AT519629A1 - Kopplungssystem für ein Knochenleitungshörsystem - Google Patents
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Abstract
Kopplungssystem (11) für ein Knochenleitungshörsystem zur Hörversorgung eines Menschen, umfassend: -ein auf Gegenständen oder Menschen anbring- und lösbares erstes Kopplungselement (5) zur Schallübertragung am Knochen, welches zumindest ein Verbindungselement (1) zur Ankopplung eines zweiten Kopplungselements (10) aufweist, -ein zweites Kopplungselement (10), welches mit einem Signalgeber verbindbar ist, wobei das zweite Kopplungselement (10) zumindest ein Aufnahmeelement (2) für das Verbindungselement (1) umfasst, wobei zumindest eines der Kopplungselemente (5, 10) einen Magneten (4) und das andere Kopplungselement entweder einen Magneten (4) oder einen magnetisierbaren Werkstoff (3) umfasst, und wobei das zweite Kopplungselement (10) am ersten Kopplungselement (5) mittels mechanischer und magnetischer Kopplung verdrehsicher anbringbar ist.
Description
Kopplungssystem für ein Knochenleitungshörsystem
GEBIET DER ERFINDUNG
Die Erfindung betrifft ein Kopplungssystem für ein Knochenleitungshörsystem zur Hörversorgung eines Menschen, umfassend: - ein auf Gegenständen oder Menschen anbring- und lösbares erstes Kopplungselement zur Schallübertragung am Knochen, welches zumindest ein Verbindungselement zur Ankopplung eines zweiten Kopplungselements aufweist, - ein zweites Kopplungselement, welches mit einem Signalgeber verbindbar ist, wobei das zweite Kopplungselement zumindest ein Aufnahmeelement für das Verbindungselement umfasst, - wobei zumindest eines der Kopplungselemente einen Magneten und das andere Kopplungselement entweder einen Magneten oder einen magnetisierbaren Werkstoff umfasst.
Der Signalgeber ist Teil des eigentlichen Hörgeräts, das meist von einem Gehäuse umschlossen ist. In diesem Fall ist auch das zweite Kopplungselement Teil des Hörgeräts. Das oder die Mikrofone für das Hörgerät befinden sich oft am oder im gleichen Gehäuse wie der Signalgeber, also am Hörgerät.
STAND DER TECHNIK
Bei Patienten mit schweren Mittelohrerkrankungen bzw. Fehlbildungen ist der von konventionellen Hörgeräten benutzte Schallübertragungsweg zwischen Trommelfell und Innenohr (mittels Gehörknochen) mitunter nicht mehr brauchbar. In solchen Fällen der Schwerhörigkeit finden daher spezielle Hörgeräte Einsatz, welche instrumenteil erzeugten Schall als mechanischen Schall direkt zum Innenohr weiterleiten.
Solche als Knochenleitungshörgeräte bezeichnete Hörbehelfe umgehen den gewöhnlichen menschlichen Luftschall-Leitungsapparat des äußeren Ohres und des Mittelohres und übertragen Vibrationen auf ausgewählte Partien des Schädelknochens, vorzugsweise auf das das Mittel- und Innenohr beinhaltende Schläfenbein und in weiterer Folge auf das das Innenohr umgebende Felsenbein und den Warzenfortsatz tragenden Warzenteil. Über den Schädelknochen wird dabei das gesamte Mittel- und Innenohr in Schwingung versetzt und der Patient kann diese Vibrationen als gehörte Information wahrnehmen.
Zur Übertragung derartiger Vibrationen umfassen Knochenleitungshörgeräte eine Schwingungseinrichtung (den Signalgeber) mit einem elektromagnetisch betätigten Vibrationselement, entsprechend dem zweiten Kopplungselement. Mittels der Schwingungseinrichtung werden Vibrationen im Rhythmus des mittels einer Mikrofoneinrichtung des Hörgerätes erfassten Luftschalls erzeugt und auf das Schläfenbein übertragen.
Zur Anbringung des Knochenleitungshörgerätes in der Region des Ohres beziehungsweise am Schädelknochen werden in der Regel mechanische Halterungen und/oder anatomisch formschlüssige Ausgestaltungen wie beispielsweise gekrümmte Bügel, magnetische Halterungsmittel oder Klebeflächen eingesetzt.
Die DE 102009014774 Al offenbart ein Knochenleitungs-Hörgerät, mit einem Gehäuse und einem Koppelelement, das mechanisch oder magnetisch an ein Implantat gekoppelt werden kann.
Bei Hörgeräten mit Dual-Mikrofon ergibt sich das große Problem, dass die exakte Ausrichtung der Mikrofone (eines nach hinten und eines nach vorne; also in waagrechter Linie vom Hinterkopf zur Nasenspitze) essentiell zur Schallaufnahme des Hörgerätes ist. Bei Verdrehung des Hörgerätes kommt es zu einer starken Qualitätsminderung der Schallaufnahme und daher zu einer erheblichen Hörbeeinträchtigung des Trägers. Dieses Problem ist vor allem bei lösbaren Hörgeräten bekannt, welche an einem Tragemittel angekoppelt werden.
AUFGABE DER ERFINDUNG
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und ein Kopplungssystem für ein Knochenleitungshörsystem zur Hörversorgung eines Menschen vorzuschlagen, welches ein Verdrehen eines anbring- und lösbaren Hörgerätes verhindert.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Erfindungsgemäß wird dies mit einem Kopplungssystem umfassend: - ein auf Gegenständen oder Menschen anbring- und lösbares erstes Kopplungselement zur Schallübertragung am Knochen, welches zumindest ein Verbindungselement zur Ankopplung eines zweiten Kopplungselements aufweist, - ein zweites Kopplungselement, welches mit einem Signalgeber verbindbar ist, wobei das zweite Kopplungselement zumindest ein Aufnahmeelement für das Verbindungselement umfasst, - wobei zumindest eines der Kopplungselemente einen Magneten und das andere Kopplungselement entweder einen Magneten oder einen magnetisierbaren Werkstoff umfasst, dadurch erreicht, dass das zweite Kopplungselement am ersten Kopplungselement mittels mechanischer und magnetischer Kopplung verdrehsicher anbringbar ist.
Somit ergibt sich der große Vorteil des erfindungsgemäßen Kopplungssystems gegenüber dem Stand der Technik, dass Hörgeräte mit Dual-Mikrofon verdrehsicher angeordnet werden können und somit die exakte Ausrichtung der Mikrofone in, bei aufrechtem Stand, waagrechter Linie (in sagittaler Richtung) erhalten bleibt und somit eine optimale Schallaufnahme des Hörgerätes ermöglicht wird. Das Hörgerät ist über das zweite Kopplungselement schnell und einfach am ersten Kopplungselement anbring- und lösbar.
Unter magnetisierbaren Werkstoffen werden hier insbesondere ferromagnetische Werkstoffe, wie Metalle, insbesondere Eisen, verstanden.
Vorzugsweise sind die Kopplungselemente, insbesondere das Verbindungselement und das Aufnahmeelement, zur mechanischen Kopplung durch Reibschluss und/oder Formschluss, insbesondere durch einen Steckmechanismus oder Schnappmechanismus oder Bajonettmechanismus ausgebildet, um eine Verdrehsicherheit zwischen erstem und zweitem Kopplungselement zu ermöglichen. Hierbei sind viele verschiedene geometrische Formen und Verschließmechanismen denkbar. Besonders bevorzugt sind das Verbindungselement und das Aufnahmeelement als miteinander korrespondierende Ausstülpung und Vertiefung ausgebildet. Dabei ist entweder das Verbindungselement als Ausstülpung und das Aufnahmeelement als korrespondierende Vertiefung ausgebildet, oder das Aufnahmeelement als Ausstülpung und das Verbindungselement als korrespondierende Vertiefung.
Es wäre aber - alternativ oder zusätzlich zu einer verdrehsicheren Ausbildung von Verbindungselement und Aufnahmeelement - möglich, die Oberflächengüte der Kontaktfläche des ersten Kopplungselements zum zweiten Kopplungselement zu verändern, beispielsweise durch Aufrauen oder Aufbringen einer Verzahnung. Zusätzlich oder stattdessen kann die Oberflächengüte der Kontaktfläche des zweiten Kopplungselements zum ersten Kopplungselement verändert werden, beispielsweise wieder durch Aufrauen oder Aufbringen einer Verzahnung. Die Verzahnung kann dann gegebenenfalls entsprechend der Verzahnung des ersten Kopplungselements ausgeführt sein.
In einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung weisen für die verdrehsichere Anbringung des zweiten Kopplungselements am ersten Kopplungselement das Aufnahmeelement und das Verbindungselement eine Stirnverzahnung oder einen vieleckigen Umfang auf. Durch eine sowohl an dem Aufnahmeelement und an dem Verbindungselement angebrachte Stirnverzahnung wird eine Sicherheit gegen Verdrehung dieser Elemente gegeneinander ermöglicht. Natürlich ist auch eine runde Bohrung mit mindestens einem Vorsprung und/oder einem Stift möglich. Das Verbindungselement des ersten Kopplungselements ist dementsprechend als Stift oder Zapfen mit eckigem Umfang ausgebildet und weist bevorzugt zumindest eine Ausnehmung, vorzugsweise in Form einer Nut, auf. Ebenso ist natürlich ein rundes Verbindungselement mit zumindest einer Ausnehmung möglich.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass der magnetisierbare Werkstoff und/oder der zumindest eine Magnet in Form von Platten vorliegen und nach Anbringung des zweiten Kopplungselements am ersten Kopplungselement normal zur Kopplungsrichtung angeordnet sind. Die Kopplungsrichtung ist jene Richtung, in welcher erstes und zweites Kopplungselement miteinander in Verbindung gebracht werden. Der magnetisierbare Werkstoff und/oder der zumindest eine Magnet können in mehreren kleinen Platten oder in jeweils einer großen Platte in verschiedenen Formen und Größen vorliegen. Auch andere Ausgestaltungsformen des zumindest einen Magneten und/oder des magnetisierbaren Werkstoffs, beispielsweise ein kugelförmiger oder stäbchenförmiger Magnet, von denen vorzugsweise mehrere in zumindest einem der Kopplungselemente angeordnet sind, ist denkbar.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass die Stärke der magnetischen Kopplung durch Austausch von zumindest einem Magneten und/oder dem magnetisierbaren Werkstoff veränderbar ist. Somit können beispielsweise Sportler, die höheren Belastungen als ein Durchschnittsmensch ausgesetzt sind, besonders starke Magnete verwenden, um das Risiko des Lösens der Kopplungsverbindung zu minimieren und die „Abziehfestigkeit" der Kopplung zu erhöhen.
Bevorzugter Weise ist ein Teil des ersten Kopplungselements, insbesondere eine Konduktorplatte, so an einem Tragemittel angeordnet, dass es in einem Betriebszustand an der Haut anliegt und/oder als Teil eines Implantates ausgestaltet ist. Dies ist wichtig, da ein flächiges Anliegen der Konduktorplatte an der Haut, bevorzugt an der für Knochenleitung geeigneten Stelle, Voraussetzung ist, um eine optimale Knochenleitung zu erreichen.
Besonders bevorzugt weist zumindest eines der Kopplungselemente eine federnde Lagerung auf. Diese Lagerung trägt zum Komfort der Kopplungsvorrichtung bei. Somit kann das Hörgerät mittels zweitem Kopplungselement, genauer gesagt mittels des Aufnahmeelements, gefedert an dem Verbindungselement des ersten Kopplungselements angebracht werden, ohne dass der Träger bei der Anbringung erhöhten Druck wahrnimmt. Das erste Kopplungselement kann federnd mit einem Tragemittel verbunden sein, sodass eine Schallübertragung über das Tragemittel auf das erste Kopplungselement reduziert oder unterbunden wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist ein Tragemittel vorgesehen, mittels welchem ein Anpressdruck zwischen einer Konduktorplatte des ersten Kopplungselements und dem Schädelknochen erzeugbar ist. Wie bereits weiter oben beschrieben, ist ein flächiges Anliegen der Konduktorplatte am Schädelknochen Voraussetzung um optimale Hörergebnisse zu erzielen. Durch einen gewissen Anpressdruck wird das flächige Anliegen der Konduktorplatte (im Falle, dass das erste Kopplungselement nicht als Implantat vorliegt) stark begünstigt. Das erste Kopplungselement kann somit auch nicht leicht verrutschen, was eine deutliche Steigerung des Hörergebnisses beim Sport ermöglicht.
Vorzugsweise ist das erste Kopplungselement integraler Bestandteil eines Haarreifens oder kann mittels eines Adapters auf einem Haarreifen befestigt werden kann. Der Adapter ist hierbei vorzugsweise lösbar mit dem Haarreifen mittels eines Klickverschlusses oder Rastverschlusses oder formschlüssig verbunden. Natürlich sind andere Verschlussarten für den Adapter denkbar. Wenn das erste Kopplungselement integraler Bestandteil des Haarreifens ist, entfällt der Adapter natürlich.
Weiters ist bevorzugt, dass das erste Kopplungselement integraler Bestandteil einer Brille ist oder mittels eines Adapters auf einer Brille, insbesondere auf einem Brillenbügel, befestigt werden kann. Der Adapter ist in dieser Ausführungsvariante ebenso vorzugsweise lösbar mit dem Brillenbügel mittels eines Klickverschlusses oder Rastverschlusses oder formschlüssig verbunden. Natürlich sind auch hierbei andere Verschlussarten für den Adapter denkbar. Wenn das erste Kopplungselement integraler Bestandteil der Brille ist, wird kein Adapter benötigt, um das erste Kopplungselement an der Brille zu befestigen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass das erste Kopplungselement integraler Bestandteil einer Kopfbedeckung ist oder mittels eines Adapters auf einer Kopfbedeckung befestigt werden kann. Mit Kopfbedeckung sind all jene, insbesondere textilen, Kleidungsstücke gemeint, die den Kopf zumindest partiell vor äußeren (Witterungs-)Einflüssen schützen, wie ein Hut, Helm, Kopftuch, eine Kappe oder ein Stirnband. Wie in den zwei Ausführungsvarianten zuvor ist der Adapter vorzugsweise lösbar mit der Kopfbedeckung mittels eines Klickverschlusses oder Rastverschlusses oder formschlüssig verbunden. Natürlich sind auch hierbei andere Verschlussarten für den Adapter denkbar. Wenn das erste Kopplungselement integraler Bestandteil der Kopfbedeckung ist, wird kein Adapter benötigt, um das erste Kopplungselement am Stirnband zu befestigen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass ein Knochenleitungshörsystem ein wie zuvor beschriebenes Kopplungssystem und einen mit dem zweiten Kopplungselement verbundenen Signalgeber umfasst. Dabei ist der Signalgeber, also etwa das Hörgerät, über das zweite
Kopplungselement am ersten Kopplungselement mittels mechanischer und magnetischer Kopplung verdrehsicher anbringbar, um ein optimales Hörerlebnis zu ermöglichen.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnungen sind beispielhaft und sollen den Erfindungsgedanken zwar darlegen, ihn aber keinesfalls einengen oder gar abschließend wiedergeben.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines längsgeschnittenen erfindungsgemäßen Kopplungssystems
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht eines längsgeschnittenen erfindungsgemäßen ersten
Kopplungselements
Fig. 3 eine schematische Seitenansicht eines längsgeschnittenen erfindungsgemäßen ersten Kopplungselements mit federnder Lagerung
Fig. 4 eine schematische Seitenansicht eines längsgeschnittenen erfindungsgemäßen ersten Kopplungselements mit integriertem Tragemittel
Fig. 5 eine Aufsicht eines Verbindungselements mit Sperrmechanismus
Fig. 6 eine Aufsicht eines Verbindungselements mit vieleckigem Umfang
Fig. 7 eine Seitenansicht eines Brillenbügels mit einem Adapter und angekoppeltem Hörgerät
Fig. 8 eine Seitenansicht eines Haarreifens mit einem Adapter und angekoppeltem Hörgerät
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines längsgeschnittenen erfindungsgemäßen Kopplungssystems 11 mit einem ersten Kopplungselement 5, welches einen magnetisierbaren Werkstoff 3 oder alternativ zumindest einen Magneten 4 (nicht abgebildet), vorzugsweise einen Ferromagneten, und ein zapfenförmiges Verbindungselement 1 aufweist. Ein zweites Kopplungselement 10 eines Hörgerätes umfasst ein Aufnahmeelement 2, hier in Form einer Vertiefung, zur Aufnahme beziehungsweise Anbringung des
Verbindungselements 1 und zumindest einen Magneten 4, mit, im Falle der Ausgestaltung des ersten Kopplungselements 5 mit einem Magneten 4, zum Magneten 4 des ersten Kopplungselements 5 anziehender Polarisierung. Das Aufnahmeelement 2 des zweiten Kopplungselements 10 ist bevorzugt als zumindest eine Ausnehmung mit eckigem Umfang ausgestaltet und weist bevorzugt zumindest einen, an ihrer Umlauffläche angeordneten Stift oder zumindest einen Vorsprung auf. Natürlich ist auch eine runde Bohrung mit mindestens einem Vorsprung und/oder einem Stift 17 (siehe Fig. 5) möglich. Das Verbindungselement 1 des ersten Kopplungselements 5 ist dementsprechend als Stift oder Zapfen mit eckigem Umfang ausgebildet (siehe Fig. 6) und/oder weist bevorzugt zumindest eine Ausnehmung 18 (siehe Fig. 5), vorzugsweise in Form einer Nut, auf. Ebenso ist natürlich ein rundes Verbindungselement 2 mit zumindest einer Ausnehmung 18 möglich. Die Kopplungsrichtung zwischen den zwei Kopplungselementen 5, 10 erstreckt sich in axialer Richtung, in Fig. 1 in der Zeichenebene von oben nach unten. Durch Formbeziehungsweise Reibschluss wird eine mechanische Sperre für Verdrehungen und somit eine verdrehsichere Verbindung zwischen dem ersten 5 und dem zweiten Kopplungselement 10 hergestellt. Natürlich sind komplexere mechanische Verschlussarten wie beispielsweise ein spezieller Steckmechanismus oder Schnappmechanismus oder Bajonettmechanismus möglich.
Die magnetische Kopplung zwischen zumindest einem Magneten 4 und dem magnetisierbaren Werkstoff 3 oder zwischen zumindest zwei Magneten 4 ist durch die Auswahl verschieden starker Magnete 4 (und/oder verschiedener magnetisierbarer Werkstoffe 3) in einfacherer Weise steuerbar. Denkbar ist auch, dass ein Magnet 4 durch einen in seinen Abmessungen kleineren Magneten und/oder ein magnetisierbaren Werkstoff 3 durch einen in seinen Abmessungen kleineren magnetisierbaren Werkstoff 3 ersetzt wird, und das restliche Volumen durch andere, nicht magnetische bzw. magnetisierbare Stoffe ausgefüllt wird.
Bevorzugt ist der zumindest eine Magnet 4 als Platte ausgebildet und austauschbar. Hier sind der magnetisierbare Werkstoff 3 bzw. der Magnet 4 im zweiten Kopplungselement 10 ringförmig, um das Aufnahmeelement 2 herum bzw. durch das Aufnahmeelement 2 durchbrochen ausgestaltet. In dem in Fig. 1 gezeigten ersten Kopplungselement 5 ist der Magnet 4 bzw. der magnetisierbare Werkstoff 3 plattenförmig und unterhalb des Verbindungselements 1 angeordnet. In der Regel sind der Magnet 4 bzw. der magnetisierbare Werkstoff 3 des ersten
Kopplungselements 5 deckungsgleich (in Kopplungsrichtung gesehen) zu dem Magneten 4, bzw. magnetisierbaren Werkstoff 3, im zweiten Kopplungselement 10 ausgestaltet. Natürlich sind auch andere Ausgestaltungsformen des zumindest einen Magneten 4, beispielsweise ein kugelförmiger oder stäbchenförmiger Magnet, von dem vorzugsweise mehrere in zumindest einem der Kopplungselemente 5, 10 angeordnet sind, denkbar. Somit kann beispielsweise ein Sportler, der Belastungen ausgesetzt ist, zumindest einen stärkeren Magnet 4 für sichereren Halt des Hörgerätes, welches über das zweite Kopplungselement 10 an das erste Kopplungselement 5 angebracht beziehungsweise mechanisch und magnetisch angekoppelt ist, verwenden.
In Fig. 2 ist das erste Kopplungselement 5 umfassend eine Konduktorplatte 8, das Verbindungselement 1 in Form eines Stiftes und einen magnetisierbaren Werkstoff 3 bzw. einen Magnet 4 abgebildet. Die Kontaktfläche 6 des ersten Kopplungselements 5 zum zweiten Kopplungselement 10 kann durch Veränderung der Oberflächengüte, beispielsweise durch Aufrauen oder Aufbringen einer Stirnverzahnung zur verdrehsicheren Verbindung zwischen den Kopplungselementen 5, 10 beitragen. Ebenso kann das zweite Kopplungselement 10 eine Kontaktfläche zum ersten Kopplungselement 5 aufweisen, die durch Veränderung der Oberflächengüte, beispielsweise durch Aufrauen oder Aufbringen einer Stirnverzahnung zur verdrehsicheren Verbindung zwischen den Kopplungselementen 5, 10 beitragen kann. In diesem Ausführungsbeispiel ist das Verbindungselement 1 in die Konduktorplatte 8 integriert. Eine
Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Kopplungssystems 11 mit lös- beziehungsweise austauschbarem Verbindungselement 1 ist natürlich denkbar.
Fig. 3 zeigt eine schematische Seitenansicht des erfindungsgemäßen ersten Kopplungselements 5 mit federnder Lagerung 12. Das erste Kopplungselement 5 umfasst weiters ein Verbindungselement 1, einen magnetisierbaren Werkstoff 3 oder einen Magneten 4 sowie eine Konduktorplatte 8. Das Tragemittel 9 weist eine federnde Lagerung 12 auf zur Erhöhung des Tragekomforts sowie zur Vermeidung von Schallübertragung vom Tragemittel 9 auf die Konduktorplatte 8, wobei das Tragemittel 9 vorzugsweise in Form eines Haarreifens 13 oder eines Brillenbügels 16 ausgebildet sein kann, siehe Fig. 7 und 8. Falls das Tragemittel 9 selbst federnde Eigenschaften aufweist, etwa biegsam oder elastisch ist, zum Beispiel die Form eines Bandes hat, bildet das Tragemittel 9 selbst die federnde Lagerung 12 und kann direkt an dem ersten Kopplungselement 5 befestigt ist. Sur Befestigung des Tragemittels 9 bzw. von dessen federnder Lagerung 12 weist das erste Kopplungselement 5 eine Aufnahme 19, vorzugsweise in Form einer Ausnehmung, insbesondere in Form eines Schlitzes oder einer umlaufenden Nut auf. Das erste Kopplungselement 5 ist in der Regel fest mit dem Tragemittel 9 verbunden, kann aber auch von dem Tragemittel 9 lösbar sein.
Eine schematische Seitenansicht des erfindungsgemäßen ersten Kopplungselements 5 mit integriertem Tragemittel 9 ist in Fig. 4 abgebildet. In dieser Ausführungsvariante ist das Tragemittel 9 fest am ersten Kopplungselement 5 fixiert, vorzugsweise ist das erste Kopplungselement 5 ein integraler Bestandteil des Tragemittels 9.
Fig. 5 veranschaulicht eine Aufsicht des Verbindungselements 1 mit Sperrmechanismus. Das Verbindungselement 1 weist in axialer Richtung (Kopplungsrichtung, hier normal zur Zeichnungsebene), an der Umfangsfläche zumindest eine
Ausnehmung 18, vorzugsweise in Form einer Nut auf.
Verschiedene Ausnehmungsarten wie beispielsweise ein Schlitz, Kreuz, Sacklochbohrungen und/oder mehrere nutförmige Ausnehmungen 18 sind für das Verbindungselement 1 denkbar. Das Aufnahmeelement 2 des zweiten Kopplungselements 10 weist dementsprechend das passende mechanische Gegenstück (nach dem Schlüssel - Schloss Prinzip) wie beispielswiese einen schlitzförmigen oder kreuzförmigen Vorsprung und/oder Zapfen und/oder Stifte 17 auf. Somit wird eine verdrehsichere Verbindung zwischen den Kopplungselementen 5, 10 geschaffen.
In Figur 6 ist eine Aufsicht des Verbindungselements 1 mit einem vieleckigen Umfang dargestellt. Je nach Zahl der Ecken und daraus resultierenden Flächen des Verbindungselements 1 bzw. des Aufnahmeelements 2 wird eine reib- und/oder formschlüssige Verbindung der Kopplungselemente 5, 10 geschaffen.
Fig. 7 zeigt eine Seitenansicht eines Tragemittels 9 in Form eines Brillenbügels 16 mit einem am Brillenbügel 16 befestigten Adapter 15 und daran angeordnetem ersten Kopplungselement 5. Ein Hörgerät kann mittels des Aufnahmeelements 2 des zweiten Kopplungselements 10 lösbar an dem Verbindungselement 1 des ersten Kopplungselements 5 angekoppelt werden. Die Kontaktfläche 6 kann, wie bereits zuvor erwähnt, verschiedene Ausgestaltungen aufweisen, um eine verdrehsichere Befestigung des Hörgeräts zu begünstigen. Das Hörgerät kann mittels des zweiten Kopplungselements 10 an verschiedenen Adaptern 15, welche für verschiedene Brillenmodelle beziehungsweise Brillenbügel 16 ausgestaltet sind, befestigt werden. In dieser Ausführungsvariante ist das erste Kopplungselement 5 mit einem Verbindungselement 1 versehen und im Adapter 15 integriert. Die Konduktorplatte 8 liegt im Betriebszustand am Schädel auf, hier ist nur die Rückseite der Konduktorplatte 8 zu sehen. Das Hörgerät, umfassend das zweite Kopplungselement 10, ist in dieser Figur nicht abgebildet.
In Figur 8 ist eine Seitenansicht eines Tragemittels 9 in Form eines Haarreifens 13 mit einem Adapter 20 ersichtlich. Der Adapter 20 ist lösbar mit dem Haarreifen 13 mittels eines Klickverschlusses oder Rastverschlusses oder formschlüssig verbunden. Natürlich sind andere Verschlussarten für die Adapter 15, 20 denkbar. In diesem Ausführungsbeispiel ist das erste Kopplungselement 5 ebenfalls mit einem Verbindungselement 1 versehen und im Adapter 20 integriert.
Die Konduktorplatte 8 des ersten Kopplungselements 5 liegt im Betriebszustand am Schädel auf, hier ist nur die Rückseite der Konduktorplatte 8 zu sehen. Ein Hörgerät kann, wie in der zuvor erwähnten Ausführungsvariante, mittels des Aufnahmeelements 2 des zweiten Kopplungselements 10 lösbar an dem Verbindungselement 1 des ersten Kopplungselements 5 angekoppelt werden. Die Kontaktfläche 6 kann, wie bereits zuvor erwähnt, verschiedene Ausgestaltungen aufweisen, um eine verdrehsichere Befestigung des Hörgeräts zu begünstigen.
Kombinationen von obig genannten Ausgestaltungsvarianten des erfindungsgemäßen Kopplungssystems 11 sind natürlich möglich.
Durch gleichzeitige mechanische und magnetische Kopplung resultiert eine verdrehsichere Verbindung, wodurch das große Problem der Verminderung beziehungsweise des Verlusts der Hörqualität durch Verdrehung von am Gehäuse des Hörgeräts angebrachten Mikrofonen von vor allem Dual-Mikrofon Hörgeräten vermieden wird.
BEZUGSZEICHENLISTE 1 Verbindungselement 2 Aufnahmeelement 3 magnetisierbarer Werkstoff 4 Magnet 5 erstes Kopplungselement 6 Kontaktfläche 8 Konduktorplatte 9 Tragemittel 10 zweites Kopplungselement 11 Kopplungssystem 12 federnde Lagerung 13 Haarreifen 14 Brille 15 Adapter 16 Brillenbügel 17 Stift 18 Ausnehmung 19 Aufnahme 20 Adapter
Claims (13)
- PATENTANSPRÜCHE1. Kopplungssystem (11) für ein Knochenleitungshörsystem zur Hörversorgung eines Menschen, umfassend: - ein auf Gegenständen oder Menschen anbring- und lösbares erstes Kopplungselement (5) zur Schallübertragung am Knochen, welches zumindest ein Verbindungselement (1) zur Ankopplung eines zweiten Kopplungselements (10) aufweist, - ein zweites Kopplungselement (10), welches mit einem Signalgeber verbindbar ist, wobei das zweite Kopplungselement (10) zumindest ein Aufnahmeelement (2) für das Verbindungselement (1) umfasst, - wobei zumindest eines der Kopplungselemente (5, 10) einen Magneten (4) und das andere Kopplungselement entweder einen Magneten (4) oder einen magnetisierbaren Werkstoff (3) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Kopplungselement (10) am ersten Kopplungselement (5) mittels mechanischer und magnetischer Kopplung verdrehsicher anbringbar ist.
- 2. Kopplungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungselemente (5, 10), insbesondere das Verbindungselement (1) und das Aufnahmeelement (2), zur mechanischen Kopplung durch Reibschluss und/oder Formschluss, insbesondere durch einen Steckmechanismus oder Schnappmechanismus oder Bajonettmechanismus, ausgebildet sind.
- 3. Kopplungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (1) und das Aufnahmeelement (2) als miteinander korrespondierende Ausstülpung und Vertiefung ausgebildet sind.
- 4. Kopplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für die verdrehsichere Anbringung des zweiten Kopplungselements (10) am ersten Kopplungselement (5) das Aufnahmeelement (2) und das Verbindungselement (1) eine Stirnverzahnung oder einen vieleckigen Umfang aufweisen.
- 5. Kopplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der magnetisierbare Werkstoff (3) und/oder der zumindest eine Magnet (4) in Form von Platten vorliegen und nach Anbringung des zweiten Kopplungselements (10) am ersten Kopplungselement (5) normal zur Kopplungsrichtung angeordnet sind.
- 6. Kopplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der magnetischen Kopplung durch Austausch von zumindest einem Magneten (4) und/oder dem magnetisierbaren Werkstoff (3) veränderbar ist.
- 7. Kopplungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des ersten Kopplungselements (5), insbesondere eine Konduktorplatte (8), so an einem Tragemittel (9) angeordnet ist, dass es in einem Betriebszustand an der Haut anliegt und/oder als Teil eines Implantates ausgestaltet ist.
- 8. Kopplungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Kopplungselemente (5, 10) eine federnde Lagerung (12) aufweist.
- 9. Kopplungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tragemittel (9) vorgesehen ist, mittels welchem ein Anpressdruck zwischen einer Konduktorplatte (8) des ersten Kopplungselements (5) und dem Schädelknochen erzeugbar ist.
- 10. Kopplungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kopplungselement (5) integraler Bestandteil eines Haarreifens (13) ist oder mittels eines Adapters (20) auf einem Haarreifen (13) befestigt werden kann.
- 11. Kopplungssystem nach einem Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kopplungselement (5) integraler Bestandteil einer Brille (14) ist oder mittels eines Adapters (15) auf einer Brille (14), insbesondere auf einem Brillenbügel (16), befestigt werden kann.
- 12. Kopplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kopplungselement (5) integraler Bestandteil einer Kopfbedeckung ist oder mittels eines Adapters (15) auf einer Kopfbedeckung befestigt werden kann.
- 13. Knochenleitungshörsystem, umfassend ein Kopplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12 und einen mit dem zweiten Kopplungselement verbundenen Signalgeber.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| ATA50455/2017A AT519629A1 (de) | 2017-05-31 | 2017-05-31 | Kopplungssystem für ein Knochenleitungshörsystem |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| ATA50455/2017A AT519629A1 (de) | 2017-05-31 | 2017-05-31 | Kopplungssystem für ein Knochenleitungshörsystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| AT519629A1 true AT519629A1 (de) | 2018-08-15 |
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| AT (1) | AT519629A1 (de) |
Citations (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2010111519A1 (en) * | 2009-03-25 | 2010-09-30 | Cochlear Americas | A bone conduction device having an integrated housing and vibrator mass |
| US20120239113A1 (en) * | 2011-03-15 | 2012-09-20 | Jan Vermeiren | Mechanical stimulator having a quick-connector |
| US20140121449A1 (en) * | 2012-07-16 | 2014-05-01 | Sophono, Inc. | Adjustable Magnetic Systems, Devices, Components and Methods for Bone Conduction Hearing Aids |
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| WO2015020753A2 (en) * | 2013-08-09 | 2015-02-12 | Otorix Usa Inc. | Bone conduction hearing aid system |
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-
2017
- 2017-05-31 AT ATA50455/2017A patent/AT519629A1/de not_active Application Discontinuation
Patent Citations (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Effective date: 20190415 |