großflächig ist, dabei aber an der großen Fläche nicht flach, dünn und flexibel ist. Damit besteht erhöhte Gefahr für Verletzungen des Tieres. Weiters ist nachteilig, dass der Schwerpunkt der Tierohrmarke so weit unterhalb der Dornachse liegt, dass die Tierohrmarke am Tier zum Schaukeln neigt, womit das Tierohr aufgescheuert wird. Die WO 2009034497 A2 zeigt eine ähnliche Bauweise mit gleichen Nachteilen.
[0005] Unter der Bezeichnung „CowManager" wurde durch die Firma Agis Automatisierung eine spezielle "kombinierte" Tierohrmarke auf den Markt gebracht. Sie war Ende 2015 im Internet unter der Adresse https://www.cowmanager.com/de-de/ vorgestellt. Die Lebensnummer ist an einem flachen Ring, welcher um die Dornaufnahme herum verläuft, sichtbar aufgedruckt. Ein etwa taschenförmiges Gehäuse, welches die elektrischen bzw. elektronischen Bauteile einer aktiven Tierohrmarke enthält, ist mit dem Ring verbunden und von diesem lösbar, wenn sich die Tierohrmarke nicht an einem Tierohr befindet. Nachteilig ist wiederum, dass der Schwerpunkt der Tierohrmarke so weit unterhalb der Dornachse liegt, dass die Tierohrmarke am Tier zum Schaukeln und damit zum Aufscheuern des Tierohres neigt.
[0006] Die AT 509892 B1 beschreibt eine aktive Tierohrmarke ohne Plakettenfläche. Der Dorn ist monolithisch mit einem Teil des Gehäuses, welches die elektrischen und elektronischen Bauteile umfasst, verbunden. Der Schwerpunkt der recht kleinflächigen Tierohrmarke liegt in der Dornachse; damit wird erreicht, dass Tierohrmarke bei Bewegungen des Tieres nicht schaukelt oder pendelt. Nachteilig ist, dass bei der Anbringung am Tier, bei welcher bekanntlich durch den Dorn ein Durchgangsloch durch die Ohrmuschel des Tieres gestochen wird, der Dorn nicht durch einen entfernbaren inneren Stift versteift werden kann und deshalb dauerhaft steif sein muss. Weiters ist nachteilig, dass in vielen Fällen aus rechtlichen Gründen eine zusätzliche und damit separate plakettenförmige Tierohrmarke erforderlich ist.
[0007] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, eine Tierohrmarke, welche eine Dornaufnahme aufweist, sowohl aktive Tierohrmarke ist als auch eine Plakettenfläche aufweist, dahingehend verbessert auszubilden, dass alle folgenden Ziele erreichbar sind: [0008] - Die Plakettenfläche kann groß, flach und flexibel sein (- damit die lesbaren Zeichen sehr groß ausgeführt sein können und die Fläche dennoch nicht scheuert oder sich verhängt).
[0009] - Die Tierohrmarke hängt in definierter Lage am Tierohr (- damit die Schriftinformation gut lesbar ist, und um optimale Funkbedingungen einzuhalten).
[0010] - Auch wenn eine leistungsstarke elektronische Schaltung nebst ausreichend starker
Batterie bzw. Akkumulator enthalten ist, neigt die Tierohrmarke nicht zum Schaukeln (- um Aufscheuern des Tierohres zu vermeiden).
[0011] Für das Lösen der Aufgabe wird erfindungsgemäß die Kombination folgender drei Merkmale vorgeschlagen: [0012] a) Der gemeinsame Schwerpunkt jener Teile der Tierohrmarke, welche der aktiven
Tierohrmarke zuzurechnen sind (Platine, elektronische Bauteile (incl. Sensoren), Batterie, schützendes Gehäuse...) liegt innerhalb eines kleinen, von der Dornachse nach unten ragenden Bereiches, also direkt an der Dornachse oder möglichst knapp unterhalb der Dornachse, wenn die Tierohrmarke in bestimmungsgemäßer Ausrichtung am Tierohr befestigt ist.
[0013] b) Unter Einhaltung von Merkmal a) liegen jene Teile der Tierohrmarke, welche der aktiven Tierohrmarke zuzurechnen sind, möglichst nah an jener Linie, in welcher bei montierter Ohrmarke die Dornachse liegt. (Damit wird erreicht, das Massenträgheitsmoment der aktiven Tierohrmarke um die Dornachse möglichst klein ist.) [0014] c) Die Plakettenfläche der Tierohrmarke liegt unterhalb jener Teile der Tierohrmarke, welche der aktiven Tierohrmarke zuzurechnen sind. Der wesentliche Effekt der durch die Kombination der Merkmale a, b und c erreicht wird ist, dass die Tierohrmarke am Tierohr in definierter Lage hängt und dabei dennoch annähernd nie schaukelt oder sich gegenüber dem Tierohr um die Achse des Doms verdreht.
[0015] Durch die Merkmale a) und c) liegt der Gesamtschwerpunkt der Tierohrmarke knapp unter der Dornachse. Dadurch hängt die Tierohrmarke in definierter Lage ohne zu schaukeln.
[0016] Der Gesamtschwerpunkt jener Teile der Tierohrmarke, welche der aktiven Tierohrmarke zuzurechnen sind, soll innerhalb eines Bereiches liegen, welcher von der Dornachse zwei Zentimeter nach unten ragt und maximal einen Zentimeter breit ist. Wenn der Schwerpunkt der gesamten Tierohrmarke in der Dornachse läge, könnte die Tierohrmarke in um die Dornachse beliebig gedrehtem Zustand stabil ruhen. Wenn der Schwerpunkt zu weit von der Dornachse weg läge würde die Tierohrmarke bei Bewegung des Tieres zum Schaukeln um die Dornachse neigen. Wenn das Massenträgheitsmoment zu groß wäre, würde die Tierohrmarke zum Nachdrehen neigen, wenn das Tier den Kopf um Achsen schwenkt, die zur Achse des Doms parallel verlaufen.
[0017] Die zur aktiven Tierohrmarke gehörenden Teile umfassen ein Gehäuse, so wie elektrische oder elektronische Teile, einschließlich einer Platine und einer Batterie, welche auch aufladbar sein kann.
[0018] Um Merkmal a) zu verwirklichen wird die Platine, welche elektrische bzw. elektronische Bauteile trägt, ringförmig ausgebildet und so angeordnet, dass sie die Dornachse umringt. Wenn nur eine Batterie verwendet wird, wird die Batterie unmittelbar an jene Gehäusewand anliegend angeordnet, welche direkt unterhalb des Domes liegt (bei bestimmungsgemäß am Tierohr ausgerichteter Tierohrmarke).
[0019] Wenn mehrere Batterien verwendet werden, kann durch die Anordnung der Batterien maßgeblich der Gesamtschwerpunkt der Tierohrmarke bestimmt werden. Im Sinne der Erfindung sind die Batterien so anzuordnen, dass der gemeinsame Schwerpunkt aller Batterien in der Dornachse oder knapp darunter liegt und dass der Abstand der einzelnen Batterien zur Dornachse möglichst gering ist.
[0020] Das Gehäuse der aktiven Tierohrmarke ist notwendigerweise starr, was allerdings für den Tragekomfort nachteilig ist. Durch Merkmal wird zusätzlich zur Minimierung des Massenträgheitsmomentes erreicht, dass das harte Gehäuse möglichst kleinflächig sein kann; damit wird die negative Auswirkung auf den Tragekomfort gering gehalten und der Platz für die Plakettenfläche wird geringstmöglich eingeschränkt.
[0021] Die Erfindung wird an Hand von etwas stilisierten Zeichnungen zu einer beispielhaften Ausführung einer erfindungsgemäßen Tierohrmarke veranschaulicht: [0022] Fig. 1: zeigt eine erste beispielhafte erfindungsgemäße Tierohrmarke in Explosi onsdarstellung [0023] Fig. 2: zeigt eine zweite beispielhafte erfindungsgemäße Tierohrmarke in Fron talansicht. Eine punktierte Linie umringt jenen Bereich 15 innerhalb dessen der Gesamtschwerpunkt jener Teile der Tierohrmarke liegen soll, welche der aktiven Tierohrmarke zuzurechnen sind.
[0024] Fig. 3: zeigt eine dritte beispielhafte erfindungsgemäße Tierohrmarke in seitlicher
Teilschnittansicht.
[0025] Fig. 4: zeigt eine vierte beispielhafte erfindungsgemäße Tierohrmarke in Fron talansicht.
[0026] Fig. 5: zeigt eine fünfte beispielhafte erfindungsgemäße Tierohrmarke in seitli cher Teilschnittansicht.
[0027] Die in Fig. 1 voneinander entfernt dargestellten Teile sind eine Elektronikbaugruppe 1, ein Gehäuse 2 und eine Außenschicht 3.
[0028] Die Elektronikbaugruppe 1 umfasst eine Platine 4, darauf angeordnete elektronische bzw. elektrische Bauteile 5 wie beispielsweise Beschleunigungssensor, Temperatursensor, Funkschnittstelle, Mikrocontroller RFID-Chip, Kondensator, Batterie 6 und Funkantenne 7 .
[0029] Der eingangs erwähnte Dorn ist in Fig. 1 nicht eingezeichnet. Lediglich eingezeichnet ist die als Dornachse 8 bezeichnete Achse jener Öffnungen in den Teilen 1, 2 und 3 durch welche bei montierter Tierohrmarke der Dorn koaxial hindurchverläuft.
[0030] Die Platine 4 verläuft ringförmig um die Dornachse 8 herum. Die elektronischen Bauteile 5, 6, 7 der Elektronikbaugruppe 1 befinden sich auf der Platine 4 von der Dornachse 8 aus gesehen an vielen verschiedenen Richtungen. Bezüglich Masse und Abmessungen ragt die Batterie 6 unter den sonstigen Teilen der Elektronikbaugruppe 1 hervor. Aufgrund ihres wesentlichen Einflusses auf die Lage des Schwerpunktes der gesamten Tierohrmarke ist die Batterie 6 möglichst nahe an der Dornachse 8 angeordnet. Wie dargestellt befindet sich die Funkantenne 7 bevorzugt oberhalb der Dornachse 8. Die Funkantenne 7 dient zur drahtlosen Datenübertragung zwischen der aktiven Tierohrmarke und einem oder mehreren, typischerweise einige Meter bis mehrere Kilometer entfernt befindlichen Funkknoten. Indem die Funkantenne 7 möglichst weit von der Batterie entfernt ist und zudem am höchstmöglichen Punkt der Tierohrmarke angeordnet ist, ist gegenüber anderen Bauweisen bezogen auf die aufgewendete Energie die Sende- und Empfangsqualität verbessert.
[0031] Das Gehäuse 2 umhüllt die Elektronikbaugruppe 1. Das Gehäuse 2 besteht aus einem in Fig. 1 sichtbaren schalenförmigen Teil und einem in Fig. 1 nicht sichtbaren deckelartigen Teil mit dem der schalenförmige Teil geschlossen werden kann, sobald die Elektronikbaugruppe 1 darin angeordnet ist. Zum Gehäuse 2 gehören insbesondere auch die kreiszylindermantelförmige Gehäusewand 9, welche die Durchgangsöffnung für den Dorn begrenzt, sowie ein Wandbereich 10, welcher bestimmungsgemäß die Batterie 6 eng umfasst. Der Wandbereich 10 grenzt unmittelbar an den unteren Teil der Gehäusewand 9 an.
[0032] Der Schwerpunkt der Tierohrmarke liegt durch diese Anordnung so nah wie möglich an der Dornachse 8, aber doch klar unterhalb der Dornachse 8, wenn die Tierohrmarke in bestimmungsgemäßer Ausrichtung am Tierohr befestigt ist. Da das Gehäuse 2 mechanischen Schutz für die Elektronikbaugruppe 1 bieten muss, besteht es aus einem harten Kunststoff.
[0033] Die Außenschicht 3 hat im Wesentlichen zwei Funktionen und besteht dazu passend aus zwei Bereichen, die monolithisch einen gemeinsamen Körper bilden: Die Umhüllung 11 umhüllt das Gehäuse 2 und dichtet dieses ab. Die Plakettenfläche 12 erstreckt sich von der Umhüllung 11 nach unten hin, ist im Wesentlichen eben, und trägt bestimmungsgemäß die mit freien Augen lesbare Identifizierungsinformation für das Tier (vor allem die Lebensnummer) . Bevorzugt besteht die Außenschicht 3 aus gummiartig weichelastischem Kunststoff und sie wird bevorzugt gebildet, indem das gesamte geschlossene Gehäuse 2 samt dadurch umfasster Elektronikbaugruppe 1, in eine Spritzgussform eingegeben und mit dem die Außenschicht 3 bildenden Kunststoffmaterial umspritzt wird.
[0034] Indem die Außenschicht 3 flexibel und weich ist, ist die Tierohrmarke für das Tier angenehmer zu tragen als wenn sie hart wäre. Indem die Plakettenfläche 12 flexibel ist, bleibt sie kaum an Gegenständen an welchen das Tier mit dem Ohr anstreift.
[0035] An bevorzugten optionalen Merkmalen einer erfindungsgemäßen Tierohrmarke seien des Weiteren angeführt: [0036] Durch die Wand des Gehäuses 2 und gegebenenfalls durch die äußere Umhüllung 11 hindurch können elektrische Kontakte von der Elektronikbaugruppe 1 her herausgeführt sein, um elektrisch leitende Verbindungen in die Elektronikbaugruppe bereitzustellen. Über diese elektrischen Verbindungen können Informationen eingegeben oder ausgelesen werden, Updates eingespielt werden oder auch die Batterie 6 aufgeladen werden.
[0037] Die Energieversorgung der Tierohrmarke kann zusätzlich zur (aufladbaren) Batterie 6 durch eine Kombination aus einem Kondensator und einer Induktionsspule erweitert werden. Der Kondensator, welcher wie die Batterie auch relativ schwer und voluminös sein kann, befindet sich bevorzugt auch möglichst nahe an der Dornachse 8. Für das Aufladen induziert in die Induktionsspule ein äußeres elektromagnetisches Wechselfeld Strom, welcher über zwischengeschaltete elektronische Bauteile (zumindest eine Diode) in den Kondensator geleitet wird und diesen auflädt. Bevorzugt ist die Induktionsspule durch Windungen eines in die Plakettenfläche 12 eingebetteten flexiblen elektrischen Leiters gebildet, wobei die Ebenen der Windungen parallel zur Ebene der Plakettenfläche 12 liegen.
[0038] Die Tierohrmarke von Fig. 2 ist gegenüber jener von Fig. 1 durch in die Plakettenfläche 12 eigebettete Leuchtdioden 13 und Leuchtflächen 14 ergänzt. Die Leuchtdioden 13 werden von der Elektronikbaugruppe 1 aus angesteuert und speisen Licht in die Leuchtflächen 14 ein. Die Leuchtflächen 14 können aus einem transparenten, flexiblen Material, typischerweise aus einem Kunststoffstreifen oder aus einem sehr dünnen Glasstreifen gebildet sein. Sie leiten eingekoppeltes Licht durch Grenzschichtreflexion in sich weiter und koppeln einen Teil des Lichts an ihren Grenzflächen in die Umgebung aus. Dadurch erscheinen sie von außen als helle leuchtende Fläche. Gegenüber einer Abgabe von Licht von wenigen Leuchtdioden 13 allein, kann damit bei sehr guter Energieeffizienz die Leuchtfläche und damit die Sichtbarkeit vergrößert werden. Indem ggf. mehrere zueinander verschiedenfärbige Leuchtdioden 13 in die Leuchtflächen 14 Licht einspeisen können, kann bei sehr wenig Aufwand eine Vielzahl von verschiedenen Zuständen weithin sichtbar signalisiert werden. Solche signalisierte Zustände können bzw. sein: „das Tier ist hier", Brunst, Krankheit, Lahmheit, Phase der Niederkunft, Wiederkäuen etc.. Die Zustände und die Tatsache, dass sie signalisiert werden sollen, werden typischerweise durch Sensoren und eine Steuerungslogik in der elektronischen Baugruppe 1 erkannt. Durch Anordnung vieler einzeln anzusteuernder Leuchtflächen 14 kann die Plakettenfläche 12 zu einer annähernd regelrechten Displayfläche ausgebaut werden, sodass auch Abstufungen von Zuständen etc. angezeigt werden können und dass damit Daten aus der Elektronikbaugruppe 1 auch in Form von lesbaren Zeichen ausgegeben werden können. Beispielsweise kann auf diese Weise Lebensnummer eines Tiers auf der Plakettenfläche 12 angezeigt werden. Die Lebensnummer muss dazu in einem elektronischen Datenspeicher in der Elektronikbaugruppe gespeichert sein und sollte nach einer eimaligen Einstellung nicht mehr veränderbar sein. Wie von manchen RFID-Tags her bekannt kann das durch das Setzen eines sogenannten Sperrbits erreicht werden. An der äußeren Schicht der Tierohrmarke können zusätzlich oder alternativ zu Leuchtstreifen auch alternativ dazu auch Solarzellen angeordnet sein, durch welche die Batterie der aktiven Tierohrmarke oder ein Kondensator aufgeladen werden. Fig. 3 und Fig. 4 zeigen erfindungsgemäße Tierohrmarken, bei denen in die Plakettenfläche 12 eine Antenne 16, 18 eingesetzt ist, welche elektronische Datenübertragung unterstützt, bei welcher elektrische Signale durch sogenannte "Body-coupled communication" übertragen werden. Bei derartiger Datenübertragung werden Information bedeutende elektrische Signale unter Anwendung des Körpers von lebenden Wesen als elektrischer Leiter übertragen. Dabei sind in einem geschlossenen elektrischen Wechselstromkreis ein Sender, der Körper eines menschlichen oder tierischen Wesens, und ein Empfänger hintereinander geschaltet, wobei Sender und Empfänger jeweils zwei Pole aufweisen und wobei bei zumindest einem der beiden Geräte, ein Pol ein Anschluss einer Kapazität (also eines elektrischen Kondensators) ist, deren zweiter Anschluss Erde, also die Umgebung ist und wobei der zweite Anschluss des Senders oder Empfängers an dem menschlichen oder tierischen Körper entweder direkt - also galvanisch verbunden - anliegt, oder über eine weitere Kapazität oder Induktivität anliegt. Die Basisfrequenz des Wechselstromkreises liegt dabei im Normalfall in der Größenordnung von zehn Kilohertz bis ein Megahertz. Derartige Datenübertragung ist zumindest seit 1984 bekannt. Ein bekanntes Anwendungsbeispiel betrifft das Sperren einer diesbezüglich ausgerüsteten Autotür, welches ausgelöst werden kann indem eine Person die ein elektronisches Gerät als Schlüssel mitführt, welches über den Körper der Person eine Identifizierung aussendet, das Auto berührt. Bei Body-coupled communication werden als Antennen (Pole) für das Austauschen von Signalen mit der Umgebung durch elektrischen Verschiebungsstrom oder durch ein Wechselmagnetfeld entweder möglichst große ebene Leiterflächen (kapazitive Übertragung) oder Spulen mit möglichst großem Durchmesser (induktive Übertragung) verwendet.
[0039] Bei der Ohrmarke gemäß Fig. 3 ist eine großflächige Leiterfläche 16 als kapazitiv arbeitende Antenne für Body-coupled communication so in die Plakettenfläche 12 eingebettet, dass sie gegenüber der Oberfläche der Plakettenfläche elektrisch isoliert ist. An der dem Tierohr zugwandten Seite der Tierohrmarke sind elektrisch isolierend ausgebildete Stützkörper 17
Abstandhalter zur Hautoberfläche des Tierohres und verhindern somit eine Art Kurzschluss der Signalübertragung.
[0040] Bei der Tierohrmarke gemäß Fig. 4 ist eine induktiv arbeitende Antenne 18 für Body-coupled communication in der Plakettenfläche 12 eingebettet. Die Antenne 18 ist durch eine Spule eines flexiblen elektrischen Leiters gebildet deren Windungen einen möglichst große Fläche umschließen, weswegen sie vorwiegen am Randbereich der Plakettenfläche 12 verlaufen. Mit der Windungsanzahl steigt auch die Wirksamkeit der Antenne 18. Fig. 5 zeigt eine erfindungsgemäße Bauweise einer Tierohrmarke bei welcher der hohle Bereich in welchen hinein von der Gegenplatte her ein der zur Verankerung der Tierohrmarke am Tierohr dienende Dorn ragt, kein beidseits offener Kanal ist, sondern ein Sackloch 19. Um die kreiszylinderförmige Mantelfläche des Sackloches 19 herum ist verläuft eine ringförmige Platine 20. Eine flache scheibenförmige Batterie 21 befindet sich an der geschlossenen Stirnseite des Sacklochs 19. Bei ansonsten gleichen Randbedingungen kann man damit gegenüber den zuvor behandelten Bauweisen die Abmessungen des Gehäuses der aktiven Tierohrmarke in der zur Plakettenfläche 12 parallelen Ebene deutlich kleiner auszuführen. In der zur Plakettenfläche normalen Richtung wird das Gehäuse dadurch allerdings geringfügig tiefer. Es ist jedenfalls wiederum gut möglich die Tierohrmarke so zu bemessen, dass der Schwerpunkt der gesamten Tierohrmarke knapp unter die Dornachse 8 liegt.
Claims (8)
- Patentansprüche1. Tierohrmarke, welche bestimmungsgemäß mittels eines Domes an einem Tierohr verankerbar ist, wobei der Dorn von einer Gegenplatte aus durch ein Durchgangsloch in der Ohrmuschel des Tierohres entlang einer Dornachse (8) in eine Öffnung (19) an der Tierohrmarke ragt und dort verankert ist, wobei die Tierohrmarke ein Gehäuse (2) aufweist, welches eine Elektronikbaugruppe (1) und eine Batterie (6, 21) umschließt, sowie eine Plakettenfläche (12), auf welcher bestimmungsgemäß Identifizierungsinformation über das Tier in unmittelbar lesbaren Zeichen sichtbar ist, wobei sich die Plakettenfläche (12) bei am Tier montierter Tierohrmarke unterhalb des Gehäuses (2) befindet, dadurch gekennzeichnet, dass der gemeinsame Schwerpunkt des Gehäuses (2) und der durch dieses umschlossenen Teile innerhalb eines von der Dornachse (8) nach unten ragenden Bereiches (15) liegt, welcher nicht höher ist als 2 cm und in der zur Dornachse (8) normal liegenden Horizontalen nicht breiter ist als 1 cm, und dass die Batterie (6, 21) sowie gegebenenfalls weitere Batterien unmittelbar an einer Gehäusewand (9) angeordnet sind, welche die Öffnung an der Tierohrmarke in welche bestimmungsgemäß der Dorn ragt, begrenzt.
- 2. Tierohrmarke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektronikbaugruppe (1) eine Platine (4, 20) aufweist, welche sich ringförmig um die Dornachse (8) herum erstreckt.
- 3. Tierohrmarke nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie nur eine einzige Batterie (6) aufweist, und dass diese an der Gehäusewand (9) unterhalb der Öffnung, die für den Dorn vorgesehen ist, angeordnet ist.
- 4. Tierohrmarke nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Funkantenne (7) oberhalb der Dornachse (8) angeordnet ist.
- 5. Tierohrmarke nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Plakettenfläche (12) monolithisch mit einer Umhüllung (11) des Gehäuses (2) ausgebildet ist.
- 6. Tierohrmarke nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Plakettenfläche (12) eine Leuchtdiode (13) und eine Leuchtfläche (14) aus transparentem Material angeordnet sind, wobei die Leuchtdiode (13) dazu ausgelegt ist, Licht in das transparente Material der Leuchtfläche (14) einzukoppeln.
- 7. Tierohrmarke nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektronikbaugruppe (1) einen Kondensator aufweist, welcher an der Gehäusewand (9) angeordnet ist, sowie dass zusätzlich eine Induktionsspule an der Tierohrmarke angeordnet ist, deren induzierter Strom in den Kondensator einleitbar ist.
- 8. Tierohrmarke nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in die Plakettenfläche (12) eine Antenne (16, 18) für Body-coupled communication eingebettet ist. Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (12)
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