AT528521A4 - Kombi-Behältnis sowie In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren zur Herstellung eines solchen Kombi-Behältnisses - Google Patents
Kombi-Behältnis sowie In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren zur Herstellung eines solchen Kombi-BehältnissesInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Kombi-Behältnis umfassend einen becherförmigen Innenbehälter aus einem spritzgegossenen Kunststoffmaterial und ein Außenteil, welches den Innenbehälter ummantelt, sowie ein In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren zur Herstellung eines solchen Kombi-Behältnisses. Das Außenteil weist einen ersten und einen zweiten Endabschnitt auf, welche sich in einem Überlappungsbereich überlappen. An einer Bodeninnenfläche und einer Mantelinnenfläche des Innenbehälters sind zumindest zwei durchgehend verlaufende und einander gegenüberliegende, erste und zweite Fließhilfe-Verdickungen ausgebildet. Hierbei ist eine Verdickungsmitte der ersten Fließhilfe-Verdickung im Verlauf an der Mantelinnenfläche näher an einer zweiten Abschlusskante des zweiten Endabschnitts als an einer ersten Abschlusskante des ersten Endabschnitts des Außenteils und bezüglich der zweiten Abschlusskante des zweiten, äußeren Endabschnitts in einem Umfangsabstand von 1° bis 45° angeordnet. Die erste Fließhilfe-Verdickung weist an der Mantelinnenfläche einen wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich auf.
Description
[0001] Die Erfindung betrifft ein Kombi-Behältnis sowie ein In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren zur Herstellung eines solchen Kombi-Behältnisses.
[0002] Gattungsgemäße Kombi-Behältnisse können zum Beispiel zum Befüllen mit Lebensmitteln, insbesondere zum Befüllen mit Getränken vorgesehen sein. Folglich können solche Behältnisse zum Beispiel als Trinkbecher ausgeführt sein. Derartige Kombi-Behältnisse umfassen typischerweise einen becherförmigen Innenbehälter aus einem spritzgegossenen Kunststoffmaterial zur Aufnahme eines Produkts, wie eben eines Getränks. Darüber hinaus umfassen derartige Kombi-Behältnisse auch eine Außenteil, welcher den Innenbehälter ummantelt. Ein solches AuBenteil kann hierbei funktionell sein, und etwa eine Nutzung bzw. Handhabung des Kombi-Behältnisses erleichtern, oder etwa eine gewisse Schutzfunktion, beispielsweise gegenüber Heißgetränken, bereitstellen. Zusätzlich sind solchen Außenteile häufig bedruckt, um etwa den Inhalt zu beschreiben oder zu Werbezwecken. Daher auch die häufige Bezeichnung als „Label“.
[0003] Eine immer häufiger eingesetzte Methode zur Herstellung solcher Kombi-Behältnisse ist unter dem Begriff „In Mould Labeling“ bekannt geworden. Hierbei handelt es sich um ein Spritzgieß-Verfahren, bei welchem das Außenteil in einem Werkzeugformteil vorgelegt bzw. vorpositioniert wird und anschließend ein Kunststoffmaterial, beispielsweise eine Kunststoffmaterialschmelze in das geschlossene Spritzgießwerkzeug umfassend diesen Werkzeugformteil eingespritzt wird. Von Vorteil bei solchen In Mould Labeling Verfahren ist primär, dass zusätzlich Verfahrensschritte, wie etwa ein nachträglich nach dem Spritzgießen durchgeführtes Ummanteln grundsätzlich erübrigt werden können. In Mould Labeling Herstellungsverfahren können, im Vergleich zum einfachen Spritzgießen ohne Verwendung von Außenteilen bzw. generell Einlegeteilen, jedoch hinsichtlich der Qualität und Fehleranfälligkeit des Spritzgusses problematischer. Insbesondere bei komplexen Geometrien und/oder geometrischer Instabilität dieser Außenteile kann ein In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren fehleranfälliger sein als ein konventionelles Spritzgießen ohne Verwendung solcher Außenteile bzw. allgemein Einlegeteile, insbesondere aufgrund des deutlich komplexeren Fließverhaltens des Kunststoffmaterials im Zuge des Spritzgießens.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind bereits Maßnahmen zur verbesserten und weniger fehleranfälligen Herstellung von solchen Kombi-Behältnissen mittels In Mould Labeling Verfahren bekannt geworden. In EP 2 836 347 B1 sind zum Beispiel an einer Innen- oder Außenwand ausgebildete, sogenannte Fließhilfen beschrieben, welche im Wesentlichen durch Verdickungen im Vergleich zur sonstigen Wanddicke eines Innenbehälters nach innen oder außen hervortreten. Durch solche Fließhilfen kann der Fluss der Kunststoffmaterials während des Spritzgießens beeinflusst, beispielsweise in jeweils günstige Bahnen gelenkt werden. Trotz des bereits bekannten Stands der Technik besteht weiters Verbesserungsbedarf hinsichtlich spezifischer Anforderungen, welche beispielsweise durch bestimmte Außenteile auftreten.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, die noch bestehenden Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und ein Kombi-Behältnis zur Verfügung zu stellen, welches in hoher Qualität und fehlerfrei mittels einem In Mould Labeling Verfahrens herstellbar ist. Weiters war es Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kombi-Behältnisses zur Verfügung zu stellen.
[0006] Zum einen wird diese Aufgabe wird durch ein Kombi-Behältnis gelöst.
[0007] Das Kombi-Behältnis umfasst einen becherförmigen Innenbehälter aus einem spritzgegossenen Kunststoffmaterial. Der Innenbehälter weist einen Behältermantel mit einer umlaufenden Mantelinnenfläche auf und weist der Innenbehälter ein offenes Ende und ein mit einem Boden verschlossenes Ende aufweist.
[0008] Des Weiteren umfasst das Kombi-Behältnis ein Außenteil, welches den Innenbehälter ummantelt, wobei das Außenteil aus einem Zuschnitt gebildet ist, welcher Zuschnitt einen ersten, inneren Endabschnitt mit einer ersten Abschlusskante und einen zweiten, äußeren Endabschnitt mit einer zweiten Abschlusskante aufweist. Hierbei ist der Zuschnitt zu einem Mantel gewickelt und überlappen sich dabei der erste, innere Endabschnitt und der zweite, äußere Endabschnitt
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in einem Überlappungsbereich. [0009] Das Kombi-Behältnis ist mittels eines In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahrens hergestellt.
[0010] An einer Bodeninnenfläche und der Mantelinnenfläche des Behältermantels des Innenbehälters sind zumindest zwei durchgehend verlaufende und einander gegenüberliegende, erste und zweite Fließhilfe-Verdickungen ausgebildet, welche nach innen hervortreten. Hierbei sind die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen von einer Anspritzstelle im Boden des Innenbehälters ausgehend und zumindest über einen Teil einer von dem Boden zu dem offenen Ende erstreckenden Mantelerstreckung verlaufend ausgebildet.
[0011] Die erste Fließhilfe-Verdickung ist von der Anspritzstelle in Richtung des Überlappungsbereichs des Außenteils führend und im Bereich des Überlappungsbereichs des Außenteils an der Mantelinnenfläche verlaufend angeordnet, derart dass eine Verdickungsmitte der ersten FließRhilfe-Verdickung im Verlauf an der Mantelinnenfläche näher an der zweiten Abschlusskante des zweiten Endabschnitts als an der ersten Abschlusskante des ersten Endabschnitts des AuBenteils und bezüglich der zweiten Abschlusskante des zweiten, äußeren Endabschnitts in einem Umfangsabstand von 1° bis 45° angeordnet ist, wobei die erste Fließhilfe-Verdickung an der Mantelinnenfläche einen wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich aufweist.
[0012] Durch diese Merkmale kann im das Kombi-Behältnis verbessert hergestellt werden und können Spritzguss-Fehler effizient hintangehalten werden. So kann das Kombi-Behältnis mit sehr guter und einheitlicher Oberflächen-Textur hergestellt werden. Im Speziellen kann ein Kunststoffmaterial-Fluss im Bereich des Überlappungsbereichs der Endabschnitte des Außenteils im Zuge der Herstellung derart günstig gelenkt werden, dass ein unerwünschtes Hinterspritzen des AuBenteils, also ein Eindringen des Kunststoffmaterials auf eine Außenseite des Außenteils, wirksam hintangehalten werden kann. Insbesondere kann durch diese Ausgestaltungsmerkmale des Kombi-Behältnisses der Kunststoffmaterialfluss im Zuge der Herstellung bzw. des Spritzgießens derart gelenkt werden, dass das Kunststoffmaterial zum Bereich des Überlappungsbereichs schneller fließt und somit die Endabschnitte gegeneinander und gegen eine Außenkontur des entsprechenden Spritzguss-Formteils schneller gedrückt werden, als an anderen Stellen. Darüber hinaus kann durch diese Merkmale des Kombi-Behältnisses auch erzielt werden, dass im Zuge des Spritzgießens das Kunststoffmaterial den ersten Endabschnitt des Außenteils in Richtung der ersten Abschlusskante überstreicht. Dies, da das Kunststoffmaterial im Bereich der Fließhilfe-Verdickungen dem Kunststoffmaterial in anderen Bereichen im Zuge des Spritzgießens vorauseilen kann und sich das Kunststoffmaterial daher jeweils ausgehend von den FließhilfeVerdickungen seitlich der Fließhilfeverdickungen ausbreiten bzw. seitlich der Fließhilfe-Verdickungen verteilen kann. Außerdem kann durch die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen per se zusätzlich eine Versteifung des Innenbehälters, und damit auch des gesamten Kombi-Behältnisses erreicht werden.
[0013] Im Zuge des Spritzgießens kann das Kunststoffmaterial zum Beispiel in Form einer fließfähigen Kunststoffmaterialschmelze, oder aber auch in Form eines fließfähigen, chemisch vernetzbaren Kunststoffmaterials bereitgestellt werden. Im Prinzip kann das Kunststoffmaterial durch jedwedes spritzgießfähige Kunststoffmaterial gebildet sein. Im Zuge des Spritzgießens kann zwischen einem eingespritzten Kunststoffmaterial und einer inneren Oberfläche des Außenteils eine Haftung generiert bzw. herbeigeführt werden. Beim Kombi-Behältnis kann also das Kunststoffmaterial des Innenbehälters am Außenteil haften. Der erste, innere Endabschnitt und der zweite, äußere Endabschnitt können hierbei nicht direkt miteinander verbunden sein, sondern können lediglich durch Haften des spritzgegossenen Kunststoffmaterials am Außenteil aneinander gehalten werden.
[0014] Die zweite, nicht im (Nah-)Bereich des Überlappungsbereichs angeordnete Fließhilfe-Verdickung kann vor allem zur Bereitstellung eines symmetrischen Flusses des Kunststoffmaterials im Zuge des Spritzgießens dienen. Die zweite Fließhilfe-Verdickung der zumindest zwei Fließhilfeverdickungen kann bei allen Ausführungsformen, inklusive der nachfolgend noch beschriebenen, bevorzugten Ausgestaltungsvarianten des Innenbehälters des Kombi-Behältnisses spiegel-
gleich bzw. symmetrisch korrespondierend zu der ersten Fließhilfe-Verdickung ausgebildet sein. Die zumindest zwei Fließhilfeverdickungen können zum Beispiel um 0,1 mm bis 0,5 mm nach innen hervortreten. In anderen Worten können die zumindest zwei Fließhilfeverdickungen um 0,1 mm bis 0,5 mm gegenüber der restlichen bzw. sonstigen Mantelinnenfläche nach innen hervortreten.
[0015] Das Außenteil kann zum Beispiel durch einen Fasern, insbesondere Cellulosefasern umfassenden Werkstoff und/oder durch ein Kunststoffmaterial gebildet sein. Eine Wandstärke des Innenbehälters außerhalb der zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen kann zum Beispiel 0,2 mm bis 1 mm betragen. Ein Boden des Kombi-Behältnisse kann natürlich durch den Boden des Innenbehälters gebildet sein. Dies da das Außenteil den Innenbehälter ja lediglich ummantelt.
[0016] Der Behältermantel des Innenbehälters kann im Querschnitt kreisförmig ausgebildet sein. Vorzugsweise kann die Verdickungsmitte der ersten Fließhilfe-Verdickung bezüglich der zweiten Abschlusskante des zweiten, äußeren Endabschnitts in einem Umfangsabstand von 1,5° bis 25°, insbesondere von 2° bis 20° angeordnet sein.
[0017] Bei einer Weiterbildung des Kombi-Behältnisses kann eine Außenfläche des Außenteils einen zumindest bereichsweise konvex gekrümmten Verlauf und die Mantelinnenfläche des Innenbehälters korrespondierend hiermit einen zumindest bereichsweise konkav gekrümmten Verlauf entlang der Mantelerstreckung aufweisen.
[0018] Eine derartige geometrische Ausgestaltung des Kombi-Behältnisses ist vor allem in der Nutzung bzw. Handhabung praktikabel, stellt jedoch eine besondere Herausforderung bei der Herstellung im Zuge des Spritzgießens dar. Jedoch hat sich herausgestellt, dass auch eine solche, geometrische Ausgestaltung des Kombi-Behältnisses durch die oben angegebenen Merkmale ohne größere Probleme bewerkstelligt werden kann. Im Speziellen kann das Außenteil aus einem im lose gewickelten Zustand konisch verlaufenden Außenteil gebildet sein.
[0019] Bei einer weiteren Ausgestaltungsform des Kombi-Behältnisses kann vorgesehen sein, dass die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen entlang ihres Verlaufs an der Bodeninnenfläche und der Mantelinnenfläche des Innenbehälters eine Mindestbreite von 1 mm bis 5 mm aufweisen.
[0020] Eine Mindestbreite aus dem angegebenen Bereich kann hierbei zum Beispiel je nach Wandstärke des Innenbehälters außerhalb der zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen gewählt sein. Eine derartige Mindestbreite hat sich als gut geeignet zur Kontrolle bzw. Steuerung des Flusses des Kunststoffmaterials im Zuge des Spritzgießens erwiesen.
[0021] In dem Zusammenhang kann bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Kombi-Behältnisses auch vorgesehen sein, dass die erste Fließhilfe-Verdickung im Verlauf am Boden des Innenbehälters einen konisch auseinanderlaufenden Abschnitt aufweist.
[0022] Durch dieses Merkmal des Kombi-Behältnisses kann der Fluss des Kunststoffmaterials im Zuge des Spritzgießens nochmals verbessert kontrolliert werden, und somit Spritzgießfehler, insbesondere unerwünschte Hinterspritz-Fehler am Kombi-Behältnis wirksam hintangehalten werden. Dies auch deshalb, da durch einen solchen, konisch auseinanderlaufenden Abschnitt im Zuge der Herstellung ein seitliches Auseinanderstreben des Kunststoffmaterials im Zuge des Spritzgießens bereits an dem Boden des entstehenden Innenbehälters induziert werden kann.
[0023] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die erste Fließhilfe-Verdickung entlang ihres Verlaufs an der Mantelinnenfläche des Innenbehälters eine Verbreiterung um 1 mm bis 5 mm gegenüber der Mindestbreite aufweist.
[0024] Auch hierdurch kann ein verbessertes Hintanhalten von Hinterspritz-Fehlern an dem Kombi-Behältnis bereitgestellt werden, da auch durch diese Merkmale ein seitliches Auseinanderfließen des Kunststoffmaterials im Zuge des Spritgießens generiert werden kann.
[0025] Bei einer vorzugsweisen Ausgestaltung des Kombi-Behältnisses können an der Bodeninnenfläche und der Mantelinnenfläche des Behältermantels des Innenbehälters genau zwei einander gegenüberliegende Fließhilfe-Verdickungen ausgebildet sein.
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[0026] Durch diese Merkmale kann der Innenbehälter mit geringerem Materialaufwand an dem Kunststoffmaterial des Innenbehälters hergestellt werden. Wie sich herausgestellt hat, können trotzdem Fehler im Zuge des Spritzgießens, insbesondere ein unerwünschtes Hinterspritzen des Außenteils, wirksam hintangehalten werden.
[0027] Des Weiteren kann bei dem Kombi-Behältnis vorgesehen sein, dass die zumindest zwei FließRhilfe-Verdickungen jeweils über 25% bis 80 % der Mantelerstreckung des Innenbehälters verlaufend an der Mantelinnenfläche ausgebildet sind.
[0028] Dies hat sich als ausreichend zum Hintanhalten von Spritzgießfehlern im Zuge des Spritzgießens zur Ausformung des Innenbehälters erwiesen. Vorzugsweise können die zumindest zwei FließRhilfe-Verdickungen jeweils über 40% bis 75%, insbesondere 45% bis 70% der Mantelerstreckung des Innenbehälters verlaufend an der Mantelinnenfläche ausgebildet sein.
[0029] Die Aufgabe der Erfindung wird aber auch durch ein In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren zur Herstellung eines Kombi-Behältnisses wie oben beschrieben gelöst.
[0030] Das In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren umfasst die Schritte
- Positionieren des lose gewickelten Außenteils mit im Überlappungsbereich überlappenden ersten Endabschnitten und zweiten Endabschnitten an einem äußerem Formteil eines Formwerkzeugs, wobei der zweite, äußere Endabschnitt außenliegend am ersten, inneren Endabschnitt angeordnet wird,
- Schließen des Formwerkzeugs durch Anlegen des äußeren Formteils an ein inneres Formteil unter Ausbildung einer Kavität zwischen dem äußeren und dem inneren Formteil des geschlossenen Formwerkzeugs,
- Einspritzen eines fließfähigen Kunststoffmaterials in die Kavität via eine Anspritzöffnung im äußBeren Formteil, sodass das fließfähige Kunststoffmaterial in einen Füllraum zwischen dem AuRenteil und dem inneren Formteil fließt und die Kavität sukzessive ausfüllt,
- Verfestigen des Kunststoffmaterials,
- Öffnen des Formwerkzeugs und Entnehmen des Kombi-Behältnisses.
[0031] Hierbei wird das lose gewickelte Außenteil derart an dem äußeren Formteil des Formwerkzeugs positioniert, dass die erste Fließhilfe-Verdickung von der Anspritzöffnung in Richtung des Überlappungsbereichs des Außenteils führend und im Bereich des Überlappungsbereich des Außenteils an der Mantelinnenfläche verlaufend angeordnet wird, wobei eine Verdickungsmitte der ersten Fließhilfe-Verdickung im Verlauf an der Mantelinnenfläche näher an der zweiten Abschlusskante des zweiten Endabschnitts als an der ersten Abschlusskante des ersten Endabschnitts des Außenteils und bezüglich der zweiten Abschlusskante des zweiten, äußeren Endabschnitts in einem Umfangsabstand von 1° bis 45° angeordnet wird, und wobei die erste FließhilfeVerdickung an der Mantelinnenfläche in einem wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich angeordnet wird.
[0032] Der Behältermantel des Innenbehälters kann im Querschnitt kreisförmig ausgebildet werden. Vorzugsweise kann das lose gewickelte Außenteil derart an dem äußeren Formteil positioniert werden, dass die Verdickungsmitte der ersten Fließhilfe-Verdickung bezüglich der zweiten Abschlusskante des zweiten, äußeren Endabschnitts in einem Umfangsabstand von 1,5° bis 25°, insbesondere von 2° bis 20° angeordnet wird.
[0033] Die bezüglich des Kombi-Behältnisses erzielbaren Vorteile, insbesondere das wirksame Hintanhalten einer unerwünschten Hinterspritzung des Außenteils, sind bereits obenstehend in Zusammenhang mit eben dem Kombi-Behältnis beschrieben, und müssen diese technischen Effekte an dieser Stelle nicht wiederholt werden, sondern wird auf die obige Beschreibung verwiesen.
[0034] Unter einem lose gewickeltes Außenteil ist ein aus dem Zuschnitt lose zu einem Mantel gewickeltes Außenteil zu verstehen, bei welchem der erste Endabschnitt und der zweite Endabschnitt nicht direkt miteinander verbunden sind. Im Zuge des Spritzgießens kann zwischen dem eingespritzten, fließfähigen Kunststoffmaterial und einer inneren Oberfläche des Außenteils eine Haftung generiert bzw. herbeigeführt werden. Beim Kombi-Behältnis kann also das Kunststoff-
material des Innenbehälters am Außenteil haften. Da das Außenteil lediglich lose aus dem Zuschnitt gewickelt und an dem äußeren Formteil positioniert wird, können der erste, innere Endabschnitt und der zweite, äußere Endabschnitt hierbei nicht direkt miteinander verbunden sein, sondern können lediglich durch Haften des spritzgegossenen Kunststoffmaterials am Außenteil aneinander gehalten werden.
[0035] Wie dem Fachmann auf dem technischen Gebiet des Spritzgießens hinlänglich bekannt, können die generelle, geometrische Formgebung aber auch die Ausgestaltung von Oberflächenmerkmalen von mittels Spritzgießens hergestellter Formkörper, wie beim gegenständlichen Kombi-Behältnis, durch entsprechende Ausgestaltung einer Innenkontur des inneren Formteils und einer Außenkontur des äußeren Formteils bewerkstelligt werden. So versteht es sich von selbst, dass zur Bildung der zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen des Kombi-Behältnisses entsprechend ausgeformte Fließhilfe-Kanäle an der Innenkontur des inneren Formteils ausgebildet sein können.
[0036] Als fließfähiges Kunststoffmaterial kann zum Beispiel eine fließfähige Kunststoffmaterialschmelze, oder aber auch ein fließfähiges, chemisch vernetzungsfähiges Kunststoffmaterial eingesetzt werden. Im Prinzip kann jedwedes spritzgießfähige Kunststoffmaterial verwendet werden. Die Verfestigung des fließfähigen Kunststoffmaterials kann sodann je nach Art des eingesetzten Kunststoffmaterials erfolgen, wie etwa durch Abkühlen einer heißen Kunststoffmaterialschmelze durch Abkühlen der beiden Formteile des Formwerkzeugs, oder durch chemische Vernetzung eines vernetzungsfähigen Kunststoffmaterials.
[0037] Bei dem In Mould Labeling Verfahren kann im Speziellen vorgesehen sein, dass das lose gewickelte Außenteil im gewickelten Zustand konisch verlaufend ausgebildet ist, und dass die Mantelinnenfläche des Innenbehälters mit einem zumindest bereichsweise konkav gekrümmten Verlauf entlang der Mantelerstreckung ausgebildet wird.
[0038] Auf diese Weise kann ein Kombi-Behältnis mit konvex gekrümmter Außenkontur hergestellt werden, welches in der Nutzung bzw. Handhabung sehr praktikabel ist. Wie sich herausgestellt hat, kann mittels des gegenständlichen In Mould Labeling Verfahrens ein Kombi-Behältnis mit derart konvex gekrümmter Außenkontur trotz des Einsetzens eines (ursprünglich) im lose gewickelten Zustand konisch verlaufenden Außenteils ohne große Probleme bewerkstelligt werden.
[0039] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert.
[0040] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
[0041] Fig. 1 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels für einen Innenbehälter eines Kombi-Behältnisses;
[0042] Fig. 2 eine perspektivische Ansicht des Ausführungsbeispiels für einen Innenbehälter eines Kombi-Behältnisses aus Fig. 1;
[0043] Fig. 3 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels für einen Zuschnitt zur Bildung eines Außenteils eines Kombi-Behältnisses;
[0044] Fig. 4 eine Querschnittsansicht betrachtet von oben eines Ausführungsbeispiels für ein Kombi-Behältnis umfassend einen Innenbehälter und ein Außenteil;
[0045] Fig. 5 eine schematische Schnittansicht eines geschlossenen Spritzgießwerkzeugs mit einem eingelegten, lose gewickelten Außenteil-Zuschnitt.
[0046] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind diese
Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0047] Das Kombi-Behältnis 1 umfasst einen becherförmigen Innenbehälter 2 aus einem spritzgegossenen Kunststoffmaterial sowie ein Außenteil 3 welches den Innenbehälter 2 ummantelt. Zur besseren Ersichtlichkeit einiger Merkmale des Innenbehälters 2 und des Außenteils 3 sind diese in den Fig. 1, 2 bzw. in Fig. 3 separiert dargestellt. Ein Ausführungsbeispiel für ein fertiges Kombi-Behältnis 1 mit assemblierten bzw. durch Spritzgießen aneinander gefügten Innenbehälter 2 und Außenteil 3 ist in der Querschnittsansicht in Fig. 4 gezeigt. Es ist festzuhalten, dass die jeweiligen Darstellungen in den Fig. 1 bis 4 natürlich in Relation jeweils zueinander nicht maßstabsgerecht dargestellt sind, sondern dass es sich jeweils um lediglich schematische Darstellungen handelt.
[0048] Wie am besten durch Zusammenschau von Fig. 1 und Fig. 2 ersichtlich ist, weist der Innenbehälter 2 einen Behältermantel 4 mit einer umlaufenden Mantelinnenfläche 5, sowie ein offenes Ende 6 und ein mit einem Boden 7 verschlossenes Ende auf. Der Behältermantel 4 des Innenbehälters 2 kann im Querschnitt kreisförmig ausgebildet sein, wie dies anhand der Ausführungsbeispiele in Fig. 2 und Fig. 4 auch dargestellt ist.
[0049] Das Außenteil 3 ist aus einem Zuschnitt 8 gebildet, welcher Zuschnitt 8 in Fig. 3 in nicht gewickeltem Zustand bzw. in nicht gewickelter Form gezeigt ist. Das entsprechende Außenteil 3 in gewickelten und an den Innenbehälter 2 angebundenen Zustand ist in Fig. 4 dargestellt. Wie anhand einer Zusammenschau von Fig. 3 und Fig. 4 erkennbar ist, weist der Zuschnitt 8 (und damit natürlich auch das Außenteil 3) einen ersten, inneren Endabschnitt 9 mit einer ersten Abschlusskante 10 und einen zweiten, äußeren Endabschnitt 11 mit einer zweiten Abschlusskante 12 auf. We dies in Fig. 4 dargestellt ist, ist der Zuschnitt 3 im fertigen Kombi-Behältnis 1 zu einem Mantel bzw. eben zu dem Außenteil 3 gewickelt. Hierbei überlappen sich der erste, innere Endabschnitt 9 und der zweite, äußere Endabschnitt 11 in einem Überlappungsbereich 13, wobei der zweite, äußere Endabschnitt 11 außenliegend am ersten, inneren Endabschnitt 9 angeordnet ist.
[0050] Der erste Endabschnitt 9 und der zweite Endabschnitt 11 können bei dem Kombi-Behältnis 1 insbesondere nicht direkt aneinander gebunden sein, sondern können durch Anbindung des Außenteils 3 an das Kunststoffmaterial des Innenbehälters 2 gehalten sein. Das Außenteil 3 bzw. der Zuschnitt 8 kann zum Beispiel durch einen Fasern, insbesondere Cellulose-fasern umfassenden Werkstoff und/oder durch ein Kunststoffmaterial gebildet sein.
[0051] Das Kombi-Behältnis 1 ist mittels eines In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahrens hergestellt, wie dies nachstehend anhand von Fig. 5 noch näher beschrieben wird. Die Verfahrensmerkmale und technischen Effekte dieses In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahrens sind aber auch anhand der Merkmale des Kombi-Behältnisses 1 erkennbar, und werden im Folgenden auch anhand der Bestandteile 2, 3 des Kombi-Behältnisses 1 weiter beschrieben.
[0052] Wie anhand von Fig. 2 und Fig. 4 gezeigt, sind an einer Bodeninnenfläche 14 und der Mantelinnenfläche 5 des Behältermantels 4 des Innenbehälters 2 zumindest zwei durchgehend verlaufende und einander gegenüberliegende, erste und zweite Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 ausgebildet. Diese FließRhilfe-Verdickungen 15, 16 treten hierbei nach innen vor, wie dies vor allem anhand von Fig. 4 gut zu erkennen ist. Hierbei sind die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 von einer Anspritzstelle 17 im Boden 7 des Innenbehälters 2 ausgehend und zumindest über einen Teil einer von dem Boden 7 zu dem offenen Ende 6 erstreckenden Mantelerstreckung 18 verlaufend ausgebildet, wie dies durch Zusammenschau der Fig. 1, 2 und 4 ersichtlich ist.
[0053] Wie in Fig. 4 gezeigt, ist die erste Fließhilfe-Verdickung 15 von der Anspritzstelle 17 in Richtung des Überlappungsbereichs 13 des Außenteils 3 führend und im Bereich des Überlappungsbereich 13 des Außenteils 3 an der Mantelinnenfläche 5 verlaufend angeordnet. Dies derart, dass eine Verdickungsmitte 19 der ersten Fließhilfe-Verdickung 15 im Verlauf an der Mantelinnenfläche 5 näher an der zweiten Abschlusskante 12 des zweiten Endabschnitts 11 als an der ersten Abschlusskante 10 des ersten Endabschnitts 9 des Außenteils 3 und bezüglich der zweiten Abschlusskante 12 des zweiten, äußeren Endabschnitts 11 in einem Umfangsabstand 20 von 1°
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bis 45° angeordnet ist. Vorzugsweise kann die Verdickungsmitte 19 der ersten Fließhilfe-Verdickung 15 bezüglich der zweiten Abschlusskante 12 des zweiten, äußeren Endabschnitts 11 in einem Umfangsabstand 20 von 1,5° bis 25° und insbesondere von 2° bis 20° angeordnet sein. Die erste Fließhilfe-Verdickung 15 weist an der Mantelinnenfläche 5 einen wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich 13 auf, wie dies am besten aus Fig. 4 erkennbar ist.
[0054] Wie sowohl in Fig. 2 als auch Fig. 4 gut erkennbar ist, können die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 spiegelgleich bzw. symmetrisch korrespondierend ausgebildet sein. Ganz grundsätzlich können an der Bodeninnenfläche 14 und der Mantelinnenfläche auch noch weitere Fließhilfeverdickungen, insbesondere weitere gegenüberliegende Paare von FließhilfeVerdickungen ausgebildet sein. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass an der Bodeninnenfläche 14 und der Mantelinnenfläche 5 des Behältermantels 4 des Innenbehälters 2 genau zwei einander gegenüberliegende Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 ausgebildet sind, wie dies auch anhand der Ausführungsbeispiele gemäß Fig. 2 und Fig. 4 dargestellt ist.
[0055] Die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 können entlang ihres Verlaufs an der Bodeninnenfläche 14 und der Mantelinnenfläche 5 des Innenbehälters 2 eine Mindestbreite 21 von 1 mm bis 5 mm aufweisen, wie dies in Fig. 4 veranschaulicht ist. Des Weiteren können die zumindest zwei Fließhilfeverdickungen beispielsweise um 0,1 mm bis 0,5 mm nach innen hervortreten. In anderen Worten können die zumindest zwei Fließhilfeverdickungen um 0,1 mm bis 0,5 mm gegenüber der restlichen bzw. sonstigen Mantelinnenfläche 5 nach innen hervortreten.
[0056] Wie ebenfalls in Fig. 4 und auch Fig. 2 gezeigt ist, kann in dem Zusammenhang auch vorgesehen sein, dass die erste Fließhilfe-Verdickung 15 (und wie beim gezeigten Ausführungsbeispiel vorzugsweise auch die zweite Fließhilfeverdickung 16) im Verlauf am Boden 7 des Innenbehälters 2 einen konisch auseinanderlaufenden Abschnitt 22 aufweist.
[0057] In weitere Folge kann dann auch vorgesehen sein, dass die erste Fließhilfe-Verdickung 15 (und wie beim gezeigten Ausführungsbeispiel wiederum vorzugsweise auch die zweite Fließhilfeverdickung 16) entlang ihres Verlaufs an der Mantelinnenfläche 5 des Innenbehälters 2 eine Verbreiterung um 1 mm bis 5 mm gegenüber der Mindestbreite 21 aufweist, wie dies ebenfalls anhand der Ausführungsbeispiele gemäß Fig. 2 und Fig. 4 dargestellt ist.
[0058] Die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 können jeweils über 25% bis 80 % der Mantelerstreckung 18 des Innenbehälters 2 verlaufend an der Mantelinnenfläche 5 ausgebildet sein. Vorzugsweise können die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 jeweils über 40% bis 75%, insbesondere 45% bis 70% der Mantelerstreckung 18 des Innenbehälters 2 verlaufend an der Mantelinnenfläche 5 ausgebildet sein.
[0059] Wie durch Zusammenschau von Fig. 1 und 4 erkennbar ist, können eine Außenfläche 23 des Außenteils 3 einen zumindest bereichsweise konvex gekrümmten Verlauf und die Mantelinnenfläche 5 des Innenbehälters 2 korrespondierend hiermit einen zumindest bereichsweise konkav gekrümmten Verlauf entlang der Mantelerstreckung 18 aufweisen. Dies, da ja auch eine AuBenfläche 24 des Innenbehälters 2 im Zuge des Spritzgießens konvex gekrümmt geformt wird, und daher das Außenteil 3 bzw. dessen Außenfläche 23 diesen konvex gekrümmten Verlauf annimmt bzw. durch das Spritzgießen in diese Form gezwungen wird.
[0060] Das In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren ist zur Herstellung eines Kombi-Behältnisses 1 wie obenstehend beschrieben und anhand der Ausführungsbeispiele gemäß den Figuren 1 bis 4 gezeigt, vorgesehen. Wie bereits erwähnt spiegeln sich die Verfahrensmerkmale und technischen Effekte dieses In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahrens aber auch durch die Merkmale des Kombi-Behältnisses 1 wider, und wird im Folgenden auch für die Beschreibung des In Mould Labeling Verfahrens daher auf diese, in Zusammenhang mit den in den Fig. 1 bis Fig. 4 bereits beschriebenen Merkmalen des Kombi-Behältnisses 1 bzw. dessen Innenbehälter 2 und Außenteil 3 Bezug genommen. Zusätzlich wird das In Mould Labeling Verfahren auch anhand der grob schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein Formwerkzeug 25 zur Verwendung im In Mould Labeling Verfahren.
[0061] Ganz grundsätzlich umfasst das In Mould Labeling Verfahren die Verfahrensschritte
- Positionieren des lose gewickelten Außenteils 3 mit im Überlappungsbereich 13 überlappenden ersten Endabschnitten 9 und zweiten Endabschnitten 11 an einem äußerem Formteil 26 eines Formwerkzeugs 25, wobei der zweite, äußere Endabschnitt 11 außenliegend am ersten, inneren Endabschnitt 9 angeordnet wird,
- Schließen des Formwerkzeugs 25 durch Anlegen des äußeren Formteils 26 an ein inneres Formteil 27 unter Ausbildung einer Kavität 28 zwischen dem äußeren und dem inneren Formteil 26, 27 des geschlossenen Formwerkzeugs 25,
- Einspritzen eines Kunststoffmaterials in die Kavität 28 via eine Anspritzöffnung 29 im äußeren Formteil 26, sodass das Kunststoffmaterial in einen Füllraum 30 zwischen dem Außenteil 3 und dem inneren Formteil 27 fließt und die Kavität 28 sukzessive ausfüllt,
- Verfestigen des Kunststoffmaterials,
- Öffnen des Formwerkzeugs 25 und Entnehmen des Kombi-Behältnisses 1.
[0062] In der Fig. 5 ist hierzu ein entsprechendes Formwerkzeug 25 im geschlossenen Zustand bzw. mit entsprechend aneinander anliegenden Formteilen 26, 27 grob schematisch dargestellt. Ebenfalls in Fig. 5 zu erkennen ist ein bereits vor dem Schließen des Formwerkzeugs 25 an dem äußeren Formteil 26 positioniertes, lose gewickeltes Außenteil 3, welches nach dem Schließen des Formwerkzeugs 25 in der Kavität 28 angeordnet ist.
[0063] Dieses lose gewickelte Außenteil 3 wird derart an dem äußeren Formteil 26 des Formwerkzeugs 25 positioniert, dass die erste FlieRhilfe-Verdickung 15 von der Anspritzstelle 17 in Richtung des Überlappungsbereichs 13 des Außenteils 3 führend und im Bereich des Überlappungsbereich 13 des Außenteils 3 an der Mantelinnenfläche 5 verlaufend angeordnet wird. Hierbei wird eine Verdickungsmitte 19 der ersten Fließhilfe-Verdickung 15 im Verlauf an der Mantelinnenfläche 5 näher an der zweiten Abschlusskante 12 des zweiten Endabschnitts 11 als an der ersten Abschlusskante 10 des ersten Endabschnitts 9 des Außenteils 3 und bezüglich der zweiten Abschlusskante 12 des zweiten, äußeren Endabschnitts 11 in einem Umfangsabstand 20 von 1° bis 45 ° angeordnet. Die erste Fließhilfe-Verdickung 15 wird an der Mantelinnenfläche 5 in einem wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich 13 angeordnet wird.
[0064] Diese im Zuge des Spritzgießens generierten Merkmale sind wie erwähnt am besten anhand der in den Fig. 1, 2 und 4 gezeigten Ausführungsbeispiele für das Produkt des In Mould Labeling Verfahrens, also das Kombi-Behältnis 1 bzw. dessen Innenbehälter 2 und Außenteil 3 erkennbar. Dementsprechend können auch die in Zusammenhang mit den Fig. 1, 2 und 4 beschriebenen Merkmale des Kombi-Behältnisses 1 bzw. dessen Innenbehälter 2 und Außenteil 3 mittels des In Mould Labeling Verfahrens generiert werden.
[0065] In dem Zusammenhang ist es für den Durchschnittsfachmann auf dem Gebiet des Spritzgießens natürlich auch selbstredend, dass die generelle, geometrische Formgebung aber auch die Ausgestaltung von Oberflächenmerkmalen von mittels Spritzgießens hergestellter Formkörper, wie auch beim gegenständlichen Kombi-Behältnis 1, durch entsprechende Ausgestaltung einer Innenkontur des inneren Formteils 27 und einer Außenkontur des äußeren Formteils 26 bewerkstelligt bzw. generiert werden. Zum Beispiel versteht es sich für den Durchschnittsfachmann von selbst, dass zur Bildung der zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen 15, 16 des KombiBehältnisses 1 entsprechend ausgeformte Fließhilfe-Kanäle an der Innenkontur des inneren Formteils 27 ausgebildet sein können. Daher sind der Einfachheit halber solche Außenkonturen des äußeren Formteils 26 und Innenkonturen des inneren Formteils 27 in Fig. 5 nicht näher dargestellt.
[0066] Wie weiters aus Fig. 5 erkennbar ist, kann im Speziellen das lose gewickelte Außenteil 3 im lose gewickelten Zustand konisch verlaufend ausgebildet sein, und kann die Mantelinnenfläche 5 des Innenbehälters 2 mit einem zumindest bereichsweise konkav gekrümmten Verlauf entlang der Mantelerstreckung 18 ausgebildet werden.
[0067] Hierzu ist in Fig. 5 gezeigt, dass das lose gewickelte Außenteil 3 nicht vollständig an einer (konvexen) Außenkontur des äußeren Formteils 26 anliegt, sondern das zumindest bereichsweise ein Freiraum 31 zwischen der Außenkontur des äußeren Formteils 26 und dem lose gewi-
ckelten außenteil 3 verbleibt. Der obenstehend beschriebene, konvex gekrümmte Verlauf der AuBenfläche 23 des Außenteils 3 bei konkav gekrümmter Mantelinnenfläche 15 des Innenbehälters 2, wird daher erst im Zuge des Spritzgießens durch das Befüllen des Füllraums 30 mit dem fließfähigen Kunststoffmaterial durch Aufweiten des konisch verlaufenden Außenteils 3 und hierdurch Drücken des Außenteils 3 an die Außenkontur des äußeren Formteils 26 herbeigeführt.
[0068] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0069] Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen können für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.
[0070] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen, dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe 1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze 1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10 oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1, oder 5,5 bis 10.
[0071] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Kombi-Behältnis 31 Freiraum 2 Innenbehälter
3 Außenteil
4 Behältermantel
5 Mantelinnenfläche
6 Ende 7 Boden 8 Zuschnitt
9 Endabschnitt
10 Abschlusskante
11 Endabschnitt
12 Abschlusskante
13 Überlappungsbereich 14 Bodeninnenfläche
15 Fließhilfe-Verdickung 16 Fließhilfe-Verdickung 17 Anspritzstelle
18 Mantelerstreckung 19 Verdickungsmitte
20 Umfangsabstand
21 Mindestbreite
22 Abschnitt
23 Außenfläche
24 Außenfläche
25 Formwerkzeug
26 Formteil
27 Formteil
28 Kavität
29 Anspritzöffnung
30 Füllraum
11716
Claims (9)
1. Kombi-Behältnis (1) umfassend - einen becherförmigen Innenbehälter (2) aus einem spritzgegossenen Kunststoffmaterial, wobei der Innenbehälter (2) einen Behältermantel (4) mit einer umlaufenden Mantelinnenfläche (5) aufweist, und wobei der Innenbehälter (2) ein offenes Ende (6) und ein mit einem Boden (7) verschlossenes Ende aufweist, - ein Außenteil (3) welches den Innenbehälter (2) ummantelt, wobei das Außenteil (3) aus einem Zuschnitt (8) gebildet ist, welcher Zuschnitt (8) einen ersten, inneren Endabschnitt (9) mit einer ersten Abschlusskante (10) und einen zweiten, äußeren Endabschnitt (11) mit einer zweiten Abschlusskante (12) aufweist, wobei der Zuschnitt (8) zu einem Mantel gewickelt ist und sich dabei der erste, innere Endabschnitt (9) und der zweite, äußere Endabschnitt (11) in einem Überlappungsbereich (13) überlappen, wobei der zweite, äußere Endabschnitt (11) außenliegend am ersten, inneren Endabschnitt (9) angeordnet ist, - wobei das Kombi-Behältnis (1) mittels eines In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahrens hergestellt ist, - wobei an einer Bodeninnenfläche (14) und der Mantelinnenfläche (5) des Behältermantels (4) des Innenbehälters (2) zumindest zwei durchgehend verlaufende und einander gegenüberliegende, erste und zweite Fließhilfe-Verdickungen (15, 16) ausgebildet sind, welche nach innen hervortreten, wobei die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen (15, 16) von einer Anspritzstelle (17) im Boden (7) des Innenbehälters (2) ausgehend und zumindest über einen Teil einer von dem Boden (7) zu dem offenen Ende (6) erstreckenden Mantelerstreckung (18) verlaufend ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Fließhilfe-Verdickung (15) von der Anspritzstelle (17) in Richtung des Überlappungsbereichs (13) des Außenteils (3) führend und im Bereich des Überlappungsbereich (13) des Außenteils (3) an der Mantelinnenfläche (5) verlaufend angeordnet ist, derart dass eine Verdickungsmitte (19) der ersten Fließhilfe-Verdickung (15) im Verlauf an der Mantelinnenfläche (5) näher an der zweiten Abschlusskante (12) des zweiten Endabschnitts (11) als an der ersten Abschlusskante (10) des ersten Endabschnitts (9) des Außenteils (3) und bezüglich der zweiten Abschlusskante (12) des zweiten, äußeren Endabschnitts (11) in einem Umfangsabstand (20) von 1° bis 45° angeordnet ist, wobei die erste Fließhilfe-Verdickung (15) an der Mantelinnenfläche (5) einen wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich (13) aufweist.
2. Kombi-Behältnis (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Außenfläche (23) des Außenteils (3) einen zumindest bereichsweise konvex gekrümmten Verlauf und die Mantelinnenfläche (5) des Innenbehälters (2) korrespondierend hiermit einen zumindest bereichsweise konkav gekrümmten Verlauf entlang der Mantelerstreckung (18) aufweisen.
3. Kombi-Behältnis (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen (15, 16) entlang ihres Verlaufs an der Bodeninnenfläche (14) und der Mantelinnenfläche (5) des Innenbehälters (2) eine Mindestbreite (21) von 1 mm bis 5 mm aufweisen.
4. Kombi-Behältnis (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste FließhilfeVerdickung (15) im Verlauf am Boden (7) des Innenbehälters (2) einen konisch auseinanderlaufenden Abschnitt (22) aufweist.
5. Kombi-Behältnis (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste FließhilfeVerdickung (15) entlang ihres Verlaufs an der Mantelinnenfläche (5) des Innenbehälters (2) eine Verbreiterung um 1 mm bis 5 mm gegenüber der Mindestbreite (21) aufweist.
6. Kombi-Behältnis (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Bodeninnenfläche (14) und der Mantelinnenfläche (5) des Behältermantels (4) des Innenbehälters (2) genau zwei einander gegenüberliegende Fließhilfe-Verdickungen (15, 16) ausgebildet sind.
7. Kombi-Behältnis (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Fließhilfe-Verdickungen (15, 16) jeweils über 25% bis 80 % der Mantelerstreckung (18) des Innenbehälters (2) verlaufend an der Mantelinnenfläche (5) ausgebildet sind.
8. In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren zur Herstellung eines Kombi-Behältnisses (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, umfassend die Schritte - Positionieren des lose gewickelten Außenteils (3) mit im Überlappungsbereich (13) überlappenden ersten Endabschnitten (9) und zweiten Endabschnitten (11) an einem äußerem Formteil (26) eines Formwerkzeugs (25), wobei der zweite, äußere Endabschnitt (11) außBenliegend am ersten, inneren Endabschnitt (9) angeordnet wird, - Schließen des Formwerkzeugs (25) durch Anlegen des äußeren Formteils (26) an ein inneres Formteil (27) unter Ausbildung einer Kavität (28) zwischen dem äußeren und dem inneren Formteil (26, 27) des geschlossenen Formwerkzeugs (25), - Einspritzen eines Kunststoffmaterials in die Kavität (28) via eine Anspritzöffnung (29) im äußeren Formteil (26), sodass das Kunststoffmaterial in einen Füllraum (30) zwischen dem Außenteil (3) und dem inneren Formteil (27) fließt und die Kavität (28) sukzessive ausfüllt, - Verfestigen des Kunststoffmaterials, - Öffnen des Formwerkzeugs (25) und Entnehmen des Kombi-Behältnisses (1), dadurch gekennzeichnet, dass das lose gewickelte Außenteil (3) derart an dem äußeren Formteil (26) des Formwerkzeugs (25) positioniert wird, dass die erste Fließhilfe-Verdickung (15) von der Anspritzstelle (17) in Richtung des Überlappungsbereichs (13) des Außenteils (3) führend und im Bereich des Überlappungsbereich (13) des Außenteils (3) an der Mantelinnenfläche (5) verlaufend angeordnet wird, wobei eine Verdickungsmitte (19) der ersten Fließhilfe-Verdickung (15) im Verlauf an der Mantelinnenfläche (5) näher an der zweiten Abschlusskante (12) des zweiten Endabschnitts (11) als an der ersten Abschlusskante (10) des ersten Endabschnitts (9) des Außenteils (3) und bezüglich der zweiten Abschlusskante (12) des zweiten, äußeren Endabschnitts (11) in einem Umfangsabstand (20) von 1° bis 45° angeordnet wird, und wobei die erste Fließhilfe-Verdickung (15) an der Mantelinnenfläche (5) in einem wenigstens im Wesentlichen parallelen Verlauf zu dem Überlappungsbereich (13) angeordnet wird.
9. In Mould Labeling Spritzgieß-Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das lose gewickelte Außenteil (3) im gewickelten Zustand konisch verlaufend ausgebildet ist, und dass die Mantelinnenfläche (5) des Innenbehälters (2) mit einem zumindest bereichsweise konkav gekrümmten Verlauf entlang der Mantelerstreckung (18) ausgebildet wird.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
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