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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vortriebs- oder Ge- winnungsmaschine mit einem schwenkbaren Auslegerarm, welcher an einem um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenkbaren Schwenkwerk in Höhenrichtung schwenkbar angelenkt ist und an seinem freien Ende rotierbar gelagerte Abbauwerkzeuge, insbe- sondere Schrämköpfe, ' trägt, mit einem Fahrwerk und einem das Fahrwerk tragenden Rahmen, an welchem eine Abfördereinrichtung und Absaugvorrichtungen sowie Ankerbohr- und -setzeinrichtungen angeordnet sind.
Vortriebsmaschinen der eingangs genannten Art sind in unterschiedlicher Bauweise bekanntgeworden. Entsprechend der Aufgabenstellung, die vorgetriebene Strecke gegen herab- stürzendes Material zu sichern, wurden je nach Gesteinsbe- schaffenheit unterschiedliche Ausbildungen bereits vorge- schlagen. Im einzelnen ist der DE 33 34 975 Al eine Vortriebs- maschine zu entnehmen, bei welcher Ankerbohr- und -setzmaschinen an der Schrämmaschine angelenkt und über ein Gestänge seitlich mit der Schrämmaschine verbunden wurden, wobei die entsprechende Verbindung als horizontal bewegliche Halterung ausgebildet war.
In der jeweiligen Betriebslage wurde bei dieser Einrichtung die Ankerbohr- und ggf. -setzmaschine durch einen Stempel gegen Ulme und Firste verspannt, wobei nach dem Verspannen der Ankerbohr- und -setzeinrichtung die Maschine in Übereinstimmung mit der horizontalen Beweglichkeit der Halterung weiterbewegt werden konnte. Bedingt durch diese laterale Anlenkung lässt sich mit einer derartigen Ankerbohr- und -setzeinrichtung naturgemäss nur seitlich neben der Maschine eine Ankerbohrung vornehmen oder Anker setzen, wodurch insbesondere mittige Firstanker sowie Ankerbohrungen im Bereich der Sohle mittels einer derartigen Einrichtung nicht vorgenommen werden konnte.
In anderen Bauarten wurde bereits vorgeschlagen, die Ankerbohr- und -setzeinrichtung nicht gesondert zwischen First und Sohle zu verspannen und es ist insbesondere aus der EP 216 506 eine Ausbildung bekanntge- worden, bei welcher im seitlichen Bereich der Maschine Anker- bohr- und -setzeinrichtungen über den Maschinenrahmen im wesentlichen im horizontalen Massenschwerpunkt der Vortriebs-
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maschine angeordnet waren. Auch mit derartigen seitlichen Ein- richtungen lassen sich Bohrungen nicht über den gesamten Umfang der Sohle und der Firste verteilt setzen, wobei im Bereich der Längsmittelachse der Maschine das Abfördermittel an der Stelle des Massenschwerpunktes bereits relativ weit über die Sohle herausragt, sodass hier Behinderungen der Schwenkbewegung in Kauf genommen werden müssen.
Für extrem kurzbauende Maschinen wurden Spezialein- richtungen vorgeschlagen, bei welchen die Ankerbohr- und-setz- einrichtungen im Bereich nahe der Ortsbrust angeordnet waren und wiederum zwischen dem Vorderende der Maschine und im besonderen der Ladeeinrichtung und der Firste verspannt wurden. Auch hier wurde eine Mehrzahl von Ankerbohr- und -setzeinrichtungen über die Palette der Maschine verteilt und gegen die Firste ver- spannt, wobei insbesondere Bohrungen nahe der Sohle mit der- artigen Einrichtungen nicht möglich waren. In allen bekannten Fällen sind die Ankersetzmuster begrenzt, da entweder nur ver- einzelte bzw. die Mehrzahl von Ankern senkrecht in die Firste eingebracht werden können.
Die bekannten Maschinen sind auf spezielle Einsatzfälle konzipiert und weisen dann, wenn die Ankerbohr- und Setzeinrichtungen nicht am Hinterende oder hinter dem Hinterende des Fahrwerkes angeordnet sind, in der Regel spezielle kurzbauende Abbauwerkzeuge auf und sind nicht ohne weiteres für Auslegerarme mit allseitiger Beweglichkeit adap- tierbar.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine Vortriebs- oder Ge- winnungsmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welcher die Flexibilität des Abbaues durch Verwendung eines um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenkbaren Schwenkarmes, welcher in Höhenrichtung schwenkbar angelenkt ist, in keiner Weise beeinträchtigt ist, sodass der Vortrieb der unterschied- lichen Gesteine mit der gleichen Maschine möglich und die Manövrierbarkeit zum Verfahren der Maschine an verschiedene Ab- bauorte erleichtert wird.
Bei einer derartigen Maschine zielt nun die Erfindung darauf ab, auf eine gesonderte Verspannung von Ankerbohr- und -setzeinrichtungen zu verzichten und gleichzeitig die Möglichkeit zu schaffen, mit einer derartigen Ankerbohr- und
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-setzeinrichtung von der Sohle über die Firste beliebige Bohrungen zu setzen ohne maschinenbedingte Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Die erfindungsgemässe Vortriebs- und Gewinnungs- maschine soll somit das Ankern für den universellen Einsatz einer Vortriebsmaschine mit einem Schrämausleger und Schneidkopf bzw. einer Schneidwalze schaffen, da ja auch während des Schräm- vorganges Anker eingebracht werden können und über das gesamte Streckenprofil Anker gesetzt werden können.
Gleichzeitig soll die Bauhöhe der Vortriebsmaschine trotz der Zusatzeinrichtung, wie beispielsweise der Ankerbohr- und -setzeinrichtung und Ab- saugvorrichtungen nicht wesentlich überschritten werden, um die Verfahrbarkeit der Maschine zu gewährleisten. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die erfindungsgemässe Vortriebs- oder Gewinnungs- maschine im wesentlichen darin, dass der das Fahrwerk tragende Rahmen an der dem Auslegerarm abgewandten Seite hinter dem Schwenkwerk als abgesenkte Plattform ausgebildet ist, dass die Ankerbohr- und -setzeinrichtung im wesentlichen in der Längs- mitte des Rahmens oberhalb der Plattform angeordnet ist und an einem Rollover schwenkbar gelagert ist,
dessen Schwenkachse die vertikale Achse des Schwenkwerkes kreuzt und dass der Schwenk- winkel der Ankerbohr- und -setzeinrichtung grösser als 180 ist und sich unter die die Schwenkachse des Rollovers enthaltende Horizontalebene erstreckt, wobei bevorzugt unterhalb dieser Horizontalebene angeordnete Einrichtungen, insbesondere die Ab- saugeinrichtungen im Bereich der Schwenkbarkeit der Ankerbohr- und -setzeinrichtung schwenkbar oder auf geringeren Querschnitt verkleinerbar ausgebildet sind.
Dadurch, dass hinter dem Schwenk- werk an der dem Auslegerarm abgewandten Seite eine abgesenkte Plattform ausgebildet ist, wird in einem relativ stabilen Be- reich der Schrämmaschine der erforderliche Raum geschaffen, um eine Ankerbohr- und -setzeinrichtung mit grosser Schwenkbarkeit anzuordnen und auf diese Weise Bohrungen sowohl nahe der Sohle als auch über die Firste verteilt anbringen zu können. Dadurch, dass die Ankerbohr- und -setzeinrichtung im wesentlichen in der Längsmitte des Rahmens oberhalb der Plattform angeordnet ist und an einem Rollover lenkbar gelagert ist, gelingt es, auch mittige Firstanker in einfacher Weise zu setzen, wobei die entsprechend
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abgesenkte Plattform eine relativ niedrige Anordnung des Rollovers über der Sohlenebene ermöglicht, sodass die Ulme und die Firste vollständig bestrichen werden können.
Dadurch, dass nun der Rollover so ausgebildet ist, dass die Schwenkachse die vertikale Achse des Schwenkwerkes kreuzt, wird die Möglichkeit geschaffen, dass der Schwenkwinkel an der Bohr- und-setzein- richtung grösser als 1800 ist und sich unter die die Schwenkachse des Rollovers enthaltende Horizontalebene erstreckt, wodurch Bohrungen nahe der Sohle mit der gleichen Ankerbohr- und-setz- einrichtung ermöglicht werden.
Bei einer derartigen Ver- schwenkung unter die genannte Horizontalebene kann dafür Sorge getragen werden, dass weitere seitlich angeordnete Einrichtungen nicht in Kollision mit der Ankerbohr- und -setzeinrichtung ge- langen, wofür die Ausbildung bevorzugt so getroffen ist, dass unterhalb dieser Horizontalebene angeordnete Einrichtungen, ins- besondere die Absaugeinrichtungen im Bereich der Schwenkbarkeit der Ankerbohr- und -setzeinrichtung schwenkbar oder auf ge- ringeren Querschnitt verkleinerbar ausgebildet sind.
Die hinter dem Schwenkwerk angeordnete Plattform schafft hiebei gleich- zeitig den erforderlichen Platz für Bedienungspersonal und einen entsprechend grossen Manipulationsraum, wofür die Ausbildung mit Vorteil so getroffen ist, dass auf der Plattform hinter einem Freiraum für die Bedienung des Manipulators der Ankerbohr- und -setzeinrichtung weitere Einrichtungen, insbesondere Energiever- sorgungseinheiten angeordnet sind.
Da die Ankerbohr- und -setzeinrichtung nicht an die be- stehende Abstützung der Vortriebsmaschine gekoppelt wird, wird ein hohes Mass an Flexibilität erreicht, wobei eine ggf. vorge- sehene Abstützung der Vortriebsmaschine selbst in einer Ebene erfolgen kann, welche in unmittelbarer Nähe der Ankerbohr- und -setzeinrichtung angeordnet ist, ohne dass es zu Behinderungen beim Manipulieren der Ankerbohr- und -setzeinrichtungen kommt.
Die Anordnung der Ankerbohr- und -setzeinrichtung im wesent- lichen in der Längsmittelebene der Vortriebsmaschine erlaubt es, die Ankersetzebene direkt hinter dem Horizontalschwenkwerk zu wählen, wobei Ankermuster über den gesamten Profilbereich mög- lich sind, solange keine Einbauten, insbesondere Absaugkanäle
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die Schwenkebene der Ankerbohr- und -setzeinrichtung ein- schränken. Um eine derartig grosse Schwenkbarkeit zu ermöglichen, ist daher mit Vorteil die Ausbildung so getroffen, dass die in den Schwenkbereich ragenden Teilbereiche von Absaugleitungen schwenkbare oder verschiebbare Wände aufweisen, bei deren Ver- schwenkung bzw.
Verschiebung der lichte Querschnitt der Absaug- leitung verkleinerbar ist, wobei eine Ankerung in unmittelbarer Nähe des Schwenkwerkes dadurch ermöglicht wird, dass der Rollover der Ankerbohr- und -setzeinrichtung oberhalb des Schwenkwerkes angeordnet ist. Um gleichzeitig mit dem Vortrieb zu Ankern und die Vortriebsleistung der Vortriebs- oder Gewinnungsmaschine in keiner Weise zu beeinträchtigen, ist mit Vorteil die Ausbildung so getroffen, dass der Auslegerarm teleskopierbar ausgebildet ist. Auf diese Weise gelingt es, bei gleichem Maschinenstandort mehrere Abschläge in die Ortsbrust durchzuführen ohne dass die Maschine selbst verfahren werden muss.
Die ggf. vorgesehene zusätzliche Abstützung der Vortriebs- oder Gewinnungsmaschine kann in einfacher Weise so verwirklicht sein, dass eine an die Firste anstellbare Stützkappe an hinter der Ankerbohr- und -setzeinrichtung am Rahmen angelenkten schwenkbaren Trägern angeordnet ist. Auf diese Weise beein- trächtigt diese Abstützung die Arbeitsweisen der Ankerbohr- und -setzeinrichtung und die möglichen Ankermuster in geringstem Ausmass.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 eine Seitenansicht einer er- findungsgemässen Vortriebs- oder Gewinnungsmaschine bei im wesentlichen vertikaler Positionierung der Ankerbohr- und-setz- einrichtung, Fig. 2 eine abgewandelte Vortriebsmaschine in der Ansicht nach Fig. 1 bei verschwenkter Ankerbohr- und-setzein- richtung und Fig. 3 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles III der Fig. 2.
In Fig. 1 ist eine Vortriebsmaschine 1 dargestellt, an deren um eine vertikale Achse 2 schwenkbaren Schwenkwerk 3 ein Auslegerarm 4 in Höhenrichtung im Sinne des Doppelpfeiles 5 schwenkbar angelenkt ist. Im vorderen Bereich der Maschine ist
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eine Ladeeinrichtung 6 vorgesehen, wobei die Maschine selbst auf einem Raupenfahrwerk 7 verfahrbar ist. Hinter dem Schwenkwerk 3 ist eine abgesenkte Plattform 8 vorgesehen, welche den erforder- lichen Manipulationsraum für eine Ankerbohr- und-setzein- richtung 9 bietet. Die Ankerbohr- und -setzeinrichtung 9 ist hiebei an einem schematisch mit 10 angedeuteten Rollover um eine die vertikale Schwenkachse 2 kreuzende Achse 11 schwenkbar auf der Plattform 8 angelenkt.
Am Hinterende der Maschine sind hinter der Bedienungsplattform 12 Einrichtungen zur Energiever- sorgung 13 ersichtlich, wobei an die Maschine anschliessend ein entsprechendes Abfördermittel 14 schematisch dargestellt ist.
Die Ankerbohr- und -setzeinrichtung 9 kann hiebei bei Ver- schwenken um die Achse 11 des Rollovers 10 in beliebige Positionen gebracht werden und bietet neben der Möglichkeit, mittige Firstanker zu setzen, auch die Möglichkeit über den Um- fang bis nahe zur Sohle 15 entsprechende Ankerbohrungen vorzu- nehmen und Anker zu setzen. Schematisch dargestellt ist auch ein im hinteren Bereich der Maschine angelenkter Lenker 16, an welchem eine Firstkappe 17 schwenkbar festgelegt ist. Durch Ver- schwenken des Schwenkarmes 16 gelingt es, die Maschine 1 insge- samt zwischen Firste und Sohle zu verspannen. Der Schrämarm 4 ist teleskopierbar ausgebildet, wo der entsprechende Stellan- trieb schematisch mit 18 angedeutet ist. Am vorderen Ende des Schrämarmes bzw. Auslegerarmes 4 sind mit Schrämwerkzeugen be- stückte Schrämköpfe 19 vorgesehen.
Bei der Darstellung nach Fig. 2, bei welcher der Übersicht- lichkeit halber einige Teile der Maschine, wie sie in Fig. 1 dargestellt sind, nicht dargestellt wurden, wurden die Bezugs- zeichen der Fig. 1 beibehalten und es ist ersichtlich, dass der seitlich über dem Raupenfahrwerk 7 verlaufende Kanal für die Ab- saugluke 20 einen hydraulischen Antrieb 21 trägt, über welchen eine Seitenwand dieses Kanales 20 entsprechend verschoben werden kann.
Wenn im Bereich dieses zurückziehbaren Wandelementes 22 des Absaugkanales 20 eine entsprechende Querwand 23 angeordnet ist, bewirkt das Zurückziehen dieses Wandteiles 22 eine ent- sprechende Verkleinerung des für die Absaugung zur Verfügung stehenden lichten Querschnittes der Absaugluke 20, wobei aber
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gleichzeitig der Freiraum für die Verschwenkung der Ankerbohr- und -setzeinrichtung 9 in eine Position, wie in Fig. 2 darge- stellt, geschaffen wird, bei welcher Anker nahe der Sohle 15 ge- bohrt und gesetzt werden können.
Die Situation, wie sie in Fig. 2 dargestellt ist, wird bei der Ansicht nach Fig. 3 noch weiter verdeutlicht. Die abwärts verschwenkte Ankerbohr- und -setzeinrichtung 9 tritt in den durch Zurückziehen des Wandelementes freigewordenen Raum 24 ein, sodass eine Abwärtsverschwenkung zur Anordnung von seitlichen Ankerbohrungen nahe der Sohle 15 durch derartige Einrichtungen nicht behindert wird. Die Lagerung des Rollovers 10 ist hiebei selbst als Schwenklagerung ausgebildet, wobei der Tragarm 25 dieser Lagerung über ein hydraulisches Zylinderkolbenaggregat 26 entsprechend aus der Längsmittelebene verschwenkt werden kann, sodass die Anzahl der möglichen Ankermuster weiter erhöht wird.