<Desc/Clms Page number 1>
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Aufnahme und Abgabe von Münzen unterschiedlicher Sorten, insbesondere zum Einbau in Geldbörsen, Organizer, Ringmappen od. dgl.
Mit der Einführung des Euros wird eine Zunahme des Gebrauches von Münzen gegenüber dem Gebrauch von Papiergeld erwartet. Es besteht daher ein Bedarf nach alltagstauglichen Behältern für Münzen, die eine übersichtliche Aufbewahrung der verschiedenartigen Münzen ermöglichen und dabei eine rasche Entnahme der Münzen z. B. zum Zahlen gestatten.
Vorrichtungen zur Aufnahme und Abgabe von Münzen sind bereits bekannt. So gibt es beispielsweise Geldbörsen mit mehreren Fächern zur Aufnahme der einzelnen Münzensorten, oder Taschen mit mehreren Rohren zur Aufnahme von Münzen in gestapeltem Zustand, beispielsweise für Schaffner.
Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche einfacher und kompakter aufgebaut ist als die bekannten Lösungen, eine ausgezeichnete Übersicht über die verfügbaren Münzen bietet und ihre rasche, vereinzelte und sortierte Entnahme ermöglicht.
Dieses Ziel wird mit einer Vorrichtung der einleitend genannten Art erreicht, die sich gemäss der Erfindung auszeichnet durch zumindest zwei Schächte zur Aufnahme von jeweils mehreren Münzen einer Sorte, wobei jeder Schacht aus im wesentli-
<Desc/Clms Page number 2>
chen starren Material gefertigt ist und eine lichte Weite hat, welche eine erste Abmessung zwischen dem ein-und zweifachen Durchmesser einer Münze der betreffenden Sorte und eine zweite, dazu normale Abmessung zwischen der ein-und zweifachen Dicke dieser Münze hat, und wobei jeder Schacht an zumindest einem seiner Enden mit einer eigenen Verschlusseinrichtung versehen ist und an seinem anderen Ende verschliessbar oder verschlossen ist.
Auf diese Weise wird eine Münzenaufnahme-und-abgabe- vorrichtung geschaffen, bei welcher die Münzen einer Sorte jeweils in einem flachem Schacht mit ihren Umfangsschmalseiten aneinanderstossend aufgereiht sind, sodass sie beim Herausgleiten aus dem Schacht manuell einfach vereinzelt werden können.
Jeder Schacht ist einzeln verschliessbar, sodass zur Entnahme von Münzen einer Sorte nur der betreffende Schacht geöffnet zu werden braucht. Die flache Gestaltung der Schächte ermöglicht einen flachen Aufbau der gesamten Vorrichtung, sodass sie in Geldbörsen, Organizer, Ringmappen usw. einfach eingebaut werden kann.
Gemäss der Erfindung ist die genannte erste Abmessung des Schachtes einerseits jedenfalls grösser als der einfache Münzdurchmesser, um ein Festklemmen der Münzen im Schacht zu vermeiden, und anderseits jedenfalls kleiner als der zweifache Münzdurchmesser, um das gleichzeitige Austreten zweier Münzen aus dem Schacht zu verhindern, was sonst das manuelle Vereinzeln beeinträchtigen würde. Eine besonders vorteilhafte Aus-
<Desc/Clms Page number 3>
führungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die genannte erste Abmessung nur geringfügig grösser als der Durchmesser der Münze und die genannte zweite Abmessung nur geringfügig grösser als die Dicke der Münze ist. Dadurch sind die Münzen in einem Schacht im wesentlichen linear hintereinander aufgereiht, was das Vereinzeln besonders leicht gestaltet.
Auch ergibt sich eine besonders kompakte und flache Ausführungsform des Schachtes.
Die Verschlusseinrichtungen der Schächte können an sich beliebig gestaltet sein, z. B. in Form von Schiebern, Klappen, Rastnasen, an denen die Münzen vorbeidrückbar sind, usw. Eine besonders einfache und vorteilhafte Gestaltung ergibt sich, wenn jede Verschlusseinrichtung durch eine biegsame oder zumindest aufklappbare Verschlusslasche gebildet ist.
In diesem Zusammenhang ist es besonders günstig, wenn die Verschlusslasche um das Ende des Schachtes herumgeschlagen und an der Aussenseite des Schachtes mit Hilfe eines Klettverschlusses, Druckknopfes od. dgl. lösbar befestigbar ist, was die Fertigung weiter vereinfacht.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die Schächte mit ihren dem Münzendurchmesser angepassten Abmessungen in einer Ebene liegend parallel nebeneinander angeordnet sind. Dadurch entsteht ein besonders flacher Aufbau der Vorrichtung.
Zusätzlich ist es möglich, dass zumindest zwei übereinanderliegende Gruppen von parallelen und in einer Ebene liegen-
<Desc/Clms Page number 4>
den Schächten vorgesehen sind, wodurch die Kapazität gesteigert werden kann.
Bevorzugt werden die Schächte aus transparentem oder transluzentem Material, besonders bevorzugt Kunststoff, gefertigt. Alternativ können die Schächte mit Durchbrechungen, Schlitzen od. dgl. in zumindest einer ihrer Seitenwände versehen sein. Dadurch ist es möglich, mit einem Blick den Füllstand eines Schachtes und damit die Anzahl der verfügbaren Münzen einer Sorte zu erkennen.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden nebeneinanderliegende Schächte zwischen zwei den Schächten gemeinsamen, parallelen Platten ausgebildet, zwischen denen Trennstege zur Abteilung der einzelnen Schächte verlaufen. Alternativ können die Schächte durch einander zugewandte Gleitschienen gebildet sein, welche auf einem Träger montiert sind und die Münzen an ihren Rand führen. Beide Varianten bieten die Möglichkeit zu einer kostengünstigen Massenfertigung.
In jedem Fall ist es möglich, gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung die Vorrichtung zwecks Einbaus in Ringmappen od. dgl. auf einer Seite mit Lochungen zum Abheften auszustatten.
Alternativ kann die Vorrichtung zum Einbau in eine Geldbörse od. dgl. bestimmt sein. Ein weiterer Aspekt der Erfindung besteht daher auch in der Schaffung einer aufklappbaren Geldbörse, bei welcher die Vorrichtung an der Innenseite der Geldbörse selbst verankert ist.
<Desc/Clms Page number 5>
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 eine erste Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung in einer Vorderansicht, die Fig. 2 und 3 Schnitte durch die Vorrichtung von Fig. 1 gemäss den Linien 11-11 bzw. 111-111, Fig. 4 eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung in einer Vorderansicht, die Fig. 5 und 6 Schnitte durch die Vorrichtung von Fig. 4 gemäss den Linien V-V bzw. VI-VI, Fig. 7 eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung zum Abheften in einer Ringmappe, einem Organizer od. dgl., und Fig. 8 eine erfindungsgemässe Geldbörse, in welche mehrere Vorrichtungen der Erfindung eingebaut sind.
Gemäss den Fig. 1 bis 3 umfasst eine Vorrichtung 1 mehrere Schächte 2, die jeweils zur Aufnahme mehrerer Münzen 3 (siehe Fig. 7 und 8, die später noch näher erläutert werden) bestimmt sind. Die Anzahl der Schächte 2 ist an sich beliebig, z. B. drei im dargestellten Fall, entspricht aber bevorzugt der Anzahl unterschiedlicher Sorten von Münzen einer bestimmten Wäh- rung.
Jeder Schacht 2 besitzt eine im wesentlichen flache Konfiguration, d. h. hat eine lichte Weite mit einer ersten Abmessung b ("Schachtbreite"), die zwischen dem ein-und zweifachen Durchmesser einer Münze 3 der jeweiligen dem Schacht zugeordneten Sorte liegt, und einer dazu normalen Abmessung h ("Schachthöhe"), die zwischen der ein-und zweifachen Dicke
<Desc/Clms Page number 6>
dieser Münze liegt. Im dargestellten Fall ist die Schachtbreite b nur geringfügig grösser als der Münzdurchmesser, sodass die Münzen 3 in einer im wesentlichen linearen Anordnung hintereinander liegen (siehe Fig. 7,8), und die Schachthöhe h ist nur geringfügig grösser als die Münzendicke. Die Münzen 3 gleiten daher mit Spiel in ihrem Schacht 2.
Die Schächte 2 sind aus einem im wesentlichen starren Material gefertigt, z. B. Kunststoff oder Metall. Mit"im wesentlichen starr" ist gemeint, dass sich die Schächte 2 unter normalen Beanspruchungen wie jenen, denen eine Geldbörse üblicherweise unterworfen ist, nicht soweit verbiegen oder verwinden, dass sich die Münzen im Schacht 2 verklemmen, sondern in jedem Fall ungehindert aus dem Schacht gleiten können. Es versteht sich, dass dazu auch die Abmessungen b und h je nach Biegsamkeit bzw. Elasitzität des Schachtmateriales entsprechen zu wählen sind.
Die Schächte 2 liegen mit ihren dem Münzendurchmesser angepassten Abmessungen b im wesentlichen in einer Ebene (hier : Zeichnungsebene in Fig. 1) parallel nebeneinander. Alternativ können die Schächte auch übereinanderliegend gestapelt sein (nicht dargestellt), z. B. in zwei übereinanderliegenden Gruppen von jeweils parallelen und in einer Ebene liegenden Schächten.
Die Schächte 2 können einzeln gefertigt und anschliessend miteinander verbunden werden, oder sie können gemeinsam einstückig gefertigt werden, wie in Fig. 3 gezeigt, wonach
<Desc/Clms Page number 7>
Schächte 2 zwischen gemeinsamen parallelen Platten 4,5 ausgebildet sind, zwischen denen Trennstäbe 6 zur Abteilung bzw.
Begrenzung der einzelnen Schächte verlaufen.
Die Schachte 2 sind an ihrem unteren Ende bei 7 verschlossen und an ihrem oberen Ende jeweils mit einer eigenen Verschlusseinrichtung 8 ausgestattet. Alternativ können sie auch an ihrem unteren Ende mit Verschlusseinrichtungen versehen sein (nicht dargestellt).
Bei der Ausführungsform der Fig. 1 bis 3 umfasst jede Verschlusseinrichtung 8 eine Verschlusslasche 9 aus biegsamem Material, die um das obere Ende des Schachtes herumgeschlagen und an der Aussenseite des Schachtes 2 mit Hilfe eines Klettverschlusses 10 befestigbar ist. Anstelle des Klettverschlusses 10 können auch Druckknöpfe, Rasten od. dgl. eingesetzt werden.
Die Verschlusslaschen 9 können an ihrer an der Rückseite der Schächte 2 angeschlagenen Seite 11 untereinander verbunden sein ; in diesem Fall werden alle Verschlusslaschen 9 aus einem einzigen Zuschnitt gefertigt, welcher entsprechende Einschnitte 12 aufweist, um das einzelne Öffnen der Verschlusslasche 9 zu ermöglichen.
Die Schächte 2 werden bevorzugt aus einem transparenten oder zumindest transluzenten Material gefertigt, sodass ihr Fullstand jederzeit von aussen festgestellt werden kann. Alternativ (oder zusätzlich) können die Schächte mit Durchbrechungen, Schlitzen od. dgl. in zumindest einer ihrer Seitenwände
<Desc/Clms Page number 8>
versehen sein, sodass ihr Füllstand durch diese Schlitze feststellbar ist.
Eine solche Ausführungform einer Vorrichtung ist in den Fig. 4 bis 6 bei l'gezeigt. Die Schächte 2 sind hier mit länglichen Schlitzen 13 versehen, durch welche die Münzen 3 erkennbar sind. Anders betrachtet werden in diesem Fall die Schächte 2 durch jeweils einander zugewandte Gleitschienen 14 gebildet, welche auf einem Träger 15 montiert sind und die Münzen 3 nur mehr an ihrem Rand führen.
In den Fig. 4 bis 6 ist eine weitere Ausführungsform von Verschlusseinrichtungen für die Schächte 2 dargestellt. Jede Verschlusseinrichtung 8'ist in diesem Fall durch eine aus dem Träger 15 ausgebildete Federzunge 16 mit einer Rastnase 17 gebildet, welche die Münzen 3 im Schacht 2 hält und an der die Münzen 3 zur Einführung bzw. Entnahme in bzw. aus dem Schacht vorbeidrückbar sind.
Fig. 7 zeigt noch eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung, die mit 1" bezeichnet und zum Abheften in einer Ringmappe 18, einem Organizer od. dgl. mit einer Ringmechanik 19 bestimmt ist. Zu diesem Zweck ist die Vorrichtung 1" auf einer Seite mit Lochungen 20 zum Auffädeln auf Fädelstifte der Ringmechanik 19 ausgestattet.
Es versteht sich, dass die Lochungen 20 sowohl direkt in dem Randbereich der Schächte 2, z. B. im Bereich der Trennstege 6 bzw. Gleitschienen 14, vorgesehen sein können, oder in einer
<Desc/Clms Page number 9>
entsprechenden Verlängerung 21 des äussersten Schachtes 2 bzw. der Platte 4 oder des Trägers 15.
Fig. 8 zeigt schliesslich eine aufklappbare Geldbörse 22, auf deren Innenseiten 23 Vorrichtungen 1 montiert sind, z. B. aufgeklebt. An einer an der Innenseite 23 in der Art einer Buchseite angelenkten Innenwand 24 sind weitere Vorrichtungen 1 befestigt. Es ist kar, dass die Geldbörse 22 auch durch mehrere untereinander verbundene Schächte 2 selbst gebildet sein kann, welche entsprechend aneinander angelenkt sind.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt, sondern umfasst alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der angeschlossenen Ansprüche fallen. So müssen die Schächte beispielsweise nicht notwendigerweise linear langgestreckt sein, sondern können auch einen gekrümmten Verlauf haben, z. B. einen spiralförmigen Verlauf, soferne sie aus einem im wesentlichen starren Material gefertigt sind, eine entsprechende lichte Weite haben, um die Gleitaufnahme von Münzen in Aufeinanderfolge zu ermöglichen, und gesondert verschliessbar sind.