AT518325B1 - Facettiertes transparentes Objekt - Google Patents
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Abstract
Bei einem facettierten transparenten Objekt, wie z.B. Dekor- oder Schmuckstein, mit einer Vorder- und einer Rückseite, wobei die Rückseite zumindest teilweise mit einer lichtreflektierenden Schicht versehen ist, und mit einer Lichtquelle zur Beleuchtung des Objekts, weist das Objekt einen herzförmigen Schliff auf, wobei die Lichtquelle in der Symmetrieebene des Objekts angeordnet ist.
Description
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft ein facettiertes transparentes Objekt, wie z.B. Dekor- oder Schmuckstein, mit einer Vorder- und einer Rückseite, wobei die Rückseite zumindest teilweise mit einer lichtreflektierenden Schicht versehen ist, und mit einer Lichtquelle zur Beleuchtung des Objekts.
[0002] Facettierte transparente Objekte werden zum Beispiel als Dekor- oder Schmucksteine verwendet und werden aus sog. Edelsteinen bzw. Mineralen hergestellt, wobei der Schliff eine Vielzahl von Facetten erzeugt, welche die Form des jeweiligen Schmucksteins bestimmt. Der Schliff soll den Glanz des Steins verstärken und die dem Stein innewohnenden optischen Effekte durch Vielfachreflexionen und Brechungen des in das Objekt eintretenden Lichts hervorheben. Die genannten Schmucksteine werden in preisgünstigeren Ausführungen auch aus Glas, insbesondere Kristallglas, hergestellt und werden dann als „Kristalle“ bezeichnet. Weiters sind künstliche Dekor- oder Schmucksteine auch aus Acrylglas oder dgl. bekannt.
[0003] Die ästhetische Qualität bzw. Brillanz eines facettierten Dekor- oder Schmucksteins hängt von der Reflexionsfähigkeit des Objekts ab, die wiederum vom Brechungsindex des Materials bestimmt wird. Hochwertige Dekor- und Schmucksteine, wie z.B. solche aus Diamant oder aus hochwertigem farblosem Glas, weisen eine ausreichende Reflexionsfähigkeit auf. Insbesondere bei künstlichen Schmuck- oder Dekorsteinen aus Acrylglas ist die Brillanz aber unzureichend. Bei der Brillanz unterscheidet man zwischen der äußeren Brillanz durch direkte Spiegelung an der Oberfläche des Objekts und der inneren Brillanz durch die Reflexion (Totalreflexion) an den Innenflächen. Bei Materialien mit schlechter Reflexionsfähigkeit kann die Brillanz, insbesondere die innere Brillanz, durch Aufbringen einer lichtreflektierenden Schicht, wie z.B. einer Spiegelfolie, an der Rückseite des Objekts erhöht werden.
[0004] Es ist bekannt, dass das Beleuchten eines facettierten transparenten Objekts, wie z.B. eines Dekor- oder Schmucksteins, dessen ästhetischen Reiz erhöht, und zwar insbesondere wenn das natürliche Umgebungslicht schwach ist oder wenn Dunkelheit herrscht. Zum Beleuchten des Objekts kann eine künstliche Lichtquelle im Objekt angeordnet werden. Die Anordnung einer LED in einer Ausnehmung des Objekts ist beispielsweise in der US 2001/0055205 A1 und in der EP 1347234 A2 beschrieben. Diese Patente setzen jedoch ein Objekt voraus, das zumindest eine Bohrung/Ausnehmung aufweist, wie dies bei Anhängern oder Perlen der Fall ist.
[0005] In der Schmuckindustrie werden nun aber oft Objekte mit einem Schliff verwendet, der keine Bohrung/Ausnehmung vorsieht, wie der Diamantschliff und sog. Fancy Cuts. Erfordern diese Schliffe aufgrund eines geringen Brechungsindex des Materials eine Spiegelschicht unterhalb der Rondiste, stellt die Anbringung einer LED jedoch ein Problem dar. Die LED kann nicht unterhalb der Rondiste angebracht werden, da hier die Spiegelschicht eine Lichteinkopplung nicht erlaubt. Die LED kann auch nicht oberhalb der Rondiste angebracht werden, da dadurch ein Teil des sichtbaren Schmucksteines verdeckt werden würde.
[0006] Weiters ist die Lichteinkopplung an der Rondiste problematisch, da diese oft eine geringe Höhe aufweist, und weiters der Lichtpunkt an der gegenüberliegenden Facette direkt in das Auge des Betrachters reflektiert wird, wodurch die ästhetische Qualität des ausgeleuchteten Objekts beeinträchtigt wird. Bei der Ausleuchtung eines facettierten transparenten Objekts ist man nämlich bestrebt, eine möglichst homogene Ausleuchtung zu erreichen. Dabei soll der Effekt erreicht werden, dass das Objekt von innen strahlt, ohne dass man bei äußerlicher Betrachtung eine konkrete Lichtquelle erkennen kann. Insbesondere würde das Erkennen einer punktförmigen Lichtquelle von der Schönheit des Gesamtobjekts ablenken und soll daher möglichst vermieden werden.
[0007] Die vorliegende Erfindung zielt daher darauf ab, ein facettiertes transparentes Objekt der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass eine homogene Ausleuchtung mit künstlichem Licht gelingt, ohne dass die Lichtquelle bei äußerlicher Betrachtung von vorne lokalisiert werden kann und ohne dass die ästhetische Erscheinung bei der üblichen Betrachtung des Schmucksteins bei Tageslicht beeinträchtigt wäre.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einem facettierten transparenten Objekt der eingangs genannten Art im Wesentlichen vor, dass das Objekt einen herzförmigen Schliff aufweist und die Lichtquelle in der Symmetrieebene des Objekts angeordnet ist. Es wurde überraschend gefunden, dass die Wahl einer Herzform des Objekts eine überaus homogene Ausleuchtung ermöglicht, wenn die Lichtquelle in der Symmetrieebene des Objekts angeordnet wird. Der Grund für die vorteilhaften optischen Effekte der Erfindung liegen zumindest teilweise darin, dass die Herzform ergänzend zu ihrer symmetrischen Form die Besonderheit hat, dass an der der Lichteinkopplung in der Symmetrieebene gegenüberliegenden Stelle keine Facette angeordnet ist, über welche das eintreffende Licht direkt zum Betrachter reflektiert werden kann, wodurch die Lichtquelle als punktförmiger hellerer Bereich erkennbar wäre. Weiters ist es als überraschend zu bezeichnen, dass die erfindungsgemäße Ausbildung zu einer Ausleuchtung des Objekts bis an den Rand des Objekts hin führt, auch wenn eine kleindimensioniere, punktförmige Lichtquelle zum Einsatz kommt.
[0009] Bevorzugt ist es im Rahmen der Erfindung, wenn lediglich eine einzige Lichtquelle zur Beleuchtung des Objekts vorgesehen ist. Die Ausleuchtung wird dabei erreicht durch Einkoppeln des Lichts nur einer einzigen Lichtquelle entweder am oberen oder am unteren Ende der Symmetrieebene.
[0010] Eine bevorzugte Ausbildung sieht vor, dass die Lichtquelle zwischen den beiden Rundungen der Herzform angeordnet ist. Dies ermöglicht einerseits eine geschützte Anordnung der Lichtquelle, da durch die Einbuchtung hin zur Mitte des Objekts die Rondiste an dieser Stelle typischerweise breiter ist. Andererseits bewirkt dies eine vorteilhafte Lichteinkopplung und homogene Lichtverteilung, wobei auch die in den beiden Rundungen der Herzform ggf. hinter der Lichtquelle liegenden Bereiche auf Grund von Mehrfachreflexionen im inneren des Objekts mit Licht versorgt werden können.
[0011] Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung der Lichtquelle liegt darin, dass die lichtreflektierende Schicht an der Rückseite des Objektes intakt bleibt. Ebenso bleibt bei dieser Anordnung die Vorderseite des Objekts frei von An- oder Einbauten, sodass die ästhetische Erscheinung bei der üblichen Betrachtung von vorne nicht beeinträchtigt wird.
[0012] Alternativ kann die Lichtquelle auch im Bereich der am unteren Ende der Herzform vorgesehenen Spitze angeordnet sein, zu der die Seitenflächen der Herzform zusammenlaufen. Im Falle der Anordnung von zwei Lichtquellen kann eine Lichtquelle zwischen den beiden Rundungen der Herzform und die andere Lichtquelle an der genannten Spitze vorgesehen sein, wobei beide Lichtquellen in der Symmetrieebene der Herzform angeordnet sind.
[0013] Der herzförmige Schliff ist bevorzugt derart ausgebildet, dass die Facetten des herzförmigen Schliffs an der der Lichtquelle gegenüberliegenden Stelle zu einer in der Symmetrieebene angeordneten Spitze zusammenlaufen. Dadurch werden direkte Reflexionen des eintreffenden Lichts an der reflektierenden Rückseiten-Schicht in Richtung zum Betrachter wirksam vermieden.
[0014] In vorteilhafter Weise kann die Lichtquelle an der Oberfläche des Objekts befestigt sein, sodass eine direkte Lichteinkopplung in das Objekt ermöglicht und der Streulichtanteil minimiert wird.
[0015] Die Lichtquelle ist bevorzugt von einer LED gebildet, sodass eine entsprechende Miniaturisierung gewährleistet wird, die eine Anordnung der Lichtquelle beispielsweise zwischen den beiden Rundungen der Herzform auch bei entsprechend kleinen Ausführungen des Objekts ermöglicht.
[0016] Die Wellenlänge bzw. Farbe des von der Lichtquelle emittierten Lichts kann grundsätzlich beliebig gewählt werden. Bevorzugt ist weißes Licht vorgesehen. Die Ausleuchtung kann durch eine konstante Lichteinbringung oder eine zumindest zeitweise pulsierende Lichteinbringung gekennzeichnet sein. Es können verschiedene Lichteffekte erzielt werden. Beispielsweise kann der Effekt einer konstanten weißen Ausleuchtung von einem pulsierenden farbigen, z.B. roten, Licht überlagert sein, indem (a) entweder eine weiße LED oben zwischen den beiden
Rundungen der Herzform und eine farbige LED am unteren Spitzende angebracht wird (oder umgekehrt), oder aber (b) die weiße LED neben der farbigen LED entweder oben zwischen den beiden Rundungen der Herzform oder am unteren Spitzende angebracht wird. Weiters kann (c) die einfarbige LED durch eine RGB LED ersetzt werden, wodurch eine Vielzahl an Farbkombi-nationen möglich ist.
[0017] Bevorzugt besteht das Objekt aus Glas oder Acrylglas.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In dieser zeigen [0019] Fig. 1 eine Vorderansicht des erfindungsgemäßen Objekts und [0020] Fig. 2 eine perspektivische Ansicht des Objekts gemäß Fig. 1.
[0021] In Fig. 1 ist ein transparentes Objekt 1 aus z.B. Glas oder Acrylglas dargestellt, dessen Oberfläche eine Vielzahl von Facetten 2 aufweist. Das Objekt ist herzförmig ausgebildet und hat daher einen herzförmigen Schliff. An der Rückseite 3 ist das Objekt 1 mit einer Spiegelfolie (nicht dargestellt) versehen. Das Objekt 1 hat eine Symmetrieebene 4.
[0022] Das Verhältnis von Höhe zu Breite des herzförmigen Objektes 1 liegt vorzugsweise zwischen 0,5 und 2, wobei die Höhe in der Symmetrieebene 4 verläuft und die Breite senkrecht dazu gemessen ist.
[0023] In der Symmetrieebene 4 ist zwischen den beiden Rundungen der Herzform eine Lichtquelle 5, insbesondere eine LED angeordnet. Die Lichtquelle 5 hat dabei eine Lichtabstrahlung in Richtung zum Objekt 1 bzw. in das Objekt 1 hinein, wobei das in das Objekt 1 eintretende Licht an den Innenflächen der Facetten 2 mehrfach reflektiert wird und homogen über die gesamte Ausdehnung des Objekts verteilt wird. Die Lichtquelle kann mit herkömmlichen Mitteln an der Außenfläche des Objekts 1 angebracht werden, wie z.B. mit Hilfe eines transparenten Klebstoffes.
Claims (6)
- Patentansprüche1. Facettiertes transparentes Objekt, wie z.B. Dekor- oder Schmuckstein, mit einer Vorder-und einer Rückseite, wobei die Rückseite zumindest teilweise mit einer lichtreflektierenden Schicht versehen ist, und mit einer Lichtquelle zur Beleuchtung des Objekts, dadurch gekennzeichnet, dass das Objekt einen herzförmigen Schliff aufweist und die Lichtquelle in der Symmetrieebene des Objekts angeordnet ist.
- 2. Objekt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle zwischen den beiden Rundungen der Herzform angeordnet ist.
- 3. Objekt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Facetten des herzförmigen Schliffs an der der Lichtquelle gegenüberliegenden Stelle zu einer in der Symmetrieebene angeordneten Spitze zusammenlaufen.
- 4. Objekt nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle an der Oberfläche des Objekts befestigt ist.
- 5. Objekt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle von einer LED gebildet ist.
- 6. Objekt nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Objekt aus Glas oder Acrylglas besteht.
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