AT527840B1 - Vorrichtung zur ortung von lawinenverschütteten - Google Patents
Vorrichtung zur ortung von lawinenverschüttetenInfo
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Abstract
Vorrichtung zur Ortung von Lawinenverschütteten mit einem Schlauch (2) als Ortungshilfsmittel und einer Vortriebseinrichtung für den Vortrieb des Schlauches (2) in eine zur Lawinenoberfläche (0) gerichtete Vortriebrichtung. Es wird vorgeschlagen, dass ein tragbarer Behälter (1) mit zumindest einem Ausschubkanal (A) für den innerhalb des Behälters (1) aufgewickelt gelagerten und knickstabil ausgeführten Schlauch (2) vorgesehen ist, und die Vortriebseinrichtung einen im Behälter (1) angeordneten Antrieb (3) für einen schiebenden Vortrieb des Schlauches (2) sowie einen an einem ausschiebbaren Ende des Schlauches (2) angeordneten Steuerkopf (6) umfasst, wobei der Steuerkopf (6) eine um die Schlauchlängsachse asymmetrisch ausgeführte Vortriebspitze (7), einen Stellmotor (12) für eine Rotation der Vortriebspitze (7) um die Schlauchlängsachse sowie einen Winkelsensor (14) und einen Neigungssensor (15) umfasst. Mithilfe einer Steuereinheit kann die Vortriebspitze (7) so gesteuert werden, dass sich der Steuerkopf (6) im Zuge des schiebenden Vortriebes in Richtung einer Vertikalen aufwärts bewegt.
Description
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ortung von Lawinenverschütteten mit einem Schlauch als Ortungshilfsmittel und einer Vortriebseinrichtung für den Vortrieb des Schlauches in eine zur Lawinenoberfläche gerichtete Vortriebrichtung, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Lawinen stellen für Wintersportler und Tourenskigeher im freien Gelände eine der größten Gefahren am Berg dar. Auch bei großer Vorsicht lässt sich ein Restrisiko kaum vermeiden, sodass es immer wieder zu tödlichen Lawinenabgängen kommt. Wird eine Person von einer Lawine verschüttet, hängt ihre Überlebenschance stark von der Schnelligkeit der Helfer ab. Etwa 90% der Verschütteten sind nach 15 min noch am Leben, danach nehmen die Überlebenschancen stark ab. Nach 35 min beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit nur mehr etwa 30%. Für die Rettung von Lawinenverschütteten ist daher eine rasche Ortung und Bergung entscheidend.
[0003] Um die Überlebenschancen bei einem Lawinenunglück zu verbessern wurden technische Hilfsmittel entwickelt, die die Ortung von Lawinenverschütteten und deren Bergung erleichtern sollen. Zur raschen Ortung von Lawinenverschütteten wurden beispielsweise Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS-Geräte) entwickelt. Sie werden direkt am Körper getragen und emittieren ein Signal, das von anderen LVS-Geräten geortet werden kann. Hierfür sind die anderen LVSGeräte von einem Sendemodus in einen Empfangsmodus umzuschalten. Auf diese Weise können beispielsweise unversehrte Personen einer Tourenskigruppe rasch mit der Ortung von Lawinenverschütteten ihrer Gruppe beginnen. Der richtige Umgang mit LVS-Geräten bedarf jedoch einiger Übung, zudem gelingt bei größerer Tiefenlage der verschütteten Person keine Ortung mit der für eine rasche Bergung erforderlichen Genauigkeit mehr.
[0004] Zur raschen Bergung tragen so genannte Lawinenrucksäcke mit aufblasbaren Luftkissen („Lawinenairbags") bei. Das Luftkissen wird nach dem Auslösen binnen Sekundenbruchteilen aufgeblasen und soll sicherstellen, dass eine von einer Lawine mitgerissene Person auf der Lawine aufschwimmt und nicht unter ihr begraben wird. Ab einer Tiefenlage von über zwei Metern wird es nämlich trotz rascher Ortung schwierig eine verschüttete Person lebend zu bergen, weil das Freischaufeln zu lange dauert. Auch Lawinenrucksäcke können aber nicht immer verhindern, dass Personen zur Gänze und in größeren Tiefen verschüttet werden.
[0005] In der gattungsgemäßen Druckschrift GB 2484553 A wurde eine Vorrichtung zur Sauerstoffversorgung von Lawinenverschütteten mit einem Schlauch und einer Vortriebseinrichtung für den Vortrieb des Schlauches in eine zur Lawinenoberfläche gerichtete Vortriebrichtung vorgeschlagen. Die Vorrichtung wird am Körper getragen und umfasst einen Vortriebkörper am freien Ende des Schlauches, der den Schlauch in einem ziehenden Vortrieb durch den Schnee in Richtung der Lawinenoberfläche treibt. Der Vortriebkörper umfasst dabei drei raupenähnliche Antriebe, die jeweils seitlich am Vortriebkörper um seinen Umfang verteilt angeordnet sind. Je nach Neigung des Vortriebskörpers zu einer gedachten Vertikalen werden ein oder zwei raupenähnliche Antriebe aufgrund des Eigengewichts des Vortriebskörpers mehr belastet als der dritte Antrieb, sodass sich der Vortriebkörper dadurch selbst in Richtung eines vertikalen Vortriebes justieren soll. Nach Erreichen der Lawinenoberfläche stellt der Schlauch eine Sauerstoffversorgung sicher, er stellt aber auch eine Möglichkeit der rascheren Ortung von Lawinenverschütteten dar. Ein Nachteil dieser Vorrichtung besteht jedoch darin, dass sie nur bei ausreichend verdichtetem Schnee zuverlässig funktioniert, weil die raupenähnlichen Antriebe des Vortriebkörpers ansonsten nicht ausreichend greifen. Bei zunehmend verdichtetem Schnee funktioniert wiederum die Selbstjustierung in Richtung einer Vertikalen immer schlechter, weil die unterschiedliche Belastung der drei raupenähnlichen Antriebe aufgrund des Eigengewichts bei einer Neigung des Vortriebkörpers im Vergleich zu den sonstigen Kräften, die auf den Vortriebkörper wirken, vergleichsweise klein ist.
[0006] Es besteht daher das Ziel der Erfindung darin eine Vorrichtung bereitzustellen, die eine zuverlässige und rasche Ortung von Lawinenverschütteten ermöglicht, um die Wahrscheinlichkeit einer Lebendbergung zu erhöhen.
[0007] Dieses Ziel wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 erreicht. Anspruch 1 bezieht 1711
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sich auf eine Vorrichtung zur Ortung von Lawinenverschütteten mit einem Schlauch als Ortungshilfsmittel und einer Vortriebseinrichtung für den Vortrieb des Schlauches in eine zur Lawinenoberfläche gerichtete Vortriebrichtung, bei der erfindungsgemäß vorgeschlagen wird, dass ein tragbarer Behälter mit zumindest einem Ausschubkanal für den innerhalb des Behälters aufgewickelt gelagerten und knickstabil ausgeführten Schlauch vorgesehen ist, und die Vortriebseinrichtung einen im Behälter angeordneten Antrieb für einen schiebenden Vortrieb des Schlauches sowie einen an einem ausschiebbaren Ende des Schlauches angeordneten Steuerkopf umfasst, wobei der Steuerkopf eine um die Schlauchlängsachse asymmetrisch ausgeführte Vortriebspitze, einen Stellmotor für eine Rotation der Vortriebspitze um die Schlauchlängsachse sowie einen Winkelsensor und einen Neigungssensor umfasst, und eine Steuereinheit vorgesehen ist, die ausgelegt ist aus der vom Neigungssensor gemessenen Neigung des Steuerkopfes entlang der Schlauchlängsachse zu einer gedachten Vertikalen und der vom Winkelsensor gemessenen Winkelstellung des Steuerkopfes um die Schlauchlängsachse eine im Zuge des schiebenden Vortriebes die Neigung des Steuerkopfes in Richtung der Vertikalen verändernde Stellbewegung des Steuerkopfes in unterschiedliche Winkelstellungen des Steuerkopfes um die Schlauchlängsachse zu steuern.
[0008] Im Unterschied zum bekannten Stand der Technik wird erfindungsgemäß ein schiebender Vortrieb des Schlauches vorgenommen. Der Schlauch ist aufgewickelt in einem tragbaren Behälter, der beispielsweise als Rucksack oder dergleichen ausgeführt ist, gelagert und über einen Ausschubkanal aus dem Behälter ausschiebbar. Diese Ausschubbewegung wird mithilfe eines im Behälter angeordneten Antriebes bewerkstelligt, wie noch näher ausgeführt werden wird. Am ausgeschobenen Ende des Schlauches ist ein Steuerkopf angeordnet, der die Vortriebrichtung des ausgeschobenen Endes steuert. Hierfür ist eine um die Schlauchlängsachse asymmetrisch ausgeführte Vortriebspitze vorgesehen, die mithilfe eines Stellmotors um die Schlauchlängsachse rotierbar ist. Die Vortriebspitze kann beispielsweise seitlich abgeflacht oder leicht geknickt ausgeführt sein. Durch Verdrehen der Vortriebspitze um die Schlauchlängsachse kann die Winkellage der seitlichen Abflachung oder des Knicks der Vortriebspitze verstellt werden, um die Richtung des Vortriebes auf diese Weise steuern zu können. Bei rotierender Vortriebspitze ist ein geradeaus gerichteter Vortrieb in Richtung der Schlauchlängsachse möglich. Wird die Rotation der Vortriebspitze ausgesetzt, so kann durch die seitliche Abflachung oder geknickte Ausführung der Vortriebspitze eine Abweichung von der Geradeausrichtung entlang der Schlauchlängsachse erreicht werden, wodurch der Schlauch gebogen wird. Diese biegende Bewegung kann mithilfe einer Pendelbewegung der Vortriebspitze beispielsweise um einen Drehwinkel im Bereich von +/- 5° bis +/- 20° um die Schlauchlängsachse unterstützt werden.
[0009] Zur Ermittlung der jeweiligen Winkelstellungen ist der Steuerkopf mit einem Winkelsensor versehen. Zur Ermittlung der Abweichung des Vortriebes von der gewünschten Bewegung entlang einer vertikalen Richtung aufwärts ist der Steuerkopf mit einem Neigungssensor versehen. Der Neigungssensor kann beispielsweise als G-Sensor ausgeführt sein und ermittelt die Neigung des Steuerkopfes entlang der Schlauchlängsachse zu einer gedachten Vertikalen. Die Messwerte des Winkelsensors und des Neigungssensors werden an eine Steuereinheit übermittelt, die bei einer Abweichung von einer vertikal aufwärts gerichteten Bewegung eine Stellbewegung der Vortriebspitze um die Schlauchlängsachse vornimmt, sodass die Vortriebspitze im Zuge des schiebenden Vortriebes wieder in Richtung der Vertikalen gedrückt wird und der Schlauch dabei einen Bogen beschreibt.
[0010] Um diesen schiebenden Vortrieb durch den Schnee zu ermöglichen muss der Schlauch erfindungsgemäß entsprechend knickstabil ausgeführt sein. Unter einer knickstabilen Ausführung wird erfindungsgemäß verstanden, dass der Schlauch ausreichend biegesteif ist, um während des Vortriebes durch den Schnee nicht zu knicken. Der Schlauch kann beispielsweise als Polyamid- Schlauch ausgeführt sein und einen Außendurchmesser von 8 mm und einen Innendurchmesser von 6 mm aufweisen. Polyamid-Schläuche werden etwa als Druckluft-, Hydraulik- oder Kraftstoffleitungen verwendet. Für die Abschätzung einer ausreichenden Knickstabilität im Rahmen der Erfindung kann auf den ersten Fall der Euler'schen Knicktheorie für den einseitig eingespannten Stab zurückgegriffen werden, für den sich die Knicklast F« wie folgt berechnet:
Fk = T7E'lmin/ (2'L)? Imin = T(D*- d%)/64
Fk = Knicklast [N]
E = Elastizitätsmodul [N/mm?]
Imin = kleinstes Trägheitsmoment [mm“]
L = Ausschublänge [mm]
D = Außendurchmesser des Schlauches [mm]
d = Innendurchmesser des Schlauches [mm]
[0011] Die Materialeigenschaften und die Geometrie des verwendeten Schlauches werden dabei in der Biegesteifigkeit E'lmin abgebildet, wobei das Elastizitätsmodul für Polyamid beispielsweise in der Größenordnung von etwa 1000 N/mm? liegt und das kleinste Trägheitsmoment bei einem Außendurchmesser des Schlauches von beispielsweise 8 mm und einem Innendurchmesser von 6 mm bei etwa 140 mm‘ liegt. Für die erfindungsgemäße Knickstabilität des Schlauches muss die errechnete Knicklast für einen Schlauch eines bestimmten Materials und einer bestimmten Geometrie größer als der Eindringwiderstand sein, der für Lawinenschnee mithilfe von Rammverfahren experimentell ermittelt werden kann und in der Regel im Bereich von 0.1-0.3 N liegt. Die eingangs erwähnten und vor allem im Hydraulikbereich verwendeten Polyamid-Schläuche erfüllen diese Anforderung und eignen sich daher für eine erfindungsgemäße Vorrichtung. Diese Schläuche haben dennoch minimale Biegeradien von wenigen Zentimetern, sodass sie für eine aufgewickelte Lagerung in tragbaren Behältern geeignet sind. Dabei sind in der Praxis Schlauchlängen von 2.5-3m ausreichend. Praktische Versuche der Anmelder haben gezeigt, dass der Steuerkopf mit seiner Vortriebspitze einer erfindungsgemäßen Vorrichtung unter Schneelast die Strecke von 2.5m in weniger als vier Minuten zurücklegt. Die Vortriebspitze kann für eine leichtere Erkennbarkeit und Ortung mit einer Signalfarbe versehen sein, oder auch mit einem aktiven Signalgeber jedweder Art versehen sein, der die Ortung erleichtert.
[0012] Hinsichtlich der Steuereinheit wird vorzugsweise vorgeschlagen, dass sie mithilfe eines im Behälter angeordneten Prozessors ausgeführt ist, der über eine innerhalb des Schlauches verlaufende Datenleitung mit dem Steuerkopf verbunden ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Datenleitung 9 als Datenkabel ausgeführt ist, das mit seinem dem Steuerkopf 6 abgewandten Ende außerhalb des Schlauches 2 liegt und in einem im Wickelzentrum des Schlauches 2 angeordneten Depot 10 aufgenommen ist, das mit dem Prozessor 8 der Steuereinheit verbunden ist. Ferner kann auch vorgesehen sein, dass eine Stromquelle im Behälter vorgesehen ist, die über eine innerhalb des Schlauches verlaufende Stromleitung mit dem Steuerkopf verbunden ist. Die Verwendung eines Schlauches erleichtert in dieser Hinsicht die Führung von Daten- und Stromleitungen zwischen dem Behälter und dem Steuerkopf. Die Stromleitungen verbinden dabei die im Behälter angeordnete Stromquelle mit den elektrischen Verbrauchern im Steuerkopf, insbesondere mit dem Stellmotor, dem Winkelsensor und dem Neigungssensor.
[0013] Das Auslösen der Ausschubbewegung kann entweder manuell erfolgen, oder auch automatisch über einen Auslösesensor, der beispielsweise als G-Sensor ausgeführt ist und die Beschleunigungen einer Lawine und deren Stillstand erkennt. Sobald ein Stillstand erkannt wurde, wird die Ausschubbewegung für den Schlauch aktiviert. Der Schlauch wird dabei wie oben beschrieben über den Ausschubkanal ausgeschoben. Hinsichtlich der Vortriebseinrichtung kann dabei insbesondere vorgesehen sein, dass sie für einen kontinuierlichen Vorschub des Schlauches zwei vom Antrieb abwechselnd in Richtung eines Ausganges des zumindest einen Ausschubkanals bewegbare Vorschubklemmen für den Schlauch umfasst.
[0014] Bei sehr ungünstiger Lage der verschütteten Person kann es sein, dass sie annähernd kopfüber in der Lawine liegt. In diesen Fällen könnte es sein, dass die Vortriebspitze um annähernd 180° gewendet werden muss, bevor sie in Richtung der Lawinenoberfläche vorgetrieben werden kann. Daher wird auch vorgeschlagen, dass zwei Ausschubkanäle mit entgegengesetzt orientierten Ausschubrichtungen für den Schlauch vorgesehen sind, die jeweils über eine von der
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Steuereinheit stellbare Klappe auswählbar sind. Die Aktivierung der Ausschubbewegung bleibt dabei an sich unverändert, es erfolgt lediglich eine Auswahl eines passenden Ausschubkanals mithilfe einer stellbaren Klappe, die den ausgeschobenen Schlauch entsprechend führt. Auf diese Weise kann der vertikale Vortrieb der Vortriebspitze früher bewerkstelligt werden.
[0015] Die Erfindung wird in weiterer Folge anhand von Ausführungsbeispielen mithilfe der beiliegenden Figuren näher erläutert. Es zeigen hierbei die
[0016] Fig. 1 eine Darstellung zur grundsätzlichen Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Anwendungsfall der Ortung eines Lawinenverschütteten,
[0017] Fig. 2 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Ausschubkanal,
[0018] Fig. 3 eine Ausführungsform für den Steuerkopf und die Vortriebspitze einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
[0019] Fig. 4 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit zwei Ausschubkanälen und passiver Klappe, und die
[0020] Fig. 5 eine Ausführungsform einer Klappe für eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit zwei Ausschubkanälen und aktiver Klappe.
[0021] Zunächst wird auf die Fig. 1 Bezug genommen, die eine Darstellung zur grundsätzlichen Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Anwendungsfall der Ortung eines Lawinenverschütteten zeigt. Wie bereits ausgeführt wurde ist es für eine Lebendbergung entscheidend wie rasch eine verschüttete Person geortet und in weiterer Folge geborgen werden kann. Die vorgeschlagene Vorrichtung bietet Vorteile sowohl hinsichtlich der Ortung als auch der Bergung und sieht einen tragbaren Behälter 1 vor, der beispielsweise als Rucksack ausgeführt sein kann. Die Vorrichtung umfasst hierfür einen Schlauch 2 als Ortungshilfsmittel, der in Richtung der Lawinenoberfläche O getrieben wird, um dort von den Helfern erkannt zu werden. Der an die Lawinenoberfläche O getriebene Schlauch 2 dient als Markierung der genauen Position des Verschütteten, sowie als Bergungshilfsmittel, weil er das Freischaufeln leiten kann. Zudem kann der Schlauch 2 auch mit Tiefenmarkierungen versehen sein, um den Helfern zu ermöglichen die Tiefe des Verschütteten abzuschätzen.
[0022] Der tragbare Behälter 1 mit dem innerhalb des Behälters 1 aufgewickelt gelagerten und knickstabil ausgeführten Schlauch 2 und der Vortriebseinrichtung für einen schiebenden Vortrieb des Schlauches 2 wird in weiterer Folge anhand der Fig. 2 erläutert. Der Behälter 1 umfasst einen Ausschubkanal A, in dem eine Vortriebseinrichtung auf den Schlauch 2 wirkt. Die Vortriebseinrichtung umfasst im gezeigten Ausführungsbeispiel einen Antrieb 3 sowie zwei Vorschubklemmen 4.1 und 4.2, die vom Antrieb 3 abwechselnd in Richtung des Ausganges des Ausschubkanals A bewegt werden. Dabei wird jeweils eine den Vorschubklemmen 4.1 und 4.2 zugeordnete Rückstellfeder 5.1 und 5.2 komprimiert. Der Schlauch 2 wird ausgeschoben, indem jeweils abwechselnd eine Vorschubklemme 4.1 und 4.2 mit dem Schlauch 2 verkantet und ihn bei der vom Antrieb 3 vermittelten Bewegung in Richtung des Ausganges des Ausschubkanals A mitführt. Sobald die Vorschubklemme 4.1, 4.2 die ihr jeweils zugeordnete Rückstellfeder 5.1, 5.2 maximal komprimiert, wird sie senkrecht zur Schlauchlängsachse ausgerichtet, wodurch sie von der jeweiligen Rückstellfeder 5.1, 5.2 in die vom Ausgang des Ausschubkanals A entgegengesetzte Richtung zurückgestellt wird. Dieser Vorgang wird von den beiden Vorschubklemmen 4.1, 4.2 abwechselnd vollzogen, sodass sich ein kontinuierlicher Vorschub für den Schlauch 2 ergibt. Freilich sind aber auch andere Ausführungsformen für die Vortriebseinrichtung denkbar.
[0023] Am ausgeschobenen Ende des Schlauches 2 ist ein Steuerkopf 6 mit einer Vortriebspitze 7 angeordnet, die in weiterer Folge anhand der Fig. 3 noch näher erläutert werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Steuerkopf 6 mittels einer Steuereinheit angesteuert wird, die einen im Behälter 1 angeordneten Prozessor 8 umfasst. Der Prozessor 8 ist über eine innerhalb des Schlauches 2 verlaufende Datenleitung 9 mit dem Steuerkopf 6 verbunden, wobei die Verbindung zwischen dem Prozessor 8 und der Datenleitung in der Fig. 2 mit einer strichlierten Linie angedeutet ist. Die kabelgebundene Datenleitung 9 ist hierfür in einem Depot 10 gelagert, das auch
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eine Stromquelle 11 umfasst. Hierfür ist die Datenleitung 9 als Datenkabel ausgeführt, das mit seinem dem Steuerkopf 6 abgewandten Ende außerhalb des Schlauches 2 liegt. Dieses Ende wird vom Depot 10 aufgenommen, das im Wickelzentrum des Schlauches 2 angeordnet ist und mit dem Prozessor 8 der Steuereinheit verbunden ist. Die Stromquelle 11 ist über eine in der Fig. 2 nicht dargestellte aber ebenfalls innerhalb des Schlauches 2 verlaufende Stromleitung mit dem Steuerkopf 6 verbunden.
[0024] Der Steuerkopf 6 mit der Vortriebspitze 7 wird im Folgenden anhand der Fig. 3 näher erläutert. Der Steuerkopf 6 ist über eine Dichtung 16 am Schlauch 2 befestigt und umfasst einen Stellmotor 12, der für eine Rotation der Vortriebspitze 7 um die Schlauchlängsachse über ein Getriebe 13 und eine Welle 17 mit Vortriebspitze 7 verbunden ist, sowie einen Winkelsensor 14 und einen Neigungssensor 15. Der Winkelsensor 14 misst die Winkelstellung der Vortriebspitze 7 um die Schlauchlängsachse, und der Neigungssensor 15 misst die Neigung des Steuerkopfes 6 entlang der Schlauchlängsachse zu einer gedachten Vertikalen. Der Neigungssensor 15 ist etwa als Beschleunigungssensor („G-Sensor") ausgeführt. Die vom Winkelsensor 14 und vom Neigungssensor 15 gemessenen Daten werden über die Datenleitung 9 an den Prozessor 8 der Steuereinheit übertragen. Der Prozessor 8 der Steuereinheit ermittelt bei einer Abweichung von einer vertikal aufwärts gerichteten Bewegung des Steuerkopfes 6 eine Stellbewegung der Vortriebspitze 7 um die Schlauchlängsachse und sendet ein entsprechendes Stellsignal über die Datenleitung 9 an den Stellmotor 12 des Steuerkopfes 6, sodass die Vortriebspitze 7 im Zuge des schiebenden Vortriebes wieder in Richtung der Vertikalen gedrückt wird und der Schlauch 2 dabei einen Bogen beschreibt.
[0025] Hierfür ist die Vortriebspitze 7 um die Schlauchlängsachse asymmetrisch ausgeführt. In der Ausführungsform der Fig. 3 ist die Vortriebspitze 7 beispielsweise seitlich abgeflacht ausgeführt. Durch Verdrehen der Vortriebspitze 7 um die Schlauchlängsachse kann die Winkellage der seitlichen Abflachung der Vortriebspitze 7 verstellt werden, um die Richtung des Vortriebes auf diese Weise steuern zu können. Bei rotierender Vortriebspitze 7 ist ein geradeaus gerichteter Vortrieb in Richtung der Schlauchlängsachse möglich. Wird die Rotation der Vortriebspitze 7 ausgesetzt, so kann durch die seitliche Abflachung der Vortriebspitze 7 aufgrund der seitlich auf die Vortriebspitze 7 wirkenden Kräfte eine Abweichung von der Geradeausrichtung entlang der Schlauchlängsachse erreicht werden, wodurch der Schlauch 2 gebogen wird. Durch Wiederaufnahme einer Rotation der Vortriebspitze 7 kann wieder eine in Summe geradlinige Bewegung entlang der neuen Bewegungsrichtung veranlasst werden. Der Vortrieb des Schlauches 2 wird fortgesetzt, bis der gesamte Schlauch 2 abgewickelt wurde. Für eine wiederholte Verwendung der Vorrichtung muss der Schlauch 2 entweder wieder im Behälter 1 aufgewickelt werden, oder es wird eine neue Vorrichtung verwendet.
[0026] Wie bereits ausgeführt wurde, kann es bei sehr ungünstiger Lage der verschütteten Person vorkommen, dass sie annähernd kopfüber in der Lawine liegt. Um zu vermeiden, dass die Vortriebspitze 7 um annähernd 180° gewendet werden muss, bevor sie in Richtung der Lawinenoberfläche 0 vorgetrieben werden kann, wird die Ausführungsform gemäß der Fig. 4 vorgeschlagen, bei der zwei Ausschubkanäle A.1, A.2 mit entgegengesetzt orientierten Ausschubrichtungen für den Schlauch 2 vorgesehen sind, die jeweils über eine von der Steuereinheit stellbare Klappe 18 auswählbar sind. Die Aktivierung der Ausschubbewegung bleibt dabei an sich unverändert, es erfolgt lediglich eine Auswahl eines passenden Ausschubkanals A.1, A.2 mithilfe der stellbaren Klappe 18, die den ausgeschobenen Schlauch 2 entsprechend führt. Auf diese Weise kann der vertikale Vortrieb der Vortriebspitze 7 früher bewerkstelligt werden. In der Ausführungsform der Fig. 4 wird zudem lediglich eine Vorschubklemme 4 sowie ein ihr zugeordnete Rückstellfeder 5 verwendet. Diese Ausführung einer Vortriebseinrichtung ist platzsparender, allerdings ist dadurch nur ein diskontinuierlicher Vortrieb des Schlauches 2 möglich.
[0027] Die Klappe 18 kann dabei als passive Klappe 18 gemäß der Fig. 4 oder als aktive Klappe 18 gemäß der Fig. 5 ausgeführt sein. Bei der Ausführung als passive Klappe 18 bleibt die Stellung der Klappe 18 unverändert. Die Auswahl eines Ausschubkanals A.1, A.2 erfolgt durch gezielte Ansteuerung der Vortriebspitze 7 und durch das folgende Abstreifen der Vortriebspitze 7 an der Klappe 18 in den jeweiligen Ausschubkanal A.1, A.2. In der in der Fig. 4 gezeigten Stellung der
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Vortriebspitze 7 würde der Schlauch 2 beispielsweise durch den Ausschubkanal A.2 ausgeschoben. Durch anfängliche Rotation der Vortriebspitze 7 um 180° um die Schlauchlängsachse kann der Schlauch 2 durch den Ausschubkanal A.1 ausgeschoben werden.
[0028] Bei der Ausführung als aktive Klappe 18 kann die Stellung der Klappe 18 verändert werden, wie anhand der Fig. 5 erläutert wird. Durch entsprechende Ansteuerung der Klappe 18 kann der jeweilige Ausschubkanal A.1, A.2 ausgewählt werden. Die Fig. 5 zeigt hierfür eine mögliche Ausführung, bei der über Aktivierung eines Elektromagneten 19 der Ausschubkanal A.2 geöffnet wird, indem die Klappe 18 in die in der Fig. 5 eingezeichnete Pfeilrichtung bewegt wird. Dabei wird eine Feder 20 in die ebenfalls eingezeichnete Pfeilrichtung komprimiert. Bei Deaktivierung des Elektromagneten 19 sorgt die Feder 20 für eine Rückstellung der Klappe 18 und eine Öffnung des Ausschubkanals A. 1.
[0029] Mithilfe der Erfindung wird somit eine Vorrichtung bereitgestellt, die eine zuverlässige und rasche Ortung von Lawinenverschütteten ermöglicht, um die Wahrscheinlichkeit einer Lebendbergung zu erhöhen. Dabei soll die erfindungsgemäße Vorrichtung keineswegs als Ersatz für einen Lawinenairbag und dergleichen dienen, sondern bestenfalls als Ergänzung zu einem Lawinenairbag verwendet werden.
Claims (8)
1. Vorrichtung zur Ortung von Lawinenverschütteten mit einem Schlauch (2) als Ortungshilfsmittel und einer Vortriebseinrichtung für den Vortrieb des Schlauches (2) in eine zur Lawinenoberfläche (O0) gerichtete Vortriebrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass ein tragbarer Behälter (1) mit zumindest einem Ausschubkanal (A) für den innerhalb des Behälters (1) aufgewickelt gelagerten und knickstabil ausgeführten Schlauch (2) vorgesehen ist, und die Vortriebseinrichtung einen im Behälter (1) angeordneten Antrieb (3) für einen schiebenden Vortrieb des Schlauches (2) sowie einen an einem ausschiebbaren Ende des Schlauches (2) angeordneten Steuerkopf (6) umfasst, wobei der Steuerkopf (6) eine um die Schlauchlängsachse asymmetrisch ausgeführte Vortriebspitze (7), einen Stellmotor (12) für eine Rotation der Vortriebspitze (7) um die Schlauchlängsachse sowie einen Winkelsensor (14) und einen Neigungssensor (15) umfasst, und eine Steuereinheit vorgesehen ist, die ausgelegt ist aus der vom Neigungssensor (15) gemessenen Neigung des Steuerkopfes (6) entlang der Schlauchlängsachse zu einer gedachten Vertikalen und der vom Winkelsensor (14) gemessenen Winkelstellung des Steuerkopfes (6) um die Schlauchlängsachse eine im Zuge des schiebenden Vortriebes die Neigung des Steuerkopfes (6) in Richtung der Vertikalen verändernde Stellbewegung des Steuerkopfes (6) in unterschiedliche Winkelstellungen des Steuerkopfes (6) um die Schlauchlängsachse zu steuern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit mithilfe eines im Behälter (1) angeordneten Prozessors (8) ausgeführt ist, der über eine innerhalb des Schlauches (2) verlaufende Datenleitung (9) mit dem Steuerkopf (6) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenleitung (9) als Datenkabel ausgeführt ist, das mit seinem dem Steuerkopf (6) abgewandten Ende außerhalb des Schlauches (2) liegt und in einem im Wickelzentrum des Schlauches (2) angeordneten Depot (10) aufgenommen ist, das mit dem Prozessor (8) der Steuereinheit verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stromquelle (11) im Behälter (1) vorgesehen ist, die über eine innerhalb des Schlauches (2) verlaufende Stromleitung mit dem Steuerkopf (6) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (2) als Polyamid-Schlauch ausgeführt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vortriebseinrichtung für einen kontinuierlichen Vorschub des Schlauches (2) zwei vom Antrieb (3) abwechselnd in Richtung eines Ausganges des zumindest einen Ausschubkanals (A) bewegbare Vorschubklemmen (4.1, 4.2) für den Schlauch (2) umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Ausschubkanäle (A.1, A.2) mit entgegengesetzt orientierten Ausschubrichtungen für den Schlauch (2) vorgesehen sind, die jeweils über eine von der Steuereinheit stellbare Klappe (18) auswählbar sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) als Rucksack ausgeführt ist.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
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| PCT/EP2025/057671 WO2025242341A1 (de) | 2024-05-23 | 2025-03-20 | Vorrichtung zur ortung von lawinenverschütteten |
Applications Claiming Priority (1)
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| ATA50424/2024A AT527840B1 (de) | 2024-05-23 | 2024-05-23 | Vorrichtung zur ortung von lawinenverschütteten |
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| AT527840A4 AT527840A4 (de) | 2025-07-15 |
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Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE29609433U1 (de) * | 1996-05-28 | 1996-08-29 | Venier, Daniela, 83451 Piding | Ortungsgerät für Lawinenverschüttete mit alpinem Notsignal |
| US6412482B1 (en) * | 2000-01-24 | 2002-07-02 | Carl D. Rowe | Avalanche survival pack assembly |
| US20070157925A1 (en) * | 2006-01-12 | 2007-07-12 | Shterenberg Yuriy | Rescue device for snow avalanche victim |
| GB2484553A (en) * | 2010-10-15 | 2012-04-18 | Richard Smith | Self driven burrowing device |
-
2024
- 2024-05-23 AT ATA50424/2024A patent/AT527840B1/de active
-
2025
- 2025-03-20 WO PCT/EP2025/057671 patent/WO2025242341A1/de active Pending
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE29609433U1 (de) * | 1996-05-28 | 1996-08-29 | Venier, Daniela, 83451 Piding | Ortungsgerät für Lawinenverschüttete mit alpinem Notsignal |
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| US20070157925A1 (en) * | 2006-01-12 | 2007-07-12 | Shterenberg Yuriy | Rescue device for snow avalanche victim |
| GB2484553A (en) * | 2010-10-15 | 2012-04-18 | Richard Smith | Self driven burrowing device |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT527840A4 (de) | 2025-07-15 |
| WO2025242341A1 (de) | 2025-11-27 |
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