AT524150A2 - Herstellung von pflanzenbasierten Schäumen - Google Patents

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Abstract

Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit der Herstellung von Schäumen aus pflanzenbasierten Fasern, die im Zuge eines Zellstoffherstellungsprozess gewonnen werden. Die Herstellungsmethode umfasst das Anrühren einer teigartigen Masse, bestehend aus Wasser, Zellstofffasern, Hefe, sowie einem oder mehreren Mono- und/ oder Oligosacchariden. Besonders geeignet sind Glucose, Xylose, Saccharose und Fructose sowie deren Oligosaccharide. Die in der Masse enthaltene Hefe fermentiert die darin enthaltenen Saccharide unter aeroben Bedingungen zu Kohlendioxid. Das entstehende Kohlendioxid führt zu einer Volumensexpansion der Masse. Nach Trocknung der Masse wird ein poröses Material mit geringer bis mittler Dichte enthalten, das in Sportgeräten und Automobilkomponenten verwendet werden kann.

Description

3, BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit der Herstellung von Schäumen aus pflanzenbasierten Fasern, die im Zuge eines Zellstoffherstellungsprozess gewonnen werden. Die Herstellungsmethode umfasst das Anrühren einer teigartigen Masse, bestehend aus Wasser, Zellstofffasern, Hefe, sowie einem oder mehreren Mono- und/oder Oligosacchariden, Besonders geeignet sind Glucose, Xylose, Saccharose und Fructose sowie deren Oligosaccharide,. Die in der Masse enthaltene Hefe fermentiert die darin enthaltenen Saccharide unter aeroben Bedingungen zu Kohlendioxid, Das entstehende Kohlendioxid führt zu einer Volumensexpansion der Masse. Nach Trocknung der Masse wird‘ ein. poröses Material mit geringer bis mittler Dichte enthalten, das in Sportgeräten und
Automobilkomponenten verwendet werden kann,
4. WISSENSSTAND
Schaumplatten auf Holzbasis wie Kork, Balsa und Paulownia sind seit langer Zeit im Einsatz. [1] Allerdings weisen diese Holzsorten eine beschränkte Verfügbarkeit auf, und haben weiters Nachteile hinsichtlich des Produktdesigns, da die Hauptverarbeitungsmethode sich durch Schneiden. kennzeichnet. Andere Schaumplattenmaterialien bestehen aus MyzelKompesiten. Diese haben den Nachteil, dass die Herstellung durch die Kultivation der Pilze Jangwierig ist und ebenfalls Einschränkungen hinsichtlich der Formgebung mit sich bringt. [2, 3]. Ein weiteres, kommerziell verfügbares Material für biobasierte Schäume sind StärkeKomposite. Sie können in beliebige Formen gebracht werden, haben allerdings den Nachteil der Empfindlichkeit gegenüber Wasser, das zu Quellung oder sogar Auflösung der Komposite
führt[4], wodurch sie zusätzlich verstärkt werden müssen. [5].
Papierbasierte Schäume und Schaumplatten aus Zelistofffasern sind ebenfalls bekannt. Diese Fasern haben eine Länge von 1.0-3.3 Millimetern und einen Durchmesser von 20-33 Mikrometern.[6] Allgemein werden Zellstofffasern aus Holz mittels verschiedener Zellstoffherstellungsverfahren (Sullitprozess, Sulfatprozess, Organosolvprozess, Dampfexplosionsaufschluss), gewonnen, wobei die erhaltenen Fasern hauptsächlich aus
Zellulose bestehen.[6] Es ist bekannt, dass Zellstofffasern mit. Tensiden [7-12] oder auch
thermoplastischen Materialien zu Schäumen verarbeitet werden können. [13-15] Allerdings haben diese Schäumverfahren mittels Tensiden den Nachteil, dass typischerweise die Dicke solcher Schäume limitiert ist, [8]. Neben Zellstofffasern können auch gemahlene Pflanzenreste mithilfe von fermentativen Methoden geschäumt werden, Unter Zuhilfenahme von Hefe und anderen Zusatzstoffen können hierbei pflanzenbasierte Schäume auf Holz- und Strohbasis hergestellt werden, Die bekannten Methoden haben einen Brotbackprozess als Grundlage, bei dem ein. oder mehrere Getreidemehle aus Weizen, Gerste, Roggen und Mais mithilfe von Hefen zu. porösen Materialien gebacken werden. Als Zusatzstoffe sind beispielsweise verkleisternde. Stärke. und Proteine {AT 512358 B1) sowie Stärke und Backpulver (WO 02/055722 AT} bekannt, die in die Teigmasse zugegeben werden. Mono- oder Oligosaccharide werden in AT 512358 B1 und WO 02/055722 A1 nicht zugesetzt, Es muss hier angemerkt werden, dass genetisch nicht modifizierte Hefen. wie beispielsweise die Bäckerhefe nur kurzkettige Saccharide fermentieren können, Damit konventionelle Hefen Stärkemehle verstoffwechseln können, muss die in Getreidemehlen enthaltene Stärke in Monosaccharide überführt werden, was beispielsweise durch Zusatz von geeigneten. Enzymen oder durch Quellen der stärkehaltigen Mehle über einen längeren Zeitraum in Wasser erreicht werden kann. Um diese Limitationen zu umgehen, werden sowchl in AT 512358 B1 und WO 02/055722 AL weitere Triebmittel in. Kombination mit fermentativen Verfahren verwendet, um die Porigkeit zu steuern, Dies umfasst das mechanische Einbringen von Luft in die Teigmasse. sowie chemische Triebmittel wie beispielsweise Backpulver. AT 512358 Bi beschreibt weiters, dass Getreidemehle mit hohem Glutengehalt zu einer besseren Porigkeit
in den Schäumen führen.
Ein wichtiger Aspekt von AT 512358 BL und WO 02/055722 ist die Kürmgröße der verwendeten pflanzlichen Ausgangsstoffe, AT 512358 B1 verwendet Holz- und Strohmehle, die jeweils eine Korngröße von 0.02-1.0. mm aufweisen, die durch Mahlung hergestellt werden. WO 02/055722 A1 beschreibt ebenfalls die Verwendung von gemahlenem Stroh und Holz mit einer Korngröße kleiner als 0,5 mm. Eine Abtrennung von anderen Stoffen aus der Holz bzw. Strohmatrix ist nicht beschrieben, d.h. die enthaltenen Schäume enthalten. im Wesentlichen alle Bestandteile des biologischen. Ausgangsmaterials (Le. Holz, Stroh). Dies ist ein wesentlicher Nachteil dieser Methoden, da hierbei Stoffe im. Teig enthalten sind, die den fermentativen Prozess teilweise inhibieren, und verzögern. Einen anderen Zugang um gemahlene Pflanzenreste zu fermentieren beschreibt DE 4424403 Al. Dort werden
Pflanzenreste wie Zweige, Blätter, und Äste fein gemahlen. und in einem Tank unter
Luftausschluss einer anaeroben Fermentation in einem Zeitraum von 14 Tagen bis 3 Monaten unterzogen. Dabei werden die Zellwandbestandtelle nicht in CO; umgewandelt sondern es entstehen verwertbare chemische Verbindungen wie organische Säuren (z.B. Ameisensäure, Essigsäure, Zitronensäure}. Es wird in diesem Verfahren speziell auf die Milchsäuregärung verwiesen, wobei auch Mischbiozönoesen erwähnt sind, Bäckerhefen kommen in diesem Verfahren nicht zum Einsatz, Die nach der anaeroben Fermentation erhaltene Masse kann nach der Fermentation unter Druck- und Temperaturerhöhung zu einem thermoplastischen Material. umgewandelt werden und einem Spritzgussverfahren zugeführt werden, Als Anwendungsbeispiele für solcherart hergestellte Materialien sind Dämmstoffe, Bremsbeläge und Autfoinnenverkleidungen angeführt, Ob dabei schaumartige Verbindungen entstehen, ist
nicht weiter ausgeführt.
Die vorliegende Erfindung unterscheidet sich wesentlich von den vorher genannten Prozessen. In der vorliegenden Erfindung werden Zellstoffasern als einziges pflanzliches faserartiges Ausgangsmaterial verweridet, Dieses wird mit Wasser vermengt und Monound/oder Oligosacchariden aufbauend auf Glucose, Xylose, Saccharose und Fructose werden der Fasersuspension zugesetzt. Je nach Fasertypus, können auch weitere Additive zur Viskositätseinstellung wie beispielsweise Methylceilulose der Fasersuspension hinzugefügt werden. Nach Zugabe von Bäckerhefe (Saccharomyces Cerevisiae) wird aus der Fasersuspension eine teigartige Masse, die mittels aerober Fermentation aufgeschäumt wird, Nach einem Trocknungsschritt und etwaiger Formgebung wird ein Leichtmaterial erhalten das eine Dichte zwischen 20 und 200 kg/m? aufweist. Andere Additive wie verkleisternde Stärke, glutenhaltige Mehle oder auch Backpulver wie in AT 512358 B1 und WO 02/055722 A1 beschrieben, werden in diesem Herstellungsprozess nicht benötigt, da es sich bei der vorliegenden Erfindung, um keinen. brotanalogen Backprozess handelt, der auf Stärke basiert, [5]. Die vorliegende Erfindung ist daher nicht naheliegend, da in der vorliegenden Erfindung Stärke kein Teil des Fermentationsprozesses ist, Die Herstellung der zeilstofffaserbasierten Schäume mittels Bäckerhefefermentation ist daher ein wesentliches neues und überraschendes Element in der Herstellung von blobasierten Schäumen. Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass durch die Wahl der Materialien, die Bäckerhefe möglichst effizient fermentieren kann. Dies ist durch die Einbringung von Mono- und/oder Oligosacchariden bedingt, da diese das ideale Substrat für Bäckerhefen im Zuge der Fermentation darstellen und vollständig zu gasförmigem Kohlendiaxid und Wasser
umgesetzt werden. Dadurch verbleiben im Endprodukt keinerlei zuckerhaltige Produkte, die
problematisch hinsichtlich bakteriellen Befalls darstellen können, wie dies bei stärkehältigen Fermentationen der Fall sein kann. Weiters werden in der vorliegenden Erfindung ausschließlich Zellstofffasern. aus kommerziell verfügbaren Zellstoffherstellungsverfahren (Sulfitprozess, Sulfatprozess, Organosolvverfahren; Sodaprozess) verwendet, die keinerlei inhibitorisch wirkende Stoffe für Hefen beinhalten. Durch diese ideale Wahl aus Fasermaterial und Zuckerquelle für die. Hefe ergibt sich auch der Vorteil, dass nur niedrige Temperaturen (20-50°C) nötig sind, um den Fermentationsprozess durchzuführen, und um eine schaumartige Masse herzustellen, die dann durch einen Formgebungs- und Trocknungsschritt in feste Schäume mit geringer bis mittlerer Dichte umgewandelt werden. Die Verwendung von Zellstofffasern anstelle von Holz- und Strohmehlen wie in AT 512358 BL und WO 02/055722 beschrieben hat weiters den Vorteil, dass die Zellstofffasern. chemisch und morphologisch eine annähernd gleiche Qualität aufweisen, Holz- und Strohmehle unterliegen im Gegensatz dazu einer größeren Variation bezüglich deren chemischer Zusammensetzung, wodurch die Effizienz der Fermentation negativ beeinträchtigt wird. So ist beispielsweise bekannt, dass vor allem Nadelhölzer im Winter einen höheren Anteil arı Harzen produzieren, die petentiell. inhibitorisch. auf Hefen wirken können, was sich negativ auf die Reproduzierbarkeit der erhaltenen Schäume sowie die Stabilität und Qualität des Produktionsprozesses wie in AT 512358 BI und WO 02/055722 beschrieben auswirken kann. Hilfsmittel wie beispielsweise Backpulver wie in WO 02/055722 angeführt werden in der
vorliegenden Erfindung daher nicht benötigt.
Durch die Verwendung von wohldefinierten Zellstofffasern und idealen Substraten für die Hefe (Mono- und/oder Oligosaccharide) ist auch die Führung des Schäumungsprozesses einfacher zu gestalten und erlaubt die Herstellung von Schäumen mit variabler Porosität, Die wesentlichen Prazessparameter um. die Porengröße in den zellstofffaserbasierten. Schäumen
zu steuern ist einerseits die Temperatur sowie die Dauer der Fermentation.
3. GEGENSTAND. DER ERFINDUNG
Ein Gegenstand der Erfindung ist eine Methode zur Herstellung von nachhaltigen Schäumen aus nachwachsenden Rohstoffen auf Basis von Zeilstofffasern, die strukturelle Schäume mit
geringer bis mittlerer Dichte Hefert.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist es, bereits in Verwendung befindliche nachhaltige Schaumplatten. auf beispielsweise Holzbasis (z.B. Balsa, Paulownia) und/oder Stärkebasis zu
ersetzen.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist es, Schaumstoffe mit einem sehr guten ökologischen Fussabdruck herzustellen, Synthetische Schäume werden großteils aus fossilen Quellen hergestellt, sind nicht erneuerbar, tragen maßgeblich zur Mikroplastikverschmutzung bei, und können weiters cancerögerie Stoffe enthalten. Die in der
vorliegenden Erfindung verwendeten Stoffe weisen keine dieser Nachteile auf.
Es ist auch Gegenstand der Erfindung, Schäume herzustellen und diese in Sportgeräten sowie in Automobilanwendungen einzusetzen, in denen zur Zeit Polyurethane (PUR), Polyethylenterephthalate (PET), PolyvinylIchloride (PVC), Polystyrol (PS) and Polypropylen
{PP} verwendet werden, die eine Dichte zwischen 60-150 kg/m? aufweisen. [20-22]
6. LÖSUNG DES TECHNISCHEN PROBLEMS
Die Methode zur Herstellung von. nachhaltigen. Schäumen auf Basis von, Zellstofffasern umfasst die Herstellung einer wässrigen Zellstofffasersuspernsion, die durch weitere Zugabe von Mono- und/oder Oligosacchariden sowie Hefe und optionalen Viskositätseinstellern in eine teigartige Masse umgewandelt wird. Diein der Masse vorhandene Hefe fermentiert unter aeroöben Bedingungen die. zugegebenen Meono- und/oder Oligosaccharide und produziert dabei gasförmiges Kohlendioxid und Wasser, Die Temperatur der Fermentation beträgt dabei zwischen 20-50°C und dauert maximal 24 Stunden. Die Bildung von CO, in der teigartigen Masse während der Fermentation führt zu einer Volumensexpansion (2. In Fig.la), hervorgerufen durch. Einschluss von gasförmigen. Kohlendioxidbläschen in der teigartigen
Masse (Fig. 1b}. Die teigartige Masse wird einem Trockungsschritt (40-200 °C) unterzogen und
ein poröses Material mit einer Dichte zwischen 20 und 200 kg/m? wird erhalten. Die Porengröße kann über die Fermentationstemperatur eingestellt werden, wobei höhere Temperaturen zu größeren Poren führen. Temperaturgradienten in der teigartigen Masse, erzeugt durch anisotrope Temperierung der teigartigen Masse während der Fermentation, führen zur Ausbildung von Porengradienten innerhalb der teigartigen Masse, wobei eine höhere Temperatur zur Ausbildung von größeren. Poren führt, Der Tracknungsschritt kann entweder bei einer konstanten Temperatur durchgeführt werden, oder über das Anlegen einer Temperaturrampe oder durch lokales Aufheizen mittels einer Heizquelle, wodurch sich eine lokal andere Mikrostruktur des Schaums ergibt. Optional können die Schäume auch Nachbehandlungen unterzogen. werden. Diese umfassen mechanische Verfahren wie Verdichtung (z.B. Pressen), Formgebung mittels z.B. Schneiden, sowie Entgasen, weiters die Einbringung von Additiven in die Schaummatrix zur Figenschaftsverbesserung beispielsweise die Imprägnierung mit Harzen, Flammschutzmitteln sowie Massnahmen zur Erhöhung der Langzeitstabilität gegenüber mikrobiellem Befall wie Sterilisation, und Zusatz von Bioziden: Weitere Additive umfassen chemische Behandlung zur Öberflächenmodifikation und OQuervernetzung zur Einstellung der mechanischen Eigenschaften. Die in dieser Erfindung beschriebene Methode ist prozesstechnisch einfach umzusetzen, ökonomisch sinnvoll und erlaubt die reproduzierbare Herstellung von
nachhaltigen Schäumen aus Zellstofffasern mittels Fermentation,
Ausführungsbeispiel 1: Zu 20 g einer wässrigen 4 %igen Zellstoffsuspension aus gebleichtem Sulfatzellstoff mit einem Schopper-Riegler von 18 werden 0.16 g Glucose, 3.3 g einer 1%igen wässrigen. Methylcellulose Lösung und 2 g Bäckerhefe zugegeben. Die Fermentation wurde bei 30 °C für 24h. durchgeführt und führt zu einer Volumenszunahme von über 70%. Die
fermentierte Masse wird bei 80°C in einem Trockenschrank getrocknet.
Ausführungsbeispiel 2: Zu 20 g einer wässrigen 4 %igen Zellstoffsuspension aus gebleichtem Sulfatzellstoff mit einem Schopper-Riegler von 18 werden 0.16 g Xylose, 3.3 g einer 1 %igen wässrigen Methylcellulose Lösung und 2 g Bäckerhefe zugegeben. Die Fermentation wurde bei 30 °C für 24h durchgeführt und führte zu einer Volumenszunahme von über 22%, Die
fermentierte Masse wird bei 80°C in einem Trockenschrank getrocknet.
7. AUSWIRKUNGEN
Die Herstellung von Schäumen mittels fermentativer Verfahren ermöglicht eine nachhaltige Produktion von Schaumprodukten. Das während der Fermentation biogen von Hefe erzeugte Kohlendioxid verbleibt in der teigartigen Masse, die danach mittels Trocknen zu einem festen Schaum. verarbeitet wird. Diese Methode weist eine Reihe von Vorteilen gegenüber den existierenden Technologien auf. In traditionellen Schäumverfahren. von synthetischen Polymeren. wird Kohlendioxid entweder direkt eingebracht oder im Zuge von chemischen Reaktionen erzeugt. [16]. Allerdings stellen beispielsweise COrAddukte wie Isoryanate komplexe System dar, bei deren Zersetzung eine Vielzahl arı Seitenreaktionen ablaufen kann,
was die Prozesskontrolle erschwert. [17]
Die hier vorliegende Methode zur Schaumherstellung aus Zellstofffasern ermöglicht es strukturelle Schaumprodukte aus Zellstofffasern herzustellen. Die Zellstofffasern haben den Vorteil, dass sie aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz) gewonnen werden können (im Gegensatz zum Großteil der PUR/PET/PVC/PP/PS-Polymeren), sie sind: unlöslich in Wasser (im Gegensatz zu Stärke) und weiters werden sie nicht für die Herstellung von Nahrungsmitteln benötigt (im Gegensatz zu Stärke), Cellulose, der Hauptbestandteil von Zeilstofffasern, ist ein semikristallines Polymer und weist keinen Schmelzpunkt auf. Daher kommt es zu keiner massgeblichen Veränderung der mechanischen Eigenschaften der Zellstofffasern: bis zum. Zersetzungspunkt bei ca 240°C, Im Gegensatz dazu weisen die synthetischen Polymere (PUR/PET/PVC/PP/PS) hier Defizite auf, da deren Eigenschaften je nach Polymer sich über Temperaturen von 80-130 °C verschlechtern. Weiters werden Zellstofffasern. in der Umwelt komplett abgebaut. Im Gegensatz dazu tragen syrnihetische Polymere zur Mikroplastikverschmutzung bei und verbleiben sehr lange in der Biosphäre, Die Hauptanwendungen der hier vorgestellten. Schäume betreffen Sportgeräte, beispielsweise Schi, Snowboards und Wakeboards sowie Anwendungen im Automobilbereich (schockabsorbierende Materialien für Stoßstangen, Innenauskleicdungen, Sicherheitssitze) sowie in diversen Heimen (Fahrrad, Motorrad, Skihelme) und umfassen ebenso Isolationen in
Gebäuden.
Die Bestandteile der Schäume aus der vorliegenden Erfindung sind. zut verfügbare, nachwächsende Rohstoffe, die im großindustriellen Massstab in Europa und weltweit gut verfügbar sind, Die Hauptkomponenten der Erfindung sind potentiell kostengünstiger als beispielsweise Polyurethane (vgl. 790 Euro pro Tonne Zeilstofffasern [30], and 1300 Euro pro
Tonne Hefe [31], vs 2200 Euro pro Tonne Polyurethan [32]).
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Claims (1)

  1. 8. ANSPRÜCHE
    1. Methode zur Herstellung eines Schaummaterials aus Zellstofffasern, gekennzeichnet dadurch, dass eine teigartige Masse, bestehend aus einer wässrigen Zeilstofffasersuspension, mindestens einem oder mehreren Mono- und/oder Cligosacchariden basierend auf Glucose, Xylose, Saccharose, und Fructose sowie einem oder mehreren Hefestämmen, mittels aerober Fermentation, und anschliessender Formgebung und Trocknung in ein. poröses Material, das
    beliebig form- und bearbeitbar, verarbeitet wird.
    2. Methode nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Fermentation van Monound Oligosacchariden mit Hefe Kohlendioxid in der teigartigen Masse, bestehend aus mindestens einen Zeilstofffasermaterial in wässriger Suspension, mindestens einem Hefestamm, mindestens einem Mono- oder Oligosaccharid, bevorzugt basierend auf Glucose, Xylose, Saccharose, und Fructose, und einem Viskositätseinsteller, bevorzugt Methylcellulose,
    erzeugt.
    3, Methode nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, dass Zellstoöfffasern aus einem kommerziellem. Zellstoffherstellungsverfahren wie dem Sulfit-, Sulfat-, Organosoelvprozess und dem Dampfexplosionsaufschlussverfahren, vorzugsweise dem Sulfatprozess, zur Herstellung der wässrigen Zellstofffasersuspension mit einer Konsistenz
    von 5%-20% verwendet werden,
    4, Methode nach Anspruch 1-3 gekennzeichnet dadurch, dass Fermentation unter aerobern Bedingungen in einem Temperaturbereich von 20-50°C über einen Zeitraum bis zu 24 Stunden durchgeführt wird.
    5. Methode nach Anspruch 1-4, gekennzeichnet dadurch, dass Bäckerhefe (Saccharomyces Cerevisia) in die teigartige Masse zugegeben wird, um durch Generierung von Kohlendioxid aus der Fermentation von. Mono- und/oder Oligoesacchatiden eine Volumensexpansion. von
    20%, bevorzugt mehr als 70%, der teigartigen Masse hervorruft.
    6. Methode nach Anspruch 1-5 gekennzeichnet dadurch, dass ein Viskositätseinsteller aus
    bevorzugt biologischem. Ursprung zugegeben wird, bevorzugt aus der Gruppe der
    Methylcellulesen, Ethylcellulosen, Nanccellulosen, Stärken, Chitosanen, mit einer Konsistenz
    von 0.1 bis 5.0%, bevorzugt mit einer Konsistenz zwischen 0.1 und 0,5%.
    7. Methode nach Anspruch 1-6 gekennzeichnet dadurch, dass die Konsistenz der
    teigartigen Masse zwischen 5-30 % (in Gewicht), bevorzugt zwischen 10-30 % beträgt,
    8. Methode nach Anspruch 1-7 gekennzeichnet dadurch, dass aerobe Fermentation in
    einem Temperaturbereich zwischen 20-50°C angewandt wird,
    9. Methode nach Anspruch 1-8 gekennzeichnet dadurch, dass die fermentierte teigartige
    Masse mittels Spritzguss in Form gebracht wird.
    10. Methode nach Anspruch 1-9 gekennzeichnet dadurch, dass die fermentierte teigartige
    Masse einer Trocknung zwischen 40-200 °C unterzogen wird.
    11. Methode nach Anspruch 1-10 gekennzeichnet dadurch, dass der Trockungsschritt einen
    Temperaturgradienten innerhalb der teigartigen Masse beinhaltet.
    12. Methode nach Anspruch 1-11 gekennzeichnet dadurch, dass ein poröses Material mit
    einer Dichte von 20 bis 200 kg/m? erhalten wird.
    13. Methode nach Anspruch 1-12 gekennzeichnet dadurch, dass Materialien erhalten werden, die durch Beschichtung und/oder Imprägnierung verändert werden, um dessen
    ÖOberflächen- und Bulkeigenschäften zu modifizieren,
    14. Methode nach. Anspruch 1-13 gekennzeichnet dadurch, dass das entstehende Material einem Nachbehandlungsschritt unterzogen wird, der Hammhemmende Stoffe, bevorzugt aus der Gruppe der Phosphazene, und anorganischen Silikaten und Titanaten, und/oder biozide Stoffe, bevorzugt aus der Gruppe der quarternäten Ammoniumverbindungen, sowie anorganischen Bioziden wie Silber und Kupfer, und/oder Oberflächenmodifizierern bevorzugt aus der Gruppe der Organosilane, Phosphonsäuren und Fettsäuren, in die Schäume
    einbringt.
    15. Methode nach Anspruch 1-14 gekennzeichnet dadurch, dass die entstehenden Schaummaterialien mittels Schneiden und/oder anderen Formgebungsverfahren. in. eine
    bestimmte Form gebracht werden.
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