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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Weiterleiten von Kurzmitteilungen an ein mobiles Endgerät, beispielsweise ein Mobiltelefon, bei dem die Kurzmitteilung an eine Kurzmitteilungszentrale übermittelt und von dieser Kurzmit- teilungszentrale über eine der Teilnehmernummer des mobilen End- gerätes zugeordnete Vermittlungseinheit an das mobile Endgerät weitergeleitet wird, wobei die der Teilnehmernummer zugeordnete Vermittlungseinheit durch eine Anfrage bei einem der Teilnehmer- nummer zugeordneten Register ermittelt wird.
Zur Übermittlung von Kurzmitteilungen, sog. Short Messages, wurde ein Datendienst in GSM (Global Systems for Mobile Communi- cation)-basierten Mobilfunknetzen geschaffen, welcher unter der Kurzbezeichnung SMS (Short Messages System) bekanntgeworden ist.
Dieser Datendienst dient dazu, kurze, auf 160 alphanumerische Zeichen beschränkte Nachrichten zwischen Mobiltelefonen oder Terminals rasch und billig zu übermitteln. Neben dem Versenden kurzer Textnachrichten können auch Multimediaobjekte, wie Klin- geltöne oder Bilder, von einem Endgerät zu einem anderen Endgerät übermittelt werden. Unter dem Begriff Endgerät oder Short Message Entity (SME) kann ein Mobiltelefon, ein Handcomputer, ein Perso- nal Computer oder ein ähnliches Gerät verstanden werden, mit dem Kurzmitteilungen gesendet und empfangen werden können. Zum Zweck der Übermittlung von Kurzmitteilungen gibt der Benutzer bei- spielsweise eines Mobiltelefons auf der Tastatur eine kurze Textmeldung ein und schickt diese anschliessend an die Telefon- nummer des Empfängers.
Wenn die Nachricht auf dem Mobiltelefon des Empfängers eintrifft, wird der Empfänger über ein Audio- oder Vibrationssignal benachrichtigt, worauf er die Nachricht auf der Anzeige seines Mobiltelefons ablesen kann.
Normalerweise wird bei der Übermittlung einer Kurzmitteilung von einem mobilen Endgerät zu einem anderen mobilen Endgerät die Kurzmitteilung an eine Kurzmitteilungszentrale (SMSC - Short Message Service Center) des jeweiligen Mobiltelefonnetzbetreibers übermittelt und dort zwischengespeichert. Die Kurzmitteilungs- zentrale versucht, die Kurzmitteilung an den Empfänger weiterzu- leiten, indem sie an ein Register (Home Location Register HLR) eine Anfrage, die sogenannte Send Routing Information (SRI) ab- schickt. Das genannte Register (HLR) enthält Informationen über die Teilnehmer. Anhand der Teilnehmernummer des Empfängers kann im sog. Home Location Register (HLR) der Empfänger lokalisiert
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werden. Das HLR-Register antwortet an die Kurzmitteilungszentrale mit einer Information über eine entsprechende Vermittlungsein- heit, das sog.
Mobile Switching Center (MSC), über welches der Empfänger erreichbar ist. Die entsprechende Vermittlungseinheit sucht den Teilnehmer bzw. die entsprechende Basisstation in jener Zelle, in welcher sich das mobile Endgerät des Empfängers gerade befindet, und sendet die Kurzmitteilung an diese Basisstation, von welcher sie schliesslich an das Mobiltelefon übertragen wird.
Die Verfahrensschritte innerhalb des Mobiltelefonnetzes erfolgen üblicherweise nach dem sog. SS7 (Signalling System No. 7)-Proto- koll, einem in der GSM-Spezifikation festgelegten Standard, der das Überrtagungsprotokoll für Übertragungen von Kurzmitteilungen zwischen Mobiltelefonen betrifft.
Mobiltelefonnetzbetreiber bieten sog. virtuelle Rufnummern an, über die ein mobiles Endgerät, insbesondere ein Mobiltelefon, innerhalb eines virtuellen Netzwerkes erreichbar ist. Beispiels- weise können auf diese Art und Weise Mobiltelefone einer Neben- stellenanlage über Durchwahlnummern mit weniger Stellen (Ziffern) als die tatsächlichen Mobiltelefonnummern erreichbar sein. Die Verwendung solcher virtuellen Teilnehmernummern wird z. B. durch eine für diesen Zweck reservierte Ziffer an einer bestimmten Stelle der Mobiltelefonnummer angezeigt. Dadurch wird bei der Wahl einer virtuellen Teilnehmernummer anhand der Telefonnummer des Senders automatisch erkannt, dass es sich um eine solche virtuelle Teilnehmernummer handelt, und es werden bei der Ver- mittlung der Gespräche die entsprechenden Schritte gesetzt.
Ein Problem bei derartigen virtuellen Teilnehmernummern tritt jedoch beim Senden von Kurzmitteilungen auf. Während näm- lich zu jeder realen Teilnehmernummer innerhalb des Mobilfunk- netzes ein HLR-Register existiert, welches die notwendigen Informationen über die entsprechende Vermittlungseinheit (MSC) des Teilnehmers enthält, existiert zu virtuellen Teilnehmernum- mern kein derartiges Register. Als Folge dessen können Kurznach- richten an virtuelle Teilnehmernummern nicht versendet werden.
Ein ähnliches Problem tritt beim Versenden von Kurzmittei- lungen aus Fremdnetzen an einen Empfänger im Heimnetz des mobilen Endgerätes auf.
Die US 5 768 509 A beschreibt beispielsweise ein Verfahren zum Versenden von Kurzmitteilungen über Telekommunikationsnetze und eine entsprechende Kurzmitteilungszentrale. Das Verfahren
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filtert Kurznachrichten aus und übermittelt eine Kurznachricht nur dann, wenn festgestellt wird, dass diese zugestellt werden darf. Andernfalls werden die in der Kurzmitteilungszentrale zwi- schengespeicherten Kurznachrichten gelöscht.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Einrichtung zum Weiterleiten von Kurzmitteilungen an ein mobiles Endgerät zu schaffen, welches auch bei der Vergabe von virtuellen Teilnehmernummern möglich ist. Darüber hinaus sollen das Verfahren und die Einrichtung einfach implementiert werden können, so dass eine höhere Akzeptanz und eine breitere Anwendung von sogenannten virtuellen Netzen erzielt werden kann.
Gelöst wird die erfindungsgemässe Aufgabe in verfahrensmässi- ger Hinsicht dadurch, dass bei Zuordnung einer virtuellen Teil- nehmernummer zum mobilen Endgerät diese virtuelle Teilneh- mernummer bei Zustellung einer Kurzmitteilung an das mobile End- gerät in die tatsächliche Teilnehmernummer umgewandelt wird, wo- nach die Anfrage bezüglich der dem Teilnehmer zugeordneten Vermittlungseinheit an das der tatsächlichen Teilnehmernummer zugeordnete Register gesendet und die Informationen über die Vermittlungseinheit an die Kurzmitteilungszentrale übermittelt wird. Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht somit auch das Versenden von Kurzmitteilungen an mobile Endgeräte mit virtuellen Teilnehmernummern, indem die virtuelle Teilnehmernummer erkannt und in die tatsächliche Teilnehmernummer umgewandelt wird.
Nach der Umwandlung der virtuellen Teilnehmernummer in die tatsächli- che Teilnehmernummer wird in an sich bekannter Weise eine Anfrage an das zugehörige Home Location Register der tatsächlichen Teil- nehmernummer gesendet, worauf dieses mit einer entsprechenden Information über die Vermittlungseinheit antwortet, über welche das mobile Endgerät erreicht werden kann. Die Kurzmitteilung wird sodann über die Kurzmitteilungszentrale an die entsprechende Vermittlungseinheit und weiter an das mobile Endgerät des Emp- fängers übersendet. Mit Hilfe des erfindungsgemässen Verfahrens wird somit ein Home Location Register für die virtuelle Teilneh- mernummer simuliert. Man spricht daher auch von einem virtuellen Home Location Register (vHLR), welches die Umsetzung der virtu- ellen Teilnehmernummer in die tatsächliche Teilnehmernummer durchführt.
In der Folge simuliert das virtuelle Home Location Register eine Kurzmitteilungszentrale, welche eine Anfrage (Send Routing Information - SRI) an das reale Home Location Register
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der realen Teilnehmernummer sendet, worauf das reale Home Loca- tion Register mit einer entsprechenden Information an das virtu- elle Home Location Register antwortet, welches diese Antwort an die Kurzmitteilungszentrale weiterleitet. Die Kurzmitteilungs- zentrale sendet dann die zwischengespeicherte Kurzmitteilung in bekannter Weise an die entsprechende Vermittlungseinheit und weiter an das mobile Endgerät des Empfängers.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die virtuelle Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes mit Hilfe einer mathematischen Berechnungsvorschrift in die tatsäch- liche Teilnehmernummer umgewandelt wird. Bei Verwendung einer entsprechenden Formel wird keine Datenbank od. dgl. zur Ablage aller möglichen Teilnehmernummern benötigt.
Alternativ dazu kann jedoch die virtuelle Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes auch über eine, vorzugsweise in einer Da- tenbank implementierte Tabelle in die tatsächliche Teilnehmer- nummer umgewandelt werden.
Weiters ist die Umwandlung der virtuellen Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes in die tatsächliche Teilnehmernummer über einen Code bzw. ein Codierungsverfahren möglich.
Vorteilhafterweise wird im Falle der Unbekanntheit der tat- sächlichen Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes eine Fehler- meldung an den Sender der Kurzmitteilung abgesandt. Eine unbekannte Teilnehmernummer kann beispielsweise bei der Umrech- nung einer falschen, nicht vergebenen virtuellen Teilnehmernummer durch das erfindungsgemässe Verfahren auftreten.
Im Falle der Unerreichbarkeit des mobilen Endgeräts des Empfängers ist vorgesehen, dass die zu sendende Kurzmitteilung zusammen mit allfälligen weiteren Informationen zwischengespei- chert und zu einem späteren Zeitpunkt ein erneuter Sendeversuch vorgenommen wird. Darüber hinaus kann eine entsprechende Fehler- meldung an den Sender der Kurzmitteilung abgeschickt werden. Nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von Sendeversuchen kann automatisch ein Löschen der Kurzmitteilung verfügt werden.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass im Falle eines Fehlers bei der Ermittlung der Informationen über die Vermittlungseinheit des mobilen Endgerätes eine Fehler- meldung an die sendende Kurzmitteilungszentrale abgesandt wird.
Dabei kann auch der Sender der Kurzmitteilung darüber aufgeklärt werden, dass die Kurzmitteilung nicht ordnungsgemäss an den Emp-
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fänger übermittelt werden konnte.
Zur Erkennung des Vorliegens einer virtuellen Teilnehmer- nummer des mobilen Endgerätes kann zumindest eine Stelle der tatsächlichen Teilnehmernummer mit einer vorbestimmten Ziffer belegt sein. Dadurch erkennt das System automatisch, dass es sich um eine besondere Teilnehmernummer handelt. Durch die Codierung oder Belegung weiterer Stellen der tatsächlichen Teilnehmernummer können weitere Informationen über virtuelle Teilnehmernummern und das virtuelle Netz festgelegt werden.
Vorteilhafterweise erfolgt die Anfrage bezüglich der dem Teilnehmer zugeordneten Vermittlungseinheit an das Register und die Übermittlung der Informationen über die Vermittlungseinheit an die Kurzmitteilungszentrale im SS7(Signalling System No.7)- Protokoll. Bei diesem Protokoll handelt es sich um einen inner- halb der Mobiltelefonie etablierten Standard.
Die Übermittlung der Tabellenwerte zur Umwandlung der vir- tuellen Teilnehmernummern in die tatsächlichen Teilnehmernummern kann hingegen im TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol)-basierten Protokoll erfolgen. Dieses Protokoll wiederum ist innerhalb der Computernetze, insbesondere dem Internet, ein Standard.
Gelöst wird die erfindungsgemässe Aufgabe auch durch eine Einrichtung zum Weiterleiten von Kurzmitteilungen an ein mobiles Endgerät, beispielsweise ein Mobiltelefon, mit einer Kurzmittei- lungszentrale zur Übermittlung der Kurzmitteilung über eine der Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes zugeordnete Vermitt- lungseinheit an das mobile Endgerät und mit einem Register, wel- ches die Informationen über die der Teilnehmernummer des mobilen Endgeräts zugeordnete Vermittlungseinheit enthält, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Rechner vorgesehen ist, welcher beim Weiterleiten der Kurzmitteilung an eine virtuelle Teilnehmernum- mer des mobilen Endgerätes die virtuelle Teilnehmernummer in die tatsächliche Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes umwandelt,
und die über das der Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes zu- geordnete Register festgestellten Informationen über die dem mo- bilen Endgerät zugeordnete Vermittlungseinheit an die Kurz- mitteilungszentrale übermittelt. Auf dem erfindungsgemässen Rech- ner laufen die erfindungsgemässen Verfahrensschritte, vorzugsweise in Form eines entsprechenden Computerprogramms, ab. Der erfin- dungsgemässe Rechner verfügt selbstverständlich über ensprechende
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Anbindungen an Empfangs- und Sendeeinrichtungen im betreffenden Mobilfunknetz, so dass gesendete Kurzmitteilungen bzw. Anfragen zur Ermittlung der Vermittlungszentrale des empfangenden mobilen Endgeräts an den Rechner gerichtet werden können.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist eine Daten- bank vorgesehen, welche mit dem Rechner verbunden ist und die virtuellen Teilnehmernummern und die zugehörigen tatsächlichen Teilnehmernummern enthält. Vorteilhafterweise ist die Datenbank im Rechner integriert.
Weiters kann ein, vorzugsweise im Rechner integriertes Prüfmodul zur Verifizierung der Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes vorgesehen sein. Dieses Prüfmodul überprüft, ob die tatsächliche Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes auch existiert und veranlasst bei Vorhandensein einer nicht-existenten Teilnehmernummer entsprechende Verfahrensschritte, wie bei- spielsweise die Abgabe einer entsprechenden Fehelermeldung an das sendende mobile Endgerät.
Ebenso kann ein, vorzugsweise ebenfalls im Rechner inte- griertes Prüfmodul zur Verifizierung der Informationen über die dem mobilen Endgerät zugeordnete Vermittlungseinheit vorgesehen sein. Tritt ein Fehler bei der Übermittlung der entsprechenden Informationen über die Vermittlungseinheit auf, kann wiederum beispielsweise eine Fehlermeldung an die sendende Kurzmittei- lungszentrale abgegeben werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbei- spielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen noch weiter erläu- tert. Darin zeigen : Fig.1 ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten zwischen zwei Mobiltelefonen gemäss dem Stand der Technik ; 2 ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Weiter- leitung von Kurzmitteilungen an Mobiltelefone mit virtuellen Teilnehmernummern nach der vorliegenden Erfindung ; 3 ein Prinzipschaltbild zur Veranschaulichung der erfindungsgemässen Verfahrensschritte; Fig. 4 ein schematisches Blockschaltbild der Systemkomponenten des erfindungsgemässen Verfahrens ; Fig. 5 ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemässen Verfahrens.
Fig. 1 zeigt ein schematisches Blockschaltbild zur Veran- schaulichung der Übermittlung von Kurzmitteilungen SMS von einem mobilen Endgerät 1 zu einem anderen mobilen Endgerät 2 innerhalb eines Mobilfunknetzes 3. Von dem sendenden mobilen Endgerät 1
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wird eine Kurznachricht SMS erzeugt und an die Kurzmitteilungs- zentrale (Short Messages Service Center SMSC) 4 des Mobilfunk- netzes 3 übermittelt. Die Kurzmitteilungszentrale 4 sendet eine Anfrage, die sog. Send Routing Information (SRI), an ein Register 5, das Home Location Register (HLR), welches anhand der realen Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes 2, an welches die Kurz- mitteilung SMS gesendet werden soll, den momentanen Aufenthalts- ort des Endgerätes 2 feststellt und mit einer entsprechenden Information SRI-RR an die Kurzmitteilungszentrale 4 antwortet.
Die Information SRI-RR des Registers 5 enthält Daten über den momentanen Aufenthaltsort des angerufenen mobilen Endgeräts 2, wodurch festgestellt werden kann, an welche Vermittlungseinheit 6 (MSC Mobile Switching Center) die Kurzmitteilung SMS übermittelt werden soll. Die Kurzmitteilungszentrale 4 sendet die zwischen- gespeicherte Kurzmitteilung SMS zusammen mit der vom Register 5 erhaltenen Information an die zugehörige Vermittlungseinheit 6, welche schliesslich die Kurzmitteilung an das mobile Endgerät 2 weiterleitet. Wird eine Kurzmitteilung SMS von einem mobilen Endgerät 1 an ein mobiles Endgerät 2 mit einer virtuellen Teil- nehmernummer gesendet, so existiert kein entsprechendes Register für dieses mobile Endgerät 2, so dass die Übermittlung der Kurz- mitteilung SMS nicht durchgeführt werden kann.
Fig. 2 zeigt nun ein schematisches Blockschaltbild für die Übertragung einer Kurzmitteilung SMS von einem mobilen Endgerät 1 in einem fremden Mobilfunknetz 7 an ein mobiles Endgerät 2 im Mobilfunknetz 3 des mobilen Endgeräts 2. Die Kurzmitteilung SMS wird an die Kurzmitteilungszentrale 4 des Mobilfunknetzes 7 wei- tergeleitet und von dort eine Anfrage (Send Routing Information SRI) an ein speziell eingerichtetes Register 8, das sog. virtu- elle Home Location Register, abgeschickt. In diesem vHLR-Register 8, welches durch einen Rechner gebildet ist, wird die virtuelle Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes 2 in die reale Teilneh- mernummer umgewandelt. Zu diesem Zweck kann eine Datenbank 9 vorgesehen sein, in der die virtuellen und tatsächlichen Teil- nehmernummern it paarweiser Zuordnung gespeichert sind und vom Rechner 8 erfragt werden können.
Die Kommunikation zwischen dem Register bzw. Rechner 8 und der Datenbank 9 erfolgt vorzugsweise im TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol)-ba- sierten Protokoll. Nach Kenntnis der realen Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes 2 wird die Anfrage (Send Routing Information)
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an das zugehörige Register 5 übermittelt, welches mit einer ent- sprechenden Information SRI-RR an den Rechner 8 antwortet. Diese Information wird an die Kurzmitteilungszentrale 4 des Mobilfunk- netzes 7 weitergeleitet, worauf die Kurzmitteilung SMS an die entsprechende Vermittlungszentrale 6 des Mobilfunknetzes 3 des mobilen Endgerätes 2 und schliesslich an das mobile Endgerät 2 gesendet wird.
Der Rechner 8 hat in Bezug auf die Kurzmittei- lungszentrale 4 die Funktion eines virtuellen Home Location Re- gisters und in Bezug auf das Home Location Register 5 der realen Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes 2 die Funktion einer Kurzmitteilungszentrale. Die Datenbank 9 ist vorzugsweise im Rechner 8 integriert. An Stelle der Zuordnung der virtuellen und realen Teilnehmernummern in einer Datenbank 9 kann auch eine Um- rechnung über eine mathematische Berechnungsvorschrift oder über ein Codierverfahren erfolgen.
Fig. 3 zeigt eine Darstellung zur Veranschaulichung der Verfahrensschritte beim Weiterleiten einer Kurzmitteilung von einer Kurzmitteilungszentrale 4 (SMSC) an die Vermittlungseinheit 6 eines mobilen Endgeräts 2 mit einer virtuellen Teilnehmernum- mer. Die Kurzmitteilungszentrale 4 übermittelt eine Anfrage 10, die Send Routing Information (SRI), an den Rechner 8, welcher daraufhin eine Anfrage 11 GET MSISDN (Mobile Station Internatio- nal Subscriber/Service Data Number) zur Bekanntgabe der MSISDN- Nr. an die Datenbank 9 sendet, worauf die MSISDN-Nr. an den Rechner 8 als Antwort 12 zurückgeschickt wird.
Als nächster Ver- fahrensschritt wird an das der tatsächlichen Teilnehmernummer zugeordnete Register 5 eine SRI-Anfrage 13 (Send Routing Infor- mation) gesendet und als Antwort 14 die Information über den tatsächlichen Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts 2 zurückge- schickt. Diese sog. IMSI-Identifikation (International Mobile Subscriber Identification) wird zusammen mit der MSC/VLR-ID- Identifikation (Mobile Switching Center/Visitor Location Register Identification) entsprechend Schritt 15 an die Kurzmitteilungs- zentrale 4 übermittelt, worauf diese die Kurzmitteilung SMS an die entsprechende Vermittlungseinheit 6 über den Sendebefehl 16 (FSM - Forward Short Message) übermittelt. Nach erfolgreichem Weiterleiten der Kurzmitteilung SMS an das mobile Endgerät 2 wird eine Bestätigung 17 OK von der Vermittlungseinheit 6 an die Kurzmitteilungszentrale 4 übersendet.
Im Falle eines Fehlers bei der Übertragung wird anstelle einer Bestätigung eine entspre-
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chende Fehlermeldung NOK an die Kurzmitteilungszentrale 4 ge- schickt. Im dargestellten Ablauf Schema sind weitere Fehlerrouti- nen, beispielsweise bei der Unerreichbarkeit des mobilen Endgerätes oder dgl., nicht dargestellt.
Fig. 4 zeigt die Systemkomponenten des vorliegenden Verfah- rens. Diese bestehen aus einem sogenannten vHLR-Prozess 18 und einem Datenbankprozess 19. Zum Empfang der Anfragen an den Rech- ner 8 sowie zum Aussenden der Antworten auf diese Anfragen dient ein Signalisierungsinterface 20, das mit dem vHLR-Prozess 18 in Verbindung steht. Die Prozessen zwischen Modul 18 und 20 laufen im sogenannten SS7(Signalling System No. 7)-Protokoll, welches in GSM-Netzen einen üblichen Standard darstellt, ab. Das Modul 20, der sogenannte SS7-Protokoll-Stack, beinhaltet die Schichten MAP - Mobile Application Part, TCAP - Transaction Capabilities, SCCT - Signalling Connection Control Part, MTP-3 sowie MTP-2 MTP - Message Transfer Part.
Der Datenbankprozess 19 dient der erfin- dungsgemässen Umwandlung der virtuellen Teilnehmernummern in die tatsächlichen Teilnehmernummern, wobei eine Kommunikation mit einem Internetprotokoll-Modul 21 im TCPIP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) basierten Protokoll erfolgen kann.
Über das Modul 21 erfolgt eine Anbindung an Datennetze, wie den Internet oder Local Area Networks (LAN). Im Modul 21, dem soge- nannten Internet-Protokoll-Stack , bestehen die Teile TCP (Transmission Control Protocol), IP (Internet Protocol) sowie UDP (User Datagram Protocol), welches für Datagramm-Dienste dient.
Schliesslich zeigt Fig. 5 ein Flussdiagramm des erfindungs- gemässen Verfahrens. In Schritt 100 beginnt der Prozess im erfin- dungsgemässen virtuellen Home Location Register bzw. dem entsprechenden Rechner. Gemäss Schritt 101 wird vom Mobilfunknetz eine Anfrage, die Send Routing Information, empfangen. Gemäss Schritt 102 wird die virtuelle Teilnehmernummer in eine reale Teilnehmernummer konvertiert, wobei allenfalls eine Datenbank gemäss Schritt 103 abgefragt wird. Alternativ zur Abfrage einer Datenbank kann auch eine Umrechnung entsprechend einer Formel oder eines Codierungsverfahrens erfolgen.
In Schritt 104 des Verfahrens erfolgt eine Abfrage, ob die Umwandlung der Teilneh- mernummer erfolgreich war, wenn nicht, wird an die sendende Kurzmitteilungszentrale entsprechend Schritt 105 eine Antwort übermittelt, dass der Teilnehmer unbekannt ist und das Verfahren gemäss Schritt 106 beendet. Im Falle einer ordnungsgemässen Um-
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wandlung folgt in Schritt 107 das Senden einer Anfrage (Send Routing Information) an das reale Home Location Register ent- sprechend der realen Teilnehmernummer des mobilen Endgerätes.
Gemäss Schritt 108 wird die Anfrage (Send Routing Information) vom Register (HLR) empfangen und eine Antwort vom Register an das virtuelle Home Location Register übermittelt. Diese Antwort ent- hält die entsprechenden Informationen, die sog. IMSI (Interna- tional Mobile Subscriber Identification), zusammen mit der MSC/VLR-ID (Mobile Switching Center/Visitor Location Register Identification). Bei der Abfrage gemäss Schritt 109 wird nachge- fragt, ob ein Fehler aufgetreten ist, in welchem Fall gemäss Schritt 110 ein Fehlercode an die sendende Kurzmitteilungszen- trale übermittelt und entsprechend Schritt 111 das Verfahren be- endet wird.
Im Falle keines Fehlers wird entsprechend Schritt 112 die entsprechende Information (IMSI und VLR/MSC) an die Kurzmit- teilungszentrale des zu sendenden mobilen Endgeräts übermittelt und schliesslich der am virtuellen Home Location Register ablau- fende Prozess gemäss Schritt 113 beendet.